(Neueste Nachrichten) Bezugspreis 60 pfg. monatlich eitiing vierteljährlich 1,80m, vorauszahlbar, frei ins Haus. Ab geholt in unserer Expedition oder in den Zweig- auSgabestellen vierteljährlich 1,50 Mk. — Erscheint Mittwochs und Samstags. — Redaktionsschluß früh 8 Uhr. — Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Expedition: 5üdanlage21. Anzeigenpreis 20 psg. die 44 mm breite Petitzeile, für AuSwärl» 30 Pfg. Die 90 mm breite Reklame-Zeile 72 Pfennig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberfchreitung des Zahlung», ziele» <30 Daqej, bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Aronkur» in Weafall. Blatrvorlckristen nFmrSWfiinMfAf.i« n m Ende des 4. Kriegsjahres mit Vertrauen ins 5. Kriegsjahr. tttciraffcIotttatfiOjiQ v. ErchhSNn m Rieiv Datd) ermokbet. starke sein-liche Ai-griffe im Westr« gescheitert. 18«««, 21««« u. iz««v Hr.-R.-T. - z«s«mme« 84««« Br.-R.-T. versenkt, v. Eichhorn 4 Kiew, 30. Juli. Gegen Generalfeldmarschall v. Eichhorn und seinen persönlichen Adjutanten Hauptmann v. Dreßler wurde 2 Uhr nachmittags auf dem Wege vom Kasino nach seiner Wohnung in deren unmittelbaren Nähe durch einen in einer Droschke an sie heransahrenden Mann ein Bombenattentat verübt. Beide wurden sehr schwer verletzt. Attentäter und Kutscher sind verhaftet. Die bisherigen Feststellungen deuten d auf die Urheberschaft der sozialrevolutionären Partei in Moskau, hinter der erfahrungsgemäß die Entente steht. Berlin, 30. Juli, Leine Majestät der Kaiser sandte an Generalfeldmarschall v. Eichhorn folgende Depesche: Mein lieber Generalfeldmarschall! Mit Entrüstung und tiefem Bedauern erhalte Ich die Meldung von dem verabscheuungswürdigen Derbrechen, das gegen f! e ^ren Adjutanten begangen wurde. Seien S5 *; « er ^ufrichttgen, herzlichen Teilnahme versichert. Ich hoffe und wünsche mit Gott, daß Ihnen baldige Wiederherstellung beschieden sein möge. Er erhalte Sie uns und dem Baterlande. Mit herzlichem Gruß Ihr wohlgeneigter König Wilhelm. Nach einer neuesten Nachricht ist der allerorten hochgeschätzte und beliebte Armeeführer, Generalfeldmar- schall v. Eichhorn leider an den Verletzungen gestorben. Das deutsche Heer hat damit einen seiner befähigsten Offiziere verloren. - Kurz vor dem Tod des Generalfeldmarschalls ist auch sein Adjutant gestorben. Sar €rgebnis im 4. Krl^jabre. Utbe* 880000 Gefangene. — 7 000 Geschütze Berlin, 30. Juli. Die Leistungen des deutschen Heeres während des vierten Kriegsjahres kommen in folgenden Zahlen zum Ausdruck: Ben Feinden wurden entrissen und von den deutschen Truppen besetzte im Osten 198 256 qkm. in Italien 14 425 qkm, an der Westfront 5323 qkm (geräumtes Gebiet an der Marne ist abgerechnet), im ganze 218002 qkm. ferner Ralfen unsere Truppen vom Feinde bzw. von räuberischen Banden zu säubern: in Finnland 373 602 qkm, in der Ukraine 452 033 qkm, in der Krim 25 727 qkm. ® e “‘ e "urd°n eingebracht: 7000 Geschütze, -4600 Maschinengewehre, 751912 Gewehre, 2 876 500 Scf)u& Artilleriemunition, 102 250900 Schutz Infanterie- rnumhon, 2000 Flugzeuge, 200 Fesselballons. 1705 Feld- EuKf)en, 300 Tanks, 3000 Lokomotiven, 28 000 Eisenbahn- wagen, 65000 Fahrzeuge. Die Zahl der im 4. Kriegsjahre gemachten Gefangenen beläuft sich auf 838 SV0. Somit hat die 7^^^°"genenzahl eine Höhe von nahezu 3 /2 Millionen erreicht. Zur militärischen Lage im lvesten. 0 ' ü® 3ult. Im „Daily Telegraph" erklärt ÄlbbS, dos Schicksal der Welt werde entschieden sein ba f 2a"b gelb werde und vielleicht bevor die Herbsternte cingebracht sei. 2 ^. 3ii,i. Der „©ordere dclla meldet aus PariZ: Die Negierung befiehlt die ^ 4 xr?i 9te Anziehung von 450000 Freigestellten der August'^" ^"dustrie für die Zeit vom 1. bis 10 dob 29 ' Juli. Die „Times" stellen fest, daß die Deutschen anscheinend unerschöpfliche Reserven blitzen. Ihre Hauptaufgabe bestehe darin, ihre Vor- rate au Menschen instand zu halten, der Verband solle nuc “ ntcc bec ein ^Ö en Voraussetzung, daß mehrere Millionen Amerikaner zu ihm stoßen, darauf rechnen, das zahlenmäßige Urbergewicht zu erlangen. Genf, 20. Jult. Der „Temps" meldet von der Front, unser Vorpostcngelände bet Reims ist wieder unter deutschem Feuer. Alle Anzeichen lassen erwarten, daß wir nicht mehr weit vom Gegenangriff des Feindes entfernt stnd. flfflllicöe deiufcbe Lsgerdrttcvke. ® erltn, 26. Jult. Neue U-Bootserfolge im Sperrgebiet um England: 18000 Bcuttocegtstectonnen. Der Chef des Admiralftabes der Marine. 1»! wtb. Großes Hauptquartier, 27. Juli 1918. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Die Kampftätigkett lebte vielfach am Abend auf. Sie war während der Nacht besonders beiderseits der Scarpe in Verbindung mit erfolglosen Vorstößen eng- ltjchec Infanterie gesteigert. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. An der Schlachtfront zwischen Soiffons und Reims staute die Gefechtstätlgkcil gestern weiterhin merklich ab. — In der Champagne wurden Tetlangriffe der Franzosen beiderseits von Perthes abgewiesen. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Erfolgreiche Erkundungs-Vorstöße in den Vogesen und im Sundgau. Der Erste Generalquartiermeistec: Ludendorff. i*i Berlin, 27. auch heute ruhiger wtb. Juli, abends. An der Kampffront Tag. 1918. Großes Hauptquartier, 28. Juli Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Rege Erkundungstätigkeit. Stärkere Vorstöße des Feludes nördlich der Lys, beiderseits der Somme und nordwestlich voii Montvidicc wurden abgewtejen. In einzelnen Abichnttten Artlllerierättgkett. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. ^ An der Kampffront verlief der Tag ruytg. Kleinere ^nfantenegefechle im Vorgelände unjerex Stellungen. In der Champagne drang der Feind bei örtlichem An- griff in unsere vorderen Linien südlich vom FlchteC berge ein. Unser Gegenstoß warf ihn glößtentetts wieder zuruck. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorfs. 9 Berlin, 28. Juli, abends. Kämpfe am Ourcq. Im übrigen ruhiger Tug. ui Berlin, 28. Juli. Im Kanal wurden 21000 Bruttoregistertonnen versenkt. Der Chef des Admiralftabes der Marine. wtb. Großes Hauptquartier, 29. Juli 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: ^ Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Teilangnffe, die der Engländer nördlich der Lys, fy C °x t ^oarpe und in breiterer Front auf dem Norduser der Somme führte, wurden abgewiesen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. vZn den Kampfabschnitten südlich der Aisne ruhiger Vormittag. Am Nachmittage wurden nördlich von Villemontolce Teilangriffe des Feindes, denen heftiger Artilleclekampf vorausging, im Gegenstoß abgewiesen. 3» der ^iacht vom 26. zum 27. Juli haben wir etwa zwischen Ourcq und Ardre unser vorderes Kampfgelände planmäßig geräumt und die Verteidigung in die Gegend Fere-en-TardenoiS — Ville-en-TardenoiS verlegt. Dem Gegner blieb unsere Bewegung verborgen. Am 27. lag noch das Feuer seiner Artillerie auf unseren ölten Linien. Nachhuten verhinderten seine erst am Nachmittag zögernd vorfühlenden Truppen an kampfloser Besitznahme des von uns abgegebenen Geländes. Gestern versuchte die feindliche Infanterie, sich unter starkem Feuerschutz an unsere neuen Linien heranzuarbeiten. Schwache im Vorgelände belassene Abteilungen empfingen den Feind auf nahe Entfernung mit Gewehr- und Maschinengewehrfeuec und fügten ihm empfindliche Verluste zu. Auch die seit dem Tage vorher eingerichtete Artillerie und Schlachtfltegec fanden in anmarschierenden Kolonnen und Panzerwagen des Feindes lohnende Ziele. Vor starken Angriffen des Gegners bei und füd- östlich von Fe.e-en-TardenotS wich untere Vorfeldbesatzung nach Erledigung ihrer Aufgabe befehlsgemäß auf ihre Linien zurück. Die mehrfach wiederholten Angriffe deS Feindes fühlten zu heftigen Kämfen, die mit Zurück- Werfen des Gegners endeten. Hierbei haben sich unter Führung des Generals Boyelin oft- und westpreußische Regimenter, die schon auf den Höhen nordwestlich von Chateau-Thierry und seit Beginn der Schlacht fast täglich mehrfachen Ansturm französischer und amerikanischer Divisionen zum Scheitern brachten, auch gestern wieder besonders hervorgetan. Leutnant Loewenhardt errang seinen 45. Luftfieg. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. . *' Berlin, 29. Juli, abends. An unseren neuen Linien westlich von Fere-enTardenoiS stnd schwere Angriffe des Feindes blutig gescheitert. « Berlin, 29. Juli. Im Sperrgebiet um England wurden 18000 Bruttoregistertonnen versenkt. Der Chef des Admiralstabs der Marine. « wtb. Großer Hauptquartier, 30. Jult 1918 Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht Rege nächtliche Erkundungstätigkeit. Tetlangriffe der Engländer in Gegend Merds (nördlich der LyS) und beiderseits von Aylette (südlich von Arras) wurden abgewiesen. Heeresgruppe DeutscherKronprinz. An der Kampffront griff der Feind unsere neuen Linien nördlich des Ourcq und unsere Stellungen auf den Waldhöhen südwestlich von Reims mit starken Kräften an. Franzosen, Engländer und Amerikaner wurden unter schwersten Verlusten für den Frind auf ihrer ganzen Angrlffsfront zurückgeworfen. — Der Schwer. Punkt des feindlichen Angriffes war gegen die Front HartenneS—Ferc cn-Tardenots gerichtet. Hier stürmten dichte Angriffswellen des Gegners am Vor- und Nach- Mittage immer wieder von neuem an. Vor und an unseren Linien, teilweise in unseren Gegenstößen brach der Ansturm zusammen. Am Nachmittag dehnte der Feind seine Angriffe Uber Ferc-en-TardenoiS nach Osten bis zum Walde von Mcnniere aus. Sie hatten ebenso wenig Erfolg wie Teilangriffe, die er am Morgen am Walde von Mcnniere, in den Abendstunden in breiter Front westlich von Villc-en-Tarbrnois führte. Süd- westlich von Reims wiederholte der Feind zwischen Chambrery und Briny an einzelnen Stellen bis zu 5 Mal feine Angriffe und setzte sie bis zum späten Abend in heftigen Tcllangdffen fett. Er wurde überall blutig abgewtcsen. — In der Champagne vertrieben wir südlich vom Fichtelberg den Feind aus Gräben, die er seit seinem Vorstoß am 27. Juli noch besetzt hielt, und nahmen einen feindlichen Stützpunkt nordöstlich von Perthes. Leutnant Loewenhardt errang seinen 46. Luftsieg. Der Erste Generalquartiermetster: Ludcndorff. * Berlin, 30. Juli, abends. Nach feiner Niederlage am gestrigen Tage verhielt sich der Feind heute ruhig. Der englische Friedenswille. Frie-ensverlangcn eines englischen Ministers. Arthur Henderson, der englische Arbeiterminister, hielt eine Ansprache in Oldham, in der er eingehend ausführte, warum ein Völkerbund alle Kriegführenden sowohl wie die Neutralen umschließen müsse. Es müsse eine internationale Atmosphäre geschaffen werden, in der Streitigkeiten zwischen den Völkern geschlichtet werden könnten. Man dürfe jedoch nicht von einer Familie sprechen, ohne gleichzeitig auf Rache verzichten zu wollen. Henderson fordert Lloyd George auf, durch Vermittlung eines neutralen Komitees Verhandlungen mit Deutschland einzuleiten. Vorbesprechungen würden die englische Regierung nicht binden und könnten doch zu keiner Verständigung führen. In England verstärkt sich die Friedenspartei. In London fand eine Sitzung des radikalen Ausschusses statt, an der zahlreiche Abgeordnete liberaler Richtung und pazifistische Politiker teilnahinen. Der Abgeordnete Lee Smith unterbreitete eine Kundgebung zur Genehmigung, die im ganzen Lande verteilt werden soll. In dieser Kundgebung, die angenommen wurde, heißt es: 1. Jedes künftige Friedensangebot muß die bedingungslose Rückgabe Belgiens enthalten, 2. die Verbündeten müssen ihre Geheim Verträge und ihre Verträge über Vorzugstarife revidieren, 3. jede Schutzzollpolitik ist zu verwerfen, da sie die Bedrohung des kommenden Völkerbundes bedeutet. Uneinigkeit unter den Arbeiterministern. Der englische Arbeiterminister John H o d g e, der beim letzten Arbeiterkongreß in London gegen die Kündigung des Burgfriedens aufgetreten war, hat sich nun völlig von der Arbeiterpartei los ge sagt. In einer Ansprache vor einer Versammlung von Gewerkschaftsvertretern aus der Eisen- und Stahlindustrie stellte er die Forderung auf, daß sich die Gewerkschaft von der parlamentarischen Arbeiterpartei loslöse, da diese im Widerspruch zu den politischen Bestrebungen der englischen Gewerkschaftler stehe. Im Wahlkreis Hodges sind wiederholt Protestversammlungen gegen die Haltung des Ministers abgehalten worden. Hodge wurde aufgefordert, sein Mandat nieder- zulegen, was er bisher abgelehnt hat. Der Munitionsarbcitcrstreik in England. Der Streik der englischen Munitionsarbeiter begann infolge Zwangsanstellungen von ausgebildeten Arbeitern durch die Regierung in den Kriegsmaterialfabriken am Dienstag in Coventry, wo 12 000 Mann die Arbeit einstellten. Inzwischen dehnte sich der Streik auch auf Birmingham aus, so daß die Gesamtzahl der Streikenden bereits auf 150 000 Mann gestiegen ist Das Krregskabinett trägt sich mit dem Gedanken, sie an die Front zu schicken, falls sie nicht die Arbeit wieder aufnehmen. Auch in Manchester und anderen Städten wird mit dem Streik gedroht. Die tschecho-slowakische Gefahr wächst. Trotzki will ihrer Her? werden. Das Reutersche Bureau hat die amtliche Meldung erhalten, daß Japan den Vorschlag der Vereinigten Staaten, den tschecho-slowakischen Armeen in Sibirien beizustehen, angenommen hat. Diese Meldung läßt erkennen, daß Amerika den weitgefaßten englischen Jnterventionsplan auf eine bloße Hilfeleistung für die Tschecho-Slowaken verkürzt und zurechtgestutzt hat. Und wenn jetzt Japan diese fast bis zur Unkenntlichkeit veränderte Formel angenommen und seinem politischen Programm zu eigen gemacht hat, so ist damit noch längst nicht gesagt, daß Japan eine regelrechte Intervention auf dem ost- ajiatischen Festlande durchzuführen gedenkt, wie die Engländer es sich erträumt hatten. Auf einer Gouvernementskonferenz der Fabrikkomitees erklärte Trotzki am 24. Juli in längerer Rede u. a.: „Es liegt eine große Gefahr für uns vor. Das ist der tschecho-slowakische Aufstand. Es ist ganz klar, daß dre Tschecho-Slowaken Mietlinge der französischen und englischen Börse sind und danach streben, eine neue Ostfront zu schaffen. Wenn wir mit ihnen nicht in allernächster Zukunft fertig werden, wenn die Deutschen nur die Möglichkeit der Schaffung dieser Front voraussehen, so können die Deutschen aus rein strategischen Zwecken die Kriegsoperationen aufnehmen. Wir müsten um jeden Preis dieses Hindernis von unserem Wege entfernen. Wenn wir den tschecho-slowakischen Aufstand nicht brechen, so werden wir auf größte Schwierigkeiten auf wirtschaftlichem und politischem Ge- bret stoßen. Mit der Beilegung der Tschecho-Slowaken saut auch die reiche Ernte an der Wolga in unsere Hände, und dann sind wir unbesiegbar." Auf eine Anfrage auf derselben Versammlung be- zeichnete Trotzki das Gerücht, daß in Moskau in Zivil- klerdung deutsche Instrukteure in einer Anzahl von fast zwei Regimentern leben, als eine freche, gewissenlose Lüge mit provokatorischen Absichten Nach im Kriegsressort vorliegenden Meldungen werden «apanische Freiwilligen-Abteilun- gen die tschecho-slowakische Front in Samara und n " öer ™ gegenrevolutionären Plätzen verstärken. Die ba§ Proletariat zum Kampf auf ^eben und Tod gegen die tschecho-slowakische Front Ein Erfolg der Bolschewiki. oenrehnfLwf Petersburger Meldung wurde die ge- terdrückt K?°?°§ung m Ja ros law völlig un- eine orolie^inrAk m ku Weißgardisten, alle Führer, Laroslaw ist bei der Wiedereroberung durch die Rote Garde in 14tägigcm Kampfe durch Artillerkefener fast vollständig zerstört worden. Die bolschewistische „Atempause". Die bürgerliche Presse Moskau, die seit dem 6 Juli nicht erscheinen darf, bleibt auf Verfügung der Presseabteilung „bis auf weiteres bis zur Festigung und bis zum vollen Sieg der Sowjetrepublik"' ae- schlossen. * Je strenger die russische Zensur ihres Amtes waltet,^ desto farbloser und inhaltsleerer werden die betroffenen Zeitungen. Eine schwere seelische Depression atmet aus allen Artikeln der bürgerlichen Presse. ' Um so bedeutender erscheinen Tinge, die sich unter der Oberfläche abspielen. Lenins Ansicht, die Bourgeoisie j [et int wesentlichen niedergerungen, findet keine Be- s stätigung. Die bolschewikifeindliche und gegenrevolu- twnare Bewegung breitet sich aus, und die monarchistische Note wird vernehmbar stärker. Das an Extremen reiche russische Leben scheint einer Umwälzung zuzutreiben, die nicht nur eine Ablehnung des Bolschewismus, sondern der sozialistischen Gedanken überhaupt bedeutet. Die bolschewistische Negierung tritt diejer Möglichkeit rücksichtslos entgegen und ist bestrebt, die „Atempause" in der inneren Politik zu ihren Gun- ! sten mit äußerster Energie auszunutzen. Der A-Bootkrieg verbürgt den Endersolg. Zu den sehr hosfnungsfreudigen Aeußerungen, die m der letzten Zeit in der Presse unserer Gegner über das vermeintliche Versagen des U-Boot-Krieges laut wurden, hat der Chef des deutschen Admiralstabeö Stellung genommen. Admiral v. Holtzendorff führte ln einer Unterredung u. a. aus: Die Aufgabe unserer U-Boote ist, den für die Gegner fahrenden Schiffsraum in seiner Gesamtheit zu treffen und zu vermindern, denn von dem Vorhandensein einer genügenden Schiffsraummenge im ganzen hangt Lebens- und Kriegsfähigkeit unserer Gegner ab. Stellen wir dem U-Boot-Krieg Sonderaust gaben, wie die Versenkrtng amerikanischer Truppentransportdampfer, so beeinträchtigen wir seinen Gesamt- ersolg. Dann würde das eintreten, was wir unter allen Umständen verhindern müssen: die Neubauziffer der Gegner würde die Versenkungsziffer übersteigen. Wenn die Zahl der gemeldeten Vernichtungen' gerade amerikanischer Truppentransportdampfer bisher nicht erheblich gewesen ist, so verweise ich einerseits aus dre Schwierigkeit, vom angreifenden U-Boot aus Art und Name des versenkten Schiffes festzustellen, wenn es sich nicht etwa um große Passagierdampfer von gewaltigen Abmessungen und charakterischem Aeußern, wie z. B. die in den letzten beiden Monaten vernichteten Dampfer Cowington utid Präsident Lincoln, handelt, anderseits auf jene Schwankungen, denen der Zufall überall die Erfolge der U-Boote unterwirft. Der monatliche Durchschnitt unseres Versenkungsergebnisses von Januar bis einschließlich Juni 1918 betragt rund 630 000 Br.-R.-To Es wurden also monatlich im Durchschnitt rund 330 000 Br-R-To mehr versenkt als für den Verband gebaut wurden' v r c ,t.°^p?Ebfahr ist für unsere Gegner, wie olese selbst wissen, nicht beseitigt. Dieses Vertrauen stutzt sich ferner auf die Schaffenskraft aller mit- wirkenden militärischen Stellen und auf die Leistungs- sahigkeit unserer Wersten und Werkstätten mit ihrem I hochstehenden vortrefflichen Personal. Dies alles zu- ! sammen bedingt und verbürgt den Enderfolg. Die Aeberlegenheit der deutschen Luftwaffe. In den verflossenen Großkampftagen haben unsere Jagdflieger sich in großen Luftschlachten den Flugzeugmassen der Feinde entgegengeworfen und dabei unsere Ueberlegenheit in der Luft restlos ausrecht- erhalten. Allein an der Hauptkampffront schossen sie 177 feindliche Flugzeuge ab. 22 * Juli gelang es einer Besatzung in sechsstündigem Fluge, bis westlich Paris und seineaufwärts aufzuklären und wichtige Meldungen zurückzubringen. Schlacht- und Jagdstaffeln zerstreuten mit M.-G.- Feuer, Bomben und Wurfminen am 16. und 17 Juli ber unserem eigenen Angriff heranmarschierende feindliche Kolonnen und brachten Batterienester auf Stundenlange zum Schweigen. Die Schlachtflieger bewährten sich auch rm Angriffe gegen feindliche Flugzeuge. Gewaltig war die Tätigkeit unserer Bombengeschwader, die Nacht für Nacht selbst bei Regen und Sturm die ihnen wohlbekannten militärischen Ziele hinter der feindlichen Front mit ihren verderbenbringenden Geschossen überschütteten. So wurden in der Nacht vom 18. zum 19. Juli 72 480 Kilogramm Bomben, in der Nacht vom 21. zum 22. Juli rund 94 000 Bomben abgeworfen. Mehrere Munitionszüge und das Munitionslager bei les Grande Loges wurden dabei vernichtet. In schneidigen Herunterstößen bis auf 10 Meter Hohe gelang es einem Flugzeuge, die Verbindung Chalons—Epernay durch Bombenabwurf nachhaltig zu unterbrechen. Zahlreiche stundenlang anhaltende Brände und V l °J l0nen tn den Lagern und Etappenhauptorten des Gegners kündeten den Weg unserer Geschwader Unsere weit vorgezogenen Fesselballone waren das Ziel der heftigsten Angriffe des Gegners. Im stärksten Feuer seiner weittragenden Artillerie, von feindlichen Flugzeugen mit Bomben und Brandgeschossen angegriffen, harrten unsere Ballone unerschütterlich aus und halfen durch wertvolle Beobachtungen den Kampf auf der Erde zum Siege zu wenden. Vom 15. bis 22. Juli verloren unsere Gegner insgesamt 239 Flugzeuge, 16 Fesselballone, außerdem 4 Fiagzeuge durch den Heimatluftschutz, wir dagegen E^Z^^zeuge und 41 Fesselballone. Damit sind die höchsten Abschußzahlen für eine Wochenfrist seit Beginn des Krieges erreicht. In innigem Zusammenwirken mit sämtlichen Erdwaffen haben die deutschen Luftstreitkräfte auch in diesen schweren Schlachttagen E^ueut bewiesen, daß in ihnen BölckeS und Richthofens Geist immer wach ist und daß sie die Kraft und den Willen besitzen, in der Luft gleiche Großtaten wie ihre Kameraden auf der Erde zu vollbringen. Das Programm Huffareks.^ 5 ,..„Der neue österreichische Ministerpräsident Freiherr Hussa rer stellte sich gestern tm Abqeordnetenbause mit einer Programmrede vor. An der Spitze fe"ner Au" suhrungen legte er das Bekenntnis zur Fortführung der BundnispolMk mit Teulschland ab. biseinehre? 8 q?r teöe s". In bezug auf die innerpoli- tlschen Fragen bezeichnele ber Ministerpräsident es als seme Aufgabe, eine Atmosphäre des Vertrauens au lchaften und in Wechselwirkung damit eine zeitgemäße v Crro< m tUn ^’ 5 . le Dnn ' Weiter versprach er eine stän- tf Mitwirkung des Reichsrats in Angelegenheiten ' en§ Un6 ÖCä wirtschaftlichen Wte- rhim?» Annahme des sechsmonatigen Budgetproviso- ( «hu einer M°,orität von nur 19 Sti.n- der erste parlamentarische Erfolg des Mmi,terpra,rdenten ntcht gerade glänzend zu nennen ist. Die meisten Wiener Blätter begrüßen mit Beiriedi- Der%rieLf®T iIIi3Un3 öe§ Budgetprovisoriums und He hprnm*hph 6Ue das Abgeordnetenhaus, wobei einen ErL,a°u' Ba6 - Öi ^ nicht zum geringsten Teile vräHdenten ? rfei l ei ] Erklärungen des Minister- Präsidenten Husfarek und ferner Versicherung des r^est- at ? Parlamente bilde. Sie betonen, daß das mino m-wätf ?urch seine Abstimmung die .Hoff- au ^F urfte ' daß es dem neuen Ministerpräsi- ten gelingen werde, seine Zusagen zu erfüllen. Allgemeine Kriegsnachrichten. Deutschlands Kraft ist unerschüttcrt. r ™ cr /' 3bea Nazionale" (Rom) vom 20 Juli schreibt Vorghetli m einem Artikel über die militärische Lage: „Deutschland ist seit Kriegsbeginn immer ein großartiges Beispiel staatlicher Organisation be- ft>nder^ rn militärischer Hinsicht, ein einziger Energie- Brennpunkt, von einer.l einzigen Willen beherrscht und aus dieser eisernen Einheit hat es den Schwung hergeleitet, der seit vier Jahreii seine Heere immer zum Siege führte. Dieser war nur die logische Wirrung des zwischen der moralischen und kriegerischen Vorbereitung bestehenden Zusammenhanges. Kein ernstliche^ Zeichen tut uns bis jetzt dar, daß dieser 8u- sammenhang bedroht sei. Deutschland ist fest und machtvoll geblieben, wie es war." Diese Zugeständnisse könnten im Munde eines so ausgesprochenen deutschfeindlichen Hetzorgnnes wie w '; 3beQ J^ l0l V aIe '' überraschen: zweifellos verbin- M s bas Blatt aber mit seiner Offenherzigkeit die Nebenabsicht, die Wankelmütigen in den ' eigenen mit dem Hinweis auf die Entschlossenheit und niilitarische Tatkraft der Gegner zu beschämen und aufzurütteln. Japaner an die Westfront. bom 18. Juli veröffentlicht ^b.-.^ohsten folgende Phantasievolle Betrachtungen: Ein militärischen Eingreifen des Verbandes in Rußland erlcheint voller Gefahren und Ungewißheiten; jene, > me denken, daß man mit 50 000 Mann Berbandstrup- I Pen das russische Volk wieder in Bewegung bringen könnte,^ vergessen zu leicht, daß Deutschland diesen mühelos 100 000 Mann, denen es dann noch einige maximalistische Regimenter angliedern würde, entqeaen- stellen konnte. Auch bei einem japanischen Eingreifen von Sibirien aus wurden ungeheure materielle Schwierigkeiten zu uberwinden sein. Aber ist denn der Landweg der einzige, der zwischen den Verbandsheeren und denen Japans endlich iene mehr gefeierte als verwirklichte „Einheit der Front ^ zu bewirken vermag? Eines schönen Tages am eine russische Division durch den Suezkanal nach Marseille. Können die japanischen Armeekorps nicht ben.selben Weg einschlagen? Er ist jedenfalls weniger gefährlich und kostspieliger als die Durchquerung Asiens uiid eines Teiles Europas mit der Eisenbahn. Ein sehr einfaches Mittel, den Weg abzukürzen, wäre übrigens, unseren Verbündeten im Orient die T^ül^ont^ anzuweisen, von der man dann die europä- lschen Truppen an die französische Front schaffen könnte. Vielleicht konnte man dann dort endlich kraftvoll Vorgehen und den Vierbund an seinen schwachen stellen, nämlich der Türkei und Oesterreich, treffen Möglicherweise läßt sich Serbien leichter befreien als Belgien; die Lebensader, die von Hamburg nach Mossul geht, könnte durchschnitten, die Türkei' von Berlin getrennt und Rumänien die Hand gereicht werden So würde der im Balkan geborene Krieg zu seinem Ursprung zurückkehren und darin liegt vielleicht für uns die Rettung. Deutsche Strcikhilfc für die Ukraine. Die Lage des ukrainischen E i s e n b a h n e r st r e i k s ist iin wesentlichen unverändert. Eisenbahnzüge außer den diirch das Militär abgefertigten verkehren noch nlcht. Don seiten der deutschen u. österreichisch-ungarischen Behörden ist neben einem erhöhten Bahnschutz gegen etwaige Anschläge militärischer Schutz der Arbeitswilligen und militärische Hilfeleistung im Betriebsdienste eingeLreteu. Durch diese Maßnahinen ist es nach etwa u4 tetunben gelungen, auf sämtlichen Strecketi emen wenigstens ^den dringendsten Bedürfnissen ge- i ringenden regelmäßigen Betrieb wieder herzustellen. Päpstliche Vermittlung für Luxemburg. Um die auf diplomatischen Wege mehrfach ver- gebens angeregte Einstellung der Fliegerangriffe der luxemburgisches Gebiet zu erwirken, wandte suh die Grotzherzogin von Luxemburg an den Papst m J e ' um Vermittlung in dieser Angelegenheit. Der Papst sagte seine Vermittlung zu. Die Einwohner der gefährdeten Strecke erwarten das Ergebnis dieser Vermittlung mit Spannung. Lcttows Kriegszug durch Portugiesisch-Afrika. Aus feindlichen Pressemeldungen geht hervor, datz General v. Lettom Mitte Jilni die Gegend um Villa Esperanza in der Provinz Queltmane besetzt hat. Diese ^^vlnz^grenzt südlich an die Provinz Mozambique, die der Schauplatz der erfolglosen Einkreisungsversuche oer Monate Januar bis Juni gewesen war. Deutsche vorgeschobene Abteilungen scheinen die von dem Hafen- platz Quelunane ausgehenden Bahnlinien bedroht ^b^n, denn diese mußten schleunigst von enalisch-portu- ' b?Mwerd?n^^" * Um genen deutsche Angriffe ‘ Diese Mitteilungen sind ein Beweis für- nmn öer Trupp» von Lettows fo% ©t, b p chien, ist verboten worden. Die Ne- lwna! Security League" har all- Laudesbibliotheken entbalte' Euch auszuleihen, weil es Meinungen uiite?drückt B eS müiten rttli * und deshalb . Amerikas Angst vor den U-Booten. .... Die amerikanische Regierung ordnete eine verschärfte Kontrolle des Schiffsverkehrs aus Meriko mit oen Vereinigten Staaten an in der Ueberzeuquna da durch die spuren der deutschen U-Boot-Tätiakeit in den nordamerikanlschen Gewässern zu finden Die Drä- deutscher'uLoote «Äfe A-as hat Hindenburg vor? In der italienischen Presse herrscht wieder ein- 6^'oßes Rätselraten über die Pläne Hindenburgs ™ ?* Kommentare» der Blatter geht hewör üas man sich sich von den vermutlichen Plänen des beut- scher, Generalstabes keinerlei Bild machen könnte Ueber- inst mmend heißt es: Die noch vor wenigen Tagen stand^unm^'Iassung, daß her aktive deutsche Wider- !rhi>« Un m C ?^ r - a g etn Nückzugsmanöver ncbeutet «r. hs. W?untunter vertretenen Ansicht daß auw '.7 VJS?JTtf? M emes Briefes in die Lage versekt bie Vr*Vm hi* MSWMEALNLM g.S5T”?;-,5,rÄ s;,rHr;*S'*“«"■'W' ä.s ?. Eor befanden, schwer beschädigt lieber ^0 smd gänzlich tot, alle Brutwaben sind zu eine?n 1 f„ en h äuiotnrnengebaat und herausgefallen. Sie Bienen m dem nun auslaufenden Honig ersoffen. Der Summ- Koblkö^fe^n^ >0 ^ftig, daß Körbe im Wagen wie ki.n/i-durcheinander sprangen und bei der An- Politische Rundschau flcn T h ^Staatssekretär des Auswärtigen Amts, üer 1 *lr pfnin. 9 ?' 6 ^ "'"ge Tag- ins Hauptqnar- uer, wo er ewige L,age verweilen wird. * rntini: gegen die Kürzung der Brot- a on ^u-rnde Kürzung der Brot- — zrurzuira der Lirnt- ration wendet sich in einer Eingabe an die Reaie- sn? 9 k> ^ri,^Po^^anö des Deutschen Städtetages 'Es >m> beabsichtigt von Mitte August an dauernd -.00 Gramm ,ur den Tag an Brot auszugeben, statt bern^die^if!^ l f$ ten 3?6 re - Die Stüdtevertreter sor- ?4, n ö r ,e P^^-^aitung dieser Mienge, da sie das Alin- ste/le'^Rei'p-»?^ . b '° Ernährung Notwendigen dar- s.e.le. Be: rechtzeitiger Herstellung von Kario'feltrocken- ouS Neichstngskreisen verdanken, wird nach München tommen. Er wird eine Spruchbehörde ersten Ranaes ftrtP , Un m) Ö t ei r Reichsgericht an Bedeutung nicht „ach- stehen, Mitglieder sollen nicht nur Richter sein son- dern auch in Steuerdingen besonders bewährte Par- , ^tltarier, Wissenschaftler und Männer des qeschäft- t'chen Lebens, die, ohne gerade das Richtererchmen doch nn£^°h )ete Perwaltungsexamen gemacht zu haben doch nach ihren, Stande und nach ihrem Können die werden Mitglieder des Gerichtshofs zu wie s7ch dlese^Ärnch Interesse sein zu sehen, bei öietem fL , nut -uwm allen Dogma gerade stukuuit VnchKwirtschaftliche und politische Voraussetzuna kür Gerichtshof bewähren wird, natürlich ^unter °,>e»°„^Ä^u»g der Richterstellen ist das sorasamste a !ZÄ mftan0<:n ' Da « die Richter auf entsprechend 2hren Aufgaben schlossen worden smd: Biersteuer unn 8!f r e"°r Schaumweiustcuer, ivlineralwchsersteuer 'Kaffee- 11lll J ^eezoll, Branntweinmonopol Ltmianffrupr sinr^ Nemv?,°^^°"^bühr-n, Reichsst°mİ und W-^-' ZWET-MM be?tra«^^^n worden sind, also außer sur den Wegr- sitzfteue'r ^r einmalig ivar. auch für die Be- hnl l « r '- Die wahrscheinlich noch eine arone -wch nS!t\d ar ° le , Erbichaf-s^euer, dw'woK 'äuch für bie^9lhnnha U ^^Er letzten Form entwickelt ist und für dk-° «8,eWu,?."'°""" lmD ^'"»°erkohr . ® n ‘ e ‘ rcit ""' eic Krone. Wn»'S SioSlÄVmtt' Ä nnif<6 * ^udtag die Einsüh. -»Anarchie mit o, gegen öl Stimmen deschlos. erkolote,?'Rps^?^''"'^dr>-hlaanah,ne. Von der soeben erMgten Beschlagnahme der Vorhänge erwarten dw ü bie B Zäl e J l l n , eine -energische und radikale Hil e F oie Waschenot der minderbemittelten Bevölkeruna Von diesem Standpunkt aus >vird die Maßnahme dle Re.^l sympathisch begrüßt werden, zmnal sich Dwnstwohnnnpe^iind^ferner SSfS Z° brochene Gard^en bezieht^Dtt^rfassu^ nahmten Vorräte soll die Organisation des Kleinhan- bestehenden Reichskleiderläaer erfolaen ^ie Reichsklelderlager sollen sich der Tapeziererinnuna und ähnlicher Organisierung bedienen, ntit denen' durch Handwerks- und Gewerbekammertaa ^ien- tralvertrage abgeschlossen werden. Die Durchsübrilna in der Weise, daß zunächst die öffentlichen ^baude, sodann die großen Fabriken und Bureaus und erst daiin, soweit überhaupt noch erforderlich die übrigen nicht von der Beschlagnahme befreiten Räume heiangezogen werden. Wenn auch die Vorbereittwa der Erfassung sofort beginnen soll, wird doch die Ab- nahme der Vorhänge erst dann erfolgen, svenn der Pap.ergarnersatzvorhang, der mit Papiergarn genäht mrd ausnahmebereit vorhanden ist. Ein ^lvaria Aur Annahme dieser Ersatzvorhänge besteht nicht; de? Eiaen- tumer kami anstelle des Ersatzvorhanges, den er 'uii- aen ^!?bubung der vorhandenen Anmachevorrichtun- ^” e l^de Zuzahlung ausgemacht erhält, Geldent- chadigung verlangen. Durch die Gründung einer ^a- serstoff-Vertriebs-Gesellschaft m. b. H. ar!f gemeüwK ger Grundlage ist dafür gesorgt, daß in kurzer Seit j*eW. irürÖerhd ^ n ^^piergarngewebe zur Verfügung (z+r £ schädigte Geldscheine. In den Hamburaer Straßenbahnwageii ist neuerdings folgende Bekannt- 'uachung angeschlagen: „Auf Veeanlassnng der Reicht bank machen wir die Fahrgäste darauf aufmerksam Zfrriisene und geklebte Darlehnskassenscheiue von de» Reichshauptkassen und Oberpostkassen eistgetauscht Werden. Von jetzt ab werden die Schaffner und Schaffnerinnen geklebte und b e s ch ä d i g te lÄ niit mehr annehmen. Die Straßenbahngesellschaft erklärt ^ lhr Darlehnskassenscheine, die aus nicht zufa.n- Halsten zusammengckleüt waren, von der R lch-bank als wertlos znrückgesandt wurden, und zwar auch dann, wenn die Nummer des Scheines unversebrt war. Die Reichsbank berief sich dabei auf eine Bun- desratsverordnung vom 3. Dezember 1914 ^ Publikum immer noch nicht aenüasam den°e"Dar^m^e^?oschadigte oder unbrauchbar gewordene Darlehn-kasse,,scheine nur dann Ersatz geleistet Wird, wenn das erngelieferte Stück zu einem echten Ä TVt «SetWSSfÄ U^aiS 1 ^ SS?« ®Ä: bQ ® 9rÖ6er aIä Me 'H°lfte ist, /ß ,, . verwöhnten Kriegsgefangenen. Fn Borüel (Kreis Verden) halten einige Hofbesitzer da kur' vor neuen Ernte das Brot knapp geworden war, ih?en Kriegsgefangenen zum Morgenkaffee und zum Frühstück gebratene Kartoffeln vorgesetzt, eine Darbietung die für Ä ^^^»^katesse gewesen wäre. Aber wie verabredet verschmähten die Kriegsgefangenen bei ihren verschiedenen Arbeitsherren die Kartoffeln, nicht einmal, sondern an mehreren Tagen. Die hannoverschen 9Ute8 f ® emüt ,el6)t Dic Angehörigen atlt ^? en fcnnen und schätzen lernten ver- standen diesen Spaß indessen nicht; sie hänqten den Brotkorb noch höher. Im Verlauf von einigen Tagen knurrte den Gefangenen der Magen so sehr daß^e nun tapfer ihre Kartoffeln aßen. ” ^ Sechsjähriger, der eine goldene tthr kaust. Uhrmacher in Charlottenburg erschien ein fen^ ""b goldene Uhr kau- Verlan^e,, E^SaftslNhaber ging scheinbar auf das ^erlangen des Zungen ein und forderte 150 Mark. Der it h 9 * e l?” 0rt 120 Mark in Scheinen auf den Tal? n ,l ^Elarte, den Rest holen zu wollen. Er Gpld ^ gleich wieder und brachte das fehlende ttintt über* mHm attate Geschäftsmann genaue Auskunft über Namen und Wohnung der Eltern Ter nannte auch eine Adresse. Dann aber lief er mit de? Erklärung fort, er müsse auf seine jüngeren draußen wartenden Geschwister aufpassen. Das Geld ließ d?n fe lm "N0 die Polizei sucht nun nach verkehrKlostergastftätte. Der Wauder- verreyr ln der Rohii hat neuerdings solchen Umrana angenommen, daß das Kloster auf dem zrreuzbe a ^6bn Mangel an Speise und Trank seine Pforte für Wanderer^ zeitweise geschlossen halten muß. Hofs ^"eßung eines Kirch- yofs. liegen die Schließung des allen Ktrcklwis in Bahn hatte die davon betroffenen Inhaber bereits erworbener und teilweise eingefriedigter Grabstätten denn Regieiungspräsidenten Beschwerde erhoben. Wie jetzt üunl^d!?^?b^ührern mitgeteilt wurde, ist die Schlie- gegenüber den in Rede stehenden Inhabern von Grabstellen unstatthaft. ** Der Leierkasten als Hamsterverßeck Auf dem Bahnhofoon Gnesen erschien dieser Tage ein einarmig?? Drehorgelspieler, um eine Gastspielreise nach Berlin anzutreten Da er ein Paket bei sich trug IS Polizei angehalten, wobei er sich zum Ge- mutzte, vaß bas Paket Fleisch enthielt. Nachdem ihm dieses abgenommen war, hob er cm . rnmrnur Fisrhsang mit Handgranaten Marienthal bei Wildenbrnch wollte der Seraeant der auf Urlaub dort weilt, und der lLischermeister %' n,°chts einen Torfstich befischen. Um zu ein?r aroi,^ > "^Eb ihres Fischzuges zu kommen, beabsichtigte der Sergeant 5sandgranaten ins Wasser zu wcrlen da E h°Yt-. ,° mit leichter Alühe die Fische ans dem Wasser lesen zu können. Dabei explodierte aber eine Granate vorzeitig und verletzte H. so schwer bah I r“ n ^ mit « J ö T Leben davonkommm dür te S kam Mit lerchten Verletzungen davon. . liegen Wucherer. Wie hessische Blät- er berichten, werden schon seit einiger Feit in Dar^- ys'u öffentlichen Anschlagsäulen aus großen Plakaten die Wucherer oder „stillen Bankiers" an den d» förmlrck»"Lvn»^ktdl.ngs hat sich nun in Darmstadt Ll)nch-Veretn gearundet, der seine Wirk- ^omrt begann, daß dieser Tage in einer be- wu^de.^^ Gemeinde ein Wucherer' durchgeprügelt ** Fremdenvcrtrcibnng? Von Burg auf Fehmarn wud dte neueste Verfügung der Kreisversorgung berich- ^orf auf Reisebrotmarken nur die Hälfte de^ Wertes verabfolgt werden. Die beabsichtigte Wir- der Rcffenden.^^ """ 9 ^ bie aII 9 emeiltc Flucht - e T' ? cim Aaficren vom Blitz getroffen. Der Kätner fr?* Sokoligora bei Gollab Ostpr.), ein 65 Jahre r U)nr .^rade in der Küche mit Rasteren be^cha igt, al- ein kalter Blitzschlag sein Häuschen traf und ihn tötete. Gerne Tochter, die bei ihm stond wurde an den Beinen gelähmt. ^ .... .^om Blitz erschlagen wurde in Hörste (Wests) die 10- la^ige Tochter der Eheleute Krnsemüller ^ H Mark vergraben. Ein Kaufmann aus unterschlug rn Leipzig 200 000 Mark und verschwand dann. Ter geschädigten Bank schrieb er um seine Verfolgung zu hintertreiben, einen Brief in dem er mrtteilte daß er der Täter sei, aber freL willig aus dem Leben scheiden wolle. Von dem Gelde beraub ^ 199 000 Mark, die die Bank aber wieder zuruckbekommen hat, weil die Mutter des Anaeklaa- ten bei btesem wiederholt darauf gedrungen hatte Versteck des Geldes anzugeben; dem mütter- .^erlangen ist dann der Sohn schließlich auch nachgekoinmen. ^as Gericht verurteilte den qestän- dlgen und noch nicht bestraften Angeklagten zu einer Gefängnisstrafe von 2 Jahren. * ö 1 UU Dienstboten Ladys. Deutschland leidet nicht allein miter der Tienstbotennot. In einem Londoner Blatt erschien dieser Tage folgende Ai^ hnmv nls Hausmädchen in einem Land- m dem alle Dienstboten (drei) LadhS find" ^ie Tage des „Aristokraten als Schuhputzer" sind schon sehr nahe gerückt, bemerken „Daily ** Ein Schauspieler zum Oberst befördert. Oberst- leutnant Grimm, bis zu- Beginn des Krieges Hoffchau- spieler des fürstlichen Hoftheaters in Gera' wurde is?n D «,w CH befördert. Ter Oberst, der am 17. April JS0 un 4 Badischen Infanterie-Regiment 4-iin(i Wilhelm Nr. 112 m Kolmar wurde, trat als Mafor alil 16. Mai 1905 mit seiner bisherigen Uniform in den Ruhestand. Bei Beginn des' Krieges er Ab der in den Heeresdienst und wurde bald Negimentsrommandeur. Er wurde mehrfach schwer ver- wundet und erwarb sich beide Eiserne Kreuze und das Schwertern ^ Hohenzollernschen Hausordens mit gcftohlcuc Genre-ndrstempel. Dem Gemeinde- voisteher im Giniten wurde zu seiner Ueberrasckiuna ^?Emke im Rheinland der Gemeindestempel nebst schreiben zugesandt, den die dortige Polizeibehörde einer Zigeunerbande abgenommen hatte. GerichtssaaU Jfc***T« ^"lützruttg eines Dienstmädchens in der Sprechstunde wurde der Kandidat der Medizin Lind- Omen praktischen Arzt vertrat, von der Kott- IrlJn® äu sechs Monaten Gefängnis ver- FF?;,„Augerdem wird ihm von zuständiger Stelle die Ausübung der ärztlichen Praxis verboten werden. .Kassee mit Sans. Der Kaufmann Leonhard Keever in Aachen hatte Kaffee-Ersatz aus unqewasche- nen Rüben hergestellt, der u. a. 10 v. H. Sand ent- I ^^dte Aachen und Neuß hatten davon gK°" k, Ncnß hat l00'000 Pfund LsteL aber nur ! e!,0'000 Pfund erhalten. Das Gericht verurteilte den skrupellosen Händler wegen fahrlässiger Nahrunas- ^lschrmg zu einer Geldstrafe von 500 Mark und wegen unerlaubten Handels zu 20 Mark f^-.gsbr-t. In einer Brotver- raussstelle ln Ober hausen hatte man, wie durch Seuaen elnwandfi'el festgvstellt worden war. dreipfündige firiea-- brvte zu 4 Mark verkauft. Tie Ehefrau ^Th lie wL inh b ber Abwesenheit ihres Mannes das Geschäft ver- x em Schöffengericht geltend gemacht, butz nutzt sre, sondern ihre Tochter, die meistens allein ^^eschaft versah, sich diese Preise ohne ihr Wissen hn& C c?. Schöffengericht war der Än- < ^ iau , bs zum nrindesten an der nötiaen Aufsicht hatte fehlen lassen und verhängte eine Geld- strafe von 150 Piart gegen sie, Ihre gegen das Urteil eingelegte Berufung wurde von der Duisburger Straf kammer verworfen. Ufer fahre Weltkrieg. Deuifcblands Prüfung »nd Bewährung Von Rudolph Srratz ES ist hart", furchtbare Wirklichkeit, was seit vier Jahren um uns, durch uns, in uns geschieht Und doch klingt cs wie eine Sage, wie ein Heldenlied aus ferner, grauer Zeit. Wie ein Mythus, in dem die Menschheit ihr Gleichnis dessen kleidete, wessen Menschenwille und Menschenkcoft fähig sind, um das Uebcrmenschliche zu vollbringen, das Unmögliche möglich zu machen- Wer hätte uns vor vier Jahren und ein paar Monden gesagt der größte Teil Europas, fast ganz Asien, ganz Afrika, ganz Australien, fast ganz Nordamerika und halb Südamerika (kurz: Fast die ganze Welt. D. Red.) werden Deutschland mit Krieg überziehen. Mehr als zwölfhu^dert Millionen Menschen werden sich aus ein friedlich . ihrer Mitte lebendes Kulturvolk von 67 Millionen und seine nicht zahlreichen Verbündeten stürzen. Das russische und das britische Weltreich, das chinesische Ricsenreich, die japanische Weltmacht des Ostens, der amerikanische Erdteil, die einen halben Erdteil umfassende Ländermasse Brasiliens, das waffenkundige Frankreich, die Großmacht Italien, das Könige reich Rumänien, mit ein er Ausnahme der ganze Bal kan, Portugal, Haiti, Liberia, ein Gewimmel von Staaten und Raubstaaten hinterdrein — sie alle werden sich die Hand reichen, um im Namen der Kultur das Land Gutenbergs und Goethes, Luthers und Kants, Schillers und Beethovens, Richard Wagners und Robert Kochs zu vernichten. Man wird die Wilden aus dem Herzen Afrikas holen, die Inder über das Meer schleppen, die Rothäute bewaffnen, die Siaimftn einschiffen, die Marokkaner und die Madagassen aufbietrn, die Kosaken loslassen, die Kalmücken und Kirgisen cinstellen. Die Buren werden sich in den Sattel schwingen, die Kanadier zur Flinte greifen, die Australier von Weib und Kind Abschied nehmen, die Aankees die Trommel rühren, die Neuseeländer Heim und Haus verlassen — alles in einem irren Maffenschrei: Ueber den Rhein! Uebec die Weichsel! Nach Berlin! Nach Berlin! Wenn das einer vor vier Jahren und ein paar Monden gesagt hätte, so hätten wir nicht die Menschheit für wahnsinnig gehalten, sondern den, der dies Zukunftsbild entwarf. Und hätte man ihm geglaubt, so wäre das zweite die Frage gewesen: Wie kann selbst ein Volk von Helden gegen eine solche Sinlflut von Feinden sein Land, sein Leben und seine Ehre behaupten? Niemals, solange das Gedenken der Menschen zurückreicht, wurde ein Volk einer solchen Härtung durch das Schicksal unterworfen, wie Deutschland in diesen Jahren. Es war die schwerste Belastungsprobe, die je die Gemeinschaft eines Volkes in Waffen gegen einen zehnfach überlegenen Feind zu bestehen hatte, gegen eine kriegerische Völkerwanderung, die Lawinen bcw'hc- tcr Wilder als Kanonenfutter vor sich herpeitschte, der alle Hilfsmittel, aller Menschcnwitz, alle Naturschätze der Erdkugel wie böse Geister dienten, die, im Osten zumal, auf alle Schrecken des Krieges alle Schrecken der Bestialität häufte. Das war der Krieg. Aber er war nur das erste Verderben, das uns drohte. Hinter ihm schritt das Gespenst des Hungers. England rief cS zu Feuer und Schwert an seine Seite. Die Meere schlossen sich. Die Blockade begann. Großbritannien erklärte den Frauen und Kindern, den Greisen und Kranken in Deutschland den AusrottungSkcstg. Von Frankreich aus wurde die Zerstörung der deutschen Kornfelder durch Brandbomben angeraten. Man schickte den Kriegsgefangenen heimlich Anweisungen zum Anzünden der deutschen Getreidescheunen und zum Vernichten der Kartoffeln. Jedes Mittel schien gegen Deutschland recht. Auch im Ausland. Zu Hundecttausenden und Millionen wurden dort die Deutschen für vogelfrei erklärt, über die Länder gehetzt, die Frauen quer durch Afrika geschleppt, die Greise nach Sidtrien verbannt, alles, was deutsch war, seiner Habe beraubt, eingekcrkert, mißhandelt, getötet. Es war die größte Menschenverfolgung, seitdem cs Menschen auf der Erde gibt. Ja, der böse Feind stets mit Ernst cs mc'.nt: England holte zum dritten Streich aus. Es glaubte auf Grund jahrelanger, geheimer Handelsspionage und 11 5er- wachung des Weltverkehrs g nau den Zeitpunkt berechnet zu haben, wo, infolge der Seesperce, die zur Kriegführung in Deutschland nötigen Rohstoffe versiegten, der Salpeter für den Schießbedacf ausging, Metalle für d.n Geschützstahl mangelten, das deutsche Heer ein Riese ohne Waffe wurde. Dieser Gedanke allein genügte schon, den kranken Hirnen dcS Weltbunds den Tag des Einzugs in Berlin vorzugaukeln. Krank, moralisch krank waren diese Hirne. Sonst hätten sie nicht zur vierten und ckelsten Waffe wider Deutschland gegriffen, zur Macht der Lüge. Eine Springflut von Geifer, Gift und Galle, ein Kotmeer der Verleumdung, ein Trug und Stank ohne gleichen ergoß sich über ein reines, großes und starkes Volk wie das unsere, ein Volk, das so stolz war, daß es sich fast für seine Feinde schämte. Niemals ftüher hätten Menschen solchen Wahnwitz geglaubt. Jetzt brach eine MenschheitSdäwmerung herein. Deutschland stand einsam inmitten einer entarteten Welt. Krieg, Hungersnot, Waffenmangel und Verleumdung — das waren die vier apokalypttschen Reiter, die unheilverkündend wider Deutschland heranbrauften. Ein ehern ruhiges Antlitz sah ihnen entgegen. Deutschland hatte sich, in den Stunden der Not, weit über Irdisches erhoben. Es kannte nicht mehr, was bei anderen Menschen Furcht heißt Es fühlte vom Kaiser bis zum Kärrner nur das eine, daß je ungeheurer sich die Gefahren auftürmten, desto ungeheurere, ungeahnte, weit' übirwindende, wunderwiikende Klüfte in ihm lebendig wurden, und nahm mit Gott, in gläubiger Zuversicht und dem Bewußtsein seiner gerechten Sache, den Kampf umS Dasein auf. Und siegte. Der Krieg? Leuchtend stieg, schon in den ersten Tagen deS Kampfes, über Tannenberg die Siegessonne empor. Sie blieb uns treu. Königreiche zerschellten. Das Zarenreich zersplitterte. Der Westen wankte unter deutschen Schlägen, lieber vier feindlichen Hauptstädten wehte die deutsche Fahne Millionen von Gefangenen füllten die deutschen Lande. Die stärksten Festungen der Gegner stürzten in den Staub Ties stehen unsere Heere überall in Feindesland. Paris vernimmt den Donner ihrer Geschütz'. England schleuderte vergeblich ein Volk nach dem anderen in den Wellbcand. Rief olle seine Hörigen der Erde auf Umsonst, der Mensch besiegt die Masse, Deutschland die Welt. Die Hungersnot? Auf Deutschlands Feldern reift eben jetzt zum vierten Male das Korn. Frauen, Kinder, Knaben bringen es ein. Kriegsgenesende helfen, Gefangene. Die Zeiten sind schwer und voll Entbehrung, das wissen wir — aber Deutschland daheim so stark wie je! Von der Fremde abgeschnitten, zog es gleich dem Riesen der Sage aus der Berührung mit der eigenen Muttererde immer neue, unbczwingliche Kraft. Es stampfte Armeen aus dem Boden. Ihm wuchs das Kornfeld auf der flachen Hand. Der Waffenmangel? Wie aus Hochburgen des Kriegs leuchtet des Nachts das Licht aus deutschen Laboratorien. Deutsche Gelehrte wachten. Forschten, fanden. Kreuzten über Länder und Meere die Klinge mit denen der fernen Gegner, entrissen ihnen die Wehr, schmiedeten sie neu zu Deutschlands Ehr'! Das deutsche Volk der Arbeit stand hinter ihnen. Männer und Frauen zu Millionen. Der Geist zwang den Stoff. Der deutsche Siegfried hämmerte sich aus eigenem AmboS sein Schwert, daß es heute schneidender denn je in se ner Hand blitzt. Die Lüge? Wir schlugen sie, indem wir zu stolz waren, sie zu sehen. Heute wirken Londons Verleumdungen fadenscheinig wie Vogelscheuchen im Herbst. Niemand glaubt mehr daran. Unsere Antwort auf alle Schmähworte der Gegner war immer nur die Tat, die schweigende Tat, die siegende Tat. Im Anfang war die Tat; die Tat soll auch das Ende dieses ungeheuren Ringens sein. Kein Wort allein, kein bester Wille auf unserer Seite bringt der Menschheit Erlösung, solange der Rest unserer Feinde auf ihrem blutigen Wahnsinn eines Kreuzzugs wlder Deutschland verharrt. Diesen Wahn heilt nur das Schwert. Es wird gut vollenden, was es gut begann. Noch stehen wir mitten in der letzten Prüfung. Aber eine Stimme von oben sagt uns: Ein Volk, das die Wunder voll brachte, die schon hinter uns liegen, das schreitet auch aufrecht und siegreich bis zum Schluß, zum Frieden überall, zu neuer deutscher Kraft und Herrlichkeit. * Wetzlar. Im Alter von 7'8 Jahren erlag hier vergangene Woche einer Lungenentz jündung Generalleut- nonnt z. D. Walter von Leczwar; j owskh. Der Verstorbene übernahm 1894 das Kommand o der 37. Infanterie- Brigade in Oldenburg. In dieser E ftellung war von Lec> zwarzowsky der unmittelbare Vorgesetzte Hinden- burgs, der damals Oberst des 91. Jnsantecie-Regi- mentS in Oldenburg war. Generalfeldmarschall von Hindenburg hat seinem einstigen Brigcrrdekommandeur bis an den Tod ein treues Andenken bewahrt und ihm noch in den letzten Lebenslagen herzliche Grüße und Wünsche gesandt. Bei der getzriege» Beisetzung auf dem Friedhofe in Wetzlar erwähnte der Geistliche ein Wort Hindenburgs, das so recht den Dank deS Marschalls an den Verewigten ausdrückte. Es lautet: „Ohne Oldenburg kein Tannenberg!" In dem Beileidstelegramm, das der Feldmarschall den Hinterbliebenen sandte, heißt es: „Tiefgebeugt sende ich Ihne» den Ausdruck innigster Teilnahme. Ein edler Mann und hertwrcagender Soldat ist mit dem teuren Entschlafenen vvn uns gegangen. Ich werde meinem einstigen, hochverehrten Vorgesetzten stets ein dankbares treues Andenken bewahren. Ec xuhe sanft in Gottes Frieden. Felmai schall v. Hindenburg." Verantwortlich: Albin Klein in Gießen. 4 Aus dem amtliche« Kreis bl att. Ersatzmittelstelle der Provinz Oberhessen, 25. 7.18: Die Geschäfts stelle befindet sich im Gebäude der Großh. Handelskammer, Lonystraße 7. Alle in der Provinz Oberhessen her- gestellten Ersatzmittel müssen angemeldet werden mit Ausnahme derjenigen, die durch besondere Berordnung des Kriegsernährungsamtes von der Anmeldepflicht befreit sind. Großh. Ministerium des Innern, 15. 7. 18: Richtpreise für Klee -, Gras-, Futterrüben - u. Futterkräutersamen. Kreisamt Gießen, 22. 7. 18: Verbot des vorzeitigen ErntenS von Herbstgemüse und Rüben. Kreisamt Gießen, 22. 7. 18: Verteilung von Schuhwerk für landwirtschaftliche Arbeiter. Der Zivilvorsitzende der Ersatzkommission des Kreises Gießen 25. 7.18 : Die sich zur Landsturmrolle meldenden Personen haben sich auch beim Einberufungsausschuß zu melden. Hessische Landes-Gemüsestelle, 22. 7.18: Festsetzung von Erzeugerund Handelshöchstpreisen für Gurken. Großh. Ministerium des Innern, 18. 7.18: Verkehr mit Getreide, Hülsenfrüchten, Buchweizen und Hirse aus der Ernte 1918 zu Saatzwecken. Kreisamt Gießen, 26. 7. 18: Ausbreitung der Bartpflcchte. Kreisamt Gießen, 25. 7. 18: Beglaubigung von Rentenquittungen nach den Bestimmungen der Reichsversicherungsordnung. -.5 und Land. ** In letzter Zeit wird gelegentlich über die Kleb fähigkeit der Briefmarken und die Beschaffenheit des Papiers der amtlichen Postkarten geklagt. Die Postverwaltung stellt nicht in Abrede, daß sich in beiderlei Hinsicht die Verhältnisse gegen früher etwas verschlechtert haben. Die Ursache davon ist in gewissen Schwierigkeiten zu suchen, die sich neuerdings bei der Herstellung des Klebstoffs und des Papiers ergeben und die sich vor der Hand nicht beseitigen lassen. Sie müssen als eine Begleiterscheinung des Krieges hingenommen werden. Um zu erreichen, daß die Marken möglichst gut haften, empfiehlt es sich sehr, wenn die Verbraucher sie vorsichtig und nur mäßig anfeuchten. Andernfalls wird von der Klebstoffschicht zuviel fortgenommen, sodaß die Marken dann unter Umständen abfallen. Kad Salzschlirf. Die Möbel- und Hausgeräteversteigerung des Hotels „Terminus", die drei Tage währte, erbrachte mehr als 80 000 Mark, ein Erlös, der den An- jchafflmgswert des Inventars um ein Vielfaches überragt. nordd«»tfcb«r Lloyd Sternen m . JlffeKuranz empfiehlt Reifegepäck- Uerficbermig zu wattigen Prämien. 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