Bezugspreis 80 Pfg. monatlich vierteljährlich 2,40Mk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Ab geh oll in unserer Erpeditwn oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich iM Mk. — Erscheint Dienstag, Donnerstag u. Samstag. — Redaktionsschlutz früh 8 Uhr. — Für Aufbewahrm»« oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der „Gicßerrer Zeitung", Girfren. Expedition: Södanlage 21. die 44 rnm breite Petitzeile, für Auswärts 36 Pfg. Die 90 mm breite Reklame-Zeile 1OO Pfennig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Grütze berechnet. NebaN kommt bei Überschreitung desZahlnngL- zieleS (30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. PLatzvorfchriften ohne Verbindlichkeit. Druck der Gicßener Verlepsdruckerci, Albiu Klein. r. 8Ä. Telephon Nr. 382. Samstag, d September 1918. Telep hon 31. Jahrg. Ne^e StelluRZeu bei St. Mihiel bezogen. 1?mNiede äemlede TZgeZdericdtt. wtb. Großes Hauptquartier, 13. Scpt. 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppen Kronprinz Nupprecht und B o e h n. Nahe der Küste und nordöstlich von Bixschoote führten wir kleinere Unternehmungen mit Eisolg durch. Zwischen Apeln und Armentieres scheiterten Etkundungs- Vorstöße des Feindes. Südwestlich von Fleurdaix schlugen wir einen Teilangriff, nordwestlich von Hulluch einen stärkeren Vorstoß der Engländer zurück. — Zwischen den von Arcas und Peconne auf Cambrai führenden Straßen setzte der Feind gestern früh unter starkem Feuerschutz seine Angriffe fort. Sie sind unter schweren Verlusten für den Feind gescheitert. Gut geleitetes Artilleriefeuer hatte an der erfolgreichen Abtmhc besonderen Anteil. Unsere Infanterie warf den Engländer, wo ec in unsere Linien eindrang, im Gegenstoß wieder zurück. Havrin- court blwb in Fstndcshand. Am Abend zwischen MoeuvreS und GouzcaucourterneutvorbrechendeAngriffedes Gegners wurden abgewusen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Zwischen Ailette und Aisne war der Artillcrstkampf nur zeitweise gesteigert; kleinere Jnfinteriegefechte. In der Champagne brachten Stoßtrupps aus feindlichen Linien bei Le Mesnil Gefangene zurück. Heeresgruppe Gollwitz. Französin und Amerikaner griffen gestern im Bogen von St. Mihstl bei der Combos-Höhe und südiich sowie zwischen dcr'Eot-s-Lo rat/e u.d der Mosel an. In Ec- wartuog des Ariqnffes war die Räumung d's der beiderseitigen Umfassung aus<-esttztcn Bogens se.it Jahren >ns 8 efaßt und seit Tagest eingcleitet worden. Wir kämpften dr n Kampf vohec nicht bis zur Entscheidung durch und führten die beabsichtigte Bewegung aus. Der Feind konnte sie nicht tz-ndcrn. Franzosen, die auf den Höhen östlich der Maas vmsticßen, wurden abgrwiesen. Die Eombres-Höhe, die vorübergehend verloren ging, wurde von Landmehrt.upp'n wieder genommen. Südlich davon sicherten österreichisch-ungarische Regimenter in kräftiger Geger w hc im Verein mit den zwilchen Maas und Mose! kämpfenden Truppen den Rückzug der bci St. Mihicl stehenden Divisionen. — Zwischen der Cotes Lorraine und der Mose! gewann der feindliche Angriff aus Thiaucourt Boden. Reserven fingen den Stoß des Feindrs auf. Südwestlich von Thiaucomt und westlich der Mosel schlugen wir dm Feind ab. — Während der Nacht wurde die Räumung des Bogens vom Feinde ungestört beendet. Wir stehen .n neuen vorbereitcLen Linien. Der Erste Gencralquartstcmeister: L u d e n d o r f f. Berlin, 13. Sept., abends. An der Frort ruhiger Tag. Auch zwischen Maas und Mose! hat der Feind seine Angriffe bisher nicht erneuert. Schloss U _ Es war 3 Uhr vorüber. Weit vorn wogte schon der Kampf, und immer noch war das Dorf D., das längst durchschrittene, nicht restlos in deutscher Hand: Im Schlosse saß noch ein Häuflein von den ganz Jähen. Wieviele mochten es sein? Es ließ sich nicht sagen, aber eines stand fest: alle Versuche der Infanterie, heranzu- kommenf wiesen sie mit wütendem Feuer aus einer ganzen Anzahl M.-G. ab, und die Straße sperrten sie vollkommen. Ja, zu Fuß lwnnte man die bestrichene Stelle umgehen; aber die Fahrzeuge, für die gabs keinen Ausweg, und sie mußten vor, es war höchste Zeit. Es galt also, schleunigst mit Artillerie einzugreifen. Direkter Schuß aus nächster Entfernung, das war die einzige Möglichkeit die da drinnen zur Uebergabe zu zwingen. Leutnant K., der Führer der 9. Batterie 2. Garde - Feldart. - Regts., der von seiner V.—Stelle die Lage überschauen konnte, ließ daher 1 Geschütz im Trabe vorziehen, und dem Geschick und kaltem Blut des Sergeanten Kalefendt gelang es auch, unbemerkt von Verteidiger bis auf 400 m heranzukommen und überraschend das Feuer zu eröffnen. Damit war die Sache entschieden. Denn wem die 1. F. H. aus nächster Nähe ins Gesicht brüllt und speit, der kann unmöglich noch weiter kämpfen, und würde er auch nicht getroffen. Trotzdem, als jetzt die Infanterie heranging, regten sich wieder einige M. G.. Aber rasch hatte der flinke Richtkanonier Meckel die Stellen entdeckt, wo die blassen Rauchfähnchen hervorquollen, und nun war jeder Schuß ein Treffer, Schlag auf Schlag sauste er nieder, Steine prasselten, Balken krachten und splitterten, Wehrufe tönten dazwischen; und dann wurde es still. Das Schloß war gesäubert; und wer war der Tollkühne, der hier auf verlorenen Posten solange todesmutig mit seiner Schar ausgehalten halte? Ein französischer Regiments - Kommandeur. KrKg$winfd)ätHicDe$. * KartoffeLverforsuug im Mirtschaftsfahr LS18/19. Die Bewirtschaftung soll auf dieselbe Grundlage gestellt werden wie im Vorjahre. Da der Ausfall der Ernte noch nicht zu übersehen ist, mußte vorerst an der Wochenkopfmenge für die versorgungsberechtigte Bevölkerung mit 7 Pfund wie im Vorjahre festgehalten werden. Die Saatgutbewirtschastung für das Jahr 1919 > wird durch Verordnung des Bundesrats geregelt. Die Vor- ! schriften sind im wesentlichen dieselben wie im Vorjahre. > Mm KlM iistf tmt * Der Mrsarrd von Frachtstückgrrl. Gttstückgnr nud beschleunigtem Gilstirckgnt wird vom 11. September ab deran eingcsiHl'äntt, d-iß eme Anzahl Güter j von der Beförderung ausgeschlossen ist. Näheres ist aus j der heutigen Bekanntmachung der Eiseybahndtrektton j zu ersehen. * Gegen die Wohnungsnot. In sämtlichen Landgemeinden des Grvßherzogtums H ssen sind die Besitzer von leerstehenden, zu Wohnzwecken geeigneten Räumen aufgefprdert worden, die Räume bis 1. Oktob^: zu vermieten. Wird der Aufforderung nicht Folge gelet- ! stet, dann werden die Räume von der Kceisbehörde zu den Von ihr festzusetzcnden Mietpreisen vermietet. Deutschlands Spende für Säuglings- und Klernkinderschutz. Eine überreiche Ernte hält seit mehr als vier Jahren der Tod unter den Besten unseres Volkes. Viel, unendlich viel haben wir verloren; aber eine neue > Generation wächst heran, die berufen ist, das Erbe der Väter zu hüten. In der letzten Friedenszeit, in der wir glaubten, einen Ueberfluß an Menschen zu haben, ließen wir alljährlich viele HundertLausende von Säuglingen : nd ! Kleinkindern zugrunde gehen. In Zukunft dürfen wir unter keinest Umständen mit unserem kostbarsten Gut so verschwenderisch umgehen. Jedes Kind, das gesund zur Welt kommt, muß, wenn irgend möglich am Leben erhalten und zu einem körperlich und geistig vollwertigen Menschen entwickelt werden. Dazu soll „Deutschlands Spende für Säuglings und Kinderschutz" helfen. Wie früher bereits in allen deutschen Bundesstaaten wird zu ihren Gunsten in den nächsten Wochen auch in Hessen eine Landes- samvilung 'stattfinden, deren Ergebnis ausschließlich für unsere Hessenkinder verwandt werden soll. Unsere Landes- fürstin hat sich an die Spitze des Unternehmens gestellt und wendet sich in dem in der gleichen Nummer dieses Blattes veröffentlichten Aufruf an alle Männer und Frauen unseres Landes. Möge ihr Ruf freudigen Widerhall finden. * Kerne Entlassung dev Jahrgänge 1870/72. Auf eine Anfrage des Reichstagsabgeordneten Dr. Müller- Meiningen betreffend Entlassung der Jahrgänge 1870 bis 1872 wird milgeteilt, daß das Kriegsministerium von seinem wiederholt ausgedrückten Standpunkt nicht abweichen kann. Die auch nur teilweise Entlassung des Jahrgangs 1870 ist für absehbare Zeit unmöglich. * Ans dem Usgclsvrrg. Auch hier müssen sich die Leute der einzelnen Dörfer durch Verschließen dec Türen oder entschiedenes Auftreten gegenüber den hamstcrnden Kucfremden. schützen, da keine Stunde vergeht, ohne daß ein an der Landstraße gelegenes Haus belästigt wird. In anderen Gegenden hat ein Gemeinderat eine Vergütung von 10 Mark demjenigen in Aussicht gestellt, der hamsternde P Ionen'betm Bist? ^Meister oder Gendarmen so anzeigt, daß sie strafrechtlich verfolgt werden können. Zur Nachahmung empfohlen. * Frirdberg. Bei der. Speckverteilung, die in der vorigen Woche für die Einwohnerschaft des Kreises Frtedberg vor sich gehen sollte, fehlten etwa 20 Zentner Sp.ck Da die Stadt Friedberg bereits voll beliefert war, mußten sich die Landorte mit einer erheblich geringeren Menge, als ursprünglich in Aussicht genommen war bescheiden. Wo die fehlenden 20 Zentner Speck geblieben sind, konnte bisher nicht festgestellt werden. Friedbrrg. Obwohl die diesjährige Obsternte nur lin Viertel der vorjährigen erbringt, überstieg ihr Erlös bet der jetzt erfolgten Versteigerung den 1917 er ganz erheblich. Dec Zudrang des Publikums zu den Versteigerungen war außerordenNtch stark; in entsprechenden Höhen bewegten sich die Angebote So erztelre em Schass- nastnbaum mehr als 200 Ma t. * KüdLrrgen. Das hiesige Mathilden Hospital, eine Stiftung der 1867 verstorbenen Fürstin Mathilde zu Isenburg und Büdingen, feierte am 1. S'ptember sein bOjähriges Bestehen durch eine schlichte Fest.: im eigenen Hause und einem Festgottesdienst in der Stadtkirche. * Metzlar. Das Amtsgericht verhängte über 29 Kreisinjassen, durchweg Händler und Landwirte, wegen Schwarzschlachtungen, Überschreitung tn Höchstpreise, Beisttteschaffung Leb ntzmitteln usw. Geldstrafen im Emzelfalle von 30 bis 600 Mk. ingesamt 2310 Mark. Groß-SLeinfteiui. In der Bernhardtschcn Zigarrenfabrik wurde ein Einbruch verübt. Di-? Dnve drückten ern Fenster ein und ge langten foöami in den inneren Raum, wo sie zirka 8000 Zigarren entwendet Huben. llermilcdm. Wer gehört zu der? Winderberrrrttotterr. In Hamburg ist anläßlich der Kleidersammlung folgende Entscheidung getroffen worden: Als minderbemittelt gelten dort: Eine Person, wenn sie nicht mehr wie 3750 Mark jährlich Einkommen hat. Zwei Personen 5250 Mark zusammen. Drei Personen bis 6000 Mark. Jede weitere Person 750 Mark jährlich, so daß also ein Mann mit fünf Kindern bei 9000 Mark Einkommen noch als Minderbemittelter bezugsberechtigt für Reichskleidungsware gilt. Mit dem Karten qnarrtttm kann man nicht arrskommen. Ein Dresdener Arzt schreibt: Wer nur von dem leben soll, was er auf die Lebensmittelkarten bekommt, der muß fast verhungern oder wenigstens die Arbeitskraft oder Arbeitsfrische verlieren. Ich bin als Arzt mit der Lebensführung weiter Kreise, hoher wie niederer, vertraut, aber ich kenne fast niemand, -der ohne Hamsterbeihilfen besteht. - Wenn man dies hö rt, könnte man glauben, daß jedermann erfolgreich zu Hamstern verstehe. Wohl mag jeder etwas beibringen, aber es ist vielfach nur eine Kleinigkeit. Und daraus ergibt sich, daß viele in der Tat hungern müssen. Man kann sagen was man will, das Essen heutzutage ist unzulänglich, es ist die Ursache vieler Krankheiten und vieler Todesfälle. Wer hat nicht genug von dem Elend? Beiantwerr ich: Klein n Gießen. Stt K,!!rr a» iss« ÄrWS'Ktü JBertJSBätWw». Meine lieben Freunde von den Kruppschen Werken! Es gilt heute, dem Kruppschen Direktorium, den Werksleitern, den Arbeitern und Arbeiterinnen Meinen kaiserlichen Dank vuszusprechen für die geradezu überwält^"nde Art und Weise, in der die Kruppschen Werke dem )en Heere und seinem Obersten Kriegsherrn zur Verfügung gestanden haben und weit über menschliches Ermessen und hoffen Hinaus das Material geliefert haben, das die Armee im Laufe der steigenden Anforderungen in diesem gewaltigsten aller Kriege an |te hat stellen muffen. Gewaltiges ist geleistet worden, trn n Direktorium herab bis zum letzten Arbeiter und bis zur letzten Arbeiterin, und das unter steigenden Schwierigkeiten^^Schwierigkeiten der Ernährung, Schwierigkeiten in der Bekleidung, Verluste, Trauer und Sorgen aller Art, von denen kein Haus verschont geblieben ist, weder das Fürstenhaus, noch das schlichte Arbeiterhaus. Vor allen Dingen möchte 'ch Meinen warmen Dank als Landesvater aussprechen, den Frauen so- wohl wie auch den Mädchen und den Männern, dag sie so opserwillig ihre Pflicht getan haben, trotz der drückenden Sorgen von Not und Elend, die uns alle getroffen haben. Es soll keiner in unserem Volke glauben, daß Ich darüber \ nicht Bescheid weiß. Ich habe auf Meinen Fahrten durch das Land mit mancher Witwe, Mit manchen Bauern und im fernen Osten und Westen mit manchem Landwehr- und Landsturmmann gesprochen, der das Herz schwer hatte von Sorgen, die aber überstrahlt wurden von dem Gedanken: Evst die Pfluht, das andere kommt später. Ich habe Eure Sorgen im tiefsten Herzen empfunoen. Was an landesväterlicher Anregung Ich bin jahrelang an der Front gewesen, immer so nahe wie möglich, um meinen Truppen nahe zu sein. Da traf Mich die^Nachricht von der Erkrankung der Kaiserin. Ern leder Lotte unter Ihnen weiß, w'- das heisst, wenn man so schwere Verantwortung tragt, und dann so!a)e Nachrich. bekommt. Mit Gottes Hilfe ist die Kaiserin wieder auf dem Wege der Besserung. Es waren dies drei schwere Wochen. bln beauftragt, in Erinnerung an die schönen Stunden, die Ihre Majestät im vergangenen Jahre hier verlebt hat, rhre bfcjä* Uchsten und innigsten Grüße zu übermitteln und Luch, Aran. ner, Frauen und Mädchen, aufzufordern, nicht locker zu lassen, nicht anders als auf die Stimme des Gewissens zu hören und Eure Pflicht trotz der schweren Feit zu tun, bis der Friede da ist. ., _ Wir haben ein schönes Wort, das uns die heilige schrift luntft, das heißt: „Alle Cure Sorge werfet auf Ihn, er forg^ für uns." Dazu das andere Wort: „Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes, so wird Euch solches allen zufallen." Das soll heißen, daß wir die irdischen Sorgen von uns werfen, da- mit wir frei stnd für unsere Aufgaben: Wie können wir Gott gefallen und sein Herz erreichen? Dadurch, daß wir un.ere Pflicht tun. Worin besteht unsere Pflicht? Unser Vaterland frei zu machen. Infolgedessen haben wir auch die Verpflichtung, mit allen unseren Kräften auszuhalten imKampfe gegen seine Feinde. Jeder von uns bekommt von oben feine Ans- oabe zugeteilt. Du an Deinem Hammer, Du an Deiner Drehbank und Ich auf Meinem Thron, wir müssen aber alle auf Gottes Hilfe bauen. Und der Zweifel, das ist der größte Undank gegen den Herrn. Und nun frage ich Luch ganz einfach und ehrlich: Haben wir denn eigentlich Grund zum Zwei- feln? Seht doch mal die vier Jahre Krieg an, was wir für gewaltige Leistirngen hinter uns haben. Eine halbe Welt Lord NorthcNffe stellte ihm feinen riesigen Propaganda. apparat zur Verfügung, der ihm kongeniale „Arbeitsmmist.r Luabes ist zu jeder Unterstützung bereit, und Samuel Go.w vers der amerikanische Gewerkschaftsführer und Kriegsist ja offenbar nur zu dem Zwecke übers Meer ge» tarnen,' um die enMch^n Arbiter von allen frieLensfteund- lichen Betätigungen abzuhalten. Auf dem Frühstück im See- mannsheim haben denn auch Hughes und Gompers tu Knouck-out-Reden gegen Deutschland gewetteifert, und das Bedauerliche dabei ist, daß der Bericht stürmischen Befall bei ihren Kraftworten vermelden kann. Em guter ^ell der britischen Arbeiterschaft schwimmt eben vollständig rm Fahr- wasser des kricoswütigen Iingotums. Diesen aber wollte der Konareß gleichwohl bei der Stange halten. Darum foule ein Beschluß gefaßt werden, auf dem sich alle oenmrgen könnten. Die Resolution ist ja dann auch gegen nur 6 stimmen angenommen worden. Aber sie gleicht dem berühmten Messer ohne Klinge, dem das Heft iehlt. Man verlangt zwar eine Erklärung der Kriegsziele durch die interalliierte Kon- ferenz in London, aber bidfc Erklärung ioll keineswegs einen Frieden ohne Entschädigungen und Eroberungen fordern, sondern lediglich eine Art internationaler Polizei einrichten. Damit erhält der P'ölkerbundgedanke eine Interpretation, der auch Lloyd George und Clemenceau sicher zustimmen können. Daß dle Arbeiter die Beteiligung an einerFriedens-Konferenz verlangen, ist schließlich eine billige Selbstverständlichkeit, der aber natürlich Lloyd George nicht zustimnien wird. Der ent» scheidende Punkt in der angeblichen Friedcnsentschlletzung ersucht die Regieruna. „sofort die Friebensverhairdlnnaen zu eröffnen, sobald der Feind freiwillig oder gezwungen Frank, reich und Belgien räumt." Diese Forderung macht das an. schließende Bekenntnis zu den Grundsätzen der Internationale mehr als illu/orisch. Die englischen Arbeiter liaben Mit die. sm Beschluß ihre geschichtliche Mission verkannt. Um den Schein einer Einigkeit aufrecht zu erhalten, haben sie einen Beschluß gefaßt, der sachlich darauf hinausläuft, die Kriegs. Verlängerung zu billigen. Mit Recht hat der Arbeitsminister Roberts aus ihm herausgelesen, daß dieser Beschluß den Ar. beiler-Kongreß verpflichte, die Durchführiing des Krieges zu mindesten zu fördern, bis die Deutschen aus Frankreich und Belgien getrieben feien. Was verschlägt es dagegen, daß einzelne Redner auf die englische Regierung schimpften, daß der Kongreß selbst noch eine Entschließung gegen die Verwe,. aerunq der Pässe annahm, in der die Politik der Regierung als Herausforderung der organisierten Arbeiter erklärt wird? ! Die Einzeläußerunaen mögen ehrlich gemeint fein, der T& | schluß bedeutet sachlich, daß in England nicht nur seither bei ollen Parlamentsverhandlungen es nie zu einer Fne» dens-Resolution gekommen ist, die der des deutsch«, Reichs, tages veraleichbar wäre, sondern daß auch nicht einmal dir britische Ärbeitspartei sich zu einer Resolution für den Dev» ständigungsfrieden aufzuraffen vermag. Wer ist Samuel Gompers? bb. „Feuille" in Genf gibt folgendes Bild des SoMi- stenfübrers Gompers:: Samuel Gompers ist weder Sozran>L noch Arbeiter, noch echter Amerikaner. Er hat niemals zur amerikanischen sozialistischen Partei in Beziehungen gestanden. Er ist außerdem ein in den Vereinigten Staaten natura» listerter Engländer und hat niemals aus seiner ultra-eng» landfreundlichen Gesinnung seit Kriegsbeginn ein Hehl ge» macht. Er ist ein in allen Sätteln gerechter skrupelloser Po. litiker. Durch feine Geschicklichkeit in der Organisierung von Streiks, erlangte er eine autokratifche Stellung. Er ist in der amerikanischen Arbeiterschaft gefürchtet, aber wenig populär. Er hat ein hübsches Dermügen zusammengebrach^ das ihm ein komfortables Leben gestattet. Sern Sohn hat eine gutbezahlte Stellung in einem der Departements der Regierung in Washington, und es ist ein offenes Geheimnis in ganz Amerika, daß die berül)mten Eisenbahnerstreiks n> Herbst 1916, die zugunsten der Streikenden von Wilson an. gebahnt wurden, und ihm die Stimmen der Eisenbahner bei seiner Wiederwahl eingebracht l)aben, auch das Werk vor, Gompers waren, der sie ohne Zweifel auf Befehl seines lwhen Chefs in Szene setzte. Es fei schließlich benrerkt, daß Gornpers ein Israelit ist und aus Böhmen stammt. Sozlalistenkonferenz in London. TU. Die interalliierte Arbeiter- und Sozialistenkonferen- wird in der nächsten Woche in London stattfinden. Der fran- zösische Allaenreine Arbeiterbund und die sozialistische Partei haben ihre'Delegierten für die Konferenz ernannt, die Ende der Woche nach London abreisen werden. Wie das Journal meldet, wird Gompers nach Schluß der Konferenz nach Paris koinmen. Serbien und Montenegro stnd erledigt. Nur im Westen kamp. fen wir noch, und da sollte uns der liebe Gott im letzten Augenblick noch verlassen? Wir sollten uns schämen über unseren Kleinmut. Der kommt aber dann, wenn man Gerüchten Glauben schenkt. Aus den Tatsache n. die Ihr selbst er- lebt habt, da schmiedet Euch den festen Glauben an die Zukunft Eures Vaterlandes. Wir haben oftmals daheim und im Felde, kn der Kirche und unter fteiem Himmel „Eine feste Burg ist unser Gott gesungen, daß es hinausgeschallt hat in des Himmels Blau und in Gewitterwolken hinein. Ein Volk, aus dem ein 'olches Lied entstanden ist. das muß unbezwingbar sein. Meine ■v ct ö v * 1 ‘■«'t , i““ vk ". — "7'.. ' l l . T \, i ftünb aegen UNS und unsere treuen Verbündeten, und Iktzi hat geschehen können, um die Last nach Mögll b.ert zu müb.rn I wrr Frieden mit Nußland, Frieden mit Rumänien; und die Sorgen unseres Volkes zu verteilen, das ist geschchen. I yaoen wir .»rwoen „ ? — Es hätte manches anders gemacht werden kennen, und dag darüber hier und da Mißstimmung herrscht, ist kenl Wunder. Aber wem verdanken wir dies letzten Endes? Der hat davon schon bei Anfang des Krieges gesprochen, daß d,e deutsche Frau und das deutsche Kind ausgehungert werden sollten j Wer ist es gewesen, der den furchtbaren Haß in diesen Krieg hmetngebracht hat? Das waren die Feinde! Wir wollen uns doch darüber klar sein, wie die Dinge stehen. Ein jeder von Euch bis in die fernste Ecke unseres Vaterlandes wer», daß ich keinen Schritt unversucht gelassen habe, unserem Volke und unserer gesamten gesitteten europäischen Welt diesen Krieg möglichst abzukürzen. Im Dezember des Jahres 1916 habe Ich ein offenes, klares, unzweideutiges Friedensangebot im Ra- men des Deutschen Reiches und Meiner Verbündeten den Gegnern übergeben. Hohn und Spott und Verachtung ist die Antwort gewesen. Der da oben kennt mein Gefühl der Verantwortung. Wiederholt in den vergangenen Monaten ha den verantwortliche Leiter aus der Regierung des Reiches in unzweideutiger Weise jedem, der es verstehen wollte, zu verstehen gegeben, daß wir jederzeit bereit sind, die Hand zum Frieden darzubieten. Die Antwort war der ausgesprochene Vernichtungswille, die Aufteilung und Zerschmetterung Deutschlands. Es gehören eben zum Friedenmachen zwei. Wenn nicht beide wollen, kann es der eine nicht, vorausgesetzt, daß er den anderen nicht niederwirst. So steht der absolute Vernichtungswille unserer Gegner uns gegenüber, und dem absoluten Vernichtungswlllen müsien wir den absoluten Willen, unsere Existenz zu wahren, entgegenstellen. Unser tapferes Heer draußen hat Euch diejen Willen durch die Tat gezeigt. Es kommt nut darauf an, daß der Gegner möglichst viel verliert. Das ist erfolgt, und das geschieht noch weiter. Unsere todesmutige Marine hat es Euch bewiesen; gegen starke Überlegenheit hat sie den Feind am Skagerrak geschlagen. Unsere U-Boote nagen wie der verzehrende Wurm am Lebensmark der Gegner. Diesen unvergleichlichen Heldentaten unseres Heeres und unserer Flotte muß ein RücNM geschaffen werden nicht bloß in der Arbeit, sondern auch in Sinn und Gedanken unseres Volkes. Es handelt sich nicht barum, unserem tapferen Heere und unserer ( braven Marine Material und Ersatz nachzuschieben, sondern es handelt sich darum, daß ein jeder Deutsche weiß, daß wir um unsere Existenz kämpfen und ringen, daß wir das Äußerste aufbieten müssen, um uns siegreich zu wehren. Wir wissen alle aus unserer Jugend, aus unserem heu tigen Leben, aus unserer Beobachtung: auf der Welt ficht das Gute mit dem Bösen; das ist einmal von oben so eingerichtet; das Ja und das Nein. Das Nein des Zweiflers gegen das Ja des Erfinders, will Ich mal sagen zu Euch, das Nein des Pessimisten gegen das Ja des Optimisten, das Nein des Un- gläubigen gegen das Ja des Glaubenshelden, das Ja des Himmels gegen das Nein der Hölle. Nun, Ich glaube, Ihr werdet Mir darin Recht geben, wenn man diesen Krieg bezeichnet als hervorgegangen aus einer großen Verneinung uno fragt Ihr, welche Verneinung es ist: es ist die Verneinung der Existenzberechtigung des deutschen Volkes, es ist die Verneinung aller unserer Kultur, es ist die Verneinung unserer Leistunaen und unseres Wirkens. Das deutsche Volk war fleißig, in 'sich gekehrt. Der Neid veranlaßie unsere Gegner zum Kampf, und es kam der Krieg über uns, die wir ahnungslos waren. Und jetzt, da die Gegner sehen, daß alle ihre Hoffnungen, die sie in den ftüheren Jahren gehabt haben, trüge risch gewesen sind, da unsere gewaltigen Heerführer, nach deren Ncnuen mit Recht Eure neuen Werkstätten genannt werden, Schlag auf Schlag ihnen versetzt haben, nun erhebt sich auch noch der Haß dazu. Nun, meine Freunde, wer haßt? Der Deutsche, der Germane, kennt keinen Haß; wir kennen nur den Wcllen, der dem Gegner einen Schlag versetzt, wenn er aber danieder, liegt und blutet, reickzen wir ihn: die Hand und sorgen für seine Heilung. Der Haß zeigt sich nur bei den Völkern, dre sich unterlegen fühlen. Wir wissen nicht, wann das Ringen beendigt sein wird, aber das eine wissen wir, daß wir den ssampf bestehen müssen. Jetzt kommt es auf die letzten Anstrengungen an; es geht rms Ganze, und weil unsere Feinde es wißen, weil sie vor ^em deutschen Heere den größten Respekt haben, wert sie em- sehen, daß sie unser Heer und unsere Marine nicht nieder- zwingen können, deshalb versuchen sie es mit der Zersetzung un Innern, um uns mürbe zu machen durch falsche Gerüchte und Flaumacherei. Das kommt nicht aus den Kreil«: des deutschen Volkes, das sind künstliche Machwerke. Aber em jeder, der auf solches Gerücht hört, ein jeder, der unverbura-L Mchrichten in Eisenbahn, Werkstatt oder anderswo weitergibt, er sündigt sich am Vaterland, der ist ein Verräter und herber ' . ^ ^ ^ • v V /rt..&C r..i «m Of ~fj r J (<•>«• UCli UIUTUjl wm ^uvtvmiiv, wv ' T V .-t rw 7 I Strafe verfallen, ganz gleich, ob er Graf sei oder Arbeiter. Ich weiß sehr wohl, daß ein jeder von Euch Mir darin Recht ' ;; t. Glaubt Mir wohl, es ist für Mich nicht leicht, jederi I' bic Sorge der Verantwortung für ein Volk von 70 Millio- - i - i tragen und dazu u-re^c als 4 Jahre alle die Schwierig. V,Y;.und die zunehmende Rvt des Volles zu sehen. habt durch die trrundlicheii Worte des Herrn Krupp - gehört, baft Ich wn Ner Kaiserin, Mei- i Lattlrr w*t> Eurer Lanbesmutter. komme. J Bitte und Meine Aufforderung an Euch und durch Euch an die gesamte Arbeiterschaft, die sich so ausgezeichnet und rüch. tia bewährt hat, und durch Euch an das gesamte deuffche Bo l geht dahin: für Mich und Mein Verhältnis zu Meinem Volk sind maßgebend Meine Worte vom 4. August 1914: „Ich kenne keine Parteien, Ich kenne nur Deutsche". Unsere Parteien haben es nicht verstanden und stnd im Kriege nicht auf der Höhe. Es ist jetzt keine Zeit für Parteiungen: wir müssen uns jetzt alle zusammenschlietzen zu einem Block und hier ist wohl am ersten das Wort am Platze: Werdet stark wie ^i^h^ ***10 bzx deutsche Dolksblock, zu Stahl zusammengeschweißt, der soll dem Feinde seine Kraft zeigen. Wer also unter Euch ent- schlossen ist, dieser Meiner Aufforderung nachzukommen, wer das Herz auf dem rechten Fleck hat, wer die Treue halten will, der stehe jetzt auf und verspreche Mir, anstelle der gesamten deutschen Arbeiterschaft: wir wollen kämpfen und ourchtzal- ten bis zum Letzten. Dazu helfe uns Gott. Und wer das will, der antworte mit Ja! (Die Versammelten antworten mit lautem Ja.) Ich danke Euch. Mit diesem Ja gehe Ich jetzt zum Feldmarschall. Es gilt nun für jeden von uns, die gelobte Pflicht auch zu erfüllen und an Geistes- und Körper- kraft das Äußerste einzusetzen für das Vaterland. Jeder Zweifel muß aus Herz und Sinn aebannt werden. Jetzt heißt es: Deutsche, die Schwerter hoch, die Herzen stark und die Muskeln gestrafft zum Kampfe gegen alles, was gegen uns steht, und wenn es noch so lange dauert. Dazu helfe uns Gott! Amen. Und nun lebet wohl, Leiüel Der deutlSr WTV. Berlin, 11. Sept. Abend». Amtlich. An den Kampffronten ruhiger Tag. WTB. Die ftanzostschen Blätter verzeichnen llberemstim- mend die Verniehrung der Hindernisse in der Nähe der dto'i Siegfriedstellung. Große Gebiete seien besonders westlich Cambrai unter Wasser gesetzt. Laut Temps' wurden btc Schleusen des Nordkanals gesperrt. Sensee und Scarpe sind verschüttet, so daß nördlich des Havrineourtwaldes eine un- zugängliche Zone gesck-affen ist. Der Frontberichterstatter des Petit Parisien betont, daß die Uberfcknvemmungen die^ Der- wendung von Tanks ausscha!ten. Alle Frontberichterstaffer erklären, daß die neuen deutschen Stellungen außerordenUich stark befestigt sind und ein Hindernis bilden, dessen Überwindung schwerste Kämpfe kosten werde. Daher sei in den Kampfhaiidlungen ein Stillstand zu erwarten. Das Jour- nal des Debats äußert, der deutsche Rückzug sei beendet. Munnschafismangrl in England. WTB. „Nieuwe Notterdamsche Courant" zufolge greisen „Daily News" und „Daily Chroniele" die eirglische Regierung wegen der unbesonneiwn Maßregeln zur Ergänzung des Mannschaftsmaterials an der Front an. die nock) Anpcht dieser Blätter an der jetzigen ernsten Lage m der Kohlen, industrie und in den Sckstffswersten schuld sind. „Daily Chro- nicle macht darauf aufmerksam, daß von den 50 000 Bergarbeitern, die Lloyd George in seiner Rede vom 9. April oer- langt nur 25 000 tatsächlich ausgehoben feien, und daß es jedermann klar sei, daß es überhaupt nicht notwendig gewesen wäre, Bergarbeiter in die Armee einzurell>en. Das Zu- sammenscha-cren von Bergarbeitern im April und Mai, um sie in die Armee zu stecken, und das gegenwärtige Zusammcn- scharren von Bergarbeitern in der Armee, unr sie wiederum nach den Berawerien zurückzuschicken, zeige einen bedauerli- chen Ricmoel cm Voraussicht. Durch eine ähnliche Einsichts- losigkeit sei auch die Produktion dec englischen Echissswerf- ten benachteiligt worden. Z8S MmMtmim der emWm Arbeiter. Gerade die Anhänger des Verständkgungsftckedens in Deutschland werden es aussprechen müssen, daß die Iubi- läuntsttmserenz der englischen Arbeiter in Derby für alle Friedensfreunde eine herbe Enttäuschung bedeuten muß. Die Lag»r der britischen Arbeite'-vartei ist gewiß nicht zu verken- nem Drccht doch der krieg^tolle Führer der englischen See- MUand. Rußland und Finnland. TU. In einer Versammlung des Rates kn Moskau hat Trotztt in einer Rede geäußert, daß die Friedensverträge mir Finnland, deb Ukraine und der Türkei direkte Folgen des Brester Friedens seien. Die Umstände, welche die Wiederher» stellung friedlicher Beziehungen zu Finntänd erklären, erge» den sich aus dem Fall der Festung Ino und den englischen Unternehmungen an der Marnmnrüste. lenke, bem sein Terrorismus gegen alle seefahrenden Der mittler in die Krone gestieegn ist, mit der Gründung einer eigenen und natürlich nationalen Arl-'Uerpartei. Havelock cofreut. sich bei seiner Agitai^s.r hoher G önnerschaft, Buchanaus Heuchlenvorte über Rußland. TU. Der Bossischen Zeitung wird berichtet: In einer An- spracke vor dem englisch-russischen Klub zollte der ehemalig« englische Botschafter^in Petersburg, Sir Duck^anan, dem An» denken des Zaren einige warme Worte. Er tadelte die gefühlslose Roheit, mit der die Nachricht von der Ermordung des Zaren in England aufgenomemn wurde und protestierto gegen die zahlreichen Filme, die den Charakter des ehemaligen Bundesgenossen entstellen und besudeln. Duchanan »chrelvh den Zusammenbruch Rußlands der inneren Schwäche und Uns sähigkeit des Landes zu. Er erzählt, daß er in letzter Stunde dem Zaren die Ernennung eines fortschrittlichen Komitees an- geraten habe. Nikolaus 2. verbat sich jedoch eine derartige Einmischung. Bucha nun forderte, daß ein neues Rußland aus der Intervention der Entente entstehen müsse. lDresr Worte im Munde eines Mannes, welcher die Ursache des russischen Niederganges ist, nehmen st ) wie blu.rger Hohn aus. D. Red.) Vrim Friedrich Ksri mn Men sim'-Mer Kvniq? TU. Nach einem Telegramm aus HUsingsors hat Priuz Friedrich Karl von Hr^n sich bereit erklärt, di? Känigskrone Finnlands auzunehnreu Der finnische Landtag tritt 26. September zusammen. Prinz Friedrich Karl von Hessen entstammt der ältere^ nicht regierenden landgräflichen Linie fria Fürstenhauses Hessen. "Er ist der einzige Sohn des 1888 gcstordenen Lan-^ grafen Alexander Friedrich und wurde mn 1. Mul Schloß Banker geboren. Seit 1893 ist er vermähl »- mit öc V | Prinzessin Margarete von Preußen, der Schwof \ des Kaisers. Per Ehe sind 6 Söhne rnUvrosse»u 10000 immn vrrseM. VTB. Berlin, 12. Sept. (Amtlich.) Um England herum versenkten unsere U-Boote 10 OOO BRT. Der Lhef de» AdmiraLstaües der Marine. Englischer Zerstörer gesunken. WTB. London, 12. SepK (Reuter.) Die Admiralität meldet: Infolge Zusammenstoßes in dichtem Nebel ist em eng- ttscher Zerjtörer am 2. September gesunken. Keüre Mann- schastsoerluste. Admiral Scheer über den Enderfolg der U-Boote. TU. 3« einem Bortrage über die Gefahr der Stunde gad der konservative Nekchetag-abgeordnete Dr. Wilbarube tu Dresden ein Gespräch wieder, das er kürzlich mit dem Admiral Scheer, dem Lhef des Bdmiralstabes, gehabt hat. Dieser sagte: mMit gutem Gewissen können Die vor dem Lande sagen, daß ich nicht einen Augenblick daran zweifle, England durch unsere U-Boote an den Verhandlungstisch zu bringen. Nur mutz ich es ablehnen, mich auf eine» bestimmten Zeitpunkt fest- rvlegen." Für die Kleinmütigen, die immer noch nicht gegen das dewnßt falsche Zweckgeschwätz von drüben über die angebliche Unwirksamkeit unseres Unterseebootkrieges gefeit sind, wird es eine Seelenstütze sein, wenn der maßgebendste Mann als seine Meinung aussprechen läßt, daß er nicht einen Augen- blick zweifle, England mit dem Unterseebootkrieg auf die Knie zu zwingen! Daß Admiral Scheer sich nicht auf einen bestimm- len Zeitpunkt für den Erfolg festlegen will, gibt dem grund- sätzliä)en Inhalt seines Ausspruchs nur um so mehr Gewicht. Um diesen Zeitpunkt der endgültigen Wirkung hat sich die Meinungsverschiedenheit in der Frage des Unterseebootkrieges hauptsächlich gedreht. Aber die Hauptsache ist rmd bleibt doch die Gewißheit, daß der Unterseebootkrieg überhaupt das große Ziel erreichen kann, und diese Gewißheit findet jetzt in der Kundgebung des Admirals Scheer eine neue Stütze. Auch als Gegengewicht gegen das schlau ausgeklügelte, auf Irre Führung berechnete Gerede unserer Feinde über den „Fehl fdjlöfl* des Unterseebootkrieges ist das Wort Scheers bedeut ■ » n •*.. c • f\r\ - .f. f . f — 1 1 s.:.. rftx a rr«* >-% f a>• r 4 * aai fern. In beständigem Wechsel mit diesem Geflunker bläst aber Manntlich drüben der Wind auch aus dem entgegengesetzten Loch, wie gerade wieder folgeirde Meldung zeigt: Regierung und Wadirechlsugriage. TU. Der Reichskanzler Graf Hertling hat, wie der Berliner Lokalanzeiger erführt, in den letzten Tagen die Führer der Reichstagsfraktionen getrennt empfangen. In der vor- gestrigen Besprechung zwischen dem Reichskanzler, dem Vizepräsidenten des Staatsministeriums Dr. Friedberg, und dem Minister Dr. Drews lagen Besprechungen zugrunde über die Haltung der Regierung in den schwebenden Beratungen über die Wahlrechtsvorlage in der Kommission des Herrenhcm- fes. Wie wir von einwandfreier Seite erfahren, ist die Regierung nach wie vor fest entschlossen, falls eine C-nigung Aber das Landtagswahlrecht nicht in einer Form zustande Lommt, wie sie der Regierung annehmbar erscheint, den Landtag aufzulösen. Auf der anderen Seite wird man sich aber durch so brutale Terrorisierungsversuche nicht davon ab bringen lassen, dem Herenhause, das sckne Beratungen in voller Erkentnis des Ernstes des Beratungsgegenstandes mit größtmöglichster Beschleunigung betreibt, die Möglichkeit zu gewähren, einen so schwerwiegenden Rcformvorschlag, wie es der einer grundstürzenden Änderung unserer Verfassung ist. Mach allen Möglichkeiten hin grünbli< durchzuberaten. Abgelehnte» berufsftandige» Wahlrecht. WTB. Berlin, 12. Sept. In der Wahirechtskomrnisflon ves Herrenhauses wurde von konservativer Seite ede Einschränkung, wird also auch Alterszusatzst.mmen ablehnen. Dagegen schefnt dle Mehrheit der neuen Fraktion aus ge- wisse Sicherungen hlnznnrbeiten, die sich aber nicht auf das -Wchlrecht selber erstrecken sollen. Am MefthentWend. Köln, 12, Sept. In einem Zug in Richtung Köln ver- etniaen 3 Mtesmack)er ihre Msichten über dle Lage im Westen. Da dos Geschwätz zu albern war, um der Widerlegung zu bedürfen, schweigen die übrigen Insassen des Abteils. Kurz vor der Einfahrt in Köln erhebt sich indessen ein Herr der bisher halb belustigt, halb verärgert den RÄckzugsmunbgefech- ten der Heimlrieger zugehört hot. Er lüftet den Hui: „Ber- zethnng, meine Herren, aber ich war seit Samstag nicht mehr in Köln; ist Köln nocl) Etappe oder schon beietztes Gebiet? Spott, Lachen und Verlegenheit waren nunnwhr im Abteil gleichmäßig verteilt. Koblenz, 12. Sept. Nach einer Verordnung des stellv. Generalkommandos und des Gouverneur der Testung Köln dürfen Kaffeemühlen aller Art in den Geschäften nicht mehr feilgeholten werden. Die Kasseemühlen müssen sofort aus dem Verkehr gezogen werden. ^ . Koblenz, 12. Sept. Dos Eisenwerk Gebr. Stumm in Neunten a. d. Saar bot in Koblenz-Lützel ein umsanarei- ches Gelände zur Errichtung einer Werft für Flußschiffe erworben. Dos Unternehmen hat sich bereits kürzlich an der Schiffswerft I. Frerichs, A.-G. in Einswarden beteiligt. Krefeld, 12. Sept Der Polizei ist es gelungen, den Wilderer, der gestern nacht den Polizeibeamten Rellers er- schossen hat, zu ermitteln. Krefeld, 12. Sept. Ein angeblicher Uhrmachergehckfe von auswärts, Hermann Fröndhoff, der sich hier kurze Zeit unter dem falschen Rameü Rottmann herumtrreb, erschwin. delte Uhren im Gesamtwerte von 14 OOO M und ist flüchtig. Es ist anzunehmen, daß er in anderen Städten ähnliche Gau- nereien — er nimmt meist Uhren zu Reparieren in Empfang — versuchen wird; die nach ihm fahndende Krinnnalpolizei warnt dal)er vor dem Märschen, der, wie erwähnt sei: groß- gewachsen, leicht kriegsverletzt ist und wahrscheinlich noch in Feldarau mit Abzeichen stecken dürfte. — In 6t. -lönts sind der Gerberei Giesen für etwa 20 000 M Leder gestohlen worden. Es ist zwar geglückt, Diebe und Abnehmer der Deute zu ermitteln, es konnte jedoch bisher nur ein Teil des Leders im Werte von 1000 M wieder sichergestellt werden. Rheydt, 12. Sept. Auf eine 70jäl^ige Dienstzeit bei der Firma Wilhelm Beines Söhn- rannte der Fabrikbote Wilhelm Eaumanns hier zurückblicken. Aus diesem Anlässe wurde chm heute das Berdiensttreuz in Silber verliehen, nach- dem er beim 50jährigen Arbeitsjubiläum das Allgemeine Ehrenzeichen in Silber, beim OOjährigen dos Kreuz zum Allgemeinen Ehrenzeichen erhalten. Ehrenvolle Diensttreue! Lintfort bei Mörs, 12. Sept. Um die schädlichen Ein- fliisse der Zeä)enabwässer in etwa zu mildern, bot die den Rheinischen Stahlwerken in Duisburg gel)örige Zeche Friedrich-Heinrich beschlossen, unterhalb des Kümper Berges eine Kläranlage zu schaffen. Essen, 12. Sept. Der Hetman der Ukraine General Skoropadsli ist zum Besuche aus Billa Hügel eingetroffen. Im Gefolge des Hetman befanden sich: Selteniewsti, Adjutant des Hetman, Graf von Derchem, Legatimrsrat der deutschen Ukraine-Delegation und Legationssekretar Assessor Dr. Meyer. Heute vormittag wirrden eine Reche Werkstätten und der Speisesaal an der Hammerstraße besichtigt. Nach- mittags wurde die Besichtigung der Gußstohlfabrik fortge setzt und im Anschluß daran eine Fahrt durch die Wohn siedelungen Alfredshof, Margaretenhöhe u. Altenhof gemacht. Bochum, 12. Sept. Bor der Strafkammer begann die wiederholt rvertagte Verhandlung gegen den Fabrikanten Friedrich Gross aus Witten, von dem Gußstahlwerk Witten, der bei Lieferungen für das Heer sich unredlicher Machenschaf, ten säMldig gemacht haben soll. Ls soll sch um das Unter- schieben fehlerhafter Geschosse gehandelt haben. Zur Ber- l)andlung sind 84 Zeugen geladeiu Außerdem sind militari sche und technische Sachverständige geladen. Die Vernehmung des Angeklagten sindet unter Ausschluß der Öfsent- lichkeit statt. Dülmen, 12. Sept. Beim Rombergschen Schlosse in Dül dern fanden Kinder in einem Brunnen die Leiche eines ManMMlmAahM m] der Friedr'MMe. Berliner Skizze von Gustav Hochstetter. (Nachdr. verb.) Es ist noch nicht lange her, daß ich zum ersten Mal der Aufnahme eines selbstverfaßten Films zusehen konnte. Bei- nahe coäre es auch diesmal nicht dazu gekommen. Ich habe die Kinoreglsseure im Verdacht, daß sie an manches Andere lieber denlen als an die Einladung des „Dichters" zur „Aufnahme" .... Zufällig klingelte ich bei dem Leiter des Filmbetrtebes cm jenem Vormittag an. Ich fragte nur ganz nebenbei: .Wann wird eigeirtltck) der Film gekurbelt, für den Sie mir kürzlich das Honorar schickten?^ Da rief mein Freund ins Telephon: »Wenn Sie sofort die Hocistiahn stürmen, kommen Sie gerade noch zurecht . . . Friedrichstroße, Ecke Behrenstrrße . . . Sie sehen's schon am Rrenschenauslauf . . . Eilen Sie sich, sonst kommen Sie zu spät.^ Na. ich kam nicht zu spät. Im Gegenteil. Ich spähte vergebens nach dem Menschknouflauf. Rur ein pc -r unauf- fällig wartende Kinv-Münen sand ich an jener Ecke; sie sül-r- ren mich in eine benachbarte Kutscher kneipe, wo allect-and be- schcidenes Volk vor Rlefentasscn dampfenden Mokka-Ersatzus saß, die große Tasse — sage lyxb schreibe — zu süri^vl-n RcLchsvseunigen. Mein Führer erklärte mir: .Hier tst das SteKbichein: hser warten wir auf den berühuilen Komiker. Er konnut natürlich zu spät. Er kommt imuwr zu spät. Triirken Sie auch einen Sechsdceteruwküa?'' Noch tbiexa, etivas lang ge rate non Viertelst imdcl-e« er- phbe« er — der berühmte Äomifec. In einer Ecke bes Lokals v-rtorhchtr «. ohne Schwa, den Straßenanzug mit tkmi «pUjchen Lsijizu?Lslcachl. Seine Kleider hüuc er cur den nächsten Dildernagel; seine wertvolle Schlipsperle . . . keinerlei Vorkehrung nötig gewesen: die Massen fanden sich er schaute sich strnnm ringsuur . . . und bums, hatte ich seine Perle in meiirer Kravatte stecken ... .Los, Kinder, losl^ Der Regisseur Natschte in die Hände. Zu meinem Erstaunen snl) ich, daß das bescheidene Volk der Kaffeetrinker sich inzwischen geräuschlos in die Perfvlren meines Filmlustspiels veruxnrdelt hatte . .. Darbier, Photograph, Smnengedunben wsske«. SfeWtt o«P Leichs, der Rock und Schuhs fehlten, lag ein leerer Rucksack. Der Mann scheint im nahen Walde errnordet und dann m den Brun nen geworfen zu sein. Schweres EisekduhrniNgM. 33 FerteuNnder aus M. Tiaübach getötet. WTB. S ch u e i d e m ü h l, 11. Sept. (Amtlich.) Hent^ 4,55 Uhr früh ist bei Blockstelle Pöttke, kurz vor dem Bahnhof Schneidemühl an Klm. 2,4 der Strecke Bromberg-Schnerdemuhl der Kindersonderzug 2244 nach München-Sladbach infolge Überfahrens des Haltesignals auf den Schluß des Güterzugrs 7595 aufgefahren. Der erste Wagen des Kiuderfonderzuges wurde in den Packwagen hineingeschoben und bis auf v er Abteile zertrümmert, vom Güterzng acht Wagen beschädigt oder zertrümmert. Getötet sind der Schlnßschaffner oes Gü- terzuqes, ein Mann und 33 Kinder, verletzt sind eine Frau und 15 Kinder leicht und zwei Kinder schwer. Die Schuld- frage ist noch unbekannt. TU. Schneidemühl, 12. Sept. Der nahe dem Bahnhof Schneidemühl gestern friih verunglückte Feriensonderzug war mit 760 Kindern in Begleitting chrer Lehrer und Lehrennnen besetzt. Die Kinder, ermüdet von ber schon langen Fahrt, schliefen in ihren Abteilen. Plötzlich horte man ernen furchtbaren Krach. Die Wagen erschütterte ein heftiger Ruck, und der Zug hielt. Iaanmern und herzzerreißende Tone erfüll- ten die Luft. Den von allen Seiten Herbeieile,iden Ersen- balmbeamten bot sich in der Morgendämmerung ein ent- setzliches Bild. Die LcLourotioe bes Ferienfonbrrzuges, due letzten Wcmen des GüterLUges, der auf dem Glois hielt, nrw die ersten 'Wagen des Krnderzuges bildeten ein Et^sos von Trürmnern, aus dem Jammergeschrei der verletzten Ktude» erschallte. Der Packwagen des Feriensonderzuges hatte de« ihn folgenden, mit Kindern voll besetzten Personemoagen t, der Mitte durchschnitten. Aus den Splittern uud -usamme^r. geqrretschten Holz- imb Eisenteilen drang das Blut der Ge- töteten hervor, rangen sich die blassen Händchen der einge- quetschten, säpver verletzten Kinder empor. Die meisten dev in dem Wagen untergebrachten Kinder waren getötet. Mrch den ersten Auftäun^ungsarbeitrn bot sich den Arbeitern et« furchtbarer Anblick dar. Unter den Trümmern fand man 38 vollständig zerfetzte Kindesleichen und die Leiche eins» Erfen. bahnbeamten. M.-G!adbach, 12. ^epk. Die Namen der 33, in dem Kindersonderzug bei Schneidemühl verunglückten Kinder sind hier nicht bekannt geworden, so daß außerordentliche Unruhe tn der Dürgersck-aft herrscht. Im Mai ds. Is. waren aus der Stadt M.-Glodbach etwa 200, aus der Stadt Rheyot 170 Kinder und aus dem Landkreise Gladbach 230 Kinder nach Ostpreußen gebracht worden, wo ste im Kreise Angerburg Kräftigung und Erholung während des Sommers finden sollten. Diese Kinder wurden mit dem Sonderz-ug, der gegen 11 Ul)r abends hier eüitreffcn sollte, zurückerwartet. In dem Zug befand sich muh noch eine größere Anzahl Kinder aas Sterkrade. Ls ist ein seltsames Verhängnis, daß in die» fem Jahr wiederum ein M.^Lladbacher Kindersonderzng ver. unglückt, wie es im Oktober vorigen Jahres bei Stendal dev Fall war, wobei 25 Kinder ihr Leben verloren. RRZ aZer Wett. WTD. Berlin, 12. Sept. Die nach dem deutsch-ruMcheu Finanzabkommen am 10. Sept. fällige erste Rate der russischen Gold- und Rubelzahlungen ist in Ovscha eingetroffen und von einem Beauftragten' der Reichsbank übernommen. Doppelmord. Berlin, 12. Sept. Eine schreckliche Aufklärung Hai das Verschwinden des 67 Jahre alten Geldbriesträgers Albert Weber in Berlin gefunden. Beim Absuchen der Häuser in der Spandauer, und Zkaiser-Wilhelmstraße durch Krmnnalbe- amte wurde Weber am Mittwoch nachmittag im vierten Stock- werk des Eckgrundstückes Spandauer Straße 33-34 in der Wohnung der Schneiderin Marie Rühle geb. Furchn^:, m einem der beiden Vorderzimmer auf einem Sessel sitzend mit durchschnittener Kehle tot aufgefunden. 3a dem anderen Zimmer fand man die Wähnu ngsinhaberin, Frau Rühle, in einer Blutlache tot am Fußboden liegend. Rach den bisher angestellten Erunttelungen sollen vor kurzer gekt l^i Frau Rühle zwei junge Durscl-en ein Zimmer abgeuuetet haben. Diese dürften Frau Rühle und dann den Br-vchtrügsr-«mordet haben« Dr. Karl Peters f. WTB. Braunschweig. 12. Sept. Der bekannte Afrika. forsä)er Dr. Korl Peters ist gestern in Wollorf bei Perne gestorben. Er wird in Neuhaus an der Elbe beigefetzt. Er er- reichte ein Alter von 62 Jahren. Posen, 12. Sept. Seit gestern 3 Uhr nachmittabs brennt der Monumentalbau der Kgl. Akademie am Derlmer Tor. Der Dachstuhl stcht in ganzer Ausdehnung in Flanmlen. DE Feuerwehr ist fast ln der Friedrichstroße. Für das Erscheinen der Menge ro« ganz von selbst ein! Zuerst waren es Hunderte Neuglerrger — ncch einer Viertelskurde Tauseärdel Zivilsten, bolbaten, Arbeiter, Feingekletdete, fowten, Greise, Mädchen, Ma1v> nen, Schutzleute, alle, alles, jeder fügte sich mrt Freude uu* Genuß dem „Oberkommando" des Kinoceglsseurs. .Jetzt ganz still, meine Herrschaften! . - - 3e^t We Arn hoch und dorthin zeigen! . . . Werrn der Offizier mrt den. Koffer aus dem Panoptikum konuut, respektvoll Platz nwcheni . . . Wem: der Barbier zu laufen anfangt. Alle harter chm herlaufen . . .!" ^ ^, Sie taten's! Und wie! Daß ihnen der Schweiß nur so herunterrann! Als ob ste's bezahlt bakamen» Leid tat chnen, wie's aus war! „ t . TY . m ^Das Ganze noch einmal aufnchmen! befahl der Re- ^^Nicht einer mis dem tlmfendk'öpflgen, freüvMg mit- fpielcirden Pul^ililm ging nach Hause; alle tzrielten die zweite, ja sogar die dritte Auftiahme rnit. Bei der dritten waren's sogar ncxh tausend Menscl)en mehr . .. -Als ich ein paar Wochen im Parkett des Äino? saß und mir mein Lustspiel cmsal> hörte ich, wie eine fremde Dann: zur anderen sagte: .DLch da» ein teurer Film geweke» sein. Mindestens viertauiend Gchrnspleler! Germ da ted« nur zwanzig Rlark Sviell»noror bekounnen hat — Ich unterbrach die ftenrde Dcuue nicht. Mir kann es imr recht sein, wenn die Zuschauer denkön, die Filmfabrik l)ä1te für urciner Härwe Arhett ynud-rktausenö Rkark Gagen bezahlt... ■ Sollte aber die fremde Dame morgen beim Spazierrm- gehen in ein ähnliches Massenbild hüremgeratrn, ich biv überzeugt: sie wird ebenso freudig und — ebenso vrbezahü miknimen, wie damals dis merümpud Anderr« ouj Friedrichstraße« Nacht ■ sgG-'Bekarr.ktm§chrmg betreffend Abänderung des Z 4 der Bcknnnt- machung Nr. V, I. 354 6. 16. Ii. R. A. betreffend Beschlagnahme ». BeftandScrhebung der Fahrrad-Bereifungen (Einschränkung des Fahrrad-Verkehrs) vom irr. Juli 19 8 . Wie entferne ich den Lluf Grund des § 4 des Gesetzes über den Belagerungszu- stand vom 4. Juni 1851 (G. S. S. 451 ff)/ in Verbindung mit der Bekanntmachung über die Sicherstellung des Kriegsbedarss vom 24. Juni 1915 in der Fassung vorn 20. April 1917 (R. G. Bl. 1917 S. 375) wird hiermit der tz 4 der Bekanntmachung Nr. V. 1.354/6. 16. K. R. A. für den Bereich des XV Armee-Korps und des Gouvernements Mainz wie folgt geändert: 8 4. zugleich Anleitung zum Beizen. 2. Selbstherst v. Zigarren, Zigar- - .etlen, Kautabak ». s. w. ohnei Hilfsmittel. ' 3. Ernte der angebauten Tabak pflanzen und Verarbeiten zu ß a q g Ii (a I] a k Deutschlands Spende für Säuglings- nnd Kleinkinder schuh. ' Aufruf ! 4. Verarbeiten von Laub und Blüten zü Taßakgrsalz Verwendungserlanbuis. Die weitere Benutzung der im § 1 bezeichnten Gegenstände Zu ihrem bestimrmmgsgemäßen Gebrauch sowie die Vornahme von Veränderungen an ihnen ist nur den Personen gestattet, die eine besondere Erlaubnis eines MilitärbefehlshaberS oder einer von ihm mit der Erteilung der Erlaubnis beauftragten Stelle erhalten haben. Die Erlaubnis zur weiteren Benutzung der Fahrradbereifungen wird durch besondere Abstempelung der Radfahrkarlc durch den Militärbefehlshaber oder der von ihm beauftraaler Stelle erteilt. ' V Eine derartige Erlaubnis (abgestempelte Radfahrkarte) wird nur solchen Personen erteilt iverden, die das Fahrrad in Ermangelung anderer zweckdienlicher Verkehrsmittel benötigen: 1. als Beförderungsmittel zur Arbeitsstelle- 2. zur Ausübung ihres im allgemeinen Interesse besonders notwendigen Berufes oder Gewerbes- 3. zur Beförderung von Waren zur Aufrechterhaltunq ihres Betriebes - 4. infolge ihres körperlichen Zustandes - 5. Personen, insbesondere Arbeitern oder Arbeiterinnen, die von ihrer Wohnung zur Arbeitsstelle einen einmaligen Weg von mindest. 3 km haben. Die Erlaubnis ist in jedem Falle ohne weiters zu erteilen: a) Schülern und Schülerinnen, deren einmaliger Schulweg mehr als 3 km beträgt und denen die Gelegenheit fehlt, durch andere Verkehrsmittel in zweckmäßiger Weise die Schule zu erreichen- b) Ärzten, Tierärzten, Heilgehilfen, Krankenschwestern, Hebammen zur Ausübung ihres Berufes oder Dienstes: .sschlieff^lich zurAusübung ihreSBeruf^ Dienstes- für sonstige Fahrten dieser Personen (z. B. \ Fahrten von der Wohnung zur Dienststelle und zurück- gilt die Bestmunung des Abs. 2 des tz 4- ä) solche Personen, die infolge ihres körperlichen Zustandes (Fehler^ von Gliedmaßen, Lähmung usw. aus die Benutzung eines Fahrrades (Dreirad Selbstfahrer usw.) angewiesen Bier Jahre lang wütet nun der Weltkrieg. Furchtbar sind die Opfer, die er von unserem Volk gefordert hat und noch täglich fordert. Die Znknnft unlerrs «ater. ** f ■*** v (chwcrft- srfülrvbct, wenn es nicht gelingt, einen Ausgleich zu pchaffen für die Hunderttausende von blühenden Menschenleben, die uns durch den Kriea E TTu iCSC E° ?■! r ntr ' N ™ be " finb - Sor QlIem 9iIt es ' die erschreckend hohe Sterblichkeit der Säug- DÖlZS ior Tabak U, Ersaiz j duge und Kleinkinder zu bekämpfen. In den letzen Friedensjahren ^ «ähnlich Barinasgefchmack) j gingen von hundert deutschen Kindern fünhrekn beveits leicht Mk. 1.8v, mittel Mk. 2.50,! ; ' lU.lJjU)« oerens starc Mk. 2 . 80 . Jede Packung reicht! UN ersten eocnsjayr zu Grunde, „ 0 Tabak. j mehr als in fast „Urrr «ndrrcn Knitttrstsatsn. Eine durchqreifende Kille durck 8 . ÄeNer, Mlki.) j Ausbau des Mutterschutzes und der Klnderfürsorge ist hier dringend nötig Dazu sind lose und montierte auch Wagen , Weichen, Drehscheiben sowie S^OlUSmCilöß LskSMoriVSN aufgebracht werden sotten. Die Sammlung für „Deutschlands Spende für Säua- ,nss- und Ktetnirinderfchutz" wird in Hessen im September dieses Jahres statt- fmden; ihr Ertrag vcrbiribt ausschliesttich unserem rngerru vaterlandc Wir wenden uns an den oft bewährten Opfersinn des Hessenvolkes mit der herzlichen Bitte, an dem großen Werk der Nächstenliebe mitzuhetfen. Möge jeder nach Kräften dazu beitragen, die Fürsorge für unsere Kleinen und Kleinsten zu fördern Es gilt die Zukuuft «uferrs D-,k-s. di- Macht und Gröste unser-s h-ißg-li-bten ZsrNArMLroes: Darmstadt, im September 1918 . Eleonore Oroscherzogin von Kessen und bei Whein. Der Vorstand der Hroßh. Zentrale für Mutter- und Säuglingsfürsorge in Kessen. __ Ar. Aretz. )ampf oder Benzol kaufen G. WrfenfeLd, Arrcheu, Dahmcugraben 4. Kittlose rrützdeLl'feglier D. R. G. M. aus Kiefer- und, Eichenholz, jedes Quantum sofort lieferbar. Südd. Dachfensterfabrik Inh. Karl Bilz, Landau, Pfalz. BriefkassetLen mit eingedruckten Ncrmen billigst bei ALbiri Klein Die Erlaubnis wird nur gewährt für den bei Erteilung der abgestempelten Radfahrkarte angegebenen Zweck. Die Benutzung der Radfahrbereifungen für andere Zwecke bleibt ver- boten. » Frankfurt a. . MLl«r-- 1; Seplcmper 1018 ^etanntMachnng. betreffend Regelung des Verkehrs mit Spätobst der (Krnte 1918 vom L 9 . September L9I8. In Ausführung der Verordnung der NeichssLelle für Gemüse und Qbst über Herbstgemüse und Herbstobst der Ernte 1918 vom 19. Juli 1918, wird hiermit folgendes bestimmt: 8 1. Zer stULo. KsmmnndLerettde GcnernL Meües, General der Infanterie. Go«verrre»r Lrr Fest«,»g ginnt?: | BaaTcö, Generalleutnant. B e H m' $ t m % ch is Zg. Zur Gewinnung von Wagen für den LadungS veUekr, jinsbesondere für dringende Nahrungsmittel, wird oo« MMtmoch, drn LI. gepUmbev a», bis ou/ weiteres der Uersavd vor, Frachtstrtckgnt. Gil- stüchgut und hrschlenntgt-m GitMchgut glclchmi. .ui Vorjahre derart riugrfchrä-rkt, daß eine Anzahl Güter von der Beförderung ausgeschlossen ist. Für die noch zugelasftneu Güter bleiben die bis h-ngm Höchstgewichtsgrenzm von 100 kz fü: Eilstück gut und von 50 kg für beschleunigtes Etlstückgut bestehen Anträge auf Zulassung von Ausnahmen, die nur durchaus wringenden Fällen berücksichtigt werde:, könne», find für Güte, des öffentlichen Verkehrs an die Königliche Eisenbohndirek-io , für Militärgüter an die Krtrr samtftellc des EmfangsorteS zü richten. Die Annahme von Expreßgut bleibt in der seit her! :n -Weise eingeschränkt. _ Nähere AuLt- .ft erteil-.:. -:n Auskunft stelle für Güter oerkehr im i -eschäftsgebäude der Königlichen Eisenbahn, dircktirn, Hoheuzollernplatz 'SS, sowie die Güter-, Ei! gut- und Gepäckabfertigung. F:a t un (Sil), den 9 . September 1918 . ^östigttche kisestdadnüirL'e'lion fksnMtt (Msiü) Stellen Ä :S) 11 ■.V,S H P H ,• Ulftj her. £:,* & -i H ^ i&ß M I) i A ; j Echte westf. sogenanten Klumpen \ bestes Schuhzeug für den Winter, liefert an Behörde^ Werke und Geschäfte ab Fabrik I. - läser, Borkcrr i. W. Der unmittelbare Obstverkchr zwischen Erzeuger und Selbstverbraucher innerhalb der gleichen Gemarkung ist nicht beschränkt. , 8 2. Die Abgabe von Obst durch den Erzeuger an den Verbraucher und der Erwerb durch den Verbraucher ohne Genehrnignng der Landesobststelle ist nur gestaltet, wenn nicht mehr als 1 kg. am gleichen ^Tage an den gleichen Verbraucher abgegeben ivird. Mit Genehmigung der Landesobststelle darf Kernobst beim Erzeuger in Mengen bis zu 10 kg, Steinobst in Mengen bis zu 5 kg, für jedes verforgungsberechtigte Mitglied eines Haushaltes vom Erzeuger abgegeben und vom Verbraucher erworben werden. Der Nachweis der versorgungsberechtigten HaushaltuttgS-Dttt- glieder ist durch die Lebensmittettarle zu führen. Auf die Lebens- miltelkarte ist ein Vermerk zu fetzen, der angivt, für tvelche Obstmenge die Genehmigung erteilt worden ist. Die Genehmigung wird durch Aushändigung eines Frachtbriefes oder durch Ausstellung eines BefürderungSscheines gegen eine Gebühr von 30 Pfg. von der Bezirksgeschäftsstelle innerhalb deren Bezirk der Wohnort des Erzeugers liegt, erteilt. Die Frachtbriefe und Besörderungsscheine werden nur an hessische Verbraucher ausgehändigt. Das Obst darf mir bezogen werden bei Erzeugest, die ihrer Abliefernngr^psticht der Landes- ! obststelle gegenüber genügt haben. 8 3- Kommunalverband im Sinne der Verordnung der Neichsstelle für. Gemüse und Obst vom 19. Juli 1918 ist nach Mmisterialbe- ^ kanntmachung vom 15. Mai 1917 das Groffherzogtum, Vorstand des 51 ommunalverbandes ist die Landesobststelle für das Grosther- zogtum Hessen. Zuständige Behörde im Sinne des tz 10 Ziffer 1 und-3 der Verordnung ist nach Ministerialbekanntmachung vom ^ 15. Mai 1917 die Landesobststelle, höhere Verwaltungsbehörde im Sinne des § 11 der angezogenen Verordnung ans Grund der gleichen Ministeriakbekanntmachung Groß h erz o gl ich es Ministerium des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe. 8 ^ I3ev den vorstehenden Vorschriften zurviderhandelt, wird nach Maßgabe des tz 17 der Verordnung des Bundesrats über die Preisprüfmtgssrellen und die Versorgungsregelung vom 25. Sep- ^ tember 4. Noveniber 1915 mit Gefängnis bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 1500 Mark bestraft. Neben der Strafe kann auf Einziehung der Vorräte erkannt werden, auf die sich die straf- s bare Handlung bezieht ohne Unterschied ob die dem Täter gehören l oder nicht. Packuttg ist ^ neue Verbesserte * 5 ähnlich im Aussehen, Geruch, Geschmack und in der heutigen Zeit der Surrogate und des Ersatzes, die svaiel Minderwertiges aus den Markt bringt, ist eS befon -er^ wisse.: >- wer't, M. Gntl.-.an.l's neue verbesserte Psest. iischung kemstn zu lernen Jede , der sie ein.» al probiert, iviro ihr ständiger n.reuud. 43 jährige praktische Erfahrungen aus dem Gebiete der Rauchtabakherstellung geben die beste Gei^ähr für die sachgemäße Herstellung. Besonders die längere Einwirrung einer starken konzentrierten Tabaklauge inachl M. Gutt.nann'S neue verbesserte Pfeisenmischung rvohlbekömmlich _ unb liiiliD und löst das von vertvöhnten Pseifettranchern erwünschte Wohlbehagen aus. Der Preis konnte dank der Herstellung im größten Masstabe äußerst niedrig bemessen werden: für M. i 05 in den einschlägigen Geschäften gegen Vorzeigung fand erfolgt gegen Nachnahme. :;1 üuumäau Berlin 0 . 27 P., Ulesand^rfir. 22 . Zum Tabakgroßhandel vom Königlichen Polizei-Präsidium in Berlin berechtigt. Neise-Vertreter gesucht. %9 «p G V if,enzs u chends. Wir errichten in Gießen sowie Unigegend örtliche Verwaltungs. stellen. Die Tätigkeit erstreckt sich: Ausnahnie der Milglieder Inkasso und Krankenkontrolle. Geeignete Bewerber (auch alL Nebenberuf) wollen sofort Angebot einreichen. Württ. Kranken- u. Sterbekasse V.-B. a. G. Direktionsbüro Frankfurt a. M., Weserstr. 16. .Lüchligrr Müller fofoct gesucht. 6edrüüer Marx, N e u m ü h l e, Dorlar d. üleiziar. in Kraft Diese Bekanntmachung tritt mit dem Tage ihrer Verkündigung Kaffeebrenncr 1 Mk. 10.50 Nachnahr 0. Betti‘11 g Darmfludt. chtiges & frM Belmnd Haushalt bei guter gesucht. .>. & nu sch i , L berur scl, ( ; -■), JeiabexM^ 19. Darmsta dt^ den 11. September 19l8. Landesobststelle für das Grchherzogürm Hessen. Der Vorsitzende: Dr. Waguor. 8 v,j5r‘ t\ Vj* |V V fr ä% vs «-» A- «*» ■ n» w 1 H f W i L (Hanf re.) Nachn.- Beutet Mk. 3.95 Frieda &'ijfcf, Schicrftern (Rhein). öpiraibonreF zyl. und con., in nöcn Qualitäten r.nd Größen liefert sofort ab Lager «> I. Müller, Industrie und Hüttenbedarf, Köln a. Nh., Balthasarstraße 67 a. ersea Uaverrsdrreg oftextrsit mit Tüßftyff! Erste deutsche Marke zur He stellung eines vorzügliche H a uöt rnukcs wie Apfeltveil Nr. 7 für 150 Liter Mk. 20.- v 8 „ 100 „ „ 14.- w 9 ,> 50 „ „ 7.- ohnc Zuckcrftoff: \ Nr. 4 für 150 Liter Mk. 14.— „ 5 „ 100 „ „ 10^- „ 0 „ 50 f/ „ 5.- ab hier, Verpackung extra uv Nachnahme, lieferbar solang Vorrat, Versand nur an Selbs Verbraucher. (£, Fr. Köbell Langcuargeil a. B. 259. Pvst-n.Bahnstation genau atlgeb Reichssteuec- Zuschlag! ab 1. 9. 1918 L0°/° Extra.