« ’0T (Neueste Nachrichten) Bezugspreis TO psg. monatlich vierteljährlich 2,40Mk., vorauszahlbar, frei ins Hau^ Ab ge holt irr unserer Expedition oder in den Zweig- ausgabesrellcn vierteljährlich 1/80 Mk. — Erscheint Dienstag, Donnerstag u. Samstag. — Redaktionsschlutz früh 8 Uhr. — Für Aufbewahrung oder Rücksen düng n ich t verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der „Gicßcner Zeitung", Wietzen. E %■ ■{?e 5 f (Io? j: Tüdanlage 21 . {(.JitfteBcr Tageblatt) Anzeigenpreis 24 pig. die 44 nun breite Petitzeile, für Auswärts 36 Pfg. Die ÖOniDi breite Peklame-Zeile 100 Pfennig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Grosze berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung Kc- > Zahluniö- MeS (20 Tage), bei gerichtlicher Beilr« ' "r. oder ZronkurS in Wegfall. Platzvorschriften ohn. . idli, Druck der Gieftencr Verlagsdruckcrei, R!bi» 5Nein. 86 . Telephon Nr. 362. Samstag, d.m 28. September 1918. Telephon Nr. 863. 31. Jahrg. Schwere Durchhr«chsnugrisfe der Amerikaner uird Engländer M C^.-mdroi ^'hgsschlager-. Erne uie schwere Angriffe der Fra zoseu rmd Amerilauer gescheitert. Itllchel, merk dir$! An allen Straßenecken müßte es stehen, an jede Wand müßte man es Kleben, was der englische Propa- gandannwster Lord Northcliffe in elfter Londoner Cichversammlung am 18. September über die Bestrafung Deutschlands gejagt 'hat. Northcliffe zweifelt nicht daran, daß die Alliierten in Berlin den Frieden diktieren würden. „Wir müssen dafür sorgen, erklärte Northcliffe, daß Preußen bezahlt: Stadt für Stadt, Dorf jür Dorf, Schiff für Schiff, Kleinod für Kleinod, Bild für Bild Dollar für Dollar. Es muß vollständige Entschädigung für alles zahlen, was es verschwendet, gestohlen, geplündert und verbramlt hat, trunken vor Begierde infolge seiner papiernen Siege." Wir wollen ihnen zunächst mal mit der „Neunten" beweisen, wie es mit unseren „papiernen Siegen" beschaffen ist. Das andere findet sich dann,- dafür lassen wir Hin. denburg sorgen. Aber jeder Deutsche sollte sich die Worte des Engländers merken und ihm die großmäulige Rechnung mit der Kriegsanleihe versalzen. Der Feind zeigt uns hier, was uns bevorsteht, wenn er siegen sollte. Deshalb: tut mehr als eure Pflicht, gebt die letzte entbehrliche Mark dem Vaterlande. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Ocsillch der Mosel wurde ein Teilen griff des Feindes abgcwiesen. Die dort tämpftnd^ Truppen der 31. Land- wchrbiigadc nahmen im Gegenstoß 50 Franzosen und Amerikaner gefangen. 'Aus feindlichen Geschwadern, die Frankfurt a. M. und .^atfirSlautern angrissen, wurden 7 Flugzeuge ab' geschossen. Der Erste Gcncralquortielmcister: Ludendoesf. . Berlin, 26. Sr Pt., abends. In der Champagne und zwischen den Acgonnen und der Maas haben auf breiter Front französisch-amerikanische Angriffe nach elfftündigec Feuervcrvereitung begonnen. Der Durchbruch des Feindes ist vereitelt. Der Kampf um unsere Stel. lang •.» dauert an. Champagne sowie zwischen 'irgonrnn und Maas sind erneute schwer; Angriffe der Franzosen und Amen kam.r gsscheitert. er Taler spricht: Berlin, 26. Sept. Im Atlantik versenkten unsere U Boote L800O Bcuttoregistertonnen, da unter 3 Tank, dompfcr von zusammen etwa 18000 Br uttoregistertonncn, von den'n einer als Amerikaner festgestellt wurde. Der Chef des Admiralstab- der Marine. Eilt krorskampttög tm Mslen. Bei dem im heutigen Hccrcsbeticht erwähnten franröfisch.amcrkanischcn Durchbruchs versuch houdcltp es sich um einen mit gewaltigen Kräften unternommenen Großangriff an der Westfront. Wenn es den Feinden an einzelnen Punkten auch gelungen ist, unsere vordersten Jnfar.wriestellungen zu erreichen, so kann doch bereits am ersten Tage der geplante Durchbruch als ge. scheitert angeseh.u werden. Weitere schwere Kämpfe aber sind zu erwarten, denn der Feind wird mit allen Mitteln versuchen, die örtlichen MnbruchsMrn zu erweitern. jlntlicbt arMdr tsönberic&te. erlin, 25. Sept. Im Sperrgebiet um England m Atlantik versenkten unsere U-Booft? 26000 und Brutto, etzistertonncn. Der Che des Admicalstobes der' Marine. wtb. G r o ß eS H a üp t q u a c t i c r, 26. Sept. 1918. Westlicher Kriegs!chauplotz: HeereSgrnpyc Kronprinz Rupprccht Bolfeldkämpfe an der Lys'Nicdcrung, nördlich vom La Bassee Kanal und bei MoepvccS. Heeresgruppe B o e h n. Heftigem Feuer drs Feinde- südöstlich von Cpehy und bei Bellicourt folgten nur Tcstvorstöße, vte abg^ wirsen wurden. — Zwischen d^n Omignonbach und der Somme setzte d:r Feind seine Angriffe fort. Der erste ansturm brach in dm zusammengefatztcn Feuer unserer Artillerie und Jnsimtcte zusammen. Das Schwergewicht der am Bormilta..c mehrfach wledecholfin Angriff; richt.te sich gegen au Höhz zwischen Poutruct und Glicourt. Borübergrhend paßte dchlachit -ge an Lee Zähigkeit unserer Truppen gescheitst. Neue Kächpse stehen bevor. Der Erste Generalqua- tiermeister: Lud endo css. Bin ich ein 'wicht, Deo Mühens und Gcharrens Und Wahrens nicht wert^ wer schmiedet aus mir Das deutsche Schwert V Da hat ihn die „Neunte" Schweigend genommen: Er ist in die rechte Schmiede gekommen. srklleirung üer flcilcbratior. ßer 5e>bsiverlorgel. (Snlfbcffficnb brr vom 1. August 1918 ahrrfolgtm jOTT S.pttmber 1918 auch die Sätze für dre Selbttversoiyer fcstgesiüt, so daß ei - Se!bstv-u sorger in Zckunft 400 ^ Gramm Schlochtviehfleisch, gleichv^c! welcher Art, oder» Wlldp et in der Woche tüc sich verbrauchen darf. Di.;I Neuregelung tritt mit dem 25. September 1918 (R-G.Al. Nr. 126) in Kraft. Für Hausschlachtungen, die vor diesem Zeitpunkt vorgenommen sind, verbleibt eS bet den bisherigen Anrechnungsvorschriften. HriegswlriMbattliC0e$. * Kricgssparlrartcu. Die technischen Lihr^nfinitcn zu Off'üblich/Main stellen zur 9. Äncgsani. he K^.cgS-, spirkattcn zu 1.5 unb 20 Ma.k st r. Die B.üestungcn bcr Massen find bei ben Offenbacher Lchrantzaitcn un- mittelbar zu bewirken. Der V.rtrieb bcr KriegSsparka-ten bars bis zum 1. November erfolzen. Berlin, 27. Sept, abends. Zwischen dm von ArraS und Peronne auf Cambcai führenden L tcaßen und geaen die Snrjfiicd Front westlich Kl'jici.'. Ij-i» .. Angriffe bei: (Snulänbu unb Amerikaner unter gewaltigem fai'gene. Nördlich von Baisty schlugen wir Teilivgriffr \ Einsatz an Truppen und Material begonnen. Der Angnff des Gegners ab. I in Richtung auf Cambrai gewann Gelände. In der Landfammineeg. 2n den Tageszeitungen wird jetzt bekanntgegeben, bah »ach Anordnung des Kriegsamtes die Laubheusammlung bis zum 15. September fortgesetzt werden soll, da die Heeresverwaltung noch grotzer Mengen Laubfutterkuchen bedarf. Mit dein Termin ist jedoch der Möglichkeit der Sammlung des Laubes keineswegs ein Ziel gesetzt, vielmehr beginnt erst dann, wenn das Laub, infolge von Reife oder Frost von den Bäumen fällt, eine neue, ganz bedeutende Sammelorganisation ihr- Tätigkeit. Die heimische Industrie hat für Obstbaumtaub, in erster Linie für Kirsck,-, Apfel-, Birnen-, Linden- und Kastanienlaub. weitestgehende Verwendung und sucht große Mengen davon auszukanfen. Hierfür werden sogar noch günstigere Preise angelegt als für Laubheu, da nian im Kleinhandel 40-50 Pfg., je nach der Beschaffenheit, für ein Kilo sauberes, ausgedörrtes Laub der genannten Arten angelegt. Auch diese Sammlung ist. von großer Wichtigkeit, da sie dazu beiträgt, unser« deutschen Märkte init Rohstoffen zu versehen, die als Ersatz für früher vom Auslande bezogene Erzeugnisse Verwendung ffirüen. Es sollte deshalb Jeder, der dazu in der Lage ist, das fallende Obst, baiimlcmb sammeln und sich mit der Firma I a t a - W e r k , G. m. b. H. Dresden in Verbindung setzen. 'S 'SSSSSSs 'Ss'-'SSA'SSSS' ' *"’ 1 ?”* v . , . .. / W;.: "\f TA h fl A/1/? ' ■ m iu — ..uiiS j y;ajW^ n F 'SsAssSSs. Zer MM m öca KEZr. Der Kampf um den Reichskanzler währt fort. Er wird, wie wir annehmen, auch nicht so schnell zu einem Ende kommen. Die Berufung des Grafen Hertling war der Beginn der ersten parlamentarischen Regierungsversuche. Diese wuchsen mit der Zeit immer weiter aus und drängten zu Entscheidungen nach verschiedener Art. Man hat in par- lamentarischen Kreisen immer mehr die Forderung aufgestellt, daß das DeuffcheReich eine Außenpolitik treiben müsse, die schnurgerade auf den Frieden zuläust. Man hat ge- zweifelt, ob eine solche Politik unter Hertling betrieben worden sei. Die Anschauungen hierüber waren naturge- 'kmüß geteilt. Die letzten Wochen haben es gezeigt — 1 wir haben wiederholt darauf hingewiesen — daß die Sozialdemokratie inuner deutlicher vom Reichskanzler abrückte, ßie hat chm für gar Vieles die Schuld zugesprochsn, was u. E. zum mindesten übertrieben oder vorzeitig war. Die von den Mehrheitsparteien in ihren Besprechungen feffc- gelegten Grundsätze sind keinesfalls von allen Parteien geteilt worden. Man geht wohl nickt zu weit, wenn man außerdem annimmt, daß draußen tm Reich noch weniger Neigung besteht, eine Politik der Zersplitterung mitzunra- chen. Jetzt haben sich die Verhältnisse so zugespitzt, daß, wie unbestritten feststeht, diese Tage woht die Entscheidung bringen müssen. Gestern trat nämlich die Reichs tags frak- tion der Zeirtrumspartei zusammen. Dazu hat sie deshalb vor allem Veranlassung, weil gerade in chren Rechen Vertreter beider Anschauungen zu Worte kommen. Auf der einen Seite sind es die demokratisch gesinnten süddeutschen Abgeordneten, die mit der Parlamentarisierung wenigstens teilweise einverstanden sind. Sie sehen im Grasen Hertling den Staatsmann, der zwar des Parlamentes Wünsche kennen würde, aber nicht entschlossen; genug sei, sie durchzr> sichrem Ihnen gegenüber stehen die konservativen Elemente. Rach chrer Auffassung betreibt der Reichskanzler eine richtige Politik. Die Führer des Zentrums sind sich Dar darüber, daß man in diesem ernsten Augenblick keinerlei Persönlichkeits- Politik treiben darf. Wenn es wirklich so ist, wie es dar- gestellt wird, daß nämlich auf Seiten des Grafen Hertling Äe Voraussetzungen vorhanden sind, die die Weiterführung des schweren Amtes vovaussetzen, so hat das Zentrum natürlich keinen Grund, den aus seinen Siechen hervorgegangenen Staatsmann zu stürzen. Auf der anderen Seite weiß man aber auch, daß im Hauptausschuß, der am Dienstag zusammentreten wird, genug Stimmen gegen den Kanzler laut werden. Der Grundton der konservativen und liberalen Auslassungen unterstreicht Len Ernst, erkennt aber auch an, daß eine Lösung gesunden werden muß, daß sie auch erreicht werden kann, wenn der gute Wille vorhanden ist. Drum ist zu wünschen, daß der Kanwf um den Kanzler geführt wird mit allem Ernst, mit oller Ehrlichkeit, mit aller Offenheit und mit dem großen Verantwortimgs- gefühl, das jetzt auf dem deutschen Reichstag ruht. Die Beratungen der Partelen. TU. Die Fraktionssttzungen der Reichstagspart-eien bauerten fast den ganzen Tag über an. In der sozialdemo- jkratischen Fraktionssitzung wurde auch der Osffriede und die Zusatzverträge zum Frieden von Brest-Litowsk eingehend er- örtert. Soweit bekannt geworden ist, haben die Sozialdemo, traten bei der Besprechung der innerpolitischen Verhältnisse einmütig zum Ausdruck georacht, daß sie ihre Forderung nach Weiterer Parlamentarisierung der Regierung ohne jede Ein- schränkung aufrecht erhalten. Im übrigen wollen die Sozial- idemokraten den Eintritt in die Regierung von Beratungen abhängig machen, welche die Regierung und auch die Mehrheitsparteien ihnen geben müßten. Die fortschrittliche Volks. Partei sieht, wie das Berliner Tageblatt hört, dem Eintritt der Sozialdemokraten in der Regierung durchaus sympathisch gegenüber. Auch sie verlangt noch weitere Parlamentarisie- rung. Am längsten dauerten die Verhandlungen der Zen- trumsfraktion. In Hertlingskrise nicht entrumskreisen behauptet umn, daß eine estehe. Die Fraktwnssitzung der Ratio- nalliberalen dauerte mehrere Stunden. Endgültioe Beschlüsse wurden nicht gefaßt. Immerhin ergaben die gestrigen Vera- tungen soviel, daß man bis weit in die Kreffe des rechten Flügels hinein den Eintritt der Sozialdemokraten und die Aufhebung des letzten Satzes des Artikels 9 der Reichsverfassung für notwendig erachtet. Die Deutsche Fraktion ist gestern ebenfalls zu emer Sitzung zujammenaetreten. WTB. Wie die „Nationalzeitung" Erfährt, steht die naticmalliberale Fraktion nach wie vor aus dem Programm der Regierung Hertlings und v. Pavers und sieht kekNen Grund, in ihrer Haltung eine Änderung vorzunehmen. Namentlich ist man der Überzeugung, daß die gegenwärtigen Treibereien gegen den Reichskanzler an der Haltung oer übergroßen Mchrheit des Zentrums scheitern werben. WTB. Die „Germania" schreibt: Wie die anderen Reichstagsfraktionen hat sich gestern auck die Zentrumsfrak- siion in längeren Verhandlungen mit der politischen Lage beschäftigt. Sie ist dabei, wie wir erfahren, zu dem Entschluß gekommen, sich an einer Agitation gegen den Reichs- kanzler nicht zu beteiligen. Sie würde aber nichts dagegen einzuwenden haben, wenn Sozialdemokraten in die Regie- rung eintreten sollten. Da ohne das Zentrum eine Linksmehrheit nicht gebildet werden kann, dürfte dcnnit die po- tttijche Lage im wesentlichen geklärt sein. TU. In der heutigen Sitzung des HanpLausschusses des Reichstages werden dem Vernehmen nach der Reichskanzler Graf Hertling, der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Admiral von Hintze, und der Vizekanzler von Payer das Wort ergreifen. Uber die Reden soll, wie verlautet, ein offizieller Bericht ausgegeben werden. Es wird geplant, den Ausführungen der Regierungsvertreter zunächst eine vertrauliche Aussprache folgen zu lassen. Till Bevor heute vormittag der Hcnlptausschuß des Reichstages Zusammentritt, der sich um 10 Uhr versammeln wird, um eine Erklärung des Kanzlers zu hören, wird die Fentrumsfraktion noch einmal eine Sitzung abhalten, von der nunmehr eine Entscheidung erwartet wird, nachdem sie gestern nicht gefallen ist. Dr. Helfserich zuruckgetreten. WTB. Berlin, 24. Sept. Wie wir hören, wurde der SLaatsminister Dr. Helfferich seinem Anträge entsprechend von dem Aufträge der Wahrnehmung der diplomatischen Vertretung des Reiches bei der Regierung der russischen föderativen Sowjet-Republik enthoben. Auf Wunsch des Reichs- kanzlers erklärte er sich bereit, seine frühere Tätigkeit wieder aufzunehmen und die Zusammenfassung der wirtschaftlichen Vorarbeiten MM Wed^nsvechandlunZen weiter führen. D;r Kaller M des KSMern fsn de? Front. | W^B Karl Esther schreibt im Berliner Lokalanzeiger \ vom westlichen Kriegsschauplatz: Erst wenige Tage sind hin- * gegangen, feit Kaiser Wilhelm zu den melen Tauiend.en von Arbeitest der Knrppwerte als zu Vertretern des unge- bouven Heeres der Arbeiter der deutschen Hcunatfront gesprochen hat. Der starke, einmütige Treuschwur, den btc Tausende ihm feierlich als ein Bekenntnis und als ein Gelöbnis in ihxem Namen und im Rainen aller ihrer arbeitenden Brüder ud Schwestern gaben, hat ihm und aller Welt gezeigt, daß Deutschlands innere Kraft in diesen Tagen drohender Gefahren und unvechüllt sich offrnbareiwer Ber- nichtungswut unserer Gegner sich fester denn je sich zusam- menschließt und strafst, um unter seiner Führuna in gewoll- ter, unverbrüchlich treuer Zugehörigkeit zu seinem Hause den Boden des Reiches m schützen. Mit der Botschaft dieses erhebenden Treugelöbniffes der Heimatftont, zu denen uns allen gemeinsamen großen Aufgaben ist der Kaiser nun wieder an die Front zurückgekehrt. Er will den Soldaten, die aus hartem Ringen kommen, und an der Schwelle neuer, schwerer Kämpfe stehen, von diesem Willen der Heimatftont durchzuhalten und wieder durchzuhalten, ihnen ein treuer Rlickhalt und ein Heer von helfenden Brüdern zu sein, erzählen und er wul ihnen zugleich Dank sagen für das Übermenschliche, was sie in diesem hingegangenen halben Jahre in Angriffskämpfen, deren Herrlichkeit für alle Zeit bestehen wird, und in hartem Abwehrringen, die Wunder von Heldenmut und treuen Ausharrens umfassen, geleistet haben. Seine Worte „Ich will die einzelnen Männer sel)en, ich will die Leute sprechen und ihnen die Hände drücken!" sollen ihre Erfiillung finden. Dcr Kaiser begibt sich zunächst zu den Kämpfern im Sundgau. Ein reicher Tag, den er inmitte?! den Offizieren und Soldaten seiner kämpfenden Armeen vollbrachte, liegt hinter dem Kaiser. Der Wunsch, die Aöänner, die im Sundgau unsere WaM vor den Franzosenstellungen halten, zm sprechen, und chnen- teilzugebcn an seiner festen, unbeirrbaren Siegeszuversicht, hat chn in das herrliche Land zwischen Mühlhausen mrd Colmar ge- ührt. Die Soldaten, zu deinen er kam, haben gerne gebrochen ; aus dem Atunde der Generäle konnte der Kaiser >as Gleiche immer wieder hören, wie aus dem Munde der einfachen Musketiere: lassen wir den Franz oder den Amerikaner hier durch!" Landmannschaften aus allen Teilen des Reiches stehen in diesen Divisionen, die der Kaiser sah und sprach, Männer, dis auf allen Kriegsschau. Plätzen gekochten haben, die im Osten und auf dem Balkan, im Ortcm und in Italien im Feuer waren. D..ß sich der Gegner jetzt zu ernsten- ehrlichen Beratungen über die Möglichkeiten eines Friedens mit uns sollte zusarnmenfinden wollen, glauben sie nicht, und dieser Glaube uwcht ihnen keine Sorge. Sie sind der Überzeugung, daß der Zeitpunkt, in dem unserem getreuen Aushalten der rechte Lohn gegeben werden muß, noch kommen wird, und sie wollen diesen rechten und von jedem ersehnten Zeitpunkt kämpfend in mannhafter Ruhe erwarten. Nachdem der Kaiser die an der elsassischen Front zum Abwehrkampfe eingesetzten Di- Visionen in ihren Bereitschaften, Reservelagern und Dorf- quartieren besucht und zu ihren Offizieren und Mannschaften gesprochen hatte, ist er darauf längs der ganzen lothringischen Front von Division zu Division gefahren. Aber nicht die Stäbe hat er ausgesucht. Sein Kommen galt wieder den kleinen Einheiten, den Brigaden, den Regimentern und Bataillonen: Er wollte sich auch hier vom Wohlergehen der kämpfenden Truppe durch eigenen Augenschein und unter persönlicher Aussprache mit dem einzelnen Mann überzeugen. Er suchte wieder die Möglichkeit, den bewähr- tcn Kämpfern seinen Dank für ihre Pflichttreue im tapferen Ausharren zu sagen, und ihnen zugleich die starken und erhebenden Soldatenworte in die neuen Kümpfe mitzugeben, an deren Schwelle wir vielleicht hier im Südwesten des Reiches stehen. Der Gesamteindruck, den man hierbei von dem Aussehen und der Stimmung unserer Kämpfer gewinnen konnte, ist ganz vortrefflich und zuversichtlich für ein gutes Ende. Jedermann von diesen Truppen ist nach wie vor tief von der Überzeugung durchdrungen, daß er die volle Kampfüberlegercheit über den Gegner bef’t»t. sei dieser nun Engländer, Franzose oder Amerikaner, und daß dieser, wenn es hier zum Ringen um den deutschen Boden kommen sollte, den starken Beweis hierfür erbringen werde. Unter den zahlreichen Truppeneinheiten, die der Kaiser so sah, war auch die zurzeit in den Kampf eingesetzte Brigade des Prinzen Oskar von Preußen, der trotz der Nachwehen seiner Verwundung wieder als Feldsoldat in der Front steht und selbst alle ungeheuren Anstrengungen der K'üinpfe als ein Kamerad seiner Leute mit der Truppe teilt. Zer mzm&. deutsche MdEasd. TU. Poincare und Elemenceau haben am letzten Sonntag wieder verschiedene Frontabschnitte besucht. Die gestrige Havasnote erklärt, der Widerstand der deutschen Truppen auf der ganzen Hindenburglinie nehme dauernd zu. Heftige Gegenangriffe gegen die alliierten Armeen häufen sich und wer- den mit großer Erbitterung ausgeführt. Der starke Regen macht große Operationen unmöglich. TU. Zu den Kämpfen vom 21. September bei Efsignn le Grand bemerkt ein Havaskommentar: Die Deutschen bereiten eine starke Verteidigung vor. Man konnte in den letzten Tagen beobachten, daß unsere Feinde wahrhaftig geordnete Schlachten lieferten, um uns zurückzudrangen oder unfern Vormarsch aufzuhalten. Sie haben starke natürliche Verteidigungsanlagen und in Beton ausgeführte Befestigungen. Die natürlichsten Hindernisse, die wir zu überwinden haben, werden uns vielleicht große Schwierigkeiten bereiten. Defon- ders zu bemerken, daß in der Hindenburglinie ein weitaus- gedehntes Retz von Wassergräben und Tälern angelegt ist. ai ^ Dienstpflicht in Irland. TU. Der Nieuwe Rotterdamsche Courant meldet aus London: Dian erwartet jetzt, daß beim Zusammentritt des Parlaments am 12. Oktober eine königliche Verordnung zur Einführung der Dienstpflicht in Irland erscheinen wird, die, wenn das Parlament sich nicht widersetzt, 14 Tage später in Kraft treten soll. Der „Dank" Amerikas au England. TU. Im Kamas „City Star" veröffentlickt Theodor Roofevelt einen Artikel, in dem er sich über oie Dankesschuld Amerikas an England verbreitet. Ohne die englische Seeherrschast wäre das Eingreifen Amerikas in Europa prak- tisch unourchführöar geworden. Für die Sicherheit der amerikanischen Truppentransporte gebühre den Engländern ewige Dankesschuld. Eure unserer Friedensbedingungen, erklärt Noosevelt, soll darin bestehen, daß England jede Kolonie bchalten darf, die es von Deutschland in der Südsee oder in Afrika erobert hat. (Das nennt man nach amerikanischer Anlasftrng natürlich keine EroberuirgspoliLiL.) Eraj Nurian über die FriedenLüote. TU. Graf Burian wird in der ersten Sitzung der Delegation seine Friedensnote an die Regierungen wiederholen. Gleichzeitig wird Gra-f Binnen eine Erklärung über die Rkotive abgeben, die ihn zu dem Friedensschritt geführt hoben. B-Gsrilchs RnturorL mil die Friktzensiiste. WTB. Sofia, 24. Sept. (Bulg. Telegr. Agentur.) Die Antwortnote der bulgu Aschen Regierung aus den österr^-ch.- ungarischen Vorschlag hat folgenden Wortlaut: „Herr Minister! Die königliche Negierung hat mit lebhafter Befriedigung o* Rote vom 14. 9. ausgenommen, wodurch Euere Exzellenz alle kriegführenden Staaten eingeladen hat, zn einem unmittelbaren Gedcurkenaustausch zu schreiten über die Mittel, dem Kriege ein Ende zu setzen und die Eintracht zwischen deq in den gegenwärtigen Weltbrand verwickelten Völker wieder- herzustellen. Diese Anregung entspricht vollkommerr ebenso sehr den Bestrebungen des bulgarischen Volkes wie den Ansichten seiner Regiervmg. Ich beeile mich daher, Ew. Exzellenz mitzuteilen, daß Bulgarien bereit ist, Delegierte zu entsen-^ den behufs Fühlungnahme mit den kriegführende: Staaten und, wenn sich die Rlöglichkeit dazu bietet, behufs regelrechter Verhandlungen. Bulgarien ist umso geneigter, an Schritten teilzunehmen, die den Zweck verfolgen, die Völker einem Einvernehmen näher zu bringen, das den Frieden herbcizu- führen geeignet wäre, als es in diesem Kriege nur Ansprüche erhebt, deren Grundsätze schließlich allgemeine Zustimmung gesunden haben. Treu dem demokratischen Idral der Gerech- iigkeit und Freiheit, woran uns die Üöerlieferunqen unsers- Wiedergeburt, der Geist unserer politisäien Verfassung u. alle Hilfsquellen unseres öffentlichen Lebens binden, streben wir weder nach der Eroberung von fremden Volksstümmen bewohnter Provinzen, noch nach der Herstellung einer Vorherrschaft über unsere Nachbarn. Unsere Kriegszirle fassen sich einzig und ausschließlich zusammen in der Festigung un- serer Sicherung und in der Berwirklichvng der Einheit un- seres Volkes in den ethnographischen Grenzen, die ihm di« Geschichte angewiesen hat und die durch aus der Entscheidung der Großmächte geflossenen Akte in der Vergangenheit wiederholt <>lnktionier1 worden sind. Die Fonnel datiert nicht von heute. Jedesmal wenn die Balkanfrage zur Sprache ge- tomn.en ist, fei es vor dem großen diplomatischen Gerichtshof von Europa, sei es in den Beratungen der interessierten Völker selbst, stellte sich Bulgarien unveränderlich auf den Boden der Nationalitäten. Heute wie gestern verlangen wir nichts darüber hinaus, was uns die tatsächliche Ausbreitung unseres Volksstammes verbürgte. Indem wir die auf solch« Weise formulierten Ansprüche unseres Volkes verfolgen, haben wir das Bewußtsein, nicht bloß an der Schaffung einer billigen und dauerhaften Ordnung im europäischen Orient mitzuarbeiten, sondern auch unseren loyalen Beitrag zur Gründung jener Gesellschaft der Nationen zu leisten, wonach die Stimmen der zivilisierten Völker immer gebieterischer ru- fen. In diesem Gedankengange glauben die von dem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika geäußerte Ansicht über die Notwendigkeit, die Konflikte der Balkanstaaten nach dem Recht der Nationalitäten zu regeln, hervorheben zu nnissen. Nachdem die Verbandsmächte wiederholt öffentlich denr Gedanken Wilsons zustimmten, hat Bulgarien allen' Grund zu schließen, oaß die Regierungen dieser Mächte gegen seine Ansprüche keinerlei grundsätzliche Einwände erleben können. Indem wir also die Überzeugung Errrer Exzellenz, daß zwischen den im Kriege befindlichen Staaten eineEinigung möglich ist, teilen, hegen wir die Hoffnung, daß der Schritt' der k. und k. Negierung dazu dienen wird, das Ende des ungeheuren Krieges, der die Menschheit in Trauer versetzt, zu be,chleunigen und die Organisation eines internationale^ Lebens zu fördern, das auf edlen Grundsätzen beruht, deren^ Heraufkunft die maßgebendsten Stimmen unter den großen Rationen forderten und, die triumphieren zu sehen^ Bulga»^ rien ganz besonders glücklich wäre. Zur Ablehnung der Frledensnote. WTB. Wien, 24. Sept. Die Schnelligleit der Ablehnung der Rote Burians seitens Amerikas und Frankreich-G war nüh't nur geboten, um auskeimende Friedenshoff- nungen zu ersticken, sondern auch deshalb, well in der ftan, zösischrn Kammer eine Diskussion vermieden werden mußte, die Elemenceau zu unliebsamen Geständnissen genötigt hätte. Der schüchterne Einw-and der Times, daß es dessen gewesen wäre, vorher eine Art Versailles Diplomatenrates nach dem Muster des Versailler Kriegsrates zu schaffen, war eine Entgleisung. Ein Versailler Diplonmtenrat ist derzeit glatt uninöglich. Die Erörterungen von Friedens» n'.öalichkeiten sind ausgeschlossen, weil "offenbar zwischen' England, Frankreich, Italien unter dem Eindrücke der .Kriegslage neue Geheimverträge entstanden sind, die das Lick^ der Öffentlichkeit scheuen müssen. Wilson, der diesen Geheimvertrügen gegenüber freie Hand hat, aber von ihnen weiß und sie billigt, beeilte sich somit aus demselben Grunde mit der Antwort, aus denl Elenrenceau feine Grobheiten auftischte. Die Antwort Frankreichs. TU. Das Kopenfx euer Blatt „Politiken" meldet aus Paris: Der Ausschuß der radikalen Kammergruppe empfahl der Regierung, den Vorschlag Burians durch die Vermittelung eines neutralen Staates ausführlich zu beantworten. Die Unfähigkeit der Gntente-Diplomatie. TU. Ein Leitartikel des Journal des Debats greift dsi Regierung heftig an, daß sie es nicht für nötig gehalten habe, auf die Note Burians zu antworten. Dieses unhöfliche Vor- aehen werde zwar den Beifall aller Scharfmacher finden, in' Wirklichkeit aber wird dadurch lediglich die Unfähigkeit der Ententediplomatie bewiesen. Die Crc.vA'K8Ln in SSdmNMd. TU. Wie die Voffische Zeitrrng erfährt, wird eine der wichtigsten Fragen der unter deutscher Vermittelung wieder aufzunchmenden ukrainisch-russisa-en Friedensverhandlun^ gen die Frage der staatsrechtlichen Stellung Eüdrußlands (Don-, Kuban- und Kri'."gebieh bilden. Es handelt sich hierbei um jene Gebiete, die Deutschland nach Austausch der Natisikationsurkundon zum ukrainisch-, ssischen Frieden zu räumen beabsichtigt. EikrskLife« CKgiMLs und Ämerilas ln Cltinrr. bb. Drahtlos wird arrs London gemeldet: Englische Kriegsschiffe sind in den Gewässern von Kanton zusamme.lge. zogen worden. Da die Gefahr eines inneren Krieges zwischen Nord- und Südchina besteht, habe Sir John Jordan im Namen der britischen Negi-rung die Vermittlung Englands und der Vereinigten Staaten angeboten. Die Negierungen beider Parteien haben bisher noch keine Entscheidung getroffen. (Diese Nachricht wird in Japan recht übel vermerkt werden, weil dieses schon glaubte, in China freie Hand zu haben Jetzt mischen sich auch England und Amerika ein. Es ist da. her nicht verwunderlick, wenn aus Tokio die Nachricht von dem Rücktritt des japanischen Kabinetts kommt.) 20008 leimen verMt. WTB. Berlin, 24. Sept. (Amtlich.) Aus dem Mit- tekm'r-Krleasschauplatz versenkten unsere U-Boote 20 000 BRT. Schiffsraum, darunter einen französischen Truppen- Transporter nahe der französischen Küste. Der Lhef der Admlralstabe» der Marine. Aus WMeutschluud. D Oeldorf, 24. Sept. Es Ist wiederholt auf die Errich- mng <*me* LehrlinAsheimes hincjewiesen worden. Berufene Kreise haben sich neuerdings wiederum mit dieser Notwen, diokeit befaßt und führen daher folgendes aus: Unter den gegenwärtigen Umständen ist die Zuführung neuer Lehrlinge in aute Lehrstellen des Handwerks von größter Bedeutung. Hu. t.k-Leute, die ein weil die Auf- Ls 'ist deshalb tief bedauerlich, daß viele Handwerk lernen wollen, hierzu nid;t kon Lah ne in die Familie des Lehrmeisters ni. mehr üblich und Dine andere Unterbringung nicht möglich ist wegen der großen erzieherischen Gefahren und der großen Kosten. So mußte S*acDcc Waisenknabe, mancher Sohn kinderreicher Familien und mancher Junge vom Lande darauf verzichten, bei einem tüchtigen Lehrmeister in der Stadt ausgebildet zu werden, weil es an geeigneten Einrichtungen fehlt, weil |te keine geeignete Unterkunft finden können. Die berufenen Dertretun- gen des Handwerkes sind in Übereinstimmung mit Schulmän- nern und Vertretern der Behörden, der Geistlichkeit und der Jugendfürsorge zu der Überzeugung gelangt, daß die Errichtung von Lehrlingsheimen geeignet ist, hier wirksame Abhilfe zu 'schaffen. Die Frage wurde auf Veranlassung des In- nungsausfchusses der vereinigten Innungen in einer Der- sammlung der Obermeister der hiesigen Innungen mit dem Vorsitzenden des Gesellenvereines besprochen. Zu einer dem- nächstigen weiteren Besprechung werden die Obermeister und Vorstandsmitglieder der Innungen eingeladen. Die Dring- lichkeit der Errichtung eines Lehrlingsheimes in Düsseldorf wurd'e einmütig anerkannt. Die schleunige Errichtung wird angestrebt und aus Handwerkerkreisen gewiß gern finanziell unterstützt, bei der heutigen Lage des Handwerkes ist dies aber nur möglich, wenn Regierung und Stadt eine Deihülfe bewilligen. Es wird aber auch auf die Unterstützung der mit Glücksgütern gesegneten Mitbürger gerechnet, wenn sie hier- um angegangen werden. In Köln ergab eine solche Sammlung beim ersten Versuch gleich 60 000 Mark. Emmerich, 24. Sept. Auf 400 000 M beläuft sich der Wert des in dem aus Holland kommenden Rheinschiff von den Soldaten der Rheinübcrwachungsstelle entdeckten und beschlagnahmten Schmuggelwarenlagers, das im Inland ab- gesetzt werden sollte. Es fanden sich allein 120 000 Stück Kwatta-Schokolade vor. Oberhaufeu, 24. Sept. Die hiesigen Arbeiterorganisationen und konfessionellen Vereine hatten beim Oberversi. cherungsamt unter eingehender Begründung eine Echöhuno Her Ortslöhne um 50 Prozent beantragt. Auf ihre Ein- gäbe ist die nachstehende Antwort erfolgt: „Auf die an das Dberversicherungsamt gerichtete Eingabe der Gewerkschafts- kartelle vom 29. vor. Mts. betr. Erhöhung der Ortslöhne des diesseitigen Bezirks teile ich Ihnen im Aufträge des Oüerversicherungsamtes mit, daß diesbezüglich allgemein im Regierungsbezirk Düsseldorf Feststellungen im Gange sind und eine Erhöhung der Ortslöhne im Durchschnitt um etwa 33V, Prozent vom Hundert mit Wirkung vom 1. Oktober ds. Is. in Aussicht genommen ist. Bochum, 24. Sept. Die Brotkartenschiebungen haben, pie es scheint, einen viel größeren Umfang, als man anfangs Vnzunehmen wagte. Die Verhaftungen gehen weiter. Es dürften wohl schon 50 Personen gefangen sitzen. Besonderes ßnteresse dürfte der Kreis der Brotmarlen-Abnehmer erregen. Dortmund, 24, Sept. Der Wirt Demmer und der Schuhnrachermeister Türthmcmn übten gemeinsam den Flur- schütz aus und befanden sich auf den Feldern bei der Zeche „Tremonia". Als Demmer eine Flur überschreiten wollte, kam er in der Dunkelheit zu Fall. Das Gewehr entlud sich, und die ganze Ladung drang dem unmittelbar vor ihm gehenden Türthmann in den Rücken. Die Verletzung war tödlich. * Halver I. W., 24. Sept. Ein italienischer Kriegsgefangener, der bei dem Landwirt Schaub zu Steinbach in der hiesigen Gemeinde untergebracht ist, geriet beim Hafermähen durch Absturz vor die Messer der Mähmaschine. Als der Landwirt Schaub dies bemerkte, stürzte er hinzu und rettete den Gefangenen aus seiner gefährlichen Lage. Hierbei erlitt er selbst so schwere Verletzungen, daß er dem Krankenhanse zugeführt werden mußte, während der Gefangene mit dem Schrecken davonkam. Aber solche und anoere Handlungen selbstloser Menschenfreundlichkeit werden nichts daran ändern, daß unsere Feinde uns als Barbaren bezeichnen. Münster, 24. Sept. Seit Monate.r wurde beobachtet, daß die von der Molkerei in Harsewinkel abgesandte Butter bei der Ankunft an ihrem Bestimmungsort ein größeres Mindergewicht aufwies. Durch die Polizei wurde bei dem Bahnhofsvorsteher Kelnhofer eine Haussuchung vorgenommen, bei oer man größere Mengen Butter im Keller vorfand, die von der gestohlenen stammte. Gladbeck, 24. Sept. Amtmann Dr. Iovy, der bisher fein Amt kommissarisch verwaltete, ist nunmehr endgültig zum Amtmann der hiesigen Gemeinde ernannt worden. Kassel, 24. Sept. Die Wirtschaftliche Vereinigung der Kriegsbeschädigten (Sitz Essen) hatte die Vertreter der an- geschlossenen Ortsgruppen zu Freitag und Samstag zu einer außerordentlichen Tagung nach Kassel eingeladen. Zu diesen Verhandlungen hatten sich außer den Vorstandsmitgliedern weit über 200 Vertreter von Ortsgruppen, vornehmlich aus Rheinland-Westfalen, eingefunden. Der Vertreter der Orts- gruppe Kassel hielt die Begrüßungsansprache. Der geschäfts- führende Vorsitzende Adorf-Essen wies in seiner Begrüßungs. rede auf die seit etwa l'A Jahren bestehende Hetze gegen dre Vereinigung hin. — Aus der hierauf zur Verlesung gelangen- den Niederschrift über die im Febrrmr abgehaltene Vertteter- tagung geht hervor, daß in dieser der Vorsitzende Adorf mit einem Gehalt von 7000 und 3000 JH Teuerungszulage als geschäftsführender Vorsitzender fest angestellt worden ist; fer- ner ist zu erwägen, daß die Vereinigung 229 Ortsgruppen zählt, während 25 im Entstehen waren. Runmebr trat Der- sammlung in die Beratung des Hauptgegenstanbes der Ta- gung ein: Bericht über Ursache und Zweck der Tagung und Neuwahl des Gesamtvorstandes. Einleitend teilte hierzu der Vorsitzende mit, daß er ebenso wie die anderen Borstanosmit- glieder zurücktrete. Sodann sprach er den anderen Vorstands- mitaliedern, die mitgearbeitet hätten, die Vereinigung zu ihrer heutigen Höhe zu bringen, herzlichsten Dank aus. Die Wahl des geschäftsführenden Vorsitzenden für Ine Versammlung löste eine sehr lebhafte Geschäftsordnuiiasaussprache aus. In der Absprache spielten die gegen die Hauptverwaltung nicht nur in den Ortsgruppen, sondern mtc§ in den Tageszeittm- gen erhobenen Vorwürfe eine große Rolle. Das Ergebnis der vertraulichen Ausspracl>e bildete trotz aller Angriffe die Wie- derwahl der meisten bisherigen Vorstandsmitglieder. Bei der Wahl des ersten Vorsitzenden erhielten Adorf-Essen 228 Stimmen und Steinoruber-Dresden 249 Stimmen. Da aber für 98 Stimmen aus'Sachsen das Stimmrecht entzogen wurde, hatte Steingruber nur 151 erhalten und Adorf wurde als gewählt bezeichnet. Darauf erklärten eine Anzahl der größten rycinisch-westfälischen Ortsgruppen mit rund 1.0 000 Mitgliedern ihren Austritt aus der Vereinigung. Die sich nach, mittags anschließende öffentliche Kundgebung hatte einen verhältnismäßig sehr guten Besuch aufzuweisen. Mmrs MnbahLimliitk in Lresöen. 32 Tors, 28 Schwerverletzte. TU. Dresden, 23. Sept. Gestern abend fuhr der Leipziger Zua D 13 mit schon mäßiger Geschwindigkeit am Rlsaer Platz aus den haltenden Berlin-Wiener D-Zug, der Berlin um 7,04 Uhr verlassen hatte. Dieser Zug mußte dort warten, da ein Personenzug wegen Mäschinendesekt ihm den Weg versperrte. Durch das Ineinanderfahren von Wagen wurden zahlreiche Personen verletzt. Das Unglück entstand dadurch, daß der Personenzug Leipzig-Dresden au der genannten Stelle einen Maschinendescit erlitten hatte und halten mußte. Es steht noch nicht fest, ob das Haltesignal von dem Lokomotivführer des Leipziger Schnellzuges übersehen worden oder ob es falsch gestellt war. Der Leipziger Schnellzug fuhr mit voller Gewalt in den Berliner Schnellzug hinein, von dem die letzten 4 Wagen lncinandergeschobeu und zerstört wurden. Nach den letzten Feststellungen wurden 32 Tote, 28 Schwerverletzte und eine große Zahl Leichtverletzte gezählt. Unter den Toten befindet sich die Frau des Dresdener Hoskapellmeisters Pari Pemlaur. WTB. Dresden, 24. Sept. (Amtliche Meldung.) Das Eisenbahnunglück, das sich gestern abend 10,06 Uhr auf der viergleisigen Hauptbahnstrecke Leipzig-Dresden kurz vor dem Bahnhof Dresden- Neustadt ereignete, hat sich leider als einer der schwersten Unglücksfälle hevausgestellt, von denen bisher die sächsische Etaatseisenbahnverwaltung be- troffen worden ist. Der Vorgang war nach den bisherigen Ergebnissen der amtlichen Untersuchung folgender: Der von Leipzig über Doebeln nach Dresden verkehrende Personenzug 1513 (fahrplanmäßig 9,28 Uhr in Dresden-Reustadt) erlitt am Einfahrtssignal des Bahrrhofs Dresden-Neustadt einen Lokomotivjchaden, so daß er vor vollendeter Einfahrt liegen blieb. Dadurch dam der von Berlin kommende D- Zu'g 190 (fahrplanmäßig 9,58 Uhr in Dresden-Neustadt) vor dem vorausliegenden Block dir. 30 zum Halten. Seine letzten Wagen standen in der Nähe der Brücke über den Riefaer Platz. Auf diese Wagen fuhr der aus Leipzig kommende D-Zug 13 (fahrplanmäßig 10,08 Uhr in Dresden-Neustadt) auf und darüoer. Wie es möglich war, daß der Führer des D-Zuges 13 in die vom Berliner Zuge besetzte Blocksttecke einfuhr, obwohl die Strecke unmittelbar nach dem Unfall den angestellten amtlichen Ermittelungen zufolge gesperrt war, darüber können erst die im Gange befindlichen wei- teren Erörterungen endgilttgen Aufschluß geben. Die Geschwindigkeit des Leipziger Zuges war zwar schon infolge der Warnstellung des Vorsignals etwas ermäßigt worden, jedoch noch groß genug, um eine verhängnisvolle Wirkung auszuüben. Von den Reiseirden des Leipziger Zuges wurden glücklicherweise nur wenige, und auch diese nur leicht verletzt. Dagegen wurden im Berliner Zuge, von dessen Wagen mehrere vollständig zertrünnuert wurden, 31 Reisende getötet und 30 schwer verwundet. Als leicht verletzt sind bisher 29 Person ermittelt. Die Namensfeststellung i ist noch nicht beendet. Die Dresdener Feuerwehr und eur Eisenbahnhilfszug waren nach kurzer Zeit zur Stelle. Mehrere Arzte traten sofort in Tätigkeit, ebenso leisteten Beamte der städtischen Wohlfahrtspolizei wertvolle Hilfe. Präsident Dr. Ulbricht und die leitenden Beamten waren u.it dem Hilfszug eingetvoffen. Die Unfallstelle wurde von Polizeibeamten und durch vom Generalkommando befohlene Mannschaften abgesperrt. Finanzminister von Seyde- witz erschien gegen 1 Uhr nachts auf der Unfallstelle, wo heute vormittag auch Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Mathilde sich einfand. Die Schwerverwundeten wurden sofort in Krankenautomobilen in das Friedrichstädter Kran- kenhaus überführt. Bei der Schwierigkeit des Rettungswerkes konnten die letzten Verwundeten leider erst um l AS Uhr morgens geborgen werden. Bis jetzt konnten nur erst festgestellt werden als getötet: Frau Kapellmeister Pembaur (Dresden); Frau und Tochter des Lokomotivführers Gaeb- ler (Dresden); als Schwerverwundet: Soldat Paul Deck« wirth (Groß-Schönau bei Zwittau), Schütze Erich Stantz (Dresden-Reustadt), Soldat Karl Lütz aus Kkoettchen, Gar» nisonverwaltungs-Inspektor Kästner (Dresden); Johanna Gründel (Friedrichshagen); Direktor Ronnecke (Berlin); Anna Berlin aus Eck)weden, Zigarrengeschäftsinhaber Karl Hoeretz (Dresden); Reinhard Seifert (Dresden); Packer Rich. Bernhard (Dresden); Beamter Derthold Ketsch (Berlin); Kaufmann Hugo Hermann (Dresden); Vizewachtmeister von Erayn (Berlin-Grunewald); Karl Soebl (Berlin); Zivilin- genieur Georg Ludwig und Frau (Berlin-Tegel); Ullrich von Beyrink (Potsdam); Frau Rollin (Dresdens Wau« meisier Schümichen (Dresden); Frau Direktor Reh. ^sch. witz); Helene Ortmonn (Dresden); Georg Ley (Dresden), Frieda Madiger (Dresden)^ Aus aller Welt. WTB. Berlin, 24. Sept. Der M'-ichsanzelger meldet: Dem Obersten von Woerne wurde das Eichenlaub zum Orden Pour le merite, dem Major von Quednow und dem Hauptmcmn Kühne der Or^ our le mertte verliehen. — Der Reichsanzeiger veröffentlicht ferner die Ausführungsbestimmung stur Verordnung über die Preise für Mar- garine und eine Änderung der Verordnung über die Rege- kung des Fleischverbrauchs. WTB. Berlin, 24. Sept. In der Sitzung des Dundesrats wurden die Entwürfe der Bekanntmachung über Änderung der Bekanntmachung zum Schutze der Mieter und eine Be- kanntmachrmg über Rlahnahmen gegen den Wohnungsmangel angenommen. Einheitliche Krlegsanlelheverstcherung für Heeresaugehörige. WTB. Seit Einführung der Kriegsanleiheversicherung im Frühjahr 1917 hat die Beteiligung der Heeresangehörigen an dieser Form der erleichterten Zeichnung mit jeder Anleche an Umfang zugenommen. Die militärischen Behörden standen der Einrichtung von Beginn an wohlwollend gegenüber. Ihrer guten Absicht, die private Werbetätigkeit amtlich zu unterstützen, legte jedoch die Verschiedenartigkeit der Tarife uirü Versicherungsbedingungen Schwierigkeit«! in den Weg, die mit der Kahl der beteiligten Gesellschaften wuchsen. Immer dringender machte sich mit der Zeit das Bedürfnis nach einer einheitlichen Gestaltung der Kriegsanleche-DersicherunA für unsere Feldgrauen geltend. Es haben sich nun vor einigen Wochen zehn deutsche Lebensversicherungsgesellschaften zu dem Deutschen Kriegsanlecheversicherungs-Deäand zufam- mengeschlossen, der die Kriegsanleiheverstcherung für Heeres- angehörige auf eine einheitliche Grundlage stellt. Die Ver- sicherung'sform dieses Verbandes ist eine auf 12 Jahre abgekürzte Lebensversicherung ohne ärztliche Untersuchung und ohne Wartezeit; alle Altersstufen zwischen 17 und 50 Jahren zahlen die gleiche Prämie; die Kriegsgefahr ist eingeschlossen. Der Betrieb dieser für unser Heer bestimmten Versicherung erfolgt auf gemeinsame Rechnrurg der beteiligten Gesellschaften nach einem vereinbarten Teilungsplane. Daneben bleibt es den einzelnen Gesellschaften überlassen, ihre eigenen Ein», richtungen für die allgemeine Kriegsanleiheversicherung nach ihrem Ermessen weiterzuführen. Es steht zu erwarten, daß der Deutsche Kriegsanleihe-Versicherungsoerband die Beteiligung unseres Heeres an der 9. Kriegsanleihe wesentlich steigern und somit zu einem stattlichen Gesamtergebnis der An- leche beitragen wird. Die Geschäftsstelle des Verbandes befindet sich bei der Preußischen Lebens-Ders.-Akt.-Ges., Berlin, W. 8, Mohrenstraße 6. Rosenberg, 24. Sept. Am Sonnabend verstarb, 73 I. alt, auf Bellschwitz (Kreis Rosenberg) Graf Ludwig Magnus Roland von Brunneck, feit 1904 Herrenhausnlitglied, man» mecherr und Burggraf von Marienburg. Die Kohle nuot in Euglaud. WTB. „Daily News" meldet, daß 41000 Grubsnar- beiter aus dem Heeresdienst zu den Kohlengruben entlassen wurden und weitere 13 000 jetzt entlassen werden, daß aber weitere gelernte Kohlenhauer in den in England stehenden Truppenteilen nicht vorhanden sind. Rach einer Äußerung des Kohlenanites wird der Kohlenmangel dadurch soweit behoben werden, daß bei den striktesten Einschränkungen des Kohlenverbrauchs einer Katastrophe vorgebeugt wird. Trotzdem werde jedermann den Winter furchtbar fühlen. Zur MLerlrnttMg md LZMMg. Kann man das Leben verlängern? Die oft aufgeworfene Frage, ob eine künstliche Beeinflussung der Lebensdauer möglich ist, behandelte R. Demoll in einem Vortrage, den er im Münchener Verein für Naturkunde gehalten hat. Er ging dabei, wie einem Bericht, der »dtaturwissenschasten" zu entnehmen ist, von der Erwägung aus, daß die Entwicklung erst mit der Beendigung der Alters- Veränderungen abschließt. Man kann also sagen, daß der Organismus sich tot entwickelt; es handelt sich demnach um die Frage, ob es möglich ist, den Mlauf der Entwicklungsmög- lichkeit zu beeinlfussen. Es ist zunächst zu untersuchen, ob sich die Entwicklungsmöglichkeit verlangsamen läßt, ohne daß die Etoffwechfelprozafse behindert werden. Dabei ist es durchaus nicht von vornherein abzulehnen, daß die Vorgänge lder Entwicklung und der des Stoffwechsels von einander getrennt werden könnten, wenngleich die Frage auch heute noch nicht entschieden ist. Auch liegt es durcljaus im Bereich der Möglichkeit, daß durch Wiederholen einzelner Abschnitte der Entwicklung infolge einer teilweisen Regeneration des Körpers das Leben verlängert wird. Weiter erhebt sich die Frage, ob es möglich ist, nicht das Einzelwesen, sondern die Kanze Art so zu beeinflussen, daß eine länger lebende Rasse entsteht. Wenn man annimmt, daß der Tod der Gehirnzellen eine ausschließliche Funktion ihrer Tätigkeit ist, so daß eine lebende Atasse lebender Substanz nur zu einem bestimmt sestgelegten scharsbegrenzten Energieumsatz befähigt ist. so kann eine Masse von der doppelten Lebensdauer nicht gezüch- tet werben, cchne daß zugleich die Lebensintensität auf die Hälfte herabgesetzt würde. Die Tatsachen sprechen aber gegen eine solche Annahme, unb es erscheint daher im Prinzip möglich. Arten hinsichtlich ihrer Lebensdauer unizuzüchten. Ebenso w. es gelungen ist, dem Schwein eine besondere Mastfähigkeit oder dem Huhn eine hohe Legefähigkeit anzuzüchten, wird auch die künstliche Beeinflussung der Lebensdauer möglich sein. Für den Rlenschen wird eine solche Umzüchtung aber nicht in Frage kommen, da er dem Experiment nicht zugänglich ist. Das Herumfaulenzen ist verboten. Eine ganz besondere Auffassung von seinem Daseinszweck scheint der Heimatverein ^es braunschweigischen Fleckens Ottenstein im Kreise Holzminden zu haben. Der Ort erfreut sich einer schönen Linde — der sogenannten Si- gurdlinde, die von gärtnerischen Anlagen umgeben ist. Der Heiinatverein hat das umliegende Fleckchen Erde schön Herrichten lassen und auch einige Ruhebänke ausgestellt. Ruhebänke sind, so wird doch allgemein angcnonnnen, zum Ausruhen da. Gewiß, sagt der Heimatverein von Ottenstein, aber nur für uns, nicht für andere Leute. Und so ließ er an den Ruhebänken eine Tafel anbringen mit den nmrkigen Worten: „Während die hiesigen Bewohner schwere Arbeit haben, ist das Herumfaulenzen auf diesem Platze verboten. Der Hei- matverein." Mit diesem Ukas waren nun aber doch einige ^ Otter.steiner nicht gan^ einverstanden. Sie Machten ein \ Spottgedicht darunter an, in de>n sie den Heimatverein re- j gelrecht verulkten. So stehen sich denn jetzt in Ottenstein \ zwei Parteien gegenüber, die in den Zeitungen lebhaft ihren gegenteiligen Standpunkt vertreten, und es ist noch gar nicht abzusehen, wie dieser Froschmausekrieg enden wird. Witze aus der Liller Kriegszeitung. Selbstbestinimunasrecht der Völker. In unserem Unterstand kam die Rebe darauf, was aus deni einfttnals dem Zaren gehörigen diaturpark werden würde, der die letztes auf diej er Welt noch vorkommenden Wisente aufwies. Da! meinte unser Unterofsizier L., der lustige Altelsässev: „Man weiß es nicht, die Wisente haben noch nicht abgesttmmt." —+ Die Pillen. Ein Junge geht in die Apotheke und verlangt ein paar Pillen. Der Provisor ff^agt: „Soll ich sie diy einwickeln?" Da sagt der Junge: „Ra, denken Sie vielleicht, ich will sie nach Hause rollen?" Zoologische Merkwürdigkeit. Herr und Frau Doktor sitzen beim Abendessen, als bU Köchin hereintritt mit den Worten: „Gnädige Frau, dürfte ich wohl noch etwas in die Anlagen gehen, die Nacktigall singt so herrlich?" — Während Frau Doktor znsttmmerrd nickt, sagt ihr Mann: „Sagen Sie, Auguste, ist das die- selbe Nachtigall, die gestern zwei von memen Zigarren ge- raucht hat?^ ~ Der Titel. Mein Freund Dcnninik hatte ein Buch herausgegeben .Ratgeber für häßliche Darnen." Niemand Lauste es. Dc> ,ufie er es um: „Wie werde ich hübsch?" Mühselig ver- ickerten einige wenige Stücke. Daraufl)in versuchte er cs •tm driilenMme mit dem Titel: „Winke für Mne drei Wochen war die erste Auslage vergriffen» PoSiiilcbes. Nach einer Meldung der „Fickf. Zig." hat der bulgarische Ministe Präsident ohne Zustimmung deS Kriegs und des Parlaments den Feinden ein Wafferrstillstauds- angevot gemacht. Tob Vor h-n habe bei Bundcs- regürungen große Erregung hctvorgeruffn. Militärische Maßnahmen zur Un^rstützung der bulgarischen Front seien im Gange. Mr 5 lr 6 k Wü Lsscl * Die fleischlosen Wochen. Das Kriegsernährungs. amt bestätigt die Nachricht, daß die fleischloftg Wochen bis Ende Januar ausgedehnt werden ' Erhöhung der Kartosfelvation? Im Kriegs- ernährnnosawt ist mitgeteilt worden, daß auf den Kvyf der Bevölkerung 9 Pfun^ Kartoff.ln v rrctit würden. Im Vorjahre waren eS bekanntlich 7 Pfund. 'S ** Großen. Ein besonders unter seinen Kollegen sehr bekannter und hochgeschätzter Arzt, Sanitätsrot Dr. Kaeß, ein gebo.ener Gichener und seit einigen Jahren wieder hier wohnhaft, hat den Titel „Geheimer Sanitätsrat" bekommen. * Frankfurt a. M. Am Mittwoch erfolgte ein Fliegerangriff auf Frankfurt. Es wurden 16 Bomben abgrworfen. Eine traf ein Krankenhaus. Eine Person ist getötet, 5 leicht verletzt. Zwei Flieger sind abgeschossen. * Frankfurt a. M. Der Bund deutscher Schuh- mochermniiftgen hielt hier eine außerordentliche Tagung ab, in der von den vergeblichen Bemühungen des Bundes als Vertreter des Schuhmacherhandwcrks beim Reichs- Wirtschaftsamt anerkannt zu werden, bi richtet wurde. D-'r Bund hat eine sämtliche Genossenschaft des Bundes umfassende Gesamtorganisation zum Großeinkauf von Rohmaterialien in der Uebergangswirtschaft neu geschaffen, für die zuzüglich der Beihilfen an Klcinhgnd Werker drei Millionen Mark zur Verfügung stehen. Die ArbeitSverhältnisse sollen durch einen Reichslohntarif geregelt werden. Zorn Vertreter des Handwerks im Herrenhaus wurde Obermeister Figge, Köln, vorge- schlagen. — Zur Förderung des Lehclinqswesens im Slbuhwackelhandwerk stellte Obermeister Reichel-Döbeln i. S. u. a. den Auftrag, die Mcistersöhne wieder dem Handwerk zuzuführen' Heber, die gegenwärtige Leder- und Materialicnvcrtellung und Ne Versorgung des Schuhmacherhandwerks mit Rohstoffen usw. in derUeber- gangszeit wurden gleichfalls Beschlüsse gefaßt. Zum Schluß kamen Maßnahmen über die lückenlose Organisation des Schuhmacherhandw- rks in Innungen, Bezirks- und Lun deö-Verbände mit der Spitze des ReichLv rbandcs zur Beschlußfassung. * Aus dem Kaklgrmrd Im Staüts.'vald dcL Königs. Fortzamts Schöllkripp v. wurde ein Lärchen- stomm von 24 Meter Länge und 25 Ztnlir. mittlerem Durchmesser gestohlen. Mesdadrn Zu einer aufregenden Szene kam es vor der Sttaskamme? in Wicsbader Als der Staatsanwalt ein b-rüchti-.tcs, gefesselt zumTecmie vorgeführtes Ernbrechcrttio w ’-n eines Einbruches in ein Lebensmittelgeschäft, bei ihm süc viele Tausend Mark Waren zur Beute gefallen warerz, ziemlich hohe Strafen beantragte, übersprang a p!ötz> ch verschiedene Freunde der Einbrecher-die Schranke, stümtcn auf die mit ihren --ff- sftltcn Händen dröhn 7-d auf die Schranke schlagenden Verbrecher zu und stießen dabki Drohun n aus, bc» sonders auB w-de" die Vn ssev ' irrt -ug für den Fall, daß diese cs wagen sollte, die Angeklagten in dem Verhcrndlungsbeiichle namentlich aufzuführen. Zeitweilig herrschte im Saale die reine Anarchie, und wäre nicht ein stärkeres Polizei- und Grichtspersona! zufällig zugegen gewesen, wer we ß, was geschehen wäre. * Wiesbaden Der Bäckermeister Ott, der sein m Bcotmeyl 10—20 Prozent Loubheumehl zugesetzt hatte, erhalt eine Geldstrafe von 500 Mark. — Die von den Städten Wiesbaden und Biebrich gemeinsam ur-terhaltene Schweinemästerei hat bisher mit einem Defizit von 87512 Mk. geo.rbe tet. Der Schwnuebs'stand soll nun von 350 auf 500 eehöB teer ' ch, was chn? ioeitcren Zuschuß beider Städte in Höhe von 65000 Mk. erforder ttch machen Wied. Diese Zuschüsse werden immer noch nicht so hoch, s - w.' ■ Uebe.preist für im Schleich Handel erworbene Schweine. Verantwortlich: A l b i n Klein, Gießen. WrcWtve Jtaeiger.- Sö wn'ck a g den 29. S-ptemb r (18. nach Trinitatis.) G o t t e s d i e n st. In de- Stadtkirchc. Vormittag' 8 Uhr, zu» gleich Christen lrhre sür die Ireukoufirmierten a S der Müflhäusgenmnde. Pf- rer Mehr. Vormittags 9^/» Uhr: Psarr.r 2-l wabc. Vornuttags 11 Uhr: Militär^ gotteLdienft. Pfa^.r^ Schwabe: Nachmittags 2 Uhr: Kinderkirche fü- die Mr l Zgemeinde. Pfarrer Schwabe. I n d c r I o h a n !. s k i r ch e. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christensthre fü- die Neukonfirmierten aus der Lukasaemeindr-. Pfarrer Bechlo ^Heime-. Vormittags O 1 /^ Uhr: Pfarre AuLfcld, VermiLtags 11 Uhr: Kinderkirche - - irr ffusstld. Nachmittags »!Ucb rnft im Komsirman? ensaal Bechtolsh m- Abends 8 Uhr: Hannessaal. Mittwoch, 2. Okt., sur iue Joha niesgemci 2 Uhr: Taubstummem- (Loblgsteelße) Pfarrer Bchelbesprechui.g im I abends 8 Uhr': Kn-gsbff.' nnde. __ _____ ‘ZggZZmti: T r-.- -*-\T«T9 Iv£i:-''.1, . Bern Fr&ds AeirztiM im Hssuse und in rfsr Ehe. Ein Ruch über Entstehung. Einrichtung und Geburt des Menschen, über die Krankheiten in der Ehe, deren Vorbeug- u. Heilungsmöglichkeiten von Seiten der Gattin selbst. Das illust. Buch von der Frauenärztin Dr. med. 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