Bezugspreis 60 Pfg. monatlich vierteljährlich 1,80Mk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Ab ge holt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,50, Mk. — Erscheint (JjJJCÖftiOltl $ Mittwochs und LamStags — Nedaktionsschlutz früh 8 Uhr. — Für Aufbewahrui»tz oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.. Verlag der ,Wetzlarer Zeitung^. Anzeigenpreis 20 pfg. die 44 mm breite Petitzeile, für Auswärts 30 Pfg. Die 90 mm breite Reklame-Zeile 72 Pfennig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung desZahlungs- zieleS <30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohneVerbindlichkeit. Druck der Gietzencr Verlagödruckcrei, Albin Klein. dir. 6 «. Telephon dir. 302. Mittwoch, den 10. Juli 1918. r e l e p h o n Rr. 362. 31. Jahrg. Der öerttsche Gesandte in Moskau ermordet. Kühlmann znrückgetr ten; Admiral v. Hinhe Giaatssekreiär des Aeußeren. Im Westen weitere größere Angriffe der Franzosen, Engländer u. Amerikaner abgeschlagen. 169«« u. 17099 Br.-R-T. - zusammen 33 999 Br.-R.-T. versenkt. Ans dem amtlichen Kreisblatt. Oberversicherungsatnt zu Darmstadl, 28. 0. 18: Festsetzung der JahrcsarbeitSverdienste landwirtschaftlicher Arbeiter. Kreisamt Gießen, 3. 7. 18: Maßnahmen gegen die Einschleppung und Verbreitung von Viehseuchen durch Ferkcltransportc. Für alle in das Land eingeführleit Ferkeltransporte wird deshalb eine neuntägige Beobachtungsfrist augeordnel. Kreiöamt Gießen, 2. 7. 18: Die Einziehung der Nickelmünzen und ihre Weiterführung an eine Reichsbankstelle sind nach Möglichkeit zu beschleunigen. Landesobststelle für das Großherzoglum Hessen, 5. 7. 18: Ergänzung zur Festsetzung der Preise für Erzeuger, Großhandel und Kleinhandel für Frühobst für Hessen. Stellv. Generalkommando 18. A.-K., 18. 6. 18: Verhinderung der Ausbreitung der Bartflechte. Jeder Fall von Bartflechte ist von dem zugezogenen Arzi innerhalb 2t Stunden anzuzeigen. 10 Paragraphen der Bekannlmachuitg sind für die Friseure bestimmt. Der Reichskanzler, 15. 0. 18: Verordnung über die Höchstpreise für Getreide Buchweizen und Hirse. Kühlmantts Abschied genehmigt. Berlin, 9. Jull. Wie zuv rlässig verlautet, hat der Kaiser das Abschiedsgesuch des Staatssekretärs v. Kühl, mann angenommen. Als fctn Nachfolger wild der bisherige Gesandte in Kristiania v. Hintze gewinnt. Eine endgültige Entscheidung ist j doch noch nicht getroffen. Der demscde ßefaitdie Graf Mirbach in Moskau ermordet. Berlin, 6. Juli. Heute vormittag ersuchten zwei Herren den kaiserlichen Gesandten in Moskau um eine Unterredung, die ihnen vom Grafen Mirbach im Beisein von Legationscat Niezlec und einem im Zimmer anwesenden deutschen Offizier bewilligt wurde. Die beid n Unbekannten zogen Nrvo'vr und schossen auf den kaiserlichen Gesandten, wobei sie ihn leicht am Kopfe verletzten. Ehe sie daran verhindert w.r.den konnten, warfen sie hierauf itn paar Handgranaten und retteten sich durch einen Sprung aus dem Fenster auf die Straße. Gras Milbach, der schwer veibtzt wurde, ist ohne das Bewußtst in wieder erlangt zu haben, kurz darauf verschieden. Die beiden anderen H rcen blieb n unverl tzt. — Dos bisherige Ergebnis der sofort angestclltln Unter suchnng laßt die Vermutung zu, daß es sich um im Di nst. der Entente sUhcnde Agenten handelt. x • Berlin, 8. Juli. Nach dem „Berl. Tagebl." hat sich ein Mitglied der Bolschewistenregicrung im Hause der deutschen Gcsondtschost in Moskau etrquartiert zum Beweise, daß die Regierung die Bürgschaft für die Sicherheit des dänischen Gesandtstbastspersonals übernehme. Die gegcnwä tige russische Regierung scheint auch zu beabsichtigen, eine Spezialgcsandtschaft ans Anlaß des tragischen Ereignisses nach Berlin zu entsenden. Die „Boss Ztg." schreibt: Unter den Männern, die in die Moskauer- Blurtat verwickelt sind, nennt der Brricht an erster St lle Sawinkow. Mit ihm tritt die gefährlichste Persönlichkeit der russischen Terroristen wieder auf den Plan, Sawinkow ist der Mörder Plehwes. Linke Sozialreeolut onäre bekennen sich als Morde . Moskau, 7. Juli. Die linken SoziaUevolutionäre haben sich zum Mord des kaiserlichen Gesandten bekannt. Ihre im Theater etrqcfdj[offenen Vertreter sind verhaftet. In der Stadt sind Kämpfe der Gegenrevolutionäre gegen die Bo.schewicki an vuschied neu Stellen cntbranru, die bisher zu Gunsten der Bolschewickr zu verlaufen scheinen. Alle Mitglieder der Gesandtschaft und sonstige Vertreter deutscher Behörden sind unversehrt. Zur militärifcben Lage im Mslen. * Köln, 6. Juli. Der militärische Mitarbeiter des „Nieuwe Courant" faßt die militärische Lage im Westen dahin zusammen: Nur die Deutschen könnten jetzt eine > allgemeine Offensive unternehmen Der Verband muß | warten, bis Amerika fertig ist. Nach der Auffassung > der deutschen Heeresleitung ist der Verband, selbst i - di" Amerikaner verstärkt, nicht im Stande, im Jahr 1919 das für: eine überwältigende und ergebnisreiche Offensive erforderliche Uebecgewicht in der Zahlenstärke zu erlangen. * Zürich, 7. Juli. Der „Cocriere della Sera" j fordert in einem Hilferufe an den Versailler Kriegsrat die gleichmäßige Verteilung der amerikanischen Soldaten, .da bald eine neue österreichische Offensive zu erwarten sei. flmilicbe deuffcbe Cagesberidw. wtb. Großes Hauptquartier, ö. Juli 1918. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprccht. Mehrfache Angriffsversuche des Feindes westlich Langemarck scheiterten. In dem Kampfabschnitt südlich der Somme blieb die Aitillcrictätigkeit tagsüber gesteigert. Am Abend lebte sie auch an der übrigen Heeresgruppen- fionl auf. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Zwischen Aisne und Marne und südwestlich von Reims zeitweilig erhöhte Gefechtstätigkeit. Stärkere Vorstöße des Feindes gegen den Ciignonabschnitt wurden abgewiesen. Erkundungsgcfechte in der Champagne. Leutnant Bolle errang seinen 20. Luftsieg. Der Erste Generalquartiermeistec: Ludendorsf. 9 Berlin, 6 Juli, abends. Oertliche Kämpfe westlich von Chateau Thierry v • wtb. Großes Hauptquartier, 7. Juli 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Rupprccht An den Kampffronten zwischen User und Marne auflcbende Gefechtstätigkeit. — Westlich von Chateau Thierry griffen Franzosen und Amerikaner trotz ihrer widerholten Mißerfolge erneut unter Einsatz stärkerer Kräfte an. Die Angriffe sind gescheitert. Harte Nahkämpfe dauerten bis in die Nacht hinein an. Die Verluste des Feindes sind nach Truppmmeldungen wiederum schwer — In den oberen Vogesen wurden feindliche Vorstöße am Hilsenfirst abgewiesen. Leutnant Kroll errang seinen 30., Leutnant Könnecke seinen 21. Luftsieg. Der Erste Generalquartiermeistcr: Ludendorsf. Berlin, 7. Juli, abends. Oertliche Teilkämpfe nördlich der Aisne. Berlin, 7. Juli. Unsere Unterseeboote haben im Mittelmeec 4 Dampfer und 3 Segler von rund 16000 B.uttoregistertonnen wrscnkt. Der Chef des Admiralstabes der Marine. o wtb. Großes Hauptquartier, 8. Juli 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Rupprccht. Die Artillerietätigkeit tcbte am Abend auf. Sie nahm während der Nacht veiderseitS der Lys, am La Bassee Kanal und zu beiden Seiten der Somme zeitweilig große Stärke an. Nege ErkundungStätigkcit. Stärkere Vorstöße des Feindes bei Merris und südlich der Lys scheiterten. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Westlich von Chateau Thieriy hielt lebhafter Feuerkampf an. Vorstöße des Feindes gegen den Clignon- Abschnitt und südwestlich von Reims wurden abgewiesen. Lwtnant Billik errang seinen 22. Luslsieg. Der E ste Generalquartiermeistec: Ludendorsf. 9 Berlin, 8. Juli, abends. Englische Tnlangi'ffe beiderseits dis La Bassee-Kanols sind unter schweren Verlustin gescheitert. 2 englische U-Koste in der Temse von dentschcn Keefliegern stark beschädigt Berlin, 8. Juli. Am 6 Juli nachmittags haben 2 Stoffeln der Seifliegrr des Macinetoips unter Führung von Oberleutnant der Resirve Christiansen und Leulnant der Reserve Becht vor der Themsemündung die englischen U-Boote „G. 25" und „E- 51" durch Bombentreffer und Maschlnencjiwchifeuer schwer beschädigt. Feindliche Zerstörer versuchten die beiden U Boote e'nzuschleppen. „G. 25" wurde zuletzt in sinkendem Zustande beobachtet. Der Ehcf des Admiralstabes der Marine. Berlin, 8 Juli. Unsere U Boote vernichteten im Sperrgibict um England 17000 Brt. feindlichen HandelS- schiffsraumcs. — Den Hauptanteil an diesen Erfolgen hat das vom Kapitänleutnant v. Rabenau (Reinhardt) befehl gte Boot, das an der Ostküste Englands 6 Dampfer, zum größten Teil aus stark gesicherten Geleitzügen heraus, versenkte. Der Chef des Admiralstabes der Marine. wtb. Großes Hauptquartier, 9. Juli 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Rupprccht. Südlich des La Bassec-KanalS wurden mehrfach wiederholte TeUangriffe, auf dem Nordufer der Somme starke Vorstöße des Feindes abgewiesen. Der Artillerie- kampf blieb in diesen Abschnitten lebhaft, und er nahm am Abend beiderseits der Somme zeitweilig wieder große Stärke an. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. , Westlich von Autheuil (südwestlich von Noyon) haben sich heute früh nach heftigem Feuer örtliche Angriffe deö Feindes entwickelt. Am Walde von Villers-Cortercts fdjeiteittn TeUangriffe der Franzosen in unserem Kampfgelände. Gestern wurden 18 feindliche Flugzeuge abgeschossen. Leutnant Billik errang seinen 23. und 24., Leutnant Friedrich seinen 2l. Lustsieg. Der Erste Generalquartiermeistec: Ludendorsf. o Berlin, 9. JuU, abends. Südwestlich Noyon wurden französische TeUangriffe abgewiesen. Oertliche erfolgreiche Kämpfe westlich Chateau Thierry Hus dem Reich. * Konn. Zum Rektor der Universität für das Jubel- jahr 1918/19 wurden Geheimrat Pros. Dr. Ziitelmann von der juristischen Fakultät gewählt und zu Dekanen von der evangelisch theologischen Fakultät Pros. Knapp, von der katholisch theologischen Fakultät Pros. Tillmann, von der medizinischen Fakultät Gchcimrot Ribbert und von der philosophischen Fakultät Prof. Tttting. * Lippltadt, 3. Juli. Der lrtzte Vieh markt war mit 100 Ferkeln beschickt. Der allerorts bekannte Rückgang der Preise machte sich auch hier bemerkbar. Für Ferkel im Alter von 0 Wochen wurden bei Beginn des Marktes 100 Mk. gefordert. Da die Käufer von dem erheblichen Preisrückgang unterrichtet waren, war die Kauflust gering. Erst nachdem die Preise bis zu 80 Mark heruntergingen, setzte der Umsatz ein. Die neuen Urlauberzuge. Am 1. Juni ist die Urlaubssperre aufgehoben worden. Für die Urlaubsreisenden sind nunmehr neue Vorschriften -getroffen worden. Sie werden in besonderen Militärtransportzügen befördet. Man will dadurch erreichen, daß trotz der Verminderung der Zugzahl eine größere Anzahl Urlauber befördert werden kann. Zu diesem Zweck wird für jede Armee ein Bahnhof bestimmt, auf welchem sich tägkg alle Urlauber der Armee zu sammeln haben. Don diesem Urlauber-Armee-Vahnhof gehen täglich Züge nach bestimmten Heimatsgebieten ab, welche die Urlauber so nahe wie möglich an ihr Urlaubsziel heranführen. Die Rückkehr erfolgt in der gleichen Weise. Um jedemMrlauber einen Platz zu sichern, werden in diesen Zügen Platzkarten ausgegeben. Die Beförderung in diesen Zügen bedingt jedoch eine längere Reisedauer ne aber nicht auf die bewilligte Urlaubsdauer ang. net wird. Außerdem sollen die Urlauber wie Truppen verpflegt werden, die sich auf Transporten befinden. Den Offizieren wird die Benutzung dieser Züge ebenfalls empfohlen, und als Anreiz dazu wird ihnen die Mitnahme des Burschen und unbeschränkten Gepäckes gestattet, was in den D-Zügen verboten ist. Die Benutzung der D-Züge ist künftig auf folgende Fälle beschränkte 1. Für vorausbefördertes Personal verschiedener Truppende,' 2. bei Todesfällen und schwerer Erkrankung nächsten Angehöriger,' 3. zur Regelung privater Angelegenheiten, welche die sofortige und persönliche Anwesenheit des Beurlaubten erfordern,' 4. für Burschen Kriegsbeschädigter Offiziere und höherer Beamten,' 5. Burschen von Offizieren und höheren Beamten beim Antritt eines Kommandos,' 6. Burschen von Stabsoffizieren und höheren Beamten in Regst mentskommandeurftellungen und aufwärts, sowie höheren Beamten des gleichen Ranges. Man hofft durch diese Zusammenfassung der Urlauber in besonderen Transport- zugen der unerlaubten Entfernung von Mannschaften wirk- samer als bisher entgegentreten zu können. Jedenfalls wird die Urlaubsreife erheblich unbequemer gemacht als bisher. Steppdecken nnd Matraken. Die Reichsbekleidungssttlle hat die Bewirtschaftung mwauchter Stipp- und Daunendecken, deren Ober, und llntelseite nicht nur aus Seide besieht, ferner die Bewirt schoftung gebrauchter Matratzen und fei tiggefüllter In lctts den Kon munalverbänden onheimgestellt. Diefi lind nunmihr zum An und Verkauf-der genannten Gegen- stände berechn, t. Die Kommunalvei band? werden, wenn 'S™" Fälle zur Kenntnis kommen, daß an einzelnen -Stellen Waren der genannten Alt zwecks Preissteigerung oder angesamlnelt werden, Entcignungsantrag bei der Reichsbekleldungsstelle stellen. Lohnt sich jetzt noch der Bobttenanbau? Diese Frage wird fast täglich gestellt und sie muß dahin beantwortet werden, daß gerade die jetzt eingetretene feuchte Witterung vorzüglich geeignet ist, sowohl Stangenbohnen, wie Buschbohnen zu legen. Saatgut gibt es noch von beiden Arten genügend. Wer also über einen guten lockeren und humusreichen Boden verfügt, der säume nicht mit sorgfältiger Herrichlung desselben und pflanze sofort ein Ertrag wird ihm sicher sein. Auf 1,20 m breite Beete schnürt man 20 cm vom Fußweg zwei Reihen ab setzt m Zwischenräumen von 70 cm Standen und legt um jede derselben 5-6 Bohnen etwa 3-5 cm tief je nach dem Feuchtigkeitsgrad des Bodens. Einfacher ist es, Buschoder Krupbohnen anzubauen, von denen die Ernte auch zeitiger einsetzt. Man legt entweder bei einem Abstand von 50 cm 4-6 Bohnen zusammen oder aber in 50 cm Reihenentfernung bei einem Abstand in der Reihe von 15 cm je eine Bohne. Sind die Pflanzen 10-15 cm hoch geworden, werden sie behackt und behäufelt. In Berücksich- tigung dessen, daß die Hülsenfrüchte, also Erbsen, Bohnen und Linsen, die eiweißhaltigsten Früchte sind, sollte man jetzt noch auf ihre Anpflanzung Bedacht nehmen und nicht zu viel im grünen Zustande abernten, sondern auf die ausgereiften Samen Gewicht legen. Denn 1 Pfund trok- kene Bohnenkerne enthält die gleichen Wärmeeinheiten und Eiweißmenge, wie 8 Pfund grüne Bohnen. Denken wir dabei z. B. an die nährenden Bohnensuppen, an die vorzüglichen norddeutschen Mischgerichte, die Bohnen mit Kartoffeln, Lauch, Sellerie und Möhren zusammengekocht auf den Tisch bringen oder an Samenbohnen, Zubereitet aus eingemachten oder getrokneten grünen Bohnen und Kortoffeln dazu, von Hülsenfrucht-Koteletts, denen man einen Teil vorgekochter gemahlener Graupen oder Hafer- flocken, auch Grütze mit paffenden Gewürzen beimischt mit Brotmehl umgibt und dann gelbbraun backt, gar nicht zu reden So bietet sich der Küche reichlich Gelegenheit eme kräftige abwechslungsreiche Nahrung herzustellen die den vermeintlichen Eiweißmangel, zumal die Fleischrationen immer noch geringer werden, zu ersetzen in der Lage ist. Der Anbau von Hülsenfrüchten ist deshalb auch be- sonders notwendig, weil wir vor dem Kriege schon eine verhältnismäßig erhebliche Einfuhr hatten, sie belief sich im Bahre 1913 bei Speisebohnen auf 350000 Doppelzentner b« ^bs°n auf 1 475 000 Doppelzentner, bei Linsen auf ^OOMDoppeizentner nnt einem Gesamtwerte von 37 250 000 Mark. * «KUnavtniUn im Juli. Zur vollständigen Ausnutzung des Landes sind die obgcecnteten Beete als k umzugraben, zu düngen und von neuem zu bestellen Nachdem die frühen Kartoffeln, ferner Erbsen, Gelberuben, Salat und Kohlrabis geerntet worden sind, werden die Beete mit Rosenkohl, Grünkchl und Kohl- L?b's bepflanzt. Ein Teck der leeren Beete wird mit Gelberuben, Wintccsalat, Winterendivien und am Ende des Monats auch wieder mit Spinat besät. Auch Buschbohnen können jetzt noch gelegt werden, sie geben inr Lause des Septemtnr noch eine recht schöne E.nte. Zudem kann das grüne Kraut nach der Ernte als Dünger der reich an Stickstoff ist, untergegraben werden. Man merke sich, daß ^ öfteres Pflücken der Bohnen stets zu neuem Fruchtansatz anregt. Tomaten sind aufzubinden, bet dieser Gelegenheit werden die überflüssigen Seiten- trtebe entfernt. Eingezogene Zwiebeln werden aus dem Boden genommen, getrocknet, gereinigt und luftig auf. ^han^. Von den Frühkartoffeln mache man stets nur jobiel Busche aus, als manKnollcn zum jeweiligen täg ltchen Verbrauch nöt g hat. , Erst, wenn das Kraut gilbt und ab stirbt erfolgt die allgemeine Ernte. Beim Blumen kohl wird ein inneres Blatt geknickt und über den Käse gebogen, damit er dem Lichte entzogen wird und bleicht, ^tzt stiegt bereits die erste Generation des Kohlweiß- ings, der seine Eier in Fo m von Häufchen an die Unter Kohlblatter legt. Ein öfteres Nachsuchen und Ablesen der Eier ist die bequemste Bekämpfungsweise der Gemuseraupen. Stellen sich auf den Gemüfiblättern Blattlause ein, so spritze man sie mit einem starker Wafferstrahl weg, wo Wasserleitung zur Vtxfügung steht, sonst verdrucke man sie mit bcn Fingern, so lange die Herde noch einen fUinen Umfang haben. Das Gemüse das noch in Entwicklung begriffen ist, verabfolge man oue Tage einen Dungguß. woturch das Wachstum stark gefördert wird. * Die Heideilreercr-rlte hat im Odenwald und ^Pessacl bereits allgemein eingesetzt, doch steht man 0,2 kaum ein Exemplar von dieser früher so eifcia an gebotenen Beerenfrucht in den größeren Städten. Die meisten Heidelbeeren werden eben genau so wie die Jo- yannis- und Stachelbeeren auf dem Wege des Schleich Handels ihre meisten Abnehmer finden. Der Ecnteertrag durfte sich auf ein g u t e s M l t t e l stellen. Wenn auch die Fruchtansätze infolge der kalten Witterung zur Blütezeit nicht io reichlich wie sonst waren, so sind die Beeren dafür um so kräftiger entwickelt. ™ Fremdenverkehr in Hessen Das hessische Ministerium des Innern hat für sämtliche Landgemein- ^ .en Kur- und Erholungsaufenthalt auf 4 Wochen beschrankt. Tie Fortsetz mg des Aufenthalts in andern Landortcn ist untersagt. * 9000 Mir für den Morgen Weinberg. Be einigen in der Alzehec Gegend abgehaitenen Versteiger- ll) ™ bcn öie meisten Weinberge mit 8000—9000 Mk. pro Morgen verkauft. Für Ackerland werden übet gens auch 4000 Mk. bezahlt. norddeutfeber Eloyd Kiemen Ad! flffekuraüz empfiehlt Reifegepäck- Uerficherung zu massigen Prämien. Nähere Auskunft: tbeodor Koos, Blessen, Kirchenplatz. Große Versteigerung einer kompletten Hotel-Einrichtung tu Sad-Salzschlirf (Strecke Fulda. Gießen). Mittwoch, den io. Zull 101s, morgens * 7 , Ubr beginnend und evtl, folgende Tage, soll die gange Hotel-Einrichtung des Hotels „Terminus" in Salzschlirf, bestehend in: 32 kompletten, modern eingerichteten Fremdenzimmern, fast neu, solid, ferner sämtliches Wirtschafts- nnd Küchengeräte, Porzellan, Glas- und Silbcrsachen, sowie Saal-, Balkon- und Gartcttmöbcl, wegen Geschäftsaufgabe freiwillig öffentlich versteigert werden,wozu Kauflieberhaber höflichsteinlade Besichtigung am 8. und 9. Juli von morgens 9\ 2 bis 3 Uhr nachm. Fulda, am 15. Juni 1918. 5. w. Ruppert, _ beeidigter und öffentlicher angestellter Versteigerer. ständig gesucht. Josef Cbasseur, essen Rüttenscheiderstraße 238. Ans Stadt und Land. ftc Srotversorgui.g gestchcrt. Bon maßgebender Seite erfahren wir, daß die jetzige Versorgung der Bevölkerung mit Brotgetreide in bisherigem Maße völlig stchergeftellt ist. Da, kalte Wetter der letzten Wochen bnngt wohl eine Verzögerung, aber keine Derschlechterunq der Ernte mit. * Tal-akpftanrungen find strurrpfiichtig Ls wird letzt viel Tabak angepflanzt. Im Interesse unserer Leser machen nur darauf aufmerksam, daß die Tabakpflanzungen dem Königlichen Zollamte hier bis zum tS Jul, zur Versteuerung schriftlich oder mündlich angcmeldet sein müssen, andernfalls empfindliche Bestrafung eintritt Bei Pflanzung bis 4 Ar kostet das Geviertmelsr nur 7 Pfg. Steuer, im ganzen aber mindestens 70 Pfq Jfer- pflanzen bis zu 00 Stück bleiben nur dann steuerfrei' wenn ihre Bestimmung als Zierpflanze sich unzweifelhaft ohne weiteres ergibt. * Die Schnlranfeu. Eine Beschlagnahme der Schulranzen wird, wie verlautet, nicht stattfinden. Gießen. Die hiesige Goldankaufsstelle bleibt vom 1. -viult bis Mitte August geschloffen. ^ Hetzer, Generaloberarzt Dp. Siegect konnte am 7. oult seinen 70. Geburtstag begehen. Gießen 20 Ruhebänke für den Gießende Stadt Wald hat jetzt auch Geh. Kommerzienrat Dc. Gail oe stiftet Das Publ kam wird für diese Spende größte Dankbarkeit empfinden. < ® Denkmal für Wilhelm von Hofmann, oen Begründer der modernen Teerfarbenindustrie und hoch- verdienten Chemiker, ist hier in Gießen, seiner Vaterstadt, am Montag vormittag enthüllt worden. Das Denkmal fit von der Siemensgefellschaft in Berlin gestiftet worden. Rach Uebernahme durch den Oberbürgermeister hielt Geh Regierungsrat Prof. Dr. Will von der Universität Gießen die Festrede, in der er ein Lebensbild des großen Chemikers niederlegte. Fm Anschluß daran verkündigte der Dekan der philosophischen Fakultät die Ehrenproniotionen. Zu Ehrendoktoren der Philosophie wurden promoviert: Arthur Meiner, königl. sächsischer Hofrat und Verlagsbuch- handler m Leipzig, Raphael Eduard Giesgang, Chemiker m Frankfurt m M.. und Dr. Ing. Max Epting, Chemiker m Höchst a. M. Fm Anschluß daran fand eine Besichtigung des Liebig-Laboratoriums statt. Frirdbevg. 8. Juli. Mühlenbesitz-r Koch in Affin ynm, der vor zwei Monat n wegen großer Mehlfchie bercien nach-dem westfälisch n Judustcicg-bitt verhaftet wu.de, ist j tzt nach Abschluß der Voruntersuchung wie der auf freien Fuß grfitzt worden. * (Oljnr Schuh und Strumpf. In sttzter Zeit Ytt man die eifreuliche Beobachtung machen' können, daß Leute beiderlei G-schlcchts sich keineswegs scheuen, Holzsandaltn ohne Strümpfe zu trogen. Zur Strcckuu unserem Vorräte au Dxtil.varen wäre es dringend zu wünschen, sehr ibt die Neichsbekleidungsftelle, daß dieser Brauch sich immer: mehr einbürgern würde. erfahrener fluffeber oder Scbacbtmeifter für CUarrerleiiungs- u. Hanalirationsarbeiten wird eingestellt. Meldungen mit Zeugnisabschrift und Lohnanspruch beschleunigt erbeten. £ $ 6. Panre, OJelztar, Fabrik für Städtebedarf. Für Heeresstrassenbauten werden sofort mehrere hundert Erdarbeiter ) gesucht. Jnlandsreisepaß oder Personalausweis erforderlich. gauuntcrpghmung Zelmlce, jWainz. Besserer Handwerker sucht sofort ein älteres ev. Fräulein ob. Wittwe ohne Anh., nicht unter 35 I., d. i. all. Iwg. b. Haush. erfahr, ist u. Liebe zu Kinder hat, als §am- bältfi-iit. Heirat nicht ausgeschlossen. Off. unter W. K. 6677 nach Karlsruhe, Wald- hornftr. 60. 7 Je!ser«s manchen besserer Familie, welches Rechnen kann und etwas Hausarbeit übernimmt, in kleinen rauenlosen Pensions-Haus- )alt a. 1. August evtl.ffpäter als Stutze gesnchf. Anerbietungen unter B. N. 10 an die Expedition dies. Ztg. mit Stiel (Shv rghob escn) sowie ötrassenbesen aus Reisstroh und reinem Piassnva geben ab jlclf. gering L Co. Grünstadt (Pfalz) Tel. 204. Brenneisen liefert Brenueisenfabrik Ot a u c ii o b ii r g.