vierteljährlich IMMk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Ab ge holt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich IM Mk. — Erscheint Mittwochs und Samstags. — Nedaktionsschluft früh 8 Uhr. — Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der „Gicßeuer Zeitung", Gießen. die 44 mm breite P e t i t z e i l e, für Auswärts 30 Pfg. Die 90 mm breite R e k l a m e - Z e i le 72 Pfennig. 21 . Extrabeilagen werden nach Gewicht und Grüfte berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des ZnhlungL - zieleS (30 Laaej, bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohneBerbindlickkeit. Truck der Gießencr Verlagsdruckcrci, Albin Klein. Nr. 76. Telephon Nr. 382. Mittwoch, den 4. September 1918. Telephon Nr. 382. 31. Jahrg. Resnltatlose große feindliche Entfcheidungskämpfe. 16666 n. 15666 Br.-R-T. ^ zusammen 31666 Gr.-R.-T. versenkt. JlnttlicDe kleutsche Ogesberlcim. wlb. Großes Hauptquartier, 31. Aug. 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht . und Boehn. Vorfeldkämpfe beiderseits -der Lys. Feindliche Ec- kundungsabteilungcn die über die Lawe vorstießen wurden zurückgcworfen. Auf dem Schlachtfelde südöstlich von Arras suchte der Engländer gestern crneut den Durchbruch zu erzwingen. Unter starkem Einsatz von Panzerwagen brachen am frühen Morgen auf einer Frontbceite von 20 Kilometern englische und kanadische Divisionen zwischen Straße Arras-Cambcai und südöstlich von Bapaume zum Angriff vor. Württemberger schlugen südlich der Straße den Feind vor ihren Linien ab. Im Verein Mit rheinischen Bataillonen warfen sie den nördlich von Hendceourt vorgedrungenrn Feind wieder zurück. Südlich von Hendecourt brachten Kavallerie Schützen Regimenter den feindlichen Ansturm zwischen Vaulx Ocan- court und Frcnicourt zum Scheitern. Sie nahmen Hende- court, dasvoiübergehkndverloren ging, wieder, gingen nach Abwehr des Feindes selbst zum Angriff vor und warfen ihn beiderseits von Bullecourt und über den Westrand dcs Ortes zurück. Südlich von Ecouft schlugen westpreußische Regimenter in erbittertem Kampfe mehrfache Angriffe des Feindes ab. Selbständiges Eingreifen des Oberleutnants Mann mit Kompagnien des Infanterieregiments Nr. 175 ermöglichte die Wiedecnahme des vorübergehend verlorenen Ortes Ecouft. Beiderseits von Bapaume brachten preußische, sächsische und bayerische Regimenter den feindlichen Ansturm zum Scheitern. Am Nachmittage warf der Feind beiderseits der Straße Acras--Cambrai frische Divisionen in den Kampf. Erneuter Masskneinsatz von Panzerwagen und Infanterie sollte die Ei.tscheidung herbeifühcen. Am späten Abend war die Schlacht zu unseren Gunsten entschieden. Die aus dem Sensce Grunde heraus über Eterpigny—Han- court und südlich der Straße aus Bis Eherisy anstürmcw den dichten Linien des Feindes brachen in unserem Feuer und in erbittertem Nahkampf zusammen. Seine Panzerwagen wurden zerschossen, die Infanterie des Feindes erlitt außergewöhnlich hohe Verluste. Nördlich der Somme wurden englische Angriffe zwischen Morval und Clery abgewiescn. Wo der Feind unsere Linien erreichte, warf ihn unser Gegenstoß in seine Ausgangs, stellungcn zurück. Nördlich der Oise griffen Franzosen den Kanalabschnitt Zwischen Libermont und nordöstlich von Noyon mit starken Kräften an. Ihre Angriffe kamen meist schon auf dem Westufer in unserem Feuer zum Stehen. Aus Chevilly, auf dem östlichen Ufer, wurde der Feind nach hartem Kampfe wieder geworfen. Mehrfache aus Noyon heraus geführte Angriffe scheiterten im Feuer und durch Gegenstoß. Heftiger Artillcriekampf und Jnfanteriegefechte an der Ailette. Nördlich von Soiffons nahmen wir den zum Pasly Kopf vorspctngen- den Frontabschnitt in die kürzere Linie Juvigny—Bucy le Long zurück. Juvigny blieb bei gestrigen Angriffen des Feindes in seiner Hand. Wir schossen in den beiden letzten Tagen 52 feindliche Flugzeuge ab. Oberleutnant Lörzer errang seinen 32. und 33., Leutnant Könnecke seinen 32. und Leutnant Laumann seinen 28. Luftsieg. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. * Berlin, 31. Aug., abends. Der Engländer hat heute die seit einigen Tagen erfolgte Verkürzung unserer zwischen Ipern und La Bassee auf Hazebrouck vorspringenden Front bemerkt und ist unseren am Feinde belassenen Eckundungsabteilungen über den Kemmel-Vailleul Neuf Berquin und über die Lawe gefolgt. — Südöstlich von Arras sind englische Teilangriffe gescheitert. Kämpfe nördlich der Somme. — Beiderseits von Noyon und zwischen Oise und Aisne haben sich am Nachmittag nach stärkstem Artilleriekampf französische Angriffe entwickelt. ■ m . &t&. GroßcsHauptquartier, 1. Sept., 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Zwischen Ipern und La Bassee verkürzten wir unsere Front durch Aufgabe des auf Hazebrouck vocspcingenden Bogens. Wir überließen den Kemmel dem Feinde. Die vor einigen Tagen durchgeführten Bewegungen blieben ihm verborgen. Gestern stieß der Engländer mit stärkeren Kräften gegen unsere alten Linien vor. Unsere im Vorgelände der neuen Stellungen belassenen gemischten Abteilungen stehen mit ihm in Gefcchtsfühlung. Der Feind hat den Kemmel besetzt und ist über Batlleul- Neuf Berquin und über die Lawe gefolgt. An der Straße Arras—Eambcai brachen englische Jnfanterieangriffe vor unseren Linien zusammen. Starke bis zum Abend mehrfach wiederholte Angriffe des Feindes zwischen Hendeccurt und Vaulr. Vcaucouct scheiterten. In wechselvollen Kämpfen blieben Bullccourt und Ecoust in , eindeshand. Zwischen Morval und Peronne griffen englische und australische Divisionen nach heftigem Feuer an. Bei Morval und südwestlich von Bancourt wurden sie abgewiesen. BouchavesneS wurde durch Gegenangriffe gehalten. Weiter südlich verläuft unsere Linie nach Abschluß der Kämpfe an der Straße BouchavesneS—Peronne. Uebergangsvcrsuche des Feindes über die Somme bei Brie und St. Christ wurden vereitelt. — Stacke Angriffe der Franzosen zwischen Somme und Oise, gegen die Kanalstellung und den Höhenblock nordöstlich von Noyon. Französische Divisionen, die Abend belderseits von NeSle vorstießen, blieben im Feuer vor unseren Linien liegen. Bei Rony wurde der Feind im Gegenstoß zurückgcworfen. Gegen Mittag zwischen Beaulieu und Morltncourt einheitlich geführte Angriffe brachen unter schweren Verlusten für den Feind zusammen. Am Abend erneut angesetzter Angriff zersplitterte sich in Einzelvorstößen, die überall abgewiesen wurden. Stärkere feindliche Kräfte, die nördlich von Baresnes und über die Oise bei Bcetigny vorstteßen, wurden zurückgewocfen. — Zwischen Oise und Aisne hat gestern Abend nach stärkstem Artillerie- feüer die Jnfantecieschlacht von neuem begonnen. Dicht südlich der Oise kamen Angriffe des Feindes im Artillerie- und Maschinengewehcfeuer nicht vorwärts. Beiderseits von Ehamps stieß der Feind mit starken Kräften aus der Ailette-Ntedecung vor. Durch Gegenangriff wurde die alte Lage wtederheraestellt. Zwischen Ailette und Aisne gingen den Angriffen Tetlvocstöße des Gegners voraus. Hierbei setzte Vizefeldwebel Haas der Maschinen- gewehrkompagnie Ersatz Regiment Nr. 29 4 feindliche Panzerwagen außer Gefecht und nahm ihre Besatzung gefangen. Am Abend brach der Feind mit starken Kräften zu einheitlichem Angriff vor. Bet und südlich Crecy au Mont schlugen wir den Feind teilweise im Gegenstoß zurück. Oeftlich von Juvigny stieß ec bis Terny-Socny vor. Dort brachten ihn örtliche Reserven zum Stehen. Südlich anschließend bis zur Aisne sind die mehrfach wiederholten Angriffe des Feindes vor unseren Linien gescheitert. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. Berlin, 1. Sept., abends. Kampf zwischen Scarpe und Somme. Englische Angriffe sind biec im großen gescheitert. An einzelnen Stellen drückten sie unsere Linien örtlich zurück. — Zwischen Oise und AiSne wurden Teilangriffe der Franzosen abgewiesen. , • wtb. GroßcsHauptquartier, 2. Sept. 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppen Kronprinz Rupprecht und Boehn. Vorfeldkämpfe beiderseits der Lys. Zwischen Scarpe und Somme setzte der Engländer auf der 45 Km. breiten Front seine Angriffe fort. Artilleriewirkung gegen die Bereitstellungsräume des Gegners südöstlich von Arras und beiderseits von Bapaume trug wesentlich zu ihrer Abwehr bei. Brennpunkte des Jnfanteriekampfes waren Hendecourt und Moreuil, die Trichterfelder östlich von Bapaume und zwischen Rancourt BouchavesneS. Der Feind, der nördlich von Hendecourt auf Eagniecourt Boden gewann, wurde durch Gegenangriff wieder auf Hendccourtzurückgeworfen. Beider,eitsVaulx—Vcoucourt vorbrechende Panzerwagenangriffe scheiterten. Hierbei schoß die Besatzung eines Flugzeuges der Fliegerabteilung 252 — Leutnant Schwertfeger und Vizefeldwcbel Günter — einen Panzerwagen mit dem Maschinengewehr in Brand und zerstörte einen zweiten durch gut geleitetes * Artilleriefeuex. Südöstlich von Bahaume wiesen wir mit dem Schwerpunkt gegen Villers au-Flos gerichtete Angriffe des Gegners ab. Nördlich der Somme brachten wir den Feind, der seit frühem Morgen mit starken Kräften vocstieß, in der Linie Sailly—St. Pierre Baast- Wald und östlich von BouchavesneS—Mont Quentin zum Stehen. Peronne wurde vom Feinde besetzt. — Beiderseits von Nesle setzte der Franzose seine Angriffe fort. Nach stärkstem Trommelfeuer suchte er erneut in tiefgegliederten Jnfantexieangriffen die Kanalstellung zu durchbrechen. Nördlich der Bahn Nesle—Ham brachte das Res. Inf.-Regiment Nr. 56 unter Führung seines Kommandeurs Major v. Loebbcke jeden feindlichen Ansturm zum Scheitern. Bei erneuten Angriffen am Abend warf es im Verein mit hessischen Kompagnien den eingedrungenen Feind aus seinen Linien wieder heraus. Feldarttllerie, die mit der vordersten Infanterie zum Gegenstoß vordrang, hatte an dem Erfolg wesentlichen Anteil. Südlich der Bahn Nesle—Ham wiesen Branden- bucgec und Schlesier den Feind restlos vor ihren Linien ab. Hart südlich von Libermont brachen am Abend Angriffe der Franzosen zusammen. Beiderseits von Royou blieb die feindliche Infanterie nach den schweren und für sie verlustreichen Kämpfen des 31. August gestern untätig. Auch zwischen Oise und AiSne blieb die Gefechts- tätigkeit meist auf Actllleriekampf beschränkt. Teilangriffe des Feindes in der Mette-Niederung und nördlich von Soiffons wurden abgewiescn. Der Erste Genecalquartiermeistcr; Ludendocff. » Berlin, 2. Sept., abends. Englische Angriffe zwischen Scarpe und Somme. Südöstlich von Arras und nördlich von Peronne gewannen sie Boden; Reserven fingen den Stoß auf. Beiderseits von Bapaume wurde der Feind abgewiesen. — Zwischen Oise und Aisne haben sich nachmitts nach stärkstem Feueckampf französische Angriffe entwickelt. o. Berlin, 2. Sept. Im mittleren Mittelmcer versenkten unsere U-Boote 15000 Bruttoregistertor.nen, darunter einen Tcanspoctdampfec von über 6000 Brutto- cegistectonnen. Der Chef des Admiralstabes der Marine. * wtb. Großes Hauptquartier, 3. Sept. 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppen Kronprinz Nupprecht und Boehn. Zwischen Ipern und La Baffee erfolgreiche Jn- fanteciegefechte im Borgeiände unserer neuen Stellungen. — Zwischen Scarpe und Somme setzte der Engländer seine Angriffe fort. Südöstlich von Arras gelang es ihm durch Einsatz stark überlegener Kräfte, unsere Jnfanterte- linien beiderseits der Chaussee Arras—Eambcai cinzu- stoßen. In der Linie Etaing—Ostrand Hury — östl. Cagniceurt — nocdwestl. Queant — Nocdrand Noceuil fingen wir den Stoß des Feindes auf. Mehrfache Versuche des Gegners, über die Höhen von Dury und östlich Cagnicourt gegen den Kanal weiter voczudrängen, scheiterten an dem Eingreifen unserer bereitstehenden Reserven. Beiderseits von Bapaume teilweise mit Panzerwagen, teilweise nach stärkster Artillerievorbereitung vor- aetragene Angriffe des Feindes wurden abgewiesen. Nördlich der Somme haben wir nach heftigen Kämpfen die Höhen östlich Von Sailly—Moislaine—Aizecourt le Haut—Oftrand Peronne gehalten. — Beiderseits der Bahn Nesle—Ham schlug das iu den letzten Kämpfen besonders bewährte Reserve-Jnfanterie Regiment N r. 271 auch gestern wieder mehrfache Angriffe der Franzosen ab. Sonst zwischen Somme und Oije nur Artilleric- tätigkeit. — Nach mehrstündiger stärkster Artillerievorbereitung griffen Franzosen, durch marokkanische und amerikanische Divisionen verstärkt, am Nachmittage zwischen Oise und Aisne an. Die aus der Ailette-Niederuug gegen Ptecrmande und Folembray vocbcechenden Angriffe scheiterten in unserem Feuer. An einzelnen Stellen warf unser Gegenstoß den Gegner zurück. In den Waldstücken westlich und südlich von Couch le Chateau drückte der Feind unsere vorderen Linien etwas von der Ailette ab. (Fortsetzung auf der 4. Seite.) „Der Tag wird kommen." Der Kanzler zur Lage. Reichskanzler Dr. Graf v. Hertling empfing am Sonnabend die Vertreter des Verbandes katholischer Studentenvereine Deutschlands, welche ihm anläßlich seines 75. Geburtstages eine Glückwunschadresse überreichten. Nachdem er den Herren gedankt und einige Worte der Erinnerung an die katholischen Studentenvereine, deren Mitglied ec gewesen, gesprochen hatte, betonte der Reichskanzler die Last des Krieges und kam dann auf die seelischen Entgleisungen der Völker im Kriege die Kriegspsychose: „Bei unseren Feinden tritt sie auf in Form eines an Wahnsinn grenzenden Hasses gegen die Zentralmächte, vor allem gegen Deutschland, ein Hatz, der durch eine un unterbrochene Kette der ungeheuerlichsten V e r l e u m d u n- gen genährt wird und sich in unerhörten Schmähungen alles dessen Luft macht, was uns wert und heilig ist. Bei uns dagegen äußert die Kriegspsychose ihre Wirkung vor allem nach innen, in der Verstärkung der Neigung zur Kritik, die nun einmal den Deutschen eigen ist, und die sich mit Vorliebe gegen die Negierung und ihre Maßnahmen wendet und in der Verschärfung der P a r t e i g e g e u s ä tz e. Und darin, meine Herren, liegt zweifellos eine Gefahr .Was wir brauchen, ist ein einheitliches festes Zusammenstehen von Kaiser und Reich, Regierung und Volk. Helfen also auch Sie, wo Sie können, eine solche einträchtige . Stimmung herbeizuführen, die Einheitsfront in der Heimat zu verstärken und weithin sichtbar ins Licht zu setzen. Und nun noch zum Schluß ein ganz kurzes Wort über die militärische Lage, vor allem ein Wort rückhaltloser Bewunderung für die fast übermenschlichen Leistungen der Armee in der vergangenen Woche . Sodann aber darf ich sagen, daß unsere Oberste Heeresleitung die Lage mit voller Ruhe und Tierheit an- sieht, auch wenn sie sich aus strategischen Gründen veranlaßt gesehen hat, unsere Linie an mehreren Stellen zurückzulegen Wir haben den Krieg vom ersten Tage an als Verteidigungs krieg geführt, wir haben ihn in Feindesland getragen, um dort unsere Grenzen zu verteidigen und die heimatlichen Fluren zu schützen. Wir werden dort weiterkämpfen, unsere herrlichen Truppen werden fortfahren, den gewaltigen Ansturm feindlicher Massen zurückzuschlagen, bis di- Gegner einsehen, daß sie uns nicht vernichten können und daher auch ihrerseits zu einer Berstänvigung bereit sind. Und dieser Tag wird kommen, Werl er kommen muß, soll nicht Europa verbluten und die europäische Kultur in Elend und Barbarei versinken. Wir flehen zu dem Allmächtigen, der uns bisher so sichtbar beigestanden hat, daß dieser Tag nicht allzu lange mehr auf sich warten lassen möge. In einem Interview, das Lord Cecil einem Korrespondenten gegeben hat, begründet er seine Zuversicht auf den militärischen Endsieg mit dem ständigen Zuströmen amerikanischer Truppen. Abgesehen von diesem offenen Bekenntnis zum Militarismus, den uns die Entente nun seit Kriegsbeginn vorwirst, erinnert mich dieses Hoffen an die vergangenen Jahre des Krieges, in denen zuerst das treulose Jtalren, dann Rumänien den Endsieg bringen sollte Lord Cecrl vergißt aber dabei, daß wir inzwischen mit Rußland und Rumänien Frieden geschlossen haben und somit unsere Streitkräfte im Westen ganz erheblich stärken konnten. Ter andere Punkt ist die Behauptung CecilS, die Entente könne nicht Frieden schließen, solange Deutschland von den Alldeutschen regiert werde Meine Herren l In Deutschland regiert bekanntlich der Kaiser im verfassungsmäßigen Zusammenwirken mit BundeSrat und Reich Stag. Für di« Beschlüsse des Reichstags ist noch niemals eine einzelne Partei, sei es die alldeutsche oder eine andere Partei, maßgebend ge- wesen. Ich kenne auch als Kanzler des Deutschen Reiches lediglich deutsche Parteien und eine deutsche Po- lrtik. Diese zu vertreten, ist meine Pflicht und wird es bleiben." schärfere Tonark an, als sein australischer Kollege, der Minister und ehemalige Arbeitersekretär Hughes So erklärte Gompers kürzlich erst wieder: „Wir sind entschlossen, Amerika beizustehen, bis der Krieg gewonnen ist. Ties ist die einmütige Ueberzeugung der organisierten Arbeiterbewegung in den Verelnigren Staaten und die Gesinnung des amerikanischen Volkes." Aus den Reihen dieser geschäftstüchtigen Gewerk- schafismach^r ist insbesondere auch eine angeblich „sozialdemokratische Liga" hervorgegangen, die herausfordernd verkündet, daß ihre siebenköpfige Mission in Europa, die sich gegenwärtig in Frankreich und Jta- uen aufhält, in keinerlei Verbindung mit „Kaiserr- schen, Bolschewiken, Prodeutschen, pazifistischen Fanatikern und Neutralen" treten werde. An der Spitze die- ser^Nlssion steht der ehemalige Sozialist John Spargo, früher ein sehr geräuschvoller Freund und Verehrer Deutschlands und der deutschen Sozialdemokratie, Ver- saiser ernec miserablen Biographie Karl Marx', offen- durch die Munitionsfabrrkanten zu einer „besseren Auffassung" „bekehrt". ' Ihr „erstes artilleristisches Stückchen". Wie die Amerikaner in Frankreich Hausen. In „Newyork Times" vom 4. Juli finden wir folgenden Kabelbericht des Kriegskorrespondenten Ca- meron Mackenzie, datiert vom 3. Juli: _ ,,Heute morgen begab ich mich nach Vaux. Der G i!L. IT l einer 8ahrt war, mich durch Augenschein von der Wirkung des e rst e n a rt r l le r i st i s ch e n S t ü ck - chens zu überzeugen, daß die amerikanische Armee in diesem Kriege geleistet hat. Was ich bei meiner August sah, stellt eine schreckliche Warnung für ore Hunnen dar. Genau zwölf Stunden, bevor unsere Infanterie angrifs, waren die amerikanischen Ka- nonen mit ihren amerikanischen Granaten und ihren ausschließlich amerikanischen Bedienungsmannschaften und Geschützführern aufgefahren. Als sie auffuhren, war Vaux noch vollkommen unversehrt (completely intactX Es war noch eine richtige Stadt, war noch eme Wohnstätte der Menschen, und jedes Haus hatte noch seine vier gesunden Wände. Fast jedes Haus in Vaux war aus Steinett gebaut. Auf diesen festen Platz hämmerte nun die amerikanische Artillerie am Montag zwölf Stunden lang. Und heute ist Vaux ein völliges Ruinenfeld, nur noch ein Haufen zertrümmerter Steine. Kein Gebäude steht mehr Die Stadtmitte, auf die sich das amerikanische Feuer zumeist richtete, t st z u r Flache g e st a m p s t. Der Weg nach Ehateau-Thierry, der durch das Herz der Stadt iP Hügeln gewaltiger Steintrümmer zuge- deckt. Aber, um einen Vergleich gewinnen zu können, seht euch die Bilder der Städte Apern, ArraS und Bapaume an, wie sie sich in der Mitte des vergangenen Winters dem Beschauer boten. Kein einziger dieser Orte ist von den Deutschen so völlig zerschlagen worden (reduced to the completely rebilitated con- dttron), wie jetzt Vaux von uns. Die amerikanische Artillerie hat die Fähigkeit bewiesen, in sehr kurzer Zett ein wahres Meisterstück der Zerstörung (a veri- table masterprece of demolition) zu vollbringen " Friedensgeraurre in der Welt. ^ Der /psychologische Moment" gekommen? ^utralen,' den Engländern zugeneigten Presse ist wiederholt die Auffassung vertreten worden, ore Gegner würden nur dann Friedensbestrebungen entgegenkommen können, wenn sie militärische Vorteile erzielt hatten, womit sie gegenüber ihren Volksmassen den Eindruck verschleiern könnten, daß sie geschlagen seien. Diesen so zu charakterisierenden Augenblick nannte man m den Friedens-Erörterungen der Neutralen den „psychologischen Moment". ™PnJc eifelI of -gerade jetzt ein solcher Moment ^kommen. An sich laßt sich mit der Eroberung einer Wüste, die strategisch zudem immer einen sehr un- günstrgen Gürtel zwischen beiden Gegnern bildet, nicht Staat machen, aber was leistet die gegnerische m™ • al l c * ^^^rtreibungen! Also glaubt man rn England und Frankreich und so weiter in der Welt an die Siege des Verbandes, von denen ^ Presse so viel redet, und wäre daher vielleicht geneigt, der Regierung zuzustimmen, wenn diese auf Verhandlungen mit Deutschland einginge, ehe das so ^L 6 i™ fene Knock-out-Weißbluten des Gegners er- rerchr wäre. Will Lloyd George diesen Augenblick benutze»? Tags hieß es er werde am Dienstag auf antworten. Jetzt berichtet das Londoner f S nf v- bat x Ö i n städtischen Reichtums, der Men hif tn einer ber kommenden Mc ""Herten Regierungen wahrscheinlich eine Aussehen erregende politische Erklärung erlassen werden als Ergebnis der in London abgehaltenen Konfe- renzen der alliierten Regierungen. * Die Sozialisten streiten heftiger. .... Der Kamps um eine „interalliierte Sozia-^ lrstenkonferenz" wird wieder lebhaft. Am 17. Sev^ tember soll in London eine solche Konferenz beginnen, und da streitet man sich darum, wer zugelassen werden soll. Jnsbe,ondere wollen die amerikanischen u » ^S e ? f ner Aminen, um gegen den Schurken Gom- pers Stellung zu nehmen; dieser sucht das zu hinter- Dieser ^öldling der Munitions-Kriegsgewinnler schlagt gegenüber den Friedensfreunden eine noch Ein mindestens ebensolches Meisterstück ist die Gemüts roh eit, mit der die Amerikaner sich hier der gelungenen Zerstörung einer zum Gebiet des Verbündeten gehörenden Stadt rühmen. Auch diese journalistische Leistung der Amerikaner dürste unerreicht dastehen. ' Sie dürfen versichert sein, eine solche bodenlose Gemeinheit rächt sich einmal. Wenn im nächsten Jahrzehnt die Gelben aus Japan über die Vereinigten Staaten herfallen werden, dann werden diese sich an dieses Rezept der „Newyork Times", einer führenden amerikanischen, der Negierung nahestehenden Zeitung übrigens, halten dürfen. Revolverattentat auf Lenin. Lenin verwundet. — Arbeiterführer Uritzky getötet. di Petersburger Telegraphen-Agentur meldet vom 31. August: Heute nacht erhielten wir die telegraphische Mitteilung von einer neuen Verzweiflungstat der Bourgeoisie und ihrer Anhänger. Beim Verlassen einer Arbeiterversammlung von Angestellten der Fabrik von Michelsen in Moskau wurde der Führer des russischen Proletariats Genosse Lenin durch zwei heimtückisch ab- gefenerte Schüsse hinterrücks getroffen und verwundet. Der Volkskommissar für innere Angelegenheiten der nördlichen Arbeiterkommune, Genosse Uritzky, wurde ermordet. In Moskauer Arbeiter- und Soldatenkreisen herrscht ungeheure Erregung. Eine spätere Meldung besagt: Zu dem Attentat aus Lenin wird nachträglich mit- geterlt, daß kein edles Organ verletzt ist. Der 43atient füt)It sich Wohl und ist heiterer Stimmung. Die Attentäter sind verhaftet. * Wer ist Lenin? Wladimir Jlitsch Uljanow, genannt Lenin, entstammt einer Adelsfamilie in Simbirsk. Der Vater L D£ ?!l in Nishnr-Nowgorod Gymnasialdirektor. Seine beiden Sohne studierten an der Universität Kasan, wo der Aeltere in die Kreise der terroristischen Gruppe geriet. Er führte den Decknamen Lenin, ward zu emem Attentat gegen den Zaren Alexander III. belehrt, nach vereiteltem Anschlag gehenkt und hinter- Uetz dem damals 19 Jahre alten Bruder den Revolutionsnamen Lenin und den glühenden Haß gegen die Unterdrücker des ru,fischen Vr. machte octmt den üblichen Werdegang des russischen Revolutionärs durch. 1897 wurde er nach «Sibirien verbannt, cnt- sloh von dort und entkam glücklich nach der Schweiz, " das erste mqximalistischc Organ Rutzlanbs schuf. 9 April 1917 brachte ihn ein plombierter Wagen J™. Genoi,en von der badisch-schweizerischen Grenze nach Rußland, wo er nach dem Sturze Kerenskis auf dem Wege der Diktatur den Zukunstsstaat auf sozialer Grundlage zu errichten am Werke ist. ä Allgemeine Kriegsnachrichten. Folgen des „freien Handels" in Archangelsk. T^ ie Engländer und Franzosen haben in Arc^an- gelvk und den übrigen von ihren Truppen eingenommenen Orren den freien Handel proklamiert. Dieses bat ^ lnec .Erhöhung der Preise für Gebrauchsgegen- stande geführt. Die Arbeiter, welche wegen der Liquidierung von Unternehmungen massenhaft entlassen werden, wobei sie bei der Abrechnung nur 20 Proz ihrer Forderungen erhalten, find in einer sehr schlimmen Lage. Unentgeltliches Getreide für die russische Front. ~ S«itmenen der Otamvsch- und Tochtamysch- Bezirte haben beschlossen, dem llr,egskommtssariat das an der Front benötigte Getreide völlig unentgeltlich m Uelern. Deshalb oaten sie den Befehlshaber, den rccen 1 beS töetreiDe0 und die Bäckereien zu organi- „Befreiung vom religiösen Betrug." In Woronesch hat sich ein religiös-sozialistischer "ound orgalllsrert, der sich zum Ziele gesetzt hat, oas russische Volk von dem jahrhundertelangen religiös- >,?^ 0 U.lZen Betrug zu befreien, mit dem die- russische Geistlichkeit es bisher beherrscht hat. Gegen die Zaren-Denlmäler. .An Moskau werden Arbeiter mobilisiert, um die zaristischen Deiikmäler zu entfernen und an ihrer lVrelle Denkmäler für die Helden der Revolution zu errichten. Amerika erkennt die Ukraine an. v M Meldung des Ukrainischen Pressebureaus ist die Regierung der Vereinigten Staaten bereit, die Selv- stErgkeit der Ukraine demnächst vssizlett anzuer- Tie Räumung Albaniens. Nach Meldungen von der italienischen Grenze find tn Barr, Brindisi und Tarent über 2000 Italiener aus dem befetzteu Albanien erngetroffen. Die Landesregierung von Albanien in Valona hat mit den Niederlassungen der italienischen Banken am 25. August Valona vorübergehend verlassen. Mailänder Blätter bereiten auf neue Maßnahmen rn Albanien vor. Der „Corrrere" schreibt, daß aus den italienischen Häsen Verstärkungen nach Albanien abgehen. Bon der russischen Flotte. ..... In der Newa ankern augenblicklich sämtliche rus- fiqsen Kriegssahrzeuge mit Ausnahme der großen Schlachtschiffe, die sich auf der Reede von Kronstadt befinden. Auch die aus Helsingfors und Sweaborg entkommenen kleinen Kreuzer, Torpedoboote und Mr- nenleger sind in den Petersburger Gewässern ern- 6.^ossen. Zurzeit wird eifrrgst daran gearbeitet, die lLchrfse wieder seetüchtig zu machen. Sicherheitsmaßnahmen für Bescler. Rach Warschauer Meldungen polnischer Blätter werden im Zusammenhang mit den bekannten terrvri- strschen Attentaten außergewöhnliche Srcherhertsmatz- nahmen getroffen. Der Zutrrrt zur Audienz bei Be- seler wurde wesentlich erschwert. Der Beloedere-Patast, rn dem Beseler wohnt, ist stark bewacht. Der öffentliche Park ist wgh'rend des Spazierganges des Gouverneurs für das Publikum geschlossen. Bec der Fahrt Beselers zum Gottesdienste am Geburtstage Kaiser Karls schlossen Militärpatrouillen einige Gassen ab. Wagen war von sechs bewaffneten Radfahrern umgeben. Tie Stärke der Entente im Murman. Die Streitkräfte der Engländer und Franzosen emschließlich der russischen „Freiwilligen ' o. .-agcn nicht mehr als 5090 Mann. Die Verbündeten gehen mit ihren Kräften äußerst sparsam um; rn den Kämpsen haben Verluste meistens liur die Freiwilligen, was in ihren Reihen Unzufriedenheit und Meuterer Hervorrust. Nach den letzten Nachrichten sind die Kämpfe an der nördlichen Düna für die Sowjelherrschast günstig ausgefallen. Sie haben dort die große Station Tugawsk eingenommen. Negcrfang für den Westen. Die französische Regierung hatte den Negerabgeordneten Diagne, den Vertreter der Negerkolvnie aus Senegal, als RegierungSkommissar nach Französisch- Westafrrka geschickt zur Anwerbung von schwarzen Truppen für dre französische Armee. Dragne ist jetzt nach Bordeaux zurückgetehrr, und es ist ihm gelungen, Tausende von neuen Siegern einzufangen, dre gegenwärtig ausgebildet werden. , Wcttfiicde aus demokratischer Grurrdlage. Die französischen Radikalsozialisten und Sozialisten haben sich dahin geeinigt, für die Gründung einer Gesellschaft der Nationen mit dem Programm „Weltfrieden auf demokratischer Grundlage" eifrigste Werbetätigkeit zu entwickeln^ In der Kammer werden nach der „Humanitee" die linksseitigen Hauptredner für die Notwendigkeit dieser Propaganda im Interesse der Festigung der Grundlagen der französischen Republik energisch eintreten. Clemenceau ist Gegner der Gesellschaft der Nationen, weil er dahinter vorzeitige Friedensanbahnungen wittert. Die Debatte verspricht sehr bewegt zu werden. Schweizer Blätter melden aus Italien: Wegen des Verbotes der italienischen Zensur, die Antwort der deutschen Sozialisten Oesterreichs an die Entente- sozialisten im „Avanti" zu verossentlichen, hat der sozialistische Abgeordnete Earoti eine Interpellation an den Atinisterprüsidenten und den Minister des Innern gerichtet. # Die Franzosen in Rußland werden eingesperrt. Die Bolschewiki wollen sich diese Quertreiber mit Gewalt vom Halse schaffen: Auf Stationen um ^tzo- logda (im Norden, Uebergang zwischen Mittelrußland und dem nördlichen Kriegsschauplätze) wurden Weißgardisten verhaftet, die auf Waldpfaden gruppenweise nach Archangelsk zu kommen versuchten. Bei vielen fanden sich falsche Ausweise vor. Die allrussische, außerordentliche Kommission verfügte die Verhaftung aller französische »Bürger unter 48 Jahren als Geiseln; ältere werden nach Klärung ihrer Nichtbeteiligung an Handlungen gegen die Sowjet- Gewalt freigelassen. » 99 Fahre Gefängnis verhängte das Kriegsgericht zu El Paso in den Vereinigten Staaten gegen Korporal Joyn C. A. Kramer, E-Krn-.pagnie» 21. Maschinengewehr-Bataillon. JU.ei* wurde schuldig befunden, in einem Brief geschrieben zu haben: „Ich bin mit ganzem Herzen für Deutschland. und ich hoffe, daß Deutschland siegen wird!" Generalvajor Holbrook bestätigte das Urteil. Kleine Kriegsnachrichien. " Der amerikanische Senat hat die Bill, die sich für die vollständige Einstellung der Erzeugung und des Verkaufs alkoholischer Getränke ausspricht, angenommen. " Die Vereinigten Staaten haben England einen neuen Vorschuß von 400 Millionen Dollar gegeben. " In Kanada ist die Einbringung der Ernte durch Mangel an Leuten sehr schwer gefährdet. " Bei Pau verunglückten innerhalb einer Stunde fünf französische Militärflieger tödlich. Bei Chartres zwei. -Alle sieben bei Versuchsflügen mit neuen Apparaten. " In den Luftkämpfen der letzten Zeit sind u. a. die englischen Jagdflieger Hauptmann Hannock, Hauptmann Bürge und Hauptmann Brown gefallen. " Das „Journal de Geneve" klagt, Deutschlands Neubauten seiner Handelsflotte seit Kriegsausbruch seien mit 8OO O00 Tonnen nicht zu hoch gegriffen. Politische Rundschau. :: Graf Hertling beging am Sonnabend seinen 75. Geburtstag. Auf seinen besonderen Wunsch war von allen Festlichketten und offiziellen Empfängen Abstand genommen worden. Im NeichskanzlerpalaiS waren schon in den frühen Morgenstunden viele Glückwünsche eingetroffen. Ter Kaiser hatte eine wertvolle Onyxvase mit eirzem Glückwunschtelegramm gesandt. Auch die Kaiserin sprach drahtlich ihre Wünsche au«. Ferner hatten drahtlich gratuliert: König Ludwig von Bayern, der Herzog von Anhalt, viele Preußische und bayerische Minister, Generalfeldmarschall von Hin- denburg und der erste Generalquartiermeister Ludendorff hatten gleichfalls in herzlichen Worten ihre Wünsche übersandt. :: Neber Erzbischof Tr. Hartmann und die preußische Wahlrechtsreform hatte das „Berl. Tageblatt" mitgeteilt, der Tiözefanpräses der katholischen Arbeitervereine Dr. Müller sei dieser Stellung entsetzt worden, weil er einen entschiedenen Kamps für die Wahlrechtsreform in Preußen geführt habe. Dazu schreibt jetzt die „Germania", das führende Zentrumsorgan: ,,Ganz abgesehen davon, daß zunächst abzuwarten blerbt, ob die Nachricht des „Berliner Tageblattes" sich überhaupt bestätigen wird, möchten wir dringend vor dem Versuch warnen, Maßnahmen der Bischöfe ohne weiteres zu politischen Aktionen oder gar gleich zu Maßregelungen im Interesse der Bekämpfung des gleichen Wahlrechts zu stempeln. Wir halten eine solche polttrsche Maßregelung für ganz ausgeschlossen, zumal ine katholischen Arbeiter sich in der Wahlrechtsfrage durchaus einig wissen. Es dürfte wohl in Bälde eine zuverlässige Nichtigstellung zu erwarten sein, da Dr. Müller sich in den Kreisen der katholischen Arbeiter großer Beliebtheit erfreut und die Meldung des „Berl. Tageblattes" darum doppelt Aufsehen erregen muß." :: Angestellte bis 70vv Mark versichcrnngspflichtig. Der Bundesrat hat eine neue Verordnung über die Ausdehnung der Versicherungspflicht in der Angestell- tenversicherung erlassen. Danach bleiben Angestellte, die aus der Versicherungspflicht wegen Ueberschrei- tens der Gehaltsgrenze von 5 000 Mark aus- scheiden würden, bis auf weiteres versicherungspflichtig. solange ihr JahreSarbeitsverdienft 7000 Mark nicht übersteigt. Angestellte, die nach dem 1. August 1914 versrcherungsfrei wurden, weil ihr Jahresarbeitsverdienst über 5000 Mark betrug, werden mit dem Anfänge des Monats, der auf die Verkündigung der Verordnung folgt, wieder versicherungs p f l i ch t i g , sofern der Jahresarbeitsv^rdienst nicht über 7000 Mark hinausgeht. Von den Rechten der freiwilligen Versicherung für die zurückliegende Zeit kann Gebrauch gemacht werden; diese Beiträge werden unter gewissen Voraussetzungen als Pflichtbeiträge im Sinne des §48 des Versicherungsgesetzes angesehen. Außerdem besteht sur Angestellte die Berechtigung, sich auch dann freiwillig weiter zu versichern, wenn sich ihr Jahres- arbeitsverdienst auf über 7000 Mark erhöht oder erhöht :.° Gegen die sittliche Verwahrlosung der wei Nchcn Eugens richtet sich ein Erlaß des Ministers d, ^^rn, rn dem eS u. a. heißt: „Mit strafrechtlichc Maßnahmen allein wird nian bei älteren auf den Wc des Lasters geraetnen Personen eine Abhilfe nicht tre fen können. Es muß vielmehr mit ihnen die weite auszubauende Fürsorgearbeit Hand in Hand gehe, ^re offene Fürsorge von amtlich angestellten, entspr chend vorgebildeten Fürsorgerinnen unter Mitwirkur ehreanmtltch berufener Personen, Fürsorgeschwester r:nd Vereinen ist dabei von besonderem Wert T« dieser Schutzaufsicht xft, dafür zu sorge, daß dre betreffenden weiblichen Personen wieder eine, geordneten Lebenswandel durch Nachweis von Arbe oder Beseitigung sonstiger angeblicher Hindernisse zucr führt werden. In solchen Fällen unterbleibt die pol ^llrche Ausjlcht. Gegebenenfalls ist bei Minderjährige ore Mitwirkung des Vormundschaftsgerichts herbeUi jUhren Vielfach wird die geschlossene Fürsorge eintr. ten müssen, die in Unterkunftshäusern zu vorüberaeber dem Aufenthalt, in Zufluchtshäusern und -Heime zu längerer, dauernder Unterbringung auf dem Laut zu üben sein wird." :: Tie Verhandlungen der Litauer. Ueber das E gebn s des Besuches der litauischen Abordnung bei Staatssekretär v. Hintze glaubt die dem Abg. Er zur Verfügung stehende Zentrums-Parlament Korrelpondenz sagen zu können, es bestehe begründe x! lU ürw- rJ?°^v C ne Einigung erreicht wird und d< dre Wunsche des litauischen Volkes nach einer ko ^f^^onellen Monarchie mit dem Herzog von Ura als König und Wilna als Hauptstadt baldigst erfü werden .-gletchzettig dürfte der B ü n d n i S v e r t r l zwischen Litauen und Deutschland abgeschlossen werd« V. Rückkehr der be.'chleppie», Ers..ß-Loihrlttgcr. Mit den beiden Transporten am l5. Juli und am 1. August sind auch zahlreiche elsaß-lothringische Zivil- personeu, die im August 1014 nach Frankreich verschleppt wurden, auf deutschen Boden zurückgekehrt. Sie berichten empörende Einzelheiten über die Miß- handlungen, denen sie bei ihrer Verhaftung und bei dem Transport durch Frankreich ausgesetzt waren. Friedliche Arbeiter sind tagelang in Fesseln transportiert worden. Leute, die im August 1914 in Paray le Monial einer empörenden Behandlung unterworfen waren, beklagen sich bitter über derartige Beweise der gallischen „Brüderlichkeit". Sie erzählen, daß in ganz Frankreich sich jetzt die Elsaß-Lothringer zu den Behörden drängen, um ihren Abtransport nach der deutschen Heimat durchzusetzen. * * * * Rumänien: Tie Austeilung des Großgrundbesitzes. J Die konservative rumänische Regierung nimmt, anscheinend nicht ohne deutsche Anregung, nämlich ganz nach dem Muster des Ansiedlungssystems im sog. Baltikum, die Austeilung der großen Güter sehr energisch in die Hand. Ein neuer Gesetzentwurf will alle Besitzer von Gütern verpflichten. einen Teil des anbaubaren Bodens zur Verfügung zu stellen . Von den Gütern von 100—250 Hektar werben bis 10 Prozent, von 250—500 Hektar bis 20 Prozent, von 500—1000 Hektar bis 50 Prozent und aufsteigend bei Latifundien über 3 0,0 0 0 H e k t ar vis 95 Prozent des anbaubaren Bodens für die Zwangs-Verpachtung bestimmt. Von den Gütern des Staates, der Distrikte, der Gemeinden, der Ruralkaffe, der Wohltätig- keitöanstalten, der Schulkasse, der Gesellschaften und Stiftungen ist der gesamte anbaubare Boden den Zwangs- Verpachtungen unterworfen. Die Verpachtung erfolgt an bäuerliche Genossenschaften und nur ausnahmsweise an Einzelpersonen. / Die Zeitdauer der Pachtung beträgt höchstens fünf Jahre. Wenn bis dahin die Bodenverteilung noch nicht geregelt oder die Agrarbank den der Zwangsverpachtung unterworfenen Güteneil nicht gekauft hat, so wird die Verpachtung für den neuen Zeitraum unter gleichen Bedingungen verlängert. Offenbar will man mit dieser Bestimmung die Großgrundbesitzer beruhigen. In Wirklichkeit ist die F-Mimachung des Landes für landlose Bauern geplant. Aus aller Welt. A Tie Rechtslage bet der Postpakcttontrollc behandelt ein Richter tm „Berl. Lok.-Anz.". Ta heißt eö: , ^ „Die Polizeibeamten schreiten zu einer Durch- fua)ung der Postpakete lediglich in ihrer Eigenschaft als Hilfsbeamte der Staatsanwaltschaft, die ihnen der 8 153 des Gerichtsverfassungsgesetzes beilegt. Und ferner ist durch 8 99 der Strasprozcßordnung ausdrücklich auch eine Beschlagnahme von Briefen und Sendungen auf der Post zugelassen. Allein eine solche Beschlagnahme hat zur Voraussetzung, daß jene Sendungen an einen „Beschuldigten" gerichtet sind, oder daß „in Betreff jener Sendungen Tatsachen vocliegen, au§ welchen zu schließen ist, daß sie von dem Beschuldigten herrühren oder für ihn be- stimmt sind, und daß der Inhalt für die Untersuchung Bedeutung habe". Von einem Beschuldigten oder einer Untersuchung kann aber immer nur dann gesprochen werden, wenn bereits der ausreichende Verdacht einer strafbaren Handlung vorliegt. Eine polizeiliche Durchsuchung von Postpaketen ist daher zulässig, wenn ein hinreichender Verdacht vor- Uegt, daß durch die Versendung jener Pakete unter Verletzung einer Kriegsvorschrift Gegenstände, z. B. Nahrungsmittel, unerlaubt von dem Absender übersandt werden sollen. Nun leuchtet aber doch ein: die bloße Tatsache, daß in der Kriegszeit jemand ein Paket der Post zur Beförderung übergibt, ist noch lange nicht hinreichend, um die Annahme jenes Verdachts zu begründen. Hierzu ist vielmehr das Vorliegen ganz bestimm- j. er / jenen Verdacht begründender Tatsachen ersorder- Uch. Und daher wird es nicht zu umgehen sein, daß drejentge Instanz — die, wie es heißt, im Einverständnis mit der Postverwaltung, — die polizeiliche Durchsuchung von Postpaketen veranlaßt — hierfür den Polizeibeamten ganz bestimmte, den Voraussetzungen des 8 09 der Strasprozeßordnung anzupas- sendc Vorschriften erteilt." Die Zuschrift weist dann auf das Beschwerderech t hin. . .. **2ic gesuchtesten Leute im wetngesegneten Rheinoelsen srnd zurzeit die Weinbergschützeu, die jetzt wegen der enorm hohen Weintraubenpreise in weit größerer Zahl angestellt werden als früher, zumal die Trauben- dlebstähle schon jetzt, wo die Trauben erst halbreif sind, in erschreckender Weise zunehmen. Der frelwtt- Uge r)-eldhilfsschutz muß eben wett mehr als früher von den Winzern selbst übernommen werden; denn den ihnen überlassenen Kriegsgefangenen den Wetnberg- schutz anzuvertrauen, hieße den Bock zum Gärtner machen. älartofteln int Mtstwageu. Ein Erbenheime Landwirt und Milchhändler fuhr mit einem mit Mis beladenen Wagen nach Wiesbaden. Als er in ein Hote der Frankfurter Straße eiufahren wollte, erschien plötz lich der in Erbenheim stationierte Hilfögendarm, unter suchte den Wagen und fand zwölf Zentner Kartoffel, unter dem Mist versteckt. Die Kartoffeln wurden be schlagnahmt und Anzeige erstattet. ** Schleichhandel im Packwagen. In Ondrup be obachtete ein Hilfsgendarm, daß der Frühzug voi Dülmen nach Dortmund fahrplanwidrig anhielt. Unte Aufsicht eines diensttuenden Beamten wurde eit Handwagen mit mehreren schweren Körben, so Koffer an den Zug herangefahren uni c ^/puckstücke mit großer Eile in den Packwager geschafft, worauf der Zug seine Fahrt fortsetzte. De Gendarm schwang sich unbemerkt auf das Trlttbret des letzten Wagens und fuhr mit nach Lüdinghausen Hier wurden bei der Durchsicht in den Gepäckstücke, u^hr als fünf Zentner Fleisch, ferner Butter und ein Anzahl E er gefunden. Der Fletschschmuggel schein schon seit längerer Zeit in großem Umfange betriebe, worden zu sein. ** Schließung von Gaststätten. Nach Zem in München kürzlich ein großes volkstümliche- Wirtshaus, der „Schottenhammel", au- eigenem An ' krrebe ferne Pforten geschlossen hat, teilt nun auch ein anderes großes Gasthaus, das Hotel „Deutscher Kaiser" seinen Gästen durch Anschlag mit, daß es zu Ende dieses Monats den Betrieb eiustellen werde.i.Besitzer liege es fern, durch diese ihn selbst schädigende Maßnahme Demonstrationszwecke zu verfolgen. Die Schwierigkeiten in der Versorgung mit Lebensmitteln feien jedoch für ihn zu groß geworben. Auch andere große Gaststätten sollen mir ähnlichen Absichten umgehen. ** Masscnvergistung durch verdorbenes Pferdefleisch. In Kamen bet Hamm t. W. srnd über 300 Personen nach dem Genuß von verdorbenem Pferdefleisch unter schweren Vergiftungserfcheinungen erkrankt. Neun Todesfälle sind bis jetzt gemeldet, weitere werden befürchtet. In einzelnen Familien sind sämtliche Angehörigen erkrankt. ** VertriePssteUe falscher Militärpapiere. In Schweidnitz wurde ein schwunghafter Handel mit Miti- tärpapieren sestgestellt, dessen Leiter der 24jahrige Rentner (!!) Spielvogel in Schweidnitz war. Er sowie eine Anzahl Helfer machten sich an Personen heran, von denen sie genau wußten, daß sie Militär-Papiere mit der Bezeichnung d. u. oder tvu. besaßen. Diese Papiere kauften sie für außerordentlich hohe Preise auf. Wie die Ermittelungen ergaben, gingen die Papiere nach den Z i g e u n e r ansiedelungen in der Nähe von Schweidnitz. Die jungen, kräftigen Mitglieder der Banden, die nicht zum Heeresdienst eingezogen werden wollten, ließen sich unter erheblichen Geldaufwän- den die falschen Militärpapiere beschaffen, um ihre Herkunft, ihre militärischen Verhältnisse und ihren richtigen Namen zu verschleiern und ihre Befreiung vom Militärdienst Nachweisen zu können. — Wann wird denn endlich einmal gegenüber den Zigeunern gründlich durchgegriffen? ** Schließung des Familicnbades in Binz. Um dem „zügellosen Leben" in den pommerschen Seebädern ein Ende zu machen, hat vas 2. Armeekorps neue, einschränkende Bestimmungen für den Badeverkehr erlassen. Die vorläufige Schließung des Familienbades in Binz auf Rügen ist angeordnet worden. Außerdem sind die Landräte angewiesen worden, dem Generalkommando in Stettin Mitteilung zu machen, falls durch sittenloses Verhalten weitere Schließungen in den Badeorten notwendig werden sollten. — Auch in dem westpreußischen Ostjeebad Zoppot. sollte kürzlich das Familienbad vorzeitig geschlossen werden. Die angedrohte Maßregel wurde aber wieder rückgängig gemacht. — Gegen die Kriegsgewinnler scheint nur Gewalt zu Helsen. ** Eine Marke zu 500 Mark wird von der Reichs- druckerei hergestellt und demnächst ausgegeben. Dieses wertvolle Stückchen Papier ist 5 Zentimeter hoch und 3 Zentimeter breit. Es ist dies der höchste Wert von Grundstücks stempelmacken, mit denen Abgabebeträge dis zu 1000 Mark entrichtet werden. Die Marke ist btauviolett und in Kupserdruck ausgesührt. Das Mittelfeld zeigt in ovalem Nahmen aus dunklem Grunde das Brustbild einer mit Kaiserkrone und Eichenkranz geschmückten Germania. Der Raum neben dem ovalen Rahmen ist mit Eichenlaub gefüllt. Der obere Rand trägt die Inschrift „Deutsches Reich". Diese Stempelmarken werden lm Werte von 10, 20, 40, 50 Pfennig, 1, 1,50, 2, 2,50, 3, 4, 5, 10, 15, 20, 25, 50, 100, 200, 300, 400 und 500 Mark ausgegeben. * Eine tolle Jagdgeschichte. Im Frühjahr 1918 ertappte ein Landwirt aus Neuenkirchen auf feiner Viehweide an der Weser sechs Männer, die dort regelrecht Hasenjagd hielten. Der Landwirt, der Jäger ist, Flinte und Hund bei sich haue, und mit seinem Knecht gekommen mar, um Vieh aus einer Weide in die andere zu treiben, wurde mit einem Schuh begrüßt, die Schrotkörner prallten an seiner Joppe ab. Die Hauptladung ging an seiner rechten Seite vorbei. Dann begann ein Schnellfeuer von beiden Seiten. Die Entfernung war aber so groß, daß keine ernste Gefahr bestand, der Landwirt duckte aber den Kopst damit der Schrothagel nicht die Augen treffen konnte. Es sollen wohl zwanzig oder mehr Schüsse abgefeuert worden sein. Die Wilddiebe entkamen, wurden aber ermittelt und zur Verantwortung gezogen. Es waren sechs Fischer aus Hammclwarden. die mit einem Motorboot über die Weser auf die hannoversche Seite kamen,um Hasenjagden in den Weiden zu veranstalten. Da aber dort Vtthdiebstahlö zur Tagesordnung gehören, auch in dl'fein Jahre acht Kopf Hornvieh abhanden gekonunen lind, ist der Verdacht gerechtfertigt, daß diese Fischer gar nicht so harmlos sind, sondern im Motorboot auch Rindvieh mitnehmen könnten wenn sie mit sechs Mann auf- treten und dre ankommenden Eigentümer nutt Schrott feuer empfangen. Zwei der Haupttäler sind tot, zwei waren in der Verhandlung vor der Verdener Strafkammer als Zeugen anwesend, zwei saßen in der Anklagebank. Diese erhielten je drei Monate Gefängnis und 200 Mark Geldstrafe. * Der reiche Grieche. Ein Hochstapler und Heiratsschwindler wurde in Dresden festgenommen. Als Tr. med. EdjoroeZ, Speziali,i für Haut-, Geschlechts- und Frauenleiden aus Berlin-Eharlottenburg wußte sich der Hausdiener Edwin Jordan m zahlreichen Fällen nut heirais- Instigen Damen bekannizumachen Diesen schwindelte er vor. er sei ein reicher Grieche und sei in Kliniken als Assistenr tätig. Der elegant auftretende Schwindler wußte in geschickter Weise seine augenblickliche Geldverlegenheit vorzubringen und erlangte so mühelos hohe Summen. * Königstöchter nehmen HaushalLungsunterricht. Die beiden jüngsten Töchter des Königs von Sachsen, die Prinzessinnen Maria Alice und Anna nehmen länge- ren Anfentbali in München zur Ausbildung in allen HauehaltungSgebtelen. Volkswirt, chaftlill! ■ ss. A. 31. Ang. Sehr fest bei lebhaftem Geschäft. Die zuversichtliche Stimmung der letzten Da c prägte sich 0,1 der heutigen Börse noch lebhafter aus. selten des Publikums eine größere Anzahl von Kaufauftr etngelaufen war, war die Haltung auf den einzelnen Marktgebieten sehr fest. Auch war die Geschästtt.ilig5ei: lebhafter als an den vorvergangenen Tagen. D, Berlin, 3l. Aug. (Warenhandel.) Serradella 85 bis 0^. Inkarnatklee 100—176. Spörgel bis 135. Saet- lupinen 4. Heidekraut bis 3,304 für 50 Kkgr. ab 5ttnou. (5legelfti*oö 4,75 bis 5,25. Preßstrvh 4,75. Mafcheuen roh 4 dis 4,25. Zwischen Stilette und Aisne sind nuhrfach wiederholte sehr starke Angriffe des Feindes gescheitert. Gardekürassiere, Leibkürassiere u. 8. Dragoner unter Führung ihres Kommandeurs Oberstleutnant Grnf Magnis haben mit dem gestrigen Tage seit ihrem Einsatz 16 schwere feindliche Angriffe abgewicsen und die ihnen anvertrauten Stillungen stets restlos behauptet. Wir schossen gestern 13 feindliche Ballone und 55 Flugzeuge, davon 36 auf dem Schlachtfeld von Acras ab. Hierbei brachte das Jagdgeschwader 3 mter Führung des Oberleutnants Lörzer 26 Flugzeuge zum Absturz. Oberleutnant Lörzer errang dabei seinen 35. Luftsieg Der Erste Gcneralquartiermeistec: Ludendorff. ^ Berlin, 3. Sept., abends. Zwischen Scaipe und Somme ruhiger Tag. Gestern nacht hier eingeleitete Bewegungen haben sich plangemäß vollzogen. Beiderseits von Nohon wurden Tiilargriffe der Franzosen abge- wiesen. Zwischen Mette und Aisne haben sich am Abend neue Kämpfe entwickelt. Berlin, 3. Spt. Im Sperrgebiet um England wurden 16000 Vc.-R.-T. versenkt. Der Chef Hcs Admiralstabes der Marine. Hm $mt uad fand. Nirhregistrr. Es ist die Einführung einer verschärften Kontrolle der Rindvichbestände beschlossen worden. In erster Linie wird ein Meldezwang für Kälber- gebürten eingeführt. In den Gemeindeämtern werden besondere Bi-Hregistec geführt werden, aus denen jeder- zeit jeder Viehzuwachs in den betreffenden Gemeinden ersichtlich ist. Jeder Viehhalter wird verpflichtet, Geburten und Fehlgeburten der Rinder dem zuständigen Gemeindeamt anzuzeigen. Teneruttgszulageu bei brr Post. Den bei der Reichs-Post- und Tclegroph'nvciwaltung tätigen Arbeitern und sonstigen ständigen Hilfskräften wird eine einmalige Teuerungszulage gewährt. Die Zulage vc ilägt das Sechsfache der laufenden monatlichen Teuerungszulagen, höchstens jedoch 500 Mk. Lohnempfänger, die «ft kurze Zeit beschäftigt sind, ferner alle Jugendlichen (unter 18 Jahren) «holten das Dreifache der kaufenden Teuerungszulage. Dr. Geyer, Seltersweg 81 1 ! 10 hält an Werktagen nachmittags von 3—4 Uhr wieder Sprechstunden ab und macht infolge militärischer Verwendung Krankenbesuche nur am Nachmittag. Telefon 740. Kittlose tiMdeer.fenller Besitzer: Hans Kirzinger Wetzsteinstraße 21, hinter der Stadtkirche. Empfehle mein ff. Weizenbier. Sonntag Ausschank von Prima StammbiersUollbkr Familien Unterhaltung. Verkauf über die Straffe. 4 Horddentfcber Elcyd Bremen flbt. Melruraiir empfiehlt * Gieße» Die Rettungsmedaille hat die 17jährige Tochter dep Hausvaters Loh, Martha Loh, verliehen bekommen. Sie rettete am 2. Pfingsttage mit eigner Lebensgefahr 2 junge Leute vom Tode des Ertrinkens aus der Lahn. * Gieße». Vergangenen Sonntag hült der „Turn, gau Hissen" auf der Hardt sein Eau-Wetturn tn ab, nn dem sich recht viele Turner beteiligt haben. . * Kab-Aauheim. Stählende Kurgäste. In den Badehäusern »rstrd seit einiger Zeit derart gestohlen, daß die Polizei zu Haussuchungen bei Badegästen schreiten wußte, und zwar mi dem Eifolge, das bet einem Gaste nicht weniger als 22 leinene Fußtüchcr, die vor den Badewannen liegen, gefui den wurden. Auch die großen meterlangen Badetücher werden vielfach gestohlen oder zerschnitten. Die Badrverwaltung will, wenn die Spitz- bübcreien seitens der Badegäste nicht aufhörcu, die Abgabe von Wäsche einstclle«. Heppenheim. Hier fand eine Bürgerversamm- lung statt, in der gegen die Willküriichkeiten bei Verteilung der Lebensmittel durch die Lebensmittelkommission Front gemacht wurde. Dem Bürgermeister wird der Vorwurf gemacht, daß er zuerst für sich und seine Freunde sorge. * Gan-Algrsheim. Eine eigenartige Prämie hat d>c hiesige Kcmcind- - Verwaltung ausgesetzt; sie gilt der Auffindung oder Vernichtung eines Wespen-Nestes. Die Wespen treten in einer solchen Menge auf, daß sie die Trauben-Ecnte ernstlich gefährden. Bei den fabelhait hohrn Preisen der Trauben und dem reichen Behang oec Weinberge ist die hohe Prämie von 1 Mack für die Vertagung eines Wespen-Nestes zu verstehen. * Knbcnheim (Rhetnh.). Der Funkenauswurf einer Dreschmaschine fitzte in der hicsigen Feldmark mehrere Kornfeldec in Brand »nd zerstört- sie Der Brandschaden beträgt 50—60 000 Mark. * K"hrl, l. Sept. Der Kaiser besichtigte heute die Henschelsch- Lokomotivfabrik und überreichte an eine Anzahl Aib-'tc, persönlich das Vcrdienßkccuz. ...’ Leipzig, .81. August. Die diesjährige Herbstmuster- mcste !,i . M ttetlungen dcs Poiizeiamtcs in Leipzig von inSgcsvn r 64.,0 Ausländern und im Ausland an !a,sigen Deutsch, n besucht worden, gegen 3672 ausländischen Beiuchecn der letzten Frühjahrsmesse. Unter riüiw&f Sc .^^ er " 6 -'fe bcn unter anderem 2415 (148l Oesterce,cher. 345 (290) Ungarn, 186 (111) Ä“!1' 124 lb? Türken, 407 (346) Holländer, 220 m tt,e äer ' k38 (122) Danen, 115 (155) Schweden, s" (^9) Norweger, 105 (58) Lur.mburgcr. Aus den bc- htzten ' ibictcn waren 26 (17) Belgier. 1829 (544) on- fvm 'ussischen Reiches, darunter 1^09 (424) Polen. 49 (8) Kurländer, 56 Liv,ander « ^,r ta ü Cr ' cl e 2 ,f. 23alte "/ Finnländer und Ukrainer. Die Zahl der Deutschen im Auslände ansässigen Meß. besucher b-l.rv- 250 gegen 80 in der Frühjahrsmuster. Mkffr. Reisegepäck Uerficherung zu massigen Prämien. Nähere Auskunft: Cbcodor Loos, giessen. Kircbenplaiz. D. N. G. M. aus Kiefer- und Eichenholz, jedes Quantum so fort lieferbar. Südd. Dachfenstcrfabrik Inh. 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