Bezugspreis 80 pfg. monatlich vierteljährlich 2,40Mk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Ab geholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,80 Mk. — Erscheint Dienstag, Donnerstag u. Samstag. — Ncdaktionsschlutz früh 8 Uhr. — Kür Ausbemahrur^ oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,/Gietzcucr Zeitung", Eichen. Knzeigenpreis 24 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile, für Auswärts 36 Pfg. Die 90 mm breite Reklame-Zeile 100 Pfennig. E r t r a b e i l a g e n werden nach Gewicht und Größe berechnen Rabatt kommt bei Ueberschreitung deS Zahlungszieles <30 Daaej, bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohneBerbindlichkeit. Druck der Eichener VcrlagSdrnckcrei, Albin Klein. ExpeSition: Südanlage 21. Kr. 82. Telephon Nr, R 2 . Domierstag. dm 19. September 1918. Telephon Nr. ML 31. Jahrg. Wir kämpsstzL ÄöcrM westlich unserer alten Sicgfrredstcllnnß. flmtlicfa üerllsebe LZgesdericblr' wtb. Großes Hauptqu artier, 17. Sept. 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. In Flandern rege ErkundungstaLigkeit. Südlich von Upern scheiterten Teilanguffe des Feindes. An der Kanulstellung brachten pvmmerschc Grenadiere von erneuten Vorstößen gegen den Feind bei Sauchy—Cauchh Gefangene zurück. In der Gegend von Havri«court steigerte sich der Artillerickampf am frühen Morgen vorübergehend zu großer Stärke. Keine Jnsanterieiättg- fett. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Zwischen Ailette und AiSne dauerten die heftigen Angriffe des Feindes fort. Wir nahmen den Ostrand der Höhe östlich von Vauxaillori, auf der der Feind Fuß faßte, wieder. An der von Laffaux nach Osten führenden Straße drückte uns der Feind etwas Zurück. Am Nachmittage nach stärkstem AUillerirfeuer erneut vorbrechcnde Angriffe des Feindes scheiterten an den Gegenstößen der hier kämpfenden hannoverschen, braunschweigischen und oldenburgischcn Neserveregimenter. Sie schoben am Abend ihre Linien zum Teil wieder vor. Auch die südlich anschließende Brandenburger fünfte JnfanLersidivision schlug mehrfach durch Panzerwagen unterstützte Angriffe des Feindes ab Im Südtcil v n Bailly dauerten Kleinkämpfe an. In der Champagne wurde ein nächtlicher Vorstoß des Feindes südlich von Nipont abgewiesen. Heeresgruppe G a! l w i tz. An der Cote Lorraine, bei St. Hilaire und westlich von Jonville führten wie erfolgreiche Unternehmungen durch. Teilangriffc des Feindrs gegen Haumont und nordöstlich von Thiaucourt wurden abgewicsen. Die Artillerietätigkett beschränkte sich auf StölUngsstuN. Wir schossen gestern 41 feindliche Flugzeuge ab. Oberleutnant Lörzer errang seinen 40., Leutnant Rumch seinen 35. und Leutnant Thuy seinen 30. Luftsieg. Der Erste Gcneralquartiermeistec: Ludendorff. « Berlin, 17. Skpt., abends. Zwischen Ailette und Aisne scheiterten erneute Angriffe des Feindes. Von den anderen Fronten nichts Neues. » Berlin. 17. Sept. Unsere Mittelmeer-Unterseeboote versenkten 0000 Bc.-Reg.Tonnen Schiffsraum. Der Chef des Admiralstabes der Marine. » wtb. Großes Hauptquartlec, 18. Scpt. 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Nuppcecht. Bei Ipern wurden Vorstöße, beiderseits des La Bassee-Kanals mehrfach wiederholte Teilangriffe des Gegners abgcwtesen. Heeresgruppe des Generaloberst v. Borhn. Versuche des Feindes, sich nördlich vom Holnon« Walde an unsere Linien heranzuarbeiten, soivie Tetlan- grtffe gegen Holnon und Essigny le-Grund scheiterten. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz Zwischen Ailette und Aisue sctzte der Franzose seine Angr-ffe fort. Am Vormittage stieß ec zwischen Vauxaillon und Allemani, am Nachmittage nach stärkstem Feuer auf der ganzen Front mit starken Kräften vor. Der Feind, d^r zunächst auf Pinon und südlich der Straße Laffaux —Chavignon in unsere Linien eindrang, wurde im Gegenstoß wieder zurückgewocfen. Die gegen die übrige Front gerichteten Angriffe scheiterten vor unseren Linien. HeeresgcuppeGallwitz. Keine besondere Gefechtstätigkeit. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Kleinere Erkundungsgefechte an der lothringischen Front und in den Vogesen. Mazedonischer Kriegsschauplatz: Ocstlich der Tscherna stehen die Bulgaren seit dem 15. September im Kampf mit Franzosen, Serben und Griechen. Zur Abwehr des Feindes sind auch deutsche Bataillone eingesetzt worden. Der Erste Generalquartiermeister: Ludcndorff. 9 Berlin, 18. Scpt., abends. Englisch-französische Angriffe auf breiter Front vom Walde von Havnncourt bis zur Somme. Gegen den auf Mitte des Schlachtfeldes zwischen Hargicourt und Onignonbach eingedrungenen Feind ftno Gegenangriffe im Gange. An der übrigen Front sind Angriffe des Feindes gescheitert. Wir kämpfen überall westlich unserer alten Siegfrlcdstcllung. Jfli» Stadt sad £aad. * Erhöhung der Brotration. Es besteht die Absicht, vom 1. Oktober ab die Brotration wieder auf den alten Stand zu bringen, derart also, daß die Mehlration wieder auf 200 Gramm festgesetzt wird. Außerdem sollen aber 10 Prozent Streckungsmitte! gegeben werden. Die erforderlichen Beschlüsse werden schon in den nächsten Tagen getroffen werden Die gewünschte Erhöhung der Kortoffelration auf 10 Pfund per Kopf und Woche ist jetzt noch nicht möglich, da sich die Kartoffelernte noch nicht übcrsth-m läßt. Eine Entscheidung wird voraussichtlich erst Mitte Oktober getroffen werden können. * * Die neuen Kahntarife für Kartoffel». Man schreibt uns: Mit dem Beginn dieses Monats ist ein neuer Ausnahmetaris für frische Kartoffeln zur Einfüh' rung gelangt. Durch Einrechnung des KciegszuschlageS haben sich die Tarifsätze wiederum erhöht, nachdem bereits am 1. Oktober vorigen Jahres durch die sogenannte Berkehrsabgobe eine Erhöhung eingetreten war. Gegenwärtig nähert sich der KriegStarif stark dem vor dem Kriege gelten den sogenannten Rohstofftartf. Auch die Kartoffelfabrikate erfahren durch den Krtegszuschfag eine Erhöhung um etwa 15 Prozent. Die Vergünstigung, die bisher für frische Kartoffeln zur Herstellung von Trockenkartoffel' und Stärkemehl zur Brotbereitung bestand, ist aufgehoben. Endlich bringt der neue Tarif die Wiedereinführung des sogenannten Saatguttarifs, d. h. der Frachtermäßigung für Saatkartoffeln als Stückgut. Diese war am 1. Juli ds. Js. außer Kraft getreten, ist aber hetzt wieder eingeführt. ES werden also Kartoffeln zu Pflanzzwecken als Stückgut fj'ir daö halbe wirklich-- Gewicht der Sendung befördert Dabei muß der Frachtbrief einen amtlichen Vermerk tragen, daß die Beförderung als Pflanzgut behördlich genehmigt ist- _ ' * Aus dem Salzbödetal. Eine gewaltige Einnahme für die Einwohner der Ortschaften des Salz- bödetals bildet tu diesem Herbste der Reichtum an Zwetschen. Anläßlich der Ernte dics-.r begehrten Frucht herrschte auf der Bahn Niederwalgern Herborn in der letzten Woche ein außerordentlicher starker Verkehr. Der Zentner Zwetschen kostete 20. Mark. * Höchst a M. Die Laubheusammlung ist von den Kindern des Kreises mit solchem Eifer betrieben worden, daß 1000 Sparkassenbücher über mehr als 100 000 Mark ausgestellt werden konnten. * Kaffel. Der Vorstand der LandesversicherungS- anstalt Hessen-Nassau hat tu seiner Sitzung am 10. September d. I. beschlossen, sich an der kommenden Kriegsanleihe wiederum mit 10 Millionen Mark zu beteiligen. Damit wird die Gesamtbeteiligung der La«- desverficherungsanstalt Hessen - Nassau an allen Kriegs, anleihen auf 85 Millionen Mark steigen. * Jen«. Die fürstlich reußischen Regierungen erteil- ten, wie man uns aus Jena meldet, der Firma Karl Zeiß die Genehusiaung zu Vorarbeiten zu einer Schale- talfperce bei Saalourg, mit 215 Millionen Kubikmeter Inhalt. Diese würde die g rößtc Tal sp erre Deutschlands werden. Ein trauriger Gedenktag für das üeulscde Volk! Zum vierten Male feiern in diesen Tagen unsere Feinde den Gedenktag der Schlacht an der Mame. Mit Recht! In unwiderstehlichem Ansturm waren in jenen denkwürdigen Augusttagen des Jahres 1914 die deutschen 'Heere über Belgiens und Frankreichs Gefilde dahingebraust ; Sieg auf Sieg erkämpfend, waren sie bis vor die Tore von Paris vorgedrungen. Da kam der Rückschlag! Die Franzosen rafften alle verfügbaren Kräfte zum Schutze der bedrohten Hauptstadt zusammen und entrissen unseren tapferen Truppen den Sieg, den sie schon in den Händen zu haben glaubten. Die Marneschlacht gab ihnen seitdem die Kraft zum hartnäckigen Widerstand, den wir bis heute noch nicht zu brechen vermochten. Wie kam das? Weil wir im entscheidenden Augenblick nicht die nötige Anzahl von Truppen zur Stelle hatten, um den letzten Schlag zu führen. In langen Friedensjahren hatten wir eine furchtbare Vergeudung mit unserem kostbarsten Menschenmaterial getrieben. Wir ließen seit dem letzten krieg jedes fünfte Kind, das in Deutschland geboren wurde, zugrunde gehen, noch ehe es das erste Lebensjahr vollendet hatte, und haben dadurch mehr als 10 Millionen Menschenleben verloren, die uns hätten erhalten werden können. Durch eine großzügige Mutter- und Säuglings- fürsorge hätten wir die Sterblichkeit unserer Kinder mit Leichtigkeit auf die Ziffern Frankreichs und Englands vermindern können. Dann hätten nicht unsere Feinde, sondern wir in jenen verhängnisvollen Septembertagen an der Marne die Uebermacht gehabt und den entscheidenden Sieg erfochten. Wir werden ihn doch noch erringen. Furchtbar hat sich die Sorglosigkeit der Vergangenheit an uns gerächt. Doch was wir in diesen vier schweren Jahren seit der Marneschlacht an Leid und Entbehrung erdulden mußten, möge uns eine unvergeßliche Lehre für die Zukunft sein. Jeder helfe den Schatz hüten, der uns in unseren Kindern anvertraut ist! „Deutschlands Spende für Säuglings- und kleinkinderjchuh" soll dazu beitragen, ein gesundes, tüchtiges Geschlecht heranzuziehen, dem kein Feind die Früchte seines Fleißes zu entreißen wagt. BodeaSieorijeilung, Frichliitge, Saal, Ernte und Verardellang im Hans. Jos. C. Huber s Verlag, Diesseu vor Das soeben erschienene Buch: Der Tabakbau in der H eim a 1. Eine Kurze Anleitung über Anbau und Verarbeitung des Tabakes im Hause. Bon Kgl. Ockonomicrat Hofsmann, Landestabakbausachverständiger. Enthält genaue Angaben über Boden, Fruchtfolge, Düngung, Bodenbearbeitung, Auspflanzungen, Ausbessern, Hacken, Häufeln, Schädlingebekämpfung, Ent- gipfeln oder köpfen, Ausgeizen, Reife, Emte, Verarbeitung, sowie 2 Abbildungen geschnittener Blätter zum Zigarrenwickcln. Preis des Buches geg. Doreinsend. v. 80 Pfg. oder Einzahlung von 90 Pfg. auf Postscheckkonto „München 5566" oder Nachnahme 1 Mk. Müuchcu. Zur FrieSensnsLe unseres Bunde: soll »er Während vor einigen Tagen der Heeresbericht mitteilte, daß österreichische Truppen Schulter an Schulter mit unfern eigenen dein Anstürmen der Feinde Trotz geboten haben, wurde Deutschland von dem Friedensschritt der österreichungarischen Negierung überrascht. Man muß diese beiden Tatsachen nebeneinander sehen, wenn man die diplomatische Aktion unserer Bundesgenossen richtig bewerten will. Hof- fentlich haben auch die Feinde hierfür den richtigen Mick und lassen sich nicht etwa zu der Auffassung verführen, als hätte Österreich-Ungarn durch seine Friedensnote einen Schritt abseits des Bündnisses getan. Nach dem ganzen Charakter unseres Bündnisses hat Österreich-Ungarn genau so wie wir völlige Handlungsfreiheit; wenn die österreichungarische Regierung darum zu der Überzeugung gekommen war, daß der gegenwärtige Augenblick für einen Friedensversuch geeignet ist, so konnte sie sehr wohl diesen Schritt selbständig ausfübren, auch wenn Deutschland ihn mitzumachen nicht geneigt war. Nun wissen wir nicht genau, wieweit Graf Burian den Staatssekretär v. Hintze bei dessen Anwesenheit in Wien von den, Vorhaben der österreich-ungarischen Regierung unterrichtet hat; es darf aber wohl als feststehend angenommen zverden, daß Deutschland sich zur Zeit von solch einem Schritt nur sehr wenig versprechen kann. Gerade Graf Burian, der ja bereits vor einigen Tagen öffentlich die Anregung gab, daß Vertreter sämtlicher kriegführenden Staaten zu einer intimen Besprechung zusammenkommen sollten, hat von der feindlichen Presse eine heftige Abfuhr bekommen. Auch sonst scheint die Atmosphäre in den uns feindlichen Staaten nichts weniger als friedensfähig zu sein. Immerhin, gewisse Möglichkeiten, daß die feindlichen Regierungen dem öfterreich, ungarischen Vorschlag nähertreten, sind vorhanden. Schließlich ist die Kriegsmüdigkeit auch bei der Entente dauernd im 'Wachsen, wie dies im besonderen soeben erst der englische Gewerkschaftskongreß bewiesen hat. Den Gedankengüngen der österreich-ungarischen Note, besonders der eingehenden Darlegungen über die Zwecklosigkeit der Kriegsfortsetzung und darüber, daß die Weltlage hinlänglich geklärt ist, um einen Abschluß zu »rächen, werden sich die Völker der feindlichen Staaten nicht ganz entziehen können. Kommt es nun zu einer Verhandlung zwischen Österreich-Ungarn und der En tente, dann allerdings wird auch für Deutschlands die Frage akut, ob es weiterhin abseits stehen bleiben soll oder ob es seinem Bundesgenossen zur Seite tritt. Wie man hört, st viefe Frage von den Parlamentariern gemeinsam mit d Reichsregierung bereits erwogen werden. Einer Entschei düng zum Beitritt steht schon darum nichts Grundsätzliches im Wege, weil Graf Hertling selbst des öfteren derartige intime Besprechungen zwischen den Kriegführenden für zweckmäßig erklärt hat. Die Überreichung der Note. TU. Die Note Durians ist den akkreditierten Vertretern der neutralen Mächte in Wien, welche die Vertretung der feindlichen Staaten übernommen haben, sowie den Vertretern der verbündeten Mächte Sonntag nachmittag 5 Uhr überreicht worden. Sämtliche Regierungen haben gleichlautende Noten erhalten und zwar in französischem Text. Nur die Note, die dem Nuntius für den Papst überreicht wurde, hat einen etwas anderen Wortlaut und erwähnt zugleich die Bemühungen des Papstes um den Frieden. WTB. Budapest, 17. Sept. (Ungar. Korrefp.-Dureau.) Die Blätter besprechen die Note des Grafen Burian mit größter Anerkennung, verhehlen sich jedoch nicht die Schwierigkeiten^ welche dem vollen Erfolge des Schrittes entgegenstehen. Ster „Pester Lloyd" schreibt: Die bisherigen gemeinsamen Friedensschritte der Monarchie erlitten einen Mißerfolg auch deswegen, weil die gegnerischen Staatsmänner zu ihrer Abweisung von vornherein entschlossen waren und ihre Völker für die Ablehnung mit der Begründung zu gewinnen verstanden, daß der Versuch nicht aufrichtig gemeint sei und daß man eher noch der Monarchie die Ehrlichkeit der Friedensgesinnung Zutrauen dürfe, aber annehmen müsse, daß sie im abgekarteten Spiel von seinen Verbündeten benützt würde, um sozusagen mit ihrem besseren Ruf die wirklichen Absichten zu verdecken. Diese Ausflucht ist fortan unmöglich. Den selbständigen Friedensschritt der Monarchie wird man auf diese Weise nicht verdächtigen können. Den Erwartungen der Friedensfreunde versucht Burian zu genügen. Er rechtfertigt sie durch einen, alle Kontroversen überragenden unparteiischen Ton seiner Rote und durch die Sprache eines Staatsmannes, der dem Zweck des Friedens zuliebe von der Tatsache abstrahiert, daß er selbst leitender Staatsmann einer kriegführenden Mcht ist. — „A Dillag" sagt: Welck>es immer das Schicksal der Note sein wird, im Innern der Monarchie wird sie einen höchst wohltätigen und heilsamen Einfluß üben. — Das „Neue Pester Journal" sagt: Selbst bei größter Skepsis muß der Note Burians große Bedeutung Anerkannt werden. Es muß den Statsmännern der Entente immer und immer wieder gezeigt werden, daß sie eigentlich nicht nur mit den Zentralstaaten, sondern mit den tief, sten Herzenswünschen ihrer eigenen Völker im Kriege stehen. — „Az Uffag" sagt: Falls die Note auch keinen direkten Erfolg haben sollte, so werden die Nebenprodukte sich reichlich lohnen. Falls unsere Gegner die Note als einen Akt der Schwäche auszulegen geneigt sind, so können wir uns darauf berufen, daß unsere Widerstandskraft in den abgelaufenen vier Jahren ihre diesbezügliche Annahme schon oft entschieden widerlegte. — „Pesti Hirlap" sagt: Es ist zu bemerken, daß die Note von einer Macht herrührt, auf deren Gebiet kein Feind ist, mü) deren Truppen auf dem Gebiet des Gegners stehen. — „Dudapesti Hirlap" schreibt: Sollte die Note etwa auf Grund einer vorherigen Fühlungnahme mit den feind- 'lichen Mächten erlassen worden sein, so ist ihr Erfolg ganz Mer. Die Auffassung ht Berlin. TU!. Die Berliner parlamentarischen! und polttffcherr Konferenzen über die allgemeine Lage, die durch die Frie- densnote Österreich-Ungarns geschaffen worden sind^ wer- den noch fortgesetzt werden. Es läßt stchk in dem Augenblick noch nicht mit Sicherheit übersehen, welche Wirkung die Note auf die Stellungncchme der Regierung haben wird. Die Be- sprechmgen der Mehcheitsvertreter mit dem Reich-kanzler am Svmrtcw hatten den Erfolg, daß die Regien mg nunnrehr ungeachtet oer Zweifel, die über die Ursack« der Note des Grafen Burian bestehen, die Bestrebungen de» -sterreichffch. »»-arische« Ministerium» Unterstützen 'wird. Die Antwort der e Äe. rrr. Reute, meldet an« London löir erfahren «sc Kreise«, daß die ösicrrcichischamg^vifche lote von de« Verbündete» eine sorgfältige Prüfung erfahre r, «gfe» MMW «W «A Mtzk %m Hm '-in Antwort erteilt werden kann. Inzwischen gibt man der Meinung AusdrAck, daß von ei«er Konferenz wenig zu erwarten sei, ehe nicht von den Mittelmächten den einzelnen bestiTurnisn Punkte» zugr stimmt worden ist. Dazu grhöct dis Anerkennung der Notweutzitzkeit einer Entschädigung an Bskgte» lArrbtcn durch die M'ttelmSchte« Der offizielle Wortlaut der Note befindet sich immer noch nicht in den Händen der englische» Regierung, da die amtlichen Telegramme von auswärts auf einem Uuuoege einlaufru» Die Ablehnung der österreichische» Friebeusnote durch die Feinde. TU. Die Agen« Havas sagt, daß die osterreichffch-ungari- scheu Friodensvorschläae keine lkberrafchung iu politischen Kreisen hervorgerufen habe, wo in ihnen eine Folge der Militärischn Erfolge der Alliierten in den letzten Wochn gesehen wird. Die Situation hat sich tu der Tat sehr geändert in der letzten Zeit, und der jetzige Vorschlag ist weit entfernt von der Rode Wilhelms 2. über feine Aufftrssung des Preußenfviedens. Der allgemeine Eindruck ist der, daß die neue Friedensoffensive unter den jetzigen Uurständen nichts aUsrichten wird. Im Palais Bourbon ist man der Ansicht, daß die Kriegsziele Frankreichs und seiner Alliierten hinreichend bekannt sind, nämlich Integrität des Vaterlandes, Gleichgewicht der Welt, Befreiung aller unterdrückten Völker, Wiedergutnmchung des verursachten Schadens. Die französeschen Deputierten sprachen sich dahin aus, daß während aller Wechselfälle des Krieges das Programm Frankreichs nicht gewechselt habe. Unsere Feinde, die schwach geworden sind, halten den Sieg durch die Waffengewalt nicht mehr für möglich. Wir sind anderer Ansicht. Frankreich und seine Verbündeten zweifeln nicht daran, daß chre siegreichen Armeen ihnen die Verwirklichung chres unabänderlichen Programms sichern werden. Unsere Feinde brauchen nur die Bedingungen anzmrehnwn. Eine Versamm. lung oder Konferenz ist näht nötig. TA. Balsour lehnt den österreichisch-ungarischen Vorschlag ziemlich schroff ab. bb. In einer Betrachtung über die österreichische Frie- densnote sagt „Daily Ehronicle": Das österreichische Anerbieten ist die erste direkte Annäherung der einen kriegführenden Partei an die auöere, welche in diesem Kriege stattgcsun- den hat. Nach dieser Richtung hat der neue Schritt besondere Bedeutung. Zwei Beweggründe dürften die Note diktiert haben: 1. daß Österreich-Ungarn den Ententemächten Schwierigkeiten bereiten will, indem es das Odium der Fortsetzung des Krieges auf sie laden will. Der zweite Grund ist ein wirtliches Schmachten nach dem Frieden. In Berlin und Wien begreift man jetzt zum ersten Mal, daß die Mittelnrächte m diesem Kriege den Sieg nicht erringen können. Niemand, der auch nur ein bischen Mitleid besitzt, würde den Todes- kmnpf dieses Krieges auch nur für einen Tag länger ausdehnen, als absolut notwendig wäre. Aber je nach alledem, was sie erlitten haben, beabsichtige die Ente icke nicht, sich nnt einem Frieden zu begnügen, der ein weichlicher Frieden ist. — „Daily Telegraph" schreibt: Den österreichischen Vor- schlag erkennt man auf den ersten Mick als ungereimt und unaufrichtig. Wir fragen uns jetzt natürlich, warum der jetzige Augenblick für einen Schritt dieser Art gewählt wurde und welche Gründe maßgebend waren. Der wahre Grund ist zweifellos der, Zeit zu gewinnen, um die Reorganisation der zerrütteten Streitkräfte vorzunehmen, welche Hindenbura und Ludendorff notig haben. Was die Argumente anbelangt, die die österreichische Regierung anführt, nämlich, daß alle Natronen gemeinichaftlich entdeckt haben, daß ein Sieg durch die Waffen nicht mehr möglich sein wird, so sind wir anderer Ansicht. . Rew-York, 17. Sept. (NeutermeLung.) Der Vertreter der Mocmtcd Preß in Washington telegraphiert: Die amt- Uche Ansicht der amtlichen Kreise in Washington gegenüber dem österreichisch-ungarischen Vorschläge auf eure Friedens- beMechung ist folgende: Österreich-Ungarn ist im Zusammen- brechen. Anstatt dle Zell mit Friedensgeschavätz zu veraeu- den, das schlimmer als nutzlos sein würde, ist jetzt die richtige oen, es aufs härteste zu treffen. Solange eine förmliche Be- prechung des österreichisch-ungarischen Vorschlages nicht möa. - l J*'kec amtliche Wortlarrt noch nicht eingeganaen ist, soll doch von befugter Seite festgestellt worden, daß jeder Schritt der von den Vereinigten Staaten getan werden konnte, rm Einverständnis mit den Alliierten geschehen wird Die amtlichen Regierungskrerse lassen bekannt werden, daß gegenüber der in der Presse erschienenen Fassung des österreichisch-ungarischen Angebots nur eine Antwort möglich sei, und das sei der Schlußsatz aus Wilsons Rede in Baltimore un Apru. Deshalb ist für uns nur eine Antwort hieraus moglrch: Gewalt! Gewalt bis zum äußersten! Gewalt ohne Beschränkung und ohne Begrenzung! Die Beurteilung in der Schweiz. TU. Die Berner polltischen Kreise find durch die Frie- densnote in die allerlebhafteste Erregung geraten. Da sich zufaülg der Nationalrat versammelte, so war auch in den Wanoelgängeu des Schweizer Parlaments von nichts anderem i)ie Rede, als von dem Schritt Österreich-Ungarns. Es ist z^ffellos, daß die Note auf die große Mehrzahl der Deutsch- Schwerzer, ja sogar auf gewisse Wests chweizer, moralffch einen s^r günstigen Eindruck gemacht hat. Andererseits wagt man mcht, sich irgendeinem Optimismus hinzugeben. Uber die Aufnahme in den Ententerveiten glaubt man zu wissen, daß die in der Schweiz weilenden 4tmerikaner sich ganz schroff ab- ehnend geäußert haben. Nicht viel, aber etwas anderes cheint das Urtell in den französischen und engllschen Kreisen zu fern, dre unmechin die Stimmen der friedensfreundlichen Volksteile Lu ihre Berechnungen ziehen. Die mterstEiZNMeu AeiVrechuugen. Von unserem politischen Vertreter. Das Ende der vergangenen Woche war innerpolllisch des- halb so wichtig, well die interfraktionellen Besprechungen über alle schwebenden Fragen in Berlin stattsanden, denen nran da und dort mit Spannung entgegensah. Besonders dort, wo man von einer bestehenden Kanzlerkrise immer deutllchere Anzeichen zu verspüren wähnte, wuchs das Interesse. Die Sozialdemokratische Presse hat laut und deutlich die Einberufung ^es Reichstages verlangt. Diesem Drängen konnte die Regierung in diesem Augenblick nicht, enffprechen. Dmr« wurde die Frage gestellt, ob der Hauptausschuß des Rerchstages zuscunmentceten würde. Hierüber ist eine Entscheidung gefallen. . Die Ereigrlls.e haben sich etwa folgendermaßen abgespielt: ANe die Dmge, die die Innen- und Außenpolitik betreffen, \uu gründlich erörtert worden. In allen wichtigen Punkten ist eine Einigung erzielt worden. Die vielfach befürchteten schweren Konflikte sind nicht eingetreten. Das Wichtigste ist aber, daß nach den gepflogenen Aussprachen zu einer Kanz- lerkrise nicht der mindeste Anlaß vorliegt. Was wir schon einma: -^geu Lorrntep» ist auch durch dw P^''handlunMr & diesem reffe erneu! bestätigt worben. Eine Kanzkerkrise bestedt u'cht. Der Reichskanzler hat in den Tagen, in denen die Parleiführer in Berlin waren, diesen verschiedentlich Unterredung gewährt. Einige der Herren sind mehrmals von ihm empfangen worden/ Sie haben übrigens, was auch feftgehalten zu werden verdient, alle den Eindruck gemon. neu, daß der Reichskanzler das volle Vertrauen des Kaisers und der Obersten Heeresleitung besitzt. Die politische und die militärische Reichsleitung arbeiten zusammen, nicht gegen- einander. Gegenüber den umlaufenden Darstellungen, die oft so aussehen, als stammten sie aus gut informierten Kreisen, muß das ftstgeftellt werden. Jmnwrhin konnten sich die Parteiführer nicht der Erkenntnis verschließen, daß es zweck- mäßig wäre, wenn der Reichstag doch zu den ungelösten Fra. gen Stellung nehmen könnte, wenn auch nicht in der Form der Wiederaufnahme der Verhandlungen im Plenum. Deshalb ist an den Vorsitzenden des Hauptausschusses, den Abgeordneten Gbert, das Ersuchen gestellt worden, diese Instanz zum 10. Oktober eingubentfen. Wir wissen außerdem, daß Ebert diesem Wunsch enffprechen wird. So lagen die Dinge am Sonnabend abend. Da traf die Nachricht von Burians Note ein. Schon um 6 Uhr abends empfing Staatssekretär von Hintze wieder einige Mitglieder der interftaltionellen Besprechungen. Gegen 8 Uhr sah er die Abgeordneten Westarp, Stresemann und Haase bei sicb, mit ihnen verhan- delte der Staatssekretär ebenfalls sehr lange. Deshalb sind am Sonntag die Beratungen in den interfraktionellen Krei. fen fortgesetzt worden. Man ist der Auffassung geworden, daß der durch die Wiener Note hervorgerufene Ernst der Lage es unbedingt nöttg macht, daß der Hauptausfchrch zu eine,» früheren Zeitpunkt als dem 10. Oktober zusammen treten soll. Die Entscheidungen hierüber und ebenso die über die Einberufung des Reichstages sollen am Montag fallen. Hieraus ersieht man ohne weiteres, wie bedeutungsvoll die Wiener Note ist, da sie vielleicht alle die bis zum Sonnabend abend getroffenen Abmach,rngen auf parlamentarischem Gebiet über den Haufen zu werfen geeignet ist. TU. Aus Berlin wird von Dkontaq nachmittag berichtet: Der interfratttvnelle Ausschuß der Mehrheitsparteien, der heute früh 10 1U,r zusammentrat, beschloß die Einberufung des Hauptcn^sfchusses für Freitag dieser Woche. Die Zustim- mung des Reichstagspräsidenten Fehrenhach, die eingeholt werden muß, könnte sich aber nröglicherrpeffe verzögern, da der Präsident sich auf einer Reise in den besetzten Gebieten befindet. Es fft nicht unmöglich, daß die Einberufung am Dienstag nächster Woche vovgenommen wird. Gegen Mittag hatte der Vorsitzende des Hauptausschusses, Ak>g. Ebert, eine Unterredung mit dem Staatssekretär des Innern Wall- raf, in der er der Regierung Kenntnis von dem Beschluß des interfraktionellen Ausschusses gab. HerKe mittag 12 Uhr empfing der Reichskanzler die Frakttonsvorsitzenden der Mn- decheit, die Abgg. Stresemann, Graf Westarp und Haase. WTD. Berlin, 17. Sept. Die Rordd. Allg. Ztg. meldet: Der Reichskanzler empfing gestern vormittag den Reichstags- abgeovdneten Grafen Westarp, darauf den Reichstagsabge- ordneten Dr. Stresemann und später die Staatssekretäre Wallraf, Griff Roedern und Dr. Hintze. De? teiäMe Mendtzericht. WTB. Berli n, 16. Sept., abends. (Amtlich.) Erneute Angriffe des Feindes zwischen Ailette und Aisne find im großen gescheitert. — Au den übrigen Kampffronten nicht» Neues. Vergebliche feindliche Angriffe. WTB. An der Eanrbrai-Front setzte der Engländer seine Angriffe fort. Allerdings hat es den Anschein, als ob die Stoßkraft seiner Truppen durch die achttägigen, fast lchne Unterbrechtlng fortgesetzten Anstürme bereits gelitten hat. In dem durch den täglichen Granathagel zerrissenen, durch Rr. gengüsse aufgeweichten und versumpften Gelände gleiten seine Tanks und werden unverwendbar, während seine Infankerie knietief im Schlammeer versinkt und sich vergeblich durch die deutschen Stellungen vorzuarbeiten versuä)t. Der Angriff der E,rgländer am 15. Septeurber zerspUtterte zwischen Ha- vrincourt und Gouzeaucourt im deuffchen Vernichtungsfeuer m Teilvofftößen und brach trotz des Einsatzes zahlreicher tief» ftiegerLer Schlachtffieger zusammen. In dom nach Süden anschließenden Abschnitt von Gouzeaucourt bis Epehv kamen sie im deuffchen Pernichttlngsfeuer nicht zur Entwlckelung. Mit gleicher Zähigkeit griffen die Franzosen zwischen Mlette und Msne wieder an. Am Vorunttag des 15. September versuchten sie südlich der Straße Soissons-Laon vergeblich vorzugehen. Am Abend folgte dann nach mehrstüiLigem Ar- tiüeriefeuer ein geschlossener Angriff. In dem zerklüfteten, waldigen Hügellande wurde erbittert gerungen, um die Fran- zofen von der Höhe östlich Dauxaillon wieder herunter zu wer- fen. Rücksichtslos setzte Foch hier im Angelpuirkt des Ehemin des Dames seine Divisionen ein, um nun in den Ailette- Grund eirizübrechen. Die frvnzösffchen Truppen lltten schwer. Das gleiche trifft laut übereinstimmenden Truppenmeldungen und Gejangenenaussagen auf die französischen Angriffe zwischen Aisne und Vesle zu. Hier wurden außerdem 200 Gefangene von drei verschiedenen Divisionen ge- macht und 24 Maschmengewehre eingebracht. Das Dorf Glennes, das die Sonogatefen am 12. September batten er- obern können, wurde ihnen am 16. September wieder entrissen. Zwischen der Cotes Lorraine urid der Mosel fühlten die Fmnzosen und Engländer gegen die neuen deutschen Stellungen vorsichtig vor. Der Mißerfolg, den die geplante Abschnürung der deuffchen Divisionen im St. Mihiel-Bogen erlitt, suchen die Amettkaner durch täglich sich steigernde, maßlose Übertreibungen der Gefangenen- und Beutezahlen zu verwischen. Fliegerbombe« auf Paris. TU. Paris wurde in der Nacht zum Montag zweimal 07,. deuffchen Fliegenr überflogen, die einige Bomben auf die ftanzösifche Hauptstadt warfen. Wie Havas meldet, habe das Bombardement einige Opfer an Menschenleben gesoroect und Materialschaden verursacht. 4 englische Flugzeuge i« Holland gelandet. TU. Iu der holländischen Provinz Zeeland landeten am Samstag und Sonntag 4 Flugzeuge, sie mit 8 englischen FUegeroffizieven bemannt waren. Sie wurden sämtlich mtev.nert. Die amerttanischeu SotzlaUqen gegen de« Zdrieg. TU. Die amerkanischen Sozialisten find nach wie vor gegen den Krieg. Der Sozialistische Iahrerckongreß. der jetzt in Chicago stattfand, hat einmüüg die Stellung ta, Kongresses von St. Louis gutgeheiße» und dir wineafoitecb» Goq. nerschaft des amerikanische« S^üÄlsums gegen fco, Ri-iso aufs neue bekräftigt. In oea angenommene» Esffchüeß ' - gen heißt es, daß die Krms.^rMrrmg der Bereinigte« icn ein Verbrechen gegen W) DvU der BerrdchAt»« £3» und gegen dir PötLer im * * ' 7089 Tonnen vmem. WTB. Berlin, 17. Sept. (Amtlich) Im Sperrgebiet um England sind von unseren U-Booten 7000 BRT. versenkt worden. Der Ches des Admlralstabes der Marine. Srotzer englischer WssaslerdaMpser versruit. TU. Der englische Dampfer „Galvay Castle", 7080 BRT., der am Dienstag von England nach Südafrika abgefahren war, ist am Donnerstag morgen torpediert worden. 34 Mann der Besatzung und 120 Passagiere werden »ermißt. Der südafrikanische Eisenbahnmimfter Vurto» wurde gerettet. Hunderte wurden dnrch Rettungsboote bet stürmischer See südlich von Plymouth gelandet. Die Gesamtzahl der Paffa- giere an Bord beläuft sich auf 800. WTB. Zu der Torpedierung der Galvay Castle wird ge- meLet: Der Torpedo traf zwischen Maschinen- und Heizvamn. Das Schiff wurde bis zum Oderdeck aufgerissen und droht« tn zwei Teile zu brechen. Ein Boot wurde von einer avo- hen Woge auf die sich drehenden Schraubenflügel der Propellers geschlendert, die es in Stucke rissen. Lin zweites Boot ist nur mit Mühe demselben Schicksal entgangen. Das Schiff hatte 740 Passagiere. Aus Rußland. Schreckenstage in Petersburg. TU. Svenska-Dagbladet (Stockholm) meldet aus Helsing- fors: Aussagen von Augenzeugen, die aus Petersburg zurück- gekehrt sind, bestätigen die Angaben über den wachsenden Terror in der Stadt. Offiziere, Geschäftsleute, Professoren und Künstler werden in Massen getötet. Insbesondere ver- B t man Offiziere jeder Nationalität. Täglich finden Hausungen statt, wobei Lebensmittel und SclMeine beschlagnahmt werden. Zahlreiche Hinrichtungen finden statt. Die Lebensmittelpreise sind unerhört. Petersburg zu verlassen ist sehr schwer. Nur 10 Personen täglich dürfen von Peters- bürg aus über die Grenze fahren. Lenin empfiehlt ek» Schutz- und Trußbüudnis mit einer anderen Macht. bb. Dom Krankenbett aus hat Lenin folgende Erklärung an die Arbeiterräte gerichtet: Die Loge an der tschecho-slo- wakischen Front wird mit jedem Tag gefahrdrohender. Mit jedem Taae überzeugen wir uns mehr und mehr, daß wir allein machtlos sind. Für den Arbeiterrat gibt es nur einen Ausweg, das ist, ein Schutz- und Trutzbündnis mit einer anderen Riacht zu schließen. Um die Macht der Arbeiter und Bauern zu retten, dürfen wir sogar vor einem Bündnis mit hen Imperialisten nicht zurückschrecken. Der Vormarsch der Japaner ln Sibirien. TU. Aus Wladiwostor wird gemeldet, daß die japanischen Streitkräfte schon am 5. September in Eharborowsk einmarschiert sind, sich aber in der Stadt fast gar nicht oufiiielten, da ste scharf den sich gegen Blagoweftschensk zurückziehenden Feind verfolgen. Wenn man bedenkt, daß die Japaner ihre Operationen erst am 28. August begonnen haben und in neun Tagen bis nach dem 650 Klm. entfernten Eharborowsk vorgerückt sind, so muß man über die Schnelligkeit desjopcmischen 'Vormarsches staunen. Die Administration in Eharborowsk, die einer Diktatur gleichkommt, hat der durch verschiedene Hverreltaten bekannte General Kalikow übernommen. Deutschland braucht keinen Wirt- schaltskrieg zu fürchten. „Unfaire" Geschäftsgebräuche, unanständige Staatsbe- günstigunaen und ähnliches werden in Ententekreisen als Ursachen des gewaltigen Dordringens des deutschen Außenhandels angegeben. 2tur seltene Ausnahmen geben offen die wirklichen Ursachen zu und halten meist auch die deutsche Handelsweise ihren Landsleuten als Muster vor. Ein Beispiel dieser Art bildet ein Bericht der britischen Handels- kammer in Marokko. Diese Mitteilung begründet den Rückgang des englischen Handels und das Aufblühen des deutschen in Marokko vor- wiegend mit der verschiedenartigen Organisation der Schifffahrt beider Nationen. Während die Engländer sich streng an ihren Fahrplan und an ihre eimnal festgesetzten Frachtbedingungen hielten, waren die Deutschen stets zu Entge- genkommen bereit, sandten bei Bedarf einen Sonderdampfer, ließen die Schiffe ruhig alle vorhandene Ladung verstauen, wenn auch die fahrplanmäßige Aufenthaltsdauer überschrit- ten wurde usw. Weiter heißt es: „Es lag an der Regel- Mäßigkeit und Vorzüglichkeit dieses Dienstes unv nicht an der Billigkeit der Frachtsätze, wenn der britische Handel vor dem Kriege zum großen Teil und in den südlichen Häfen Marokkos fast ganz von den deuffchen Dampfern abhängig war.'' — ,.... es kam so weit, daß eingeborene Kausleute, die in Manchester Waren bestellten, sich ausbedingen, diese Waren durch deutsche Dampfer abgeliefert zu erhalten. Es war dies für sie das einzige Mittel, sich pünktlühe Lieferung zu sichern." Dann geht der Bericht auf die Geschästsweise der beut- scheu Kaufteute ein, die Leute aussandten, um die Bedürft niste der Eingeborenen zu studieren, er rühmt „die Inanspruchnahme von Künstlern, welche die Ortschaften besuchten, um unter Mithilfe der Eingeborenen und Farbe von ihnen gewünschten Bekleidungsstücke zu skizzieren." Schließlich sagt der Bericht, die weitgehende Kreditbewilligung der Deutschen hätte ihnen großen Nutzen gebracht, da, wer in Ndarokko Handel treiben wolle, lange Kredite geben müsse. Dir englischen Häuser aber hätten nier.vals solch« Kredite eingeräumt. Aus diefrn -.«tzerungen hervor, wie di« wirklichen Gründe für Deutschland, Wirtschaft ich« Macht im Auslanbe aussahen. Sie geoen vor allem aber auch unseren Kauft leuten eine Bestätigung der Zweckmäßigkeit ihrer Handels- weis« und einen Fingerzeig dafUr, wie sie es inachen müssen, um nach dem Krieg« im Ausland wieder festen Fuß fassen zu können. Bor allem aber zelat der Bericht wieder, daß deutscher e del, deutsche Gewerbe, deutsche Industrie nicht zu ent- en sind. Manch« Völker haben sich viel zu sehr an deutsche Waren gewöhnt, als daß ste diese auf die Dauer entbehren könnten, manche deutsche Baren sind überhaupt nicht ersetzbar, und vor allem hat der ausländische Kaufnrcrnn gelernt, daß er sich auf den deutschen Kaufmann verlassen tarnt, was Promptheit der Lieferung und Güte der Waren betrifft. Sollten unsere Feinde dies nod} nicht rechtzeitig ein selben und wirklich noch einen Wirtschrftslriea nach dem Krieg« beginnen wollen, so werden si« es -u ihrem Schaden schnell genug erfahren. ver Barme«, 17. Sept. Nach dem Borgantz Vü« MÄUl- Ans WeftdrsMllmd. Köln, 17. Sept. Dem Vernehmen nach ist in der Sache der lach- Arbeitervereine eine Entspannung eingetreten. Der zeitig« Direktor des Westdeutschen Arbeiterverbandes, welch letzterer 7 Diözesen umfaßt, Prälat Pieper-MGladbach, wird dieses Amt niedeclegen und der birhsrig« Diöze» sanpräses Dr. Müller an dessen Stelle treten. Köln, 17. Sept. Vor der Strafkammer hatte sich eine Frau Krämer zu verantworten, deren Kind infolge Verschul- oens dieser Frau an völliger Gntkräfttmg gestorben war. Als wegen eines Diebstahls eine Haussuchung vorgenommen wurde, fand man noch 2 Kinder halb verhungert vor. Auf dem Kleiderschrank lag ein Skelett; die Leiche eines Knaben jenes entmenschten W-eibes. Fliegen, Maden und Wür- mer hatten das Fleisch der Leiche vertilgt. Die Frau führt« als Granatendreherin einen liderlrchen Lebenswandel, 5 Kinder hatte sie gehabt, von denen früher bereits 2 gestor- den waren. Das Gericht verhängte ein Jahr Gefängnis strafe bei sofortiger Derhaftung. Slegburg, 17. Sept. Steuereinnehmer a. D. Julius Rothe begeht am 23. ds. Mts. seinen 100. Geburtstag. Seine Geistes frische ist bewundernswert. Aachen, 17. Sept. Ein Landwirt, der bei einer Haferlieferung an die Heeresverwaltung irr zwei Säcken Hafer Steine im Gewicht von 28 Pfund verpackt hatte, wurde wegen Betrug von der Strafkammer zu 300 Ji bestraft. Jülich, 17. Sept. Polizei und Gendarmerie faßte am Schlachthof einen aus Köln stammenden Dieb ab, der dort einen Zentner Butter gestohlen hatte, und nahmen ihm die Beute ab. Oedt, 17. Sept. Als Täter des großen Plüschdiebstahls im Werte von 20 000 JL wurden mehrere 17jährige Burschen, festgeftellt. Ein großer Teil der Beute wurde in einem Echweinestall verborgen aufgefunden. Krefeld, 17. Sept. Kürzlich wurde in einem Hause der Rheinstraße ein Unteroffizier erschossen und die Grete Reh- wald als mutmaßliche Täterin verhaftet. Eie bestritt an- fangs jede Schuld, gibt aber jetzt zu, mit dem Getöteten „gerungen" zu haben, wobei der verhängnisvolle Schuß ge- fallen sei. Sie ist zwar aus der Haft entlassen, wird jedoch bald vor Gericht gestellt, da die Sache für die „Ringkampferin, von Beruf Schreiberin, jedenfalls ziemlich „brenzelig" steht.— Der Kriegsbeschädigte Viesers aus Hüls, der wegen Totschlags des Krefelder Polizisten Rellis in Untersuchungshaft sitzt, soll vom Kriegsgericht äbgeurteilt werden, da der Tatort auf Hülser Gebier liegt, also zum Bereich des 8. Armeekorps gehört. Er ist jetzt teilweise geständig, bei der Verfolgung durch zwei Krefelder Beamte „mit einem Gewehr unvorsichtig hantiert" zu haben; die Waffe und Blendlaterne, die Viesers in der Nacht mit sich führte, wurden in feiner Hülser Behausung in einen: Versteck gefunden. M.-Gladbach, 17. Eept. Die verunglückten 31 Ferien- kinder wurden gestern vormittag um 11 Uhr vom Rathausr aus, wo sie aufgebahrt waren, unter Vorantritt der evangel. und kathol. Geistlichkeit, unter Beteiligung von Vertretern der städtischen und staatlichen Behörden, der EisenbahndSektionen von Köln und Posen, unter Beteiligung der Angehörigen der Kinder, der Schulen usw. zu Grave getragen. Die Straßen waren von einer ungeheuren Menschenmenge dicht eingefaßt. Am offenen Grabe wurde in bswegten Worten der armer: Kleinen gedacht. Eine Unmenge von Kränzen und Blumen war den Opfern gewidmet worden. Aus dem kaiserlicher: Zivilkabinett traf erne herzliche Beileidskundgebung ein. ier Neuß, 17. Sept. Eins unangenehm« Überraschung macht« eine aus den Ferien zurückkehrende Dame. Sie fand l)re Wohnung beraubt und zum Teil in böswilligster Weise zerstört. Halbwüchsige Burschen sollen daran beteiligt sein. Zur Unterhaltung und Belehrnng. Was man alles vom Reichstag erwartet. Dem Reichstage sind in der Kriegszeit nicht weniger als 6000 Bittschristen aller Art zugegangen. Alle Kreise des Volkes wenden sich vertrauensvoll an das Reichstagsparlament und tragen chm chre Wünsche vor. Auf einige besonders hervorstechende sei, den D. R. folgeub, hingewie- [en. So bittet ein Bayer um Aufhebung der Vorrechte der mediatisierten Adelsfamilien hinsichtlich der Wehrpflicht und Einquartierungslasten. Einige Westfalen fordern die gesetzliche Festlegung eines Mindestlohns für Kriegsbeschädigte. Auch sotten die Arbeitgeber gesetzlich gezwungen rverden, in erster Linie Kriegsbeschädigte anzustellen. Ein Hannoveraner möchte gern aus den: Bereich eines Armeekorps ln den eines anderen versetzt werden. Ein« treue Gattin verlangt die Beförderung chres Gatten zum Gefreiten und ersucht den Rclchst<>g, sich dafür einzusetzen. Ein guter Reffe bittet um die Zurückziehung seines Onkels an« der Feuerlinie. Ein braver Sohn wünscht seinen in Lodz angestelllen Vater bezüglich der Lebeiunuittclver- ftrguirg. ebenso gestellt zu sehen, wie die anderen deutschen Beamten. Ein Schrveriner regt ar., eine Abstimmung aller 9fei«bstagswäl)ler über die Art des kommenden allgemeinen Friedens zu veranstalten. Ein Leipziger Diicherrevisor überreicht «wen fertig ausgearbeiteten Vorschlag zum Ab- schluß eines Wettfrittten*. Ein Düsseldorfer Pkaler will einer: Kriegs-Mtterordui schaffen, um möglichst viel Knöpft ldchsr K» füll«» ttai vachi« regt bi« G: J.nbimg ein«* «uro- päisch-asiatischen Staatenbundes an. Einige Eingaben wol- len den Titel „Ingenieur" nicht gesetzlich geschützt sehen, wie andere Kreise es wünschen. Bäcker empfehlen das dauernde Verbot der Nachtarbeit. Hannoveraner wollen eine Reichszollverwaltmrg schaffen. Ern Krefelder verlangt die Erhöhung des Schadenersatzes für in Verlust geratene Postpakete. Verschiedene Schriftsteller fordern die Verbreitung ihrer Schriften. Ein Schöneberger bietet Luftschiffe am Ein Elberfelüer führt Beschwerde über den preußischen Kultusminister. Ein Herr aus der Mark verlangt vom Reichstag einen Bezugsschein für Seife, Soda und Leim. Ein Königsberger fordert die Sicherstellung der Ernährung fei- ner Familie. Die Gold- und Silberschmiede sprechen sich gegen die Luxuesteuer aus. Eine Frau will gesetzlich die Fortbilbungsschulpflicht für DWchen festlegen. Eine andere rLgt die Emftlhrung ^emer Reick)smutterschcvstsversi- cherung an. Line Anzahl Staatsbürger will von:. Hilfsdien Ü befreit sein, aiü)ere wollen im Hilfsdienst besckmftigt werden. Kaufleute empfehlen die Schaffung eines Kcmf- m».:nLknnmergesetzes. Ein RMnchenec legt feine Zug- sicherungsbremse vor. Ein Kölner beschwert sich über einen Eisenbahnbeamten. Einige Schauspieler treten für eine Neuordnung des Theaterwesens ein. Lin Berliner Dichter empfiehlt seine neue Kaiserhymne: „Heil dem Kaiser, Heil!" Lin Fabrikbesitzer in Eberswalde schlägt vor, entbitterte Luvinen zur Volksernähvung zu verwenden. Die Gastwirte wollen ins preußische Herrenhaus einziehen. Einige Vereine verlangen eine bessere Erziehung der Jugend. Ein Koch reicht ein neues Kartoffelkoch-Re-ept eim Ein West- arbeiter hat nunmehr auch die Arbeiterschaft der Textilnk dustri« des Bergischen Landes eine Bewegung für ein« Ver. kürzung der Arbeitszeit eingeleitet. Die Arbeiter fordern «ine 48stündig« Arbeitzeit in der Woche und einen entsprv chenden Lohnausgleich. Duisburg, 17. Sept. Die gestern hie, tagende 8. ©* nevalverscnnmluna de» christlichen Metollarberterverbande» Deutschland, beschloß, folgende Depesche an den Kaiser ab- zvsenden: Di« in Duisburg in der Tonhalle tage nid« Gsneral- verfarnnckuna de« christlich-nationalen Metaüarbeiterverban- bc* Deutschlands, der ca 100 000 Mitglieder umfaßt, findet Eurer Majestät ehrerbietigsten Dank für di« landesvsterli- chen Worte, di« Eure Majestät von den Kruppschen Werken au» an di« gesinnte deutsche Arbeiterschaft gerichtet Haberl und die in unser aller Herzen den wärmsten Widerhall ftn- den. Oie christlich-nationale Metall-Arbeiterschaft gelobt Euerer Mc^estüt unverbrüchliche Treue und weist den Versuch der Feinde, zwischen dem derttschen Volke und seinem Kaiser Mißtrauen -u stiften, mit Vernchtuna und Gmp»«::^ nlrück. Wir wollen drirch restlose VfliäKerfullung „hart wie Stahl"' in der Front wi« in der Heimat helfen, den Vernichtung», willen der Feind« z« brechen, dem deutschen Daberlcmde «in» neue glückliche Zukunft zu sichern. Wtebe», v«bcMdsVorsitzender." Bochum, 17. Sept. Propst Dr. Frvhliug tg pua Drfinitor de» Dekairatev Bochum ernannt worden. Iserlohn, 17. Sept. Auch in unserer Stadt ist kürzlich kn der Altstadt ein« Geheimschläcbterei entdeckt worden, die augenblicklich noch untersucht wird. Weiter« Geheknsschläch. trreien beftnden sich noch in anderen Stadtteilen. — Im weiteren Verlauft der Untersuchung über die Gehednschläch- teret auf dem Giebel wurde der Metzger SclM. au» der <&* aenb von Kesbern verhaftet. Er hat, wie er zuaab, 6 Küh« bei dem W. geschlachtet, der ihm für jede Schlachtung angeblich 20 Mark gezahlt hat. Das Fleffch ist in dt« banachbartmf Städte gegangen. Aus aller Welt. Gitzuug de» preußischen Staatsmiulsteriums. TU. Das preußische Staatsministerirun trat gestern unttU dem Vorsitz seines Präsidenten, des Reichstanzlers Grafen Hertttng, zu einer Sitzung zusammen. Es ist anzunehmen, daß das Staatsministsrium sich dabet u. a. auch eingehend mit der Wahlrechtsfrage in der Kommission des Herrenhcurfes schäftigt hat. WTB. Berlin, 17. Sept. Der Reichsanzetger u«ldet die Derlethung des Stern zum Kronenorden 2. Klasse an den f ürstbischof von Breslau, Dr. Bertram, die Verlechung des ichenlaubes zmn Orden Pour le merite an Oberst Krähe, die Verleihung des Ordens Pour le merite an die Oberstleutnants Rothenbuecher und d'Alton-Rauch, an die Majore Freiherr von Wedekind, von Harder, Müller (I.-R. 135), von Kasch Otto und Miiller (Res.-Feld.Art..Regt. 3) und an den Le:tt- nant der Reserve Veltfens. — Der Reichsanzeiger veröffentlicht ferner eins Bekanntmachung betr. die Meldepsiicht fü* gewerblich« Verbraucher von mindestens 10 Tonnen Kohlen, Koks oder Briketts monatlich nn Oktober 1918. WTB. Wien, 17. Sept. Rach einer Meldung der Korrespondenz Wilhelm wurde auf der Sttecke der Fvanz-Ioseft Bahn gestern nachu:ittag ein von Gmünd kommender Personenzug beim Ausfahren aus der Statton Eggenburg von einem in der Station rangierenden Zug gestreift. Drei vollbesetzte Waggon- wurden vollständig zertrümmert, ein« 8^ fon wurde getötet und 13 Personen schwer verletzt. Der sächsische König in Sofia. * WTB. Sofia, 17. Sept. Der Empfang des Königs von Sachsen fand unter denselben Feierlichkeiten wie vor einigen Tagen der des Königs von Bayern statt. Der Hofzug trah gestern früh in Sofia ein. Der Könia urrd der Kronprinz befanden sich in Begleitung des Eisenbahnministers Mollof und des Generals Stantscheff, die zur Begrüßung bis an die Grenze entgegengestchren waren. Sie wurden in Sofia von dem Zaren, dem Kronprinzen Boris, den divlomatischen Vertretern der verbündeten und neutralen Mächte u^: den Militärbevollmüchttgten empfangen, gar Ferdinand und König Friedrich August begrüßten sich auf das herzlichste. Der gar stellte die Minister dem Könia, 5tronprinz Boris stellte sie dem Kronprinzen Georg vor. Die Herrscher unte> hielten sich einige Zeit miteinander und mit den anwesenden Persönlichkeiten. Die sächllschen Offiziere, die sich zur gett in Sofia befinden, wurden oem König von Sachen ebenfalls vorgestellt. Eine Kompagnie Schüler der Milttärschule mtt Mustk und Fahne erwies die Ehrenbezeugung. Rach dem Dordeimarfch begaben sich die Herrscher r« Hofwagen zur Stadt. Am Eingang zur Stadt bot Bürgermeister Kalinroff den Gästen in hergebrachter Weise Brot und Salz dar. Hinter dem Truppenspalier hatte sich ein zahlreiches Publicum angesammelt, das die hohen Gäste freuuduch bearüßte. Rach der Ankunft im Palast wurde das Frühstück im kleinen Kveift genommen. Sodann fand eine kurze reliaiöse Feierlichkert statt, woran sich eine Truppenparade anschloß. Nachmittags besuchte der König verschiedene Museen. Im Gefolge de» Königs befindet sich der sächsisch« Gesandte in Wien v. Nvsttz- Malwitz, der auch bei dem bulgarischen Hof« und bei der bulgarischen Regierung beglaubigt ist. Abends fand Hals- iafel statt.__ ——I «WW»»W»W»»»>W»»»MW>»l»>SS»WW»« ftle will die Ehescheidung erleichtern. Ein Universttätsprv- fessor regt an, alle Parteien abzuschaffen. Ein Major will alle Fre:::dwörter abschaffen. So melden sich alle Polls- kreife, m BvUsverireteL» ihr« LelHWMa fiU Mitteln. v * Der kostbarste Baum der Welt steht natürlich in Amerika. Es ist ein RiesenbiriGaum, dessen Früchte den Namen „Alligatorbirmen" tragen und das Stück zu fünfzig Cent» bis einen Dollar verkauft werden. Der „Eantor avocado", wie dieser Baum genannt wird, steht m der Rühe voi: Wittier in Kalifornien. Er wirst lährlich^ 3000_ Dollar ab. Bis vor kurzem war er bei einer 30 000 Dollar versichert, aber stellte die Bedingung, daß der einen hohen Staketenzaun gegen Wind schaden und swrstig« Beschädigung geschützt werde. Da dem Besitzer der IauA unbecjuem wurde, entfernte er ihn und MjMMzWß!« grssihchaft erklärt« die Police für erloschen,. ^ Echt kindlich. Ein kleines Mädchen befand sich zum Besuch b«t etner ebenso kleinen Freundin. Hier bekam sia unter anderenj Hcnng vvrgesetzt. „Sag einnml, Älnna", fraßfc sie da» „A \yM wohl eine Biene geschlachtet?" Zerstreut. „Ich möchte um die Hand Ihr«r Tochter an- halten, Herr Professorl" — „Woher wissen Sie, daß ich eins Tochter habe?" — Sie hat mir's selbst gesagt, Herr Profsssai^ — O, diese Frauenzümner, daß dnck drr, W- UW balL«^ Launen"' ^ f W nifff^nn Pi p. n«?

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