Bezugspreis 60 pfg. monatlich vierteljährlich 1,80Mk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Ab geholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,50 Mk. — Erscheint Mittwochs und y Samstags. — Redaktionsschluß früh 8' Uhr. — Für Aufbewahrm^ oder Rücksendung n ich t verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der „Gietzeuer Zeitung", Gießen. Expedition: Züdanlage 21 (Sliefteuer Tageblatt) Anzeigenpreis 20 pfg. die 44 mm breite Petitzeile, für Auswärts 30 Pfg. Die 90 mm breite Reklame-Zeile 72 Pfennig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberfchreitung des Zahlung-- zieleS (30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Druck der Gießencr Vcrlagsdruckerei, Albin Klein. Ar. «3. Telephon Rr. 362. Samstag, dm 20. Juli 1918, Telephon Rr. 362. 31. Jahrg. Die französische Gegenoffensive zwischen AiSne n. Marne siegreich abgeschlagen. Seit 15. Juli über 20000 Gefangene gemacht. 23000 u. 16000 Br.-R -T. = zusammen 39000 Br.-R.-T. versenkt. Aus dem amtlichen Kreisblatt. Der Staatssekretär des Kriegsernährungsamts, 27. 6. 18: Höchstpreise für Getreide, Hülsenfrüchte, Buchweizen und Hirse. Gemüsekonserven-Kriegsgesellschaft m. b. H., 6. 6. 18: Verarbeitung für Gemüse und Obst. Kreisamt Gießen, 15. 7. 18: Festsetzung der Kleinhandelspreise für Kartoffeln (bis auf Weiteres 14 Pfennig für das Pfund). Kreisamt Gießen, 16. 7. 18: Die Liste der über den Handel mit Sämereien zugelassenen Samenhändler. Kreisaml Gießen, 15. 7. 18: Die Riemenfreigabestelle zur Versorgung mit Reparaturftücken für Treibriemen an Dreschmaschinen besitze r. Ministerium des Innern, 11. 7. 18: Neue Fassung über den Handel mit Gänsen. Kreisanlt Gießen, 16. 7. 18: Die Erhebung von Deckgeld für Bedecken der Stuten in 1918. Die Vorsitzenden der Veranlagungskommissionen für die Finanzämter in Gießen, Butzbach, Grünberg und Hungen, 15. 7.18: Die Abgabe der,Steuererklärungen für das Steuerjahr 1919. Hessische Landes-Gemüsestelle, 17. 7.18: Die Bewirtschaftung der Möhren. Ministerium des Innern, 9. 7. 18: Bekanntmachung betreffend Bekämpfung des Schleichhandels durch Kontrolle des Transports der wichtigsten Lebensmittel auf der Eisenbahn. Bei Versendung dieser Güter mit der Eisenbahn ist eine Abschrift der Beförderungspapiere (Frachtbrief, Eifenbahn- paketadresse) in einem an die ReichSgeireidestelle, Abteilung Frachtprüfung, angeschriebenen (adressierten) und frei gemachten Umschläge dem Beförderungsunternehmer zu - übergeben. Zur militärischen Lage im Äesten. Paris, 16. Juli. Meid. d. Agence Havas Die Beschießung dr Gegend von Paris durch das weittragende Gtschütz wurde am Dienstag fortgesetzt. Schweizer Grenze, 19. Juli. Das „Secolo" meldet aus Paris, daß las ^lgcnwärtlge Bombardement das schwerste fit Beginn der Fernbe^chießung sei. Man habe Grund onzunehmen, daß die Geschütze naher an'Paiis h.rungerückt sind und Flieger das Feuer lüicn. Die Zahl d-r Opfer und der Sachschaden sei bedeutend. » Köln, 19. Juli. Wie der „P^ogrcs de Lyon" mel- det, w.rden die Städte in der Gegend von EHalo ns durch neue deutsche Ferngeschütze beschossen. Amtliche üeulscde Qgezvericblr. wtb. Großes Hauptquartier, 17. Juli 1918. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Nupprccht. Die Kampstätigkeit lebte erst m den Abendstunden auf. In Erkundungövorpötzen südwestlich von Upern machten wie Gefangene. Südwestlich v n Hcbulerne hat der Feind seine Angriffe ohne Ecsolg wtedeiholt. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Oectliche Kämpfe am Savieresgiunde und westlich von Chateau Thicrcy. Südwestlich von Eourtemont schoben wir unsere Linien bis an den Surmelinabschnitt heran. Heftige Gegenangriffe führte der Feind mit ; starken Kräften gegen unsere Front aus dem Südusec der Mcnme. Seine Angriffe brachen unter schwersten Verlusten, teilweise noch erbittertem Kampfe, vor unseren Linien zusammen. Auf dem Noidnfec der Marne wurden t.ie erfolge des ersten Ai-griffstages erweitert. Nach Abwehr französischer Gegenangriffe sticßrn wir dem Feinde bis auf die Höhen nördlich von Venteuil nach und kämpften uns durch den Nodezat und Königs- wald hindurch. Beiderseils der Ardce warfen wir den Feind auf dos Reimsec Lergland zwischen Nanteuil und nördlich von Pourcy zurück. Oestlich von Reims ist die Lage unverändert. Wir hielten die feindlichen Linien unter starken F uec und y veibssertcn an der Römnstiaße und an der SuippeS unsere Stellungen, No. dw. slllch von Massiges nahmcn wir einige befisttgte Höhen. Die Gesangenenzahl ist auf mehr als 18Ü00 ge stiegen. lieber dem Kampffelde wurden gestern von neuem 36 feindliche Flugzeuge und 2 Fesselballone abgeschossen. Leutnant Menkhoff errang seinen 37. und 38., Leutnant Loewcnhardt seinen 37, Oberleutnant Lorrzec seinen 26 , Leutnant Bolle seinen 22 und Vizeseldwcbel Thom seinen 21. Luflsieg. Der Erste Generalquartiermeistec: Ludendocff. Berlin, 17. Juli, abends, Ecncute Gegenangriffe der Franzosen auf dem Südusec der Marne wurden abgewiescn. Im übrigen ist die Lage unverändert. • Berltn,. 17. Juli. Unsere Unterseeboote versenkten im Sperrgebiet um England 23 000 Bruttoregistec. tonnen. Der Chef des Admiralstab? der Marine. ntb. Großes Hauptquartier, 18. Juli 1918 Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Nördlich von Lens und östlich von Villers-Bretonneux wurden örtliche Angriffe des Feindes abgewiesen. Die tagsüber mäßige Gefichtstäligkeit lebte am Abend auf und nahm während der Nacht zeitweilig südwestlich von Upern und bä Wiederholung der feindlichen Angriffe östlich von Ville:s Bcetonneux größte Stinke an, Bel reger E.kundungstätigkeit machten wir mehi- fach Gefangene. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz: Die Armee des Generalobersten v. Boehn stand gestern tagsüber in schwerem Kamps Durch neu heran- geführte Divisionen verstärkt, setzte der Feind von neuem nach mehrstündiger Aitillericvorbeceitung zu großen einheitlichen Gegenangriffen gegen unsere ganze Front südlich der Marne an. Am Abend war die L-chlackt zu unseren Gunsten entschieden. Unter schwersten Verlusten brachen die Angriffe des Feindes zusammen. Aus kleinen Ortschaften südöstlich von Mareuil, in die der Feind vorübergehend eindrang, warf ihn unser Gegenstoß wieder hinaus. Auch auf dem Nordufec des Flusses versuchte der Feind vergeblich, unü unsere Eifolge streitig zu machen. Bei Erstü'mung eines Bergrückens südlich von Pouicy nahmen wir seine Besatzung mit ihrem Regimcntskom- mandenr und mehreren Geschützen gefangen. Oestlich von Reims ist die Lage unverändert. Artilleriefeuer wechselnder Stärke. Nordwestlich von Massiges führte der Feind kleinere Angriffe, die in unserem Gegenstoß zusam menbrachen. Gestern wurden 23 feindliche Flugzeuge abgcschossen. Leutnant Jacob errang seinen 23. Lustsieg. Der Erste Generalquartier Meister: Ludendorff. 9 Berlin, 18. Juli, abends. Zwischen Aisne und Marne hat der Franzose mit starken Kräften und Panzerwagen angegriffen und etwas Gelände gewonnen. Unsere bereitstehenüen Reserven haben in den Kampf cingcgriffen. 9 Berlin. 18. Juli. AuS stark gesicherten Geleit- zügen versenkten unsere Unterseeboote tm Mittelmeer 4 Dampfer hon rund 16000 Bruttoregtstertonnen. Ein Dampfer von mindestens 6000 Bri. wurde durch Torpedoichuß schwer beschädigt, konnte aber noch in den nahen Hafen cinlaufen. Außerdem wurden 4 keine Segler versenkt. , Der Chef des Admiralstabes der Marlne. 9 wtb. Großes Hauptquartier, 19. Juli 1918. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht Die Kampftätigkeit lebte am Abend auf. Bet Er kundungen machten wir mehrfach Gefangene. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Zwischen Aiöne und Marne ist die Schlacht von neuem entbrannt. Der Franzose hat dort seine lang erwartete Gegenoffensive begonnen. Durch Verwendung stärkster Geschwader von Panzeckcaftwagen gelang es ihm, zunächst überraschend an einzelnen Stellen in unsere vorderste Jnfant.rte- und Artillerielinie etnzubrechen und unsere Linien zurückzudrücken. Weiterhin haben unsere SllllungSdiVisionen im Verein mit bereitstehenden Reserven einen feindlichen Durchbruch vereitelt. Gegen Mittag waren die französischen Angriffe in der Linie südwestlich von SolffonS — Neuilly — nordwestlich von Chateau Thierry zum Scheitern gebracht. Am Nachmittag brachen an der ganzen Angrtffsfcont sehr starke Teilangriffe des Feindes an unseren neuen Linien zusammen. Die dem Kampsfelde zustrebenden feindlichen Kolonnen waren das Ziel unserer erfolgreichen Schlacht- sliegcr. Unsere Jagdflieger schossen 32 Flugzeuge deS Gegners ab. Leutnant Loewenhardt errang seinen 38. und 39., Leutnant Bolle seinen 23 und 24, Leutnant Go hring se neu 22. Luftsieg. Gegen die Südfront der Marne hat der Franzose nach seinen Mißerfolgen am 16. und 17. Juli nur noch Teilangriffe südöstlich von Mareuil geführt; sie wurden abgewiesen. Zwischen Marne und Reims und östlich von Reims blicb Die Gefechtstäligkeit auf örtliche Kampfhandlungen beschränkt. Feindliche Angriffe im Königswalde und beiderseits von Pourcy scheilecten. Bei erfolgreichem Vorstoß nordwestlich von Prosnes und bet Abwehr feindlicher Teilangriffe an der Suippes und beiderseits von Perthes machten wir Gefangene. Die Zahl der seit 15 7. eingebrachten Gefangenen hat 20000 überschritten. Der Erste Genecalquartiermeister: Ludendorff. Berlin, 19. Juli, abends. Oertltche Kämpfe nördlich der Ly?. Auf dem Schlachtfelde zwischen der Aisne und Marne ist ein erneuter französischer Durchbruchs- Versuch unter schwersten Verlusten für den Feind ge- scheitert. _ __ Aus Staat und Land. Uackeriheiui. Vor einiger Zeit hatte eine Frau Zimmermann ihrem Sohn, der Johannisbeeren im Felde entwendet hatte, mit einer Art schwere Verletzun- gen am Kopfe hergebracht. Rach dem Vorfall stürzte sie sich mit ihrem jüngsten Kind in den Rhein. Das Kind ertrank, während die Mutter von Soldaten gerettet wurde. Jetzt, nachdem die Frau wieder hergestellt ist, wurde sie tn Untersuchungshaft genommen. * Camberg bei Wiesbaden. Die Gemeinde hat für ihre Einwohner 200 Stück junge Gänse eingekauft, die vorläufig noch in der Obhut der Stadt gehalten und von ihr qi füttert werden. Damit aber die Freude auf einen leckeren Martinsvogel nicht etwa durch Spitzbuben zu Wasser wird, ist man auf die schlaue Idee gekommen, die Gänse während der Nacht in eine Einfriedigung zu treiben, deren Drahtzaun von dem Elektrizitätswerk aus mit Starkstrom geladen wird. * Ahlen. Der 13jährige Quartaner unseres Realgymnasiums, Gerhard Fred.' aus Ostenfelde. erhielt vom komm. General ein Ehrendiplom, weil er die Festnahme von zwei flüchtigen englischen Kriegsgefangenen bewirkt hat. Der Schüler, ein schwächlicher Knabe, verfolgte in vierstündiger Hetzjagd die Flüchtlinge in den Ennigerlohec Gebüschen. Nachdem die Ausreißer wiederholt hatten bewerten müssen, daß die Büchse deS Verfolgers nicht blind geladen war, gaben sie in der Nähe deS Gefangenenlagers Hoest die Flucht auf. * Der Storch als Kirrderrväschedieb. Von der Bleiche des Kolon Heitmeyci: tn Heithöfen bei Lübbecke waren Wäschestücke entwendet, und eS fiel auf, daß gerade kleinere Wäschestücke, besonders Ktnderwäsche, fehlte, während man größere und offenbar wertvolle Wäschestücke verschmäht hatte. Man kam aus den Gedanken, einmal Haussuchung zu halten bei dem Storche »paar, das oben aus dem Hausdache seine Wohnung bezogen hatte. Und siehe da: der Verdacht bestätigte sich voll und ganz. In dem Storchnest fand man die vermißte Kinderwäsche. Die Reichsgetreideordnung für di« Ernte lyls. Die am Freitag ar cgebene Nummer 73 des Reichs- Gesetzblatts enthält die am 29. Mai vom Bundesrat erlassene Reichsgetreideordnung für die Ernte 1918. Die neue Reichsgetreideordnung unterscheidet sich von der Reichsgetreideordnung für die Ernte 1917 vom 21. Juni 1917 nur unwesentlich. Diese hat sich in der Praxis bewährt,' insbesondere hat die Uebertragung der Bewirtschaftung von Futtergetreide und Hülsenfrüchten auf die Reichsgetreidestelle den an sie geknüpften Erwartung n entsprochen. Die Vorschriften der vorjährigen Reichsgetreideordnung konnten daher im allgemeinen auch für das neue Wirtschaftsjahr beibehalten werden,' vor allem ist an dem bisherigen System der Bewirtschaftung festgehalten worden. Von wichtigeren Neuerungen seien folgende hervor- gehobeni Zunächst sind Mais und Lupinen in die neue Reichsgetreideordnung einbezogen worden. Bei der Knappheit der Lebensmittel muß grundsätzlich darauf hingewirkt werden, den Mais, dessen Anbau in Deutschland sich im Kriege erheblich vermehrt hat, zur menschlichen Ernährung heranzuziehen und ihn ebenfalls durch die Reichsgetreidestelle bewitschaften zu lassen. Ferner sind mit Erfolg Versuche gemacht worden, die Lupinen nach Entbitterung zur menschlichen Ernährung zu verwerten. Die Bewirtschaftung der Lupinen durch die Reichsgetreidestelle ist daher ebenfalls erforderlich. Da die Beschlagnahme erst mit der Trennung vom Boden eintritt, wird die Verwendung von Lupinen zur Gründüngung durch ihre Einbeziehung in die Reichsgetreideordnung nicht berührt. Die Grünfütterung von Mais und Lupinen bleibt nach wie vor zulässig. In Anlehnung an die Brotgetreideverordnung vom Jahre 1916 werden die zur Ernährung der Selbstversorger und zur Bestellung der Grundstücke den Landwirten zu belassenden Mengen in der neuen Verordnung selbst genannt. Die Sätze entsprechen im allgemeinen denen des Vorjahres. Hinsichtlich der zur Fütterung bestimmten Mengen erschien es zweckmäßig, die Festsetzung dem Reichskanzler zu überlassen, die im August getroffen werden wird. Zur sicheren Erfassung der Früchte hat es sich als wünschenswert herausgeftellt, daß die Verpflichtung eine kaufmännisch eingerichtete Geschäftsstelle zu unterhalten, die bisher nur für die selbstwirtschaftenden Kommunalverbände bestand, künftig auf alle Kommunalverbände ausgedehnt wird. Die Geschäftsführung der Reichsgetreidestelle wird dadurch besonders erschwert, daß am Ende des Wirtschaftsjahrs die Zahl der von ihr zu versorgenden Bezirke durch den Zuwachs der Teilselbstbewirtschafter wächst. Daher ist eine Beschränkung des Rechts der Selbstwirtschaft auf solche Kommunalverbände erfolgt, die nach den Erfahrungen der Wirtschaftsjahre 1916 und 1917 mit ihrer Brotgetreideernte ihre Bevölkerung wenigstens bis zum 15. Juni 1919 ernährenk önnen. Die übrigen Neuerungen sind überwiegend technischer Natur. Die Ranottelversorgung im ttlirtfchaftsjahr lyISjly. Der Bundesrat hat in seiner Sitzung vom 2. Juli 1918 dem Entwurf einer Verordnung über die Kartoffelversorgung zugestimmt. Die neue Verordnung läßt die bisherige Verordnung über die Kartoffelversorgung im Wirtschaftsjahr 1917/18 vom 28. Juni 1917 (Reichsgesetzblatt Seite 569) mit einigen Abänderungen in Geltung. Die Änderungen sind nicht grundsätzlicher Natur. Sie beschränken sich, abgesehen üou der zeitlichen Ausdehnung der Gültigkeit der Verordnung, auf eine Ausgestaltung der verwaltungsmäßigen Befugnisse zur Durchfürung der Aufbringung der Kartoffeln und einige redaktionelle Verbesserungen. Der Vorstand des Kriegsernährungsamts, der Ernährungsbeirat des Reichtags, sowie Vertreter der Bedarfs- und Ueberschußverbände, der Landwirtschaft und der beteiligten Industrien sind zu dem Entwurf gehört worden und haben ihm, von Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich einiger Einselbestimmungen abgesehen, ihre Zustimmung erteilt. Die neue Verordnung tritt mit dem 1. August in Kraft. Die Bestimmungen der Verordnung über Kartoffeln vom 16. August 1917 (Reichsgesetzblatt Seite 713) sowie die weiteren Bestimmungen, welche auf Grund der alten Verordnung über die Kartoffelversorgung im Wirtschaftsjahr 1917,18 vom 28. Juni 1917 erlassen worden sind, bleiben bis zu ihrer Aufhebung oder Abänderung in Geltung. Im Laufe des August, sobald sich die Ernteergebnisse annähernd übersehen lassen, wird alsdann, wie im Vorjahre, durch die im Nahmen der neuen Verordnung vom Staatssekretär des Kriegsernährungsamts, der Reichskartoffelstelle und der Landesbehörden zu erlassenden Ausführungsbestimmungen die nähere Ausgestaltung der Bewirtschaftung erfolgen, welche insbesondere den Umfang und die Sicherstellung der Ernte, die Abgrenzung des Bedarfs der Selbstversorger, die Festsetzung der Ration der versorgungsberechtigten Bevölkerung, sowie die näheren Verpflichtungen der Kommunaloerbände und Vermittlungsstellen zu regeln haben wird. Der Verkehr mit Saatkartoffeln wird, wie im Vorjahre, durch eine besondere Verordnung des Bundesrats geregelt werden. KrifpwirlF ban!icöe$. * Aufkauf von Gastrvirtsmäfche. Da zur Zeit neue Rohstoffe für die notwendigste Bekleidung und die sonstigen unabweisbaren Bedürfnisse der Bevölkerung kaum mehr zu beschaffen sind, muß aller unnötige Verschleiß von Gastwirtswäsche verhütet und müssen alle zur Ietzzeit entbehrlichen Bestände erfast werden. Die Reichs- bekleidungsstelle ist deshalb gezwungen, nunmehr einerseits aufs nachdrücklichste gegen die zahlreichen Uebertre- tungen der Bestimmungen vorzugehen, andererseits weitgehend die entbehrlichen, zum Teil nutzlos daliegenden Wäschestücke an sich zu ziehen. Es ist deshalb Pflicht jedes einzelnen Gliedes aller hierfür in Betracht kommenden Kreise, den von der Reichsbekleidungsstelle durch ihren amtlichen Aufkäufer und seine Beauftragten veranlaßten Aufkauf aller nur irgend entbehrlichen Wäsche mit größtem 'Nachdruck zu fördern und sich von jeder Maßnahme, die ihm zu hindern oder zu erschweren geeignet ist, wie es mehrfach geschehen ist - fernzuhalten. Was die Reichsbe. kleidungsstelle nach eingehendsten Erwägungen als entbehrlich erachtet, ist in den folgenden Richtlinien festgelegt: a) von Hotels Pensionen, Sanatorien, Gastwirtschaften und sonstigen in der Bekanntmachung vom 25. August 1917 bezeichneten Unternehmen, deren Betriebe stillliegen, sollen 750/0 der Tischwäsche, 50"/o der Bettwäsche und 50°/o der Hauswäsche-der Fläche nach gerechnet abgegeben werden, k) von sonstigen Betrieben sollen 75°/ 0 der Tischwäsche- der Fläche nach berechnet aufgekauft werden. Bett- unfr Nachrichten Bautätigkeit und Wohnungsnot Der soeben erschienene Jahresbericht des Kaiserlichen Statistischen Amtes über die Bautätigkeit und den Wohnungsmarkt im Jahre 1917 läßt eine weitere Berschlimmeruna der bedrohlichen Zustände erkennen. In 22 großen Städten, für die Angaben Vorlagen, wurden im Jahre 1917 zu sammen nur noch 117 Baugenehmigungen für Neubauten von Wohnhäusern erteilt gegen 640 im Jahre 1916. Ebenso war der Zugang an fertiggestellten Wohngtbäuten 1917 durchweg bedeutend geringer. Wir stehen im ganzen vor einem nahezu völligen Zusammenbruch der Bautätigkeit für Wohnungszwecke im vergangenen Jahre. So kann es nicht wundernchmea. daß auch der Wohnungsmarkt sich immer bedrohlicher gestaltet. Bon 44 großen Städten, für die mit den früheren Jahren vergleichbare Angaben Vorlagen, hatten 1917 nur noch 8 den oft als normal betrachteten Satz von 3 Prozent leerer, dem Bedarf zur Verfügung stehender Wohnungen oder mehr; 15 von den 44 Städten hatten 1917 sogar nicht einmal 1 Prozent leerstehender Wohnungen und alle 44 mit Ausnahnie von dreien wiesen gegen das Vorjahr einen Rückgang in der Zahl der leerstehenden Wohnungen auf. * Eine Vergünstigung für die Hanskeftlrer Wie die ..Voss. Ztg." erfährt, hat der Abg. Arendt in der Gemcindekommiision d«s Abgeordnetenhauses bean tragt, daß den^Hausbesitzern die Möglichkeit gegeben werde, bet der Steuereinschätzung eine Abnützungsquvte bis zur Höhe von 10 v. H. anzuziehen. Bisher war die zulässige Höchstgrenze 1 I 2 v. H. Der Antrag wurde einstimmig angenommen und auch von der Negierung unter Hinweis auf die Kciegsnot als nicht unbillig anerkannt. » Verbotene Wohnrrngskündigungen. Um ungerechtfertigten Wohnungskündigungen zu begegnen, hat der für Grrriiö- it Kommandierende General in Münster für seinen Korpsbereich den Vermietern verboten, Wohnungen ohne Einverständnis der Mieter zu kündigen oder nach Ablauf eines Mietvertrages an andere als die bisherigen Mieter zu vermieten oder sonst zu überlassen oder selbst in Benutzung zu nehmen, falls nicht der Leiter des Kommunalverbandes oder eine von diesem bestimmte Dienststelle oder Kommission der Kündigung u.s.w. zugestimmt hat. Diese Bestimmung gilt entsprechend für das Verhältnis zwischen Mieter und Untermieter. Die Zustimmung kann, wie das „B. T." berichtet, dann versagt werden, wenn durch die Kündigung die Beschaffung einer anderen geeigneten Wohnung für den bisherigen Inhaber in Frage gestellt wird, oder wenn die Kündigung anläßlich des Uebergangs des Grundstücks auf einen andern Eigentümer oder in der Absicht erfolgt, den Mietpreis in ungerechtfertigtem Maße zu steigern. Ferner wird verboten, Wohnungen unbenutzt zu lassen, ohne sie binnen zwei Wochen zu angemessenem Preise dem Kommunalverband zur Verfügung zu stellen. Hierunter fallen auch Teile der Wohnungen, die ohne Beeinträchtigung der Benutzung der übrigen Räumen von der Wohnung abgetrennt werden können. Als unbenutzt gelten Wohnungen und Räumlichkeiten, wenn sie vollständig leer stehen oder lediglich zur Aufbewahrung von Gegenständen dienen, die in Lagerräumen aufbewahrt werden können. * Sicherung der Zentralheizung durch die Mieter. E i n Urteil des K a m in e r g e r i ch t s. Ein für die weitesten Kreise sehr beachtenswertes Urteil hat das Kammergericht in letzter Instanz gefällt. Ein mit ungeo dneter Vermögenslage kämpfender Haus besitzec hatte während der letzten beiden Winter nur sehr mangelhaft geheizt. Da die Mieter in der kom mendnr kalten Jahreszeit nicht nochmals frieren und Hauswäsche soll nur im Falle des Vorhandenseins besonders großer, für den derzeitigen Betrieb nicht benötigten Bestände nach besonderer Einselprüfung der vorliegenden Verhältnisse abgefordert werden. Auch die nach tz 8 der Bekanntmack ung vom 25. August 1917 von der Meldepflicht befreiten Kleinbetriebe unterliegen der Beschlagnahme und sind in gleiger Weise zur Abgabe von Wäsche heranzuziehen. Die Vergütung für die freiwillig abgegebene Wäsche erfolgt in der Weise, daß für ungebrauchte Ware, die im Frieden gekauft wurde, der Einkaufspreis des Verkäufers zuzüglich 20 Prozent für ungebrauchte Ware, die während der Teuerung im Kriege gekauft wurde, der Einkaufspreis zuzüglich 6 Prozent Zinsen seit dem Tage des Erwerbs durch den Verkäufer gezahlt wird. Für gebrauchte Wäsche ist von diesen Preisen je nach dem Grade der Abnutzung ein der Wertverminderung entsprechender Abzug zu machen, dessen Höhe von dem sachverständigen Einkäufer nach Prüfung der Ware festzusetzen ist. * * Bcscheinigungspsttcht von Beschlagnahmen. Um Mißbräuchen bei der Beschlagnahme von Lebens- und Futtermitteln vorzubeugen, hat der Staatssekretär des Kriegsernährungsamts die Bundesregierungen ersucht, Anordnung zu treffen, daß die zur Ueberwachung des Verkehrs mit Lebens- und Futtermitteln bestellten Personen bei der Beschlagnahme von Waren, die sie in Ausübung dieser ihrer Ueberwachungstätigkeit vornehmen, eine Bescheinigung ausstellen, aus der Art und Menge der beschlagnahmten Gegenstände, Ort und Tag der Beschlagnahme, Name und Wohnort des Betroffenen, sowie Dienst- und Auftragstelle der beschlagnahmenden Person ersichtlich sind. Olie man Erkältungen verhütet! Eine der wichtigsten Ursachen von E kältungen aller Art besteht, wie die soeben veröffentlichten Untersuchungen des Forschers Eugelmann etgaben, in kalten Füßen. Selbst in gut geheizten Zimmern ist dte Wärme nutzlos, wenn der Fußboden kalt und von Zugluft durch Türspalten und dergleichen übecspült wird, weil auf diese Weise Kopf undKörpr ungesund erhitzt werden — der Temperaturunterschied zwischen Fußboden und Zimmer- decke beträgt in solchen Zimmern oft bis zu 10 Grad —, während die Füße dauernd kalt bleiben. Dte wichtigsten Vorkehrungsmaßregcln gegen Erkältungen im Zimmer wären also zunächst ein wärmender Bodenbelag, wofür sich neben Teppichen auch sehr gut mit Stroh, Moos oder Papier gefüllte Säcke eignen, sowie dte Abschaffung der Bodenzugluft. Außerdem muß aber auch versucht werden, den kalten Fuß selbst zu behandeln. Wer z. B. mit kalten Füßen zu Bett gehr, kann sich selbst im warmen Bett erkälten. Vor dem Zubettgehen ist deshalb der Fuß entweder durch fleißige Bewegung die natürlichste und gesundeste Wärmeerzeugung, zu erwärmen, oder durch Frottieren oder auch endlich im Bett selbst mit Hilfe einer Wärmeflasche. Zweckentsprechende Bekleidung kann ebenfalls mancher Erkältung Vorbeugen. Warme Ein lege sohlen sind da fast unerläß- lick. Außerdem sollte man nicht nur im Hause die Straßenschuhe ausztehen, sondern mehrmals am Tage die Schuhe überhaupt oblegen, um den Blutumlauf wieder zu beleben. Das Zeidheer braucht dringend Heu und Stroh! Landwirte helft dem Heere! . Hirrrsbesitz. auch die Warmwasserversorgung nicht entbehren wollten, so beantragten sie gemeinsam schon sitzt den Erlaß einer e nftweiligen Verfügung, damit die HerzungSpflicht ordnungsmäßig erfüllt werden könne. Das Kammergericht hat ihrem Anträge stattgegeben und folgende Anordnung getroffen. Die Mieter sind berechtigt, auf Kosten und für Rechnung des Vermieters unverzüglich die Kohlenvorräte zu beschaffen, die erforderlich sind, um die Zentralheizung und Warmwasserversorgung des fraglichen Grundstücks für die Zeit vom 1. April 1918 bis 31. März 1919 ordnungsmäßig zu betreiben. Der Vermieter hat die Einlagerung der anzuschaffenden Kohlenvorräte zur Aufbewahrung in geeigneten Räumen zu dulden. Die 1 ietec sind ferner berechtigt, für Rechnung und auf Kosten des Vermiet« rS, soweit erforderlich, die Instandsetzung der Kesselanlagen zu vergeben, ferner alle von ihnen zu diesem Zwecken g«machten Aufwendungen von dem Ver' Mieter in der Weise erstattet zu verlangen, daß sie im Verhältnis der von den einzelnen Mietern zu zah> lenden Miete die Aufwendungen von der Miete zu kürzen b rcchtigt sind. Die Kosten deS Verfahrens werdendem Vermieter auferlegt. Uebrigens dürfte es gar nicht nötig sein, daß der Vermieter in schlechter Vermögenslage ist. Es genügt, wie die Zeitschrift für allgemeine Rechtskunde „Gesetz und Recht" schreibt, wenn dieser im vochergch-'nden Winter nicht gehörig geheizt hat und der Mangel dadurch entstanden ist, daß ec in der rechtzeitigen Beschaffung von Heizmaterial säumig war. Dann ist, falls die Anfuhr von Kohlen wieder nicht rechtzeitig erfolgt, die Annahme begründet, daß er auch im kommenden Winter seiner Heizungspflicht nicht genügen wird, und deshalb den Mieter zu Sicherungsmaßregeln mit gericht (Fo tsitzung aus der 3 Seite.) Xus Stadt und Hand. Die Getreideernte 3m Odenwald steht das Getreide sehr dicht. Das Korn, das Hauptgetreide, hat eine Höhe wie seit vielen Jahren nicht mehr. „Des 3ohr hat jeder Bergbuckel Korn," sagte ein Bauer und eine Wirtin behauptet, sie bekomme Heuer von einem Acker mehr Korn, als im vorigen Jahre von ihrem ganzen Feld. Solcher Ausdruck der Zufriedenheit will bei dem Landvolk viel besagen. Die Körner entwickeln sich gut. Der während der Tokenheit kurz gebliebene Hafer hat sich seit dem Regenwetter /tüchtig gestreckt. Der Spelz blüht jetzt und kann den Sonnenschein gut brauchen. Der regenarme Mai hat für das Gebirge den Ruhen gebracht, daß das Korn nicht gefallen ist. Viel Zurückgebliebenes (der zweite Klee u.s.w.) erholte sich wieder.-Auch aus dem Spessart laufen Meldungen über erfreulichen Stand des Korns ein, dort rechne man auch ebenso wie im Taunus, in Rheinhessen und in Oberhessen mit einer guten Kartoffelernte, weil sich die Riederschlagsverhältnisse jetzt sehr günstig gestaltet haben. Eins steht außer allem Zweifel, die Futtermittelernte ist dieses Jahr ganz bedeutend besser als voriges Jahr und damit ist auch die Möglichkeit zur Hebung unseres Diehstandes gegeben. Gießen. Im Hotel „Hindenburg" fand unter Vorsitz des Dr. med. Bruchhäuser-Ulrichstein die 37. Hauptversammlung des Vogelsberger Höhenklubs statt. Es waren insgesamt 18 Iweigvereine vertreten, worunter Frankfurt a. M. 423 Mitglieder zählt. Rach Erstattung des Jahresberichts wurde die Rechnungsablage mit 5828 Mk. Einnahme und 4280 Mk. Ausgabe, sowie der Voranschlag mit 6400 Mk. gutgeheißen. Die Kassenverhältnisse gestgtten die Rückzahlung von 2000 Mk. Schulden. Der Klub tritt dem hessischen Landverein für Kriegerheimstätten mit einem jährlichen Beitrag von 50 Mk. bei. Als Schriftleider der Dereinszeitschrift „Frischauf" wurde Prof. Dr. Aug. Roeschen, Laubach, gewählt. Der Plan, gefallenen Mitgliedern durch Errichtung eines Ehrenhains im Oberwald eine Ehrung zu beweisen, wird beibehalten. Dem Klubwirt Stein wird für 30jähriges treues Ausharren auf dem Hoherodskopf eine Ehrenurkunde überreicht. * Darmstadt. Eine Hamstcrin in großem Maß stabe ist die Frau rincs hiesigen Aiztcs Sie brachte es in einem Monat auf 20 Pfund Butter, wofür sie bis zu 14 Mk. für ein Pfund zahlte, für den Zentner Kartoffeln zahlte sie bis zu 15 Mk auch Mehl usw kaufte sie über Höchstpreis, ebenso Milch. Infolge Anzeige erhielt sie Strafbrfehle auf inSglsamt über 3000 Mk. Sie legte Berufung ein, und das Gericht s.tzte die Strafe auf 2030 Mk. herab. Eine Mitangeklagte Kartoffelhänd lecin erhielt 630 Mk, eine Butteihändltrin 100 Mk, eine Milchfrau cbenfalls 100 Mk. Geldstrafe. * Höchst a. M. Die Stadt befindet sich gegenwärtig in einer bedrohlichen Wassernot. Die Brunnen-Anlagen sind durch den Zustrom chemischer Abwässer derart verseucht, daß das Wasser für Trink- und Kochzwecken ungenießbar geworden ist. * Hastet Die Schülerinnen der obcren Klassen des städtischen Oberlyzeums Hab n beschlossen, s r e i w i l- lig als Arbeiterinnen in die Munitionsfabrik einzutreten. Es handelt sich um die älteren Schülerinnen, die dazu Von den Eltern die Genehmi- gung erhalten haben, ohne die ein Eintritt nicht crmög licht wird. Eine ä ztliäe Untersuchung schützt die.jun- ltcher Ermächtigung befugt Schlimmstenfalls käme nur die Aufrechnung der Auslagen mit den Mieten in Fortsall. Eine UJobnungslteuer? Der „Berliner Lokalanz." schreibt: Kaum hat der Reichstag die Milliardenstcuern der Regierung bewilligt und noch 1200 Millionen draufgegcben, so tauchen schon wieder die Gerüchte von neuen geplanten Steuern auf. So beißt eS, ein Gesetzentwurf werde vorbereitet, wonach eine WohnungSsteuec eingeführt werden soll, die je nach Zahl und Zimmer der bewohnten Räume gestaffelt werden solle. Ein- und Zweizimmerwohnungen sollen ste er- frei bleiben. Ob es sich hier um mehr als eine der vielen Steueranregungen handelt, die dem Reichsschatzamt in Fülle zugehen, oder ob sich diese Anregung wirklich sckon zu einem Gesetzentwurf verdichtet hat, bleibt dahingestellt. • * Tür- und Fenstergriffe, die nicht der Beschlag nähme unterliegen und nickt ablieferungspflichtig sind, sind die sogenannten PaSquillverschüsse an den Fenstern, heute die gebräuchlichste Form von Fensterschlössern und die nur aus einer dünnen Nickellegierung bestehenden eisernen Türgriffe, die mit Holz bekleidet sind. Ablie- ferungs- bezw. meldepfltchtig sind nur die massiven Tür- und Fenstergriffe aus N'ckel, Messing und die an den Türen befindlichen Beschläge aus Sparmetall. Über die Anmeldung der beschlagnahmten Einrichtung^ Gegenständen (Türklinken etc.) hat der Oberb ürgermeister von Gießen am 18. Juli 1918 eine Bekanntmachung ve röffenilicht, in der es u. a. heißt: Die Frist für Anmeldung von beschlagnahmten Einrichtungsgegenständen ist am 15 Juli abgelaufen. Diejenigen Hausbesitzer, welche die Meldung bisher nicht abgegeben haben, können dies noch bis spätestens 25. d. M. nachholen, da dann die Überweisung des Meldeergebnisses nach Berlin und die Bestellung der Ersatzstücke für Türklinken und Fenstergriffe zu erfolgen hat. Die Meldepflichtigen sind gehalten, die nötigen Formulare zur Anmeldung bei der Metallsammelstelle: Stadt. Elektrizitätswerke, abzuhol en oder abholen zu lassen. Das städtische Elektrizitätswerk als Metallsammelstelle nimmt bis auf weiteres noch jeden Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag nachniittag von 3—7 Uhr beschlagnahmte, enteignete und freiwillig abzuliefernde Sparmetalle entgegen. gen Mädchen davor, etwa Pflichten zu übernehmen, denen sie körperlich nicht gewachsen sind Pferdediebe sind in zahlreichln Gegenden in l tzter Zeit rührig an der Arbeit. Fast täglich 'icst man, daß Pferdeställe aufgeblochen und die Tiere nacktS fort- geschafft wurden. Jetzt hat die Polizei in der Nachbarschaft Kölns einen Schuppen entdeckt, wo die Ti re glheim geschlachtet wurden. Der Schuppen war zu einem regelrechten Schlachthaus eingericht t. * Uebermähige Genußsucht Kamen da kürzlich drei junge Leute iu Begleitung dreier „Dämchen" in ein Koblenzer erstklassiges Hotel. Der. Leiter, der gleich sah, wen er vor sich hatte, machte die jungen Gäste beim Bestellen des Weines darauf aufmerksam, daß von der gewünschten Weinmarke die Flasche 45 Mk. kosten würde und nicht etwa 4,50 Mk. Ja, das wüßten sie wohl, so drückten die jungen Lebemänner sich aus, aber das schadete nichts. Später knallten auch lustig die Scktkorken, und da bekanntlich zum Trinken auch das Essen gehört, so wurde auch flott getäfelt. Nachdem das Gelage so 2 L / 2 Stunden angcdauert hatte, wurde die Rochnung überreicht, die die „Kleinigkeit" von 650 Mk. ausmachte. Solche Genußsucht und solcher Leichtsinn verdienten einen scharfen Zaum. * Dom Drrrchhollten der Hamsterer. In der Wohnung der Landgtrichtscates Dc.Joerges in Rocksto haben Einbrecher 5 Schinken, 3 Speckseiten, 1 Schulterstück, 20 Pund Mettwurst, 20 Pfund Butter und einige Hundert Eier gestohlen. *.Wie der Herr Graf durchhält. In Schwär, zenau (Prov Posen) hatte eine Landsturmpatrouille den Auftrag, die G päckftücke der abfahrenden Reisenden auf Lebensmittel zu untersuchen. Kurz vor Abgang des Zuges traf am 8. Juni noch ein Wagen mit mehreren Gepäckstücken ein, deren eines schon äußerlich auf Fleischinhalt schließen ließ, denn es sickerte frisches Blut durch die Ritzen. Die diensthabenden Soldaten verlangten O ffnung In diesem Augenblick trat ein Herr hinzu und erklärte: „Ich gestatte die Durchsuchung meines Gepäcks aus keinen Fall. Ich bin der Graf. Als sich derPoften, seiner Pflicbt gemäß, hierdurch nicht imponieren ließ, fragte der Graf: „Wer hat Ihnen den Auftrag gegeben, die Sache zu untersuchen?" Antwot: „Der Herr Distrikts' kommissac in Schwarzenau." „Dann werde ich den Herrn Distriktskommissar anläuten." Dies geschah, und siehe da, der Herr Distriktskommissar erteilte dem Posten den Befehl, den Herrn Grafen unbehelligt abcei- j sen zu lassen. patentierte Original-Rcformkästen ^vollkommenste zur geordneten, staubsicheren Aufbewahrung von Formularen, Akten, Schnellhef termappen, Noten, Zeichnungen, Katalogen, Waren usw. . Unentbehrliches Hilfsmittel für Kaufmännische Büros, Behörden, Rechtsanwälte, Bankiers, Auskunfteien, Versicherungsgesellschaften etc. Zum Zusammenbau vollkommener Schränke * Einzigartig! Prospekte kostenlos durch Unerreicht! Min Klein, «ierrrn. SSM Einige Schränke sind dort autgestellt und werden Interessenten zur Besichtigung derselben höflichst eingeladen. * Der Frankfurter Mieter-Schuk-Uereiu hat an das Reichswirtschaftsamt, das R die Wohnung einen monatlichen MietSwect von 34 Mark habe, die unerlaubte Steigerung betrug also über 100 Prozent. Der Ange- klage entschuldigte sich damit, daß ec selbst eine hohe Miete zu zahlen habe. Das Gericht hielt ihn aber für schuldig und verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 400 Mark. Verantwortlich: Albin Klein in Gießen. i Kirchliche Nns-igen. Sonntag bcn 21. Juli (8. nach Trinitatis.) Gottesdienst. In derStadtkirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Ghristknithce für die Neukonfirmierten aus der Matthäus gemeinde. Pfarrer Mahr. — Vormittags 9 ] / 2 Uhr: Pfarrer Schwabe. — Vormittags 11 Uhr: Militär gottesdienst. Pfarrer Schwabe. - Kinderkirche fällt aus. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonsirmiecten aus der Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtolshcimer. — Vormittags 9*/s Uhr: Pfarrassistcnt Liz. Ncuning. — Kinderkirche fällt aus. — Abends 8 Uhr: Bibelbesfirechung im Johannessaal. — Mittwoch, den 24. Juli, abends 8 Uhr: Kriegsbetstund.'. Pfarrass stent Liz. Reuning. 4 liorddeitifcber Cloyd Bremen JIM. iirfekuratiz empfiehlt ReifegepäcK- Uerficberun g zu massigen Prämien. Nähere Auskunft: Cbeodor Eoos, Giessen, Klrcbenpiatz. 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Mai 1918 werden die darin sestacsevten Erzeuger-, Grab- und Kleinhandelspreise für Himbeeren, Brombeeren, Prehhimbeeren und Preb- brombeeren, Heidelbeeren, Reineclauden, Mirabellen, Pfirsiche, Aprikosen, Früh-Äpsel und -Birnen Pflaumen und Fallobst aufgehoben und mit Genehmigung der Reichsstelle für Gemüse und Obst wie olgt neu festgesetzt: Erzeugcr- 1.20 Obstsorte Himbeeren Brombeeren Heidelbeeren Reineclauden 'Mirabellen auch Spillinge Pfirsiche und Aprikosen I. Wahl II. „ Frühäpfel und Birnen und Pflaumen l. Wahl Pflaumen II. Wahl Fallobst bis. 31. 8. 18. 1.20 —.50 —.50 —.55 1.20 —.60 -.10 -.20 -.10 Großhandels 1.50 1.50 —.75 —.65 —.75 1.50 —.80 -.50 —.25 -.12 Kleinhandelspreis 1.73 1.73 —.85 —.77 —.87 1 73 — .95 —.60 —.30 —.15 ! leichte Anleitungen, jede 90 Pfg Beize iiir Tabak u Ersatz lähnlich Varinasgeschmack) leicht Mk. 1.90, mittel Mk. 2.50, > stark Mk. 2.90. Jede Packung reicht für 5 Pfd. Tabak. 6. Ufeüer, Rosrash (Rbld.) Prima Vorstehende Preise beziehen sich auf das Pfund und ans marltwertige Ware erster Güte Überschreitungen vorstehender Höchstpreise werden nach dem Reichsgesetz vom 4. August 1914 ,n der Fassung der Bekanntmachung nom 17. Dezember 1917 (R. G. Bl. Seite 816) mit Gefängnis bis zu einen: Jahre ober mit Geldstrafe bis zu 10990 Mark bestraft. Eine Überschreitung der Höchstpreise kann auch in unzuireffender Soriierung des Obstes erblickt werden. Dar»,stadt und Wiesbaden, den 13. Juli 1918. randesobststelle für das Großherzogtum Hessen: Nr. Wagner Ministerialrat. Wir suchen v e r hä u fitch e Häuser* an beliebigen Plätzen mit und ohne Geschäft behufs Unterbrei- tung an vorgemerkte Käufer. Besuch durch uns kostenlos. Stur Angebote von Selbsteigentümern erwünscht an den Verlag der Vermiet, u. Verkaufs - Zentrale Frankfurt a. [&i. Hansahaus . Briefpapier in Hochs. Qual., 10 Mappen 5/5 Mk. 2.50, 3.- und 3.50, gr Form. m. Seidenfüttg. 10 Mav- pen Mk. 5.-, Mappen 25/25 mit Seidenfaden p. 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