HiMuer Bettung Sezugspreis 60 Pfg. monatlich vierteljährlich IMMk., vorauszahlbar, frei ins HauS. Ab geholt in unserer Expeditton oder in den Zweig- auSgabestellen vierteljährlich 1^0 Mk. — Erscheint Mittwochs und Samstags. — Redaktionsschluß früh 8 Uhr. — Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Expedition: §lldanlage21. Anzeigenpreis 20 pfg. die 44 mm breite P e titz e tl e, für AuSwärt» 30 Pfg. Die 90 mm breite R e k la m e. Z e ile 72 Pfennig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung deS Zahlung». zieleS (BO Daae), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorfchriften ohne Verbindlichkeit. Druck der Gießener Verlagsdruckerei, Albin Klei«. Siegreich über die Marne; 13100 Gefangene. Die Beschießung von Paris mit Ferngeschützen erneuert. 15500, 16500, 17000 u. 31090 Br.-R-T. - zusammen 80000 Br-N.T. versenkt. Aus dem amtlichen Kreisblatt. Der stellv. Kommandierende General des 18. A -K. Frankfurt, 13. 7.18: Beschlagnahme und Höchstpreise von Papierrundgarnabfällen. Der stellv. Kommandierende General des 18. kl. K. Frankfurt, 13. 7. 18: Bestandserhebung von Papierrundgarnabfällen, zu der Bekanntmachung vom 20. Nov. 1916 berr. Bestands- erhedung von Natron - (Sulfat)-Zellstoff u.s.w. Kreisamt Gießen, 13. 7. 18: Verkehr mit Frühobst. Der unmittelbare Bezug von Obst durch den Verbraucher beim Erzeuger ist verboten. Stellv. Generalkommando 18. A.-K., 18. 6. 18: Bekanntmachung betreffend die über die Reichsgrenze mitzunehmeüüen Schriften und Drucksachen. KreiSamt Gießen, 8. 7. 18: Bestellung von Kaffe-Erfatz in den Landgemeinden. Wer solchen wünscht, hat Bestellung bei einem Kleinhändler seines Wohnortes zu machen. Die Kleinhändler Habens die Bestellmarken bis spätestens am 25 Juli der GrohhandelSvereinigung zu Gießen, Westanlage, einzureichen. Kreisamt Gießen, 11. 7. 18: Feldschutz. Von den Bürgermeistereien sind Ehrenfeldschützen besonders aus Hilfsdienst- pflichtigen zur Verpflichtung vorzuschlagen. Kreisamt Gießen, 5. 7. 18: Ausdrusch von Getreide und Verwiegen der Frucht. Für die D r u s ch l i s t e ist das gleiche Formular wie im Vorjahr zu verwert- den (zu beziehen von der Druckerei Albin Klein zu Gießen, Südanlage 21. flmllicbe deutsche Cagesbericbk. wtb. Großes Hauptquartier, 13. Juli 1918. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. südwestlich von Bailleul wurden mehrfache Angriffe starker englicher Abteilungen abgewiesen. Ebenso scheiterten nächtliche Vorstöße des Feindes nördlich von Albert. Heftigem Feuetkampf auf dem Westufec der Avce folgten zwischen Caste! und Mailly Teilangriffe der Franzosen, die der Feino am Nachmittage bei Mailly, am Abend in dem Kampfabschnitt nach erneuter flinkster Artillerievorbereitung wiederholte. In Caftcl und im Gehöfte Anchin setzte sich der Feind fest. Oestlich dieser Linie brachen seine Angriffe in unserem Gegenstoß zusammen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Zwischen Oise und Marne blieb die Gefechtstätigkeit rege. Erneute Vorstöß des Feindes nördlich von Long. Pont und südlich des Omcq wurden abgewirsen. Heeresgruppe Herzog Albrecht. In den mittleren Vogesen und am Hartmanns Weilerkopf lebte die Gefechtstätigkeit auf. Nordöstlich von Pont-cuMousson und im Fave-Grunde scheiterten nächtliche Vorstöße des Feindes. Im Juni wurden an den deutschen Fronten 468 feindliche Flugzeuge, davon 92 durch unsere Flugabwehrgeschütze, und 62 Fesselballone abge sch offen. Hiervon sind 2i7 Flugzeuge in unserem Besitz; der Rest ist jenseits der gegnerischen Stellungen erkenn- bar abgestürzt. Wir haben im Kampf 153 Flugzeuge und 51 Fesselballone verloren. Der Erste Generalquartiecmeister: Ludendorfs. O Berlin, 13. Juli, abends. Von den Kampffronten nichts Neues. Nach starker Artillerievorbereitung griff der Feind am Abend westlich von Chateau-Thierry an. Ec wurde blutig abgewiesen. Das nächtliche Störungsfeuer war zeitweilig lebhaft. — Bei aufklärendem Wetter stießen unsere Bombengeschwader zu nächtlichen Angriffen gegen die feindlichen Bahnanlagen an der französischen Küste zwischen Dünkirchen—Boulogne—Abbcvtlle, im Raume LillerS—St. Pol—Doullens sowie in der Gegend von Crepy eu Valois und Villers Eottercts vor. Der Erste Generalquaitiermeister: Ludendorfs. B e r l i n, 14. Juli, abends, nichts Neues. Von den Kampffronten Berlin, 13. Juli. Auf dem nördlichen ov*»v ö ~- schauplatz vernichteten unsere U Boote 18 566 Brutto- registertonnen feindlichen Handelsschiffraums. Drei von den versenkten Dampfern wurden aus stark gestchertm Gelcitzügen herausgeschossen. Der Chef des AdmiralstabeS der Marine. » wtb. Großes Hauptquartier, 14. Juli 1918 Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Auf dem Westufer der Avce tagsüber rege Art'llerie- tätigkett Am Abend lebte sie auch an der übrigen Front in Verbindung mit Eikundungsgesechten auf. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Oertliche Kämpfe am Walde von VillerS-CotteretS. Berlin, 14 Juli. Im Sperrgebilt um England wurden durch die Tätigkeit unserer U Boote 16506 Bruttoregistertonnen feindlichen Handelsschiffsraums vernichtet. Der Chef des Admiralstabs der Marine. • wtb. Großes Hauptquartier, 15. Juli 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Südwestlich von Ypern griff der Feind gestern früh nach starker Feuervorbereitung an und drang in geringer Breite in unser Kampfgelände ein. Beiderseits der Lys tagsüber Arttllerietättgkeit; sie lebte am Abend auch an der übrigen Front auf. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Zwischen Aisne und Marne blieb die Gesechtstätig- keit lebhaft. Oertliche Jnfanteriegesechte südlich von St. Pierce-Aigle und im Saviecesgrunde. Leutnant Loewenhardt errang seinen 35. Lustsieg. Der Erste Generalquartiermeistec: Ludendorff. Berlin, 15 Juli, abends. Südwestlich und östlich Von Reims drangen wir in Teile der französischen Siel- langen ein. » Berlin, 15. Juli Im Sperrgebiet des Mittel- meeres wurden durch die Tätigkeit unserer Il-Boote 4 Dampfer und 1 Segler von insgesamt 17006 Bruttoregistertonnen versenkt. Der Chef des AdmiralstabeS der Marine. » wtb. Großes Hauptquartier, 16. Juli 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. In einzelnen Abschnitten lebte die Kampftätigkcit auf. Oestlich von Ayette wurde ein nächtlicher Vorstoß, östlich von Hebuterna ein stärkerer Angriff des Feindes abgcwiesen. Hier hab-n sich während der Nacht neue örtliche Kämpfe entwickelt. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Zwischen Aisne und Marne und östlich von Chateau Thierry lebhafter Artillertekampf. In kleineren Unter, nehmungen und im Vorstoß über die Marne südwestlich von Jaulgonne brachen wir in die feindlichen Linien ein und brachten Gefangene zurück. — Südwestlich und östlich von Reims sind wir gestern früh in Teile der französischen Stellungen elngedrungen. An den Vor. bereitungen für die artilleristische Kampfführung hatten VermcssungStruppen besonderen Ante». Artillerie, Minen- Werfer und GaSwerfec öffneten durch ihre vernichtende Wirkung «m Verein mit Panzerwagen und Flammenwerfern der Infanterie den Weg in den Feind. Die Armee des Generalobersten v. Bochn hat zwischen Jaulgonne und östlich von Dormans die Marne überschritten. Pioniere setzten im Morgengrauen die Sturmtruppen über den Fluß und schufen damit die Grundlage für den Erfolg de« Tages. Infanterie erstürmte die steilen Hänge auf dem Südufer der Marne. Unter ihrem Schutz vollzog sich der Brückenschlag. In stetem Kampf durchstießen wir das zäh verteidigte Waldgelände der ersten feindlichen Stellung und warfen den Feind auf feine rückwärtigen Linien bet Conde-La- Chapellc—CombUzy Mareutl zurück. Auch nördlich der Marne entrissen wir Franzosen und Italienern ihre erste Stellung zwischen Ardre und Marne. Wir standen am Abend im Kampf östlich der Linie Chatillon— Cuchery—Chaumizy. Die Armeen der Generale v. Mudra und v- Einem griffen den Feind in der Champagne von Prunay (üst. lich von Reims) bis Tahure an und nahmen im Kampf mit dem sich unserem Angriff entzi Hendln Feinde dle erste französische Stellung. Südlich von Nauroy Moron- villerS stießen wir über die Höhenkette Cocnillet-Hochberg. Ketlbcrg- Oelberg durch das Trichterfeld der vor. jährigen Frühjahrsschlacht bis an dt° Römerstcaße nord. westlich von PcoSneS und in das Waldgelände I^dltch des FichtelbergeS vor. Oestlich der SuippeS entrissen wir dem Feinde daS KamPffUd der Champagneschlachten zwischen Anberlve und südöstlich von Tahure. Aus unserer Angriffsfront östlich von Reims hält der Feind feine zweite Stellung nördlich von ProSneS-Sonain- Perthes. Trotz tiefer Wolken und böigen Windes waren die Luftstreilkcäfte tätig. In niedrigen Höhen griffen Flieger mit Bomben und Maschinengewehren in den Kampf auf der Erde ein. Sie schossen gestern über dem Schlachtfelde 31 feindliche Flugzeuge und 4 Fesselballone ob. Die Leutnants Loewenhardt und Menkhoff errangen ihren 36., Leutnant Bolle seinen 21. Lustsreg. Die Zahl dec bisher eingebrachten Gefangenen beträgt mehr als 13000. Heeresgruppe Herzog Albrecht. In kleinen Unternehmungen in Lothringen, in den Vogesen und im Sundgau machten wie Gefangene. Der Erste Generalquartiermcister: Ludcndorff. »1 Berlin, 16. Juli, abends. An der Marnefront heftige Gegenangriffe des Feindes. — Oertliche Erfolge südwestlich von Reims. Oestlich Reims ist die Lage unverändert. Berlin, 16. Juli. Von unseren Unterseebooten sind im westlichen Teil des Kanals 3 Dampser und 1 Segler von zusammen über 31666 Bruttoregistec- tonnen vernichtet worden, darunter befand sich der amerikanische Truppentransporter „C'.ncinnati (16339 Brt.), der aus einem großen Transpoctergeleitzug unter starker Sicherung herausgeschossen wurde. Dec Chef des Admiralstabes der Marine. Zur mililärifcden Lage im Welten. Paris, 16. Juli. Die Beschießung durch das weittragende Geschütz wurde am Montag wieder ausgenommen. Zürich, 17. Juli. Der „Cocriere della Sera" meldet aus Paris, daß am 15. Juli, nachmittags 1 / 2 5 Uhr, die neue Beschießung von Paris begonnen habe. Gegen Mitternacht wurden in der Richtung von Nord, osten her unaufhörlich dumpfe Explosionen in einer solchen Menge und Heftigkeit gehört, wie sie bisher in Paris niemals vernommen wurden. Hur dem Reich- * Wilhelmshöhe DieKatserinist mit Gefolge zu vierwöchigem Sommeraufenthalt hier angekommen. Krkgswirtlcbafflicbes. ' Arsstfche» Ausfuhrverbot für Frühkartoffel«. Nachdem jetzt schon der Verkauf von Fcühkar- löffeln im Schleichhandel zu Wucherpcctsen in einem die Versorgung der hessischen Bevölkerung bedrohenden Umfang eingesetzt hat, haben die hessischen Kom> munalverbände ein Verbot dec Ausfuhr von Frühkartoffeln au« ihren Bezirken erlassen und für jeden Ankauf von Frühkartoffeln Bezugsscheinzwang eingesühct. Bei Zuwiderhandlungen verfallen selbst die kleinsten Mengen der sofortigen polizeilichen Beschlagnahme. Der Kanzler und Belgien. Die Andeutungen eines dem Vizekanzler v. Payer nahestehenden Blattes über Mitteilungen des Kanzlers Frhr. v. Hertling im Hauptausschusse des Reichstages folgt eine amtliche Bekanntgabe des Wortlauts der Kanzlerrede vom Freitag, soweit sie sich auf Belgien bezog. Sie lautet: „Was die Zukunft Belgiens betrifft, so bedeutet, wie ich gestern schon sagte, die Okkupation und der gegenwärtige Besitz Belgiens nur, daß wir ein Faustpfand für die künftigen Verhandlungen haben. Im Begriff des Faustpfandes liegt es, daß man das. was man als Pfand in der Hand hat. nicht behalten will, wenn die Verhandlungen zu einem günstigen Resultat geführt haben. Wir beabsichtigen nicht, Belgien in irgendeiner Farm zu behalten. Wir wünschen genau so, wie ich schon am 24. Februar gesagt habe, daß das nach dem Kriege wieder erstandene Belgien als selbständiges Staatswesen keinem als Basall unterworfen, mit uns in guten freundschaftlichen Verhältnissen lebe. Das ist der Standpunkt, den ich zu dem belgischen Problem von Anfang an eingenommen habe und auch heute noch einnehme. Meine Herren! Diese Seite meiner Politik steht durchaus im Zusammenhang mit den allgemeinen Richtlinien, die ich Ihnen gestern dargelegt habe. Wir führen den Krieg als Verteidigungskrieg. Weil wir ihn als Verteidigungskrieg führen, weil uns von An fang an jede imperialistische, jede ans die Weltherrschaft gerichtete Tendenz ferngelcgen hat, darum werden auch unsere Friedensziele dem entsprechen. Was wir wollen, das ist die Unversehrtheit unseres Territoriums, das ist die freie Luft für die Entwicklung unseres Volkes, insbesondere auf dem wirtschaftlichen Gebiete, das ist natürlich auch die notwendige Sicherung für künftige schwierige Verhältnisse. Das trifft vollkommen auch für den Standpunkt zu, den ich Belgien gegenüber einnehme. ^ Wie sich dieser Standpunkt aber im einzelnen festlegen läßt, das hängt von den künftigen Verhandlungen ab. Darüber kann ich jetzt keine bindenden Erklärungen abgeben. Ich muß mich damit begnügen, diese allgemeinen maßgebenden Richtlinien hier nochmals ausdrücklich sestgelegt zu haben, und so glaube rch, doch an Sie die Bitte richten zu dürfen, helfen auch Sie mit, daß wir im Innern die Ein- herts front halten, die so überaus wichtig ist. für unsere Brüder draußen im Felde, helfen Sie alle zusammen mit, daß wir die schwere Zeit des Krieses, den wir zu führen gezwungen sind, so lange wir ihn führen müssen, bis zum ehrenvollen Ende bestehen." Deutsche Nerven. Bei den Tapferen, die im Stillen wirken. Man soll sie nicht vergessen! Die M u n i t i o n s - sahrer an Land und die Minenleger zur See! Bei den Mnnitionsfahrern. Abend für Abend rasselt die lange Reihe der Wagen über das holprige Pflaster des flandrischen Dörfchens. Im Munitionsdepot gab es schon schwere Arbeit, und nun fahren sie hinaus in die dunkle Nacht. Zwanzig Kilometer Weg liegen vor ihnen; gestern war es ein Höllenweg, wie mag es heute werden? Doch bleibt ihnen nicht lange Zeit zu solchen Gedanken, dann srnd sie wieder mitten drin in dem Heulen und Krachen, dem Schimpfen und Schreien, mitten drin m der Schlacht. Im Trab wird die erste „brenzlige Ecke" überwunden. Eine Lage Schrapnells davor, eine dahinter, es hat gut gegangen. Die Wagen fahren mrt großen Abständen weiter, jeder ist sein eigener Führer, jeder ist auf sich selbst angewiesen. Mit einem gewissen Neid sieht der Kolonnenmann au die Fußgänger herab, die so frei an ihm vorbeilaufen. Sie hören schon, wenn die Granate herangeheult kommt, und werfen sich in den nächsten Granattrichter. Währenddem sitzt der Fahrer hoch oben auf seinem Wagen. Er kann sich nicht verstecken vor den umhersausenden Eisenbrocken, er muß stillhalten. Der böseste Feind sitzt der Kolonne im Nacken: die schwarze Nacht. Und die flandrischen Straßen! Bis an die Achsen sinken die schweren Wagen in dem aufgeweichten Boden ein, und daß dann die Mu- nitwn drei und noch mehrere Male ab- und aufgeladen werden muß. gehört nicht zu den Seltenheiten.' Ganze Wegstrecken sind in ein Trichterfeld verwandelt. Ta vertrauen Reiter und Fahrer blind auf ihre Pferde, denn sehen kann niemand etwas. Vorne scheint die Hölle los zu sein. Der Gegner weiß, daß jetzt ein reges Leben auf den Straßen herrscht und sucht durch sein Sperrfeuer die Munitionszufuhr abzusperren. Aber me Batterien müssen Munition haben. Stundenlang halt die Kolonne vor einer Straßenkreuzung; wenn dann das Feuer etwas abebbt, dann geht es vorwärts, hinweg über Pferdeleichen und zertrümmerte Wagen, durch Trichter und Gräben, im Trab, im Galopp. m « ? a ‘ terie ist erreicht, Mann und Pferd haben ihr Bestes hergegeben. Doch nicht alle sind anqekom- men. Dem einen hat's die Pferde vorm Wagen er- IgM««» der andere sitzt noch fest in irgend einem Sumpf und mancher Brave hat seine Pflichttreue mit dem Leben bezahlen müssen. Die Kolonne scheint aus otlicj. in die andere hineingeritten zu sein. Zwrschen das eintönige Alarmläuten mischt sich der nQ i< ber Gasgranaten. Im nächsten Augenblick ist die Gasmaske auf, und den Pferden wird der nasse Futtersack vorgebunden. Keine Minute darf versäumt werden, nur möglichst schnell wieder von hier fort. Mühsam werden die schweren Geschosse zu ihrem Lagerplatz geschleppt. Das Gesicht beginnt unter der eng anliegenden Maske zu glühen, die Lungen arbeiten schwer. Endlich rollt der letzte „Zuckerhut" vom Wagen. Nun, was die'Pferde greifen können, zurück, fort von hier. Und dann wiederholt sich der- selbe beschwerliche Weg, über Baumstämme, durch tau- send Morastseen, Sperrfeuerriegel, Gestrüpp und Stacheldraht. Der Morgen ist schon längst hereingebrochen, als die letzte Reihe der Wagen wieder im Luheguarttev avlangt. Bei den Mlueulegeru und -Suchern. Da hört man viel von der Tragik dieses Dienstes, von manchem Drama auf hoher See, von Unwetter, Stürmen, Menschenverlusten und Schiffsuntergängen. Wird da eine Minensuchflottille vom Sturm überfallen, braucht sie zu dem Heimweg, den sie sonst in acht Stunden macht, jetzt auf der rasenden, sturmgepeitschten. winterlichen Nordsee 56 Stunden und findet vor der heimatlichen Flußmündung eine schwere, brechende Grundsee, eine schäumende Brandung, wie sie zu den Seltenheiten gehört. Aber glücklich und unversehrt bringt der Führer sie sicher in den Hafen. Hafenzeit, herrliches Wort nach solcher Sturmfahrt! Eine böse W i n t e r n a ch t steigt vor meinem geistigen Auge auf. Bei starkem Seegang ist das Führerboot des H.Chefs, der Unterseeboote nach dem Sperrgebiete geleiten soll, auf eine Mine gelaufen. Furchtbare Erschütterung im ganzen Schiff, Licht aus, das Hinterteil des Schiffes knickt zusammen und sinkt weg. Der Mast kommt von oben, fällt auf die Schnur der Dampfpfeije, und wie ein todwundes Tier vor dem Verenden brüllt die Sirene ihr Klagelied in die stürmische Januarnacht. Der Schornstein ist geborsten, ringsum ein ohrenbetäubender Lärm von ausströmendem Dampf, der aus Hunderten von gerissenen Rohren entweicht. Der H.Chef in seiner Kammer eingepfercht, die Tür verrammelt. Tiefste Finsternis auf sinkendem Schiff im Wintersturm. Einige Fußtritte schaffen Freiheit. Heraus auf das Vordeck, wo die Mannschaft zusammensteht. Die Stimme des Führers gibt ihnen Zuversicht. Flöße werden in Ruhe ausgebracht, das einzige Boot war zerschmettert. Langsam bahnen sich auf hohen Wellenhügeln die inzwischen ausgesetzten Boote der anderen Minensuchschisfe ihren Weg zu dem sinkenden Schiff, dessen Leben nur noch nach" Minuten zählt. Die kommen näher. Ordnung muß beim Einsteigen sein. Also Kommando des Führers: „Antreten in zwei Gliedern! — Vordermann!" — Und das auf sinkendem Schiff, den Tod vor Augen. Zweimal fuhr das Rettungsboot. Als es seine letzte Last davontrug, sank das Schiff in die Tiefe. Einige Tage später kamen die Geretteten im Heimathafen an. Englische Quertreibereien. Ter Zionismus im Judentum findet jetzt im Kriege eine ausfällige Förderung durch die Engländer, obgleich diese ihm früher stets'Steine in den Weg gelegt haben. Der Zionismus will überall in Palästina, dem Ursitz des Judentums, einen jüdischen Nationalstaat ausrichten, um dort die Juden wieder in ihrer alten Heimat zu sammeln und national stark zu machen. Diese Gründung wird von den Türken nicht gerne gesehen, weil sie Anspruch aus einen Teil des türkischen Reiches erhebt. Jetzt will England offenbar den Zionismus fördern, um der Türkei Schwierigkeiten zu machen. Und um das Judentum in der Welt, soweit es den Zionisten nicht ablehnend geaenübersteht, gegen Deutschland aufzuhetzen, drahtete Reuter am 8. Juli olgendes: „Die Bureaus der deutschen Zionistenföderation n Berlin wurden von der Polizei durchsucht, an- cheinend wegen des Verdachtes, daß die deutschen Zionisten seit der britischen Palästina-Deklaration mit den Alliierten sympathisieren." Hierzu erklärt die Zionistische Vereinigung für Deutschland folgendes: „Die Meldung des Reuterbureaus ist unwahr. Die zionistischen Bureaus arbeiten seit Kriegsbegrnn völlig ungestört, sie sind niemals von der Polizei durchsucht oder überhaupt von irgendeiner Behörde in ihrer Tätigkeit gestört worden, vielmehr haben die deutschen Behörden sich gegenüber den deutschen Zionisten und gegenüber der allgemeinen Zionistischen Organisation stets entgegenkommend verhalten und dem Zionismus bei vielen Gelegenheiten sehr wertvolle Unterstützung zuteil werden lassen." Wir in Deutschland betrachten eben die Judenfrage nicht als ein Mittel, den Gegnern Schwierigkeiten zu machen. Wir stehen gegenüber zersplitterten Völkern auf dem ganz demokratischen — von der Entente in Worten stets lautgepriesenen, durch Taten aber leider stets verleugneten — Selbstbestimmungsrecht der Völker. Allgemeine Kriegsnachrichten. Fliegerangriff bei Tiinkirchen. Deutsche Flieger bewarfen La Panne bei Dünkirchen mit Bomben und trafen einzelne Häuser. Es wurden insgesamt 50 Personen, meistens Frauen, ge- Gcschützseuer an der italienischen Front. r- "Zürcher Post" meldet: Im Umkreise der italienischen Front hat eine schwere Kanonade eingesetzt. Seit einigen Tagen vernimmt man auf den Schweizer Bergen, besonders auf den Höhen bei Chur anhaltend starken und derart heftigen Kanonendonner, daß die Fensterscheiben der Häuser erzitterten. Englische und amerikanische Verluste. Die englischen Blätter vom 2. Juli veröffentlichen die Gesamtzahl der britischen Verluste im Juni mit 4406 Offizieren und 135 729 Mann. Hierzu kommen noch die Verluste der Flotte mit 40 Offizieren und 204 Mann. Die amerikanischen Verluste sind im Verhältnis zu den Engländern gering. Sie betragen bis 30. Juni 9131 Mann. Die Verluste der Flotte sind nicht mit eingerechnet. Wieder russische Geheimdoknmente. Die Bolschewiki enthüllen wieder aus den Akten der russischen Zarenregierung. So meldet die russische Pressekorrespondenz, daß der Kommissar für Auswärtiges, Tschitscherin, in den nächsten Tagen den Briefwechsel zwischen dem Zar und Kaiser Wilhelm veröffentlichen werde. Ferner gab Tschitscherin ein Blaubuch: „Indien nnG^loWellt 5craU *' bCl§ ben englischen Jperialis- Kerenski in Paris unten durch. Im ,,PoPulaire" vom 9. Juli ist folgende Erklä- rung des Ausschusses der Gewerkschaften der optischen Arbeiter in Uaris zu lesen: „Der Ausschuß erhebt Widerspruch gegen die planmäßige. von allen reaktionären Kräften geführte Ver- leumdungskampagne und lehnt es ab. irgendeinem rus- liichen Sendboten Vertrauen zu schenken, solange den Bolschewiki der Eintritt in Frankreich versagt bleibt Er spricht Keren fk i jede Berechtignnv ab. tm Namen des rnriischen Volkes von der Möglichst einer Wiederaufnahme der Feindseligkeiten zu sprechen, während seine Diktatur nur eine neue Niederlage davontrug, und ist der Meinung, daß Länder, die behaupten. für die Freiheit der Völker zu kämpfen, die erste Pflicht haben, sich nicht in die inneren Angelegenheiten fremder Staaten einzumischen." Die Pariser Brillenglasschleifer, die zum größten Teile Russen sind, sind offenbar scharfsichtiger als die französische Zensur. Henkersknechte gegen „Mießmachcr". Ter Ruhm, in der Verfolgung von „Mießmachern" und angeblichen Spionen usw. die größte Energie angewandt zu haben, gebührt den Italienern. Der römische Appellationsgerichtshof (Berufungsgericht) bestätigte die über den sozialistischen Deputierten de Gio- vanni wegen defaitistischer Aeußerungen verhängte Gefängnisstrafe von drei Monaten. Drohender Kohlcngräbcrstrcik. . ber Kontrolleur für die Bergwerke in Eng- and sich geweigert hat. alle Forderungen der Berq- leute nach Er Höhung derLöhne und Herabsetzung der Arbeitsstunden zu bewilligen, hat der Nationale Rat der Bergleute mit Rücksicht auf die ernsten Folgen, die ein allgemeiner Ausstand in den Kohlen- dergwerken haben wird, Lloyd George gebeten, eine ^or^dnnng zu empfangen. Lloyd George hat znge- Tcr gescheiterte Luftangriff auf Koblenz. ... .^üe J^ugaeitge in deutsche Hand gefallen, das i,t das Ergebnrs einer großen amerikanischen Luftunternehmung: In der Nacht vom 10. zum 11. Juli hat ein amerikanisches Geschwader von sechs Flugzeugen versucht, die Stadt Koblenz mit Bomben anzugreifen. Der Angriff scheiterte vollkommen. Keines der Flug- 30 ^ 6 ^ ist dazu gekomnien, seine Bomben abzuwerfen. Fünf Flugzeugen dieses Geschwaders wurde die Rückkehr über die eigenen Linien.verwehrt. Sie fielen sämt lich in u n se re H a n d. Die Besatzungen wurden bis auf wenige lebend gefangen. — Seit über einem Jahre haben sich die Amerikaner wieder und wieder gerühmt, mit Tausenden von Flugzeugen die Städte Westdeutschlands in Schutt und Asche zu legen und dem deutschen Volke durch ihre Luftwasse die entscheidende Niederlage zu bereiten, die alle Machtmittel Englands und Frankreichs ihm nicht hätten beibringen können. Der gestrige Luftangriff war der erste größere selbständige Versuch der Amerikaner. Er ist kläglich gescheitert. Schmerzliche Erfahrungen am eigenen Leibe haben die amerikanischen Flieger den Unterschied zwischen Prahlerei und Wirklichkeit gelehrt. — Inzwischen ist auch das 6. Flugzeug in unsere Hand gefallen. Kleine Kriegsnachrichten. " In Boulogne-sur-Mer stieß der französische Kutter „Alcyon" mit einem französischen Dampfer zusammen und sank; 11 Matrosen ertranken. Der Rest der Besatzung ist gerettet. " Durch die Explosion einer Eisenbahnlokomo- tlve wurden in Frankreich ungefähr 20 Urlauber schwer verletzt. " Der Schaden der großen Explosionskatastrophe in Grenoble beträgt 15 bis 20 Millionen. " Italienische Blätter melden den TodeSftnrz eines der erfolgreichsten italienischen Kundschafksslieaer, des Hauptmannö Luigi Bourlot. Wl IPolitische Rundschau. — Am nächsten Donnerstag um 11 Uhr findet in der Hedwigskirche zu Berlin ein feierliches Requiem statt DCU ermordeten Gesandten Grasen Mirbach-tzarsf ™ .?* e rumänische Regierung hat an die deutsche Neichsregierung eine Depesche gesandt, in der sie lhr Mitgefühl an der Ermordung des deutschen Gesandten in Moskau ausspricht. — Der neu ernannte rumänische Gesandte Jean Carp (Sohir des alten deutschfreundlichen Führers Peter Carp) ist in Wien eingetroffen. :: Lichnowsky gegen Lichnowsky. Im Anschlüsse an die Geheimsitzung des preußischen Herrenhauses über den Fall Lichnowsky veröffentlicht das „Neue Wiener Journals einen Brief, Den Fürst Lichnowsky am 21. Mai 1915 au einen sozialdemokratischen Reichs- tagsabgeordnelen gerichtet hat. Das Schreiben lautet: „Sehr geehrter Herr! Ihr gestriger Besuch hat mich um jo mehr gefreut, als ich feststellen konnte, dag manche gemeinsamen Anschauungen zwischen uns bestehen, trotz ber Verschiedenheit unseres Standpunktes In einem glaube ich mich mit Ihnen eins zu wissen, und das ist sicherlich die Ueberzeuqung, daß, solange die Nation um ihr Dasein kämpft, es ver- hängntsvoll wäre, durch Kritik an unserer Politik Uneinigkeit in das deutsche Volk zu bringen und dadurch seine Widerstandskraft zu lähmen. Ob die Politik, die dem Weltkriege voranging, den Beifall aller Parteien und Bürger verdient, ist eine Frage, deren öffentliche Erörterung einer späteren Zeit Vorbehalten bleibt. Vorläufig aber erscheint es mir die vornehmste Pflicht aller Patrioten zu sein, im Interesse der gemeinsamen Sache die Regierung zu mterstützen und in weiten Kreisen das Vertrauen in *Jr oii ö" erschüttern. In ausrichtiger Hochachtung Ihr Lichnowsky." Eer freie Samstag-Nachmittag für die Arbeiter. TZerbände der Metallarbeiter tm niederrheinisch- westsalischen Industriegebiet haben seit längerer Zeit eine Bewegung zur Erlangung einer Kürzung der Arbeitszeit eingeleitet. In jüngster Zeit hat sich diese Bewegung auf die Forderung des freien Sani^tag- Rachmittags geworfen. In einer in Essen abgehaltenen, aus allen Jndustrieplätzen des Gebietes gut beuchten Versammlung von Vertrauensleuten der Metall- arbeitecverbände, des sozialdemokratischen, des chrifh, sichert mtb des Hirsch-Dunckerschen Wurde eine Entschlle ßung angenommen, in der zur Begründung der For derung Acomente geltend gemacht wurden: „Da durch die anhaltenden Ernährungsschwierigkeiten die Notlage der Arbeiter in absehbarer Zeit kaum ausreichende Erleichterungen erfahren dürfte, sind die in mehreren Orten bereits eingeleiteten Bestrebungen zur Verkürzung der Arbeitszeit mit Nachdruck durchzuführen. Die Tatsache, das; in großen Jndustriebezirken Deutschlands, so in Leipzig, Chemnitz, Dresden, Magdeburg, Frankfurt, Köln usw. und im Königreich Bayern, die Hunderttausende Rüstungsar Leiter umfassen, während des Krieges Arbeitsverkür- zungen durchgeführt wurden, beweist, daß die Sicherung der Heeresbedarsserzeugung dadurch in keiner Weise in Frage gestellt wird. Die Arbeit ist in der rheinisch-westfälischen Großeisen- und Metallindustrie aln aufreibendsten, die Arbeitszeit fast allenthalben bedeutend länger, als sie bereits in den vorerwähnten In dustriebezirken war. Eine angemessene Verkürzung der Arbeitszeit ist durchaus gerechtfertigt und dringend erforderlich." :: Verlängerung der Frist für die Klciderabgabe. Die Reichsbekleidungsstelle hat die Frist für freiwillige Abgabe von Anzügen noch einmal verlängert. Rach einer offiziellen Bekanntmachung wird sie für diejenigen Kommunalverbände, die die ihnen auferlegte Zahl noch nicht erreicht haben — dazu gehört auch Groß-Berlin — bis zum 15. August hinaus- gpschoben. Ferner wird ein großer, vielfach gerügter Miß stand durch eine Bekanntmachung der Reichsbeklei dungsstelle beseitigt. Bisher gab es keine Möglichkeit, den einmal der Kleider-Verwertungs-Gesellschnft angebotenen Gegenstand z u r ü ck z u e r h a l t e n , selbst wenn der Schätzungswert lächerlich gering war. In Zukunft wird dem Ablieferer das Recht eingeräumt, nach Kenntnis der Abschätzung sich mit dem Ueber- nahmepreise einverstanden zu erklären oder den Ge geustand zurückzufordern. Bezugsscheine auf Oberkleidung bei Abgabe gebrauchter Stücke dürfen vom 1. August 1918 bis 81. Juli 1919 für eine Person nur bis zu zwei Gegenständen derselben Art erteilt werden. :: Ein neuer stellvertretender Vorsitzender des Bundes der Landwirte. Gutsbesitzer Major a. D. v. Levetzow in Sielbeck. Landesvorsitzender des Bundes der Landwirte im Fürstentum Lübeck, Mitglied des oldeuburgischen Landtages, ist zum stellvertretenden Vorsitzenden des Bundes der Landwirte gewählt worden. Ferner wurde Regierungsrat a. D. Dr. v, Polk- inaun, bisher tätig beim Königlichen Oberpräsidium in Posen, als Direktor im Bund der Landwirte verpflichtet. :: Vaucrnhochschulcn nach dänischem Vorbild. Der bayerische Landtagsabgeordnete Tr. Schlittenbauer sprch kürzlich in Metten über die Zukunft der Landwirtschaft, wobei er unter anderem behauptete, zur Schaffung ' von Saatgut, landwirtschaftlichen Geräten und dergleichen seien nach dem Kriege etwa drei Milliarden erforderlich, die die landwirtschaftlichen Genossenschaften aufbringen müßten. Zur geistigen Hebung des Bauernstandes würden nach dem Kriege die so Großes leistenden dänischen Bauernhochschulen auch in Bayern eingeführt werden. — Der W o h n u n g s a u s s ch u ß des Reichstages hielt Sonnabend eine kurze Sitzung ab zur Besprechung einer Reise nach Stettin im Monat August, die eine Be- 'sichtigung von Wohnungseinrichtungen verschiedener gut zum Zweck hat. * . * Holland: Tic Verhältniswahl wirkt konservativ. * Die letzten allgemeinen niederländischen Parlamentswahlen am 3. Juli haben zum ersten Male im Zeichen des allgemeinen und gleichen Stimmrechts und unter Anwendung eines sehr verwickelten Verhältniswahlsystems stattgefunden, und sie haben nicht einen Sieg der Sozialdemokraten, sondern den Zusammenbruch der liberalen Bürgerparteien gebracht. — Für uns heißt das: Holland bleibt neutral. In der Tat haben die Parlamentswahlen, indem die liberalen Parteien von ihren 39 Kammersttzen nur >13 gerettet haben, die einflußreichsten Anhänger der Entente aus der künftigen Volksvertretung der Niederlande entfernt. In der Hauptsache waren es die liberalen und demokratisch gesinnten Parteiführer, der Amsterdamer Universitätsprofessor und Abgeordnete Van Hamel, welche die Ententepolitik in Holland unterstützten und teils im geheimen, teils auch ganz offen Hollands Kriegseintritt an der Seite der Entente betrieben. Professor Van Hamel war Vichts als ein Ableger des berüchtigten Amsterdamer und Ententeblattes „Telegraast'. Fortan >ver- '. Leu die drei konservativen Parteien der Katholiken, der antirevolutionären Protestanten und der Ehrisilich- H-ltorischen die Richtung der niederländischen Staatspolitik bestimmen, und diese Parteien, welche sowohl im Ober- wie im Unterhause über eine völlig regie- | iilugsfähige Mehrheit verfügen, werden eine rein tzol- ländische Politik betreiben. Ihre Führer, die greisen Slaatsminister Dr. K u y p e r und Savornin-Loh- manr, stehen mit ihren persönlichen Sympathien auf Deutscher S^tte, vor allen Holländern, die nur Den einen Wunsch hegen, die bisherige Neutralität ihres Vaterlandes aufrechtzuerhalten, solange diese irgend Möglich ist. Finnland: Tie Monarchie beschlossen. ; Der große Ausschuß des finnischen Landtages (zu dem die Radikalsoztalisten nicht zugelassen werden) hat mit 16 gegen 15 Stinimen dem Vorschläge au/ Einführung der monarchistischen Staatsform zu- > gestimmt und mit 18 gegen 13 Stimmen die Bestimmungen über den Schutz der schwedischen Minderheit wieder in den Entwurf ausgenommen. Griechenland: In französischen Händen. r In Cozzani wurden 7 griechische Offiziere und Unteroffiziere, welche angeklagt waren, eine militärische Meuterei in Cervia angezettelt zu haben, stand- ' rechtlich erschossen. Sie sollen sich gefälschter Dokumente bedient haben, um eine Rebellion hervorzu- . rufen. * Die Sklaverei der Griechen unter der Entente beginnt.^ ^er französische General Gramat ist zum Generylstabschef der griechischen Armee ernannt worden. Der Reichstag vertagt. - Berlin, 13. Juli 1918. Reue Steuervorlagen angetündigt. Der Reichstag hat sich heute, nachdem er sehr entschlossen alle Redseligkeit erstickt hatte, bereits um 12 Uhr mittags auf den 4. November vertagt. Zunächst wurde eine große Zahl von Bittschrif ten nach den Beschlüssen des Ausschusses erledigt Dann wurde das Branntweinmonopol nach kur. zer Aussprache mit unwesentlichen Aenderungen in dritter Lesung verabschiedet. Zu einer lebhaften Aussprache führte die Frage der Bekämpfung der Trunksucht. Der Reichstag hatte in zweiter Lesung auf Antrag Mumm beschlossen, aus den Erträgen des Mo nopolS vier Millionen Mark zur Bekämpfung der Trunk, sucht zu verwenden. Ein Antrag der bürgerlichen Parteien mit Ausnahme der deutschen Fraktion ging dahin, diesen Betrag auf eine Million Mark herabzu- setzen. Hierüber kam es zu einem lebhaften Streit zwischen den Sozialdemokraten beider Richtungen und der Deutschen Fraktion (Abq. Mumm), die für vier Millionen Mark eintrat, während die anderen Parteien eine Million Mark für genügend hielten und der Befürchtung Ausdruck gaben, daß die Vereine, denen die Gelder zufließen werden, diese nicht für die Zivecke der Tranksuchtsbekämpfung, sondern für alle möglichen anderen Zwecke verwenden würden. Abg. Kiel (Vp.) befürchtete, daß aus den 4 Millionen ein neuer Reptilienfonds werden könnte. Der Antrag auf Herabsetzung des Betrages auf eine Million Mark wird gegen eine starke Minderheit abgelehnt. Die Branntweinmonopolvorlage wird in dritter Lesung endgültig gegen die Stimmen der beiden sozialdemokratischen Fraktionen und der Polen angenommen. Nene Stcueraussichten. Die Beratung der Steuervorlagen war damit beendet, und Reichsschatzsekretär Graf R o e d e r n nahm das Wort, um dem Reichstag den Dank der Regierung für die Bewilligung dieser ungeheuren Steuervorlagen auszusprechen. Er betonte, daß der Reichstag mit dem heutigen Tage die größte Steuervorlage erledigt hat, die jemals seit Beginn der deutschen Parlamentsgeschichte zur Verabschiedung gekommen ist. Trotzdem sei erst ein Teil des Weges zurückgelegt, den man gehen müsse, um die ungeheuren Kriegslasten abzutragen. Aber es sei doch schon eine ganz bedeutende Strecke zurückgelegt, und für einen erheblichen Teil der vorjährigen und diesjährigen Gesetze könne er schon jetzt sagen, daß sie im nächsten Jahre wiederkehren werde. (Hört, hört! und Bewegung.) ^ Hierauf wird der Etat gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen. Die Polen enthalten sich der Stimmabgabe. Tie neuen Kriegskrcdite. Abg. Ebert (Soz.): Das deutsche Volk ist von ehrlichem Friedenswillen erfüllt, und auch die deutsche Regierung hat ihre Fricdensbereitschast erneut erklärt. Wir wünschen einen ehrenvollen Frieden für alle. Da uns die Gegner einen solchen Frieden verweigern, werden wir auch diesmal die Mittel bewilligen, die zur weiteren Verteidigung der Lebensinteressen unseres Volkes und zur Erreichung des Friedens gefordert werden. Abg. Geyer (U. Soz.): Wir lehnen die Kredite ab. Die Kriegskredite werden in 2. und 3. Lesung gegen die Unabhängigen Sozialdemokraten angenommen. Präsident Fehrcnbach hält die Schlußansprache: Der Reichstag kann mit Genugtuung auf die geleistete Arbeit zurückblicken. Das Volk betrachtet die Friedensschlüsse im Osten mit großer Genugtuung. Es wird auch Verständnis für die Notwendigkeit der neuen Steuerbelastungen haben. Wir find zu einem ehrenvollen Frieden bereit, sobald die Feinde ihren Vernichtungswillen aufgeben. Wir vertrauen auf Gottes Schutz und unsere tapferen, unvergleichlichen Heere. Der Vertagungsantrag des Präsidenten bis zum 5. November wird angenommen. MiljukowS neueste Quertreibereien. Ter Kadett und Zareristiirzcr begeistert sich für die Monarchie. England hält in Rußland alle Eisen im Feuer; auch die Hoffnung auf die Monarchie wird nicht vernachlässigt. Und sein getreuer Schleppenträger ist der Börsenjournalist und Zeitungsverleger und Spekulant und — alles Mögliche Herr Miljukow, der an großzügiger Schieber-Veranlagung den ganzen Berliner Alexanderplatz nebst Umgebung in die Tasche steckt. Als England den Sturz des Zaren verlangte, besorgte Miljukow daö mit Hilfe der Kerenfkifchen Arbeiter. Jetzt verlangt England, daß zum Sturze der Bolfche- wiki die Monarchie wiederhergestellt werde; flugs steht Miljukow bereit. Er spielt also den reumütigen Bekehrten und schreibt an seine Freunde: „Wie wir jetzt handeln müssen, ist mir nicht klar. Was den inneren Zustand Rußlands anbetrifft, so wissen wir nunmehr mit Sicherheit, daß die Rettung des Vaterlandes allein durch die Rückkehr zur Monarchie erfolgen kann. Die Ereignisse der letzten Monate haben bewiesen, daß unser Volk für die Freiheit nicht reif ist. Es ist monarchisch gesinnt. Die meisten haben nur aus Furcht vor der bolschewistischen Schreckensherrschaft für die Republik gestimmt. Aber trotzdem wir von dieser Tatsache überzeugt sind, können wir sie nicht öffentlich anerkennen; denn das würde den Zusammenbruch unserer ganzen Lebensarbeit und unserer Weltanschauung bedeuten. Aber bekämpfen können wir diese Tatsache auch nicht; denn es ist ausgeschlossen, daß wir gemeinsame Sache machen könnten mit den Männern der Reaktion, die wir unser ganzes Leben lang bekämpft haben." Miljukow scheint also immer noch an seinem Plan festzuhalten, den er zu Beginn der Revolution ankündigte, die Krone dem Großfürsten Michael anzubieten, der sie bekanntlich damals ausschlug. Inzwischen scheint er trotz des Zögerns, von dem sein Brief einen Beweis liefert, sich entschlossen zu haben, von den Bolschewisten endgültig abzurücken. Die Berichte der letzten Zeit melden seine Ankunft in Sibirien, wo er in Verbindung mit Großfürst Michael und den Generalen K o r n i l o w und K a l e d i n , beide berüchtigte Englandsöldlinge, die trotz aller Gerüchte über ihren Tod noch leben, sich an die Spitze der gegen- rfvolutionären Bewegung gesetzt zu haben scheint. Ans aller Welt. ** Mais als Heizmaterial. In Argentinien will man jetzt den Versuch niachen, Mais als Brennmaterial zu verwenden. Da Argentinien von seiner fast 4,5 Millionen Tonnen ergebenden Maisernte nur knapp zwei Millionen selbst braucht, bleiben also mehr als 2,5 Millionen übrig, die man wegen Frachtraummangel nicht transportieren und deshalb nicht verkaufen kann. Da andererseits Kohle und Holz sehr teuer sind, hat man begonnen, Lokomotiven mit Mais zu heizen. Die Versuche sind zufriedenstellend ausgefallen. ** Tie Tochter des österreichischen Ministerpräsidenten am Burgtheater Irma v. Seidler, die Tochter des österreichischen Ministerpräsidenten, die, wie wir unlängst meldeten, zur Bühne geht, ist jetzt, nachdem sie in einer Wohltätigkeitsvorstellung aufgetreten war, ans Burgtheater berufen worden. ** Fischers Schicksal. In holländischen Fischerkreisen beunruhigt man sich außerordentlich über das Ausbleiben von zwei Fischdampfern, die in den letzten Wochen des Juni ausgefahren sind und von denen man seither nichts mehr gehört hat. Es wurde berichtet, daß vor einigen Tagen ein unbekannter Fischdampfer auf eine Mine gelaufen sei. ** Ter Kirchen Vorstand als Glockendieb? In den polnischen Gemeinden Knychowek, Skibniew und Roz- bity-Kamien hat man den Kirchenvorstand und andere angesehene Gemeindemitglieder verhaftet, weil sie die dort beschlagnahmten Kirchenglocken beseitigt haben sollen. Die Verhafteten sollen so lange festgehalten Werden, bis die Glocken wieder zur Stelle sind. Scherz mrd Ernst. tf Moderner Stil. In einem Teile der Berliner Blatter, denen der großen Annoncenblattsabriken, treibt seit einiger Zeit eine in der Ideenwelt der er- Pressionistisch-futuristisch-kubistisch, nein, bereits dadä- istischer Kreise emporgewachsene Journalistik ihr Wesen. die in aufreizender Verhöhnung des gesunden Menschen-Verstandes und -Gefühls jeden Rekord Wiener und Budapester „Cmoc's" weit hinter sich läßt, da liest man z. B. in einem „modernen" Feuilleton der einstnials altehrwürdig-langweiligen, heute modern-versalzenen „Voss. Ztg.": „Anhalter Bahnhof, Bahnsteig A. Von Manfred Georg. Immer wieder beginnt hinter den drei Rundbogen die Welt. Alle Himmel habe ich davor gespannt gesehen. Am schönsten ist der, in den sommers die Züge um sieben Uhr hineinfahren. Hellblau wagt er kaum zu schimmern. Und ein später Mond ist darauf hinaufgetuscht wie auf Segantinischen Morgeulaudschaften. Eisenkasten stehen die Wagenreihen. Alle Räder sind Lager verhaltener Energie. Sie singen leise im Stehen, ungeduldig. Dampf stößt zischend aus einem Ventil. Beschlagen tränt der Wagen vom Tau seiner weißwolkigen Wut. Draußen blitzt unter plötzlichen Sonnenstrahlen eine Kurve, dehnt sich in schlanker Biegung, wartet auf den rasenden Hieb des anfahrenden Zuges. Der beginnt schon inbrünstig in seinen Axen zu beben. Türen lassen den Abschiedssalut durch die Halle rollen. Mit einem Ruck werden zehn Händedrücke durchgerissen. (Zu der Geliebten webt noch Traum in schon gelöste Fingerspitzen Berührung und Glut.) Die Wagen entgleiten. Blind starrt die letzte Signallaterne. Wird klein. Wenn man blinzelt, ist chon ihr polyphemes Auge vom Frühnebel überwischt. Hinten schreit die Kurve laut und wollüstig auf." Der Himmel, der kaum noch zu schimmern wagt, die blindstarrende Siguallaterne, die wollüstig auf- chreiende Kurve — was sind wir deutsche Männer doch ür armselige Trottel, daß wir uns derartige Schönheiten der Natur erst durch einen jungen Mann aus dem Nllstein-Verlage eröffnen lassen mußten. Humoristisches. Rücksichtsvoll. „Lieber Mann, ich habe da zwei Hüte zur Auswahl schicken lassen. Der eine gefällt mir sehr gut, aber wenn der andere dir besser gesällt. dann nehme ich auch gerne — abe beide." Müller: Warum woll der Reichskanzler zur Erholung jradc ini große Hauplquattier reist? Schulze: Hm, wahrscheinlich hat ihm der Arzt Höhenluft verordnet. Müller: Js denn bet Hauptquartier so hoch gelegen? Schulze: Del sollste doch wissen. Hindenbnrg und Ludendorsf sind allemal janz uff die Höhe. M-. Stadl imd Land. * Glir kelorrderrr' MitttävfrerchtbvLef wird am 15. August emgesührt. Die bisherigen Frachtbriefe für militärische Sendungen werden von diesem Tage an nicht mehr benutzt. Das neue Muster wird verwendet für Militärgut, 'Prioatgut für die Militärverwaltung und für Privatgut für Heeresangehörige. 9 Die Aufforderung an die PaKetabsrnder, in die Pakete obenauf ein Doppel der Aufschrift zu legen, hat bisher nur geringen Erfolg gehabt. Unter den im Laufe von 6 Monaten bet den Postanmeldestellen amtlich geöffneten 50908 Paketen haben sich nur 720 Stück befunden, die ein Doppel der Aufschrift enthielten. Die Auflieferer von Paketen werden deshalb erneut darauf aufmerksam gemacht, daß es wesentlich zur Erreichung sicherer Ueberkunft der Pakete beiträgt, wenn ein Doppel der Aufschrift dem Inhalte betgefügt wird. 9 Tischtücher als Windeln. Seit 1. Juli ist bekanntlich der Gebrauch von Tischtücher in Gastwirtschaften, Hotels usw. völlig verboten worden, während bisher noch gewisse Ausnahmen gestattet waren. Das neue umfassende Verbot erstreckt sich auch auf alle Klubs, Gesellschaften, Kasinos usw., soweit in ihnen Speisen gegen Entgelt verabreicht werden. Lediglich bei größern Festlichkeiten wird die Benutzung von Tisch, tüchern noch erlaubt werden, soweit diese aus dem Kreise der Gäste geliefert werden. Die auf diese Weise freiwerdenden Tücher (Tisch- und Mundtücher) find besonders wertvoll für die immer dringendere Beschaffung von Säuglingswäsche usw. Die Reichsbekleidungsstelle fordert daher zur freiwilligen Ablieferung aller entbehrlichen Tischwäsche auf. Bei einer freiwilligen Abgabe ist vorgesehen, daß ein Teil zmückbehalten werden darf zur Verwendung für andere Zwecke, z. B. zur Anfertigung von Bettwäsche. 9 ** Gießen» 16. Juli. Die Weingroßhandlung Geb r. Schwan und das ganze Anwesen am Selters weg ging durch Kauf in den Besitz des Hoflieferanten und Bahnhofwtrtcs Ernst Niemann über. * Gießen. Der Rechtsanwalt Otto Hehl von Vilbel wurde wegen Veruntreuung zu 9 Wochen Gefängnis verurteilt Ec hatte für die Gemeinde Niedererlen- bach 875 Mark in Verwahrung, die ec füc sich selbst verwendete. * Utphe, 15. Juli. Auf dem hiesigen Hofgut brannte eine Feldscheune mit 2000 Zentnern Rapsstroh und einer großen Menge gedroschenen Raps ab. Außerdem verbrannte dabei eine Dampfdreschmaschine und mehrere Wagen. Das Feuer ist entstanden dur.ch Polen, die dort Zigaretten geraucht haben. * Friedberg, 14. Juli. Oberlehrer Ferdinand Wtckerling von hier wurde als Direktor an die Deutsche Schule in Sofia berufen. * Kiugerr. Eine Steigerung deS steuerpflichtigen Vermögens um rund 20 Prozent in einem Jahre, die sen Ruhm darf die Stadt Bingen füc sich in Anspruch nehmen. 1917 belief sich daß Vermögen der Bürgen schaft auf rund 100 Millionen, in diesem Jahre wurde e§ auf 122 027 900 Mark festgestellt. Dementsprechend erfuhr auch die Einkommensteuer eine Erhöhung um 170 040 Mark auf 372468 Mark. Diese wohl einzig dast'henden Vermehrung des Vermögens ist auf das gesegnete Weinjahc 1917 mit seinen phantasttschcn Wein preisen zurückzusühren. Und welches Finanzbild wird Bingen erst 1919 darbieten, wenn die in diesem Jahre getätigten Weinversteigerungsergebniffe hinzukommen? Am 11. Juli d. J. verschied plötzlich infolge eines schweren Unfalls der Hauptmann d. R. u. Bataillons-Kommandeur Paul Finger Ritter des Eisernen Kreuzes I. u. II. Kl. der hessischen Tapferkeitsmedaille d. österr.-ungar. Militäryerdienstkreuzes usw. Er hat seinem Obersten Kriegsherrn auf allen Fronten, im Osten, im Westen und in Rumänien treu gedient. Unser Bataillon hatte er von seiner Aufstellung an geführt, und er war erst vor kurzem auf allerhöchsten Befehl an die Spitze einer anderen Formation getreten. Der Verstorbene war uns allen als Soldat und als Mensch ein leuchtendes Vorbild. Sein Gerechtigkeitsgefühl, sein Sinn für kameradschaftliches Zusammenhalten und seine unermüdliche Fürsorge für das Wohl seiner Untergebenen werden es bewirken, dass er unvergessen in unseren Bataillon weiterleben wird. Im Aufträge des Offizierkorps des Landw.-Eussartl.-Batailions 45: Geppert Leutnant und Adjutant. Bekanntmachung. In Abänderung unserer Bekanntmachung vom 29. Mat 1918 werden die darin festgesetzten Erzeuger-, Groß- und Kleinhandelspreise für Himbeeren, Brombeeren, Preßhimbeeren und Preß- brombeeren, Heidelbeeren, Reineclauden, Mirabellen, Pfirsiche, Aprikosen, Früh-Apfel und -Birnen, Pflaumen und Fallobst aufgehoben und mit Genehmigung der Reichsstelle für Gemüse und Obst wie folgt neu festgesetzt: Obstsorte Erzeuger Grosthandcls- Kleinhandelspreis Himbeeren 1.20 1.50 1.73 Brombeeren 1.20 1.50 1.73 Heidelbeeren —.50 —.75 —.85 Reineclauden —.50 —.65 —.77 Mirabellen auch Spillinge —.55 —.75 —.87 Pfirsiche und Aprikosen I. Wahl 1.20 1.50 173 n. „ —.60 —.80 -.95 Frühäpfel und Birnen und —.40 —.50 -.60 Pflaumen I. Wahl Pflaumen II. Wahl —.20 —.25 -.30 Fallobst bis 31. 8. 18. —.10 —.12 —.15 Vorstehende Preise beziehen sich auf das Pfund und ans marktwertige Ware erster Güte. Überschreitungen vorstehender Höchstpreise werden nach dem Reichsgesetz vom 4. August 1914 in der Fassung der Bekanntmachung vom 17. Dezember 1917 (R. G. Bl. Seite 516) mit Gefängnis bis zu einem Jahre oder mit Geldstrafe bis zu 10000 Mark bestraft. Eine Überschreitung der Höchstpreise kann auch in unzutreffender Sortierung des Obstes erblickt werden. Darmstadt und Wiesbaden, den 13. Juli 1918. 1 Zigarretlen im Sortiment. | 1000 St. M. 180. X Versand durch Nachnahme. v m. «unmann, Berlin O. 27 a. e. Wir suchen verkäufliche Häuser an beliebigen Plätzen mit und ohne Geschäft behufs Unterbreitung an vorgemerkte Käufer. Besuch durch uns kostenlos. Nur Angebote von Selbsteigentümern erwünscht an den Verlag der Vermiet* u* Verkaufs- Zentrale Frankfurt a* Mm Hansahausm Landesobststelle für das Grohherzogtum Hessen: I)r. Wagner Ministerialrat. vezirksftelle für Gemüse und Obst für den Regierungsbezirk Wiesbaden: vroege Geheimer Regierungsrat. Kaufe belle Hacke Bleiweiß usw. 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Daß aber der Spitzbube das solchermaßen ergatterte Leder ausgerechnet dem Turnwart des bestohlenen Vereins ins Haus bringt und zum Kaufe anbietet, geht denn doch zuweit. Das hat aber ein ge. wisser Herrn. Usinger aus Cröftel hier fertiggebracht, der natürlich eingelocht wurde. * Iserlohn. 8. Juni. In Grüna starb eine echte Soldatenmutter, Frau Eduard Freiburg. Acht Söhne und drei Schwiegersöhne hat sie im Felde stehen. An ihrem Grabe trauern neben dem Gatten 15 Kinder. Veiantwortlich: Albin Klein in Gießen. Bad Langeilschimlbach Villa Prinz von Preußen. Herrliche Lage am Wald. Schöne Zimmer mit voller Pension noch frei. 100 Leinenbriefmap. m. Seid.- Fütt. 30 Mk., 100 Billetmap. 18 Mk., 1000 Ansichtsk. Nestbest. 6 Mk. Tilemann, Hannover, Flüggestr. 22. Brenneisen liefert Brenneisenfabrik Ravensburg. änstig f. Wiederverkäuf. Sohlen- ar. Postpak. enth. s. 50 Paar chuhe 11 Mk.Nachn. Tilemann, annover, Flüggest. 22. Tüchtige selbstständige für Dampf- u. Wasserheizungen sofort gesucht. 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