ÄüMgenyreis 20 pfg. btc 44 m»n breite Petitzeile, für Auswärts 30 Pfq. Tic 00 mm brei.'e Reklame-Zeile 72 Pfennig. 'Jnröfceilflsjcn werden nach Gewicht und Grütze berechnet. Nabau kommt bei Uebecschreitung der. ZnhiungL- zietes (30 Taue», bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschristen ohneBerbind'ichleil. Truck der Gießener VerlagSdruckcrei, Albin Klein. öezugspreis 60 Pfg. monatlich vierteljährlich 1,80Mk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Zlbgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,50 Mk. — Erscheint Mittwochs und Samstags. — Nedaktionsschluß früh 8 Uhr. — Für Aufbewahru,^ oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der „Gieffcner Zeitung", Gieren. (Reuest: Nachrichten) (iDiekeuer TazeLlf:-t? rTaafSJHj->''w^:Lp»tss*üavr>* 'Tsjs^wtc'rj ?*- ^ : fix, 68. Telephon Nr. 362. Mittwoch, den 7. August 1018. Telephon Nr. 362. 31. Jahrg Kämpfe bei WperN, Albert rmd an der ALsne und Beste ahgeschlagea. ChKloZrs fast vermchtst; FssmZs in Bra^d gefthsssen Paris wird wieder Hsschofse-s. 20666, 13AW, 16906 u. 16WO Br.-R T. ^ zusammen 65666 Br.-M ■%, versenkt. Ans dem amtlichen Kreishlatt. Stellv. Generalkommando, 18. A.-K., 20. 7. 18: Verordnung über Be- und Entladungen von Eisenbahnwagen. Stellv. Generalkommando, 18. A.-K., 24. 7. 18: Verordnung über Verkauf von Waffen und Munition. Kreisamt Gießen, 3. 8. 18: Bestellung von Kaffee-Ersatz. Kreisamt Gießen, 3. 8. 18: Die Obsternte 1618. Die Landesobststelle hat beschlossen, 50 Pfund für den Kopf deS Haushaltes der Verbraucher freizugeben. Krelöauit Gießen, 2. 8. 18: Die Abdeckereiverzetchnisse für Juli sind von den Bürgermeistereien einzusenden. Kreisamt Gießen, 31. 7.18: Tie Maßnahmen gegen die Wohnungsnot sind auch für Großen-Linden für anwendbar erklärt. Kriegsacsellschaft für Obstkonserven und Marmeladen, 23. 7. 18: Bekanntmachung über die Herstellung und den Absatz von Dörrobst. Hessische Landes-Gemüsestelle, 3.8.18: Der Erzeuger-HLchst- preis für Frühzwiebeln ohne Kraut ist auf 18 Pfennig herabgesetzt. Beute im leisten Hrlegsjahr. Berlin, 3. August. Während der einzelnen großen Operationen rm letzten Kltc-gsjahr erbeuteten die Mittelmächte bei Ta.nopo!, Riga und OUel über 600 Ge. schütze und etw - 1000 Maschinengewehre, wcle Tausend Gefangene und unschätzbares Kriegsmaterial. In Italien waren im Lause von knapp einem Monoi neben 300.000 Gifangcnen und über 14,000' QuadratkUometpr Geländegewiun 2800 Geschütze und 3000 Maschmm- gewchre, 400 Minenwerfer, 150,000 Jnfantecicgewchre, 1 Millon Hcndgranatcn, übir. i'/ 2 Million Arttllerie- gr schosse, 52 Millionen Infanterie Patronrn und 150 Flugzeuge, sowie alles in Stellung itngcbaure rnid in Etapprnlagcrn aufgehäufte N^atcrlül zweier italienischer Armeen erbeutet. Etn Till des Ver tonnen neu zu beschaffen kostete Jtalren Milliarden. Nach brm deutschen Vormarsch im Osten Februar 1918 ergaben sich 4381 Geschütze, 9490 Maschincngt wehre, über 750,000 Gwchn, 2.867.000 Schuß ArUllnte- und über 102 Millionen Schuß Jnfanreliemunition, 2100 Lokomotiven, über 26.000 E senbahnwagcn und 63.000 sonstigen Fahrzeugen aller 1278 Kraftwagen, 1705 Feldküchen und 152 Flugzeuge als Beute. Kaum geringer war das, was der deutschen Armee bei der Westoffensive 1918 in die Hände fiel. Neben 2800 Geschützen und üaer 15.000 Maschinengewehren stehen so unübersehbare Mengen Kriegsmaterial aller Act, daß bis heute noch keine Feststellung des Gewonnenen möglich war Zur militärifcSun Lage im Msren. * Bern, 5. Aug. Die Einnahme von Soissors wird hier als eine nebensächliche Kriegshandlung auf- gefaßt. Man t.l der Meinung, daß die Räumung von Soissons im Plane Hindenburgs liegt, und daß die gegenwärtig an der Westfront ctnp.eleitetc Rückzugs, bcwcgung den Anstalt Zu einer neuen Bewegungs- sch lacht größerer Form bildet. Genf, 5. Aug. Die Stadl Chalons Tue Marne hat durch 14 deutsche FUegerstnifeii und durch eine anhaltende Beschießung aus schlveren deutschen Ferngeschützen furchtbare Verheerungen erlitten. Wie der „Progrcs de Lyon" berichtet, ist in den wichtigeren Straßen kein Haus unversehrt geblieben. — Fesmes steht in Flammen. Genf, 6 Aug. Ein Teil der Pariser Fernleitungen ist seit dem Wiederbeginn der deutschen Fcrn- beschiißur.g von neuem gestört. Der „Matin" meldet: Die Deutschen machen an der ganzen Front in ihrem Rückzüge halt. Für die nächsten Tage ist mit schweren Kämpfen zu rechnen. Zmlüehe üeMde Qgrsvericdk. Berlin, 2. Aug. An d>r Westküste Englands wurden durch unsere U-Boote 20 000 Bruttoregister.- tonnen versenkt. Der Ehef des AdmiralstabS der Marine. wtb. Gcoßes Hauptquartier, 3. Aug. 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Nupprccht. Südwestlich von Up.in schlugen wir grst rn f üh einen starken englischen Teilangciff ab. Jur übrigen beschränkte sich die GefechtStätigkeit auf E kundungen und zeitweilig auflcbendes Ärtillerlefeuer. feeres gruppe Deutscher Kronprinz'. Die großen Eclolge der Armee d-s Gcmxaloberstcn v. Vvchn in der Schlacht am 1. August trugen zum vollen Gelingen der gestern durchgefüh^ten Bewegungen bei. Auf unserem alten Kampfgeläude lag bis zum frühen Morgen an einzelnen Stellen noch bis 11 Uhr vormittags AcUlleriefkuec des Feindes. Seine Infanterie und Kavallccier Abteilungen folgten nur zögernd und vo.sichng unseren langsam ausweichenden Vorfeld- truppen. Im Kleinkampf fügten wir dem Feinde b> trächtliche Verluste zu. In der Champagne machten wir bei erfolgreichen Kämpfen nordwestlich von Sonain etwa 100 Gefangene. 9 Leutnant Übet errang seinen 4L, 42 und 43, Leutnant Freiherr v. Richthofen seil.cn 31. und 32, Mzefeldwebrl Thonr seinen 26. Luftfi'g. Der Erste Gencralquaittermetstcr: Ludendorff. Berlin, 3. August, abends. Keine Kampfhandlungen. 9 Berlin, 3. August. Im Sperrgebiet westlich England sielen weitere 13,060 Bruttocegistertonnen der Tätigkeit unserer U Boote zum Opfer. Der Chef deS Admiralstabcs der Marine. 9 wtb. Großes Hauptquart ier, 4. Aug. 1918 Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Nupprccht. Während btj Nacht auflebende Artillerietätigkeit, die sich südwestlich von Upern und beiderseits der Somme zeitweilig zu großer Stärke steigerte. Beiderseits von Albert nahmen wir ohne feindliche Einwirkung unsere westlich der Ancre stehenden Posten auf das östliche Flußufec zurück. In erfolgreichen Vocfeldkäiupfen südlich vom Lucebach und südwestlich von Montdidnc machten wir Gefangene. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Kleine Kampfhandlungen. Wir stchcn an dcr Aisne (nördlich und östlich von Soissons) und an der Vcöle in Grsechtsfühlung mit dem Feinde. Leutnant Billik errang seinen 28. Luftsieg. Der Erste Genecalquartiermcister: Ludendorff. «- Berlin, 4. August, abends. An der Front nichts Neues. Berlin, 4. Aug. In den Gewässern um England vernichteten unsere Unterseeboote 16 600 Bruttoccgistcr tonnen. Der Chef des Admiralstabes der Marine. 9 wtb. Großes Hauptquartier, 5. Aug. 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Nupprccht. An der Front zwischen Upern und südlich von Montdidier nahm die FcuertäUgkeit am Abrnd zu und blieb auch die Nacht hindurch lebhaft. In Flandern, nördlich von Albert und beiderseits tue Somme w rden Vorstöße des Feindes abgewicscn. Nördlich von -mt- didiec nahmen wir unsere auf dem Westufcr der Avre und des Dom-Baches stehenden Kompagnien ohne feind' liebe Einwirkung hinter diese Abschnitte zurück. Bei kleineren Unternehmungen südwestlich von Niontdidier machtcll wir Gefangene. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. An der Besle hat die Fkucrtätigkeit zuzeuommel'. Erfolgreiche Borsildkämpfe südlich von Conds und westlich von Reims Nach Alwcbc feindlicher T.UVorstöße Wichen unsere Nachhuten stärkerem Angriff dcs Gegners auf F'smcs befeh'.sgcmäß auf das nördliche Besle Ufer aus. Heeresgruppen Gollwitz und Herzog Alb rechts Westlich der Mosel, in den mittleren und oberen Vogesen wurden Vorstößechcs Feindes abgewtcsen. Im Sundgau machten wir bei eigener Uoternchmung tÄc« fangenc. VizefeldwcbU Thom errang seinen 27. Lusisteg. Der Erste Generalquartiermeister: Lu'oendocff. Berlin, 5. August, abends. Ocrtliche Kämpf' an der Vesle. (s Berlin, 5. Aug. An der Ostküste Englands und im Gebiet westlich des Kanals wurden teilweise aus stark gesicherten Geleitzügen heraus 16 000 Brutto registertomiea versenkt. Der Chrf des Admiralstabes der Marine. 9 wtb. Großes Hauptquartier, 6. Aug. 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht Lebhafte ErkuudungStätigkeit uamentlich im Ancce- nnd Avce-Abschnitt und südlich von Montd.diec. Aar Abend vielfach auflsbcnder Fcuerkampf. Württembcrgec. erstürmten heute früh nördlich der Somme die vorderen englischen Linien beiderseits der Straße Bcaye— Corbie und brachten etwa 100 Gefangene ein. Heeresgruppe Deutscher Kroupriuz. Nach erfolglosen Teilvocstößen ging der Feind gestern mit stärkeren Kräften zum Angriff gegen den ^ Veslcabschmtt beiderseits von Braisne und nördlich von Jonchcry vor Aus Leinen Waldstücken auf dem Nord- ufec des Flusses, in denen ec^ sich vorübergehend fest- setztc, warfen wir ihn im Gegenstoß wieder zurück. Einige hundert Gefangene blieben hierbei in unserer Hand. Im übrigen brach der Angriff des Feindes schon vor Ereichung der Besle in unserem Actillcrie- und Maschinengewchrfeuer zusammen. Leutnant IIDet errang seinen 44, Leutnant Voll seinen 28. Luflsieg. Der Erste Generalquartie^meister: Ludendorff. 9 Berlin, 6. August, abends. Von der Front nichts Neues. Mi!Itäskommsnao5 gegen iiamsrettadtten. Von amtlicher Stell: wird mitgeteilt: Die Ham sterfahrten in die Umgebung, namentlich in die Wetterau, whmen einen Umfang an, der die bedenklichsten Mißstände zur Folge hat Es bleibt nicht da^bei. daß die iu Scharen mit der Bahn ankommendcn Städter einige Pfund Kartoffeln oder andere Nahrungsmittel erwerben, die Leute gehen eigenmächtig vor und nehme : mit, was sie gerade finden. Die wenigen Aepfel werden von den Bäumen, unreife Spätkartoffeln aus dem Felde geciffkn, auch Körnerfrucht aus dcn anfgestelltcn Haufen entwen det, selbst Achten vom Halm abgerissen und so den La:edwirteq schwerer Schaden zugefügt. Dtffe für die Landbevölke.ung ganz unerträglichen und die geregelte Versorgung der Stadtbevölkerung direkt gefährdend- n Zustände machen strenge Maßnahmen notwendig. Auf den Stationen werden nunmehr militärische Kommandos aufgestellt, die augclvi fen sind, aufs särärfste gegen diesen Unfug eiuzttschreiten. Jedem, der sich nicht großen Unannehmlichkeiten und eventuell Bestrafung aussitzen will, ist deshalb anzuraten, Hamsterfahrten aufs Land zu unterlassen. Wir sind Herren der Lage. Ludendorff gab im Großen Hauptquartier den Vertretern der deutschen Zeitungen ein Bild von der Lage im Westen. Dabei führte er aus: „Diesmal ist uns unser strategischer Angriffs- Plan nicht geglückt, das muß offen ausgesprochen werden. Er blieb auf einen taktischen Erfolg beschränkt. Der Feind wich, besonders in der Champagne, unserem Schlage aus, so mußten wir die Fortführung unseres Angriffes aufgeben. Er hätte uns 31 t große Opfer gekostet. Bereits am 16. abends wurde die allgemeine Angriffsoperation eingestellt. Auf solche Wech- selsälle muß man im Kriege gefaßt sein, und bei allen solchen nur von den Gesehen eines weit vorausschauenden Handelns diktierten Maßnahmen muß uns das verständnisvolle Vertrauen der Heimat zur Seite stehen. Dem Entschluß und den Maßnahmen des französischen Oberbefehlshabers kann man die Anerkennung nicht versagen. Wir hatten sie als richtig vorausgesetzt und erwartet. Dieselben Truppen, die, am ersten Schlachtmorgen durch den ungeheuren Tankeinsatz überrascht, zurückgewichen waren, kämpften schon am selben Abend wie die Löwen. Am zweiten Tage waren wir wieder v 0 l l st ä n d i g Herren der Lage. Besonderes Lob verdient die Führung der siebenten und neunten Armee. -Sie schlugen den Fochschen Angriffsplan, uns den bis zur Marne ausholenden Bogen abzuschnüren, entzwei. Der mit dem Einsatz eines großen Teiles seiner Kampfkraft gesuchte entscheidende Erfolg blieb dem Feinde versagt. Nutzlos hat er ferne Divisionen und rücksichtslos seine Hilfsvölker geopfert. Dieses Ziel müssen wir auch fernerhin mit möglichst geringen eigenen Opfern zu erreichen uchen. Wir kämpfen auf französischer Erde, und so chmerzlich es wäre, im eigenen Lande auch nur ein Dorf zu opfern, wir haben feindliches Gelände genug, und was wir aufgeben, überlassen wir dem Gegner planmäßig. „Ge lände gew i nn" und „M ame" sind Schlagworte. Sie sind geeignet, Augenblicksstimmungen zu erzeugen, aber nicht für den Ausgang des Krieges von Bedeutung. Operationen werden von rein militärischen Gesetzen vorgeschrieben. Operieren heißt bewegen! Den Zuwachs an Zahl, den der Feind durch amerikanische Truppen und afrikanische Hilfsvölker erhielt, unterschätzen wir nicht. Um so wichtiger ist die Einbuße, die er durch seine erfolg- solglosen Opfer erleidet. Ich hoffe, daß Sie aus meiner freimütigen Darlegung den Eindruck gewounen haben, oaß ich mit absoluter Sicherheit dem Fortgang des großen Ringens entgegensetze. Die Schlachthandlungen können schon in Rücksicht auf die Truppe nicht ohne Unterbrechung fortgehen, aber was wir im Auge gehabt haben, werden wir nicht fallen lassen." Nach diesen Darlegungen des Generalquartiermeisters wurden die Pressevertreter von Hinden- burg empfangen. Sein gesundes Aussehen widerlegte von selbst die törichten Gerüchte, die man auch an der Front schon über ihn verbreitet hatte. Nachdem er in wenigen Worten ein großzügiges Bild der Lage entworfen hatte, spendete er den Truppen Lob und rückhaltlose Anerkennung. „Unsere Infanterie hat Ungeheures geleistet. Sw hat die volle Schwere des Angriffs auf ihren Schultern getragen und fühlt sich noch immer der feindlichen absolut überlegen. Auch die Artillerie hat zum Teil in der vordersten Linie mit größtem Erfolg die feindlichen Tankmassen bekämpft, Eisenbahner und Nachschubtruppen haben ihren entsagungsvollen Dienst mit sicherer Ruhe selbst unter sehr schwierigen Verhältnissen durchgesührt. Sie haben alle Großes geleistet und dem Feinde die schwersten Verluste zugefügt. Ich aber habe die Pflicht, mit den Truppen haushälterisch umzugehen. Darum habe ich die Kämpfe in ein günstige res Gelände verlegt, um den Truppen den Kampf und die Lebensbedingungen durch bessere Zufuhr zu erleichtern. Berichten Sie der Heimat von den Leistungen der Truppe und von unserer Zuversicht. Der Krieg ist in der Heimat wie im Felde im fünften Jahre keine Kleinigkeit. Das wissen wir alle, und nach dem Frieden sehnen wir uns alle. Aber bis dahin müssen wir durchhalten mit altpreußischer, mit deutscher Kraft, und wenn wir uns weiter so bewähren wie in diesen vier Jahren, dann werden wir es auch schaffen!" Mit einem Gruß an die Heimat schloß der Generalfeldmarschall seine kurzen ernsten Worte und er fügte lächelnd hinzu, wie gesund er sich fühle, und wie er hoffe, es auch bis zum Schluß des Weltkrieges zu bleiben. Raps gegen die Fettnot. Von Franz Stupp (Düsseldorf), M. d. N., Mitglied der Landwirtschaftskammer der Nheinprovinz. Unsere Hausfrauen beklagen die Fettnot mehr als die Fleischnot. Fleischnot ist hart, Fettnot unerträglich. Was nützt der Hausfrau die ungeheure Vermehrung der Gemüseerzeugung? Was eine Vollernte an Kartoffeln? Was reichliche Fischanfuhr, wenn sie das Gemüse nicht fetten, die Kartoffeln nicht braten oder zu Salat anrichten, die Fische nicht backen kann? Ja einen geschenkten Hasen — kochen muß? Mit Hilfe unseres Viehbestandes können wir unsere Haushaltungen und unser Heer nicht genügend mit Fett versorgen. Selbst vor dem Kriege, als wir einen weit größeren und mit allen ausländischen Futtermitteln reichlich genährten Viehbestand hatten, bezogen wir ungeheure Mengen Butter sowie Schmalz und Oel für die Margarinefabrikation aus dem Auslande. Wohl aber können wir im Jnlande pflanzliches Fett in unbeschränkten Mengen und jedenfalls ohne Beeinträchtigung unserer Getreideerzeugung in einer für unsere Fettversorgung voll ausreichenden Menge erzeugen. Als sachkundige Zeugen rufe ich jene an, die sich noch der sechziger und siebziger Jahre erinnern. Aus 100 Einwohner kamen damals ungefähr die gleiche Menge an Rind- und Borstenvieh wie heute. Ausländische Futtermittel gab es nicht, wie sie es heute nicht gibt, desgleichen keinen amerikanischen Speck, keine sibirische Butter, keine Palmkerne aus den Tropen. Und doch kannte man keinen Fettmangel, geschweige denn Fettnot. Das aus unserem Raps erzeugte, gut gereinigte Rüböl war schmackhaft und jvar reichlich vorhanden. Mit Rüböl wurden die Ge- Tiiüfe gefettet, Fleisch und Fische gebraten, Kuchen gebacken, Kopf und Kartoffelsalat angerichtet, Tunken insbesondere die beliebte Zwiebeltunke — bereitet. Durch Braten wurde es gefestigt und zum Brotaufstrich verwendbar gemacht. Um j.e Kopf unserer Bevölkerung vier Liter Rüböl zu gewinnen, müßten wir 400 000 Hektar Raps bauen. Das ist ein Sechzigstel unserer gesamten Ackerfläche. Daß dies möglich ist, wird niemand bestreiten; daß es ein leichtes ist, große wirtschaftliche Nebenvorteile bringt, Weeden viele Einsichtige bestätigen, zumal der Raps als Zwischenfrucht gebaut werden kann. Bei richtiger Organisation könnte bei einem Verkaufspreis von 2,25 bis 2,50 Mark dem Landwirt ein Preis für den Raps gezahlt werden, daß zum wenigstens diese 400 000 Hektar bestellt werden würden. Vorschläge habe ich in der Ernährungskommission und in einem in der „Germania" erschienenen Aufsatze gemacht. Daß für unsere Viehbestände und unsere Heeresund Großstadtpferde die Oelkuchen abfielen, sei nur nebenbei bemerkt. Wie bedauerlich wenig die Bedeutung der Frage für unsere Ernährung bekannt ist, zeigt sich darin, daß die Bewirtschaftung zumeist noch in der Hand des Kriegsamtes ist und nicht in der Hand des Ernährungsamtes. Das Ernährungsamt würde die Sache anders anfassen und namentlich verhüten, daß das Oel in die Margarinefabriken wandert, anstatt daß es den Hausfrauen rein überlassen wird. Allgemeine Kriegsnachrichten. Balfour gegen die Herabsetzung der Kriegsziele. Der englische Minister Balfour hielt im Unterhause eine Rede über die Abrüstungsfrage. Dabei kam er zu dem Schluß, daß nur ein englischer Sieg zukünftige Kriege verhüte: „Eine Herabsetzung unserer Kriegsziele in diesem Augenblick wäre nicht nur ein Verbrechen gegen unseren nationalen Stolz und unseren nationalen Ehrgeiz, sondern sie wäre auch ein Verbrechen gegen jene Grundsätze eines allgemeinen Friedens, deren Verwirklichung alle nach einem erfolgreichen Abschluß des Krieges wünschen." Tie Engländer schon am Onegasee. Auf ihrem Vormarsch durch das Murmangebiet haben die Engländer den Onegasee erreicht und die Stadt gleichen Namens besetzt. Onega liegt 200 Werst südöstlich von Kem und 150 Werst von Archangelsk. (1 Werft ist etwas mehr als 1 Kilometer.) Die Besetzung Onegaß bedeutet eineil großen Fortschritt des Vormarsches der Engländer auf Archangelsk. Das Moskauer Regierungsblatt „Jswestija" schreibt zu dem Ententeplan, die Räterepublik durch beu Vormarsch vom Norden, Osten und Südostell zu erdrücken: „Diesen teuflischen Plan darf man nicht sich verwirklichen lassen. Alle Kräfte der Republik müssen auf eine Durchbrechung dieser Kette gerichtet sein, mit der der anglo-sranzösische Imperialismus unsere Freiheit zu erdrücken bestrebt ist. Es gibt keine wichtigere und weniger aufschiebbare Aufgabe für die Räterepublik." Tie verbleudctc amerikanische Justiz. Tie amerikanische Presse erfährt von der Bestrafung einer Anzahl Soldaten, die bei ihrer Einstellung erklärten, sie besäßen Verwandte im deutschen oder österreichischen Heere und könnten es deshalb nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren, auf Deutsche oder Oesterreicher 511 schießen. Für diese Erklärung wurden die Leute zu zehn, fünfzehn und mehr, sogar zu zwanzig Jahren Gefängnis verurteilt. Kriegsminister'Baker erklärte ausdrücklich, daß er diese Kriegsgerichtsurteile durchaus billige. Nach Friedensschluß könne man sie den Ländern ihrer Zuneigung zuschicken. Bei den angekündigten Austauschverhandlungen mit Amerika werden unsere Diplomaten sich in erster Linie dieser für ihre deutsche Gesinnung leidenden Patrioten annehmen müssen. Nachsicht mit Joch. . . . Wie es kam, daß die Franzosen bei ihrer Offen* sive nicht siegten, lesen wir in der Pariser „Victoire": „Als die Deutschen im letzten Frühjahr ihre große Offensive unternahmen, hatten sie alle Vorteile für sich und eine erdrückende numerische Ueberlegenheit, einheitliche Führung, erstklassige strategische Lage, vierjährige siegreiche Kriegserfahrung und vorzügliches Kriegsmaterial. Nach viermonatlichen Anstrengungen ist ihre Offensive vollständig zum Stillstand gekommen. Sie haben die Initiative verloren, und es ist heute sicher, daß sie niemals siegen werden. Daraus kann man ersehen, eine wie schwierige Ausgabe die Durchführung einer siegreichen strategischen Offensive ist. Diese Erfahrung der Deutschen veranlaßt uns, vielleicht, weniger streng mit unseren Führern ins Gericht zu gehen, wenn es ihnen nicht gelang, die Deutschen aus unserem Gebiete hinauszuwerfen, da ihnen nicht jene Vorteile zur Seite standen wie den Deutschen am 21. 3. Unsere Heimatsstrategen sollten einige Nachsicht mit Foch und Petain haben, wenn diese nicht Ludendorff gleich mit Fußtritten bis Berlin jagten." Große Arbeiternot in Amerika. Die amerikanischen Zeitungen von Ende Juni berichten über einen akuten Arbeitermangel in der Rüstungsindustrie der Vereinigten Staaten. In einem amtlichen Bericht heißt es: In der amerikanischen Kriegsindustrie fehlen derzeit 400 000 gewöhnliche Arbeiter, und die Arbeiterknappheit in der Montanindustrie gefährdet alle anderen Industriezweige. Hinsichtlich der geschulten Arbeiter ist die Lage beinahe ebenso ernst. Einein der größten Geschützwerke, das großkalibrige Kanonen herstellt, fehlen 2000 Maschinisten während die Krtegsmaterialsabriken in Connecticut und Maryland allein 35 000 geschulte Arbeiter brauchen. In einen! Aufruf des BrennstoffkontrollenrS Gar- field an die Kohlengrubenarbeiter vom 30. Juni heißt es: Die Kohlenförderung bleibt jetzt allwöchentlich um eine Million Tonnen hinter den Bedürfnissen zurück. Wenn sie nicht erhöht wird', werden dringliche Kriegsaufträge darunter leiden. Hochgestellte Anstifter? Ter Mailänder „Secolo" fordert aus Anlaß des Todesurteils gegen zwei Matrosen, die am Untergang des Panzers „Benedetto Brin" die Schuld trugen, es müßten jene hochgestellten Persönlichkeiten, ausfindig gemacht werden, welche die beiden Verurteilten zu der Sprengung des Kriegsschiffes angestiftet hatten. Diese hochgestellten Persönlichkeiten sollen sich angeblich in Frankreich befinden. Auch eine Verschwörung der Kadetten entdeckt. Aus Petersburg wird mitgeteilt, daß der Volkskommissar Zienowiew, eine neue Verschwörung entdeckt habe. Die Verschwörer sind nicht, wie anfänglich vermutet wurde, Anarchisten, auch nicht Sozialrevolutionäre, sondern gehören der Kadettenpartei an, die mit den Mitgliedern der Schwarzen Hundert gemeinsame Sache machten. Viele Mitglieder der Kadettenpartei wurden verhaftet. Tie früheren russischen Minister nach Moskau gebracht. Das Verfahren gegen Protopopoff, das sich vor dem Volkstribuual in Moskau abspielt, ruft großes Aufsehen und lebhaftes Interesse in den sich sowieso wenig mit der Politik befassenden und fast gänzlich apathischen Kreisen hervor. Man ist auf das Urteil gegen Protopopoff, den inan als den größten Feind des Volkes bezeichnet, gespannt. Allgemein ist man der Ansicht, daß er zum Tode verurteilt werden, daß aber sein fester Wille, den Frieden wiederherzustellen, ihm mildernde Umstünde bringen wird. Alle übrigen verhafteten Minister der zaristischen und der Kerens- kischen Regierung wurden von Petersburg nach Moskau gebracht. Ein Attentat in Finnland. Ter Terrorismus der Entente wurde jetzt auch nach Finnland übertragen. Ein nach Helsingfors fahrender Zug, in den! sich u. a. 20 Mitglieder des finnländischen Landtages befanden, wurde in d i e L u f t gesprengt. Man meldet viele Tote. Weitere Einzelheiten fehlen noch. Alle Spitäler Petersburg für Eholerakranke geräumt. Lins Petersburg wird gemeldet, daß dort alle Spitäler und Lazarette von anderen Kranken gänzlich geräumt werden, um darin die Cholerakranken unterzubringen. Tie elektrischen Straßenbahnen sind verpflichtet, die Cholerakranken in die Krankenhäuser zu überführen. Unter den Erkrankten befindet sich auch Maxim Gorki. Der Metropolit von Petersburg Burgamin, hat Bittgottesdienste und Prozessionen angeordnet. Der abgeschlagene Fliegerangriff. Unbelehrt durch ihren letzten großen Mißerfolg von Koblenz am 10. Juli, haben unsere Gegner ani 31. Juli wiederum mit starken Kräften einen Luftangriff auf das deutsche Heimatgebiet versucht. Diesmal wählten sie Saarbrücken zum Ziel, um in der friedlichen Stadt Frauen und Kinder durch ihre Bomben zu töten, wie es der haßerfüllte Sinn ihrer Völker und die zügellose Hetze ihrer Presse täglich von ihnen fordert. Mehrere Geschwader stießen saar- abwärts gegen Saarbrücken vor. Sie haben ihr Ziel nicht erreicht. Frühzeitig von dem Späherauge des deutschen Flugmeldedienstes erfaßt, wurden sie von einer kampfbereiten Staffel des deutschen Heimatluftschuhes empfangen, die sie in rücksichtslosem Angriffsgeist sofort in einen schweren Kampf verwickelte. Kaum war dieser entbrannt, als den bisher an Zahl unterlegenen deutschen Luftkämpfern von allen Seiten weitere Staffeln zu Hilfe eilten. Nun entwickelte sich eine Luftschlacht, wie sie an Umfang und Heftigkeit über deutschen! Boden noch nicht stattgefunden hat. Bald wandte sich der Gegner zur Flucht und suchte in der Schnelligkeit seiner Flugzeuge die Rettung. Aber vergebens. Das Geschwader, das die Deutschen zunächst angegriffen hatte, wurde trotz zäher Gegenwehr restlos vernichtet. Bei Saargemünd stürzten die ersten, bei Saaralben weitere feindliche Flugzeuge zu Boden. Um den dritten Teil ihres Bestandes geschwächt, erreichten die Trümmer der englischen Geschwader, immer noch von dein Feuer der deutschen Flugzeuge verfolgt, die rettende Front. Sieben Flugzeuge hatte das feindliche Geschwader bei uns zurücklassen müssen. U-Boote an Amerikas Küste. Das amerikanische Marine-Departement gibt bekannt: Ein deutsches Unterseeboot versenkte am 27. Juli die portugiesische Bark „Porto" aus Havanna 550 Meilen von der atlantischen Küste. Die aus 18 Mann bestehende Besatzung wurde von einem englischen Dampfer in einem amerikanischen Hafen gelandet. Die „Porto" wurde durch eine Bombe, die in die Baumwolladung gelegt wurde, vernichtet. Tie Zarin kommt nach Spanien. Tie diplomatischen Schwierigkeiten bezüglich der Freilassung der Witwe und der Töchter des ermordeten Exzaren gelten nach Madrider Meldungen als größtenteils überwunden. Tie Hauptfragen sind, auf welchem Wege die Zarin und Töchter nach Spanien befördert werden sollen und lvelche Maßnahinen zur Verhinderung irgendwelcher Reisestörungen zu treffen sind. Haig kann keine Truppen abgcben. Nach einem unbedingt zuverlässigen Berichte, der auch auf die Londoner Börsenwelt einen großen Eindruck ausübte, soll Haig erklärt haben, daß er „bis auf weiteres keinen Mann entbehren könne". Tic Zukunft vcs Baltculandcs. Bei der Eröffnung der Livland-Estland-AuSstel- lung in Hainburg hielt Prinz Heinrich eine Rede, in der er u. a. sagte: „Der deutsche Erfolg hat uns die Baltenlande wieder näher gebracht. Wer sie kennt wie ich, dem muß das Herz höher schlagen. Das ist der positive Erfolg, den wir heute feiern können. Wir wollen lernen, was der Balte leisten und uns bringen kann. Die baltischen Lande und mit ihnen ihre Bewohner werden nach ihrem und unserem Wunsche in jeder Weise an das Deutsche Reich an ge gliedert und mit ihm fest verknüpft werden." ^ Wie i». Eichhorn ermordet wurde. Im „HambuiHer Fremdenblatt" berichtet ein A u g e n z e u c\ e der Ermordung des Generalfeldmarschalls v. Eichhorn: Während der Marschall sich seinem Hanse näherte, stand ein elegant gekleideter junger Mann auf der mittagsleeren Straße. Er war mit einer Droschke angefahren gekommen, v. Eichhorn und sein Begleiter waren vorbeigegangen, als Plötzlich ein außerordentlich scharfer Knall die Luft durchschnitt. Der Attentäter hatte eine zylinderförmige Bombe, die so klein war, daß er sie in der hohlen Hand verborgen halten konnte, geworfen. Sie war mit einem äußerst starken brisanten Sprengstoff gefüllt und besonders für diesen Zweck in Moskau angefertigt worden. Ein von einer Fenergarbe begleiteter Regen von Splittern überschüttete den Marschall und seinen Adjutanten. Die Bombe war unmittelbar hinter des letzteren Füßen aufgeschlagen und zerschmetterte ihm beide Beine, so daß er über und über mit Blut bedeckt war. Die Verletzung des Feldmarschalls erfolgte hauptsächlich in der rechten Seite und sah weniger schlimm aus. Unter den ersten am Tatort Erschienenen war der H et man, der der Feldmarschall umfing und im warmen Gefühlsausbruch küßte. Der Mörder'suchte zu fliehen. Tie Wache, vor deren Augen der Bomben- wurf erfolgte, feuerte mehrere Gewehrschüsse, worauf dann die Verhaftung erfolgte. Die Feststellung, daß es kein Ukrainer war, wurde in der Stadt mit Genugtuung festgestellt. Ereignisse zur See. N-Goot-Beute. (Amtlich.) V e r l i n , 3. August. Im Sperrgebiet westlich England fielen weitere 13000 Brnttoregister- tonnen der Tätigkeit unserer U-Boote zum Opfer. . Ter Chef des Admiralstabes der Marine. Die Unmöglichkeit der nettseeländischen Ausfuhr. Nach Mitteilungen, die der Ministerpräsident von Neuseeland Ende April 11) 18 der Handelskammer in Wellington laut Lloyd List. 24. 6., gemacht hat, warten in Neuseeland auf Verschiffung nicht weniger als 3,27 Millionen gefronene Tierkörper von je 27,24 Kilogr. Gewicht. 600 030 Ballen Wolle, 172 318 Kisten Butter zu 25,42 Kilogr. die Kiste, 305 768 Kisten Käse zu 08 Kilogr. die Kiste, 57 518 Fässer Talg, 42 058 Ballen neuseeländischer Hanf und 18 822 Ballen Werg. Ende Süll beträgt der Vorrat an Gefrierfleisch voraussichtlich 4 Millionen Tierkörper. Ter Wert der Erzeugnisse, welche auf die Verschiffung warten und zum großen Teil auf Rechnung der Reichsregierung verwahrt werden, übersteigt 489,6 Millionen Mark und kommt dem Wert einer normalen gahresausfuhr gleich. Politische Rundschau» — Der Reichstagsabgeordnete Tr. Pfleger, der Marine- sachverständige des Zentrums im Hauptausschuß und Mitglied der Vaterlandspartei, wird am 1. Oktober als Beirat bei der deutschen Zivilverwaltung in Belgien ins Amt treten an Stelle des Universitätsprofessor^ Geh. Rats Dr. Beyerle. * u Verräter, die des Volkes Rot ausnutzen. In der Schlußsitzung der bayerischen Reichsratskammer äußerte sich Kriegsminister v. Hellingrath über die Un- beirrtheit des deutschen Volkes, das sich im felsenfesten Vertrauen auf tzindenburg mit der unvermeidbaren Verzögerung der endgültigen Kriegsentscheidung abfinde. t Die Ueberlegenheit unseres härteren und stärkeren Willens wird uns den Sieg bringen. Weiter sprach der Minister über jene Volksgenossen, die in dieser schweren Zeit Sonderinteressen selbständig verfolgen: „Nichts wirtt abträglicher auf die Geschlossenheit und Einheit des Willens, als die Empörung gegen einzelne, die aus der gemeinsamen Not des Volkes Nutzen ziehen und sich ihrem Anteil an den Opfern de§*Volksgauzeu entziehen. Wer daran Mitwirken will dem Volk den stahlharten Willen zum weiteren Aushalten bis an ein glückliches Ende zu erhalten, muß auch mitkämpfen gegen die, welche ans der Konjunktur der Kriegsverhältnisse persönlichen Vorteil zu ziehen trachten, gleichgültig auf welchem Gebiet. Wer für eigelle Sonderinteressen arbeitet, der arbeitet gegen die Gesamtheit des Volkes und gegen die Einheit des Willens die uns bitter not tut in schwerer Zeit, in der aber auch die sichere Gewähr liegt für die Erreichung einer besseren Zeit." :: Zoll und Seuchenschutz auch Oesterreich gegenüber. Der bayerische Minister des Innern v. Brettreich trat in der Neichsratskammer den bayerischen Bedenken wegen der geplanten engeren wirtschaftlichen Verbindung mit Oesterreich-Ungarn gegenüber. Er sagte: „Die Salzburger kommissarischen Verhandlungen sollen demnächst fortgesetzt werden. Die Regierung besteht darauf, daß bei den sachlichen Verhandlungen Bayern das Recht der Beteiligung zugestanden wird. Die Negierung hält an der wiederholt bekundeten Auffassung fest, daß der der bayerischen Landwirtschaft notwendige Zoll- und Seuchenschutz auch Oesterreich- Ungarn gegenüber erhalten bleiben muß. Bestrebungen, die sich dagegen richten, würden auf entschiedenen Widerspruch der bayerischen Regierung stoßen." :: Zur Kleiderbestandsausuahme. Gegenüber laut gewordenen Befürchtungen teilt die Reichsbekleidnngs- stelle mit. daß an die Ehefrauen der im Felde stehenden HeereFangehörigen die Kommunalverbände eine Aufforderung zur Anzeige des Bestandes der Anzüge ihrer Ehemänner nicht ergehen lassen dürfen. :: Beamtcu-Kriegsfürsorge. Zllrzeit schweben Erwägungen, in welcher Form den Reichs- und Staatsbeamten weitere Beihilfen gegen die steigende Teuerung gewährt werden sollen. Es bestand die Absicht, an Stelle von Geldzuwendungen die Beamten in ähnlicher Weise wie andere Gruppen der Bevölkerung mit Lebensmitteln, Kleidung usw. zu versorgen. ' Die Absicht mußte jedoch nach Fühlungnahme mit den zuständigen Reichsstellen aufgegeven werden. Voraussichtlich wixd die erneute Kriegsfürforge für die Beamten in Form einer einmaligen Zulage gewährt Werden. :: Eine AusmietunK zurnckaeilominctt. Der 'Enk- rüstungssturm gegen die Behörden, die in der Zeit der Wohnungsnot ganze Großstadthäuser ansmieten, um für srch Bureauräume zu schaffen, hat in einem Falle zu einem Erfolg geführt. Die Reichsbekleidungsstelle hat ihre Absicht, ein Haus in der Prager Straße in Berlin zu mieten, aufgegeben. Wenn die Absicht verwirklicht worden wäre, hätten 18 Mieter auf die Wohnungssuche gehen müssen. Schweiz: Tic Rhein-Schiffahrt. ; Ein Artikel der „Neuen Zürcher Zeitung kommt auf die Frage der freien Schiffahrt Straßburg-Basel zurück und bedauert, daß Deutschland der schweizerischen Forderung der Freihaltung des Rheines von Stauwehren nicht zu entsprechen gewillt sei. „Die Hemmung der Nheinschiffahrt als welche die Schiffahrt anzusehen sei, könne für Deutschland ein zweischneidiges Schwert werden. Man müsse sich immer wieder fragen, ob Deutschland wünsche, daß sich die schweizerische Verkehrspolitik nach dem Mittelmeer richte." Selbstverständlich wünscht auch Deutschland die Verständigung mit der Schweiz in dieser Frage und wir glauben nicht, daß die Gegensätze so scharf sind, wie diese schweizer. Stimme es vermeint. Grotz-Nnßlaird: Klasse bei der Brotvateilung. * Aus Petersburg kommende Finnländer berichten: Die Lebensmittel seien dort furchtbar. Seit dem 1. Juli sei die Bevölkerung in vier Klassen eingeteilt. Die erste Klasse ist die der Arbeiter, die täglich ein halbes Pfund Brot und jeden zweiten Tag ein Pfund Fleisch oder Fisch erhalten, die zweite Klasse besteht aus Arbeiterfrauen und er,haltenPersonen mit leichter Arbeit, sie erhalten täglich ein viertel Pfund Brot und jeden zweiten Tag.ein viertel Pfund Wurst; die dritte Klasse ist die der Wohlhabenden, die jeden zweiten Tag ein, viertel Pfund Brot und Wurst erhalten. Die Mitglieder der vierten Klasse, zu der die reichen Hausbesitzer gehören, erhalten täglich ein sechstel Pfund Brot. Der Brotmangel ist aber so groß, daß die zweite und dritte Klasse nur die Hälfte und die vierte Klasse fast gar nichts bekommt. Täglich sterben Hunderte durch Hunger und Cholera. Dieselben Leute, die früher nach Gleichheit und Freiheit schrien, geben sich jetzt als die schlimmsten Bedrücker und die ungerechtesten Verteiler des Allgemeinguts. Aus aller Well A Ratschläge über Ratschläge wirbeln seit KriegSbeginn um die Köpfe der Landwirte, und es muß leider gesagt werden, daß in der berufenen Fachpresse manches angeraten wurde, was unsinnig war. So wurde 1917 lebhaft Propaganda geinacht für das Abschneiden des Kartoffelkrautes im Juli und dessen Verwendung als Futter. Zu dieser auch dieses Jahr wieder ausgetauchten Anregung schreibt man unö: „Ich habe im vorigen Jahr auf Grund dieser Erörterung an vier verschiedenen Kartosselsorten mit je 20 Pflanzen mitten in den Feldern einen Versuch gemacht; es war gegen Mitte Juni. Alle Sorten hatten bereits einen guten Stand erreicht. Bei der Ernte wurden diese vier Versuchsfelder einzeln abgeerntet, und ebenso um jedes herum der Reihe nach je gleich viel, also 20 Pflanzen. Dabei ergab sich ein geradezu niederschmetterndes Ergebnis für die Entlauberidee: das Verhältnis zwischen Entlaubten und Nichtentlaubten stellte sich aus 1) 14: 18, 2) 15: 20, 3) 10:20 Pfund für je 20 Pflanzen. ES handelt sich um Lehmboden in gutem Kulturzustande, dem zurzeit freilich der Kunstdünger fehlt!" — Man wird bei solchen Ergebnissen eifrig angepriesener neuer Methoden den Landwirten wahrlich nicht verübeln dürfen, wenn sie auf jede Anregung nicht mit Begeisterung sofort reagieren. A Fang von Krammetsvögcln. Wie in den beiden Vorjahren ist auch in diesem Jahre den Landeszentralbehörden durch das KriegSernährungSamt die Ermächtigung erteilt worden, in der Zeit vom 21. September bis zum 31. Dezember 1918 den Fang von KrammetSvögeln im Dohnenstieg zuzulassen. Maßgebend hierfür war die Erwägung, die Krammetsvögel zur Verbesserung der knappen Fleischversorgung in möglichst großem Umfang der menschlichen Ernährung nutzbar zu machen. Gewissen Bedenken, die mit Rücksicht auf den Schutz der heimischen Cingvögel- welt gegen die Maßnahme sprechen, ist nach Möglichkeit dadurch 'Rechnung getragen, daß die Zulassung des Dohnen- stiegs auf eine Jahreszeit beschränkt bleibt, in der sich nistende Singvögel in Deutschland nicht mehr aufzuhalten pflegen. A Landwirtschaft und Altklcidcrsammlnng. In den Kreisen der Landwirtschaft ist mehrfach die Meinung verbreitet. daß bei der Reichs-Altkleidersammlung die landwirtschaftlichen Arbeiter nicht genügend berücksichtigt würden. Diese Ansicht ist irrig. Die Landwirtschaft ist an der gesamten Sammlung mit einem Drittel beteiligt. Ihr fließt also nicht nur der dritte Teil der gesamten Altkleider, svnderlt auch der gleiche Anteil an neuen Anzügen und an unigeänderten Uniformen zu. Hieraus ergibt sich ohne weiteres, daß die Behauptung hinfällig ist, daß die Landwirtschaft die Kleidung für die NüstungSarbeiter beschaffen müsse. A Verbot von Waschmittel«. Die ReichSbekleidungs- stelle macht deshalb den Wäschereien aufs nachdrücklichste die schonende Behandlung der Wäsche in ihren Betrieben unter strengster Beaufsichtigung ihrer Angestellten zur Pflicht. Um zum mindesten die Gefahr der chemischen Zersetzung der Gewebe abzuwenden, hat sie die Anwendung bestimmter ätzender Stoffe bei der Reinigung der Wäsche in gewerblichen Wäschereien verboten und auf die Gefahr strenger Bestrafung mit Gefängnis und Geldstrafen, neben denen auch die Anordnung der Veröffentlichung der Strafurteile zulässig ist, bei Zuwiderhandlungen hingewiesen. Es dürfen die verbotenen Chemikalien nur zur Anwendung gelangen, wenn sie als Bestandteil der voin Ueberwachungs- auSschllß der Seisenindustrie beziehungsweise vom KriegS- anSschutz für pflanzliche und tierische Oele und Fette ge- nehmigten Waschmittel gebraucht werden. Das Verbot betrifft alle Aetzalkallen, ferner Aetzkalk, Mineralsäuren und deren saure Salz, Alaun und andere Alumintumsakze, Natriumpersulfat, Natriumsuperoxyd und Caleiumsulfat und Magnesiumchlorid als Bestandteile von Stärkeersatzmitteln. ** Versuchter Schcckschwindcl. Ein unbekannter Manu erschien in der Wechselstube einer Berliner Großbank und legte einen Scheck über 100 000 Mark vor, der zu Lasten einer hiesigen Großfirma ausgestellt war. Der Kassierer hatte Bedenken wegen der Höhe der Summe und sah sich den Scheck sehr genau an. Während er noch mit seiner Prüfung beschäftigt war, trat der Kassenbote der Großfirma ein. Der Kas- Nerec zeigte ihm den Scheck, und auch er wunderte NW über die Höhe des Betrages. Während die beiden sich über die mutmaßliche Fälschung unterhielten, gelang es dem Manne, unbemerkt zu verschwinden. Die genauere Prüfung des Schecks bestätigte den Verdacht der Fälschung. ** Schweinefleisch als Lockmittel. Ein unbekann- ter Mann veranlaßte den Arbeiter Stubenrauch von Oberndorf, mit ihm aufs Feld bei Bergrheinfeld zu gehen dort habe er ein „schwarz" geschlachtetes Schwein versteckt, das sie zusammen holen wollten. Als sie dort angelangt waren, gab der Fremde mehrere Schüsse auf Stubenrauch ab so daß dieser bewußtlos zusam- mensturzte; erst am anderen Morgen wurde er aufgefunden. Geraubt wurden ihm etwa 80 Mark Der Täter ist noch nicht ermittelt. ** Nachtszene in einer Fiirsorgcanstalt. In der Bezrrksanstalt Lichtenstein erschlug in der Nacht zum Dienstag der Korrektionär Rosenbaum den Korrektio- nar Kopzek mit einem Beil, welches er am Tage in den Schlafsaal gebracht hatte. Als ein anderer Korrektionär, der bei der Mordtat erwacht war, dem Aufseher klingeln wollte, wurde er ebenfalls mit Erschlagen bedroht, weshalb sich keiner Per sechs Kor- rektionäre zu klingeln getraute. Erst am Morgen, als der Aufseher den Erschlagenen sah, konnte der Mörder festgenommen und dem Amtsgericht zugeführt werden. Der Grund zur Tat ist unbekannt. ** Tie erste Nacht in der Heimat. 20 deutsche Rückwanderer sind in Riddagshausen eingetroffen. Die Leute kamen aus Sibirien und trafen in später Nachtstunde in Riddagshausen ein, so daß keine Unterkunft mehr für sie beschafft werden konnte. Sie mußten die erste Nacht in der Heimat im Freien schlafen. Am nächsten Tage wurden die Leute bei einem Landwirt untergebracht, bei dem sie auch alle in Arbeit getreten sind. ** Eine Stadt ohne Mehl und Brot. Seit einigen Wochen ist in Hildburghausen oftmals bei keinem Bäcker Brot und Mehl mehr zu haben. Hieran trifft aber weder die städtische Verwaltung, noch den Kommunalverband die Schuld, da sie rechtzeitig ihre Bestellungen bei der in Betracht kommenden, 'leider sehr entlegenen Mühle aufgegeben habe». Lediglich die verspätete Wagengestellung seitens d?c Bahn ist schuld. Vorräte dürfen sich die Städte nicht hinlegen, so daß nun die Bevölkerung darunter leiden muß, wenn öffentliche Verkehrsmittel versagen. Kleine Neuigkeiten. * In einer der letzten Nächte sind durch Bubenhände an der Kirche in Silstedt fünf Fenster mehr oder weniger zerstört worden, darunter eines mit einer uralten Glasmalerei, den heiligen Nikolaus darstellend. ES hatte geschichtlichen Wert, denn eS stammte aus den Anfängen der deutschen Glasmalerei^ * In der Gemeinde Berghausen stahlen zwei 17 bis 18 Jahre alte Burschen einem kleinen Bauern, der mit Familie im Heu war, über 3000 Mark. Die gelähmte Großmutter mußte vom Bett aus zusehen, ohne den Diebstahl verhindern zu können. Gerichtssaa!» ifc Billig vavongckommen. Wegen Schleichhandels mit Eiern und Butter hatte der Großschlächtermeister Oskar GusravuS in Landsberg einen richterlichen Strafbefehl in Höhe von drei Monaten Gefängnis erhalten. Gegen diesen Strafbefehl hatte er Widersprach erhoben. Zu seiner Verteidigung führte der Angeklagte in der Schösfengerichts- verhandlnng aus, daß er die auf dem Bahnhof beschlagnahmten Pakete mit Eiern und Butler zur Beförderung nach Berlin von einem Manne erhalten hätte, der ihm wohl bekannt sei, dessen Name er aber vergessen habe. Für seine Bemühungen Hütte er 10 Mark erhalten. Tie Pakete seien von einer Frau, der er 1 Mark gegeben hätte, zum Bahnhof gebracht morden. Nachdem vom Amtsanwalt drei Monate Gefängnis beantragt waren, führte der Verteidiger des 'Angeklagten aus, daß mau dem Angeklagten, selbst wenn man ihm auch nicht glauben wolle, Schleichhandel nicht Nachweisen könne. Das Gericht verurteilte den Angeklagten auch nur wegen Beihilfe zum Schleichhandel zu 900 Mark Geldstrafe . Volkswirtschaftliches. H Tie deutschen Sparer. Wie zu erwarten war, hat auch der Monat Juni den Sparkassen einen starken Zufluß an Kapital gebracht. Tie „Sparkasse" berechnet ihn auf 350 Millionen Mark gegen 200 bezw. 110 im Juni der beiden Vorjahre. Der gesamte Zuwachs seit dem Beginn dieses Jahres hat sich damit (ohne die Abschreibung der Zeichnungen auf die achte Kriegsanleihe) auf nicht weniger als 3650 Millionen Mark erhöht, gegen 1860 bezw. 1575 Millionen Mark in der gleichen Zeit des Vorjahres. $ Tie ljoljcit Löhne Da Rüstnngsarbctter sind in aller Mund. Dem gegenüber unternimmt es jetzt oer deutsche Metallarbelterverband, den Nachweis zu liefern, daß in der Hauptsache von den NüstungSarbeitern auch heute noch zu wenig verdient werde. Er macht zu dem Zwecke eine Statistik auf. Es ergaben sich für sämtliche an dieser Erhebung beteiligten Männer folgende Wochenverdienste: 158,477 gleich 31,1 Prozent verdienen unter 50 Mark, 224,083 gleich 43,9 Prozent verdienen 50 — 75 Mark, 113,956 gleich 22,4 Prozent verdienen 75 — 100 Mark und 13,429 gleich 2,6 Prozent erreichen Verdienste von über 100 Mark. Tie Wochenverdienste der 259,061 beteiligten Arbeiterinnen betragen: 3764 12—15 Mark, 13,031 15—18 M., 6995 18-20 Mark, 13.513 20—22,50 Mark, 17,463 22,50 bis 25 Mark. 48,729 25-30 Mark, 28.851 30-35 Mark, 51,164 35-40 Mark, 63,882 40—45 Mark. 15.628 45 bis 50 Mark, 5517 50-60 Mark und 524 über 60 Mark. Stundenverdienste von 175 Pfg. und darüber sind nur für Berlin und einige Orte der Provinz Brandenburg festgestellt worden und zwar für 21,226 Arbeiter. Ange- nommen die Statistik habe eine allgemeine Giltigkeit, obwohl sie ja längst nicht alle Betriebe umfaßt und gerade die Höchstverdiener die Neigung haben werden, sich der Statistik zu entziehen, so ist doch festzustellen, daß weite Kreise des selbständigen Mittelstandes, der freien Berufe, nicht zuletzt der Angestellten und Beamten in ihren Einkommens- Verhältnissen an die hier festgestellten Durchsnchittslöhne der Metallarbeiter nicht heranreichen und wenig Verständnis für deren Ruf nach höheren Löhnen haben. ttm Sfsdf Mö £an(! ** Erhö h u n n Mit Wirkung vom 1 der Preise für Druckarbeiten. ^ August ist eine weitere Erhöhung der Preise sür'Drnckaibei'ien aber Art eingetreten. Die Notwendig- bier^u ergibt sich aus der abermaligen, etwa lOOprozenngeu Erhöhung der seich-, rigen Teuerungszulagen sür die Buchdruckerge- hilsen; fernermuß auch den Angeft llten der Buchdruckereieu und den Hilfsarbeitern eine emsprcchei de Erhöhung der seitherigen Teuerungszulagen bewilligt werden. Auster den Gchaltv-.und Lohnerhöhungen haben aber auch die Steigerung der greise für Materialien und Ersatzstoffe sowie der Geschäftsunkoftcn nfw. eine immer mehr zunehmende Belastung der Herstcllungvtotzen herbeigcführt. Die Ausschläge auf die Friedenspreise betragen deshalb ab 1. August bei allgemeinen Drucksachen einfacher und besserer Art (Akzidenzen), Formularen usw. 1t5Proz., ber Katalogen, Preislisten u. dgl. 125 Proz., bei sog. Qualitätsarbeiten 165 Proz., für Aufmachungs- Broschur-, und Buchbinderarbelten 145 Proz. Vorstehende Preiserhöhungen verstehen sich nur auf Satz und Druck. Tic Papierpreise, die bekanntlich um das^.urn- und Sechsfache gestiegen sind, werden nach dem jeweiligen Stand zur Berechnung gebracht. ^ ** Der überaus günstige und fruchlbaee Verlaus der den beiden ersteü Kriegs UotlrsaK-rdemierr ins Rhein Mainischen Viidoud s für Volksbildung, w.lche m Diez o. d. L. I9i6 und in Heppenheim a. b. B. 1917 fictlfou'D-.n, bn schieden war, haben dir Vctbonds leitung ermutigt, in diesim Jahre wiederum eine ahn liche Veranstaltung ins Leben zu lufcu. Die dritte Miegs VolkLokadrmle soll vom 11. bis 21. August ds. I. in Schlüchtern stottfinden. Wie auf den beiden vorige- gax,geucn Akadcmicn sollen auch in diesem Jahre eine Anzahl von Fragen der Küegswirtschaft, welche zur Z -t im Vordergrund des JntcrJses stehen, eine bewndcre Behandlung erfahren. Eine weitere Reihe von Vvrllü gcn soll der Einführung in die politische urb Wirt schriftliche Erdkunde dienen, deren Pflege im gegenwärtigen Zeitpunkt befand- rs wichtig er scheint. Im Mitieipunkt dieser Unterweisungen strhl erne Rahe von fünf Vortäger, welche Paul Rohrbach haltert wud. Im Zusammenhang mit der Absicht des Ve. bau des, in der nächsten Zeit eine eigene deutsche Voikshochrchule tu utifirctn Glbiete zu cißffmp, wird eine weitere Rühe von Vorträgen dir Voikshochschulfrage gtwidnnt s tu. Eidlich sollen noch Vortrüge grhalun werdcn über prat tische Jugendpflege und andere VoikLbiidun.gSfi.agcu. An den Avendtn sollen wieder Mustcrlnsip cle krt-gsmäßigec Volkebe!ihrung und VolksuntcrhaUuug ptbotin Weeden, welche ber gauzcn B>röUnung zugänglich sind. In ihre; äußeren Form wird sich die Akadlmre an dos bewahrt', Beisp-ci dec srühklen Akademien anl-hn'N. Die TrU- nchmec soll.n die Tagung in möglichst vollkcmmcwr Lcbeusgkmrinschast verbringen. Die Ve.pfieguug ge schtchr in eingenec VerwUtung zr'.m ^UvslkosUllp e s, sodcrtz auch den w Niger Bemittelten die TcUnohme cimö - licht wird. Der Arbeitsplon ist im Druck erjchiend; und wird von der Geschäslsst-lle des V.rbonvcs, Jrcu isu i a. Maw, Pauleplotz 10, auf V-rlang-n kostenlos v <- soudt Er weist ewe Reihe hrivorraglndcr V oä k t*m und Volkkmänuer als Vrrtrogende ausi sodoß zu erwarten st, daß auch düs Veicnistolluug vcn d m gleichen Elsolge wie >u den Vrrjch in begleitet sein w rd. » * Eine vareriiittdische Grdeokrfeier hatte das Großh.-Oberkonsistorium für die evangelischen Gottesdienste am vergangenen Sonntag, dem4. August, mit nachstehendem Ausschreiben angeordnel: „Es wird allen Geistlichen mit ihren Gemeinden ein inneres Bedürfnis sein, am ersten Sonntag in denn uns drohenden fünften Kriegsjahre, am 4. August, im Gottesdienst dein Dank gegen Gott für die bei allerSchwere der unsauferlegten Kriegsnöten gewaltigen Erfolge unseres tapferen Heeres und seiner Führer und dein ernsten Ausblick zu Gott, dem Herrn, beim Eintritt in ein neues Kriegsjahr Ausdruck zu verleihen. Je entscheidender die uns noch bevorstehenden Kämpfe sein werden, um so gewaltiger ist der Ernst, der in diesen Tagen unser ganzes deutsches Volk erfüllen sollte; vor allem gilt es, den heiligen Entschluß in allen der evangelischen Predigt zugänglichen Volkskreisen wach- Zurufen und zu stärken, sich auch in diesem neuen, Gott gebe es, letzten Abschnitten des Krieges in fester unverbrüchlicher Treue zunt Vaterland und in dem mutigen und hoffnungssreudigem Vertrauen zu dem ewigen Lenker unserer Geschicke zu bewähren. * ** Gistzrrr. D-m EKH. Kommerzienrat Ht'ichcl- heln!, der sich !d,on jo vielmals füt dm AllgnueiuJit und auch si'w -besondere Fälle s h-, verdient gemocht hat, wm de nur mi h. vr m Erosthrrzog das Komtur kreuz II. Klasse des Ordens „Die; n von B r a b u it t" v.'riie hen. * Giriere. Proi.ssor D. Spenge! wmrd.' von dir Könlgl'.cdin Ees.lljll.asi der Wisstnschaji tu Göttingen zu ihmu lonripondicrrr-din Milglicde g,wählt. * Kad-Uauhrim, 3. August. Durch eine V.rfisi cung drL G-oßhrrzogiia-'.n Ministeriums wurde die Verordnung über d-. Re E.uag des Flcmdenvei kehrs in Bad- Nauheim mit Wl-kurm vom 1. August aufgehoben Es b.steht somit iu Best Nauheim keine Auseruhalisbrichrän kung für die Kurgäste mehr. Wöllstein Das hnsie-- Schöffengericht öe: u-teilte eine Vmgeiötocht.' cu-s Gau Lischofsheim zu drei Monat. Geläugnis, weil si? mit c'n m ruffi^chrn Kliegsütsünae. neu ein Verhällnis y tt Wrlrlap, 5 Äug. Um d . Wohnungsnot zu stcu.ru, beschlossen unsere StadtveroröNtie-u, 28 Häuser zu erbauen, und zwar 27 Einfamiliengebäude und ein großes Gebäude mit 7 Wohnungen, ins,amt 35 Wohnungen. Die Äussühruup soll ein der Hcnnannsteiner stlvße erfolgen und d-m hiesigen Spar- und Bauvrrün übertragen werden. Verantwortlich: Albtn Klein in Gießen. ISorddtiiffcber Cioyd öremrn Ml MrmrröM empfiedu Ucrficbernng eh Wäskägm Prämien. 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