Bezugspreis 80 Pf«. msmE vlerteljührlich 2,40A'k., vora-'.-zahlbar, frei - - Ab geholt in unserer Expedition o^: : i \wcir,-. ansFibestelten vierlcstährlich 1,89 "cs — Erscheint Dienstag, Donnerstag u. Samstag. — Acdal tn;)schluß früh 8 Uhr. — ^ tzi-r Au-bewährrmg r'rrr düng nicht vcrlangier Manu zptc uurö min ga Verlag Lcr „Gichcner Zeitung . Letzen. Expedits^n: Südanlage 2t Anzeigenpreis 24 Pfg. die 41 mm breite Petitzeile, für Auswärts 36 Pfg. T i i i Ä:;c ü Neklarye.Zeile IGO Pfennig. L xtrabeilagen werden nach Gewicht und Größe bc - chncr. Mbattkommt bei Ueberschreitung des Zahlungs- Zieles ('& Däne), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei 5ron.t s in Wegfall. Platzvorschriften ohneVerbindlichkeit. Trnck der ltzictzcner Vcrlagsdruckerei, Albin Klein. Rr. 92. Tele p H ö u Sir. 362. Mittwoch, dm 16. Oktober '918. Telephon Nr. 362. 31. Jahrg. Denitzhlan-s Friedenswille skr sine?: RechLsfrLeden.und Abwehrkraft geLen Ententeerobernng. Fm v 773 feindliche Flugzeuge aSgefchosien. JiifitlUcbe deuffclie Cädisfcricbt*. wtb. Grobes Hauptquartier, 11. Okt. 1918. ' Westlicher KriegSschauplütz: Südwestlich von Douaiu fetzte der Feind zum An griffe gegen dcnTrimquige-Abschnitt südlich drr Scarpc an. Kanadische Regimenrer, dis über Sailly hinaus vorzubrechen versuchten, wurden unter schweren Verlusten zurückgeworfen. An der Schlcrchtsiont östlich von Cambrai und St. Quentin sind starke Angriffe des Feindes gegen unsere neuen Stcllungcii und ihre im Vorgelände belassenen Byrtruppen gescheitert. Der Feind staub am Abend etwa in Linie NaveS-St. Vaast — auf den Höhen westlich von Solesmcs und Le Cateau, westlich der Linie Souplet-Vaux Aubigny-Aisonvill. und auf dem Westufec der Oise zwischen Origny und La Fece. Teil- angciffe des Gegners bei Berrh au Lac an der Aisne, an der Suipp.s und Arnrs wurden abgewiesin. Zwischen St. Etienne und der Anne haben wl. unsere Truppen m rückwärtige Linien, beiderseits von . . rdpre, aus das Nvrdufer der Ai.c plangemäß, von» Feinde un,;c des, zucückgenommen. Aus dem westlichen Maasuser setzte oc^ Feind erneut zu starken vergcbü^en Angriffen seits der Straße Tharprntly Komagr^ an. Aus dem östlichen Mcrasufechg»iff .■;% Ai. net tc . 3 : mit starken Kräften zwischen Sivry und dem Huumout-Wul^ an. Brandknbucgische, süchstjche, rh reichisch-ungarische Neg tz'rienter schlugen in hartem Ka mp stalle Angriffe des Feines ab. Las östcrreichisch-unga : £t Jnfan ttzHe- Hegim erst Nr. 5 rrrrtr jvifem Kommundeun Oberstleumanr Pop ka zxichncre sich hr bei besonders aus. Im Monat September wu . - an der W-. ubwehrkanoncu, und 95 Fcffelbuckouc r-n , l.t. Hie. *t sind 450 Flugzeuge m unfc.em Besitz, er 'Rest ist jenseits der feindlichen Linien erkennbar ahgchtmzt Trotz der vielfach großen zahlen mich: gen Ueb .ckegenheit d^s Gegners haben wir im K^mpsi nur! 107 . ug- zeugc verloren. Der ecfe^iur.. K Pf in ..er Lust schuf die Grundlage für das tatkrästtge Ginge u'a unserer Flieger bei ocm Kumpf auf de: Krdo. T.r Aufklärung bei Tag u.d Nacht, durch Bombenangriffe qcgcu militärisch Wutz:., - Zic.c i. , r aöI'^ui Hut. - l'nde und du'rZ Angnsfe auf dem n chlachtstz . . t Maschincngew hren OldAu kstinuen haben sie Infanterie und 2i:ti0: r. überall w f.■ irtz . X\vt näckiger Angriffe des FEudes auf in.st st Fesselb lone, denen )!c 103 einbüßten, konnte rn.-.re sich rüdn-. , . ■. , v ei..sitzendeu Beodc.-c., au iyrer erfolgreichen Tälitzkelt nicht hinein. S ü dli - er Kriegsschauplatz. Auf dem südöstlichen Kcc ^ssch ., pl neu uu. e- troffcncT'.r'pp:n stehen in G.c. '.d - ... ^ von N.ich in GLfechtLberühr-wg mit ..b-.n und F anzos-n. Der Er st e Gen' < a lquart- . m .. er: L r d e n h oeff. * derl i n, f l. Okt., abcndS. Bo u: e. ne: ! St llüng ll- m Von ...,.u. . ) Ou . i . Nordöstlich von Cambrai haben sich erneut Kampw .G Wickelt. 9 wtb. Großes Hauptqv ar * 1:. Ol 1918 . Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kroup »z NapprcchL. Wie sind aus den Sü.-ui wes l;,ft von 0 in rückweUff c Lin langsam gefolgt und stand am Abend in der Linie Alt- Vendin — Haruis — Hcnin — Llela^d und üfltzch der Bahn Beaumont—Brcbieres. Kordüstlich von Cambrai. Kviff der Feind zwischen d r Schelde und St. Baa; a-.. Angriffszielcher hier in schmust. 2 Front a - ü-tzteu eng. IqchLn Division n wu der Durchbruch auf Vmsneienues. '^eme Absicht, ist bereit GStgelang dem ste ni e rmr, io Zwuy r ud auf he Höhe oft st - ., , südöstuch b 2 Oetts Fuß zu fassen. Uns durch P nz .wag.u wirk sam unterstützt; n, genstös ten wir den Feind vor unseren Linien ab und fügten seinen dichten Angriffswellen schwere Verluste zu. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Hfftige Terlaugriffe englischer, awerikanischer und französischer Divisionen beiderseits von Bohain wurden Vv2 unseren Stellungen abstewiesen. An der Oise Ec« kundungsgefcchte. Südlich von Laon haben wir den Chemin des Dames geräumt. In dem Aisnebogen zwischen Berry au Bac und südlich von Bouziers haben wir neue Stet lungcn bezogen. Die Bewegungen, die seit mehreren Tagen eingeleitet waren, blieben dem Feinde verborgen und sind ungestölt und planmäßig verlaufen. Auch in der Champagne ist der Feind nur vorsichtig gefolgt. Der siegreiche Ausgang der großen Schlacht in der Champagne, die die Armee des Generals v. Einem mit vec^ yällnlsmäßig schwachen Kräften gegen eine gewaltige Ücbermacht des französischen und amerikanischen Heeres in vic- 'ehntäMem harten Rinren gewonnen hat, und die b. iru Feinde m der Champagne infolge o r ungr- wöhnl-ch hohen Verluste cüigctret.n.- Erschöpfung haben rerbungs-osi' Duraffüh-tung dieser schwierigen w des Feindes zum Stehen. Än uchl ;t hier den An für cm der übrigen Front wchc- ßungerr ermögliche. Heeresgruppe G a l \ w i tz. T c i: k i m p f 2 b j t b c r f 1 113 d c 1 A ' r c. Heftige Au. riffch, rie der Feinst in den Kampfübs v.iitcn ba letztest Tage auf beiden Maasufcrn führte, sind tm- tec schweren B rlüften für den FAnd gcschcck.crt. Cunel und d . Ormrswald, die verüb ruhend vvrlorcn gingen, lou.dui von sächsischen Bataillo^cn wieder genommen. Dre si ch 15 T- >n am tzrenWunkle der Schlachi bei' Ro.mae.nL ur schweren Abwehrkäküpfen stehende eisaß- lolhr k uchs llö.Iafant ^Division ur.Su Generalmojor Kundt hat auch gestern bu ihr anvertrauten Stellungen gegen alle Angriffe des Feindes gehaiun. .: L u d e n d 0 r f f. » Berlin, 12. Oktober, abends. Nördlich von Le Catcast und auf beiden Maasufern sind heftige Angriffe des. FcilU cs gescheitert. w:b. 23 cd cs H • uprquartier, 13. Okt. 1918. Wcstli^er Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz N u p p c e ch t. Am Kanalabschnitt beiderseits von Douat und dem Westrand Gon Dou.-i sichen wir in GefechtSsühlun- mit dem Feinde. Douat hat durch f ndüches Are st.n- feuer und Fliegerbourberr erheblich t-elitten. Nordöstlich von Cambrai haben \i>c uns in dcrNacht vom 11.—12.10. vour Feinde etwas avgesetzt. Der Feind ist gestern mittag gefolgt und stand am Abend bei AveSncs !.-See und auf den Höhen am westlichen Selle-Ufer bü Saul- ;otx und Häufst). Am früh n Morgen hcftrger Actiller'ie- kampf V.'dexsiuL von Le CaSau. Zwischen SolöSmcs und L- Cat...- n griff uv Feind mti storkeu Kr ist n an. Es gelang ilm :ibttfcir von Neuvilly in ?.uf : Stellungen cmzudstnqen. Ünscr durch stärkste Artlüen-?- ' inung vo b^' lteier. Ge - nangr.ff sührte zu vollem Erfolge und warf nt Fe . d wieder zurück. ($■ am Abend dkl der Fcrme Bcwsire erneut yhrbrechendeL Teilüng iff wurde nogewiesen. Heeresgruppe Deutscher Äro«priuz. ^Nöcdliw der Oise setzte der G gnec zu taxken .'s griffen beiderseits von Vavx Audignh, östlich vo Bo- ' O gny suchte er über die Oise in unsere Stellungen s -2 zudrül g .u. Die Hauptlast o^s Kampf ' i trugen thüringische Negimeutcr. Der Feind wued überall, teilt Bse in ha-Em Nohkampfe uno im 2'». Uu vluf der Fco t zwisch er: Oise und Atsrw ist der F nd unseren rückgängigen Bewegungen auch gestern our langsam o folgt. Ec atte nm : nd e W ldun» ge?« von St. Gobain, die Hö-)en nö'cktz ch der Ailctte und Annfontame err W. Nördlich d . Rtzlourne-A-' ftynlltes hat-^r ' inte .. :d-Lu B.ll. vuucoo. - Berthes - Baüx Ehampagne - BoUzieree uuc mit jchwü" eben Klüften jrber>chrttten. Feindliche Abteilungen, die fichtst lick) von Bouzicrcs über die Ajsne vorstießen, wuc- den gcfongen genommen. Teilangriffe des Gegners bei Tormes ati der Aisne wurden abgewiesen. Heeresgruppe Gallwitz. Teilangriffs des Feindes auf dem Westufer der Maas scheiterten. Ernstere Kämpfe hielten tagsüber östlich der Maas zwischen dem Ormentwalde und dem Wav ille östlich von Beaumont an. Der Ameci. kaner, der untt.r starkem Kcäfteeinsatz seine vergeblichen Angriffe immer wieder erneute, wurde von preußischen, sächsischen, württcnbergischen u. österreichisch ungarischen Regimentern in hartem Kampfe zurückgeworfen. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Bei eifolccichen Unternehmungen westlich von Blamont und nördlich des Rhein-Rhone-Kanals machten wir Gefangene. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Kämpfe in der Gegend von Risch. Stärkeren An- griffen wichen unsere Truppen bk-fchlsgemäß auf die Höhen l'ö.düch der S .adr aus. Nisch wurde vom Feinde besitzt Der Erste G^u.eralquartierMLister: Ludendocff. A e r l i n, 13. Oft. abends. Handlungen. K ine größeren Kampf- wtb. GroßrsHauptquartrer, 14. Ott. 1918. • Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppen Kronprinz Rupprecht Bo.stöh: .Bs Gc.-ners ge ^u bk Kanu ont beiderseits vou ouüi löiiti) n abgewiesen. D u Feind, der voc- . u c c.ndrong, wurde im Gegen- sto w b na ^geworfen. Nordöstlich von Cambrai sind stackere englnstc . ngr-ff.. zwischen Bouchain und Hast) s g< orr. Sr.oltch von Solesmes säuberten w c ein aus den letzten Kämpfen noch verdiiebeues Engländerncst. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz Nördlich der Orse wurden erneute Angriffe der Franzosen bei und südlich von Aisonvtlle abgewckscn. — Nördlich von Laon und an der Aisne flehen wir in unseren neuen Stellungen. Die ! tzttn -folg dien Kämpfe am Chemin des D5 .r. cs -.°'d in l.u Stellungen an des Suippes, vm iKi-xv. bu Feind in fast täglich wiederholten vec- geüllchen Ansturm schwere Verluste erlitt, haben hier e, uso wir auf dem -chic.... !c- in der Champagne sührung b.i .. ewegungen ermöglicht. — He.rcs :uppe, Gallwitz. Beidcrsecks der 1 aas kckue größeren 5kampf- handlungen. In erfolgreichen Angriffsuuternehmungen nahmen Ws kleinere, nach Absch: , der Kämpfe dcs 12. 10. wch vom Feinde besetzt gehaltene Strllungsteile wieder Ter Erste Genecalquartiermeister: Ludendorff. * B e r. i t n, 14. £t.o .. r, öeuds. In Flandern griff xmuide und der LyS an. Wir fingen den Stoß.auf. An der Oise und A:re v. vo .. ’iuj : . JLmü smeirertcn Angriffe der Franzosen und Arnrrlkaner. Staat.'rrretär des Rclchsschatzamtes Graf Reedern über üie Kriegsanleihe: Gö Krieg, ob Krieüen, öie Zeichnung üer Kriegsanleihe bleibt in jedem Zalle öas wichtichste Gebot üer Stunde. a a 1 Friedenswille und Abwehrkraft. Seit dem Tage, da der Weltkrieg heretnbrach und von Ost und West und Süd feindliche Uebermacht des Deutschen Reiches Leben und Zukunft bedrohten, ist das ganze Deutschland, Volt und Führer an den Fronten und in der Heimat einig gewesen und entschlossen in dem Willen, das Vaterland dis zum letzten Atemzuge verteidigen. Dieser einzige Wille hat uns übermenschliche Kraft zum Widerstande gegen alle Uebermacht, zum Ausharren in aller der Kriegsnot gegeben. *U n v e r- gängliche Waffentaten, glänzend errungene Stege im Angriff, schwer erstrittene Erfolge in der Abwehr haben der Welt gezeigt, was der einige deutsche VerteidtgungSwille vermochte. Und, wenn es nicht anders sein' kann, werden die Taten der Zukunft denen der Vergangenheit würdig Dessen ist sich jeder Deutsche im Heer und in der Heimat ohne Unterschied von Stand und Partei stolz und ernst bewußt. „Ter Gott, der Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte", so heißt es, wie in vergangenen Tagen der Not und Befreiung dem Deutschen auch in dieser schweren Zeit. Seit dem Beginn dieser furchtbarsten aller Kriege ist aber im ganzen deutschen Volke der WiUe, Vaterland und Freiheit bis zum letzten Blutstropfen zu verteidigen, getragen worden von dem innigen Wunsch, sobald als möglich die blutige Arbeit des Krieges mit der segensreichen des Friedens wieder vertauschen zu können. Das Wort „Frieden" hat auch in den Tagen erhitztster und erfolgreichster Kämpfe in den deutschen Herzen seinen heiligen Klang nicht verloren. Der Wille zum Frieden hat niemals in Deutschland den Willen zur Verteidigung schwächen können, aber er ist niemals weniger stark gewesen als dieser. Das wissen Führer und Volk, das weiß der Krie- cptx draußen, der arbeitende Mann daheim, das wissen Deutschlands tapfere Frauen. Der Wille des deutschen Volkes zum Frieden ist wirksam geworden in dem Friedensangebot von 1916, in der Friedensresolution des Reichstags vom Juli 1917, in der Antwort auf die Friedensnote des Papstes, — er ist nun zur Tat geworden in der Note der deutschen Reichsregierung an den Präsidenten der Vereinigten Staaten. Als der Reichskanzler am 5. Oktober im Reichstage bekannt gab, daß er im Namen der neuen, auf eine gewaltige Mehrheit des Volkes gegründeten Regierung dem Präsidenten der Vereinigten Staaten gebbeten habe, da lag es wie eine selbstverständliche feierliche Zustimmung über der gesamten Volksvertretung. Kein Zeichen deS Widerspruchs ward laut oder sichtbar. Man empfand die Schwere und die Größe einer Tat, die breiter begründet, die tiefer verwurzelt war als nur im gewissenhaften Beschluß eines einzelnen verantwortlichen Staatsmannes. Tiefer Schritt zum Friede« war eine Tat des ganze» Deutschlands; da- gibt ihm seine wahrhafte Bedeutung. Bon Art und Ernst der Beratungen, die dem Friedensschritt vor- angeaangen waren, konnte naturgemäß in die Öffentlichkeit nichts dringen. Im Reichstag, in politischen Kreisen der Reichshauptstadt war man wohl unterrichtet. Draußen im Lande nicht in gleichem Maße, und eS konnten da vereinzelt Auffassungen Raum gewinnen, die der Bedeutung der Wucht der Tatsachen nicht voll gerecht wurden. Kaiser und Kanzler an der Spitze sind die Führer Deutschlands zusammen ge treten: die führenden Männer der Parteien, in denen die große Mehrheit des Volkes in der Heimat vertreten ist, und die führenden Männer der Obersten Heeresleitung, die Kraft unvergänglicher Erfolge vom Vertrauen des Heeres, des deutschen Volkes in Waffen getragen sind, sie alle sind in dem Entschluß einig geworden, dem deutschen Willen zum Frieden vor der gesamten Welt Ausdruck zu leihen. Das Zusammenwirken aller der Männer, die berechtigt sind, im ganzen Vaterlande Glauben und Vertrauen zu fordern, gibt dem Friedensschritt seine äußere und seine innere Stärke, seine populäre Kraft. Wohl bewußt, daß die deutsche Heimat das Maß der getragenen Entbehrungen, daß das deutsche Heer die Summe der vollbrachten Heldentaten höher und immer höher zu steigern vermag, wenn Freiheit und Leben des Reiches es fordern, haben die fürstlichen, die militärischen und die bürgerlichen Füh^ rer Deutschlands den Frieden anzubahnen unternommen, der unter Wahrung von Recht, Gerechtigkeit und Ehre den Schrecken des Krieges ein bleibendes Ende setzt. Kaiser, Fürsten und Heeresleitung, Bundesrat, Reichstag und Reichsregierung, sie alle haben gewußt, daß das der Wille des ganzen deutschen Volkes ist, daß neben dem Willen zur Verteidigung den Willen zum Frieden in seiner starken Seele trägt. Einig ln der Anspannung seiner Kraft, wie Deutschland im August 1914 in den schwersten der Kriege eintrat, so steht es in diesen Tagen weltgeschichtlicher Entscheidung einig da, in kraftbewußter Ruhe, freudig entschlossen, dem ehrenvollen Frieden die Hand zu reichen, bertt aber, wenn es der VerntchtungSwille der Feinde verlangt, einzutreten in der Kraft reinen Gewissens in den letzten furchtbaren Entscheidungskampf. Deutschland will raumen! Die deutsche Antwort an Wilson ist eine weltgeschichtliche Tat von gewaltiger Tragweite. Deutschland reicht dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, der einen Beweis seines ehrlichen Friedenswillens forderte, die unbewehrte Hand und gibt damit einen Beweis von Vertrauen auf Wilsons Ritterlichkeit, der nicht ohne starke Wirkung auf die feindlichen Völker bleiben kann. Der deutsche Rückzug aus den besetzten Gebieten im Osten und Westen ist kein Eingeständnis begangenen Unrechts, sondern nur ein Bekenntnis zu unserem Wort, daß wir auf der Grundlage der Wilsonschen Punkte mitbauen wollen an den dauernden Weltfrieden und daß wir auch bei den Gegnern den guten Willen zur Verständigung annehmen. ES ist verständlich, daß >ü Kreisen der Schritt der deutschen Regierung mit Sorge ausgenommen wird, zumal dort, wo man noch kein rechtes Vertrauen auf die neuen Männer hat. ANe denen, die mit Bangen daran denken, daß unsere Truppen, die sich so todesmutig gegen die Uebermacht schlagen, jetzt die Waffen auf einmal niederlegen und an : die Ehrlichkeit eines Gegners vertrauen sollen, der sie in diesem Punkte so oft enttäuscht hat, sei versichert, daß die verantwortlichen SteUen nicht unüberlegt gehandelt haben und daß sie überzeugt sein dürfen, daß der deutsche Schritt die Lage nicht verschlechtern wird. Eingehender darüber zu sprechen, wäre verfrüht. Tie Voraussetzung. Zur Frage der Räumung der besetzten Gebiete teilt das nationalliberale Parteiorgan mit: „Tie nationalliberale Fraktion hat den Reichskanzler nicht darüber im unklaren gelassen, unter welchen Voraussetzungen sie den Entschlüssen der Regierung zustimmen kann. Sie hat diese Zustimmung nur dann in Aussicht gestellt, wenn feststeht, daß die politische Leitung in der Räumungsfrage keine Schritte unternimmt, die mit einem Votum sämtlicher Heerführer und Generalstabschess im Gegensatz stehen würden." Eine rasche Entscheidung. Die „Köln. Ztg." erwartet von dem Inhalt der Antwortnote eine rasche Entscheidung. Sie schreibt: „Es liegt im Zuge dieser schicksalsschweren Zeit, daß, seitdem aus der Krise der grundlegende Wechsel unseres Regierungssystems wurde, jeder Tag Ereignisse oder Kundgebungen voll grundlegender Bedeutung bringt und dazwischen keine Zeit bleibt, sich ihrer Tragweite wirklich bewußt zu werden. Die Weltgeschichte hat am Ende des Weltkrieges ein rasendes- Tempo angenommen, und wenn nicht alles trügt, vollzieht sich der Schluß des furchtbaren Krieges so schnell wie der Beginn." Alle Parteien daflir. Tie „Köln. VolkSzta." meint, die Brücken zum Frieden seien, wenn es Wilson ehrlich meint, geschlagen. „Der Frieden kann über diese Brücken kommen. Wilson wird aus der deutschen Antwort erfahren, daß dieses Friedens- und WaffenstillstandSangeoot Deutschlands kein diplomatischer Schritt und keine bloße Handlung der Regierung war, sondern daß alle deutschen Parteien, von den Konservativen bis zu den Sozialdemokraten, hinter dieser Frtedensanftage stehen, sie vertreten und garantieren." Eine konservative Erklärung. Die deutsch-konservative Fraktion des Reichstages hat folgende Erklärung beschlossen: „Unsere Heere stehen noch immer weit in Feindesland. Dre Räumung 'des besetzten Gebietes, ehe ein ehrenvoller Friede und die Unversehrtheit des Reichsgebiets gesichert sind, kann verhängnisvoll werden. Jede Preisgabe deutscher Erde ist mit deutscher Ehre unvereinbar. Weite vaterländische Kreise erwarten mit uns eine Erklärung der Regierung, daß sie hieran unverrückbar festhalten wird. Das deutsche Volk ist entschlossen, den heiligen Boden des Vaterlandes bis zum Letzten zu verteidigen." Stimmungsumschwung drüben. Der „Corriere della Sera" meint, daß die allgemeine politische Lage für Friedensbesprechungen gün-? stig sei. Italien sei in Verbindung mit den Alliierten zu Friedensbesprechungen bereit. — Meldungen aus London besagen, daß ein Teil der Regierungsblätter, darunter auch die Northclisfe-Blät- ter, die bisher für eine unbedingte Fortsetzung des Krieges eintraten, in verschiedenen Leitartikeln zum Ausdruck bringen, daß die Zeit zu Friedens- und Waffenstillstandsverhandlungen nicht mehr fern sei, wenn die Deutschen die Bedingungen Wilsons restlos angenommen haben. Lausing gegen veu Geist der Rache. Aus Newyork wird berichtet, Lansing hielt eine Rede im theologischen Seminar Auburn im Staate Rewyork. Er erklärte, daß die Friedensverhandlungen dicht in unserem Bereich seien, und daß man nicht zu lassen werde, daß ein G e i st der Rache die Beratungen beeinträchtige. Eine rachgierige Haltung der Verbündeten würde den aufrichtigen Geist der Gerechtigkeit, der für die Gründung eines dauerhaften Friedens wesentlich sei, stark beeinträchtigen. Das amerikanische Volk müsse weiterhin jeden rücksichtslosen Haß gegen diejenigen fahren lassen, welche unter der Militärdiktatur der Mittelmächte gedient laben. Man müsse einen Unterschied machen zwischen den Herren und ihren Dienern. Das sei die Pflicht derer, welche die öffentliche Meinung beeinflussen könnten, darauf zu sehen, daß die Leidenschaft des Hasses die Verwirklichung der Pläne zur Neuregelung und Neuordnung der Welt nach Wiederherstellung des Friedens nicht verhindern würde. Betont wird, daß Lansings Rede dem Präsidenten zur Genehmigung vorher vorgelegt wurde. Der „Central News" versichert, daß Wilson ebenfalls der Ansicht sei, daß man nur die deutschen Gewalthaber und nicht das deutsche Volk für den Krieg verantwortlich machen könnte. ^Unsere Antwort an Wilson. ^ In Beantwortung der Fragen des Präsidenten der Verelntgten Staaten von Amerika erklärt die Deutsche Regierung: Die Deutsche Regierung hat die Sätze angenom- men, die Präsident Wilson in seiner Ansprache vom 8. Januar und ln seinen späteren Ansprachen als Grundlage eines dauernden RechtSsriedens niedergelegt hat. Ter Zweck der elnzulettenden Besprechungen wäre also leviglich der, sich über praktische Einzelheiten ihrer Anwendung zu verständigen. Die Deutsche Regierung nimmt an, daß auch die Regierungen der mit den Vereinigten Staaten verbundenen Mächte sich auf den Boden der Kundgebungen oe§ Präsidenten Wilson stellen. Tie Deutsche Regierung erklärt sich im Einvernehmen mit der Oesterreichisch-Ungarijchen Regierung bereit, zur Herbeiführung eines Waffenstillstandes den Räumungsvorschlägen des Präsidenten zu entsprechen. Sie stellt dem Präsidenten anheim, den Zusammentritt einer gemischten Kommission zu veranlassen, der ** yh. * liegen wvrde, Me zur Räumung erforderlichen «ev- einbarungen zu treffen. Die jetzige deutsche Regierung, die die Verantwortung für den Friedensschritt trägt, ist gebildet durch Verhandlungen und in Uebereinstimmung mit der großen Mehrheit des Reichstages. In jeder seiner Handlungen gestützt auf den Willen dieser Mehrheit spricht der Reichskanzler im Namen der deutschon Regierung und des deutschen Volkes. Berlin, den 12. Oktober 1918. gez. Solf Staatssekretär des Auswärtigen Amts. * Die Antwort an Wilson ist eine weltgeschichtlich« Tat von gewaltiger Tragweite. Deutschland reicht dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, der einen Beweiseines ehrlichen Friedenswillen forderte, die unbewehrte Hand und gibt damit einen Beweis von Vertrauen aus Wilsons Ritterlichkeit, der nicht ohne starke Wirkling auf die feindlichen Völker bleiben kann. Allgemeine Kriegsnachrichten. Ter Umschwung in der Türkei. Ueber die neuen Ereignisse in Konstantinopel schreibt die „Rationailiberale Korrespondenz": „Es gewinnt den Anschein, als sei diese Gestaltung noch nicht die letzte Schwierigkeit, vor die wir m weltpolitischer Hinsicht gestellt werden. In der Türkei ist Enver Pascha mit seinem treuen Mitarbeiter Taalat Pascha von der Leitung der Geschäfte zurück- getreten, und wenn auch die neue türkische Regierung nicht in dem ausgesprochenen Sinne wie Herr Mali- now der Entente zuneigt, so bedeutet der Regierungswechsel in Konstantinopel doch zweifellos eine weitere Belastung unserer bundesgenössischen Beziehungen. Man mußte mit einer solchen Entwickelung nach dem bulgarischen Zusammenbruch als wahrscheinlich rechnen. Heute haben wir die Gewißheit, daß auch am Marmarameere die Stützen unseres Waffenbundes in^ Wanken kommen. •? Serbische Annäherungsversuche an Deutschland? Der Korrespondent des „Feuille" meldet aus Bern: Man benachrichtigt mich, daß Serbien Schritte tue, damit die Entente mit den Zentralmächten auf dec Grundlage eines billigen Friedens unterhandle. Da. die Liberalen nicht mehr die Unterstützung des russischen Panslawismus haben, akzentuiere sich die konservative Bewegung. Diese Partei sehe eine Annäherung an Deutschland voraus. Man erwartet in den. nächsten Tagen eine osfizielle Erklärung in diesem Sinne. Wirkungen französischer Propaganda in Bulgarie«. Die „Agence Bulgare" veröfftntlicht einen Formellen Protest der bula arischen Regierung, wonach sich die deutschen Truppen, die Bulgarien verlassen, Vorräte und Materialien der bulgarischen Armee gewaltsam aneigneten, daß sie Material und AuS- rüstungsgegenstände des Roten Kreuzes mitnehmen und die verwundeten bulgarischen Soldaten zwängen, ihre Kleider und Stiefel auszüzieheu, und sie halb nackt auf der Landstraße ließen. Der Ton dieses Protestes läßt darauf schließen, daß der französische Propagandadienst die Leitung der „Agence Bulgare" übernommen hat. Eine Erwiderung aus den Inhalt erübrigt sich. Politische Rundschau. :: Tie Aenderungen der Verfassung. Der Artikel 11, der dem Kaiser das Recht verleiht, im Namen de- Reiches Krieg und Frieden zu erklären, zu schließen, Bündnisse und andere Vertrage mit ,rc.noen Staaten -einzugehen, Gesandte zu beglaubigen und zu empfangen soll geändert werden. Die Befugnis des Kaisers, über Krieg und Frieden zu entscheiden, soll an die Zustimmung des Reichstags gebunden sein. Vor der russischen Kriegserklärung telegraphierte unser Kaiser an den Zaren: „Tie Entscheidungen, die zu treffen sind, sind ln ihren Folgen so furchtbar ernst und weitrechend, daß es ganz unmöglich ist für irgend einen sterblichen Herrscher, die Deranttoortung dafür aus seine eigenen Schultern zu nehmen, ohne die Hilfe und den Rat eines Volkes." Diese Folgerung tm größten aller Kriege der Welt zu ziehen, ist gewiß eine Forderung der Stunde, mit deren ErsüUung Herrscher und Volk gleichenvetse gedient sein würde. — Außer dem Artikel 11 soll auch der Artikel 17 der Verfassung einer Umgestaltung unterzogen werden. Er handelt von der V e r- antwortlichkeit des Reichskanzlers für die von ihm planmäßig Unterzeichneten Gesetze. Man will auf dem Wege der Gesetzgebung die Art bestimmen, wie der Reichskanzler für seine Amtshandlungen zur Verantwortung gezogen werden soll. :: Zum Wechsel in den Regierungsstellen. Die „Nordd. Allg. Ztg." bestätigt, daß Unterstaatssekretär Dr. August M ü l l e r aus dem Kriegsernährungsamt ausscheidet. An seine Stelle tritt der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Robert Schmidt, der sich chon bisher im Ernährungsbeirat des Reichstags be- ätigt hat. Dr. August Müller tritt als UnterstaatS- ekretär in das Reichswirtschaftsamt über. Dr. August Müller wurde als Sohn eines Gärtnerei- besitzers in Wiesbaden am 23. November 1873 geboren, wurde zunächst Gärtner, ging dann zur Universität und promovierte in Zürich zum Dr. der Staatswissenschaft. Er wurde geschästSführendes Vorstandsmitglied deS Zentralverbandes deutscher Konsumvereine in Hamburg. Nachdem er vem Borstande des Kriegsernährungsairues schon längere Zeit angehört hatte, erfolgte Anfang August sgin« Ernennung zum Unterstaatssekretär in diesem Amte und -um tellvertretenden BundesratsbevoUmächtigten. Robert Schmidt wurde am 15. Mai 1864 zu Berlin geboren. Sein Vater war Tischler. Er lernte den Beruf eines Klaviermachers und war bis 1893 in diesem Berufe, tätig. Sodann wurde er Redakteur am „Vorwärts". Er ist seit 1903 Mitglied der Generalkommtssion der Gewerkschaften Deutschlands. :: Ter neue Chef des Kriegsamts. Als Nachfolgen des zum Krtegsmtnister ernannten Generalleutnant« Scheüch ist der Generalmajor Hoffmann an die, Spitze des Kriegsamts berufen worden. Der neue Ehef des Kriegsamts übernahm betz Kriegsausbruch das Lentr«l-Departement v»n dem in- y«ld Kckenden Oberst Scheüch. Vom U. Fanuar 1917 öks 17. Juli 1918 stand er als Vrigadekommandeur im Felde in Rußland und in Frankreich. Seit 17. Juli 1918 war General Hofsmann dem Kriegsministerium zur besonderen Verwendung zur Verfügung gestellt. :: Kein Rücktritt o. Gahlö. Wie von zuständiger Seite mitgeteilt wird, ist die Nachricht liberaler Blätter, daß der stellvertretende Kommandierende General des 7. Armeekorps (Münster), v. Gayl, von seiner Stelle zurücktreten werde, nicht zutreffend. Es liegt eine Verwechselung mit dem 4. Armeekorps vor. * Finnland: Ter englische Einspruch. ; Vor der Königswahl in Helsingfors machte die Regierung den Landtagsparteien Mitteilung von der englischen Erklärung, wonach England Finnland die Anereknnung der Selbständigkeit verweigert, falls es den Schwager des Kaisers zum König mache. Tie Regierung teilte zugleich mit, daß sie die Antwort erteilt habe, daß die Wahl Prinz Friedrich Karls keinen Neutralitätsbruch bedeute. Finnland hat in letzter Zeit zahlreichen Angehörigen der Verbandsländer die Durchreise gestattet. Prinz Friedrich Karl erklärte, daß er, wenn er Finnlands Thron besteige, Finnländer sei und nicht länger deutscher Fürst. Rußland: Tie Entente ist jetzt der Feind. ! Trotzki sagte in einer Rede zur Lage: Von Japan und Amerika kann uns unzweifelhaft eine große Gefahr drohen. Aber sie ist von uns durch Tausende von Wersten getrennt. Für uns besteht noch die Möglichkeit, t\en ganzen Winter zur Stärkung unserer Macht auszunutzen. Gestützt auf die Autorität des Vollzugsausschusses werden wir mit der bereitwilligen Zustimmung der Arbeiter und Bauern in kurzer Zeit Rußland in ein Heerlager verwandeln. Tie neue Aushebung junger Leute wird uns einige erstklassige Divisionen bringen, die Reserven für dre Armee schassen. Wir müssen die Engländer und Franzosen (am Murman) überzeugen, daß ihr Unternehmen nicht nur ein ehrloses Verbrechen, sondern auch eine große Tummheit ist. Unser Widerstand im Osten wird eine mächtige Wirkung bis nach Amerika auslösen, und wir werden allen unseren Feinden einerseits und allen unseren Freunden andererseits zeigen, daß wir eine Macht sind, und daß wir leben wollen. Ereignisse zur See. Neue Erfolge zur Scc. — Berlin, 11. Oktober. Im S'??' um England versenkten unsere U-Boote 21 000 Br-R.-T. Der Chef des Admiralstabes der Marine. * . • Englische Schiffe zusammengestoßen. Die englische Admiralität macht bekannt: Am 6. Oktober stieß der bewaffnete Hilfskreuzer „Otranto" (12124 Br.-Reg.-To.) mit dem Tampser „Kaschmir" (8841 Br.-Reg.-To.) zusammen. An Bord beider Schiffe befanden sich amerikanische Truppen. „Otranto" ist vollkommen gesunken; dabei sind vier Mann ums Leben gekommen. Ter Dampfer „Kaschmir" konnte einen schottischen Hafen erreichen und die an Bord befindlichen Truppen dort langen. Weitere Meldungen besagen, daß das Wetter während des Zusammenstoßes sehr schlecht war. Beide Schisse gerieten außer Kurs und verloren einander aus den Augen. Durch Funkspruch herbeigerufene Torpedojäger konnten 87 Offiziere und 239 Mann retten. Auch 30 französische Soldaten befanden sich außer den Amerikanern an Bord der Tampser, die alle in einem Hafen von Rordirland gelandet wurden. „Otranto" strandete an der Insel Jslay und wurde völlig zertrümmert. 16 Ueberlebende wurdsn auf Jslay gelandet. Aus aller Welt A Keine Erhöhung der Kartoffelratiou «uahrfchrin- ilch. Man jchreibt uns: In Verdraucherkreisen besteht der an sich berechtigte Wunsch auf eine Erhöhung der Kartofselration. Ausschlaggebend für die Entscheidung dieser Frage ist einmal'der Ernteauöfall und außerdem der Umfang der Wagenstelluna seitens der Eisenbahn. Mit der Ernte dürfen wir durchaus zu- frieden sein: ein stellenweise geringerer Ertrag wird durch die Steigerung der Anbaufläche ausgeglichen. Auch die Beschaffenheit der Kartoffel ist gut. Es ist mit einer guten Haltbarkeit der Kartoffeln zu rechnen. Tie Transportfrage dagegen liegt wenig günstig. Zur Erhöhung der Ration wäre vor Eintritt der Frostperiode eine erheblich stärkere Zufuhr, vor allem in die großen Verdrauchszentren, erforderlich, als sie augenblicklich und in der nächsten Zeit, trotz Inanspruchnahme aller verfügbaren Wagen, ermöglicht werden kann. Es gilt deshalb nicht als wahrscheinlich, daß die Wünsche nach einer reichlicheren Versorgung mit Kartossein sich in absehbarer Zeit erfüllen'lassen. A rlnerkennunA für Lehrer u«v Schüler. Das Kriegsministerium hat folgenden Erlaß an die zuständigen Behörden gerichtet: „Vom Generalintendanten des Feldheeres ist folgende Drahtung bei mir ein- gegangen: „Sammeleifer der Lehrer und Schüler hat sehr erfreuliches Ergebnis gezeittgt und Feldheer in Zeiten größter Futternot unterstützt. Pferde fressen Laudkuchen gern. Allen an Sammlung Beteiligten, insbesondere Lehrern und Schülern, gebührt uneingeschränkter wärmster Dank. Generalintendant." Ich freue mich, diese Anerkennung weitergeden zu können. Es bleibt für alle Zeiten das Verdienst der deutschen Lehrer und der ihnen anvertrauten Schüler, in ernster Zeit durch aufopfernde Tätigkeit eine drohende Gefahr von unserem Feldheer abgewender zu haben. Durch Erhaltung des Pserdebestandes ist die Versorgung der Front mit Munition und Verpflegung sichergestellt worden. Die Leistungen auch der jüngsten Schüler und Schülerrnnen reihen sich würdig den Leistungen der Jungmannen in der Landwirtschaft an. Deutschland darf stolz sein auf seine Jugend und aus die Aufopferung ihrer Lehrer." --- Ukrainischer Zucker wird in den nächsten Monaten laufend in Deutschland und Oesterreich-Ungarn etngeführt werden. Rach den zwischen den Regierungen getroffenen Abmachungen soll bis Ende Juni nächsten Jahres eine knappe Million Zentner ukrainischen Lxckpr» «n »ie Mitlelnrilchte zur A-UefsrNng kommen. Diese Menge ist als das Mindestmaß der Leistung der Ukraine festgesetzt worden. In Wirklichkeit dürfte weit mehr ukrainischer Zucker seinen Weg nach Deutschland und Oesterreich-Ungarn finden. Denn in den wirtschaftlichen Abmachungen ist die Ukraine außerdem verpflichtet worden, den dritten Teil der die Höhe von rund 7,25 Millionen Zentner übersteigenden Jahreserzeugung an Zucker an die Mittelmächte zu liefern. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Jahreserzeugung die Grenze von 7,25 Millionen Zentner weit hinter sich lassen wird. Die Durchschnittserzeugung an Zucker während der Kriegsjahre betrug iw- der Ukraine mehr als die doppelte, vor und noch im Anfang des Krieges mehr als die vierfache Menge. ** Brennender Straßenbahnwagen. In Stuttgart geriet auf dem Eugensplatz ein Straßenbahnwagen infolge Kurzschlusses in Brand. Der Wagen, der auSbrannte, wurde von der Hauptfeuerwache gelöscht. Verletzt wurde niemand. * Falsche Todesmeldnng. Eine in Bochum wohnende Kriegerfrau erhielt vor langer Zeit die amtliche Mitteilung, daß ihr Ehemann, der in Rußland kämpfte, den Heldentod gestorben sei. Sie beantragte die Heimsühurng der Leiche und ließ die Bestattung in der Heimat vornehmen. In der Zwischenzeit bot sich der Frau, die außer für sich auch für fünf Kinder zu sorgen hat, Gelegenheit zu einer guten Heirat. Jetzt, nachdem sie die neue Ehe bereits eingeganegn ist, erhielt sie aus Warschau eine briefliche Mitteilung ihres totgeglaubten ersten Mannes, worin dieser mitteilt, daß er sich in Gefangenschaft befunden habe, jetzt auf der Heimreise sei und in den nächsten Tagen bei seiner Familie eintrefsen werde. *• Tie Frauen. Die in den städtischen Kriegsküchen in Barmen beschäftigten Frauen und Mädchen sind in eine Lohnbewegung eingetreten. Sie fordern Erhöhung des Tage- lohneS von 2,40 auf 4,00 Mark mindestens täglich, Einführung des Hamburger Systems und Zubilligung der städtischen Teuerungszulagen. *• Bon einer Stichflamme tödlich verbrannt wurde im Lokomotivschuppen der Kleinbahn in Nastätten der 41jähr. Philipp Berg aus Oelsberg, der bereits 15 Jahre das An- heizen der Lokomotiven versieht. •* Ein bedauernswerter NnglückSfall ereignete sich in Bützow in der Stettiner Papier- und Pappenfabrik. Aus bisher nicht aufgeklärter Ursache war ein 21jährtger Arbeiter auS der Ukraine in die Kammräder der Maschine geraten, wodurch er furchtbar zugerichtet wurde. Ein Arm war oberhalb deS EUbogenS voUständig abgequetscht, außerdem hat der Bedauernswerte an beiden Beinen schwere Fletschwunden erlitten. ** Eine männliche Leich« wurde in Oldenburg in der Hunte vorgefunden. Sie war bekleidet mit langen Stiefeln und blauem Arbeiteranzug. Die Hände waren der Leiche hinten mit festen Schnüren auf dem Rücken zusam- meugebunden. Nach dem Befund ist anzunehmen, daß der Mann getütet und die Leiche in» Wasser geworfen wurde, um da» Verbrechen zu vertuschen. Die Leiche zeigte schon starke Spuren von Verwesung und hat offensichtlich längere Zei im Wasser gtelegen. ** Einen Tiebstahl raffiniertester Art vollsührten in Swinemünde im Hotel „Europäischer Hoj" zwei nett gekleidete junge Damen. Sie baten um Nachtquartier, bezogen das ihnen angewiesene Zimmer und verschwanden nach kurzer Zeit auf rätselhafte Weise. Wie am andern Morgen festgestellt wurde, hatten sie die Bezüge von den beiden Betten mitgenommen. ** Zwei Betrügerinnen zeigten in einem Dorse bei Ludwigslust in mehreren Häusern Proben von Kleiderstoffen und Beinkleidern und erklärten sich zur größeren Lieferung dieser Sachen gegen Fett zu einem billigen Preise bereit, darauf erhielten sie bereitwilligt Fett und auch Bargeld im voraus, da ja die Kiste mit den Sachen am nächsten Tage aus dem Bahnhof abgeholt werden konnte. Aber am nächsten Tage war weder die Kiste da, noch war die von den beiden Mädchen angegebene Adresse richtig. Also Vorsicht! Die Reingefallenen melden sich wohl kaum. Um so leichter wird eS den Schwindlerinnen, ihr Werk auch anderswo fortzusetzen. * Tie Grippe in Berlin. Nach dem Stande der Krankenmeldungen bei der Allg. Berliner OrtSkranken- lasse hat die Grippe in den letzten Tagen eine beträchtliche Zunahme erfahren. Am Donnerstag wurden von insgesamt 1463 Neuerkrankungen 885, am Freitag von .1328 Neumeldungen 830 als Grippe sestgestellt. DaS macht allein bei der genannten Kasse eine Gesamtzahl von 1715 neuen Grtppefällen für den Zeitraum der beiden letzten Tage. Hierzu kommen weitere zahlreiche Erkrankungen an Lungenentzündung. Aehnlich sind die Ziffern bet den übrigen Groß-Berliner Ortskranken- kassen, wo man die Zahl aus 60—80 Prozent aller Krankheitsfälle schätzt. Wie von ärztlicher Seite mtt- geteilt wird, verlaust die Grippe im allgemeinen leicht, wenn nicht eine Erkrankung der Lunge hinzutritt. Die Grippe tritt auch rn Landsberg a. d. Warthe zurzeit epidemisch aus. In einzelnen Familien liegen sämtliche Familienmitglieder krank darnieder. Vielfach endet die Krankheit durch Hinzutreten von Lungenentzündung, Rippenfellentzündung oder Gehirnentzündung mit Tod. Seit dem 25. September beträgt die Zahl der Todesfälle 41, darunter sind einige Soldaten. Die Krankheit hat störend in den Postbetrieb eingegriffen. Der Fernsprechdienst mußte an den Wochentagen um vier Stunden und Sonntags um zehn Stunden verkürzt werden. Der Magistrat beschloß, die Ferien der Kinder sämtlicher Sckulen Landsbergs bis auf weiteres zu verlängern. — Auch in anderen deutschen Städten nimmt die Zahl der Kranken täglich zu. ** Tie Orden de» Prinzregeutrn Luitpold gestohlen. König Ludwig von Bayern hatte im Jahre 1914 dem bayrischen Armeemuseum sämtliche ausländische Auszeichnungen seines Vaters, des Prinzregenten Luitpold, zur Ausstellung zur Verfügung gestellt. Von diesen ausländischen Orden sind 16 wertvolle, darunter der brillanten- besetzte Orden mit dem Bildnis des Schahs von Persien, ferner auch die massiv goldene Kette des Hosenbandordens gestohlen worden. Die gestohlenen 16 Orden sind mit großer Sachkenntnis ausgewählt worden. ** Einen empfindlichen Verlust hat ein Landwirt auS Eulo gehabt. Der Mann hatte einen Rock sorglos auf den Wagen gelegt, obgleich sich in einer Rocktasche neben anderen Gegenständen ein größerer Geldbetrag in Scheinen befand, wie bedichtet wird, 610 Mark. Dieser Rock glitt während der Kahrt v«N «egen. Gr »prdß nufgehphen und irn Fundamte abgegeben. Als man dort aber die Rocktasche untersuchte, waren die Scheine nicht mehr darin. ** Tie „Porzelliner" beim Hamstern. AuS Kulmbach wird berichtet: Täglich bringt der Morgenzug auS Richtung Hof Scharen von Menschen nach Kulmbach, von wo auS die Ankommenden Fußwanderungen in die Dörfer antreten, um bei den Erzeugern Obst und andere Lebensmittel ein- zukaufen. Bon der Erwägung ausgehend, daß der Bauer lieber Ware in Tausch nimmt, als lein Erzeugnis gegen gegen Lebensmittel um. Marktpreis: Ein PorzeNanteller au» dem nördlichen Oberftanken Gebrauchgeschirr (Tassen, Teller usw.) mit und setzten die Artikel im Tauschhandel gegen Lbeensmittel um. Marktpreis:x Ein Porzellantellev gegen ein Kilogramm Zwetschen, zwei Eier gegen eine Tasse, ein Pfund Butter gegen eine Suppenschüssel. Ein neuer Kniff. Ein seinem Aeutzern nach bessergestellten Kreisen angehörendes Mädchen, das sich für eine Lehrerin und Tochter eine» Gemeindebeamten auSgad, fragt« auf dem Markt in Steglitz eine Händlerin, ob sie nicht eine Frau Schultz gesehen habe. Sie habe für diese fünf Butte» besorgt und mit ihr verabredet, sie auf dem Markte zu treffen. Weil die fünf Pfund nur 5 Mark kosten sollten, so drang die Händlerin in die angebliche Lehrerin, ihr doch die Butter zu überlassen. Die weigerte sich zunächst, erklärte jedoch schließlich, sie wollte erst ihren Vater um Erlaubnis ftagen. Sie ging dann weg, kehrte bald zurück und teilte mit, ihr Vater sei einverstanden. Die Händlerin nahm jetzt das Paket, ohne es zu öffnen, in Empfang und zahlte die 75 Mark. Zu Hause fand sie jedoch in dem Patet lediglich Mohrrüben, zusammen gefaltete hiesige Zeitungen und ein Blatt der Continental Times vom 87. September 1918. ** Ein großer Schwindel, der in Brüssel verübt wurde und dessen Spuren nach Forst führen, hält die Förster Kriminalpolizei in Auftegung. ES handelt sich um einen Barbetrag von 287,000 Mark, der in Brüssel von Unberechtigten erhoben und zum großen Teil nach Forst gebracht wurde. An dem Schwindel ist der ftühere Werkführer Wilhelm Woicke beteiligt. Woicke war in Brüssel bei der Reichs« bekleidungsstelle beschäftigt. Dort lernte er den in dem gleichen Betriebe angestellten Kontoristen Weber auS Berlin kennen. Weber hatte Gelegenheit, sich des Scheckbuchs zu bemächtigen. Er trennte eine Formular heraus, füllt« es über 287,000 Mark aus, versah es Mt Stempel und der nachgeahmten Unterschrift des Bürochefs und übergab den gefälschten Schein an Woicke. Dieser hob den Betrag bei der Bank ab und erhielt ihn, da die Fälschung nicht erkannt wurde, anstandslos ausbezahlt. Weber, der in Berlin verhaftet wurde, war der Tat bald geständig, Woicke verlegte sich zunächst aufs Leugnen, bequemte sich jedoch später ebenfalSS zu einem Geständnis. Wo beide das erschwindelte Geld versteckt haben, darüber verweigern si« noch jede Auskunft. r * Durch Traumbilder geüngstigt, sprang daS 6jährige Söhnchen de» Drehers Martert au» Magdeburg au» der im 3. Stock gelegenen Wohnung in den Hof hinab. Wun- derbarerwetse gelang der Sprung bis auf das weiche Erdreich de» Gartens hinüber und noch wunderbarer ist e», daß der kleine Springer ohne innere und äußere Verletzungen c«ci rnkam fodatz er seiner vom Füllen deL an» dem Garten zurückkehrenden Mutter Übergeben werden tonnte, die von dem während ihrer Abwesenheit Borgefallenen natürlich aufs höchste erschrocken war. * Widerspenstige vauernweiber. In Simbach am Inn (Ntederbayern) ist wieder ein Mühlenkontrolleur in Ausübung seine» Dienstes von einer Wetberschar überfallen und schwer mißhandelt worden. Die Weiber streuten ihm Sand in di« Augen, entrissen ihm seine Waffe und v«c- prügelten den Beamten. Gewarnt. Die WohnungnSnot in der bayerischen Hauptstadt ist so groß geworden, daß der Magistrat öffentlich vor dem Zuzug warnt. Besonders war der Ankauf von Häusern in München und in den Landorten, die dadurch der allgemeinen Vermietung entzogen werden, in den letzten Monaten sehr lebhaft. ** Zwei Eiserrbahn-UnglückSsäHe. Bei Köln fuhr der von Erdorf kommende Personenzug auf den vor der Station Jederath haltende Militärurlauberzitg Nr. 27. Der Per'onenzug hatte Fahrterlaubnis erhalten, ehe die Rückmeldung über das Freigeleis der Strecke etngelaufen war. Unglücklicherweise behinderte starker Nebel auch noch die Aussicht. Von dem Milltärurlauberzug wurden 16 Militär- Personen getötet, 10 schwer u. etwa 30 leicht verletzt. — In Essen stießen zwei mit Arbeitern besetzte Straßenbahnwagen zusammen. 4 Arbeiter wurden getötet und 28 schwer verletzt. . j * ' , * In Madrid und in einigen Provinzstädten streiken die Briefträger, bis jetzt etwa 12 000 an der Zahl. * Der 16 jährige Arbeiter Josef Klein auS HechtS- heim hantierte an einer scharfen Patrone, um sie zu entleeren. Plötzlich explodierte da» Geschoß und die Splitter zerfleischten dem Leichtsinnigen Gesicht und Hände in schwerster Weise. Gerichtssaal. :£ Ein vergeßlicher Vater. Ein vergeßlicher Vater stand in der Person eines Zuschneiders vor dem Breslauer Schöffengericht, um sich wegen eines nicht ae- rage alltäglichen Betruges zu verantworten. Ter Angeklagte ist Vater von sieben Kindern, hat es aber fertig gebracht, sich höchst eigenhändig noch zehn weitere Kinder zuzulegen, und zwar, um mehr Bezugsscheine von der Kleiderstelle zu erhalten. Schließlich kam der Schwinde! aber heraus, und der erfindungsreiche Vater wurde mit einem Strafbefehl über 600 Mark bedacht, gegen den er Einspruch erhob. In der Verhandlung vor dem Schöffengericht erklärt der Angeklagte, daß er sehr vergeßlich sei und sich daher nicht genau erinnern könne, wieviel Kinder er habe und wie sie heißen. Auf Vorhaitungelt gab er jedoch zu, daß es nur neben seien und daß die anderen nur in seiner/ Phantasie existierten. Er behauptete aber, daß er die 600 Mark Strafe bei seinem Einkommen nicht zahlen könne, und berief sich auf ein Gnadengesuch, da? er bereits an den Kaiser errichtet habe. Der Angeklagte benahm sich vor Gericht so sonderbar, daß dieses die Verhandlung aussetzte und beschloß, zum nächsten Termin einen medizinischen Sachverständigen hinzuzuztehen, um sich über den Geisteszustand des merkwürdigen Vaters ein Urteil bilden zu können. Hessische (Uobnunptärforp für KinderreicDe Tamillen. Der Landesausschuß zur WohnunMursorge füc kinderreiche Familien trat am letzten Dienstag in Dann- ftadt Zu einer Sitzung zusammen. Der Vorsitz - dc, ExMenZ v. Römheld, K^iüZte bk aus allen PeoN>,Z n etngktrosienen Mitglieder und gab einen Uib blick ub:c bk bisherige, l n umfangreichen einleitenden A:b ; i:n gewidmete Tätigkeit des erst seit einem fcnlfccu Iah bestehenden Ausschusses. Immerhin habe die Wohnung not der k?nderceichen Familien schon in einer Reihe von Fällen mit Erfolg behoben werden fiim 11 . Mer h^be aus Grund der Wohnungsstariftik zunächst in kn bret Provluzen des Landes 18 der Wohnungr-ü.sorqc besonders bedürftige Gemeinden Hera rort Vertrauenspersonen gewonnen. Das Arbeitsgebiet solle allmählich aus weitere Otte ansgedehnt wer- den. Dies hänge aber insbesondre auch von Len- v^r sugbaren Geldmitteln ab. Zwar sei das bisherige Ergebnis nicht unbefriedigend. Allen voran hätten Gro? herzog und GroßhLrzogin ihr hohes Interesse an dl ! 5 rt» C 9 l?n/§!®nS durch Üebertveisung einer Spende Mark oekundct. Es sei zu hoff i, daü sich die Kreise der Wohlhabenden, an die man sich alsbald mil einec weaen Werbung wenden wolle, noch lebh^nter an dieser sozialpolltisch hochöedcutsamen Aufgabe beteiligen mochten.. In der anschließenden Aussprache aaben u. a. dre Herren Provinzialdirektor Fey, Arbeitersckretär Knoll, Gewerk,chaftsvocsitzender Thomas und Pfarrer Loos praktische Winke füc Werbu. g und Organisation. Auf Anregungen aus der Mitte der Versammln?- wur» ? to a ? ttei:e 6 ^vße Gemeinden in den Bereich des Ausschusses einbezogen. Die ein- schlagigen gesetzlichen Bestimmungen wurden ergehend besprochen und Reformen in der Handhabung d'r Wohnungssursorge sur kinderreiche Familien für k\n- Allgemein hielt man bie Zur Unterstützung und Förderung der Arbeit des Ausschusses sür unentbehrlich. Bei Bcsp.e- chung der Dnm-ltchkeit der Hülfe führten Frau Geh. ^berftnanzcat Basier und Herr Stadtsekretär Schraut telr& ev L tC ^Mrung einige drastische Veijpiele an. Ö ° n bem Geschäftsführer btB Ausschusses, Dr. Brehm, entworfene Anleitung füc die Berrrauenspersonen besprochen und beschlossen, die Ver cauenspcrsonen aus dem ganzen Lande Zu einer Bera- ung in Warmstart am 22 . Oktober d. I. einzuberufen, rynen erne fachmännische mündliche Anieitun« für die obi-cgenden Aufgaben zu erteilen und sie auch derordnungsmäßigen Handhabut zur Abstellung der Wohnungsnot vertrant zu machen. *• s, ^Llrdcsausschuß zur Wohnungsfücsorge füc rmcer,.eiche ^amilen nrmmt in seinem Geschäftszimmer — Dacmstadt, Wllheiminenstr. 3, Fernsprecher 1777 — alle einschlägigen Anregungen gern entgegen und sicht für Anfragen und Besuche jrdirzeit &cmtn>i;v >, ömgte Ausnahmen fceigegebm. Die Privatwaldbesiu ) Unv vexpfllchtet, dle amtlichen vom Kciegswictschüflsamt veranstalteten Bnchöckernsammlungep zu dulden: ryktorl fle die nicht an die amtliche Sammlung anaeschloss. n-a sceieu Sammler in ihren Wäldern zülaffm, steh. --- ihrem Ermessen. Soweit private t -mmlei sich bei: amtlichen Sammlung der Kclegwirtschusträmtrc ap:; x ,c ven, vorüber die einzelnen Krie^swirtschaftsämtec näh Bestimmungen erlassen, gewinnen sie Li (ns-.. rn die Pcwatwäldec, auch ohne Erlaubnis des Einen- tumers. — Aunh- die r mmc" :.- a - v; e öffentlichen Abrmhmchclle- abzu--efti-, U! dem ho- Von der üff v. übiiahm.■ -...ui«." * mellohn (1,65 M»tk je Kilogramm), fobfrn« n^in .daß öet Sammler nur Po Ablkf. un) an : - äff,. Ui-. « Lbnahmestellen einen Schlag->- in olv dr, . Mein erlang« kann. Der Schlaqsch n cm fl!e;d) große Menge, . an die üff d'.i«.- Äshme- rjette o 6 ß e«efett Ü5 auf ,-n-r jugetaffi •: Mahle zu Del Wagen 3!>mi)a;. Oel"-zu>-.Ss.:.e n gibt das liecht, Oel im Gewicht von 6 Prozent der obgeliefertkn Bucheckernmenge von Ker Oelverteiiunnsstcü. rl-.-.sSr die Lbnahmeftelle zuftändigeu -iivmn ur-alv - , b z-chen. Ob sich ^ er € amu men Oelbezuxsschein auSstellin I; f, fl hl - v "yn 4'•’ Die Ausstellung Von Schlagsch-ineu w -mvsehün, wo die SiLclh.-t bcftth-, daß O mmm mp. mm miwn pak fa* yi gestalten, cmpfieh't £ H? b. so nie ' m nötigen G i* ■ •' - : . ; u ; i n u stv .) ^tsteilunst uri- '-'verden, a. > cs cheme oder Oel- ver Äunscb nach Maslerülcdkem ScbulnverH drängt sich besondeis- lebhaft in dieser Zeit auf; denn der Sommer verläßt uns und der Herbst mit ßtner Feuchtigkeit rürkt h .-ar. Mancher Lorstchtige hat daran gedacht, sich ein Paar decbe Stiefel oder ein kerniges Stück Leder zurückzaiegen; aber nur die wenigste hoben „Beziehung- und selbst die Lorausberechnugen der eif- -ngsten Hamster wirft die Dauer des Krieges über den Haufen. Leder gehört in erster Linie der- kämpfenden T:uppen; für d'r Zivichevölkerung ist jetzt schon cine mpfmdliche Lederkncppheit eissgetceten. Diese wird Nch ständig verschärfen und wird nach Frtedcnsschluß - tz Jahre hindurch anhaltcn. Deshalb hat die Reichs- e !e,ung schon seit vielen Monaten eine dem Reichs- wictschgftsomt unmütelbac unterstellte KriegSorgani^ fation eingerichtet, die nichts anderes zu tun Hut, als Ersatzstoffe für Sohlen auszuproben, bevor sie in den Verkehr gebracht werden. . • Das Wort „Ersatz" hört niemand gern; in diesem Falle darf tan --der doch Mi trauen dazu habe«. D--- enifige Arbeit der oeutschen Techntk hat einen Ausweg an -, aus oer Sohlennot gesunder. Es sind jetzt be- relis Ersatzsvhlcn im Berühr, die zwar nicht alle b- quemen Eigen chnsten de« Leder« besitzen, ober in dem WichttMi», Wü.me und Aafferdjchligkeit, den Leder- sohle» nichts i achgeben. Sperrholzfohien (leichtes Holz mit Ledecabiölle) und Holzhalbsohlen haben sich bereits in Stadt und Land gut bewährt; das heißt, w -n sie sachgemäß veru bei-ct worden sind. Dieser Punkt ist jo wichtig, daß d.c erwähnte Ärregtzbehörde tn Be>tin sogar eine eigne Lchiwerkstätte für die P rmbcitungs- w se der Erfatzsohlen errichlcn mußte, m der rchuh- wacher aus alle» G.gkndrn Deutschlands sich mit der Hoiz-ohlenverarbeitung fccrtcaut gemacht Halen. Sic habm in der Heimat bie neuerwo.deneü Kcnntniffe auch an ihre Fachgenoffen wcitergegiben. Nur P- trauen gefaßt, zu den K.tcgSjohlcn! Äer s: trägt, ist vor - affen und kalten Füßen sicher. GeZKNNrWÄchsrAg. Vom 14. Oktober ab fallen die Schnellzüge D 125: Trier ab 6.35 Nm., Coblenz ab 9.06 N., Gießen an 11.23 Nm. ab 11.39 Nm., Berlin Friedr. Str. an 9.50 V., und D 126: Berlin Friedr. Str. ab 7.M Nm., Gießen an 5.16 Vm., ab 5.36 Vm., Coblenz an 7.55 Vm., Trier an 10.37 Vm. vorübergehend aus. Frankfurt (Main), *13 Oktoger 1918. KaK eifcitfcahaajreüüon frstiKTuri (M). Zekanntmachung. ArachtftÜÜgÄLer werden am 16., 17. und 18. Oktober 1918 von den Stationen des Direktionsbezirks Frankfurt (Main) zur Beförderung nicht angettsmmen. Frankfurt (Main), den 14. Oktober 1918. Königliche kisenvahnSikeiriisn TranKfim (Main). $im. u, lim das ©omm fn er^iefl sich der. Zusamm'nschkusi Gruppen und Zko! rn ., - rät (Befer, 6itb: f S versihcn?ind die bet iuljp: .;teich qrößLLe SarnM'ckLLsoige ausw beim Einzelauflescn möglich rjt. Schlag: An's BaLeUaud, an'L L ure, schließ dich an, Das halte fest mit detnern ganzen Herzen, Hier sind die statten Wurzeln deiner Kraft. (SchMec, Tch.) Deutschlands Ftnanzkraft steht unerfchüttr rt Zeichnen Sie die 9 Kriegsanleihe! • -Die fleischlose« Wachen. D? dos Ergebnis der .tzlm Viehzählung gezeigt hat, da!: bei stL-kercn Em- ?- .sstn in den Rindvichbeständ, der bis auf weiteres Last der Flciichv-rsorgung nah zu allein zu trage-., ist u Wad, - fahr füc u stce künftige Fleisch , Milch- • Fettd tsovguag bestehen wü de, bleibt größte k-pa'-- "i"k° i im FleffHvecbcauch boten. Die fleischlosen Wocke» sollen daher für die Monate November, Dezem- " Januar beibehalten werden, doch ist mit Nöck fcht cmf die WeihnachtSfkiertage ihre Zahl auf drei d - im Monat, herabgesetzt worden Sie ms ststn auf die Löost n 18 . bis'84. November, 16. - - 6- bis 12. Januar. Füc recht- ■V~ ße < -i[ ,6t für dw guachtsfeieitag- soll ?" t weLde». Die Zula,tust ArankeV.ud e...wcr- c-rbeiter weiden auch ta den fleischlosen Wochen weiter wahrt. ' * ■* treffe». Fn der ilnivecsitlst sind Best .bMgen Ul G.' ?/, o innen frrlw, die „ 1 mobn vww «.. (10 Zimmern) mit Garten in der Nähe von Gieße | 4 $ \i 1 M. V" •:> ? i i :$n mkm §