Bezugspreis 80 pfg. monatlich vierteljährlich 2,40Mk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Ab ge holt in unserer Expedition oder in den Zweig- ausgabestellcn vierteljährlich 1,80 Mk. — Erscheint EkVLbltlON' Dienstag, Donnerstag u. Samstag. — RedaklionsschluK früh 8 Uhr. — Für Ansbe»vahrui»g oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte lvird nicht garantiert. Verlag der „Eichener Zeitung", Gieren. anzeigenpreis 24 Pfg. die 4t mm breite Petitzeile, für Auswärts 36 Pfg. Die 90 mm breite Reklame-Zeile 160 Pfennig. ü d a n I a g e 21. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Grvhe berechnet. Rabatt kommt bei Überschreitung des Zahlung?- Zieles (30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorfchrtften ohneVerbindlichkeit. Druck der Eichener Verlagödruckerci, Albin 5ltcin. Nr. 94, Telephon Nr. 362. Dienstag, den 22. Oktober 1918. Telephon Nr. 362. 31. Jahrg. Geordnete Rückverlegung der deutschen Front in Belgier?. Amtliche üemscde Cagcsberkble. wtb. GcoßcsHauptquartier, 19. Oft. 1918. Westlicher Kriegsschauplatz^ Zwischen Briigge und der Lhs wiesen wir in ihr- fache feindliche Angriffe ab. Rordösllich von Koitcik warfen wir Teile des Gegners, dle sich seit den letzten Kämpfen noch auf dem Ostufer der Lys hielten, Uber den Fluß zurück. Südwestlich von Kortrik wurden Uebec- gangSvecsuche vereitelt. Oestlich von Lille und Douai war der Feind gestern bls zur Lirile Ascg — Templeuvc— Flienes — Marguettc gefolgt. Zwischen Le Catrau und der Oise dauerten die heftigen Angriffe des Gegners an. Südöstlich von Le Cateau drang er bis Bozuel, lm Walde von Andiguy bis an den Südrand Von Wassigny Vor. An der übrigen breiten Augriffssront ist der Ansturm des Feindes vor und in unseren vordersten Linien gescheitert. Bazuel wurde im Sturm wieder genommen. Die bei und südlich von Aisonville kämpfenden Truppen schlugen auch gestern olle Angriffe des Feindes ab, In den Abendstunden und während der Nacht setzten wir hier unsere Linien vom Gegner ab. An der Oise sind bet und nördlich von Ocigny erneute Angriffe des Feindes gescheitert. An der Aisne setzte der Feind seine Angriffe bei Oiizy und Grandprs fort und dehnte sie über Vonziers nach Norden bis Vnvcg aus. Bet Bandy und bei Fa- iatse faßte er aus dem östlichen Aisneufcr Fuß. Seine Versuche, unter starkem Feuerschutz auf den Höhen östlich der Aisne weiter vorzudringen, wurden durch Gegenstoß vereitelt. Zwischen Olizh und Gcandp.ä sind erneute Angriffe französischer und amerikanischer Divisionen vor unseren Linien gescheitert. Beiderseits der Maas v rllef der Tag int Siö ungsfeuer und kleineren Jnfantecic- gefechten. Der C sie Generaiquartiermeistcr: Ludcndorff. i m i &3tclin, 19. Ott. In Flandern und auf dem ^chlachrfelde zwischen Le Cateau und der Oise ruhiger Tag. Nördlich von Laon sind feindliche Angriffe gescheitert. Nordöstlich von Vonziörls halnn sich Teile' des Feind s auf d. m östlichen Aismufer festge sitzt. Von der Maas nichts Rems. * Berlin, 20. Okt, abends. Oestlich von Kortrik dauern heftige Kämpfe an. Beiderseits von Solcsmes und Le Cateau sind auf breiter Front starre Angriffe des Feindes gescheitert. Erolgdiche Teilkämpfe im Scrreabschnttt und auf den Höhen westlich der Aisne. Oestlich von Vonziäcrs wurden feindliche Angriffe abge- wiesen. wtb. Großes Hauptquartier, 20. Okt. 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: In Flandern haben wir in Fortführung der am 18. Ol:ober gemeldeten Bcwcgunnen Brügge, Thielr und Kortrik geräumt und neue Stellungen bezogen. Vor diesen sandin übhafre Voeseldkämpse statt. Am Abend stand der Feind südöstlich von SkuiS an der belgischholländischen Grenze, westlich von Heldegen — llrsi!, bei Poeke und^Btarkegen. Nordöstlich von Kortiik stieß ec mit Teilen über die Lys vor. Südlich von Kortrik hat ec die Straße Koitrik—Tournai erreicht und war beider- seits von Donai bis östlich der Linie Occhics — Mar- chienncs gefolgt. An der Schlachtsront zwischen Le Cateau und der Oise trat gesternt eine Kampfpause ein. In unseren neuen Linien am Seuubre - Oise - Kanal und an der Oise stehen lüic in Gefechtsfühlung mit dem Gegner. Der Serre- und Soucheabschnitt war tagsüber das Ziel starke fundlicher Atlgriffc. Der nordöstlich von La Fece auf dem nördlichen Serreufer zum Angriff vorbccchende Feind wurde im Feuer und im Nahkampf abgewicsen. Cbcnso scheiterten südlich von Cieey mit starken Kräften gffi'ch te Angriffe im Gegenstoß sächsischer Bataillone. An der Straße Laon — Marie saßte‘ der Gegner in kleinen Tellen unserer Stellung Fuß. Beiderseits der Souchcniederung wurde ec nach heftigem Kampfe abgewiesen. Auch aus dem Nordufer der Aisne griff der Feind nach starker Artillcricvoibereitung an und drängte nordöstlich von St. Germainrnont unsere Vorposten etwas Zurück. An der Atsncfront zwischen Attigny und Oiizy nimmt die Gefechtstätigkeit des Gegners zu. Betdcr- scids von Vonziers setzte ec sich bei crneuten Anglifsin auf den Höhen am östlichen AiSncusir fest. Der Kom- mandeuc der 199. Jnfanterirdivision Generalleutnant v. Puttkamec brachte durch persönliches Eingreifen den feindlichen Angriff auf den Höhen östlich von Bandy zum Stehen. Zwischen Olizy und Grandp.e wieselt lothringische, schlcswig - holsteinische Reginlenter und Jägecbataillone erneute heftige Angriffe des Gegners vor ihren Linien ab. Auf beiden Maasusiln blieb die Gcfechtstätigkeit auch gestern aus Slöcungsfeuec blschränkt. Südöstlicher Kriegsschauplatz: Am Bukovik nordwestlich von Alekstnac wurden feindliche Angriffe abgewies n. Cajicar im Timoktale wurde vom Gegner besetzt. Der Erste Genecalquartiecmeistec: Ludendocff. 9 wtb. Großes Hauptquartier, 21. Okt. 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Ru pp recht. In Flandern wurde vor und um den Lysablchnitt zwischen Ursel und Kortrik heftig gekämpft. In Lomec- gen vorübergehend eingedrungenen Feind warfen wir im Gegenstoß wieder, zurück. Beiderseits von Beyuze setzte sich der Gegner auf dem Westusec der Lys fest. Teile, die südlich der Stadt über den Fluß vordrangen, wurden zum großen Teil gefangen genommen; ein Fcanzoscnnest blieb auf dem östlichen Ufer zurück. Oest» lich von Kortrik stieß der Feind über Deerlijk und Zwe- vegem vor. Auf den Höhen wcstl'ch und südwestlich voll Blchte brachten wir seine Angriffe zum Stehen, Nöcd- itch der Schelde wieselt wir den Fund vor unseren Linien ab. Nördlich von Tournai hat der Gegner die Schelde erreicht, südlich von Tournai standen wir mit ihm in der Linie St. Amand, östlich voll Denain und auf den Höhen östlich und nordöstlich von Naspres in Gefechts- süh'ung. Beiderseits von Solcsmes und Le Cateau griff der Engländer gestern in Ausdehnung seiner am 17. und 18. 10. zwischen Le Cateau und Oise geführten Angriffe mit starken Kräften an. Zwischen Sommaing und Bcr- tarn blieben seine Angriffe auf den Höhen westlich der Larptesniederung in unserer Abwehcwirkung liegen. Beiderseits von SolcsmeS brachten wir den über unsere Vordren Limen hinaus vordringcnden Feind auf den Höher', östlich und südöstlich der Stadt zum Stehen. Nommerics und Amerval gingen verloren und wurden im Gegenstoß wieder genommen. Beiderseits von Le Ceteau haben wir unsere Stellungen nach hartem wechsel- vollem Kampfe im allgemeinen behauptet. Die branden- bnrgtsche 44. Rcservedivision unter Führung des Gene, ralmajors Haas hat sich hier besonders bewährt. Der Nltt großen Mitteln unternommene Angriff des Feindes ist somit auf der ganzen 20 Kilometer breiten Front bis auf örtlich beschränkten Bodengewinn des Gegners an der Zähigkeit unserer durch Artillerie wirksam unterstützter Jnsantrie geschottert. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Nördlich der Ser re wurden erneute Angriffe des Feindes abgewiesen. Beiderseits der Straße Laon—Marie säuberten wir im Gegenangriff Teile unserer noch in Feindeshand verbliebenen Linien und wiesen starke Gegenangriffe ab. Westlich derAisne nahmen ostpreußische Bataillone mit) das in den letzten Kämpfen besonders bewährte Jzfantric-Regiment Nr. 231 tm Gegenangriff ihre Stellung wieder und schlugen feindliche Angriffe ob. Oestlich von Vonziers suchte der Feind seine am 19. 10. errungenen örtlichen Erfolge durch Fortsetzung seiner Angriffe zu erweitern. Vornehmlich sind sie om Gegenangriff des Jnsantrie-Regiments Nr. 411 und an der zähen Abwehr der 7. Kompanie bayerischen Infam trie Regiments Nr. 24 gescheitert. Heeresgruppe Gollwitz. Oestlich von Banthrville wurden Teilangriffe der Amerikaner abgcwiescn. Im übrigen blieb die Gefechts^ tätigkett beiderseits der Maas in mäßigen Grenzen. Südöstlicher Kriegsschauplatz: An der Morawa schlugen wir erneute Tctlangriffe der werben ab. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. Berlin, 21. Okt., abends. Der Feind beschränkte sich an den Kampffronten aus Teilangr ffe, die von uns abgcwiesen wurden. Unser Gegenangriff gegen die vom Feinde besetzten Höhen auf dem östlichen Aisneusic bei- derscits Vonziers ist in gutem Fortschreiten. O Staatssekretär §ischb eck über öle Kriegsanleihe: Deutschland wird niemals eine Negierung haben, die nicht einmütig hinter der Kriegsanleihe steht. Hsnottellagerung. Die Zeit der Kartoffeleinkellerung steht wieder vor der Tür, sie sollte aber nur dort erfolgen, wo auch die geeigneten Räume zur gutrn Unterbringung der Kartoffeln vorhanden sind. In vielen Landesteilen ist man ja seit jeher gewohnt, den ganzen Winterkartoffelvorrat schon im Herbst cinzukaufen, und ist auch darauf eingerichtet. In den Großstädten ist daS aber vielfach nicht der Fall. Gerade hier muß man daher der Kartoffelpflege ganz besondere Aufmerksamkeit widmen. Die häufig gehörte Befürchtung, daß die Kartoffeln in diesem Jayu infolge der vielen Rcgensälle wenig haltbar seien, entb-hrt zunächst der Becvündm g. Die Einwirkung der Wirterung auf du Haltbarkeit fco. Kartoffeln ist noch n'.cht genügend er forscht. J .dulfalls haben w'.r feuchte Jahre gehabt, in tunen die Karioffel sich doch recht gut hielt. Aurv im vergangenen Jahr befürchtete man allgemein eine geringe Widerstandsfähigkeit der Knollen, und doch h bcn sich die Bestände im allgemeinen gut gehalten. Es liegt also bislang keine Veranlassung vor, mit besonderem Mißtrauen an die Wintcraufbewahrung heranzugehen. Für die Beurteilung der Haltbarkeit der Kartoffel spielt auch die Sorte eine Rolle. Nicht alle Sorten eignen sich für lange Lagerung. Weiche Sorten, wie Imperator, Up to date und ähnliche verbrauche man daher zuerst. Auch bei den sitzt tm September ausgemachten Kartoffeln bedarf cs einer gewissen Vorsicht, da nicht alle Kartoffclsortcn schon im September reifen; soweit die jetzt gekauften Kartoffeln schmierig und naß sind, wird man gut daran tun, sie nicht allzu lange lagern zu lassen. Die besten Bedingungen für die Kartoffellagerung bieten die Keller. Vielfach werden sic aber auch auf Böden gelagert werden müssen, da nicht alle Haushaltungen über geeignete Keller verfügen. Die beste Lagectemperatuc ist 2—6 Grad Reaumur. Keller, die sich nicht so weit abkühlen lassen, sind für die Lagerung ungeeignet, da die Kartoffeln sehr bald zu jaulen beginnen. Daß die Kartoffeln Frost nicht ertragen, ist bekannt. Böden sind daher weniger als Keller zur Aufbewahrung geeignet; wo sie dennoch benutzt werden müssen, wird man gut tun, die Kartoffeln b.i Frostgefahr, aber auch nur dann, mit Tüchern gut einzudeckcn. Einer der häufigsten Fehler ist eine zu hohe Schich- tung, welche das Faulen sehr begünstigt und die Kontrolle erschwert. Eine Schütthöhe von 80 cm sollte nicht über« schritten werden; bei größeren Mengen ist dabei ein Gang sceizuhalten und kleine Durchzugskanäle unzu- bringen. Besteht der Raum aus Zement, so legt man noch einen Lattenrost unter, damit unter den Karioffeln Durchzug stattfindet. Die Bestände müssen dann dauernd unter Aussicht bleiben und etwa alle 2 Wochen neu verlesen werden, damit die faulen Kartoffeln, von denen sich die Fäulnis sehr schnell vubreitu, sofort entfernt werden. Ausbewahrung in Säcken und geschlossenen Kisten ist ganz zu verwerfen, da die Kartoffeln hier sehr schnell faulen. Dagegen haben sich in den letzten Jahren die sogenannten Kartoffelkisten wohl bewährt; sie sind allerdings reichlich teuer, man kann sich geeignete Kisten aber auch selber Herstellen und cs wäre jetzt die Zeit in dieser Beziehung vorzusorgen. Der Durchbruch nach Oftafrika. Der stellvertretende Gouvernevr für das deutschostafrikanische Küstengebiet Geh. Baurat Brandes, der bis Anfang 1917 in Tabora weilte, und jetzt in Berlin wirkt, berichtet uns in interessanten Schilderungen von den Großtaten unserer ostafrikanischen Verteidigung Nach seiner Darstellung trugen zu der Möglichkeit des Turchhaltens die beiden Hilfsschiffe ganz wesentlich bei, die von der Heimat mit Munition, Kriegsgerät und Ausrüstung, sowie Medikamenten und Verpflegungsmitteln nach Teutsch-Ostafrika gesandt wurden. Trotz der überaus regen Ueberwachung des Seeverkehrs durch unsere Feinde gelang es diesen Schiffen, vom Feinde unbemerkt die Fahrt von Deutschland um das Kap der Guten Hoffnung herum bis zu den ostafrikanischen Gewässern zu vollbringen und die überaus rege, mit vielen Schiffen von England durchgeführte Blockade der deutsch-ostafrikanischen Küste zu durchbrechen, so daß die für die Schutztruppe so unermeßlich wertvolle Ladung ihr Ziel wirklich erreichte. Diese Schiffe waren nicht etwa Handels-U-Boote, sondern gewöhnliche Handelsdampfer von beträchtlicher Größe. Sie mußten die ganze Fahrt ohne 'Unterbrechung, ohne Kohlenergänzung unb Ausbesserungs- Möglichkeit ausführen, wobei noch naturgemäß nicht die kürzeste Linie, sondern große Umwege gefahren wurden. Während das zweite Schiff gänzlich unbemerkt vom Feinde in eine Bucht des Schutzgebiets einlaufen und die gesamte Ladung ungestört löschen konnte, wurde das erste beim Durchbrechen der Blockade von einem feindlichen großen Kreuzer bemerkt und verfolgt. Trotz der durch den englischen Kreuzer bereits auf weite Entfernung aufgenommenen Beschießung und trotz einiger Granattresser gelang es der umsichtigen und sühnen Führung, das Schiff in die Mansabucht, eine größere Bucht im Norden des Schutzgebietes, hineinzusteuern und die Ladung vor der Vernichtung zu retten. Als der englische Kreuzer aus seiner Verfolgungsfahrt, mit größter Geschwindigkeit herandamp- send, vor der Einfahrt zur Mansabucht erschien, um sein durch das Granatfeuer begonnenes Vernichtungs- feuer aus größerer Nähe zu vollenden, sah er den Dampfer bereits brennend in sinkendem Zustande, Er sah daher von weiterer Beschießung ab, faubte in die Bucht eine Pinasse, die, in weitem Bogen den sinkenden und brennenden Dampfer umkreisend, sest- stellte, daß die Besatzung bereits sich an Land gerettet hatte und dampfte dann, wohl in der Annahme, durch seine Granaten den Dampfer in Brand geschossen, zum Sinken gebracht und dadurch alles zur völligen Vernichtung getan zu haben, wieder seewärts. Die List der Blockadebrecherbesatzung war also geglückt. Man hatte, sobald die schützende Bucht erreicht und man für einige Zeit der Sicht des verfolgenden Kreuzers entzogen war, einen Teil der Deckladung in Brand gesetzt und durch Oeffnen der Ventile den Dampfer an einer nicht zu tiefen Stelle sinken lassen, worauf dre Mannschaft in den Booten sich an das durch Mangrovenbusch geschützte User rettete. Wenn auch das Feuer bereits weiter als beabsichtigt, um sich griff und dadurch einen Teil der Ladung, insbesondere Medikamente, vernichtete, so konnte doch der bei weitem größere Teil der Ladung, vor allem Waffen und Munition, nnt Hilfe von Tauchern aus dem gesunkenen Schiffe an Land gebracht werden. Das zweite Schiff durchbrach, wie schon gesagt, völlig unbenierkt die Blockade. Es lief wohlbehalten in die im Süden des Schutzgebiets Üegende Sudi- bucht ein und konnte seine Ladung ganz ungestört v vom Feinde löschen. Erst nach achtzehntägiger Liegezeit, nachdem bereits alle Ladung an Land gebracht war, begann das englische Blockadegeschwader, anscheinend durch Spionage von dem Vorhandensein des Blockadebrechers in Kenntnis gesetzt, mit Unterstützung durch Flieger die Küste von Norden anfangend abzusuchen. Nachdem nunmehr der Liegeplatz bald ermittelt worden war, versuchten die kleinen Wachtschiffe des Blockadegeschwaders (für diesen Zweck ausgerüstete und und bewaffnete Walfischfangdampfer) in die Sudibucht einzudringen. Glücklicherweise hatte der zweite Blockadebrecher aber moderne Artillerie mitgebracht, die auch bereits zur Abwehr eines etwaigen Angriffs an der Einfahrt der Sudibucht eingebaut worden war. Als 'die anlaufenden Walfischfänger nun von dieser modernen Haubitzbatterie mit Granaten begrüßt wurden, zogen sie es vor, anstatt den Kampf aufzunehmen, sich beschleunigt, aus dem Bereich des Granatfeuers zurückzuziehen. Dasselbe taten auch die großen Kreuzer und eröffneten nun aus größerer Entfernung ein heftiges Feuer auf den Blockadebrecher. Dank der großen Entfernung wurde trotz einer Beschießung mit etwa dreihundert Granaten jedoch das Schiff nur wenig und die an Land aufgestapelte Ladung gar nrcht beschädigt. Ta das englische Geschwader nach der Beschießung, wahrscheinlich in der Annahme, alles vernichtet zu haben, davondampfte, konnte die Ladung ohne Verlust rn Sicherheit gebracht und die wenigen Beschädigungen des Schrffes mit den im Schutzgebiet vorhandenen Hilfsmitteln wieder ausgebessert werden. Es gelang dem. Schiff sogar kurze Zeit später, die Bucht zu verlassen und - zum zweiten Male die Blockade durchbrechend - das neutrale Ausland, Holländisch-Jndien, zu erreichen. * Ta ja bekanntlich unsere Schutztruppe nur mit dem alten Gewehr, Modell 71, ausgerüstet war und an Artillerie lediglich einige alte als Salutkanonen verwandte Geschütze älterer Konstruktion besaß, da außerdem die vorhandenen Munitronsbestände nur sehr beschränkt waren, wird man ermessen können, was die durch diese kühnen Blockadebrecher hereingebrachten Waffen und Munition für die Schutztruppe bedeuteten, ohne die auch der heldenmütigste Geist der Truppe dem Ansturm der Feinde auf so lange Zeit nicht hätte widerstehen können. Kein Friede in diesem Jahre? Tie Entente verzweifelt an einem schnellen Kriegsersolge Tie Erfolge der Gegner im letzten Vierteljahr muß lngg als bedeutend anerkennen. Aber sobald man sie auf einer Gesamtkarte ansieht, erkennt man, daß der Weg, den die Feinde bis zur Grenze durch Belgien zurücklegen müssen, doch noch furchtbar lang ist. Und jene, die in Feindesland ihre Stimme nicht nach dem von oben vorgeschriebenen Geschrei der Zeitungen einstellen, sondern die selber urteilen, fangen denn auch an einein Endersolge in diesem Jahre'zu verzweifeln Nach holländischen Meldungen stimmen die Ansichten der englischen Milttärkreise über den Zustand an der Westfront darin überein, daß die deutschen Heere durchaus nicht am Nande einer allgemeinen Auflösung stehen. Tie deutsche Linie ist ungebrochen, die deutschen Heere sind intakt geblieben und vorläufig ist alles andere eingetreten, als eine allgemeine Demoralisation. yiu&ei'öeni haben die deutschen Heere die Sicherheit, daß sie, sobald das Wetter schlecht wird, die Zeit zum 2Ucn,hören bekommen werden, wie es ja auch jetzt schon alle Augenblicke geschieht. Tatsächlich kann nichts den Feind daraii hindern, sich zurückzuziehen, um irgendeill Unheil zu vermeiden. Tie Kriegshetzer in Frankreich sündigen weiter an der Zukunft der Völker. Sie wollen Wilson nachahmen. In einer aus W a s h i n g t o ii übermittelten o f f i z i ö s e li Meldung der f r a n z ö s i s ch e ii Zeitungen vom 17. 10. wird wörtlich mitgeteilt: „In der Umgebung des Präsidenten Wilson erwartet man, daß Deutschland eine weitere Note fenben werde, zu dem Zwecke, die Aussprache über den Frieden fortzusetzen. Wenn das zutrifft, so darf man sicher sein, daß Deutschland sich unnötigerweise bemüht hat." England gegen die Freiheit der Meere. Ern Teil der Engländer unterstützt dieses krieas- feindliche Treiben. In Zuschriften an die englische Presse verwahrt sich der bekannte englische Marine- Imperialist Thomas Gibson Bowles auf das energischste gegen den 2. Punkt des Präsidenten Wilson, der sich mrt der Freiheit der Meere befaßt. Sogar die sonst nicht kriegshetzerische liberale Londoner Massenzeitung „Daily News" führt aus, daß die Wiederaufnahme dieses alten amerikanischen Programmpunktes eine Bedrohung der englischen Lebensinteressen darstelle und von England zurückgewiesen werden müsse. England dürfe sich jetzt weniger denn je seine a n gestammten Seerechte verkrüppeln lassen. Tie Vergewaltigung der Meere ein „angestammtes" englisches „Recht", das ist wirklich eine seltsame Auffassung. England und Rumänien. Aus der bulgarischen Hauptstadt Sofia wird berichtet, daß die Entente mit großem Nachdruck au emem Sonderabkommen zwischen Bulgarien und Rumänien arbeitet, natürlich nur, um auf diese Weise einen Einfluß auf die wirtschaftlichen Verhältnisse beider Länder zu erlangen und deren Naturschätze sich dienstbar zu machen. Besonders hat man es dabei auf die rumänische Petroleum-Industrie abgesehen, deren Ausnutzung durch Deutschland der Entente natnrqeniäß besonders im Magen liegt. Dasselbe England, das vorher die Industrie zerstört! Der frühere Syndikus der Bukarester Handelskammer, A. Kutschbach, der zur Zeit Rumänien im Aufträge der Zeitungskorrespoudenz Wiemann bereist, a-eeib: darüber: Als cun 0 . Dezember 1916 die deutschen Truppen ui oas Prahova-Tal vor- und eindrangen, das die Rumänen oben an den Kämmen der Karpathen bei Predeal und Azuga lange und hartnäckig verteidigt hatten, da war und auch später noch tagelang die Luft erfüllt von völligen, rüstigen Schwaden, der die Gesichter der Deutschen schwarz färbte wie das der Neger und eine Kruste auf ihre Uniform legte, an der sie dann lange bürsten, kratzen und putzen mutzten, bevor sie wieder verschwand. Der Schwaden rührte von den Sonden und Oeltanks her, die von den Rumänen auf Geheiß der in ihrem Lager befindlichen Engländer auf dem ganzen Petroleumgebiete in Brand ' gesteckt worden waren. Was hier in langjährigen Mühen mit einem Auswande von vielen Millionen geschaffen worden war, das gaben die Engländer leichten Herzens der Vernichtung preis, denn es sollte nicht in die Hände des verhaßten Feindes fallen und dann — war es ja auch nicht ihr Eigentum. Mit Tränen in den Augen vollzogen die Rumänen den ihnen von dem englischen Marinetachee Oberst Thomson, erteilten Auftrag, der ihn auch seinerseits — denn er war ein Gentleman, und ich habe ihn in den beiden Balkanckriegen, wo ich häufig mit chm in Berührung kam, nie anders kennen gelernt — nur mit Widerstreben und erst aus wiederholte Rückfrage in London, von wo aus die Weisung ergangen, gab. Was die Rumänen hier vernichten sollten, das bildete, wie sie sehr wohl wußten, nächst ihrem Ackerbau den Hauptreichtum ihres Landes. Eine Riesenfackel nach der andern lohte zum Himmel enipor und färbte denselben weithin purpurrot. Nahezu alle Petroleum- brunnen oder Sonden in und bei Campina, Bustenari, Baicoiu, Moreni, Gura Ocnitzei, Tlrgoviste, Ochiuri und Arbanasi, alle dabei befindlichen Reservoirs und Raffinerien, auch die in Ploesti, gingen in Flammen auf. Allein an versandfähigen Oelprodukten gingen 893 000 Tonnen zu Grunde. Tage-, ja wochenlang wütete das eine entsetzliche Hitze verbreitende Feuer, und wo es nicht möglich gewesen war, solches mit Aussicht auf völlige Zerstörung des Objektes zu legen, da hatte man durch Heraowersen aller möglichen Gegenstände in die Bohrlöcher oder durch Zerschlagen der Maschinerien die Ausnutzung der Anlagen unmöglich zu machen gesucht. Auch das elektrische Zentralwerk in Campina, von dem aus die meisten Oelbetriebe ihre Kraft empfingen, war durch Zerstörung seiner Maschinen außer Betrieb gesetzt. So war denn mit einem Schlage die in raschem Tempo zu hoher Entwickelung gelangte rumänische Pe- troleumlndustrie vernichtet worden. Alle Eijsnteile der kritischen Januar- 'Linlagen ausgeglüht, gebogen, zerborsten, die Fabrikgebäude eingestürzt — wohin man blickte, ein grauenhaftes Chaos, d Und die Teiitschen bauten wieder aus! Aber vor welcher Aufgabe wären die Deutschen je zurückgeschreckt? Zeigt nicht gerade der gegenwärtige Krieg fast täglich, daß sie das unmöglich Erscheinende möglich zu machen wissen? So gingen sie denn alsbald an die Wiedergutmachung des angerichteten Schadens. Denn selbst für den letzten Soldaten war es klar, daß die Oelselder so rasch wie möglich wieder der Ausnutzung zugeführt werden mußten. Galt es doch, neue Vorräte für den gewaltigen Oel- und Benzinbedarf der U-Boote, der Kraftfahrzeuge und der Flugzeuge, sowie für den Bedarf der Zivilbevölkerung zu beschaffen. Rasch war unter sachkundiger Leitung ein Operationsplan für die Wiederinstandsetzung — soweit sich solche ermöglichen ließ — entworfen und mit ungebeugtem Mute ging man an die Arbeit. Die alte Arbeiterschaft, von der noch etwa 3500 Mann vorhanden war, wurde eingestellt, über 2000 Gefangene hinzugezogen und ihnen 2000 deutsche Soldaten, diese meist zur Leitung, Aufsicht und Bewachung, beigegeben. So gingen die Aufräumungs- und Wiederherstellungsarbeiten ziemlich rasch vonstatten, so schwierig sich dieselben zuweilen, namentlich die Esttstopfung der Bohrlöcher, and) gestalteten, und schon nach 8 Tagen war die erste Sonde entnagelt. Nach und nach bedeckten sich die Felder wieder mit Türmen und Maschinen- hansern, und wo eine Sonde nicht zu entstopfen war, da wurde, wenn der Versuch verheißungsvoll erschien, dicht daneben eine neue Sonde gebohrt. Die deutschen, neutralen und kleinen Gesellschaften, soweit sie unter diesen Verhältnissen wieder in Betrieb gelangten, arbeiten jetzt wieder auf eigene Rechnung, die feindlichen unter Zwangsverwaltung, und manches, was noch brauchbar war, wurde aus seindlichem Besitz in deutschen überführt. Deutsche Zweideutigkeit gegenüber Wilson? Boltzmann nimmt das Wort. In einer Zeitungsdebatte über die Schuld Beth- mann - Holwegs an der Kriegserklärung Amerikas nimmt jetzt eine Bethmann-Holweg nahestehende Seite Stellung. In einer Zuschrift an die „Frankfurter- Zeitung" wird sestgestellt: Die Dinge haben sich in den tagen 1917 folgendermaßen zugetragen: Wilson ließ dem Grafen Bernstorff, unser Gesandter in Washington, durch einen Vertrauensmann sagen, der Präsident werde sich ernstlich bemühenden Frieden zustande zu bringen. Es werde ihm von besonderer Wichtigkeit sein. Genaueres über die deutschen Friedensziele zu erfahren. Das Telegramm Bernstorsfs, das hierüber berichtet, ging am 28. Januar in Berlin ein. Damals war schon der uneingeschränkte U.-Boot- krieg bereits beschlossen und alle Vorbereitungen für seinen am 1. Februar festgesetzten Beginn waren getroffen. Ein Gegenbefehl wäre eine technische ll n m ö g l i ch k e i t gewesen. Gral Bernstorff, der. a ls er sein Telegramm absandte, bereits in dem Besitz der am 31. Januar abgegebenen Note wegen der Eröffnung des uneingeschränkten U-BootkriegeS war und gebeten hatte, diese Note auf Grund der Mitteilungen des Wilsonschen Vertrauensmannes einstweilen zurückhalten zu dürfen, wurde in umgehender Beantwortung seines Telegramms beauftragt, der amerikanischen Regierung bei der Ueber- gabe der Note zu sagen, daß die d e u t sch e R e g i e - rung die Absicht Wilsons auf das wä r m st e begrüße, und zur Förderung seiner Absicht ihre Friede nSbe dt ngun gen dem Präsidenten Wilson zur eigenen persönlichen Information bekannt, gebe. Das Friedensprogramm, das für die von den Mittelmächten am 12. Dezember 1916 vorge'chl.igenen Verhandlungen ausgestellt war, wurde zu diesem Zweck in dem Telegramm an den Grasen Bernstorff eingehend entwickelt. Graf Bernstorff wurde ferner beauftragt, dem Präsidenten Wilson zu sagen, daß der etngeschlagcne U-Bootkrieg, da dce U-Boote mit ihren neuen I.strnktionen auf dem Weae und größtenteils drcchtlos nicht mehr zu er- reichen seien, aus technischen Gründen nicht abgestoppt werden könne, daß aber die ReichZregierung bereit sei, Befehl zur Einstellung des U- Bootkrieges zu geben, sobald es den Bemühungen Wilsons gelungen sei, eine Erfolg versprechende Grundlage für Friede nsverhand- lungen zu sichern. Die amerikanische Regierung hat trotz dieser Eröffnung die Mitteilung des uneingeschränkten U-Bootkrreges mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen geantwortet. Aus diesem Sachverhalt ergibt sich, daß der Vorwurf der Zweideutigkeit gegen die deutsche Politik nicht a n f r e ch t e rh a lte n werden kann. Ebensowenig berechtigt ist der gleichfalls erhobene Vorwurf, daß die politische Leitung „die anderen entscheidenden Instanzen" von dieser Frage nicht unterrichtet habe. Selbstverständlich war die politische Leitung auch über diese Vorgänge mit dem Großen Hauptquartier in ständiger Fühlung. Speziell die Antwort auf das am 28. Januar 1917 eingegangene Telegramm ist nach einbehender Beratung im Großen Hauptquartier, wohin der Kanzler sich am Abend des 28. Januar zu d iesem Zweck begeben hatte, festgelegt worden. Im übrigen ist dieser Depeschenwechsel im Wortlaut Den Mitgliedern des Hauptausschusses des Reichstages am 31. Ja-, nuar 1917 in einer geheimen Sitzung mitgetcilt worden. Die Lage der Bevölkerung im Kampfgebiet. Tis Städte werden nicht mehr zwangsweise geräumt. Auch in einem Teil der neutralen Presse finden zu unserem Bedauern die verleumderischen Behaup- , tungen französischer und englischer Blätter Widerhall, ! wonach die deutschen Truppen auf dem Rückzug plündern und brennen, unnötige Zerstöruligen annchtelt und Grausamkeiten gegen die Bevölkerung begehen. Voll deutscher Seite ist diesen Behauptungen sofort energisch widersprochen worden. Erfreulicherweise finden sich and) feindliche Korrespondenten, die der Wahrheit die Ehre geben. Tie d e u t sch e Heeresleitung hat nichts unterlassen, um die leider notwendigen^Kriegsleiden für die Bevölkerung des Kampfgebietes auf das geringste Maß zu beschränken. So wurde die allgemeine Anweisung erlassen, daß zwar Vorräte aller Art, die nicht zurück- geschafsr werden können und dem Feinde von Nutzen sind, zerstört werden sollen, daß aber Häuser zu schonen sind, soweit es nicht rein inilitärische Gründe anders bedingen, und daß eine planmäßige Verwüstung verboten ist. Tie Vermeidung überflüssiger Zerstörungen ist den Truppen wiederholt allgemein eingeschärft worden. Bei der Preisgabe von Gelände sollen nur Objekte von militärischem Wert, wie Eisenbahnbrücken u. dergl zerstört werden. Nicht zerstört werden sollen Wasserleitungen, Gasanstalten und ähnliche Anlagen. Tatsächlich haben die belgischen und französischen Städte viel weniger durch deutsche Kriegshandlungen zu leiden, als durch feindliche Artillerie und Flieger. Gerade die Tatsache, daß alle Städte in der Nähe der vorderer' Feuerlinie von den Feinden vollständig zusammengeschossen werden, hat unsere Heeresleitung dazu bestimmt, die meistbedrohten Orte zwangsweise zu räumen. Es war dies eine Maßnahme, die im Interesse der Bevölkerung lag und sie vor der unvermeidlichen Beschießung bewahren sollte. So ist mit der Bevölkerung von T o u a i, C a m b r a i und Balenciennes verfahren worden. Ob die Bevölkerung derjenigen Städte besser fahren wird, die nunmehr nicht mehr zwangsweise geräumt werden, sondern wo es der »Bevölkerung freigestellt wird, ob sie die Stadt verlassen will, das wird sich später Herausstellen. Bei der Räumung der Ortschaften wurden auch soweit als möglich die Kunstschätze in Sicherheit gebracht, so daß sie den Besitzern nach Friedensschluß unversehrt zurückgegeben werden können. Aus den Banken wurden die Bankdepots zurückgeschafft. Sie werden bis Friedensschluß sicher aufbewahrt und sodann in die Hand ihrer rechtmäßigen Besitzer zurückgelangen. Tie deutsche Heeresleitung hat alles getan, um das Elend der aus dem Kampfgebiet zurückflutenden Bevölkerung zu mildern. Ti» Belgier al? Zeugen für die deutsche Kriegführung. Ter belgische Bericht vom 18. Oktober abends enthalt folgende Angaben: Südlich der Lys ist das Land unversehrt und stark bebaut. Tie Bewohner sind zahlreich. Indessen haben die Deutschen bet ihrem Abzug eine große Zahl von Männern von 40 Jahren mitgenommen. Touro- ing und Roubaix sind unversehrt. Tie Einwohnerzahl in Roubaix beträgt 65 000 und in Tourooing 60 000. Tie Stadtbehöroen sind in Tätigkeit und verfügen über Lebensmittel für zwei Wochen. Hindeuburg gegen sinnlose Zerstörung. Das Haager Blatt ,,Het Vaderland" bringt folgende Meldung: Ein hier ausgefangenes drahtloses Telegramm besagt: An alle Heeresgruppen der Westfront. Ich, verweise nochmals auf die durch mich und den Generalquartiermeister wiederholt gegebenen Befehle, daß bei der Räumung besetzten Gebietes lediglich militärische Zerstörungen ausgeführt werden dürfen, die durch die Kriegshandlungen notwendig sind. Hindenburg. Nachdem sich nunmehr nicht mehr leugnen läßt, daß die Deutschen bei ihrem Rückzüge Städten und Dörfern sowie der Bevölkerung größtmöglichste Schonung angedeihen lassen, versucht die Entente diese Handlungsweise als Ausfluß der Furcht hinzustellen. Im gegenwärtigen Kriege ist es an sich eine militärische Notwendigkeit, bei Rückzügen das Gelände, das man aufgibt, so gründlich wie möglich zu zerstören, denn aus allem, was man verschont, kann der Gegner- Vorteil ziehen, sei es nun Vorräte, mit deren Hilfe er sich verpflegt, Ortschaften, in denen er seine Truppen unterbringt, Wälder, die ihm Deckung bieten, oder Türme, die ihm als Ausguck dienen können. Tie Berechtigung dieses Satzes ist von der Entente selbst anerkannt, als sie die Zerstörungen der Russen bei ihrem Rückzüge im Jahre 1915 als höchste militärische Weisheit pries. Wenn die deutsche Oberste Heeresleitung von der Zerstörung von Städten und Dörfern Abstand nimmt, \o trrctbt sie dann? hinter dem Maß militärischer Zerstörung zurück, das die Entente als berechtigt anerkannt hat. Es geschieht dies nicht aus Furcht, sondern aus Menschlichkeit, und es geschieht nicht erst seit heute, sondern war stets deutscher Grundsatz, solange der Krieg dauert. Die Grippe-Ansteckung. Nur direkt von Mensch zu Mensch Mit Blitzesschnelle durch die ganze Welt! Sie hat eine so schnelle Verbreitungsfühigkeit wie keine andere Krankheit, und inan kann ihr gegeniiber gar nicht vorsichtig genug sein. Die „T r ö p f e n i n f e k- t i o n", durch die sie übertragen wird, ist nämlich nicht an sichtbare Tropfen gebunden, und man braucht nicht notgedrungen von einem Kranken in allzu aufdringlich-naher Position angesprochen zu werden, um „infiziert", angesteckt zu werden. Die Grippe wird nur von Mensch z u M e n sch übertragen, und zwar durch Tröpfcheninfektion, d. h. durch die feinen Flüssig- lkeitströpfchen, die beim Sprechen, besonders beim Niesen, Husten und Räuspern in die Luft geschleudert werden und dort verbleiben. Man kann sich daraus vorstellen, warum die Krankheit gerade in Fabriken mit Handbetrieb sich verbreitet. Man kann sich ferner ausmalen, wie vorzüglich die Ausbreitung vor sich gehen mutz in überfüllten Zügen und Straßenbahnabteilen, in Versammlungen, in Nasierstuben, beim „Schlangenstehen" und in Läden. Es nutzt nicht allein, sich beim Sprechen vom anderen so weit wie möglich entfernt zu halten, die feinen, in der gewöhnlichen Beleuchtung gar nicht sichtbaren Tröpfchen liegen in der Luft und werden von der Atniung angezogen. And da wir uns nicht ständig isolieren können, und eine Gasmaske für derlei Zwecke noch nicht erfunden ist, bleibt die Gefahr für jedermann bestehen. >—«* - -- # Flieaeroberleutnant Bernert, der Sohn des Rati- borer Oberbürgermeisters, Ritter des Pour le merite und anderer hoher Auszeichnungen, ist an Grippe verstorben. Er hat 28 Flugzeuge abgeschojsen. Infolge der Grippe tritt in Breslau eine Gas- Iperre ein. Tie Maßnahme soll sich vorläufig auf 14 Tage erstrecken. Nach Mitteilungen des Wiener Stadtphhsikus, die sich auf die Wahrnehmungen der Aerzte und Apotheker stützen, ist ein Abflauen der Grippe in Wien zu kon« statieren. Mit Rücksicht auf die Grippe werden in Ungarns Hauptstadt Budapest sämtliche Theater, Kinos und Ver- gnügungslokale vom 21. Oktober bis 4. November geschlossen. Kaffees und Gasthäuser werden um 10 Uhr abends geschlossen. Ten französischen Zeitungen zufolge nimmt die Grippe in ganz Frankreich außerordentlich zu. In Parts werden für die letzte Woche 700 Todesfälle an Grippe gemeldet. In Lyon wurden sämtliche Theater, Kinos und Konzertsäle geschlossen, die Bestattungsfrist für an Grippe Verstorbene wurde herabgesetzt. Leichenbegängnisse wurden untersagt. In Cler- mont-Ferrand wurden alle öffentliechn Versammlungen sowie Ansammlungen auf der Straße verboten, sämtliche Vergnügungslokale sind geschlossen. — Die Kronprinzessin und die beiden jüngsten Prinzen sind an Grippe erkrankt. Allgemeine Kriegsnachrichten. „Bolksininister an die Front"! Tie „Voss. Ztg." bringt unter dic'er Ueberschrift folgende Aufforderung zur „Politischen Aufklärung des Heeres": In parlamentarischen Kreisen, die der Regierung nahestchen, ist eine starke Ströinung vorhanden, die in steigendem Maße darauf dringt, daß Redner aller Parteien, insbesondere aber die neuen Volksminister, Volksstaatssekretäre und Volksunterstaatssekretäre an die Westfront gehen, um dort den Truppen den lvahren Stand der inner- und außenpolitischen Dinge in aller Offenheit auseinandersetzen. Von konservativer Seite wird diesem Vorschlag widersprochen. Parteiminister seien nicht geeignet für eine solche Aufklärungsarbeit. Wilsons zweifacher Maßflab. Ter ehemalige sozialistische Deputierte le Foyer schreibt in der „Verite": Deutschland sei, indem es den Frieden anbiete, unbedingt aufrichtig. Das liberale Deutschland stehe auf, triuinphiere und verlange nur, daß man erer gieren lasse. Man erleichtere ihm seine Aufgabe, indem man ihm Frieden gewähre. Wilson könne doch nicht verlangen, daß seine 14 Artikel als Ukas oder Evangelium gelten könnten. Er selbst habe sie in späteren Reden in einzelnen Punkten ermäßigt. Wenn Wilsons Antwort die allgemeine Räumung der besetzten Gebiete verlange, aus welchem Recht heraus könnte er dann einen zweifachen Maßstab anlegen und verlangen, daß die einen ihre Eroberungen raumen, die anderen aber sie behalten sollen? Gcbietsausprüchc an Holland. Aus dem Haag liegt eine Meldung vor, die Entente beanspruche von Holland den Verzicht auf 600 Quardratkilometer zugunsten Belgiens, nämlich auf das südliche Scheldeufer von Antwerpen bis zur See. Dafür solle Holland die Unantastbarkeit seiner Kolonien zugesichert erhalten. Wilson nicht den Kaiser. Der Franzose Paul Hennier schreibt in der Verite: „Wilson habe nicht die Absicht,über das Schicksal der Hohenzollern oder irgendeiner sonstigen Dynastie zu entscheiden, aber er wolle wissen, mit wem er es zu tun habe, wolle mit keiner souveränen Dynastie verhandeln, sondern nur mit Demokraten, die ihres Schicksals Herr sind." Wir dürfen annehmen, daß diese Auffassung richtig ist. Homs in Syrien geräumt Der türkische Heeresbericht teilt die kampflose Räumung der Stadt Homs mit. Von hier sind es ungefähr 150 Kilometer bis Aleppo, der nächsten größeren türkischen Stadt und der letzten Etappe von der 100 Kilometer nördlicher sich in östlicher Richtung hinziehenden Bagdadbahn. Kundgebungen in Schlesien. Freitag abend fand in der Aula der Universität in Breslau eine große Kundgebung der Breslauer Studentenschaft statt. Nachdem mehrere Professoren und Studenten gesprochen hatten, nahm die Versammlung die nachstehende Entschließung an, die dem Kaiser, dem Reichskanzler, dem Generalfeldmarschall von Hindenburg und General Ludendorfs unterbreitet wird: „Getreu dein Geiste, in dem die Breslauer Universität den ersten Ruf zum Befreiungskrieg ausgehen ließ, vereinen sich heute, am Jahrestag der Schlacht von Leipzig die Lehrer und Studenten der schlesischen Hochschule im Bewußtsein der schicksalsschweren Entscheidungsstunde unseres Volkes zu der mit überwältigenden Mehrheit gefaßten Erklärung, die sie der gesamten deutschen Jugend und den deutschen Männern zurufen: „Lieber wollen wir in andauernden! Kampfe bis zuin Aeußersten jedes Opfer für Kaiser und Reich, für des Vaterlandes Unabhängigkeit und Sicherheit bringen, als feige einen Frieden eingehen, der wider unsere Ehre ist, deutsches Volk und deutsches Land schimpflich preisgibt. Nichtswürdig ist die Nation, die ncht ihr alles setzt an ihre Ehre." Aehnliche vaterländische Kundgebungen fanden in mehreren oberschlesischen Städten statt. Aus aller Welt ** Zwei Pferde ertrunken. 901? dem Ackerstück des Gemeindevorstehers Dietrich Meyer in Schwerian- gen ereignete sich ein aufsehenerregender Vorgang. Dort war man mit dem Ausladen von Rüben beschäftigt als die beiden Pferde mit dem Wagen durchgingen und in vollem Galopp in die Weser hineinrasten. wo die wertvollen Tiere ertranken. Meyer erleidet hierdurch einen erheblichen Schaden. A Bewirtschaftung des Befeugiufter. Tie Bekannt, machung des Bundesrats über Besenginster unterstellt diese wichtige Faserpflanze der Bewirtschaftung, da bet der Knappheit an Faserrohstoffen auch diese heimische Wildpflanze in der Kriegswirtschaft nicht entbehrt werden kann. Zu diesein Zwecke wird die Nessel- anbau-G. m. b. H. ermächtigt, das Abernten der Stengel besorgen zu lassen, die geernteten Pflanzen, welche meldepslichtig sind, zu noch festzusetzenden Höchstpreisen anzukaufen und die Ausschließung den zur Fasergewinnung zugelassenen Betrieben zu übertragen, welche grundsätzlich aus den Kreisen des freien Unternehmertums herangezogen werden sotten. A Tie Kongreßsucht und der Eisenbahnverkehr stehen, wie die Eisenbahnverwaltung in einem Ausruf an die Bevölkerung darlegt, in enaein Zusammenhang Es muß jetzt jeder davon durchdrungen sein, daß viel, wenn nicht alles davon abhängt, daß die Eisenbahn ihre wichtigen und gewaltigen Aufgaben erfüllen kann. Es ergeht daher auch an die Veranstalter von Versammlungen und Kongressen die dringende Bitte, während des Krieges von allen für die Kriegs« und Volkswirtschaft nicht unumgänglichen nötigen Zusammenkünften, die zu einer weiteren Belastung der Eisenbahn Veranlassung geben könnten, Abstand zu nehmen. A Zum Schutz gegen Gehclmschlachtungen beabsichtigt der Krers Minden die Einführung eines Viehkatasters. Dies Kataster wird sich auf alle Arten von Nutzvieh erstrecken und soll elne ständige Kontrolle des Landwirtes und des Biehhalters überhaupt ermöglichen. Die Kuhtaster, die die Milchergebnisse nachprüfen, haben sehr gute Ergebnisse gezeitigt. A Tie tüchtigen deutschen Frauen. Zurzeit weist das deutsche Handwerk rund 11,000 Meisterinnen und über 28,000 geprüfte weibliche Handwerksgesellen auf. Die Mehrzahl davon sind Schneiderinnen. In Berlin besteht z. B. schon ein Verein von Buchbindermeifte- rinnen. A Ter Postscheckvcrkehr hat auch im September erfreuliche Ergebnisse gezeitigt. Im Reichspostgebiet stieg die Zahl der Postscheckkunden um 7750 auf 237 895 am Monatseype. Auf den Konten wurden 11619 Milliarden Mark oder 72,7 o. H. des Umsatzes barloS« beglichen Das durchschnittnche Guthaben erreichte mit nahezu 840 Millionen Mark seinen bisher höchsten Stand. Am Deutschen Reiche betrug Ende September die Zahl der Postscheckkunden 275 500. Von dem Umsätze (13 326 Milliarden Mark) wurden 9616 Milliarden Mark barlos abgewickelt. Das Guthaben stellte sich lm Monatsdurchschnitt auf 962 Millionen Mark. Vordrucke zu Anträgen auf Eröffnung eines Postscheckkontos sind bei jeder Postanstalt erhältlich. A Echter Tabak yntd immer spärlicher un»o teurer. Tasür kommen Ersatzwaren, die nur oder fast nur aus getrockneten und nach einem besonderen Verfahren zubereiteten Bnchenblättern bestehen, in den Handel. Sofern diese Ersatzwaren ausdrücklich als Tabakersatz bezeichnet sind, ist gegen ihren Vertrieb in jetziger Zeit kaum etwas einzuwenden. Wenn aber die Vertreter solcher Tabakersatzsirmen, wie es mehrfach vorgekommen ist, den Geschäftsleuten unwahre Vorspiegelungen über den Wert und die Beschaffenheit der Waren machen, insbesondere zusichern, es handele sich um echten Tabak und auch solche Muster vorlegen, wenn ferner die Ersatzwaren auf den Packungen als» „Rauchtabak" bezeichnet werden, so ist ein solches Vorgehen nicht nur durchaus verwerflich, sondern auch strafbar. Tie durch den Vertrieb solcher Waren geschädigten Personen tun gut daran, rücksichtslos Anzeige zu erstatten. A lieber die schlechte Beschaffenheit des Brotes wird allgemein geklagt. Vielfach wird die fchvechte Bekömmlichkeit des Brotes, das klitschig, geradezu mit Nässe gesättigt und durchweg nicht ausgebacken sei. gerügt. Don Fachmännern wird als Ursache der Minderwertigkeit des Brotes der zu hohe Wassergehalt des Mehles angegeben, der wieder auf den Frühdrusch^ zurückzuführen sei. Das Korn habe nicht ablagern und- ausschwitzen können. Dazu sei dann noch die nasse- Witterung gekommen, so daß die schnelle Verarbeitung des KornS sich nun erst recht räche. Tie Bäcker befänden sich in einer üblen Lage, sie könnten dem Uebel- stande nur durch reichliche Zugaben von Weizenmehl abhelfen, aber Weizenmehl fehle überhaupt. Ta dieses unbekömmliche Brot der Gesundheit nicht zuträglich ist, muß eine baldige Besserung dringend verlangt werden. Es ist allerdings zuzugeben, daß der Stand unserer Versorgung die alsbaldige Heranziehung der neuen Ernte erforderlich machte. Umso mehr mußte aber auf die Vermeidung des zu erwartenden Uebel- standes Bedacht genommen werden, sei es durch enl- ftzi-echende Heranziehung der Trocknungsanstalten, sei es durch Beimischung von Weizenmehl oder durch, andere geeignete Maßnahmen. Wenn das jetzt noch geschieht, wird der Volksgesundheit ein sehr notwendiger Dienst erwiesen. ** Eine Hundertjährige infolge Unfalles gestorben. Die älteste Einwohnerin Clausthals und wohl des ganzen Overharzes, Frau Georgine Schramm, ist verunglückt und gestorben. Sre hat das 100. Lebensjahre rretcht und erfreute sich körperlicher und geistiger Frische. ** Bom Spiel in den Tod Ein betrübender Unglücksfall mit Todesfolge ereignete sich in Lauen- bnrg. Ein etwa achtjähriges Mädchen kletterte auf die Deichsel zwischen zwei m Fahrt befindlichen Lastwagen. Das Kind fiel herab und wurde vom zweiten Wagen überwagen. Es erlitt leider so schwere Verletzungen, daß nach einigen Stunden der Tod eintrat. ** Zigeuner als Mörder verhaftet. Die steckbrieflich verfolgten Zigeuner Lustenberger und Joseph Schas« freinski, der am 26. September bei Lübtheen in Mecklenburg den Gendarmeriewachtmelster Spangenberg ermordet haben, sind in dem poinmerischen Dorfe Te- terin, wo sie als Landarbeiter tätig waren, verhaftet ivorden Auf ihre Ergreifung war eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt worden. ** Sicheres Lockmittel In einem Dobrilugker Glatte zeigt ein Schuhmachermeister an, daß-er demjenigen, der ihm den Dieb seiner Rüben nachweist, ein Paar Stiefel oder Schuhe umsonst besohlen werde. Dieses recht zeitgemäße Inserat dürste seine Wirkung wohl nicht verfehlen. Aus Staat und Cand. * Einschränkung des Eisenbahnverkehrs. Um die große Zahl d?r Transporte bewältigen zu können, die zur Versorgung bcc Bevölkerung und des Heeres mit Lebensmitteln, insbesondere mit Kartoff. ln und Kohlen nötig sind, und um die im Heersintercsse an die Eisenbahnen gestellten gewaltigen Anforderungen ohne Stok- kung erfüllen zu können, hat cs sich als erforderlich erwiesen, von heute ab für einige Zeit ein' starke Ein- chränkung der Eisenbahnverbindungen für den öffentlichen Berk hc vorzurehmen. Eine Bekanntmachung im 3 Blatt führt die in unserem Bezirk ausfallenden Züge auf. Während der Zeit der Einschränkung jedes unnötige Reisen zu unterlassen und die Eisenbahn nur in den äußersten Notfällen zu benutzen, ist dringendes Gebot für alle. Inr 9. Kriegsanleihe. Trotz der nicht günstigen polittschcn Gesamt-iage gchl die Zeichnung dcr 9. Kriegs anleihe gut voran. Nur läßt die Beteiligung des Pr i v a t p u b l i k u m s und des L a n d c s Zu wünschen übrig. Dtan ist in diesen Kreisen vielfach der irrtümlichen Ansicht, daß bares Geld und Sparkossenguthaben sicherer sind als Kriegsanleihe. Dies ist ein Irrtum, denn auch die Banken und Sparkassen stellen die Barmittel dem Reiche zur Verfügung. Papiergeld ist nicht sicherer als die Staatsschuld. Man säume daher nicht und stelle dem Reiche seine Mittel zur Verfügung. Es ist kein Opfer, sondern eine hochverzinsliche, mündelsichere Anlage. Die Zeichnungssrtst wurde bis 6. November verlängert. * Mütter stufe Frauen ersehnen die Heimkehr ihrer Lieben aus der Schlacht- und Kriegsnot. Den Weg zum Frieden zeigt unser Angebot an Wilson. Wenn wir ihn erfolgreich gehen wollen, dann muß unsere Front sitzt erst recht stark bleiben. Könnte der Feind durch große Gefangenenbeute uns tatsächlich schwächen, dann würde ec ruf die von uns gezeigte Fliedensmöglichkeit verzichten; dann würde ec im Glauben, uns vernichten zu können, bestärkt werden. Dies zu vermeiden, ist in die Hand unserer Söhne und Väter an der Front gege. ben; sie müssen durch den entschlossenen Willen, fest und uneZchüttect zu bleiben, dem Feinde den Wahn nehmen, daß cr uns zu Boden werfen und einen Frieden dtk tieren könne, der unserer Vernichtung gleichkäme. An euch, ihr Mütter und Frauen Deutschlands, ist eö, denen draußen den Rücken zu stärken im Kampfe um unstre heiligsten Güter. Rur Festigkeit bietet für euch, ihr Mütter und Frauen, die Gewähr für einen baldigen Frieden. » * Eine gute Anleitung für diese Kartosfelpflege gibt die vom Kriegselnährungsamt herausgegebene kleine Schrift von Gkheincrat Appel „Die Kartoffel, lagerung", die im Verla-e von Reimac Hobbing, Berlin SW. 61, Großbeerenstraße 17, erschienen ist. • Gießen Gestern haben feindliche Flicger in unserer Gegend Bomben abgcworfen. Es kam zum Lustkamps, wobei ein englisLes Flugzeug brennend zur Erde stürzte. Die Insassen sind tot. Gießen. Der Ehrenbürger der Stadt Gießen, Geh. Obermedizinalrat Prof. Dr. Gaffky, ist in Hannover gestorben. Gaffky, der ehedem hier UniversitätLplofessoc war und dann Robert Kochs Nachfolger im Berliner Institut für Infektionskrankheiten wurde, erhielt den Ehrenbücgerbrikf für seine hervorragenden Verdienste um das Gesundheitswesen Gießens. 11 a. war er auch der Urheber der großen städtischen Kanalisation. Gießen. Am 16. Oktober starb hier an den Folgen einer Krankheit, die er sich iin Felde zugezogen, Regie- runqsbaumeistec a. D. Karl Schön, der Erbauer der hilsigen Heil- und Pflegeanstalt, einem Bau von großer künstlerischer und sanitärer Bedeutung. Sein letztcs Werk war der mit dem 1. Preis gekrönte Entwurf zum Umbau der alten Klinik zum neuen Stadthause Oec Sladt Gießen. Kufeingen Während der Damwildbcunst findet in den hiesigen Wäldern der Abschuß einer großer! Anzahl von Damhirschen statt. * Kingen. Wegen der übeehandnehlnendcn Einbrüche ln der Stadt müssen die Wirtschaften um 11 Uhr abends schließen. Wer nach 11 Uhr noch auf der Straße von den Sicherheits-Patrouillen angetroffeu wird, muß sich über seine Persönlichkeit ausweiscn können, sonst wird er verhaftet — Die weinfcöhlichen Bingener hatten schon längst im Interesse der Lichtersparnis früher nach Hause gehen sollen. * Oker - Ingelheim Die Gemeinde mußte im letzten Sommer der Laudeseierstelle l2,000 Eier mehr liefern als vorgescheiebcn waren, brcchte sie aber trotzdem auf. Monatelang lagerten dann die Eier zu Mainz, wodurch sie natürlich verteuert wurden, im Nähwert jedoch sanken. Jetzt schickt mau aus Mainz die Eier mtedec nach hier zurück, die Gemeinde muß aber j-'tzt mehr dafür bezahlen, als sie damals erhielt. Der Schaden beträgt 1500 Mark. Und das nennt man Organisation! Frankfurt a. M. Der nach Kricgsschluß zu ec> wartende Bedarf an Kleinwohnungen ist für Frankfurt auf 3500 berechnet worden. Gkerlahristeirr Wurst wider Wurst dachte die hiesige Polizei, als sie gestern eine auf der Turchfahrt nach Riederlahnstein begriffene Fuhre Kartoffeln beschlagnahmte, nachdem tags zuvor die Braubachec in ihrem Wcichbilde eine für Oberlahnslein bestimmt gewesene Fuhre Kartoffeln gekapert hatte. Verantwortlich: Al bin Klein, Gießen. Vekairntiiraekrr kr* Die Krist für Sie Mnahme öer Zeichnungen auf üie 9. Kriegsanleihe ist um 14 ^ags, S. h. bis einschließlich üen 6. November, verlängert worden. Berlin, im Oktober 191s Reichsbank-Direktorium Ravenstein v. Grimm Bekanntmachung. Aufgrund dcr §§ 11 und 12 der Verordnung üb.r Gemüse, Obst und Südfrüchte vom 3. April 1917, Reichsgesetzblatt S. 307, wird bestimmt: 8 1. Folgende Bekantmachungcn werden aufgehoben: Die Bekanntmachung über Frühobst für die Bundesstaaten Bayern. Württenberg, Baden, Hessen, Elsaß- Lothringen und Sachsen vom 10. Mai 1918. 8 2 . Die Bekanntmachung tritt drei Tage nach ihrer Verkündigung in Kraft. Berlin, den 14. Oktober 1918. belcftzslellr für 6 emüse und Obft Der Vorsitzende von T i l l y. BeZanntmachnug. Krachtstückguter werden am 23., 24. und 25. Oktober 1918 von den Stationen des Direktionsbezirks Frankfurt (Main) zur Beförderung nicht angenommen. Frankfurt (Main), den 21. Oktober 1918. Königliche eifenbabndireRiion Tranfmm (Main). BekKNNtmKchzmg. Wir weisen wiederholt darauf hin, daß die Zahlungen für sämtliches Vieh, das zur Schlachtung abgegeben wird, ausschließlich durch den Oderhessischen Viehharrdelsverband direkt auf die von dem Verkäufer gewünschte Kasse oder Bank erfolgt. Wenn die Zahlung durch den mit der Ablieferung betrauten Händler oder auf eine sonstige Weise ange- boten wird, bitten wir nicht darauf einzugehen und uns Mitteilung davon zu machen, da in solchen Fällen der Verdacht besteht, daß die Tiere nicht an uns abgeliefert werden, sondern im Schleichhandel verschwinden. Gießen, den 18. Oktober 1918- OberberfiFcber Ulebbandeiswband Der Vorsitzende Prof. Rosenberg. für eint Ewälilge Pnlomabrik wird eine Anzahl Frauen und Mädchen ««FHCbl. den Auskömmliche Verpflegung wird gewährt. Näheres durch Ml Meilsnacliweis Giessen, Wesl-inlage 31 , Tel. M. 4 DjcitBr-Akiiäe der Dealsciien Dichter-Gedächtnis-Stifiung (Sitz Hamburg-Grossborstel) Keuo Aula der Universität, pünktlich 8 Uhr 24. Oktober: Hessischer Abend. Sprecher: Regisseur Karl V 0 1 c k, Giessen und Schauspieler Willy Umminger, Frankfurt a. M. Preise : Einzelkarten 075 Mk„ 1.50 Mk., 2.50 Mk., Gruppenkarten (alle^Abende zusammen) mit 20°' o Rabatt, also 2.40 Mk., 4.83 Mk., 8.— Mk. Für Mitglieder der Stiftung (Jahresbeitrag 2.— Mk.) Ermässigung. Näheres durch die Stiftung, Hamburg-Grossborstel. Verkauf durch Ernst Challier, Musikalienhandlung. 20-30 Mürben (nicht unter 16 Jahren) für leichte Acbeit in unserer Laborierahteilnug in drr Neustadt auf sofort gesucht. Anmeldungen daselbst. ürtötir Pfeiffer, tUetzlar. 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