Mf», ‘ ^ Jf (Neu ft Nachrichten) Bezugspreis SQ Pfg. monatlich vierteljährlich 1,8l>Mk., vorauszahlbar, frei inS Haus. Ab ge holt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,50 Mk. — Erschein! Mittwochs und SamStagS. — Redaktionsschluß früh 8 Uhr. — Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,WetzLarer Zeituug„. Nr. 61. Samstag. du 13. Juli 1918 (Gucfytncv Tagehlatt) Anzeigenpreis 20 psg. die 44 mm breite Petitzeile, für Auswärts 30 Pfg. Die 90 mm breite Reklame-Zeile 72 Pfennig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberfchreitung des ZahlungS- zieleS (30 ^aael, bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohneVerbindlichkeit. Druck der Gictzener Vcrlagsdruckerei, Albin Klein. 31. Jahrg. Ter Reichskanzler zur VelgischKn Frage. Weitere 15 Milliarde« MiefM-edite Um Reichstags-Hauptausschutz genehmigt. Ein ganzes KMerisanisches Flugzeußgeschwader vernichtet. 16306 u. 20000 Gr.-R -T. - zusammen 36300 Br.-R -T. versenkt. Aus dem amtlichen KreisblaLt. Reichsstelle für Gemüse und Obst, 24. 6. 18: Das KontroU-Früh- ! gemüse (Weißkohl, Rotkohl, Wirsingkohl, Mairüben, Möhren u. Karotten) und Frühobst (Aepfel und Kirschen) darf, vom 1. Zuli 1918 nur mit Genehmigung des für den Ler- sandtort zuständigen Kommunalverbandes versandt werden. Kriegsernähruugsamt, 15. 6. 18: Frühdruschprämicn. Kreisamt Gießen, 3. 7. 18: Alles überflüssige Gemüse in den Landgemeinden sammeln und an die Gemüseverxeilupgs- stelle nach Gießen, Walltorstraße 30 abliefern. Ministerium des Innern, 4. 7. 18: Bekanntmachung betr. Gc- müseversorgung. Ministerium des Innern, 4. 7. 18: Bekanntmachung betr. Eier. Ministerium des Innern, 3.7.18: Ausfuhr v. Zucht- u. Nutzvieh. Kreisfchulkommiffion, 3. 7. 18: Schlußprüsung der Aspiranten und Aspirantinnen im Herbst. Polizeiamt Gießen, 3. 7. 18: Die Hundesperre ist mit Wirkung vom 10. 7. 18 aufgeboben. Reichsstelle für Gemüse u. Obst, 17. 0. 18: In der Zeit vom 1. Juli 1918 bis 30. August 1918 ist die gewerbsmäßige Herstellung von Lauerkraut eingeschränkt. Kreisamt Gießen, 0. 7. 18: Ausführung der ReichSgetrcidc- ordnung für die Ernte 1918.' Kreisamt Gießen, 9. 7. 18: Leinennähzwirn-Verteilung. Die Firma I. H. Schmidt l. in Lich ist beauftragt an die dem Kreisamt bezeichneten Kleinhändler und gelverblichen Betriebe den zustehenden Leinennähzwirn für das 2. Vierteljahr 1918 zu überweisen. Kreisamt Gießen, 8. 7. 18: Die Kartofselversorgnug im Wirtschaftsjahr 1918/19. Kartoffeln der diesjährigen Ernte sind der ausschließlichen Bewirtschaftung des Kommunalverbandes unterworfen. 9er neue gemdKigl Der UachtragsetaL über die Kriegskrrdite von 15 Milliarden Mark ist gestern im Hanpl- ans-chust des Reichstages bei Stimmenthaltung der Polen gegen die Stimmen der Unabhängigen Sozialdemokraten genehmigt worden. 6rak Kettling übel Belgien. (§) In der füc vertraulich erklärten Sitzung dcö HavptauLschuffcs ist der Kanzler in seiner Erwiderung aus die Ausführungen des Abgeordneten SLresemann auch auf die belgische Frage eingegangen und hat folgende Stellung bekannt gegeben: „Wir beabsichtig n nicht," so erklärte er, „die Selbst- siändigteit und Unabhängigkeit Belgiens anzutasten. Aber onderersrits können wir euch, wie schon wiederholt crklärt wurde, nicht zulosftn, daß Belgien,zum Aufmarschgebiet unserer Feinde wird und daß unser wirtschaftlichcr Einfluß dort verdrängt wird." Diese Formulierung scheint auf allen Seiten auch Zustimmung'gefunden zu haben. Graf Hertling schloß seine Rede mit den Worten: „Helfen auch Sie, meine Herren mit, daß lvic im Innern die Einheitsfront halten, die so überaus wichtig ist für unsere Brüder dräust n im Felde. Helfen Sie alle mit, daß wir d e schwere Zeit drs Krieges, so lange lute ihn führen müssen, bis zum ehrenvollen Ende bestehen." Zur müiiärifcben Lage im Aesren. R otterda m. 11. Juli. Holländische Blätter mel den, daß der Glsamtverluü der englischen Armee an Hand der englischen amtlichen Brrlustitslen vom 1. bis 30. Juni rund 117 000 Mann betrage. » Genf, 11. Jnli. Der „TempS,, meldet^ Die stei' gende Luftaufklärung läßt auf einen neuen Sturm an der Front schließen. Von der Wiederaufnahme dcS großen WaffcngangeS können uns nur noch wenige Tage trennen. -lKllicde aeuifcbe CngesberkbK. wtb. Großes Hauptquartier, 10. Juli 1918. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Ruppcecht Im Ktmmelgrbüt, an der Lys und S mme lebte die Gcflch'.stäftgftit in den Abendstunden auf- Nächtliche Eckundungsvorstöße des Feind s. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Der Franzose ützte seine heftigm Teilangriffe fort. Südwestlich von Noyon und südlich d^r Alsne stieß ec nnh'fach mit staikcn K: ästen vor und srtzte sich in d n Gehöften Porte und des Loge? westlich von Autheuil, solvi^ in alten französischen Gräben nördlich von Long- pont fest. In dm a.'ichlikßcnden Abschnitten wurde ec durch Feuer abg.wiesen. B-ck örtlichem erfolgreichen Vorstoß westlich :dm Chateau Thieciy machten wir Gefangene. Rege E'! kundungstätigkeit des Feindes beiderseits von Reims. H e-e r e s g r u p p. e Herzog A i b r e ch t. Im Spndgau brachten Stoßtrupps aus frauzöstsche« Gräben nördlich von Lcugitzen Gefangene zurück. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. Berlin, 10. _ ult, abends.' Von den Kampffronten nichts NucS. Berlin, 10. Juli- Durch die Tätigkeit unserer Untersee Boote wurden im nördlichen Sperrgebiet um England ».cuerdings 16500 Bruttoregiftc.rtonru.n feindlichen Hand c ls schiffs r a um es vernichtet. Der Chcf des Admiralstabe? drr Marine. w b. Großes Hauptquartier, 11. Juli 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht. Tagsüber mäßige Gefechtstätigkeit, die am Abend vielfach ' auflebte. Nächtliche EckundungSkämpfe. Ein stärkerer Vorstoß des Feindes nordöstlich von Bethune wurde abgewiefen. Heeresgruppe deutscher Kronprinz. Lebhafte Fcuertätigk-it zwischen AiSne und Marne. Ecneute Teilangr'ffe, die der Feind au? dem Walde von Villecs Cotterets heraus führte, drückten unsere Posten an den Sevieres-Gcund zurück- Von einem Geschwader von 6 amerikanischen Flugzeugen, die Koblenz angreifen wollten, fielen 5 Flugzeuge in unsere Hand. Die Besatzungen wurden gefangen. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorfs. Berlin, 11. Juli, abends. Von den Kampffton- Leu nichts Neues. Berlin, 11. Juli. Von unseren U-Booten sind im Kanal neuerdings vier bewaffnete Dampfer mit zusammen 20 000 Br.-Reg.-To. versenkt worden. Der Chef des Admiralstabes der Marine. * wtb. GrotzeSHau Pt quartier, 12. Juli 1918 Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz R n p p r e ch t. Die Altillerictatigk.it lebte am Abend auf und steigerte sich während der Nacht zu kräftigen Feuerüb.r- fällen auf Kampfstellungen und HinttrgelänSe. Südwestlich von Apern und Bailleul, sowie nördlich von Albert wurden stärkere Vorstöße, mehrfach Erkundung«' abt.ilungcn dcö Feindes, abgewiesen. Heeresgruppe De u t s ch e r Kronprinz. Zwtfchen AiSne und Marne blieb die Tätigkeit der Franzosen rege. In Vorfeldkämpfen am Walde von Villers Cotterets machten wir Gefangene. Oestlich von Reims schlugen wir Erkundungsvorstöße des FeindeS äUtl1 Leutnant Nickel errang seinen 20. Luftsieg. — Von dem gestern im Anflug auf Koblenz gemeldeten ame. rikanischen Geschwader fiel auch das sechste Flugzeug durch Abschuß in unsere Hand. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendocff. m Berlin, 12. abends. Oertliche Kämpfe südwestlich Baillcu! und auf dem Westufer der Avre. WegrrEuerungrruscdlag In kessen. D ärmst a dt, 10. Juli. Die Zweite Kammer nahm heute d:e Regierungsvorlage betr. KctegSmaßnamen für Beamte ujw., durch welche die KriegsteucrungSzulagen der Beamten e'höht werden sollen, mit allen gegen eifle Stimme nach den Beschlüssen des Finanzausschusses an. Durch die Vorlage wird der Familienzuschuß auf 800 b'S 1000 Mark erhöht und eine Kindeczulage von 200 Merk gewühlt, ferner für pensionierte Beamte und deren vccsorgungsbecechtWe Hinterbliebene ein Familien Zuschuß von 240 biS 500 Mark und eine Kinverzulage von 200 und eine Vollwaisenzulage von 240 Mack gewährt. Der Finanzausschuß hat die Kinderzulage für nichtpensionierte Beamte von 200 auf 250 Mark erhöht i nd außerdem eine Erhöhung für die im Militärdienst stehenden Beamten beschlossen. Der Finanzminister Dr- Becker erklärte, daß die Negierung den Beschlüssen des Finanzausschusses zustimmen w^rde. Die entstehenden Mehrausgaben von 6 Millionen würden sich voraus- sichtlich im Jahre 1919 durch Mehreinnahmen decken lassen. lieber das Jahr. 1919 hinaus könnte man allerdings keine bestimmten Voraussagen machen. kessere kodlenlieserung kür kessen. Die hessische Regierung gibt bekannt: Neuerdings vorgcbrachte Beschwerden — insbesondere auS der Provinz Nheinhrffen —, gaben uns Veranlassung, durch Vermittelung der Großh. Gesandtschaft in Berlin den Herrn Reichskommissar füc die Kohlenvectcilung zu Berlin um möglichst alsbaldige und durchgreifende Abstellung der berechtigten Klagen durch Erhöhung der Kohlen- kontingente und durch entsprechende reichliche Zuweisung von Kohlen aufs dringendste zu ersuchen. Wir haben hierbei auf den Ernst der Lage besonders hingkwiefen und unseren Befürchtungen Ausdruck gegeben, daß durch eine ungenügende Belieferung m't Kohlen eine noch größere Beunruhigung in der Bevölkerung entstehen würde, wie dies aus gleichem Anlaß bisher der Fall war. ksießMrkschWücdes. ** Die fleischlosen Wochen Nach neueren Mel. düngen beginnen die fleischlosen Wochen am 19. August. In jedem Monat soll in einer Woche die Fleischliefe- rung ausfallcn. Das „Leipz. Tagbl." teilt mit, daß die Festsetzung für das ganze Reich gleichmäßig erfolgt. Als fleischlos sind vorgesehen die Wochen 19.—25. Au. gast, 9.-15. September, 29. September bis 6. Oktober und 20.-27. Oktober. Die Fleischcation soll von 250 auf 200 Gramm für alle Städte von 100 000 Einwohnern ab festgesetzt werden, füc die 50 Gr. Fleisch wird ein entsprechendes Quantum Mehl gewährt. • " Die Knr-toffetpreise. Auf mehrfache Anfragen teilt das KrtegSernährungSamt mit, daß keine Erhöhung der. Preise füc Frühkartoffeln über die in der Verordnung vom 9. März 1918 vorgesehene Höchstgrenze von 10 Mark hinaus beabsichtigt ist, zumal in wenigen Tagen mit einer reichlicheren Anfuhr vollauS- gereister Frühkartoffeln gerechnet werden kann- Capelle über den Ll-Bootkrieg. „2lm Endcrfolg vermag alles nichts zn ändern." Im Reichstage, der jetzt zur Erledigung seines Arbeitsquantums seine Sitzungen bis in die spätesten Abendstunden ausdehnt, kam der Staatsjettetäc des Reichsmarineamts bei seinem Etat am Freitag erst abends um 10 Uhr zu Worte AuS^iner Mfolge dieser späten Stunde wenig beachteten Rede sei hier noch das folgende hervor gehoben: Der Abg. Dr. Pfleger hat eine Aeußerung des französischen MarineUnterstaatssekretärs mitgeteilt, nach welcher zwei Drittel unserer U-Boote vernichtet seien und doppelt so viel U-Boote versenkt würden als wir bauen könnten. Vorstehende Angaben sind falsch. ELMA^l-nrichtig ist eine vor kurzem erfolgte Erklä- rung des englischen Marineministers, daß seit Januar d. Js. mehr Boote versenkt seien, als gebaut sind Das Gegenteil ist der Fall. (Hört, hörtl) Alle Nachrichten über U-Bootverluste, die von unseren Feinden in die Welt gesetzt werden, fiitb übertrieben. Unsere U-Boot-Wafse ist sowohl, was die Zahl wie die Qualität der Boote anbetrifft, in: Steigen begriffen. Eine große Anzahl der Herren hat vor kurzem dem Bortrage eines gerade aus dem Sperrgebiet zurückgekehrten U-Boot-Kommandanten beigewohnt, in dem der Vortragende eingehend all die Abwehrmaßnahmen, die unsere Feinde gegen die U-Bootspest zur Anwendung bringen, geschildert hat. Sie werden seinen Ausführungen entnommen haben, daß unsere prächtigen U-Boots-Besatzungen sich gegen alle diese Mittel bisher behauptet haben und, ich habe die begründete Hoffnung, auch weiter behaupten werden. Für die Beurteilung des militärischen Ergebnisses des U-Boot-Krieges sind der zuverlässigste Maßstab die amtlichen Veröffentlichungen des AomiralstabeS über die Versenkungen. Wenn jetzt noch, nachdem bereits rund 18 Millionen Tonnen, welche unseren Feinden zur Verfügung gestanden haben, vernichtet sind, durchschnittlich Tag für Tag 4 bis 5 größere Schiffe als versenkt gemeldet werden, so liegt darin die Gewähr, daß die Wirksamkeit des U-Bvot-Kricgcö nicht nachgelassen hat. Ich möchte mir gestatten, Ihnen in diesem Zusammenhänge zwei Aeußerungen amerikanischer Autoritäten wiederzugeben, aus denen klar hervorgeh!t/ was man von all den Beruhigungen und Aufmunterungen unserer Feinde zu halten hat: arv ?Hl £: Mai erklärte der bekannte amerikanische Admiral Srms in London im National Boarding Club, daß die steigende Kurve der Schiffsbauten in kaum 14 Tagen die fallende Kurve der U-Boots-Bersenkungen jchnelden würde, die Berbandsmächte mithin ihre Verluste voll ersetzen könnten. Beinahe gleichzeitig, am 7. Mm. aber sagte jenseits des Ozeans der Vorsitzende des Schiffahrtsausschusses der Handelskammern der Vereinigten Staaten, Herr Filene, folgendes: „Der nächste Frühling, also 1919, wird heran lein, bevor unsere Schiffsneuvaulinien die Linie der U-Boots-Versenkungen schneidet. Alle Angaben, fährt er fort, die man in den Zeitungen über das Nachlassen der Versenkungen liest, gründen sich auf Hoffnungen und Träum e." v,. rr^5?' "leine Herren, klingt ganz anders, wenn vielleicht auch Herr Filene Amerikaner ist und gewiß ^H, nicht zu wenig sagt. Ich hoffe, daß im nächsten Frühjahr, falls dann der Krieg noch andauern sollte, die von rhm ausgesprochene Hoffnung sich als nicht zutreffend erweisen wird. Meine Herren, wie liegen denn die Verhältnisse? Täglich werden vier bis fünf größere Schiffe mit wertvollen Ladungen an Kriegsmaterial, Truppen, Roh- stof,en und Lebensmitteln versenkt, denen auf absehbare Zeit noch kein annähernd gleicher Schiffszuwachs gegenubersteht. ,, b “ uernöer Rückgang des zur Verfügung stehenden Schiffsraumes. Diesem dauernden Rückgang a J )er km dauernd steigender Bedarf gegenüber. Wir alle wissen, daß seit geraumer Zeit die vorhandene Tonnage nicht mehr ausreicht, um die Bedürfnisse unserer Feinde in ausreichendem Matze zu befriedigen. Mit jedem amerikanischen Sollen aber, der europäischen Boden betritt, wächst oer Bedarf an Schiffsraum um rund 6 Brutto-Reaister- Tonnen für den Kopf, um den Mann herüberzubrinaen und dieses ist der springende Punkt, um etwa 8 Brutto- Neglster-Tonnen sur den Kopf, um den Mann laufend mit der nötigen Zufuhr, im weitesten Sinne gedacht, zu versorgen. In allen Tonarten wird in der feind- lichen Presse verbreitet, der U-Boot-Krieg wirke nicht mehr sei nicht mehr, um mit Lloyd George zu reden, eme Gefahr. sondern nur noch eine Belästigung. Wir follten uns durch solche zuversitchlrchen Reden unserer mcht irremachen lassen. Selbstverständlich muß auch das Ergebnis des U-Boot-Krieges einmal geringer werden, wenn der Seeverkehr abnimmt. An dem End- erfolg aber vermag das ebenso wenig etwas zu ändern bö l u J 1ter besonders günstigen Ber- b^^vlssen vorübergehend einmal ein stärkerer Verlust als der normale eintritt. Der feste AEgeswille. der unfer Heer im Westen von Sieg zu Wh ^ Qt ' QUC ^ in ber Marine lebendig und wird auch den U-Boot-Krieg das ihm gesteckte Vel erreichen lassen. (Lebhafter Beifall ) 9 6 Nennung der Beamten, die für das herrschende System der Verheimlichung verantwortlich feien. Der liberale „M anchester Guardia n". eines der unabhängigsten Blätter Englands, äußert sich ähnlich. Mau ist weder von Bauergebnissen, noch von oen Versenkungsziffern befriedigt, um so weniger als die öffentliche Meinung unaufhörlich mit melodramati-schen Nachrichten über die Versenkung zahlloser U-Boote überschwemmt werde. \ yj&^p === ==y J i~’,r- r" r-i/ —- - s.'- Melodramatischer Schwindel. Die „Pall Mall Gazette" wendet sich in einem n^^^^^E^tlschen Artikel gegen den amtlichen und halbamtlichen Optimismus hinsichtlich des U-Boot- kriege s. Die^ Statistik für Monat Mai sei überaus entmutigend, umsomehr, als man sich dem Monat August nähere, für den Admiral Jellicoe die absolute Niederlage des U-Bootes in Aussicht gestellt hatte. Der Hinweis der Admiralität auf die außerordentlich hohen Seeunfallc im Monat Mai sei nur ein schwacher Trost. Außerdem sei es überaus bedauernswert, daß die Admiralität sich nicht veranlaßt gesehen habe, zahlenmäßige Angaben zu machen, wie hoch eigentlich die Seeunfalle und wie hoch die Versenkungen zu beziffern seien. Die „Pall Mall Gazette" fordert die Der „kleine". Schleichhandel. Ter Ansturm des Parlament- gegen die Zwangswirtschaft. Im Reichstage ist nunmehr ein schriftlicher amtlicher Bericht über die Verhandlungen des Ernährungsausschusses erschienen, der einen verläßlichen Einblick in die Stimmung des Parlaments zu dieser so lange, so viel und so heiß umstrittenen Frage gestattet. Nach dresem Bericht verschlieft sich „eine größere Anzahl von Parteien" - die Mehrheit ist das — nicht mehr der Ueberzeugung, „daß das gegenwärtige System der Volks- Versorgung, für dessen Einführung im Anfang des Krieges gute Gründe polilischer und psychologischer Natur bestanden haben, nunmehr nicht wetüter fortgesetzt werden kann und darf. Es sei an der Zeit, gewisse Abänderungen daran vorzunehmen." Es wird in Vorschlag gebracht, den sogen, kleinen Schleichhandel, durch den zu sehr hohen, \m Verborgenen geforderten und gezahlten Marktpreisen beträchtliche Warenmengen umgesetzt werben, legitim, gesetzlich zulässig zu machen. Die Folge werde sein, so meint man, daß die hohen Prerse sinken würden. Ein weiterer Vorschlag geht dahin, daß n u r ein Teil der Erzeugnisse, insbesondere des Brotgetreides, behufs Sicherstellung der Versorgung der Bevölkerung beschlagnahmt, das übrige Brotgetreide dagegen völlig freigegeben werden soll. Um diese übrigbleibenden Mengen zu erfassen, müsse dem Besitzer etn Preis geboten werden, der den für die abzuliefernden Mengen zu zahlenden Preis um die Halste übersteigt. Die Regierung hat sich gegenüber diesen Anregungen absolut ablehnend verhalten, und es ist daneben für dieses Jahr auch praktisch eine Aenderung nicht mehr möglich. Da wir aber wohl mit einer Fortdauer des jetzigen Zustandes noch für mehrere Jahre rechnen müssen, wird der Streit darum kein Ende nehmen. Auch nach dem Kriege wird bei der grenzenlosen Verwüstung der Getreidewirtschaft in der ganzen Welt eine öffentliche Beeinflussung der Getreide-Produktion und deren Verteilung nicht zu umgehen sein. An einer möglichst zweckmäßigen Verteilung hat man also allgemein das dringendste Interesse. Leider fehlen alle Erfahrungen für die neuen Anregungen. Man weiß nur, daß das Bestehende nichts taugt. Ob die konservativen Vorschläge eine günstige Wirkung ausüben werden, weiß man nicht: es fehlen dafür alle Erfahrungen. Man kann nur auf Grund allgemeiner Erwägungen vermuten, daß dieses so, das andere so wirken werde. Im Ausschüsse stand eine Mehrheit auf Seite der konservativen Abänderungsvorschläge. Es ist sicher, daß ein Teil dieses Gegner des jetzigen Systems sich bei ihrer Stellungnahme weniger von der Ueber- zeubung der Ernährungsverhältnisse durch eine Beseitigung der „lückenlosen Erfassung" als vielmehr von dem Gedanken haben leiten lassen, daß der mora- li scheu Verwilderung, die das heutige System nn Gefolge gehabt hat. unter allen Umständen ein Ende gemacht werden müsse. Die konservative „Deutsche Tageszeitung" behandelte kürzlich diesen Gegenstand. m° n sie dazu sagte, hatte das größte Da^heißt^eS^^"^^^' ÖCI * ÖUC ^ Öte Moralfrage streifte. die noch keine der Ernährungsverordnungen übertreten, noch nicht geschleichhandelt, noch kein Fisches Brot gegessen haben, gibt es nicht. Kann dke Achtung vor dem Gesetz und vor staatlicher Autorität überhaupt wirksamer systematisch ausgerottet werden "i?,.dodurch. daß mun an jede Alltäglichkeit eine Kon- fllkttnnöglichkeit knüpft, alle l0 Minuten lang einen ttnieiz nicht nur. fast eine Nötigung zur llebertrettmcr l d)Clr !f\ ®. cl P ?. cr Unzufriedenheit und der Geist der Unbotmäßigkeit sind die Emanationen dieses bure- ankratisierten Ehperimentalsozialismus" ' ....Man wird diesen Gedankengang weiter spinnen müssen. Der ständige Kampf im Gewissen jede- Ein- Seinen nul der Ungewißheit, ob erlaubt oder nicht nagt auch nn Besten wie ätzendes Gift an der Rechts-' aussassung und verstört und verbittert ihn. Aus min- dere Elemente aber, in allen Kreisen natürlich., die ihre Selbstjucht nicht zu meistern vermögen, und die den Versuchungen nicht zu widerstehen vermögen, wird die Gesetzesverachtung im kleinen bei diesen Verordnungen notgedrungen einen völligen Umsturz ihrer ^echtsauffassung und damit eine Gefährdung des ^taatswohleS rm Gefolge haben müssen. Da tut Ab- hllse freilich dringend not. „ . ®J e rßl a ¥ ist uur, ob das vorgeschlagene Halb- und Halb-System der gesetzlichen Anerkennung des „tteinen Schleichhandels", das hier beruhigend wirken wurde, nicht aus dem anderen Gebiete, dem der Ernährung selber, nicht versagt. w. A. Gras Mirbach tu Moskau ermordet. (Amtliche Meldung.) Berlin, 6. Juli 1918. Eine Sonderdepesche meldet: Heute vormittag ersuchten zwei Herren in Moskau den Kaiserlichen Gesandten um eine Unterredung, die ihnen vom Grafen Mirbach im Beisein von Legationsrat Riezler und einem im Zimmer anwesenden deutschen Offizier bewilligt wurde. Die beiden Unbekannten zogen Revolver und schossen auf den Kaiserlichen Gesandten, wobei sie ihn leicht am Kopf verletzten. Ehe sie daran gehindert werden konnten, warfen sie, hierauf ein paar Handgranaten und retteten sich durch einen Sprung aus dem Fenster auf die Straße. Graf Mirbach, der schwer verletzt wurde, ist, ohne das Bewußtsein wicdererlangt zu haben, kurz daraus verschieden. Die beiden anderen Herren blieben unverletzt. . Sofort nach Bekanntwerden dieser Untat trafen die Kommissare für auswärtige Angelegenheiten Tschi- t scherin und Karr ach an in der Gesandtschaft ein und sprachen dem Legationsrat Riezler die Empörung und das Bedauern der Sowjetregierung über den erschütternden Vorfall ans. Leider ist es bis jetzt nicht gelungen, die Verbrecher zu entdecken und ftstzunehmen. Das bisherige Ergebnis der sofort angestellten Untersuchung läßt die Vermutung zu, daß es sich um ini Dienste der Entente stehende Agenten handelt. Graf Mirbach war 47 Jahre alt und hat sich seit etwa 18 Jahren auf den verschiedensten diplomatischen Posten bewährt. Während des Krieges wurde er nach Athen entsandt und später nach Einleitung der Friedensverhandlungen in Brest-Litowsk zur Der- tretung der deutschen Interessen nach Petersburg und Moskau. Der Verstorbene war ein bewährter Beamter und der Typus eines seinen Diplomaten. Vielleicht das Signal zu einem neuen Kriege. Nach dem Stand der letzten diplomatischen Verhandlungen, die der ermordete Gesandte geführt har, fft es als ganz ausgeschlossen zu betrachten, daß die Sowjetregierung irgendeine Schuld an der Mordtat trifft. Die Entente wird deshalb die erhoffte und sonst fast unvermeidliche Komplikation nach einem Gesandtenmord ausbleiben sehen. Die „B. Z." schreibt zu dem Mord: „Vielleicht wird auch dieser Schuß das Signal eines neuen Krieges sein, des Entente- Krieges gegen Rußland, in dessen Anfangsstunde man den Berater der verhaßten Bolschewikr zuerst beiseite räumen wollte. Wir glauben, daß in dieser Richtung die Tat über kurz oder lang ihre Aufklärung finden wird. Dann wird der Entente, der mörderischen Entente, der Richtspruch aber nicht erlassen sein!" Vom A-Bootkrieg. Mißbrauchtes freies Geleit. Deutschland hat dem berüchtigten rumänischen Kriegshetzer — und im Nebenamte schmierigsten Börsenschieber und Kriegslieferanten, dem daheim anrüchigste Strafverfolgungen drohten — Take Ionescu aus irgendwelchen uns nicht erkennbaren Gründen Freigeleit zur Schweiz gegeben. Der freche Bursche hat daraus sogleich in der Schweiz eine lügnerische Schimpferei über _ die angebliche Bedrückung Rumäniens durch Deutschland an die Presse gegeben und ist dann nach Italien gefahren. Von da wird er nach! Paris, London und Washington reifen, um dort den Präsidenten Wilson für die Sache Rumäniens zu interessieren. Die Mehrheit des serbischen Parlaments ist für sofortigen Frieden eingetreten, weil — Rumänien einen guten Frieden erlangt habe. Daß die Serben das anerkennen, wird in London und Washington sicher Eindruck gemacht haben. D;e ErnährungsrichMnien vor dem Reichstag. — Berlin, 6. Juli 1918. Der Reichstag verabschiedete heute das Kapital- abfindungsgesetz (Ausdehnung aus Teilnehmer früherer Kriege), verwies die neuen Vorlagen gegen die Unfruchtbarniachung und Schwangerschaftsabtreibungen an den Ausschuß und wandte sich dann zu den Richtlinien über Ernährungs- und Kohlerrftagen. Danach dürfen öffentlich bewirtschaftete Nahrungsmittel vorn Erzeuger nur an Behörden geliefert wer« den. Die Absender sind verpflichtet, alle Sendungen wahrheitsgetreu zu deklarieren. Verbotswidrige Transporte verfallen dem Kriegsernährungsamt. Tie Landesbehörden haben diese Vorschriften streng durchzusüh- ren. Hinsichtlich der Prcisregelung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse wird gefordert, dag in der Preisgestaltung mehr Beständigkeit und Gleichmäßigkeit herrsche. Auch soll auf die Kosten der landwirt- schaftlichen Erzeugungsmittel Rücksicht genommen werden. Bei den Rahrungsmitteipreisen soll auf die Kaufkraft der breiten Blassen Bedacht genommen werden. Das abzultefernde Getreide soll nur in gereinigtem Zustande abgenommen werden. Das Winterkorn soll :n bestimmten Mengen dem Erzeuger verbleiben. Zur Förderung der Fettversorgung soll der Anbau der Oelsaaten begünstigt, weiterer Anbau von Raps angeordnet werden. Zur Aussaat von Raps und Rübsen sollen möglichst große Mengen sticlstosshaltiger Düngemittel geliefert werden. Der Preisunterschied für ausländischen Kunstdünger soll von der Reichs- kasse übernommen werden. Weiter soll die Heeresverwaltung das Pferdematerial möglichst freihändig erwerben und sich an den geltenden Marktpreis halten. Bezüglich der Kohle nverjorgun g liegt eine Entschließung vor, die eine möglichste Steigerung der Kohlenförderung fordert. Die Zahl der Kohlenardettec joll durch Beurlaubungen voni Heeresdienst, durch Heranziehung von Hilssdienstpslichtigen, Gefangenen und auslandiichen Arbeitern vermehrt werden. Für die rlvaijerstraßen. sollen genügend Schisse bereitgestellr werden. Zur BekleidungSsrage liegt nur eine Eingabe vor, wonach Per,onen mit einem Einkommen unter 12U0 Marr von der Verpflichtung zur 'Abgabe von Kleidungsstücken befreit werden sollen. Der inus- lchuß empjie^u diese Eingabe zur Berücksichtigung. ' Nachdem die Berichterstatter den Bericht aus der KoniMissivli vorgetragen hatten, nahm das Wort der ^ttaarsjelrerar des ^triegserncn-rungscunls von rvaloow Rach dem Liande unserer Vorräte können wir uns auf oem cr.rnahrungsgebiel keine Experunenie erlauben. Die strasfe Beivirtichaslung der Gctreldevorräle vleidl für die Dauer des Nrlege» undedingl notwendig. Oesterreich hat riach seinen Erfahrungen in diesem Jahre sich die,er Auffassung angeschlosjen. Wir haben einheitliche Grund,uhe für die diesjährige Bewirtschaftung ausgestellt. Wir sind bejscr durch den Winter gelomnien, als wir nach den Aussichten des Herbstes annehmea vurjren. Der Grund dafirr ifi Die gute Karloffeiernre und, wie ich au dieser Stelle ancrlennen muß, bessere DurcyvUdung der tommunalen Organisationen. Ein Sorgenkind wor voll Anfang an in diesem WirtschaslSjahr die Brolgelreidevec- sorgung. Die Ungunst der Witterung hat uns eine völlige Mißernte des Funergerreides und auch eine sehr knappe Brorgelreideernre gebracht, die uns voll Anfang an zur größten Sparsamkeit und straffsten Bewirtschaftung nötigte. Auch die Ernte aus den besetzten Gebieten und aus Rumänien brachte uns eine Enttäuschung. Während die Zufuhr an Zucker und an Eiern einen erfolgversprechenden llmjang genommen hat, sind die Lieferungen an Getreide aus der Utiaiue unzureichend. Es wirb noch eine lange Zeit dauerii, dis größere Transporte ln Gang kommen. Nach dem Stande der Entwicklung dürften wir die Winterernte in der Heimat in der allernächsten Zeit zu erwarten haben. Die Ernte der Wintergerste ist bereits ' m vollen! Gange und Zufuhren aus dieser Ernte rollen bereits den Lagern der Reichsgetreidestelle zu. Die Kariofsel- ratw7i hat mit weuigen Ausnahmen im ganzen Lande bis zum Anfang dieses Monats in voller Höhe aufrecht erhalten werben können. (Widerspruch bei den Soz.). Adg. Krä tz ig (Soz.-: Nicht wahr! — Vizepräsident Tr. Paasche rust den Adg. Krätzig wegen dieses Ausrufs zur Ordnung.) Jetzt stehen wir vor den letzten Wochen, in denen die Vorräte des alten Jahres naturgemäß knapp werden. Die kalte Witterung hat die Frühkartoffelernte um etwa 10 Tage verspätet und es tritt dadurch wider Erwarten eine gewisse Spannung zwischen der Versorgung aus der alten und de: neuen Ernte ein. Jm,nerhin wird es gelingen, solche eintrerenden Ausfälle durch Zuschübe aus den früher erntenden Kartvffelgedieten. sowie aus holländischen Kartoffeln auszugleichen, ohne ernste Störungen. Tie Mißernte an Futlergewächsen und der Mangel an Kraftfutter ist auch der uns von der nachteiligsten Wirkung auf unsere Viehlrirlschafl gewesen. Tie notwendige Reduzierung der Viehbestände und der Rückgang der Schlachtgewichte hat uns dazu genötigt, die normale Abnutzung unserer Rindviehbestände erheblich zu überschreiten. ES ist deshalb leider nichr zu umgehen, vom nächsten Wirtschaftsjahre ab, sobald unsere Brotration wiederhergestellt und die volle Kartoffelversvrgung gesichert ist, neben einer geringen Herabsetzung der Rate eine Zeit lang auch in gewissen Zwi- I, P- 1 UIKC . U el ? e lleischlose Woche einzuführen. Für den Ausfalls wird in den fleischlosen Wochen ein entsprechende Cr,atz durch Mehl gegeben werden, der die gebotene Einschränkung erträglich erscheinen läßt. Tie Ertragnisse der besetzten Gebiete und die Zufuhren au» Rumänien und der llkraine bieten uris eine gewisse Reserve, sie sind aber als unsichere Faktoren nur mit Vorsicht in Rechnung zu stellen. Die Erhaltung unserer heimlichen Produktion ist deshalb eine der wichtigsten Fragen unserer Kriegswirtschaft. Matzlnger (Ztr.): Immer noch gehen ei hebliche Nahrungsmittelmengen in die Taschen de Hamster und in die Kanäle des Schleichhandels. Wen Hl Anette Preis in besserem Verhältnis zum Wer der Ware steht, findet der Versucher weniger Gehör D/r Erzeugung wird nicht genügend Aufmerksamkei . Dre Beförderung der Kohlen nach Srtt Deutschland muß beschleunigt werden. Evels (Soz.): Tie einzig wirksame Orgc rnsation unserer Ernahrungspolitik ist der Schleid ™ n L öcr Unterstützung, die ihm durch d Militär-, Reichs- und Staatsbehörden zuteil wird Staatssekretär v. Waldow. Ich weise die Behau, tung zuruck, daß der Kaiser kein Interesse für die E nahrungsfrage zeigt; er läßt sich dauernd auf dem La» senden halten. c- ,^0* Roesicke (fonf.): Tie Kleiderzuweisung mu fuc Andwirt,chaftliche Arbeiter ebenso erfolgen wie fii Die Industriearbeiter. — Wenn man eine regere B< tatlgung der einheimischen Landwirtschaft erzielen wil dann möge man von der sozialistischen Wirtschafte weise sich abkehren und die freie Produktion miede zulafsen. ^ Allgemeine Kriegsnachrichten Für den Tunnelbau England-Frankreich. Von der interalliierten parlamentarischen Konferenz wurde eine einstimmige Vorlage zugunsten des Baues des Kanaltunnels angenommen. Neben Frankreich war es vor allen Dingen Italien, das den Vau unterstützte. — „Daily Chronicle" meint, daß., der Bau des Kaualtunnels die Alliierten stärker aneinander binde, und daß die Eisenbahn unter dem Kanal her ein Mittel gebe, um den deutschen Einfluß auf industriellem Gebiet besser bekämpfen zu können." Der Tunnel wird für England den großen Vorteil einer stärkeren Beeinflussung Frankreichs haben. Zudem weiß man ja auch noch nicht, ob England die in Nordfrankreich besetzten Küstenplätze Calais, Boulogne usw. wieder räumen wird. Frechste Verletzung der holländischen Rechte. __ Seil dem 15. Mai, also in den letzten sechs Wochen, sind nicht weniger als 2 0 Fälle festgestellt worden, in denen englische Flieger bei ihren Angriffen ans die flandrische Küste holländisches Gebiet überflogen, um auf diesem Wege den deutschen Abwehrgeschützen zu entgehen. Auch aus dem Rückfluge ae,chah in vielen Fällen das Gleiche aus demselben Grunde. Die Blätter in Holland nehmen in ausführlichen Artikeln gegen diese offenkundige Verletzung des niederländischen .Hoheitsrechtes Stellung. Sie übersehen dabei nicht, daß auch von deutscher Seite (es geschah dies zu Anfang des Krieges) niederländisches Gebiet überflogen worden ist. Wie die Blätter hervorheben, erfolgt das Ueberfliegen niederländischen Gebietes durch die Engländer mit einem ganz bestimmten Zweck. Man kann daher annehmen, daß es seit den letzten Monaten schematisch betrieben worden ist. Soweit man hört, wird auch die niederländische Regierung einen scharfen Protest an die englische Negierung gegen dieses häufige Ueberfliegen gelangen lassen. „Bourgeoisie" nicht Frontdienst - 'Arbeitsdienst. Trotzkr rüstet zum Kriege, zum Kriege gegen die Entente. Und da die uichtbolfchewislischen Kreise, von KerenSki bis zu den Anhängern des Zaren Anhänger der Entente sind, kann er sie in der Armee nicht dulden. Andererseits will er sie aber unter Militär- zwang haben. Er fordert daher, daß die Bourgeoisie ebenfalls herangezogen werde. Da die Bourgeoisie aber zum Frontdienst nicht zugelassen werden soll, sieht die Eingabe die Einreihung der Bourgeoisie in ein 21 r b e i t» b a t a i 11 o n vor, zur Reinigung von Straßen, Kasernen, Lägern. Schützengräben arbeiten usw. — Außerdem werden die Privatunter- uehmungen verpflichtet, zu dem Fonds zur llnter- slützung der Familien Einberufener ein Monatsgehalt aller bei ihnen Angestellten einzuzahlen. Diese Steuer muß vom Unternehmer entrichtet werden. Schwere Explosion in Grenoble. ..Progres de Lyon" zufolge scheint die gemeldete Explosion in Grenoble außerordentlich ernst gewesen zu sein. Noch am 30. Juni, also 21 Stunden nach der kr,len Explosion, brannten die Baracken am 'Artillerieschießplatz. Erst spät abends war die Gefahr beseitigt. Die Meldung besagt, die Sicherheit der Stadt sei nunmehr geivährlei,tet, eS seien Vorkehrungen getroffen, daß die Explosivneu sich nicht wiederholen könnten. Die Pulverdepots wurden überschwemmt, das Zeughaus gesichert, in Grenoble könne das uorniale Leben wieder beginnen. Ter Deputierte von Grenoble, Mistral, wird in der Kammer die Negierung über die Explosion sowie über die unvollständige Durchführung der vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen interpellieren. Ter „reine" Idealismus. „Journal des Debats" beschäftigt sich seit letzter Zeit eingehend mit den französisch-amerikanischen finanziellen Beziehungen. Bekanntlich hatte Frankreich mit seinen Hauptkriegslieferanten Amerika und England abgemacht, daß die Bezahlung für die Lieferungen an Kriegsmaterial beträchtliche Zeit nach Friedensschluß stattfiuden sollten. Später, als die englischen und dann die amerikgnischen Druppen in großer Zahl ankamen, übernahm es die französische Negierung, den Gästen den Sold auszuzahlen und für ihre Ernährung zu sorgen, um den alliierten Regierungen die Umwech,lungs- manüver §u ersparen, die auf dem offenen Markt kaum realisierbar gewesen wären. Die 'Auslagen hierfür werden mit den Kriegslieferungen kompensiert. „Journal des Debats" stellt fest, daß diese Art der Rückzahlung bis zu eiuem gewissen Grade angenehm gewesen wäre, weil dadurch die Kassenschuld Frankreichs herabgemindert würde. Nun aber sind die 'Auslagen für die amerikanische 'Armee, deren schlechtest bezahlter Soldat 5,70 Francs pro Tog ?rhält. so groß, daß in Wirklichkeit eigentlich eine ofortige Barzahlung der amerikanischen Lieferungen tattfindet, die im Gegensatz zu dem bisherigen Kredit tände, und die französische Regierung zwinge, sich mmer größere Vorschüsse von der Bank von Frankreich auszahlen zu lassen. Uncle Sams Niesen-Portcrnonnaic. Laut „Times" vom 18. Juni 1918 haben die Vereinigten Staaten England einen weiteren Kredit von 35 000 000 Pfund eingeräumt, und Belgien weiter l 800 000 Pfund geliehen. Die Gesamtvorschüsse ^Amerikas an die Verbandsmächte belaufen sich auf die Summe von 1 191 000 000 Pfund (= 22 Milliarden Mark), darunter an England allein 634 000 000 Pfund. Englischer Bcrgarbcitcrstrcik. „Daily News" zufolge traten 12 000 Bergleute in den fünf Castlefordgruben in den Streik, wodurch wichtige nationale Industriezweige in Dorkshire schwer in Mitleidenschaft gezogen werden. Fude,,Verfolgung in Rußland. Infolge der Pogrome beschloß die jüdische Gemeinde von Petersburg, den 23. Juli zum allgemeinen Trauertag zu erueunen. Es werden in allen Synagogen Trauergottesdienste abgehalten werden. Tie Engländer in Palästina. Die in Damaskus erscheinende deutsche 'Armee- zeitung „Jilderim" bringt folgende Mitteilungen über die Lage unserer Landsleute in Jerusalem und Jaffa: .FZn Jerusalem sind die Deutschen in ihren Wohnungen belassen ivorden. Schule und Gottes dienst unter Leitung des Propstes Jeremias gehen uu- gehindert vor sich. Ebenso dursten die Schwestern der Oelberg-Stiftung verbleiben, trotzdem der Stab des 20. englischen Korps dort einquartiert ist, auch die Patres im St. PauluS-.tzospiz, dem früheren deutschen Genesungsheim. Weniger günstig lauten die Nachrichten aus Jaffa am Meere. Tie Kolonien Wilhelma und Savona wurden Ende Dezember 1017 geräumt und ihre Bewohner nach Jaffa gebracht. Nahezu alle deutschen Männer sind zunächst in Zeltlagern an der türkisch-ägyptischen Grenze, dann in einem Ort bei Alexandria interniert worden. Tie Schule war mehrere Monate geschlossen, da die Engländer das Gebäude für Lazarettzwecke in Anspruch "nahmen und die Lehrer zu der Zahl der Internierten gehörten; die Tatkraft der Kolonistenfrauen überwand jedoch alle Hindernisse, so daß im Februar 1918 der Unterricht wieder ausgenommen werden tonnte. Japaner in Sibirien? Eine Korrespondenz meldet aus Kiew: Nach einer Radiomeldung aus Moskau hat die Sowjetregierung eine außerordentliche Sitzung wegen des Erscheinens japanischer Truppen bei Tschita einberufen. Im Falle die Japaner und Engländer die Okkupation russischen Gebietes beabsichtigen, würde sich die Sowjet-Regierung sofort an Deutschland anschließen. Eine Bestätigung dieser Meldung bleibt abzuwarten. Tschita ist eine Stadt an der transsibirischen Bahn in der Nähe von Irkutsk, also bereits mitten in Sibirien. Politische Rundschau. :: Tie Vorsitzenden der freikonservativcu Partei. Der Hauptausschuß der Reichs- und freikonservativen Partei wählte an Stelle des ausgeschiedenen Vorsitzenden Freiherrn v. Zedlitz den Reichstagsabgeord- neten Schultz (Bromberg) zum ersten Vorsitzenden und den Landlagsabgeordneten Lüdicke zum geschäftsführen- den Vorsitzenden. England: Rcnc Gewalttaten gegen Irland. m JL e,t 0 H fö c Polizei nahm in der irischen Grafschaft Galway und den anschließenden Grafschaften wieder ausgedehnte Haussuchungen nach Waffen vor Die Streifzüge erstreckten sich über einen Umkreis von 50 Meilen um BalLtsq-Loe herum. Es wurden Hunderte von ©ero^fh und andere Waffen beschlagnahmt. Im allgemeinen ergaben sich keine Schwierigkeiten. In einigen Fällen, wo Widerstand geleistet wurde, wurden Verhaftungen vorae- nommen. Aus aller Welt A Wann darf Sauerkraut hergestcllt werden? Die Reichsstelle für Gemüse und Obst hat bekanntlich die gewerbsmäßige Bearbeitung auch von Weißkohl aller 'Art zu Sauerkraut für die Zeit vom 1. Juli bis 20. August d. I. verboten, um eine Entblößung des Frisch- marktes zu verhindern. Von btefeni Verbote sind jedoch die an den Frischmärkten verbleibenden Ueberstände von Weißkohl ausgenommen, die durch Einsäuern vor dem Verderben geschützt werden müssen. Das Verbot gilt ferner insoweit nicht, als Weißkohl auf Grund besonderen Auftrages der Reichsstelle zur Deckung des Bedarfs von Heer und Marine zu Sauerkraut einge- schnltten werden wird. ** Merkwürdige Mißbildung. In Buchhoffen bei Kelherm an der Donau hat eine Frau ein Kind mir zwei Köpfen und vier Armen geboren, das noch kur^e Zeit nach der Geburt lebte. ** Ein Märchen aus uralter Zeit. Wer in Schönberg (Meck!.) Bürger werden will, muß den Bürgereid nach einem 18B3 ausgestellten Stadtrcglement leisten Dies ReglemenV legt dem Bürger die Pflicht ans. wenn die Reihe an ihn kommt, zwei Jahre lang jeden Sonntag den Klingelbeutel in der Kirche umzutragen und die Spenden der Kirchenbesucher einzusammeln. Als Belohnung dafür erhält er am Schlüsse des Jahres einen Schuh, so daß er nach Ablauf der beiden Jahre ein Paar Schuhe hat. Schon vor längerer Zeit hat man gegen diese alte Sitte Front gemacht und hat erreicht, daß sich der neue Bürger durch den Küster gegen Erlegung von acht Mark jährlich los- kaufen kann. Dafür übernimmt dieser das Umtragen des Klingelbeutels. Jetzt hat sich ein Bürger geweigert, auch diese acht Mark zu bezahlen, und es soll ihm der Prozeß gemacht werden. ** Goldene Jugend. Vor dem Landgericht Zwei- brucken spielte sich kürzlich ein Strafprozeß ab, in dem sestge,teilt wurde, daß zwölfjährige Gymnasiasten in Plrma-ens durch Handelsgeschäfte während des Krieges Vermögen von 50 000 bis 60 000 Mark erworben haben und Bankguthaben besaßen. v->- Bei der Grippe in Berlin wird in vermehr- [ et . das Zusammentreffen mit Lungenentzündung leobachtet. Im Virchow-Krankenhause, in dem nur chwerere <^älle zur Aufnahme gelangen, liegen eine Reihe von Erkrankungen an Lungenentzündung vor. bei douen offenbar ein Zusammenhang mit spanischer Grippe besteht. Einige von diesen Lungenentzündungen verliefen auch bereits tödlich. Es wird aber darauf hingewiesen, daß schwere Erkrankungen der Lunge und des Rippenfelles seit längerer Zeit und lauge dor dem Umsichgreifen der spanischen Grippe zahlreich, ja fast epidemisch ausgetreten sind. Scherz uud Ernst. kl. Scchundssleisch in Schweden. Die unerhörten Preissteigerungen für Rind- und Hammelfleisch -aden eine Stockholmer Firma veranlaßt, Seehnnds- 4ei,ch auf den schwedischen Markt zu bringen. Tie rorma hat dieses Fleisch u. a. auch sämtlichen stüdti- chen Lebensmittelausschüssen angeboten. Da jetzt eine Milderung des Fleischmangels von großem Interesse ist, jo hat das Blatt sich bei der Firma wegen der näheren Einzelheiten erkundigt. Danach hat die Firma A u 1 JL e 1 2 0 it über 1 0 0 0 0 Kilogra in m ver sind größere Lieferungen nach Norr- koping, Gäfleborg und an die Heeresverwaltung gegangen. Jftis Stadt und fand. * Die Herabsetzung der FlcischraLion Staats fcfrciäc v. Waldow OcftÖligt Mc in lstzie. Z it haust ger vrrbrertctkN G.'üchte üb r bic He- absitzun i h x Fkischratton, und zwar soll dieselb ab 1. Aug - l zunächst für dreiR^onate in dcr Weise durch'cfühtt werden, dos in jedem Monat eine fleischlose Woche ringcfübrt und außerdem die Gr.mdration für die gesamte v-">. sornanns berechtigte Bevölkerung um erncn geringen Anteil verkürzt wird Diese Moßnostnie m«;b laut Herrn v. Wal. dow. nach Wiederherstellung der Brotration ausgefühn werden. Urne Kcxugsschein-Gxschwevrrtrge» Nach am 1 . 7.18. in Kraft tretenden Bekouvt uc-chuns «der Reichsbekleidungsstclle sind in Zukunft vor Ausstc! lung eines Bezugsscheines regelmäßig schriftüche Be standsversicherungen abzugeben. Bei Verdacht unrichtiger Angaben sind die Ausvertigungsftellen verpflichtet häusliche Nachprüfungen vorzunehmen. Alle Antrag stcller, die wegen zu hoher Eiqenbesiände einen Bezugs schein nicht erhalten können, sollen auf die Möglichk.it der Erlangung eines Bezugsscheins gegen Abgabe eines Kleidungs- oder Wäschestückes hingewiesen werden. Ge brauchsgegenstände aus reinem Papiergarn werden auf den Bestand an Kleidung und Wäschestück nicht abgerechnet. Kriegsbeschädigte oder Personen, die durch das Tragen künstlicher Glieder die Leibwäsche besonders stark abnutzen, dürfen Bezugsscheine für Leibwäsche auch über den vorgesehenen Bestand hinaus erhalten. Gleichzeitig ist angeordnet worden, daß Herren.. Oberbekleidungsstücke nur roch in beschränktem Umfange mit Futterstoffen versehen werden dürfen. Bei den am Halse geschloffen zu tragenden Joppen für Herren und Knaben dürfen nur noch die Acrmel gefüttert werden. Ausgenommen sind schwere Wlnterjoppcn, die anstelle von Mäntel getragen werden. Die Rückenteile von Röcken und Jacken der Herren und Knaben Oberkleidung dürfen überhaupt nicht mehr, Wes- tenrüefcnleife nur noch mit einfachem Futter versehen werden. Mäntel und Ueberzieher für Herren und Knaben dürfen im Rücken nur bis zum unteren Rande der Hand seitentaschen gefüttert werden. Röcke und Jacken sollen künftig nicht mehr als vier Westen und Hosen nicht mehr als drei Taschen enthalten. Bon dieser Verordnung werden nur neuangefertigte Kleidungsstücke erfaßt, sie gilt nicht für Umarbeitung getragener Stücke, wenn das alte Futter verwendet wird. 191 * Gießen Für kommenden Montag aber ds 8 V 2 Uh' ladet die Ortsgruppe Gießen der Deutschen Vaterlands Partei nach dem Saale des Gasthaus „Fürstenhoi" ein, wo der Führer der englisch-indischen Uuobbängiglertö Bewegung, Herr Ingenieur Ehemvakaraman P^llai über „Englands Gewa'lherrschast in Indien" sprechen wird. Der Redner hat in Zürich studiert und. beherrscht die deutsche Sprache vollkommen. Alsfeld. Für hervorragende Leistungen bei de- Rückeroberung des Chennn des Domes wurde der Leut nani und Batterieführer Eduaxd Lutz aus Elpenrod mit dem Eisernen Kreuz 1 . Klaffe ausgezeichnet. * Mainx. Die Unterschlagun. e» durch den Hafen- einnehmer Hugo Kirchheim belaufen sich auf insgesamt 128 000 Mark. Bei Kirchheim, der sich in Unteffu chungshaft befindet, wurden für 120 000 Mark Kriegs onlr.he, außerdem 2000 Mark Bargeld beschlagnahmt, so daß der Stadt nur ein Schaden von 600o Mark entstehen dürfte. Kirchheim ist 32Johce4ilt und bezog ein Gehalt von über 4000 Mark. * Fulda. Auf dem letzten SchweinemarkL in Fulda wurde das Stück Ferkel mit 80, 100 und 120 Matt bezahlt. Erfurt Es war schon vor. dein Kriege angeregt worden, die Erfurt vor 100 Jahren genommene Hochschule wiederzigewinnen. Jctzt wi d der Plan in der Form wieder ausgenommen, daß in Erfurt eine Tech nische Hochschule gegründtt werden soll. Briefpapier' in Hochs. Qual., 10 Mappen 5/5 Mk. 2.50, 3. und 8.50, gr. Form. m. 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