Bezugspreis 60 pfg. monatlich vierteljährlich 1,80Mk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Ab geholt in. unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,50 Mk. — Erscheint EkptüilEON! Mittwochs und Samstags. — Redaktionsschluh früh 8 Uhr. — Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der „jGicßcucr Zeitung", Gietzen. Anzeigenpreis 20 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile, für Auswärts 30 Pfg. Die 90 mm breite Reklame-Zeile 72 Pfennig. Suöaitlagc 21. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles (30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohneBerbindlichkeit. Druck der Gietzener Verlagsdruckerei, Albin Klein. Rr. 75. Telephon s»?v.362. Samstag, den 31. August 1918. Telephon Nr. 31. Jahrg. Kein feindlicher Durchbruch im Westen infolge überlegener deutscher Manövrierknnst. Truppen üVLtt deutschem Stämme standhaft in der großen Abwehrschlacht. 18 ««0, 165«« «. 19000 Br.-R -T. = zusammen 53500 Br.-R.-T. versenkt. flmflicbe deutfcbe Cagesbericbit wtb. Großes Hauptquartier, 28. Aug. 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht und Boehn. Bei Langemark und nördlich der Lys wurden feindliche Teilangriffe abgewiesen. — Die Armee des Generals v. Äelow (Otto) stand gestern wiederum im schweren Kampf. Der Schwerpunkt der englischen Angriffe lag südlich der Scarpe. Durch Masseneinsatz an Panzerwagen, englischer und kanadischer Infanterie suchte der Feind beiderseits der Heeresstraße Arras—Cambrai erneut den Durchbruch zu erzwingen. Unsere in der Linie PelveS — östlich von Monchy Croisilles kämpfenden Truppen — pommersche, westpreußische, hessisch-nassauischeund elsässische Regimenter — haben den mit gewaltiger Uebermacht an Menschen und Material am frühen Morgen geführten Stoß des Feindes im erbitterten Kampfe dicht östlich von Pelves, bei Vicen Artois und Croisilles aufgefangen. Im Verein mit württembergischen Bataillonen brachten sie am Nachmittage mit erneuter Kraft in tiefen Gliedern an der Heecesstraße vorgetragene feindliche Angriffe zum Scheitern. Auch mehrfach wiederholte Anstürme des Gegners gegen Boiiy Notre Dame und nördöstlich von Croisilles brachen zusammen. Der Feind hat gestern schwere Verluste erlitten. Viele Panzerwagen wurden durch Geschütze und Minenwerfec aus vorderster Linie vernichtet. Batterien des Reserve-Feld-Artillecie> Regiments Nr. 26 feuerten bei Vic, offen vor unserer Infanterie auffahrend, aus nächster Entfernung in die dichten Linien des Feindes. Der Kampf griff gegen Mittag auch auf das Nordufer der Sccnpe und nach Süden bis Mory über. Mehrmalige Angriffe des Feindes wurden hier abgewiesen. Beiderseits von Bapaume blieb die Kraft der feindlichen Angriffe gegen die Vortage zurück. Der Engländer, der beiderseits der Stadt überraschend und mit Artillerie. Vorbereitung, aber ohne Einsatz von Panzerwagen mehrfach vorstieß, wurde überall zucückgeschlagen. — Nördlich der Somme führte der Engländer heftige Angriffe gegen unsere neuen Linien zwischen Flers und Curlu. Wir wiesen sie ab und nahmen Flers und Longueval, wo der Feind vorübergehend eindrang, im Gegenangriff wieder. Südlich der Somme scheiterten Teilvoistöße des Gegners. — Zwischen Somme und Oise haben wir unseren Linie vom Feinde abgesetzt, die Trümmerfelder Chaulnes und Rohe ihm somit kampflos überlassen. Durch unsere erfolgreiche Abwehr war der Gegner seit dem 20. August zum Einstellen seiner Angriffe an dieser Front gezwungen worden. Dadurch wurde die reibungslose Durchführung unserer Bewegungen ermöglicht, die sich in den letzten Nächten, vom Feinde völlig ungestört, vollzog. Zwischen Oise und Aisne blieb die Gefechtstätigkett auf kleinere Jnfanteriekämfe beschränkt. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. An der Vesle brachten mecklenburgische Grenadiere dank hartnäckigem Eingreifens ihres Führers Oberleutnant Bölcke vom Gcenadierregiment 89 einen Angriff der Amerikaner gegen Bazoches zum Scheitern. Badische Truppen erstürmten Fismette im Vesletal. Bet beiden Unternehmungen erlitt der Amerikaner schwere Verluste und ließ mehr als 250 Gefangene in unserer Hand. In den Acgonnen wurden bei erfolgreichem Vorstoß Italiener-gefangen. Der Erste Generalquartiermeistec: Ludendocff. » Berlin. 28. Aug.. abends. Südöstlich von Arras sind erneute Durchbruchsversuche des Feindes gescheitert. Nördlich von Bopaume und nördlich der Somme brachen englische Angriffe unter schweren Verlusten zusammen. Zwischen Somme und Oise Vorfeldkämpfe vor unseren neuen Stellungen. Französische Angriffe nördlich der Aisne wurden blutig abgewiesen. • Berlin, 28. Aug. Im Sperrgebiet westlich England winden durch unsere U-Boote 18600 Brutto- v registertonnen versenkt. Der Ehef des Admiralstabes der Marine. wtb. GroßesHauptquartter, 29. Aug. 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht und Boehn. Auf dem Schlachtfelde südöstlich von Arras brach am frühen Morgen dicht südlich der Scarpe ein englischer Angriff im vcuer zusammen. Um Mittag nahm der Feind setneDurchbruchsversuchemitneuecWucht wieder auf. Zwischen Scarpe und Senseebach setzte er fünfmal zum Angriff an. Pommersche und westpreußische Regimenter brachen auch gestern wieder den Ansturm des Feindes. Durch flankierendes Feuer ihrer Artillerie wirksam unterstützt, warfen sie jedesmal den Feind wieder zurück. Boiry Notre Dame war Brennpunkt erbitterten Kampfes. Dreimal wurden die Trümmer dls Ortes im Gegenstoß dem Feinde wieder entrissen. Bet erneutem feindlichen Angriff am Abend blieb der Ort in Feindcshand. Der Hauptstoß des englischen Angriffs traf württembecgische Regimenter beiderseits der Straße Arras—Camvrai. Siebenmal stürmte der Feind vergeblich an. Panzerwagen fuhren auf und neben der Straße immer wieder von neuem heran; in tiefer Gliederung folgte die Infanterie. Sie blieb im Feuer unserer Maschinengewehre und in vorderster Linie auffahrender Geschütze liegen. Wo der Feind in unsere Stellung eindrang, warf ihn unser Gegenstoß wieder völlig zurück..— Südlich von Croisilles und südöstlich von Mory wurden englische Angriffe abgcwiesen. Südwestlich von Bapaume keine Jnsanlerietätigkeit. Auf der Stadt selbst lag schweres englisches Feuer. Bei den Kämpfen am 27. 8. um Thr.lloy tat sich das Infanterieregiment Nr. 206 besonders her« Vox. Seine 9. Kompagnie hielt den Westrand des Ortes, obwohl sie durch feindlichen "Einbruch nördlich von ihr im Rücken bedroht war, bis zur letzten Patrone und dann mit dem Baionett. Aus selbständigem Entschluß kam ihr die dritte Kompagnie desselben Regiments zur Hilfe und warf den Feind aus dem Orte wieder hinaus. Nördlich der Somme erneuerte der Feind am frühen Morgen seine Angriffe zwischen Flers und Curlu. Bei Hardecouct drang er in unsere Linien ein. Im Gegen-, angriff warf ihn das Kaiser Franz-Gardegrenadtec- regiment Nr. 2 unter Führung seines Kommandeurs Major Otto im Verein mit hessischen Kompaginen wieder zurück. — Zwischen Somme und Oise blieben Vortruppen vor unseren neuen Stellungen in Gefechtsfühlung mit dem Feinde, der am 27. August nur zögernd, gestern schärfer über Dompierre-Belloy-Nesle-Baulten-Sazoy folgte. Sie zwangen ihn mehrfach zu verlustreichem Angriff und wichen dann aus. Südwestlich von Noyon griff der Feind nach stärkster Feuervorbereitung unsere allen Linien au; sie waren von uns nicht mehr besetzt. Noyon lag unter schwerstem Feuer der Franzosen. Die Stadt liegt vor unserer Kampffront. — Nördlich der Aisne nahm der Franzose unter Heranziehung von Amerikanern seine Angriffe wieder auf. Unter schweren Verlusten wurden sie abgewiesen. Am Paslykopf schlugen Kavallerieschützenregimenter fünfmaligen Ansturm des Feindes zurück. Mehrere Panzerwagen wurden zerschossen. Der Erste Genecalquartiermetster: Ludendorff. i», Berlin, 29. Aug., abends. Südöstlich Arras haben sich am Nachmittag neue Kämpfe entwickelt. Vorseldge- fechte vor unseren neuen Linien: östlich Bapaume— Peronne — östlich Noyon. Jnfanteriekämpfe an der Atlette. Zwischen der Ailette und Aisne sind besonders starke Angriffe von Franzosen und Amerikanern unter schwersteu Verlusten für den Feind völlig gescheitert. Bisher sind mehr als 50 zerschossene Panzerwagen gemeldet. • Wtb. GroßesHauptquartter, 30. Aug. 1918. Westlicher Kriegsschauplatz- Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht und Boehn. Vocfeldkämpfe beiderseits der Lys und nördlich der Scarpe. Südöstlich von Arras wurden Infanterie und Panzerwagen des Feindes beim Anmarsch auf das Schlachtfeld von Artillerie- und Schlachtfliegecn wirksam gefaßt. Gegen Mittag nahm der Feind seine Angriffe wieder aus. Ihr Schwerpunkt lag gestern südlich der Straße Acras-Cambrai. Den aus Cherisy und Fontaine heraus gegen Hendecourt mehrfach anstürmenden Feind schlugen wir in hartem Kampf zurück. Weiter südlich drang der Engländer in Bullecourt u Riencouct ein. In dem Grabengewirc und Trichterfeld früherer Schlachten spielten sich hier erbitterte Kämpfe ab. Rtencourt wurde dem Feinde wieder entrissen, auch der Ostteil von Bullecourt wieder genommen. Am Nachmittage dehnte der Feind seine Angriffe bis nordöstlich von Bapaume aus. Sie brachen meist schon in unserem Feuer zusammen. Aus St. Leger und Mory heraus griff ec fünfmal vergeblich an. Zahlreiche Panzerwagen wurden vernichtet. - Nördlich der Somme haben wir in Verbindung mit den südlich des Flusses durchgeführten Bewegungen die Verteidigung in die Linie östlich von Bapaume - nordwestlich von Peronne verlegt. Der Feind ist gestern zögernd über Bapaume - Combles-Maurepas gefolgt. - Zwischen Peronne und der Oise Infanteriegefechte auf dem Westufer der Somme und des Kanals. Starke Angriffe, die der Feind südöstlich von Nesle und aus Noyon heraus gegen unsere neuen Linien nordöstlich der Stadt führte, wurden abgewiesen. - An der Ailette faßte der Franzose westlich von Folembray in geringer Tiefe auf dem östlichen Ufer Fuß. Zwischen Ailette und Aisne nahm er im Verein mit Amerikanern seine Angriffe wieder auf. Zwischen Pont St. Maid unb Lhavigny stürmte er seit frühem Morgen gegen unsere Linien an. Panzerwagen führten immer wieder von neuem die dichten Angriffswellen der Infanterie vor. Magdeburgifche, hannoversche, thüringische und Garderegimenter brachten die mit doppelter Uebermacht geführten schweren Angriffe des Feindes völlig zum Scheitern. 72 Panzerwagen wurden zerschossen. Unteroffizier Cropmeier, Gefreiter Mauske und Schottau von der 1. Maschinengewehrkompagnie des 1. Garderegiments zu Fuß haben gemeinsam 5 Panzerwagen vernichtet. Dom Infanterieregiment 165 wurden 20 Panzerwagen zerstört. Der Franzose hat eine schwere Niederlage erlitten. Seine Verluste sind ungewöhnlich hoch. Wir machten Gefangene von 10 verschiedenen Divisionen. Der erste Gener^alquartiermeister: Ludendorff. • . Berlin, 30. Aug., abends. Große englische Angriffe auf breiter Front südöstlich von Arras sind gescheitert. Oertliche Kämpfe nordöstlich Noyon und an der Ailette. Berlin, 30. Aug. Auf dem nördlichen Seekriegs- schauplatz wurden durch unsere U-Boote rund 16 500 Bruttoregistertonnen versenkt, darunter im Artilleriegefecht eine U-Bootfalle in Gestalt eines Seglers. Der Chef des Admiralstabes der Marine. O Berlin, 30. Aug. Im Sperrgebiet um England wurden von unseren U-Booten 10600 Bruttoregistertonnen versenkt. Der Chef des Admicalstabes der Marine. Kirchliche Anzeigen. Sonntag den 1. September (14. nach Trinitatis.) Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonsicmierten aus der Matthäusgemeinde. Pfarrer Mahr — Vormittags 9V 2 Uhr: Pfarrer Schwabe. — Vormittags 11 Uhr: Ktndec- kirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonsirmierten aus der Lukasgemeinde. Pfarrassistent Ltz Reuning. — Vormittag 9Vo Uhr: Pfarrer Ausfeld. — Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde. Pfarrer Ausfeld. — Abends 8 Uhr: Bibelbesprechung imJohanues- saal. — Mittwoch den 4. September, abends 8 Uhr: Krtegsbetstunde. Pfarrer AuLfeld. Aus dem amtlichen Kreisblatt. Hessische Landes-Gemüsestelie, 20. 8. 18: Verordnung über Herbstgemüse und Herbstobst der Ernte 1918. Kreisamt Gießen, Io. 8. 18: Bekanntmachung betr. die Außerkurssetzung der 2o-Pfennigstücke aus Nickel. Sie gelten vom 1 Oktober 1918 nicht mehr als Zahlungsmittel. Kreisamt Gießen, 23. 8. 18: Bei einem verendeten Schwein des Landwirts Wilhelm Gaub in Oppenrod ist die Notlaufseuche festgestellt. Krcisomt Gießen, 21. 8. 18: Verkehr mit Zucker zur Herstellung von Tresterwein. Die Bekanntmachung ist auf Zimmer 5 des Kommunalverbandes einzusehen. Reichsstelle für Gemüse und Obst, 23 8. 18: Verbot der Verarbeitung von Obst zu Obstwein. Staatssekretär des Kriegsernährungsamtes, 12.8.18: Abänderung der Verordnung über die Preise für Heu aus der Ernte 1918. Landesobststelle für das Großherzogtum Hessen, 22. 8. 18: Bekanntmachung betr. Obftvcrftcigcrungcu. Neichsstelle für Gemüse und Obst, 22.8. 18: Erzeugerhöchstpreise für Gemüse. Polizeiamt Gießen, 26. 8. 18: Gast-, Speise- u. Schankwirtschafteu, Kaffees, Vereins- u. Gesellschaftsräume, in denen Speisen u. Getränke verabreicht werdet!, sind vom 1. September ab um 11 Uhr zu schließen. Landesobststelle für das Großberzogtum Hessen, 22. 8. 18: Er- zeugerhöchstpreise für Obst. Kreisamt Gießen, 16. 8. 18: Errichtung von BezirksfürsvraesteUen für Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene für die Landgemeinden des Kreises Gießen. Kreisamt Giehen, 22. 8. 18: Maßregeln zur Unterdrückung des ansteckenden Scheldekatarrhs des Rindviehs zu Staufenberg Kreisamt Gießen, 26. 8.18: In der Zeit vom 26. August bis lo. September wird in den Landgemeinden Süßstoff (Saechnrin) ausgegeben. Kreisamt Gießen, J7.'8. t8: Oclschlagschcin. Die Verarbeitung von Oellaaten darf nur dann vorgenommen werden, wenn Oetzchlagscheüre vom Kommunalverbande Gießen oder Friedberg vorliegen. Die Namen der Oelmühleu sind im Kreisblatt zu lesen. Kreisamt Gießen, 27. 8. 17: Alle Rückwanderer aus Frankreich machen^ * imtCU 24 @tunben uach Ankunft namhaft zu Kreisamt Gießen, 26 8. 18: Als Brunnen- und Pumpenbauer, auf Bezugskarte erhalten hat, kommt fiir den Kreis Gießen Herr Heinrich Hellwig in Lich in Betracht. PoSiiifcbes. Gin Man« der die Wahrsi.it sagt. Der ehemalige russische Minister Timirjafew erklärt, er habe gemuht, daß Rußland einem Kampf mit Deutschland nicht gewachsen sei, und sei deshalb im Jahre 1914 gegen den Krieg gewesen. Der Gedanke, Rußland kannte von neuem Krieg anfangen, erscheine ihnr wahnsinnig. Rußland habe keme Armee und werde sobald auch keine haben. Man solle also Rußland in Ruhe lassen und darnach trachten möglichst bald zu einem allgemeinen Frieden zu gelangen. Der allgemeine Friede sei leicht zu erreichen, wenn Europa auf den Anspruch verzichte, den deutschen Militarismus zu vernichten. Timirjasew betonte, daß seit 1871 Deutschland allem keinen Krieg geführt habe. Der erste öchrit zum Imperialismus zur See sei keineswegs von Deutschland angegangen, den Grund zu diesem Imperialismus habe England gelegt. Der Grundsatz „Unsere Flotte muß stärker sein als die vereinigte Seemacht der beiden mächtigsten Weltst.aaten" sei nicht in Berlin, sondern m London verkündigt worden. Diese Lösung habe das Problem des bewaffneten Friedens zugespitzt. • Kriegsmiidigkeitderrchtigt —Micht-rfüllnug «otwrndig Alle Völker sind rechtschaffen kriegsmüde, Mit Ausnahme weniger Staatsmänner, die nicht wissen, wie das aus den Fugen gegangene Weltgebäude wieder leidlich zusammengekittet werden kann. Auch die Eroberungsfanatiker sind kriegsmüde, meinen aber, das Volk immer wieder in ihrem Sinne stärken zu müssen. Das Volk braucht diese „Stärkung" nicht. Es kennt seine Pflicht. Es weiß aber jeder, daß ausschließlich Waffengewalt diesen Krieg niemals zum Ende bringen kann. Nur soll man den Kopf nicht hängen lassen, sondern auf dem Platz, auf dem mann steht, seine Pflicht tun. Wnmrnmmm. * Verjonttchk-ttsausrvrile bei Gisenbalirr- fahrterr Die von den Mstitäroefchlshabern seit längerer Zeit zum Schutze unse-es gesamten Wirtschafts- lebenS und oec militärischen Maßnohmen gegen die Betägigung feindlicher Agenten eingerichteten Eisenbahn' ubecwachungsreisen haben sich als außerordentlich zweckmäßig und für die Sicherheit des Reiches förderlich erwiesen. Dieses günstige Ergebnis ist u. a. dem Umstand zu verdanken, daß die Mehrzahl der Eisenbahn- reisenden in zunehmender Erkenntnis der Notwendigkeit dieser Einrichtungen sich den bestehenden Vorschriften über die Verpflichtung zum Ausweis ihrer Persönlichkeit willig unterzogen hat. Die mit der Einrichtung der Etsenbahnüberwachungsreisen erstrebten Ziele würden sich jedoch noch in größerem Umfange erreichen lassen, wenn alle Reisenden sich ganz allgemein dessen bewußt würden, daß sie die schwere und verantwortungsreiche Tätigkeit der Eisenbahnüberwachungsceisenden wesentlich fordern könnten, indem sie selbst nach Möglichkeit die Feststellung ihrer Persönlichkeit erleichtern. Dies kann dadurch geschehen, daß sich jeder Reisende für jede Reise jutt ihm gehörigen Papiere veisieht, die über seine Persönlichkeit ausreichenden Ausschluß geben. Als solche kommen Papiere in Betracht, wie sie jedermann zu ^sitzen pflegt, z. B. Schulzeugnisse, Steuerquittungen, Radsahrkarten, Vormundsbestallungen, Urkunden über die Ernennung zum Beamten, standesamtliche Urkunden und anderes; besonders wertvoll zu diesem Zweck sind mit einem Lichtbild des Inhabers versehene Papiere, wie Postausweise, Kcastwagenführerscheine usw. Die Vorlegung eines Passes oder eines Passersatzes kann von deutschen Reisenden Zwar nicht verlangt werden; wer jedoch im Besitze eines solchen Papieres ist, sw d sich naturgemäß am besten durch drssen Vorlegung aus weisen. — Abgesthkn davon, daß die Reisenden durch ein den Vorgeschriebenen Erfordernissen angepaßtes Verholten zu ihrem Teile an der restlosen Durchführung der zur Sicherheit des Reiches getroffenen Maßnahmen milwirkcn können, handeln sie auch in ihrem eigenen Interesse, wenn sie die von den Militärbefeblshaber erlas senen Ausweisvorschriften willig erfüllen/da die Eisen bahnüberwachungsceisenden berechtigt sind, Reisende, die die sich nicht ausreichend über ihre Person ausweisen, von der Eisenbahnfahr-t so lange auszuschließen, bis die Persönlichkeit einwandfrei festgestellt ist. Vapierersparms bri Behörden Einen erneu ten Erlaß zur Sparsamkeit im Papierverbrauch haben die preußischen Minister an die Nachgeordneten Lihörden ergehen lassen. Es soll mit größter Strenge auf Sparsamkeit im Verbrauch aller Parpiersorten hingcwirkt Werden. Bet Schreibpapieren insbesondere sind gewöhn- l che Bogen der Größe 26,5X42 oder 33 X 42 Ztm , einmal gefalzt, nur. in den allernolwendigsten Fällen zu verwenden, in allen übrigen Fällen sind Blätter, d. h. nach dem Umfange der jeweilige» Verfügungen oder Mitteilungen halbe, viertel o. achtel Bogen zu benutzen. Die mit Maschinenschrift auf Durchschlagpapier angefertigten Schreiben sind stets beiderseitig, und alle amtlichen Berichte, Gutachten und Gesuche nicht mehr auf gebrochenen Bogen, sondern über die ganze Seite zu schreiben. Dagegen ist bei den mit Maschinen- lchrift anzufertigenden Schreiben nur insoweit von der einmaligen Schaltung Gebrauch zu machen, als durch die sogenannten einzeilige -Schrift nicht eine Schädigung der Sehkraft des Lesers zu befürchten ist. m * Bevorstehende Schließung der Zignrrenfa- drinen Die deutsche Zentrale für Kciegtzlicferung und Tabakfabrikation in Minden kündigt die Schließung der Ztgaccenfabriken und die Entlassung der Arbeiter für das Jahresende wegen Erschöpfung der Vorräte an Roh tabak an. — Es kommen etwa 6000 Zigarrenfabrikatt- onsbetctebe in Betracht, die im Jahre 1916 rund 220 000 Arbeiter beschäftigen. Da seitdem die Fabrikation auf 40 Prozent herabgegangen ist, so kämen noch 80000 bis 90 000 Arbeiter in Frage, die natürlich sitzt in am deren Betrieben untergkbracht werden müssen. * Tabakersatz in der Zigarettenindustrie. Wie die „Leipz. 9 1 . N." Horen, wud in einer seiner nächstenSltzungen der BundeSrat der ZtgareLtenindustc're die Emächtlgung erteilen, bis zu 50 Prozent Tabakersatz bei der Herstellung von Zigaretten zu verwenden. Damit dürften die an sich nicht unbedeutenden Vorräte an Zigareltentabak in Deutschland auf mehrere Jahre gestreckt werden. Außerdem ist auch mit einer Herabsetzung der Zigacetteopreise zu rechnen, so daß der Klein- verkausspcns der billigsten Sorte sich wieder etwa 5 Pfg. für das Stück stellen wird. * Hausschlachtungen 1918 19. Wie in den vergangenen Jahren, so werden auch im Herbst und Wtn'- ter 1918/19 Hausschlachtungen wieder zugelassen werden, falls d^r Selbstversorger das Tier ln seiner eigenen Wirtschaft miüdepens 3 Monate gehalten hat. Die Hausschlachtungen sind nach wie vor genehmigungspflichtig. Sie dürfen nur vorgenommen werden, wenn die Erlaubnis des Kommunalverbandes, das ist desKcus amtrs, vocltegt. Der Antrag auf Genehmigung ist auf der Bürgermeisterei zu stellen, und zwar spätestens eine Woche vor beabsichtigter Schlachtung. Nach einer neu» eren Anordnung kommt zu der Genchmigungspfltcht eine Anmeldepflicht hinzu, damit schon sitzt ein Ueber- blick darüber gewonnen werden kann, wttotel Schweine für Hausschlachtungen beansprucht werden und über wieviel Schweine anderweitig verfügt werden kann. Die Pflicht zur Anmeldung haben alle Haushaltungsvorstände, die im kommenden Herbst und Winter Haus- schlachtungen vornehmen wollen. Die Anmeldung hat bei der Bürgermeisterei dts Wohnortes zu erfolgen. * Weiterer Ausbau der Mietseinigringsarn ter. Die Wirksamkeit der Mtetselliigungsämtec ist vielfach dadurch beeinträchtigt worden, daß cs an allgemeinen Richtlinien für dieselben fehlte und sie sich auf die eigene Erfahrung Melassen mußten. Nach Berliner Blättern ist nicht beabsichtigt, diese in der Kciegszeit geschaffene Einrichtung später Mied- fallen zu lassen; man will sie vielmehr auf eine fcsure Grundlage stellen, sie weiter ausbaucn und dauernd den allgemeinen sozialen Ocgm nisationen angltedern. * * Gin neues Mittel zur Hebung der Hntter- abtteferuug wendet der Kceisausausschuß zu Diepholz mit gutem'Erfolge an. Jed»m Kuhhalter wird eine Milch'Mindestabliesecungsschuld (je Kuh und Tag 6 Liter) ausirlegt und cs wird den Säumigen und widerwillig Liefernden die beste Milchkuh (event. auch sämtliche Kühe) enteignet und an gute Milchablieferec zum Höchstpreise abgegeben. Die Butterabsicferung des Kreises ist hierdurch um 20—25 Prozent göstiegtn. «. Höchstpreise für Schlnchtschmeirre. Der Abg. Diehl hat die Negierung folgende Anfrage gerichtet: „Ist Großh. Regierung bekannt, daß die jetzigen Höchstpreise für Schlachtschweine den Einkaufspreisen von Ferkeln und Einlegschweinen nicht entsprechen? Was gedenkt.Gr. Regierung zu tun, um die Landwirte und Schweinezüchter schadlos zu halten. Sielerrgeschirre für die Landwirtschaft. Um der Not der Landwirtschaft an Geschirren zu steuern, hat das Kriegswirtschafisamt Frankfurt a. M. für das Großher- Zogtum Hessen und Provinz Hessen-Nassau 600 Sielenge-' schirre zur Verfügung gestellt. Anträge sind an das Kriegswirtschaftsamt Frankfurt a. M. zu richten. Die Dringlichkeit dieser Anträge muß von den Vürgermeistereien bestätigt werden. Die Geschirre gelangen durch die Firma Earl David Söhne, Ledergroßhandlung in Frankfurt a. M. zur Verteilung. » Schlechte Aussichten für die Petroleumver- sorgung Das Reichswirtschaftsamt rechnet damit, daß in diesem Winter nur etwa ein Viertel der vorjährige Geiamtmenge an die Zivilbevölkerung abgegeben werden kann. Um der Beleuchtungsnot des kommenden Winters nach Möglichkeit zu steuern, hat das Reichswirtschaftsamt die Verteilung einer größeren Menge Kerzen in Aussicht gestellt. Hinsichtlich der Freigabe von Material für Herstellung von Anschlüssen an die elektrische Beleuchtung ist tunlichstes Entgegenkommen zugesagt worden. Den Gemeinden wurde dringend empfohlen, diesen Anschluß, wo er zu erreichen ist, anzustreben. * Zur Metallabgabc s Ben Akiba hat recht: „Alles ist schon dagewesen, auch die vielerörterte Metallabgabe zu Kriegszwecken. Bereits im 18. Jahrhundert schrieb der damals bekannte Wiener Spötter Blumenauer im 7. Buche seiner Travestie auf Vergils Aenois: „Aus den Metallen jeder Art Schuf man jetzt lauter Waffen: Aus jeder Ofengabel ward Ein Bajonett geschaffen; Zur Lanze ward ein Bratspieß hier, Zum Harnisch für den Kürassier Ward dort ein Ofentürl. Zu Kugeln schmolz man auch das Blei; An allen Fensterscheiben: Kein Eisenriegel durfte frei Von der Verwendung bleiben, Es ward zum Dolche zugespitzt, Aus Kasserollen schoß man jetzt Austatt der Knödel Bomben." * . Nmrbarmacdung der Bucbeckern-Ernte. Wie das Kriegsministerium mitteilt, hat das Kriegsamt die öffentliche Ernte der Bucheckern übernommen. Träger der Organisation sind die Kriegswirtschafts-Aemter, die sich zur Durchführung der Kriegswirtschafts-Stellen zu bedienen haben. In der gleichen Weise wie bei der Laubsammlung wird die Sammlung durch die Kriegswirtschafts- Stellen und Ortssammel-Slellen durchgeführt werden. Die Kriegswirtschafts-Aemter haben sofort durch Benehmen mit den Regierungen und durch Rundfragen bei den Kriegs- wirtschafts-Stellen festzustellen, in welchen Kreisen eine Bucheckern-Ernte zu erwarten ist und welche Maßnahmen wegen der Sammlung betroffen, ob Ortssammelstellen-Leiter zu ernennen sind k . Die Staatswsldungen werden in Preußen für die Buchern-Sammlung mit einigen im Interesse des Waldschutzes gebotenen Einschränkung freigegeben werden. Auch ist vorgesehen, daß die Eigentümer von Privatwaldungen Sammlungen der vom Kriegswirtschasts-Amte beauftragten Stellen zu dulden haben, soweit nicht der zuständige Landrat auf Antag des Waldeigentümers in Einzelfällen besondere Einschränkungen anordnet. Soweit es in Bezirken mit Bucheckern-Crnten noch an Orissa m m e l -Stellen fehlt, ist ihre sofortige Einrichtung zu veranlassen. Da die Bucheckern-Ernte voraussichlich schon Mitte September beginnt, ist die sofortige Durchführung der Erhebung k. den Behörden zur Pflicht gemacht. Aus dem Sauerlande wird zur Bucheckern-Ernte geschrieben: Goldenen Segen und Gewinn bietet der Allgemeinheit in diesem Iahre unser herrlicher Wald, wenn er nur rechtzeitig und richtig erfaßt wird. Das Iahr 1918 ist nämlich eines der seltenen Jahre, die eine wirklich reiche Frucht der Rotbuche, dieses echt deutschen Wald- baumes, bringt. Einen derartigen Fruchtbehang wie H6ute haben wir im Sauerlande wohl noch nie bei der Rotbuche beobachtet, und das gleiche gilt für die Heimatprovinz und ganz Deutschland. Mit dem Oel, das in diesem Sommer aus den reifen Bucheckern gewonnen werden kann, ließe sich der deutsche Bedarf vollkommen decken, wenn nur rechtzeitig alles für das Sammeln und Verarbeiten der Buchenfrüchte vorgesehen und eingerichtet wird. Das Vuchöl ist ein äußerst wohlschmeckendes Speiseöl, welches dem Olivenöl nicht nachsteht. Allerdings hält es nicht so lange, muß vielmehr bis längstens zmn nächsten Frühjahr aufgebraucht sein, wenn es nicht ranzig werden und seinen Wohlgeschmack verlieren soll. Freistehende und an den Waldrändern stehende Bäume tragen reichlicher und auch bessere Früchte, als die Buchen der dichten Bestände, die weniger von der Sonne getroffen werden. Dem Vernehmen nach werden amtliche Verfügungen zur Gewinnung der Buchenfrüchte und zur Herstellung des Oeles erlassen werden, und es wäre zu begrüßen, wenn sie den Erfolg, hätten, daß der Reichtum des Waldes an der heute so wichtigen Frucht dem Bater- lande voll < zugute kommt. Die Bucheckern selbst, sowie deren Preßrückstände liefern übrigens auch ein gutes Schweine- und Geflügelfutter, welches sich zur Mästung eignet. 4 * Reiche Mcheicrute Nicht nur die Bucheckern-, sondern anch die Eichelernte verspricht in diesem Herbst vorzüglich zu werden. Eicheln bilden übrigens nicht nur für Schweine, sondern auch für Rindvieh ein gutes Futter. Hii5 Stadt und Cand. Sekämpfun der Sperlinge Die Landwirt- schaftskammec empfiehlt die Einführung von Schußprämien und dos Aushcben der Spatzennest r, da der Schaden sehr erheblich sei. * Steuererklärungen. Nach einer Bekanntmachung des Finanzamts finb] die Gewerbetreibenden mit einem Jahresumsatz von mehr als 3000 Mk. verpflichtet, den steuerpflichtigen Iahresbetrag ihres Warenumsatzes für die Zeit vom l. Januar 1918 bis 31. Juli 1918 bezw bei Waren, für welche die Rücklagepflicht nach der Bekanntmachung des Reichskanzlers über die Sicherung einer Umsatzsteuer auf Luxusgegenstände besteht, für die Zeit vom 1. Januar 1918 bis 5. Mai 1918 spätestens zum Ende dieses Monats anzumelden. Ebenso sind die Steuererklärungen für die Staats- und Gemeindesteuerveranlagung in den Landgemeinden bis 1. September in den Städten Butzbach, Gießen und Grünberg bis 1. Oktober l. Is. einzureichen. Nach den gesetzlichen Bestimmungen hat jeder Steuerpflichtige, der ein steuerbares Jahreseinkommen von 2600 Mk. und mehr besitzt, über den Iahresbetrag seines steuerpflichtigen Einkommens eine schriftliche Erklärung abzugeben. Don der Abgabe dieser Einkommensteuererklärung ist der Steuerpflichtige, sofern an ihn nicht besondere Aufforderung des Vorsitzenden der Deranlagungskommission ergeht, befreit, wenn er im unmittelbar vorausgegangenen Steuerjahr bereits zur Einkommensteuer 1. Abteilung (Einkommen von 2600 Mk. und mehr) veranlagt war, auch inzwischen seinen Wohnsitz nicht gewechselt und keine Einkommensverbesserung erfahren hat, die seine Versetzung in eine höhere Klasse bedingt. Weiter hat jeder von der Kommission für die Einkommensteuer erster Abteilung zu veranlagende ein jährliches Einkommen von 2600 Mk. und mehr besitzende Betriebsunternehmer (Personen, die Land- und Forstwirtschaft oder ein Gewerbe betreiben), der zum ersten Male mit Anlage- und Betriebskapital zur Vermögenssteuer veranlagt wird, eine schriftliche Erklärung über das im land- und forstwirtschaftlichen oder gewerblichen Unternehmer verwendete Anlage- und Betriebskapital und die es belastenden Schulden abzugeben. Auch ist derjenige, dessen sonstiges Vermögen (Kapitalvermögen u. s. w. nach Abzug der darauf Iaftcribc;t Schulden einen Wert von 3000 Mk. und mehr hat, bei seiner erstmaligen Veranlagung zur Vermögenssteuer zur Abgabe einer schriftlichen Erklärung über dieses Vermögen verpflichtet. Jur Ge- mein^esteuerveranlagung haben diejenigen Personen, deren Anlage- und Betriebskapital mindestens 3000 Mk. beträgt, bei ihrer erstmaligen Veranlagung zur Gemeindegewerbesteuer eine Erklärung über das Anlage- und Betriebskapital abzugeben. Ferner hat derjenige, dessen, Kapitalvermögen mindestens 3000 Mk. beträgt, bei seiner erstmaligen Veranlagung zur Gemeindekapitalsteuer eine Erklärung über sein Kapitalvermögen ejnzureichen. Hat sich das Kapitalvermögen gegen den bereits zur Steuer veranlagten Betrag um mehr als 3000 Mk. erhöht, so ist eine neue Erklärung über das Kapitalvermögen abzugeben. Um eine den wirklichen Verhältnissen entsprechende Veranlagung herbeizuführen, empfiehlt es sich eine Steuererklärung auch dann abzugeben, wenn eine gesetzliche Verpflichtung hierzu nicht besteht- Die Handwerker-Beratungsstelle des Ortsgewerbevereins steht den Mitgliedern und Handwerkerfrauen in den Mittwochs und Sonntags von 2-3 Uhr im Gewerbehaus, kirchstraße 16 stattfindenden Sprechstunden zur Beratung und Unterstützung bei der Anfertigung der Anmeldung und Steuererklärungen kostenlos zur Verfügung. * * Der Hauptausschuß nationaler Arbeiter- und Berufsverbände Deutschlands, der in seinen Verbänden ca. 240 000 Anhänger der wirtschaftsfciedlichen Richtung vereinigt, hält seine diesjährige 8. Jahrestagung in Dortmund in der Zeit vom 6. bis 10. September ab. O Welche im Kaushall vorkommenden Zahlungen eignen ftch z»rr Begleichung auf bargeldlosem Wege? In der letzten Zeit ist in der Presse mehrfach darauf hingewtesen worden, wie außerordentlich wichtig und sowohl für den Einzelnen als auch für die Gesamtheit vorteilhaft es ist, wenn unsere Zahlungsgc- wohnheiten verbessert werden dadurch, daß in allen geeigneten Fällen an die Stelle der Barzahlung die bargeldlose Schuldenbegleichung durch Verrechnen auf Konten tritt. Auch iw Haushalt gibt es eine Menge Zahlungen, die sich trotz der Geringfügigkeit des Betrages zur bargeldlosen Begleichung eignen. Das sind vor allem alle regelmäßig wiederkehrenden Zahlungen. Gas, Wasser, Elektrizität, Schulgeld,^Steuern, Lebens-, Feuer-, Unfall-, Hagel-, Haftpflicht- und ähnliche Versicherungsbeiträge, Miete, Pacht usw. wecden viel bequemer bargeldlos beglichen. Es genügt ein einmaliger Antrag bei der das Konto führenden Anstalt, die diese periodischen Zahlungen dann gern übernimmt. Man braucht selbst nicht wehr daran zu denken und ist der Sorge, durch Versäumnis Unannehmlichkeiten zu haben, ledig. Während die oben aufgefühcten Schuldverbindlich, keiten meist am Wohnort selber zu begleichen sind, kommen in jeden Haushalt ober, ab und zu auch sogenannte „Fern- Zahlungen" vor. Bisher wurden hierfür Postanweisung, Geldbctef oder allenfalls die blaue Zahlkarte benutzt. Alle diese Zahlungsorten sind aber mit besonderen Umständen und Portokosten verknüpft. (So kosten z. B. 1000 Mk. durch Postanweisung verschickt einschl. Bestell- geld 1 Mk. Porto.) Wie einfach ist dagegen die bargeldlose Zahlung! Da die größeren Vecsandfirmen fast stets ein Konto haben, so kann man sich der Ueberweisung bedienen, die völlig kostenlos ist. Die bargeldlose Zahlungsweise ist in diesen Fällen wiederum der billigste und bcquemste Weg. Es gibt kaum einen Haushalt, der p ich' Gelegenhe t hätte, sie oft anzuwenden. Darum: Lasse sich jekn r der nennenswerte Zahlungen zu Kisten hat, ein Konto bei einer Bank, Sparkasse G- ossenschaft oder dem Postscheckamt eröffnen und be- t !' e sich an dem gebührenfreien Ueberweisungsverkehr. m * Mn neuer Weg zur Behebung dev Prozeß- In weiten Kreisen besteht die Ueberzeugung, daß zwecks Einschränkung der Prozesse viel mehr noch als bisher zu einer gütlichen Regelung von Rechtsstreitig- keiten Gelegenheit gegeben werden müsse. In der „«Gemeinnützigen Rechtsauskunft", Zeitschrift des Verbandes der Deutschen gemeinnützigen und unparteiischen Rechtsauskunftsstellen, weist Bürgermeister Dr. Luppe- Frankfurt a.JUl. auf einen Weg hin, der geeignet sein dürfte, das SchiedSmannsinstitut neu zu beleben. Dr. Luppe schlägt vor, die Leiter der gemeinnützigen Rechts- auskunftstellen, der Einigungsämtcr. und der sonstigen dem allgemeinen Rechtsschutz dienenden gemeinnützigen Einrichtungen seitens der Gemeinden zu Schiedsmän- nern zu bestellen und so das Schiedsmannsvecfahcen durch Anschluß an 'diese Stellen zu heben und zu ver- b sscrn. Jenen Einrichtungen wird auf diese Weise die Vollstreckbarkeit der vor ihnen abgeschlossenen Vergleiche geffchert. Sie werden dadurch in den Stand gesetzt wecden, einen großen Teil des wahrend des Krieges aufgesainmelten Rechtsstoffes in einem raschen, versöhn« lichen, wenig kostspieligen Verfahren zu regeln. 9 Ausschuß dev deutschen Tnrnevschaft. Der Ausichuß der deutschen Turnerschaft trat in Braunschwetg zu seiner fünften Kciegstagung zusammen. Das Gesamtvermögen der deutschen Tucnerschaft betrug am Ende des Vorjahres 333 187 Mk. Der Turnbetrieb ist überall arg zurückgegangen, weil nicht nur die Turner im Felde sind, sondern auch die Jugend zu Hause zu viel an die Fabrik gebunden ist und weil bie Turnhallen vielfach zu andern Zwecken gebraucht werden. Die Zäh' lungen ergaben, daß von den Mitgliedern im Jahre 1915 54 Prozent, 1916 64, 1917 70 und 1918 72 Prozent zum Heere etnberufen waren. » Erbsen trocknen. Da jetzt Erbsen reichlich auf dem Markt sind, heißt es für den Winter Vorsorgen. Leider sind die Erbsen schon meistens so trocken, daß es wenig Zweck hat, dieses Gemüse einzuwecken. Der Geschmack so spät gepflückter Erbsen ist eingekocht so wenig gut, daß man bei anderer Haltbarmachung bedeutend mehr Vorteil hat. Man bereitet die Erbsen ebenso vor, als wenn man ein Gericht davon zubereiten möchte. Die sauber ausgekernten Erbsen dürfen aber nicht gewaschen werden, sondern man bereitet sie auf Hürden in der Sonne aus, um sie zu trocknen. Ist man sicher, daß die Ewbsen vollkommen trocken sind, so werden sie zweckmäßig in Beuteln aufgehoben, um durch Lustducch- zug jedes Muffigwerden zu vermeiden. Später weicht man sie wie alle gedörrten Eßwaren 24—30 Stunden ein, kocht sie 20—25 Minuten an und dann 4—5 Stunden in der Kochkiste. * GieHen. Der Viehhandelsverband für die Pro- vinz Oberhessen hatte auf Antrag des Oekonomierats Alles-Rikderflorstadt und mit Unterstützung des Großh. Ministeriums beim Kriegsernährungsamt eine Erhöhung der Schlachtviehpreise abgelehnt. In der Antwort heißt es u. a: Der Forderung auf Erhöhung der Rinder- pceise um 25 Prozent kann nicht Folge gegeben werden. Dagegen dürfte dem von Oekonomterat Hense!'Dortelweil geäußerten Verlangen nach einer Erhöhung der Schweinepreise durch die Zulassung der Haltnngsverträge zu höheren Ablieferungssätzen Rechnung getragen sein. Außerdem dürste das von ihm geäußerte Verlangen, die Jungvtehstände^ vor allzu starken Eingriffen zu schützen durch die starke Herabsetzung der Schlachtvieh« anforderung erfüllt sein. ** Uaterlandspartei — Sedaufeier Wie aus dem Inseratenteil des vorliegenden Nummer ersichtlich ist, veranstaltet der Provinzialvecband Oberhessen der Vaterlandspartei am kommenden Montag, abends 8^/s Uhr im Saale des „Fürstenhof" eine Sedanfeier. Der Reichs- u. Landtagsabgeordnete Professor Dr. Werner-Butzbach wird die Festrede halten. Friedberg. Das kreisamt gibt bekannt, daß von mindestens 200 kälbern, die wöchentlich aus dem kreise Friedberg zu Schlachtungen abgeliefert werden müssen, tatsächlich nur 80 bis 90 zur Abgabe kommen. Da es als ausgeschlossen gilt, daß die fehlenden Tiere zur Aufzucht Verwendung finden, gibt das kreisamt dem dringenden Verdacht Raum, daß diese Kälber Geh Schlachtungen zum Opfer fallen. Besonders einzelne Q nein= den fallen in der schlechten Lieferung unangenehm auf. Alle kreise Oberhessens liefern weit weit mehr Kälber ab als Friedberg. Jur Bekämpfung dieses Unfugs hat das Kreisamt jetzt Strafen und zur Aufdeckung der Geheimverkäufe und Geheimschlächtereien hohe Belohnungen ausgesetzt. Mm 8000 Mk. geprellt. In einem Hotel in Frankfurt ist ein Schneidermeister aus Bad Nauheim raffinierte Weise um 8000 Mk. geprellt worden. Der Schneider wurde schriftlich ersucht, wegen Anfect'- oung von Anzügen in das Hotel zu kommen. Als ec sich dem Hotelgast vorstellte, bot ihm dieser ein Ouan- tunt Süßstoff zum Kauf an. Während beide über das Geschäft unterhandelten, kam eine dritte Person ins Zimmer, die sich als Kriminalbeamten ausgab und beide für verhaftet erklärte. Der Mann ließ sich von / beiden ein Pfund geben, damit ihm keiner auf dem Transport entweiche. Der Schneidermeister gab dem angeblichen Kriminalisten seine Brieftasche mit 8000 Mk. Nun sollte es zum Polizeirevier gehen. Auf der Straße flüchtete zunächst der Hotelgast, und der Kriminalbeamte verfolgte ihn. Nach langem Warten sah der Schneider ein, daß ec twei Schwindlern in die Hände geraten war, die ihn um 8000 Mk. prellten. Darmstadt. Die offene Stadt Darmstadt wurde wieder von feindlichen Fliegern angegriffen. Einige Bomben richteten Materialschaden an Häusern an. Meh. rere Bomben fielen auf offene Plätze und Straßen ohne Schaden anzurichten. Neben einigen Verletzten sind 4 Tote zu beklagen. Der Feind verlor bei diesem Angriff 4 Flugzeuge Darmstadl. Auf der Redaktion eines Darmstädter Blattes erschien ein Leser, brachte ein Paket „Hassia- Streck- Tabak" zum Vorschein und bat, den Inhalt näher zu untersuchen. Die Redaktion unterzog sich diese Arbeit und fand sehr viel Torf, gebeizte und zerkleinerte Tabakblätter, anscheinend Buche, vermodertes Hols, filzartige Substanz, ein erbsengroßes Stück Steinkohle und Konfetti. Und dieses Zeug wird als Rauchtabak zu 1.75 Mk. für 50 Gr., d. i. also 35 Mk, für das Kilo verkauft. Michelstadt. 20. Aug. Heute fand in der alten Gruftkirche des fürstlichen und gräflichen Hauses Erbach, der Stadtkirche zu Michelstadt im Odenwalde, die Enthüllung des vom Professor Wilhelm Georg Wandschnei- der geschaffenen Grabdenkmals für den Grafen Eberhard zu Erbach Erbach und von Wartenberg - Roth statt. Der Graf hat in der Nacht vom 10. auf den 11. Februar 1917 durch einen Zusammenstoß zweier Eisenbahnzüge bei Apacza in Siebenbürgen, als er im tiefem Schlafe war, einen jähen Tod gefunden. Er war prenßischer Referendar a. D., Oberleutnant im 1. Badischen Leibdragoner- Regimend Nr. 20 und Führer der Nachrichten-Abteilung einer Kavallerie-Division, hatte sich auch bereits das Eiserne Kreuz 2. und 1. Klasse, den Badischen Orden vom Zähringer Löwen mit Schwertern und die Hessische Tapferkeits-Medaille erworben. Seit März 1916 gehörte er als Vertreter seines Hauses der ersten kämmet der Stände für das Großherzogtum Hessen an. Kreis Main?. Mit Genehmigung der Reichsstelle hat die hessische LandeSgemüsestelle die öffentliche Bewirtschaftung der Bohnen in den Gemarkungen Mom- bach, Budenheim, Finthen, Gonsenheim, Bretzenheim und Macienbocn verfügt. Alle Bohnen sind vom Eerzeuger an die Landesgemüsestelle zum Erzeuger'Höchstpceis abzuliefern. Mainz. Vor der Mainzer Strafkammer hatte sich der 54jährige Anton Meng aus Guntersblum wegen Diebstahls zu verantworten. Meng kam barfüßig, mit mit einem dicken Stock und mit dem Strafgesetzbuch ans Gericht. Nachdem der Staatsanwalt zwei Jahre Ge- sängnis beantragt hatte, und das Gericht sich zur Beratung zurückzog, zerriß der Meng alle seine Kleider mit samt dem Hemd und dem Strafgesetzbuch. Nackend nahm er das Urteil auf VU Jahre Gefängnis entgegen, nackend wurde ec ins Gefängnis abgeführt. * Marburg Don Bad-Nauheim kommend besuchte gestern nachmittag der König von Bulgarien mit kleinem Gefolge unsere Stadt. U. a. besuchten die Herrschaften das Landgrafenschloß und besichtigten die dortigen Sammlungen. * Aus dem oberen Lahntal Die Sommerfrischen in den Ortschaften des oberen Lahntals sind bis in den Spätherbst hinein beseht. Leider kommen auch Beschwerden über Hamster, die bei ihren Ausflügen durch verlok- kende Preisangeboteu bei den Landleuten allerlei Lebensmittel zu ergattern suchen/ * Großauheim. Dem Metzgermeister Hain dahür sind im Laufe der letzten Zeit etwa 70 Schinken, 70 Würste und Fleisch entwendet worden. Hain ist Lebens- mittelvecteiler auf der Pulverfabrik und hat als solcher das zugewiesene Fleisch in seiner Metzgerei zu verarbeiten. Als Dieb kommt ein bei Hain beschäftigter junger Arbeiter in Betracht, dem zwei Hehler behilflich waren. Hauau. Am 7. 8. u. 9. Scptbr. ds. Is. findet hier im Restaurant „Zum Kaiserhof" die 4. V e r b a n d s- ausstellung der Eisenbahn-Kleintierzuchtvereine im Kgl. Eisenbahndirekttonsbezirk Frankfurt a. M. (6 Vereine mit über 6000 Mitglieder) statt. Die Ausstellung umfaßt die Tiergattungen als Ziegen, Kaninchen, Geflügel aller Art sowie Produkte. Koblenz. In Anwesenheit des Ministers von Breitenbach, des Oberpräsidenten, des stellvertc. Kommandierenden Generals des 8. Armeekorps und anderer Vertreter der militärischen und bürgerlichen Behörden fand die Einweihung der Kronprinz-Wtlhelm-Brücke bet Engers statt, zugleich mit der für die Hindenburgbcücke bei Rüdesheim und die Ludendorffbrücke bei Remagen. Birkenfeld Die Frgge des Austausches des Fürstentums Birkenfeld an Preußen wird z. It. in Versammlungen im Fürstentum eingehend behandelt. Die Industriellen stehen mehr und mehr auf dem Standpunkt des Anschlusses an Preußen oder an die Pfalz. Der evtl. Austausch müßte in zwei Lesungen von zwei Landtagen genehmigt werden. Genügend Tafelöl. In der letzten Stadtverordnetensitzung zu B. Gladbach teilte Stadtverordneter Direktor Klingnec mit daß ihm von fachkundiger Seile mit» geteilt worden sei, Deutschland könne in diesem Herbst so viel Bucheckern ernten, daß daraus Tafelöl für die g e s a m t e Bevölkerung für drei Jahre gewonnen werden könne. Oe ffe nt liehe Sedanfeier IBIS Montag, den 2. September, abends 8 | ä Uhr, im „Fürstenhof 1 . Festredner: Herr Professor Dr. F. Werner, Butzbach Mitglied des Reichstags und des hessischen Landtags. Musikalische und deklamatorische Darbietungen hiesiger Künstler . Zu zahlreichem Besuch ladet alle Kreise Giessens und Umgebung ein _ Die Deutsche Vaterlandspartei. Stadt Handels-Hochschule CöId. Das Vorlesungs-Verzeichnis für das Winter-Halbjahr 1918-19 ist erschienen und durch das Sekretariat, Claudiusstrasse 1 zu beziehen. (Preis 0,25 Mk.) Die Vorlesungen und Hebungen beginnen am 1. Oktober. Der Studiendirektor: Prof. Dr. Chr. Eckert, Geh. Regierungsrat. Die Türforgewrmiitlung$ftelle für erwerbstätige Trauen und Milchen. - Mslanlage z> =■„ bietet Frauen und Mädchen unentgeltlich Auskunft und Beistand in häuslichen und persönlichen Angelegenheiten, sowie Beratung bei der Wahl der Beschäftigung. Mutter- und Säuglingslcbufz. Ktaderfürforge. Sprccbftundcn: Montag und Donnerstag, abends von s bis $ ilbr. liehet alle den hargeLSLofen Zahlungsverkehr betreffenden Fragen erteilt die Unterzeichnete Stelle bereitwilligst und kostenlos — mündlich und schriftlich — jede gewünschte Auskunft Hessische Landesstelle für die Förderung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. Geschäftsstelle: Landes-Hypothekenbank, Darmstadt, Telefon Nr. 398. Gebildetes evangelisches Träulein im ganzen Hauswesen durchaus erfahren und gerne selbsttätig, in größeren Haushalt nach Hamm i. W. gesucht. Emir. 15. Sept. Hausmädchen und sonstige Hilfe vorhanden. 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