» O f„ Hiekeuer Bettung vezugrpreir 60 Psg. monatlich vierteljährlich IMMk., vorauszahlbar, frei ins haus. Ab ge holt in unserer Expedition oder in den Zweig. auSgabestellen vierteljährlich 1,50 Mk. — Erscheint Mittwochs und Samstags. — Redaktionsschluß früh 8 Uhr. — Für Aufbewahrung oder Rücksendung n ich t verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der „Giesteuer Zeitung". Gießen. Expedition: Südanlage 21. Anzeigenpreis 20 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile, für AuSwärt» 30 Pfg. Die 90 mm breite Reklame-Zeile 73 Pfennig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberfchreitung des Zahlung»- zieleS (30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Druck der Giestener Verlagsdruckerei, Albiu Klein. Nr. 59. Telephon Nr. 362. Samstag, dm 6. Juli 1918. Telephon Nr. 362. 31. Jahrg. Stärckere Vorstöße des Feindes abgewiesen. 15999 u. 15599 Br.-R-T. = zusammen 39599 Br.-R.-T. versenkt. Ans dem amtlichen Kreisblatt. Der Provinzialausschust hält während der Zeit vom 15. Juli bis 15. September Ferien. Kreisamt, 2. 7. 18: Von allen rückständigen Bürgermeistereien, welche die Umdruckverfügung vom 10. 5. lf. Js. betr. Ent- eignung und Ablieferung von Einrichtungsgegenständen aus Metall, wird Erledigung innerhalb 3 Tagen erwartet. KreiSamt, 2. 7. 18: Die Hundesperre wird mit Wirkung vom 10. Juli lf. Js. ausgehoben. Kreisamt, 2. 7. 18: Nach Anhöhrung der Preisprüfungsstelle für die Provinz Oberhessen sind Richtpreise für das Dreschen (Druschlöhne) bestimmt: 1. für Dreschen auf gemeinsamen Dreschplatz etc. 8,—Mk. 3. „ „ in der Hofraithe etc. 8,75 „ 3. „ Häckseln eine Vergütung von —,50 „ 4. „ längere Dreschdauer nach Vereinbarung Reichsstelle für Gemüse und Obst zu Berlin, 23. 5. 18: Bekanntmachung über daS Verbot der Verarbeitung von Obst zu Obstwein. Reichsstelle für Gemüse und Obst zu Berlin, 20. 6. 18: Bekanntmachung für Rhabarber, Möhren, Karotten und Kraut. Ministerium des Innern, 25. 6.18: Bekanntmachung über Salat- öl-Ersatzmittcl vom 25. 12. 16 wird aufgehoben. Kreisamt Gießen, 3. 7.18: Verkehr mit Heu. Ankauf, Lieferung, Preise. KreiSamt Gießen, 3. 7. 18: Krciöabdcckerei Verzeichnisse sind von den Bürgermeistereien genau aufzustellen und einzusenden. Kreisami Gießen, 27. 6. 18: Milzbrand bei einem Rind des Karl Schoeld in Langsdorf ist erloschen. Die Sperre ist aufgehoben. Stellv. Generalkommando 18. A.-K. Frankfurt a. M., 15. 6. 18: Anwerbung von Arbeitskräften aus kriegswichtigen Betrieben. Solche dürfen nicht zum Verlassen ihrer Arbeitsstätte bewogen werden. 2ur mllltärlfcben Lage im Aesien. * Bern, 3. Juli. Der Berichterstatter der „Daily Mail", hat seit einigen Tagen den Eindruck, daß die deutschen Vorbereitungen an der englischen Front abgeschlossen seien. Jlmilicbe cleulscdr cZgrsbericdle. Berlin, 2. Juli. Im Mittclmeer versenkten unsere U-Boote 4 Dampfer von rund 15 000 Bruttocegistcr- tonnen. Der Chef des AdmiralstabcS der Marine. wtb. Großes Hauptquartier, 3. Juli 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Erfolgreiche Erkundungsgefechte. Stärkere Vorstöße der Engländer bet MerriS und Moyennevtlle (südlich Von Arras) scheiterten. In örtlichen Kämpfen nordwest' ttch von Albert machten wir Gefangene. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Nördlich der Aisne haben sich heute früh örtliche Kämpfe entwickelt. — Zwischen AtSne und Marne hielt rege Tätigkeit des Feindes an. Teilangriffe bet St. Piecre- Aigle und westlich von Chateau Thterry wurden abge« wiesen. m Aus einem amerikanischen Geschwader von neun Einheiten wurden 4 Flugzeuge abgeschossen. Leutnant Udet errang hierbei seinen 39., Leutnant Löewenhardt seinen 33. und 34. Luftsieg. Leutnant Friedrich und Vtzefeldwebel Thom schossen ihren 20. Gegner ab. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. m . Berlin, 3. Juli, abends. Oertliche Teilkämpfe nördlich der AiSne. 9 wtb. Großes Hauptquartier, 4. Juli 1918. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht. Die GefechtStättgkeit lebte am Abend in einzelnen Abschnitten auf. Seit frühem Morgen starkes Feuer des Feindes beiderseits der Somme. Hier haben sich Jnfanteriekämpfe entwickelt. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Heftige Teilangriffe der Franzosen nördlich der Aisne. Oestlich von Moulinsous-Touveut wurde der Feind im Gegenstoß in unseren Vorderen Kampflinien abgewtesen. Im übrigen brachen seine Angriffe vor unseren Hindernissen zusammen. Erneute Vorstöße des Gegners westlich von Chateau Thterry scheiterten. Heeresgruppen Gallwitz und Herzog Albrecht. Ein starker Vorstoß des Feindes auf dem östlichen Maasufer wurde abgewiesen. Im Sundgau machten wir bei erfolgreicher Unternehmung Gefangene. Leutnant Udet errang seinen 40., Leutnant Rumey seinen 29. und 30. Luftsteg. Der Erste Generalquarttermetster: Ludendorfs. » Berlin, 4. Juli, abends. Beiderseits der Somme wurden starke englische Teilangriffe in unserem Kampf- gelände zum Scheitern gebracht. 9 Berlin, 4. Juli. Unsere U-Boote haben auf dem nördlichen Kriegsschauplätze neuerdings 15500 Bruttoregistertonnen ieindlichenHandelsschiffsraumes vernichtet. Der Chef des AdmiralstabcS der Marine. » wlb. Großes Hauptquartier, 5. Juli 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Ocstltch von Apern wurden stärkere Vorstöße des Feindes abgewtesen. Beiderseits der Somme sind gestern früh dem starken englischen Feuer Jnfantecieangrlffe des Feindes gefolgt. Auf dem Nordufec des Flusses brachen sie vor unseren Linien blutig zusammen. Süd- ltch der Somme drang der Feind in Dorf und Wald Hamel ein. Auf der Höhe östlich von Hamel wurde der Angriff durch unseren Gegenstoß zum Scheitern gebracht. Oestlich von Billers-Bretonneur warfen wir den Feind in seine Ausgangsstellungen zurück. — Am Abend lebte die Gefechtstätigkeit fast an der ganzen Heeresgruppe- front aus und blieb auch während der Nacht, namentlich im gestrigen Kampfabschnitt, g-steigert. Heeresgruppe deutscher Kronprinz. Erhöhte Gefechtstätigkeit auf dem Westufer der Avre und beiderseits der AiSne. Leutnant Menkhoff errang seinen 35., Leutnant Thuy seinen 24. Luftsieg. Der Erste Generalquartiermeistec: Ludendorff. 9 Berlin, 5. Juli, abends. Von den Kampffronten nichts Neues. _ * Die Kuderrdorff-Spende zeitigte in Stadt und Kreis Offenbach mit vorläufig 520 000 Mark, wovon etwa 486000 Mark auf die Stadt Offenbach und 34000 Mark auf die Sammlung im Kreis entfallen, ein außerordentliches Ergebnis. Einige der Gemeinden des Kreises treten in besonders erfreulicher Weife hervor; so spendete Neu-Isenburg allein 22 400 Mark, während andere Orte mit zum Teil recht vielen ortSansäßtgen Kriegsbeschädigten dem Aufruf Ludendorffs zur Sammlung für unsere verstümmelten Hessen nicht in wünschenswerter Weife nachgekommen sind. Das voläufige Ergebnis von Groß Mainz ist ebenfalls sehr günstig und beläuft sich auf 425 000 Mark, das von Stadt und Kreis Worms auf 270 000 Mark. Nun ist die Ludendorff Spende im Lande ja noch nicht abgeschlossen; mancher Daheimgebliebene wird noch geben wollen und sicher wird auch manchem noch die Pflicht zur Spende durch das opferfreudige Beispiel seine. Mit- bürger klar. Auf Jeden kommt es an, viele Wenig machen ein Viel. TutJeder seinePflicht, dann werden unsere hessischen Kriegsbeschädigten das Empfinden haben können, die Heimat würdigt unser im Feld gebrachtes Opfer. Znm Kesten der Kndendorff-Spende. Der Großherzog von Hessen überwies einen Betrag von 50 000 Mark. In nachahmenswerter Weise haben die Arbeiter der Eisen- und Metallgießerei Jakob Ruppel in Ludwigshafen a. Rh. eine der jetzigen ernsten Zeit würdige Gesinnung bewiesen. Sie haben beschlossen, an einem Sonnabend nicht wie üblich bis 2 Uhr, sondern bis 6 Uhr zu arbeiten und den Lohn für diese 4 Stunden mit ungefähr 700 Mark, sowie einen Zuschuß der Firma, den diese außer ihrem bereits gezeichneten Beitrag zugibt, an die Sammelstelle der Ludendorff.Spende abzuführen. Auf solche hochsinnige Art könnten der Spende noch viele Beiträge gewonnen werden. _ Ku$ Stadt Nftd Land. * Die militärische K-rrtrolle. Es wird mitge. teilt, daß diese lediglich die Aufgabe habe, bei den Land, wirten „diejenigen Nahruugsmittel zu erfassen, deren Bereitstellung uns daS Durchhalten btS zur neuen Ernte sichern soll und wird". * Invalidenverstcherung. Der Kriegsteilnehmer R. von^Langgöns, der vor einiger Zeit auf dem Felde der Ehre gefallen ist, hat früher lange Jahre hindurch Beiträge zur Invalidenversicherung geleistet. Die Witwe desselben stellte deshalb für ihre minderjährigen Kinder Antrag auf Waisenrente, mußte aber die Erfahrung machen, daß die Anwartschaft ans Rente bereits erloschen war, weil ihr verstorbener Ehemann vor seiner Einberufung nicht die Mindestzahl der zur Aufrechterhaltung der An- wartschast notwendigen Marken geklebt hatte. Er hätte dies wohl, sofern er am Leben geblieben, noch nachholen können, doch ist eine Nachentrichtung der fehlenden Bei. träge durch die Erben nach den gesetzlichen Bestimmungen nicht mehr möglich. Der Anspruch der Hinterbliebenen ist also völlig verloren. Im Interesse der Versicherten selbst, wie auch der Angehörigen kann den Kriegsteilnehmern nicht dringend genug geraten werden sich in allen derartigen Fragen an die Verwundeten-Beratungsstelle zu Gießen (Sprechstunden: jeden Dienstag und Freitag von 2 l l 2 -3 1 l 2 Uty im Soldatenheim) zu wenden. * Heilverfahren fnv Kriegsbeschädigte. Da? Kriegsministerum hat durch Erlaß zur Frage der Kostentragung bei Einleitung eines Heilverfahrens Stellung genommen. In besonders dringenden Fällen, in denen so' fortige Hilfe not tut, darf nunmehr auch die bürgerlich Kriegsbeschädigtenfürsorge die Heilbehandlung einleiten und nachträglich Erstattung der Kosten verlangen. Mer. dings ist in jedem Einzelfall den Dezirkskommandos spätestens sofort nach der Einleidung des Hellverfahrens Mitteilung zu machen. In einer Anzahl hessischer Landgemeinden ist fest, gestellt worden, daß Familien von zum Heere einbe. rufenen Landwirten bisher die FamilierrrrnlerftStznrrg bezogen, trotzdem sie aus ihren Betrieben hohe Einnah. men erzielten. Die Gemeindeverwaltungen haben deS- halb beschlossen, die Familienunterstützung allen denjeni- gen Kriegerfamtlien zu entziehen, die für die staatliche Einkommensteuer mit einem Betrag von über 1800 Mk. eingeschätzt sind. Dasselbe gilt auch für Familie«, die aus dem Arbeitsverdienste ihrer Angehörige» hohe Einnahmen erzielen. * Hesstsche Obsternte 1917. Insgesamt wurde» im ganzen Großherzogtum 862823 Doppelzentner geerne tet gegen 323 409 Dz. im Jahre 1916. Der Geldwert dieser Ernte wird auf 29 l lt Mill. Mark geschätzt. Auf Rheinhessen entfallen 181180 Dztr. mit einem Wert von 45 Mill. Mk.. auf Starkenburg 422 277 Dz., auf Ober. Hessen 309 396 Dz. Die wirklich erzielten Preise sind weit höhere, da die amtliche Statistik nur die Höchst, preise rechnet, die bekanntlich vielfach überschritten werden. * Gießen. Geh. Kommerzienrat Heichelheim- Gießen stiftete einen hohen Betrag zur Schaffung einer neuen VolkswirtschaftlichenProfessur an der Universität. — Das Vermögen der Gießener Hochschulgesellschaft hat bis jetzt 600000 Mark erreicht, die regel- mäßigen Jahresbeiträge belaufen sich auf 17 000 Mark. Aus diesen Mitteln soll in erster Linie das Auslyndsstu- dium der Gießneer Studentenschaft Förderung erhalten. * Alsfeld. Daß die Kreisverwaltung in diesem Jahre aus den Nutzungen an den Kreisstraßen mit gewaltigen Einnahmen rechnet, beweist die Tatsache, daß der Kreistag dafür 5 0 10 0 Mark in den Haushaltsplan der Kreiskasse einsetzte. Im Jahre 1917 sah der Voranschlag nur 5600 Mark Einnahmen am den Nutzungen vor. Ob angesichts der wenig günstigen Obsternteaussichten die Rechnung des Kreistages nicht ein Loch erhält? Das Ende der BolschewM-FLotte Beseitigung unhaltbarer Zustände. Ter Friedensvertrag von Litguisch-Vrest sieht im Artikel V vor, daß die russischen Kriegsschiffe entweder in russische Häfen gebracht und dort bis zum allgemeinen Friedensschluß bleiben oder, falls sie russische Häfen nicht mehr erreichen können, in fremden Häfen entwaffnet und unbeweglich gemacht werden müssen. Einzelne Teile der Schwarzmeer-Flotte setzten sich über diese Bestimmung hinweg und kreuzten auch nach dem Friedensschluß weiter im Asow- schen Meere. Nach und nach nahmen sie sogar eine feindselige Haltung gegen die verbündeten Streitkräfte an und zwangen dadurch diese mehrfach zu bewaffnetem Einschreiten. Im Verlauf des Frühjahrs wurde es immer klarer, daß der Einfluß der Moskauer Regierung auf einzelne Teile der Schwarzmeer-Flotte gleich Null war, und daß diese Flottenteile vielmehr selbständig den Krieg fortsetzende Freischaren auf dem Wasser darstellten, die man auch mit dem Ausdruck Piraten bezeichnen konnte. Erst mit der Besetzung der Halbinsel Krim und des Kriegshafens Sewastopol wurde Ende April der größte Teil der ehemaligen russischen Schwarzmeer- Flotte an weiteren Verstößen gegen den Brester Frieden verhindert. Die wichtigsten und neuesten Einheiten der ehemaligen Schwarzmeer-Flotte hatten sich jedoch entgegen der in Brest vereinbarten Regel nach Novo ros si sk begeben und verweigerten die Rückkehr nach ihrem Ausgangshasen. c Für die verworrenen Verhältnisse an Bord dieser Schiffe ist es bezeichnend, daß sie in wenigen Tagen mehrfach die Staatszugehörigkeit wechselten und nacheinander die rote Bolschewisten-Flagge, dann die rot- aoldene Flagge der neugegründeten russischen Republik dann die blaugelbe ukrainische Flagge und neuerdings wieder die weiß-blaue Andreas-Flagge des russischen Kaiserreichs setzten. Neben den Besatzungen bevölkerten auch Frauen, Kinder und Zivilisten diese Kriegsschiffe. Nach den Erzählungen russischer Seeoffiziere und Matrosen, die sich diesen unklaren. Verhältnissen durch Abreise entzogen, müssen unter den Besatzungen dieser Schiffe weitgehende Meinungsverschiedenheiten geherrscht haben. Im Verlauf dieser Streitigkeiten ist Mitte Juni das Großkampfschiff „Swo- bodnaja-Rossija", früher „Jekaterina II." genannt, durch einen Torpedoschuß des russischen Torpedobootszerstv- rers „Kertsch" versenkt worden. Auch einige Torpedobootszerstörer fielen diesen Kämpfen zum Opfer und sind nach Angabe der erwähnten russischen Offiziere an der Ostküste des Schwarzen Meeres versenkt oder auf den Strand gesetzt worden. Das Großkampfschiff „Wolja", früher „Imperator Alexander III" genannt, sowie mehrere moderne Torpedobootszerstörer kehrten am 19. Juni nach Sewastopol zurück, wo sich nunmehr die gesamte für Kriegszwecke noch brauchbare ehemalige russische Schwarzmeer- Flotte unter deutscher Kontrolle befindet. wengeheu sämtlicher gemäßigter Rechts- und Linksparteien, die Aufrechterhaltung des Ententebündnisses und die Befürwortung eines pewaff- neten Eingreifens der Entente. - Vertraulich wurden Mitteilungen über die „erfolgreiche" Tätigkeit Kerens- krs (der in den Ententeländern für die „Unterstützu"g" der Gegenrevolution gegen die Bolschewiki wirbt) gemacht. Der rumänische Friede angeommen. Tie in Jassy tagende Kammer hat nach kurzer Aussprache dem Frieoensrertrage zugestimmt. Gegen die lednisbedingungen sprachen sich nur die Äbg. -Lranen, Bagaunescu. Eodreanu, Euza sowie General ploereseu aus, der erklärte, daß er zwar als erster das Wort ..Frieden"' an der.Front ausgesprochen habe, aber den jetzt abgeschlossenen Frieden nicht anerkennen lonne — Am Sonnabend lag der Friedensvertrag dem Senat zur Ratifikation vor. Fliegerheimfuchmig von Paris. Wirkungen — wie noch nie. Der letzte deutsche Fliegerangriff auf Paris übertraf an Heftigkeit weit alle bisherigen Angriffe. Der Sachschaden soll ein recht beträchtlicher sein, lieber die Zahl der Opfer an Verwundeten und Toten liegen zur Stunde genaue Berichte noch nicht vor. Der Präsident Poincaree und der Polizeipräfekt von Paris besichtigten die Einschlagstellen der Bomben. Tie Franzosen suchen zu vertuschen. Die Franzosen melden nach dem Fliegerbesuch am Mittwoch bereits einen zweiten: „Mehrere Gruppen feindlicher Flugzeuge überflogen in der letzten Nacht unsere Linien in der Richtung auf Paris und wurden durch besonders heftiges Abwehrfeuer bekämpft. Mehrere Bomben wurden abgeworfen und Sachschaden angerichtet. Einige Menschenopfer werden gemeldet." Vom Ll-Bootkrieg. Die N-Boot-Beute. (Amtlich.) Berlin, 30. Juni. Neue U-Boots- erfvlge im Sperrgebiet um England nach Meldungen der von See zurückgekehrten U-Boote: 13 000 Brutto- registertonnen. Der Chef des Admiralstabes der Marine. U *"M sind, daß auch diesmal Wiede,- ungarische Truppen in übermäßig großer Zahl in A„- spiuch genommen worden seien und daß der Verlust e ' ÖQ &..? n der ganzen Offensive und am Ruckzug 33 ungarische und ;!7 österreichische Regimenter teilgenommen haben, also 47 Prozent Ungarn und o3 Prozent Oesterreicher. (Abg. liähue: Wieviel Ungarn waren in österreichische Regimenter eingereiht?) Der Verlust der Italiener betrug beim an ,-en Vorrucken und Rückzug l 5 0 0 00 Mann Er iiberswiat i°E w'" unsere Verluste an Toten. Verwundeten s* ran Ji? n ', .dluch wurde Die Nachricht verbreitet daß der Verlust durch Munitionsmangel verursacht wurde. (Ruf: Mangel an Proviant?) Mit Munition Wo ist der Zar? Ueber das Schicksal des Zaren laufen in Rußland noch immer widersprechende Gerüchte um. Nach einer Lesart befindet er sich noch immer auf der Jekateri- nenburg, nach einer anderen wurde er vor der Beschießung Jekaterinenburgs von Roten Gardisten nach Moskau in Sicherheit gebracht. Ein drittes Gerücht will wissen, daß nicht auf den Zaren, sondern auf dre Zarin ein Anschlag verübt und sie verwundet worden sei. Aus den Petersburger Archiven. Die Moskauer „Snamja Truda" (Arbeiterfahne) berichtet: Die Herausgabe eines neuen Sammelwerks geheimer Schriftstücke wird vorbereitet, die diesmal den deutschen Imperialismus betreffen. Sie stammen aus dem dritten Hofarchiv in Petersburg. Gegenwärtig wird an der Sichtung des Briefwechsels zwischen Ni kolaus II. und Kaiser Wilhelm gearbeitet. Englische Schoflrgkeit. Das tschechische Volk, das dumm genug ist. sich von seinen Kaffeehausführern in Landesverrat gegen Oesterreich treiben zu lassen, soll die Kosten der tschechoslowakischen Expedition für England in Sibirien auch noch selber bezahlen. Die Kosten für den Unterhalt der tschecho-slowa- nschen Armee in Rußland und Sibirien wurden Ende 1917 durch eine Anleihe von 20 Millionen Francs unter Bürgschaft des tschechischen Volkes gedeckt. Zehn Millionen davon brachte die tschecho-slowakische Kolonie m Amerika auf, fünf Millionen die Tschechen in Mrgland und Frankreich und fünf Millionen die russischen Tschechen. Auf Grund dieser Anleihe, die in ihrem vollen Umfang gezeichnet wurde, gab die fvan zosische Regierung einen bedeutenden Vorschuß. Dolch und Gift für die Bolschewiki, * Wie „Politiken" aus Petersburg erfährt, teilte dort Uritzky bei dem Zusammentritt der Sowjet, mit. die Polizei habe sichere Beweise dafür, daß die Ermordung Wolodarskies von Sozialrevolutio nären (Kerenski-Leuten) der Rechten mit Unterstützung englischer Gelder organisiert worden sei. — Wolo darski wurde am Sonntag unter großen Feierlichkei ten begraben. Das hungexndc Petersburg. Petersburg war nach einer Mitteilung des Ver pflegungskommissariats vier Tage ohne jede Qu fuhr. * y «j Von 26 Waggons Getreide, die aus U f a abaesandt und von den Tschechen durchgelassen waren, sind in Petersburg nur 11 Waggons angekommen. Die übrigen wurden auf Zwischenstationen von Eisenbahnbeamten abgehangt Infolge dieser Vorkommnisse ist auf einigen Eisenbahnknotenpunkten der Ausnahmezustand erklärt worden. Tie Gegenrevolution in Rußland. Die Kadettenpartei („konstitutionelle demokratische Partei"', etwa die deutsche Volkspartei). nahm die Bezeichnung Ordnungspartei an. Sie hielt in Moskau am 8. Juni eine Versammlung ab, bei der 100 Kaperten anwesend waren. Sie beschlossen das Zusam f m Je weiter von Europa ein Ursprungsland für Rohstoffe entfernt liegt, um so schwieriger gestalten sich dort unter dem Einfluß des U-BoötkriegeS die Transportverhältnisse, da heutzutage die Schiffsraumnot unsere Feinde dazu Zwingt, den dringend nötigen Bedarf in möglichst kurzen Reisen heranzuschaffen, ^nsolgedesfen füllen sich in Uebersee die Speicher mit Gütern, die seit Jahren schon des Abtransportes harren Wre eine italienische Zeitung jetzt mitteilt, sind deshalb die Tabaksgesellschaften von Sumatra dahin ubererngekommen, von der Ernte 1919 ab die Tabaksgewinnung auf 50—60 Prozent-der bisherigen Menge einzuschränken, wenn sich bis zum August d. I. die Transportmöglichkeiten nicht gebessert haben sollten Die Ernte der Jahre 1916 und 1917 liegt noch in den Schuppen angehäuft. Allgerueiue Kriegsuachrichten. Schamlose Ausplünderung der Flüchtlinge. Ueber das Elend der Flüchtlinge aus den besetzten und bedrohten Gebieten, die von ihren eigenen Landsleuten ausgenutzt werden, veröffentlicht die französische „Humanitee" einen langen Artikel, in dem sie Schutz und Hilfe für die Flüchtlinge verlangt. Spekulanten mieten im Innern Frankreichs alle leerstehenden Wohnungen auf, um sie zu fabelhaften Preisen an die ankommenden Flüchtlinge weiter zu vermieten. Die gleiche Erscheinung trete im Handel mit Kleidern und Lebensmitteln zutage. „Die unglücklichen Leute," so heißt es in dem Artikel, „sehen sich ohne Verteidigung der schamlosen Ausnützung durch die Spekulanten ausgesetzt, und wütende Beamte behandeln sie als unerwünschte Last." Das Blatt erklärt, es wäre höchste Zeit, da ß die Verwaltung die Verpflegungs- und Unterkunftsfrage der Flüchtlinge regele. Der Skandal habe jetzt lange genug gedauert." — Der Allgemeine Arbeitsbund, der anfangs Juli seinen Jahreskongreß in Limoges abhalten wollte, sieht sich genötigt, einen anderen Ort zu wählen, da die Stadt zurzeit derart mit Flüchtlingen überfüllt ist, daß es unmöglich ist, dort einen Kongreß abzuhalten. Ueber die beiderseitigen Verluste an der Piave hat sich im ungarischen Abgeordnetenhause Ministerpräsident Dr. Wekerle ausgesprochen: „Das Haus weiß, daß wir an der Piave und der Brenta vorgedrungen sind, und, um Menschenleben zu schonen, nachdem die Festhaltung unserer Positionen mit riesigen Verlusten verbunden gewesen wäre, uns an der Piave zurückgezogen haben und nur an der Brenta manche okkupierte Gebiete behielten. Bei diesem Rückzug sind insgesamt 1 2 000 Gefangene in die Hände des Feindes gelangt, während 5 0 0 0 E rtalienische Gefangene in unsere Hände fielen. Diese Ziffer kann bei Offensive und Rückzug nicht als übermäßig bezeichnet werden. Viel trauriger ist der Verlust, den wir an Toten, Verwundeten und Kranken erlitten haben. Ein großer Teil hiervon, entfällt auf die Kranken. (Abg. Fenhes: Und dev Hunger?) Die Ziffer der Kranken und Verwundetem kann nicht strenge abgesondert werden, weil der Stand- in der Weise festgestellt zu werden pflegt, daß wiv dre Zahl der heimkehrenden Truppen zur Grundlage» genommen haben. Wir haben einen riesigen, sehr- bedauerlichen Verlust erlitten, der aber im Vergleiche zu b»er 10. und 11. italienischen Offensive, die damals erlittenen Verluste nicht überschreitet, ja hinter diesen zurückbleibt, denn in der 10. und 11. ttalie* iw^ww, Offensive hatten wir einen Verlust vom 80 000 bis 100000 Mann, jetzt aber ist unser Verlust gleichfalls annähernd 100 000 Mann. (Bewegung.) Ich will nur noch bemerken, weil auch solche, Armee nie so gut versehen als Mitte >)UNi. Richtig i,t. dag, nachdem von den über die ^lave geschlagenen drei Brucken unglucklia-erweije die oversle elnsturzke, dann die beiden anderen rimae* wodurch in der Beförderung von Mu- u..!<.i und Proviant unüberwindliche Schwieriakeilen entstanden. (Bewegung.) Aber Munitto./smangel bestand nicht. Allerdings konnte an Munition und Pro- ich' soviel hinüberbefördert werden, (BewegnngO)" impfenden Truppen benötigt hätten. Die englischen Arbeiter sollen gehorchen. soll ihnen trotz des friedenssreundlichen Beschlusses de„ Arbeiterkongresses kriegswülige Maijllngen nachgesaqr werden, ^-ie „Times" sagt in einer Besprechung der Ar- beuer.oliserenz, daß die pazifistische Gruppe trotz ihrer levhasten Tätigkeit noch bei wcitein in der Minderheit ist. Die gesamte Mitgliederzahl der Unabhängigen Arbei- tervartei übersteige nicht 40 000 Mitglieder in, Vergleich zu den 2y 2 Millionen Mitgliedern der Arbeiterpartei. (Zwei Tinge sind für die Konferenz charakteristisch: Erstens/daß öw Pazifisten die Frage, ob sie wünschten, daß die Arbeiter minister aus der Negierung a u s t r ä t e n , um die Regierung bei der Fortführung des Krieges zu schwächen, nicht zu beantworten vermochten, zweitens, daß trotz der heftigen Proteste gegen die Anwesenheit K e r e n S - k i s nur drei Delegierte Hendersons Antrag widersprachen, KerenSki anzuhören. Kleine Kriegsnachrichken. "Fliegerleutnant Wüsthoff wurde hinter den feindlichen Linien zur Landung gezwungen und fiel verwundet in französische Gefangenschaft. "Der amerikanische Flieger Bah lies den Angaben der französischen Presse bisher zeuge zum Absturz gebracht hat. wurde hinter scheu Front zur Landung gezwungen und genommen. "Der japanische Flieger Kobasyka, der als freiwilliger Flieger in das französische Fliegerkorps eingetreten war. wurde im Luftkampf mit feindlichen Flugzeugen in 3000 Metern Höhe getötet. " In einer Stadt im Staate Rhode Island in den Vereinigten Staaten hat man beschlossen, an den Gymnasien den deutschen Sprachunterricht abzuschaffen und an seine Stelle den Unterricht in der spanischen Sprache zu setzen. " Nach amtlichen Ziffern belaufen sich die Kriegskosten Englands auf 6 848 000 Pfund Sterling täglich. der nach lef Flug- der deutgefangen Die spanische Krankheit in Deutschland. Rach Madrid und London — Nürnberg. Die vor kurzem in Spanien aufgetretene Massenerkrankung hat überraschenderweise ihren Einzug in Nürnberg gehalten. Hier ist in mehreren Bureaus und Arbeitsräumen plötzlich eine Anzahl Personen unter Mattigkeit und Fiebererscheinungen erkrankt. Allem Anschein nach handelt es sich um Influenza. Ter königliche Bezirksarzt Medizinalrat Dr.Wetzel erlaßt eine Kundmachung, in der er Ratschläge zur Verhütung von Ansteckung und Anweisungen zur Pflege der Erkrankten gibt, zugleich aber betont, daß kern Grund zu ernster Besorgnis vorhanden sei, da die Krankheit regelmäßig verlause. Dir Krankheit stammt von der Front. Tie „Daily Mail" befaßt sich mit der bereits gemeldeten Krankheitserfcheinung in Paris und schreibt unter der Ueberschrift „Eine Influenza-Epidemie in Paris": Tie Influenza-Epidemie ist in Paris zum zweitenmal aufgetaucht: man nennt sie jetzt die „spanische Grippe", weil die Krankheit inzwischen auch Spanien betroffen hatte. Nach einer Mitteilung des Psteur-Jnstituts stammt die Krankheit von der Front. Im Mai kam sie zum erstenmal nach Paris, dehnte sich dann auf Spanien aus und ist nun wieder nach Paris zurückgekehrt. Wenn sie sich nicht auf Spanien ausgedehnt hätte, so würde die Welt wohl nie etwas von ihr erfahren haben. Die Zeitung bemerkt, die Krankheit, die Fieber und allgemeine Müdigkeit Hervorrufe, sei nicht ge fahr lich und daure höchstens zwei Wochen. Nur Neuauflage der Influenza-Epidemie. In Berliner ärztlichen Kreisen erwartet man bestimmt, daß es sich um eine Jnfluenzaepidemie handle, wie sie in den Jahren 1889 bis 1893 ganz Europa überzogen habe. Ein wirkliches Vorbeugemittel gegen die Erkrankung gebe es nicht. Ein Mitglied des Kochschen Instituts hat bereits Fälle der neuen Krankheit behandelt und in einem Falle den Jnsluenzabazillus einwandsfrei nach- gewiesen. Seinen Beobachtungen zufolge werden ältere Persönen weniger als junge Personen von der Krankheit befallen, die nach heftigem Fieber mit Schleimhäutereizung innerhalb 2 bis 3 Tagen harmlos verläuft. Die Gefahr für die Zivilbevölkerung hält er für gering. Bisher sei bei den Erkrankungen noch kein Todesfall vorgekommen. Politische Rundschau. — Der deutsche Gesandte in Christiania, Admiral v. Hintze, ist in Berlin eingetroffen. * :: Erhöhung der Börseusteueru. Dem Reichstage ist zu den neuen Steuervorlagen ein Antrag Gröber (Ztr.) zugegangen, der die Börsenumsatz-Steuer, die ist erster Lesung nuf I vom Tailsend ermäßigt wurde, auf 2 vom Tausend erhöht und gleichzeitig den Börsen Umsatz-Stempel für die Tauer des Krieges anf fünf üü m T a u send festsetzt. Ta dieser Antrag von allen Parteien des Reichstages mit Ausnahme' der Fortschrittlichen Bolkspartei unterstützt wird, so ist auf seine Annahme mit. Sicherheit zu rechnen. :: Um daS Nachtleben nach dem Kriege. In der PetitionSkommission des preußischen Abgeordnetenhauses führte bei der Beratung über Eingaben, welche die Beibehaltung von Kriegsmaßnnhmen gegen den Alkohol- mißbrauch auch im Frieden fordern, als Berichterstatter der konservative Abgeordnete Dr. Negenborn aus: Es sei ein Uebelstand gewesen, daß in Berlin und in anderen Grßstädten manche Lokale die ganze Nacht hindurch geöffnet gewesen seien. In London hätten alle Lokale schon im Frieden um 11 Vs Uhr schließen müssen, und wenn das auch nach deutschen Begriffen zu weit gehe, so könne einen Anhalt doch Paris geben, wo alle Lokale um iy 2 Uhr, spätestens um 2 Uhr, nachts geschlossen worden seien. Bis 2 Uhr etwa habe das Nachtleben in einer Großstadt eine gewisse Berechtigung, eine Verlängerung des Nachtlebens über diese Stunde hinaus bedeute eine Verschwendung an Kraft und Gesundheit. — Auf den Einwand eines Mitgliedes der Kommission, daß Berlin die solideste Stadt Preußens sei, erwiderte Dr. Negenborn, wenn Berlin eine so solide Stadt sei, würden Öen Berlinern künftige Beschränkungen des Nachtlebens ja nur willkommen sein können. Die Kommission beschloß schließlich, die ihr vorliegenden Eingaben, soweit sie nicht die ReichSge- setzgebung betreffen, der Königlichen Staatsregierung zur Erwägung zu überweisen. :: Ein JttgcnvfürsorgegesBtz soll in Vorbereitung begriffen sein, in dem es sich in erster Linie um vorbeugende Maßnahmen gegen die infolge des Krieges fortschreitende Verwahrlosung der Jugend handeln wird. Den Einzelstaaten soll der weitere Ausbau des Gesetzes, lokalen Bedürfnissen entsprechend, überlassen bleiben. Die Gemeinden werden vermutlich angehal- ten werden. Jugendämter einzusetzen, die in Gemeinschaft mit den bisher schon bestehenden Vereinen, die sich mit der Jugendfürsorge befassen, wirken sollen Durch Belehrung, gemeinsam mit der Pflichtfortbildungsschule, hofft man günstigere Erfolge zu erzielen als durch strafrechtliche Bestimmungen. Ein Verband deutscher Kriegsbeschädigter und Kriegsteilnehmer ist in Berlin unter dem Vorsitz des Re i ch s t a g s a b g e o r d n e t e n Behrens gebildet worden. Die neue Organisation ist so ausgebaut, daß zwischen den Kriegsbeschädigten und Kriegsteilnehmern und den zuständigen wirtschaftlichen und Standesorganifationen ein zweckmäßiges Gegenseilig- keitsverhältnis hergestellt wird. An der Gründung sind beteiligt die christlichen Gewerkschaften, die tzirsch-Dunckerschen Gewerkvereine, mehrere Verbände der kaufmännischen und technischen Angestellten, einige Eisenbahnerorganisationen und eine Anzahl Beamtenverbände, die katholischen und evangelischen Arbeitervereine usw. An der Spitze des Verbandes steht ein Vorstand, der aus Kriegsbeschädigten und Kriegsteilnehmern gebildet wird. Ihm steht ein Hauptaüs- schuß zur Seite, in den die wirtschaftlichen Standesorganisationen Vertreter entsenden. Die Ortsgruppen sollen auf der gleichen Grundlage gebildet 'werden. In Berlin wird eine Reichsgeschäftsstelle errichtet, die eure Verbandszeitung herausgeden soll. Der Beitrag wurde auf 50 Pfennig monatlich festgesetzt. Auskunft erteilt Franz Behrens, Berlin W. 50, Prager Straße 34. Aus aller Welt ** (Line frühe Ernte scheint Heuer der Provinz Schlesien beschieden zu sein. Wie nämlich aus ihrer Hauptstadt Breslau mitgeteilt wird, soll bereits Wintergerste diesjähriger Ernte Breslauer Mühlen zugeführt worden sein. * Für die Beförderung der M i l i t ä r g e f a n g e - neu in Berlin sollen, um bei einer Flucht der Gesan- j genen das Schießen in den belebten Straßen zu ver- ) hindern, Straßenbahngesangenenzüge gefahren werden. ** Tie Probe auf ven Schwindel. Aus dem badischen Weiler Fischerdach wird berichtet:. Seil zwei Jahren ist ein äußerst braver, junger. Mann von hier in englischer Gefangenschaft. Dieser Lage kam nun an die Angehörigen ein Telegramm nachfolgenden Wortlautes: „Eden angekommen, bitte mir telegraphisch 000 Mark nach Rolter- damm I. E." Ta in der Gemeinde schon verschiedene Schwindeleien von Soldaten verübt wurden, traute man der Geschichte nicht und es ging nachfolgendes Telegramm an den Geldgierigen ad: „Heutigem Telegramm mit 000 Acark mißtraut. Telegraphiere zur Probe an Engelwirt V mit Namen. Mutter." Es kam die Rückantwort: „Bin als Kranker nach Holland ausgekauft, alles gut, sendet mir Gewünschtes gleich ab." Er halle den Namen des Engelwirts nicht anzugeben gewußt. Aber noch einmal soll der genannte Sohn auf die Probe gestellt werden, statr des Geldes erhielt er die Depesche: „Bist du Joseph, telegraphiere säintliche Vornamen deiner Geschwister, kannst du nicht — dann Schwindler." Und er probiert'S noch einmal: „Mutter, Hab zwei Schwestern, sende Geld telegraphisch ab. Dein Sohn I. E." — Tie Probe hatte er nicht bestanden, daher bekam er kein Geld! -* Panik im Lichtspicl-Theater. In den Aöler-Licht- splrlen m Lauenburg (Pommern) flammte während der Vorführung ein Filin auf. Die Besucher ließen sich durch den Theaterbesitzer nicht beruhigen, sondern stürmten über Tische und Stühle hinweg dem Ausgange zu. Dabei wurden Besucher zu Boden geworfen und erheblich verletzt. ,Ein Ningclblitz um einen Menschen. Einen eigenartigen Weg um den Körper eines Menschen nahm ein Blitzstrahl, der in Bramow (Mecklenburg) auf einem Felde nrederging. Dort arbeitete eine Gruppe von Frauen während eines Gewitters. Ein Blitz schlug in sie hinein und traf die Frau des Schmiedes Bühring, die sofort niederste!. Der Strahl ging vom Kops der Frau um den Hals, ringelte sich um die Brust und den Leib, zerriß ihr die Kleider und ringelte sich weiter an einem Bein herunter in die Erde hinein. Man hielt die Ge- trofsene zunächst für tot. Sie erholte sich aber in der Rostocker llnioersitätsllinik wieder, und es besteht keine Lebensgefahr mehr für sie. An ihrem Körper sind bunte Streben von dem eigenartigen Blitzschlag zurückgeblieben. A Wintcrwetter im Hochsommer, so könnte man säst klagen. Es ist wirklich bald trostlos. Grau wie der Himmel in politischen Dingen, so auch ln der Nakur. — Die französischen Blätter berichten über eine empfindliche Kälte im ganzen Seinetal. Bon Argenteuil bis Mantes sei die Temperatur fast im ganzen Tal auf den Gefrierpunkt herabgesunken, und nach dem „Temps" wurden an mehreren Stellen minus 2 Grad festgestellt. Tie Ernte wird durch die Kälte sehr beeinträchtigt. — Bei uns ist es, wie in ganz Europa, dasselbe. Die Wärme im Mai hatte die Natur ja stark gefördert, und wenn jetzt aus verschiedenen Stellen, so aus der naturbegünstigten Elbeniedc- rung und aus Schlesien von vollzogener Ernte z. B. bei Gerste berichtet wird, so sind das Nachwirkungen der Maihitze, während die Ernte im übrigen infolge dieser Wittcrungsverhältnisse ganz sicher eine Verspätung erfahren muß. — Hoffentlich kommt der Umschwung recht bald. A ttcber die Eierablieferungs-Borschriften der Kom- munal-Berbandc klagt lebhaft die „D. T.": Tie Verordnung, nach welcher in der Regel nur 25—30 Eier je Huhn und Jahr abgeliefert werden sollen, scheint in einer großen Anzahl von Kommunaloerbänden noch immer nicht bekannt geworden zu sein. Uns gehen fortgesetzt Beschwerden darüber zu, daß verlangt wird, bis zu 52 Eier (!!) abzuliefern und daß keine Freilassung einer der Zahl der Haushaltsangehörigen entsprechenden Zahl von Hühnern vorgesehen ist. Es entspricht durchaus nicht den vom Landesamt aufgestellten Grundsätzen, wenn ohne Unterschied nur nach der Zahl der Hühner die Ablieferung von Eiern verlangt wird. Es soll vielmehr bei der Umlage des Eierablieferungssolls in den einzelnen Gemeinden auf die Zahl der vollbeköstigten Hauöha lts- an gehörigen des Hühnerhalters zu der seiner Hühner, sowie auf die allgemeinen wirtschaftlichen Verhält- n i s s e des Hühnerhalters, unter denen die Hühner gehalten werden ,wie freier Auslauf, enge Begrenzung des Hühnerhofes, Futterverhältnisse, Jahreszeiten, Legeperiode, Rasse- eigentümlichkeiten des Geflügels und dergleichen Rück- s i ch 1 genommen werden. Besondere Erbitterung erregt es auch in der Bevölkerung, daß in einzelnen Kommunalverbänden nicht die zurzeit vorhandene Zahl der Hühner bei der Eierabforderung zugrunde gelegt wird, sondern eine Zahl, die bei der Vieh Zahlung vor einem halben Jahre und noch langer angegeben worden war. Diese Kommunalverbände ziehen nicht in Betracht, das; während des Winters wegen des Mangels an Körnerfutter zahlreiche Hennen zugrunde gingen oder g e f ch l a ch tet wurden. Trotzdem ab'er wird die Eierablieferung von der Zahl verlangt, die früher angegeben wurde. Ja, es ist sogar vorgekommen, daß auch Kücken und — H ahne unter die eierablieferungspflichtigen Hühner gerechnet wurden. In ungezählten Fällen ist den Hühnerhaltern der Zucker entzogen worden, wodurch namentlich kinderreiche Familien schwer getroffen wurden. Auch viel Obst gehl ans diese Weise verloren. Zahlreiche Hühner- Halter aber haben ein einfaches Mittel erfunden, um sich allen Scherereien bei der Eierablieferung zu entziehen: sie haben ihre Hühner geschlachtet." Gerichtssaal. i Giftmord-Prozeß in Breslau. Unter der Anlage des versuchten Giftmordes an seiner Frau hatte sich vor den; Breslauer außerordentlichen Kriegsgericht der Oberingenieur Kurt Helmert zu verantworten. Ter Angeklagte, der aus kleinen Verhältnissen stammt, hat es durch großen Fleiß und Begabung bis zur Stellung eines Oberingenieurs gebracht. Er heiratete ein Mädchen ans angesehener Familie und lebte mit seiner Frau und drei Kindern sehr glücklich, bis er die Kontoristin Marie Nowack in Hessen kennen lernte. Um sie heiraten zu können, beschloß er, seine Ehefrau aus der Welt zu schaffen. Er sandte ihr ein Fläschchen, das angeblich eine Medizin enthalten sollte. Tie Frau nahm aber das Mittel nicht, das, wie sich später herausstellte, Zyankali enthielt. In zwei weiteren Fällen hat der Angeklagte ein Glas Wasser und eine Flasche Kognak mit Zyankali vergiftet, in der Voraussetzung, daß seine Frau davon trinken werde. Als der Frau schließlich das seltsame Benehmen ihres Mannes und die Machinationen mit dem Wasser auffielen, gestand ihr der Angeklagte sein verhängnisvolles Verhältnis zu der Kontoristin ein und bat sie, ihm behilflich zu sein, wieder zu sich selbst zu kommen. Die Frau schien dem Angeklagten auch verziehen zu haben, denn in der Verhandlung vor dem Kriegsgericht verweigerte sie wie ihre Schwester die Aussage. Die Taten des Angeklagten kamen aber auf andere Weise den Behörden zu Ohren, so daß die Anklage erhoben wurde. In der Verhandlung kamen auch verschiedene medizinische Sachverständige zu Wort, die bekundeten, daß der Angeklagte psychopothisch und geistig schwer belastet sei. aber nicht in dem Maße, daß der strafans- schließende § 51 in Wirksamkeit treten könne. Immerhin käme sein Geisteszustand strafmildernd in Betracht. Das Urteil lautete auf vier Jahre Z u ch t h a u s itnö zehn Jahre Ehrverlust. Der Angeklagte, dem man keine Erregung ansah, nahm das Urteil lächelnd entgegen. i. * Million Mark Geldstrafe, 25VZ Jahre Gefäng- ” 16 ; Dre sächs. Gerichte haben bei der Bekämpfung des Kriegswuchers und Kettenhandels gute Arbeit geleistet. Neben einer Anzahl von Verwarnungen wurde dem sächsischen Kriegswucheramt Mitteilung über 10 051 rechtskräftig gewordene Strafen gemacht, die in der Zeit vom 2. Januar 1917 bis 50. April 1918 von sächsischen Gerichten wegen Verstößen gegen die Kriegsverordnungen verhängt worden sind. Diese rechtskräftig gewordenen Strafen ergaben insgesamt eine Summe von 1058 500 Mark. Daneben wurden in mehreren Fällen Freiheitsstrafen, die zusammen rund 25'', Jahre betragen, verhängt. Die Brieftaube in Krieg und Frieden. tk. Die große Heimatliebe und das außerordentlich hochentwickelte Orientierungsvermögen verschiedener Taubenrassen waren schon im frühesten Altertum bekannt und machten die Taube zu einem der beliebtesten Haustiere der Alten. So spielt die Taube vor allem in der Mythologie der orientalischen Völker eine große Rolle und wird in den ans uns gekommenen Schriften des frühen Altertums häufig erwähnt. Alan war bestrebt, die einzelnen Rassen mehr und mehr zu vervollkommnen. Schließlich gelang es menschlicher Kunst, ans den besonders zur Kreuzung gceigitelcit Arten neue heranzuzüchten, die mit großer Fluggeschwindigkeit ein gesteigertes Orientierungsvermögen verbanden, und aus diesen wiederum ist unsere Militär-Brieftaube hervorgegangen. Sie sucht stets, an irgendeinem Orte aufgelassen, geleitet durch einen ans Wunderbare geleiteten Orientierungssinn, sofort ihren Heimatschlag aufzu- suchen, und erreicht ihn selbst auf Entfernungen über 1000 Kilometer mit verblüffender Sicherheit. Als mittlere Fluggeschwindigkeit rechnet man etwa 1 Kilometer in der Minute. Infolge dieser hervorragenden Eigenschaften wurde die Brieftaube in früheren Kriegen, wv an unsere heutigen Nachrichtenmittel noch nicht zu denken war, vielfach mit großem Erfolge verwandt. Aber auch dem friedlichen Verkehr wurde sie dienstbar gemacht. Es sei hier z. B. daran erinnert, daß die Entstehung des Wolffschen Telegraphenbureaus auf die Errichtung einer Brieftaubenpost zwischen Brüssel und Aachen zurückgeht. Bald wurde sie allerdings auf diesem Gebiete durch Telegraph und Telephon verdrängt, doch hat sie ihre Bedeutung für den Krieg nie verloren. Der Brieftaubensport breitete sich vielmehr weiter aus und feierte seine höchsten Triumphe bei der Belagerung von Paris im Kriege von 1870-71. Während dieser für unsere heutigen Begriffe kurzen Zeit wurden Tausende von Meldungen durch Brieftauben nach der eingeschlossenen Stadt und aus ihr heraus befördert. Ter Transport der Tauben zum Auflaßorte erfolgte durch Ballone. Wenn man bedenkt, daß durch mikrophotvgraphische Aufnahmen ganze Zeitungen aus dünne Kollodiumhäutchen von wenigen Quadratzentimetern Größe photographiert werden können, und eine einzige Taube etwa 75 Gramm derartiger Häutchen mit Kapseln zu tragen vermag, kann man sich ungefähr eine Vorstellung davon machen, was die Brieftauben für die Pariser bedeuteten. Daher ist es auch unmittelbar nach dem Kriege 1870-71 das Bestreben unserer Heeresverwaltung gewesen, eine ausgedehnte Verwendung der Brieftauben im Kriegsfälle vorzubereiten; Abgesehen davon, daß sämtliche Festungen Brieftaubenschläge erhielten, schloß das Kriegsministerium mit dem Verbände Deutscher Militär-Brieftauben-Züch- ter-Dereine einen Vertrag, wonach im Bedarfsfälle die Schläge der einzelnen Züchter der Obersten .Heeresleitung zur Verfügung stehen. So wurde ein über das ganze Land verbreitetes Nachrichtennetz geschaffen, das wohl imstande war. im Ernstfälle allen Anforderungen gerecht zu werden. Doch hat man sich auch hiermit nicht begnügt. Immer neue Versuche wurden unternommen, um das eigenartige Nachrichtenmittel weiter auszubauen und zu vervollkommnen. Den schon immer als etwas umständlich empfundenen Transport der Brieftauben zum Auflaßort wußte man geschickt zu umgehen. Die Tauben der Fortisikationsschläge zweier benachbarten Festungen wurden daran gewöhnt, Futter und Wasser abwechselnd ans der einen oder der andern Station zu erhalten. Dadurch gelang es, einen geregelten Pendeldienst zwischen den Festungen herzustellen. Mit der Erfindung der drahtlosen Telegraphie schien jedoch die Brieftaube als Nachrichtenmittel plötzlich ihre Bedeutung für alle Zeiten verloren zu haben, und zu Beginn des Weltkrieges wurde kaum damit gerechnet, daß jemals auf die Dienste der Taube zurückgegriffen werden müßte. Aber auch hier zeigte sich der alte Erfahrungssatz, daß maschinelle Einrichtungen wohl in weitgehendem Maße, niemals aber ganz imstande jiitö, ein lebendes Wesen zu ersetzen. Zuerst waren es die U-Boote und Seeflugzeuge, die wegen ihrer Kleinheit nicht mit Funkenstationen ausgerüstet werden konnten, die Brieftauben ans ihren Fahrten Mitnahmen, und manch eines verdankt seine Rettung aus Seenot einer rechtzeitig eingetroffenen Brieftaubenmeldung. Ebenso wie hier rechtfertigten aber auch zu Lande weder Funkentelegraphie noch Telephon vollständig die Erwartungen, die man in sie gesetzt hatte. Der lange Stellungskrieg, der in einer derartigen Ausdehnung nicht vorhergesehen konnte, änderte die Taktik von Grund ans, und als zum ersten Male das Wort Trommelfeuer für eine bis dahin nie gekannte zusammengefaßte Artilleriewicknng auftauchte, wurde es immer klarer, daß das Telephon, die drahtlose Telegraphie und das Blinkwesen zur Sicherstellung der rückwärtigen Verbindungen nicht ausreichten. Das rasende Artilleriefeuer zerriß die Leitungen und zerstörte Funk- und Blinkstationen; meist war eine Ausbesserung nicht möglich, und die nach hinten entsandten Meldegänger erreichten nur selten oder zu spät ihr Ziel. Da besann mit sich darauf, daß mau in der Brieftaube einen gefiederten Meldegänger besaß, wie man ihn besser sich nicht wünschen kann. Nachdem man vor Verdun mit den wenigen damals vorhandenen fahrbaren Brieftaubenschlägen günstige Erfahrungen gemacht hatte, wurden sie in der Sommeschlacht zum ersten Male in größerem Maßstabe als Nachrichtenmittel eingesetzt, und sie bewährten sich hier )v glänzend, daß eine bedeutende Erweiterung des Brieftaubenwesens vorgenommen wurde. Heute ist unsere gesamte Front mit Hunderten von Brieslanbenschlägen versehen, die in den Abwehrschlachten des vergangenen Jahres sowohl wie bei der diesjährigen Offensive unseren Truppen hervorragende Dienste geleistet haben. Auch unsere Gegner bedienen sich seit geraumer Zeit der Brieftauben. ^ c . .umfangreiche, unvorhergesehene Erweiterung des Brieftaubenwesens, die in kurzer Zeit geleistet werden mußte, wurde ermöglicht durch die weitestgehende Unterstützung der Heeresleitung durch den Verband Deutscher Militär-Brieftanben-Züchrer-Ver- eine in Hannover-Linden, der ungefähr 2000 Vereine umfaßt. 1917 lieferte dieser Verband etwa 45 000 Tauben an die Heeresverwaltung ab, und als Bedarf für das lausende Jahr ist die große Zahl voll 100 000 Tauben vorgesehen, von Verein großer Teil schon an die Front abgegangen ist. Sämtliche Tauben des Perbandes tragen als Flügelzeichen das Reichswap- pen, sind dadurch als Militär-Brieftauben gekennzeichnet, genießen den gesetzlichen Schutz und stehen im Kriegsfälle der Heeresverwaltung zur Verfügung. Jeder Züchter ist verpflichtet, über seine Tauben genaue Listen zu führen und dem Verbände anzugeben, wieviel Tauben er im Bedarfsfälle stellen kann. * Schotten Landtagsabgeordneter Dr. Weber hat aus Anlaß des Heldentodes seine beiden Söhne und einzigen Kinder 100 000 Mark als Grundstock zu einem Denkmal für die gefallenen Krieger Oberhessens gestiftet. Das Denkmal, für dessen Errichtung bereits der oberhessische Provinzialbandtag eine namhafte Summe zur Verfügung stellte, erhält bekanntlich seinen Platz in der hiesigen Gemarkung auf der 11 Morgen großen Derg- kuppe des Winterberges. * Mainz-Kaste!» 3. Juli. Eine ergötzliche Hamstergeschichte spielte sich am hiesigen Bahnhöfe ab. Eine Dame hatte ein Körbchen mit einigen Pfund Kirschen in der Hand, die sie ihren auswärts wohnenden Verwandten bringen wollte. Da trat plötzlich der „Hamster" Kontrolleur an sie heran, um die Kirschen zu beschlagnahmen. Der Wächter des Gesetzes war diesmal jedoch an die Unrechte Adresse gekommen. Die Dame verweigerte ganz entschieden die Herausgabe des Korbes, da nur die Kirschen, aber nicht der Korb selbst beschlagnahmt werden könnten. Man zerrte zum Gaudium der Umstehenden am Korbe hinüber u. herüber, bis endlich der Kontrolleur sich entschloß, nach einem leeren Korbe suchen zu gehen. Endlich kam er auch mit einem solchen an. Mtttlerweise war aber bereits der Zug eingelaufcn, der unter dem Gelächter der Menge mit der siegesstolzen Dame und ihren Kirschen davonbrauste. * Wetzlar Der K r e i s t a g hat folgende Beschlüsse gefaßt: Die Aufnahme einer weiteren Anleihe von 5 Millionen Mark für Kriegsunterstützungen. Der neuzugründenden Rheinischen Wohnungsfürsorge G. m. b. H. tritt der Kreis mit einer Stammeinlage von 10 000 Mark bei. Die Kreissteuer wird um 10 v. H. erhöht, der Mehrertrag soll zur Deckung außergewöhnlicher Kriegsausgaben Der wendung finden. * * Frankfurt a M. Die Stadt hat für den An- und Verkauf von A l t m ö b e l Bezugsscheine und Höchstpreise vorgeschrieben. 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Schreiben Sie noch heute an Verlag Germania, Braitnschweig Nr. 757. GGTGGGGGGGGDTGGGGGGVGTGGEGTGGGGGGGSGGGGGG lost: OMgationsverlosnng. In der heutigen Gemeinderatssitzung wurden ausge für bausbefüzer. * Düsseldorf. Eine in Düsseldorf ftattgefun. denc Versammlung des Verbandes rheinischer Hausund Grundbesitzer beschäftigte sich mit der neuerlichen Kriegsverordnung des Stellv. General-Kdo. 7. A.-K., durch welche den Hausbesitzern das freie Kündigungsrecht genommen wird. Allgemein wurde betont, daSdieseVerordnung die schwerwiegendste der vielen bisher zum Nachteil der Hausbesitzer ergriffenen Kciegsmaß- nahmen sei, daß fie die Unverletzlichkeit des Eigentums aufhebe und auch die völlige Zurückziehung des privaten Kapitals vom Wohnungsmarkre zur Folge haben werde. Ausführlich erörterte der Vorsitzende Weck Solingcn die einzelnen Bestimmungen der neuen Verordnung, und ec gelangte zu dem Schluffe, daß eine staatliche Abhilfe noch während der Kciegszeit erforderlich sei, insbesondere müsse das freie Vecfügungsrecht über die Wohnungen nach Möglichkeit bestehen bleiben. Eingaben in diesem Sinne an Bundesrat und Reichstag sowie eine persönliche Vor- stcllung bei dem Generalkommando in Munster, welches die Verordnung erlassen hat. wurden beschlossen. Lit. 8 Nr. 52 und 75 mit je 500 Mk. Lit. C. Nr. 18, 23, 36 und 58 mit je 200 Mk. Rückzahlung erfolgt am 1. Oktober l. I. bei der Gemeindekasse dahier und dem Bankhause 3. Grünewald in Gießen und hört an diesem Tage die Verzinsung auf Rockenberg, den 1. 3uli 1918. Großh. Bürgermeisterei Rockenberg W ettn er. 4 Verantwortlich: Albin Klein in Gießen. Kirchliche Anzeigen. Sonntag den 7. Juli (6. nach Trinitatis). In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Matthäusgemeinde. Pfarrasststent Liz. Reuning. — Vormittags 9*/, Uhr: Pfarrer Schwabe. — Vormittags 11 Uhr: Kinderktrche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. In der Johannesktrche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonstcmterten aus der Lukasgemctnde. Pfarrer Bechtolsheimer. — Vormittags 9ff, Uhr: Pfarrer Ausfeld. — Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche kür die Johonnesgemeinde. Pfarrer Ausfeld. — Abends 8 Uhr: Bibelbesprechung im Johonnessaol — Mittwoch den 10 Juli, abends 8 Uhr: KriegSbet- stunde. Pfarrer Bechtolsheimer. Kittlose Tröbbeei-fenffer D. R. G. M. aus Kiefer- und Eichenholz, jedes Quantum sofort lieferbar. Südd. Dachfensterfabrik Inh. Karl Bilz, Landau, Pfalz. Prima Heidebesen 30 Pfg., bei 100 Stück 28 Pfg. Birkenbesen 50 Pfg., bei 100 Stck. 45 Pfg. Versand von 25 Stck. an. Piasava-Ersatz-Besen D. R. G. M. ä Stck. 3,00 Mk. 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