(Neueste Nachrichten) Bezugspreis 60 pfg. monatlich (Giesteuer Tageklstt) Knzrigenpreis 20 pfg. vierteljährlich 1,80Mk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Ab geholt in unserer Expedition oder in den Zweig- auSgabestellen vierteljährlich 1,50 Mk. — Erscheint Mittwochs und Samstags. — Redaktionsschluh früh 8 Uhr. — Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Expedition: Südaniage 21 die 44 mm breite Petitzeile, für Auswärts 30 Pfg. Die 90 mm breite Reklanie-Zeile 73 Pfennig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechne:. Rabatt kommt bei Ueberfchreitung des Zahlung-. zteleS (30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der „Oiesteuer Zeitung", Giesten. Druck der Giestcncr Verlagödruckerei, Albin Mein. Nr. 36. Telephon Nr. 362. Mittwoch, dm 26. Juni 1918. Telephon Nr. 363. 31. Jahrg. Im ganzen 56666 Italiener seit 15. Jmü gesangsn. Im Mai 614066 Br.-R-T. und Mt KriegsSegimr 17736666 Br.-R.-T. versenkt. 23066 u. 16566 u. 17566 Br.-R.-T. znsKWmen 57006 Br.-N,-T. Versenkt. Zur mtlliärllcben Hage im Arsten und Südwrflen. * Zürich, 22. Juni. Von der italienischen Grenze wird geschrieben, daß zwischen Frankreich und Italien ununterbrochen Truppenzüge rollen. * Zürich, 22. Juni. Aus Anziigen in den Mailänder Blättern geht hervor, daß die Mehrzahl der größeren Banken in Venedig ihre Büros nach Mailand und Padua verlegt hat. Auch ein Teil der Ztvilbehöcden soll aus Venedig fortgrschafft worden sein. * Bern, 23. Juni. Hier verlautet zuverlässig, daß der italienische Ministeipräfident in Paris eingetrofftn ist, um über die Notwendigkeit, Italien sofort beizuspringen, vorstellig zu werden. ES hat große Bestürzung in Rom hervorgerufen, als bekannt wurde, daß Frankreich und England außerstande wären, in diesem Augrnbl'ck neue Verstärkungen an Italien abzugrben. Jlmtlicbt «Kutsche Cageibericbte. Berlin, 21. Juni. Eines unserer U-Boote. Kommandant Kapitänleutnant Marschall, versenkte im Sperrgebiet des Mittelmeeres auf 15 tägiger Unternehmung 7 Dampfer von rund 23 OVO Bruttoregistertonnen. Alle Dampfer waren außerordentlich wertvoll. Die Ladungen bestanden aus Baumwolle, Benzin, Oel und Stückgut. Der Chef des Admiralstabes der Marine. » wtb. Großes Hauptquartier, 22. Juni 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Zwischen Arras und Albert dauerten die heftigen Teilvorstöße des Feindes gestern bis zum Morgen an. Sie endeten mit vollem Mißerfolg für den Gegner. Beiderseits der Scarpe, bet Boirh-Becquerelle, Hebuterne, Hamel, und dem Walde von Aveluy wurden starke englische Abteilungen, teilweise in erbittertem Nahkampf, zurückgeschlagen. Auch an der übrigen Front trieb der Engländer mehrfach vergeblich Erkundungen vor. Bei Abwehr des Feindes und bei eigenen Vorstößen südlich der Somme machten wir Gefangene. — Feindliche Fliegerangriffe auf Brügge fügten der Bevölkerung Ver- luste zu. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Südwestlich von Noyon wiederholte der Feind mit stärkeren Abteilungen seine vergeblichen Angriffe südlich von Vandelicomt. Zwischen Maas und Marne lebhafte Tätigkeit des Feindes. Mehrfach angesetzte Erkundungsvorstöße der Franzosen blieben erfolglos. Teilanguffe der Franzosen und Amerikaner nordwestlich von Chateau Thieriy wurden blutig abgewiesen. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. ■ » Berlin, 22. Juni, abends. Von den Kampffronten nichts Neues. O Berlin, 22. Juni. Im Monat Mat sind insgesamt 614 000 Br. R.-T. des süc unsere Feinde nutzbaren Handelsschiffsraumes vernichtet worden. Der ihnen zur Verfügung gehende Welthandelsschiffsraum ist somit allein durch kciegerische Maßnahmen seit Kriegsbeginn um rund 17730 000 Brt.-N.-T. verringert worden. Hiervon sind rund 10828000 Bc.-Reg.-T. allein Verluste der englischen Hande'Sflotte. Nach den inzwischen gemachten Feststellungen sind im Monat April außer den seinerzeit bekannt gegebenen Verlusten feindlicher oder im Dienste unserer Gegner fahrender Handelsschiffe noch wettere Sch'.ffe von rund 56000 Brt.-N. T. durch kriegerische Maßnahmen schwer beschädigt in die feind« liehen Häfen eingebracht worden. Der Chef des Admiralstabes der Marine. » wtb. Großes Hauptquartier, 23. Juni 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Beiderseits der Somme hielt die rege Tätigkeit des Feindes an. Ein nächtlicher Angriff der Engländer bei Mor.lancourt, zwischen Ancce und Somme, brach in unserem Feuer zusammen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Französische Tetlangriffe südöstlich von Mny wurden abgcwicsen — Südwestlich von Reims machten wir bü kurzem Jnfantcriegcfecht mit Italienern 36 Gefangene. Leutnant Löwenhacdt errang seinen 28. Luftsieg. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. » Berlin, 23. Juni, cb n S Von den Kampffronten nichts Neues. » Berlin, 23. Juni. In den letzten Tagen fanden wiederholt Flugzeugangriffe gegen Brügge, Ostende und Zeebrügge patt. Hierbei wurde von feindlichen Fliegern unter Mißachtung der völkerrechtlichen Abmachungen auch das Hospital von Ostende angeg'.iffen und getroffen. In Brügge wurden 5 Einwohner getötet und 11 verletzt. Ein mtlltäcischer Schaden ist nicht entstanden. Mehrere feindliche Flieger wurden abgcschoffen. Leutnant zur See Sachsenberg, der Führer unserer dortigen Marine- jagdflteger, errang seinen 15. Lustsieg. Der Chef des Admiralstabcs der Marine. 9 23eclin, 23. Juni. Neue U-Bootserfolge im Sperrgebiet um England: 16500 Brt. Zwei Dampfer wurden an der Ostküfte Englands aus einem stark gesicherten Gelettzuge herausgeschoffen. Der Chef des Admiralstabes der Marine. wtb. Großes Hauptquartier, 24. Juni 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Die Lage ist unverändert. An der Ancre und Avre blieb die Gefcchtstäiigktii tagsüber gesteigert. Am Abend lebte sie auch in anderen Abschnitten der Kampffront auf. Während der Nacht rege Eckundungstätigkeit. Oest- bch von Badonvillers drangen Stl rmtrupps in amecika- nijch-französische Gräben ein, fügten dem Feinde schwere Verluste zu und brachten 40 Gefangene zurück. Leutnant Übet errang seinen 31. und 32., Oberleutnant Göhring seinen 20. und 21. Luftsieg. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. «* Berltn, 24. Juni, abends. Von den Kampffronten nichts Neues. 9 Berlin, 24 Juni. Unsere U-Boote haben auf dem nördlichen Kriegsschauplätze vorwiegend im Kanal wiederum 17500 Bc.-Reg.To. feindlichen Handelsschiffs- raumes versenkt. Der Chef des Admiralstabes der Marine. >» wtb. Großes Hauptquartier, 25. Juni 1918. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Das tagsüber mäßige Artilleriefcuec wurde am Abend in einzelnen Abschnitten lebhafter. Die Erkundungstätigkeit blieb rege. Südlich der Scarpe und auf dem westlichen Avre Ufer machten wir Gefangene. Heeresgruppe deutscher Kronprinz. Nach starker Feuerwirkung griff der Feind mit mehreren Kompagnien auf dem Nordufer der Aisne an. Im Gegenstoß wunde der Angriff abgewiesen. Heeresgruppe Herzog Al brecht. Die Zahl der gestern früh von brandlnburgischer und thüringischer Landwehr östlich von Badonvillers etngebrachten gefangenen Amerikaner und Franzosen hat sich auf mehr als 60 erhöht. Leutnant Btllik errang seinen 20. Luftsieg. Der Erste Gencralquartiermcistcr: Ludendorsf. 9 Beclin, 25. Juni, abends. Von den Kampffronten nichts Neues. Oenemlcbifcbe kttslge. Wien, 22. Juni. Die Kämpfe an der Piave haben gestern an H. ftiqkeit abaenommen. — Der Feind verlor zwischen dem 15. und 25. d. Mts. durch unsere Flieger und durch Abwehr von der Erde aus 42 Flugzeuge. Außerdem büßte er 4 Fesselballone ein. Die Zahl der Gefangenen ist aus 40060 gestiegen. Unter diesen befanden sich auch einige tschccho slowakische Legionäre, die sofort der durch die KciegSgesetz- vorge. schenen standrechtlichen Behandlung zugeführt wurden. Der Chef des Generalstabes. 9 Wien, 24 Juni. Die durch Hochwasser und WitterungSunbill entstandene Loge veranlagte uns, den Mootello und einige Abschnitte anderer, auf dem rechten Piavcufec erkämpften Stellungen zu räumen Der hierzu schon vor 4 Tagen erteilte Befehl wurde trotz der mit dem Wechsel verbundenen Schwierigkeiten so durchgeführt, daß dem Gegner unsere Bewegungen völlig verborgen geblieben sind. Mehrere der bereits geräumten Linien waren gestern tföS Ziel starker italienischer Geschützwirkung, die sich stellenweise bis zum Trommelfeuer steigerte. Auch feindliche Infanterie ging gegen die von uns verlassenen Gräben zum Angriff vor. Sie wurde durch unsere Fecnbatterien zurückgetrieben. Der Chef des Gencralstabcs. 9 - Wien, 25. Juni. Gestern war die GebirgSfcont zwischen Asiago und der Piave wieder der Schauplatz heftiger Kämpfe. Der Feind bot alles auf, um die am 15. Juni verlorenen Höhenstellungen zurückzuerobecn. Auf dem Monte de Val Bella, Co! de! Roffo, Asolone, Solarolo und Monte Pertica wurde erbittert gerungen. Die Italiener wurden überall, an mehreren Stellen durch Gegenstöße zurückgeworfen. Im Montellogebiet und südlich davon fi.'l der Feind mit Patrouillen gegen die.Piave vor. Im Raume von San Dona hatten die den Ufer- wcchsel unserer Divisionen sichernden Deckungstruppen in den letzten Tagen starke Angriffe abzuwehren. Unsere Bewegungen vermochten auch hier planmäßig und ohne Verlust an Kciegsgerät durchgeführt zu werden. Seit dem 15. Juni büßte der Italiener über 50000 Mann an Gefangenen, darunter etwa 1100 Offiziere, ein. Die Gesanuverluste des Feindes sind bei strengster Schätzung auf 150000 Mann zu berechnen. Der Chef des Generalstsbes. Abzeichen für Verwundete. Die Kriegs-Rentenempfänger erhalten ihr Abzeichen auf Grund der bei der Versorgungsabtcilung des Bezirkökommandos lagernden Akten und brauchen nicht zu erscheinen. Nicht Kriegs Rentenempfänger haben sich bei ihrem zuständigen Bezirksfeldwebel unter Vortage ihrer Militärpapiere behufs Verleihung zur Eintragung in die Lifte der Verwundeten-Abzeichen einzu- finden. Als Verwundung gelten: Alle äußeren odec inneren Verletzungen durch unmittelbare odec mittelbare Einwirkung von Kampfmitteln ohne Rücksicht auf die Schwere der Verletzung. Verletzungen infolge unvorsichtiger oder leichtsinniger Handhabung der eigenen Waffe rechne nicht dazu. Den Verwundungen sind gleichzuachten: Alle sonstigen Gesundheitsbeschädigungcn der Angehörigen im Felde stehender oder vorübergehend außerhalb dcS Kriegs- gcbietes Verwendeter mobiler Verbände, vorausgesetzt, daß diese Gesundheitsbeschädigungen durch die besonderen Gefahren des Kriegsdienstes hervocgerufen oder verschlimmert sind und lediglich aus diesen Gründen die Entlassung auS dem Heeresdienste zur Folge hatten. Mehrfache, bei der gleichen Kampfhandlung erlittene Vewundungen gelten als einmalige Verwundung, esset denn, daß die spätere Verwundung noch erneuter Be- teiligung am Kampf eingctreten ist. Rückfälle derselben Gesundheitsstörung gelten nicht als neue Beschädigung. Das Zeldheer braucht dringend Heu und Stroh! Landwirte helft dem Heere! „Initiative zur Verständigung". Vor der 5. Lesung der Wahlrechtsvorlage. In den ersten Julitagcn wird das preußische Abgeordnetenhaus die 5. Lesung der Wahlrechtsvorlage vornehmen. Die fünftel Und auch das wird nicht die letzte Beratung dieses Gegenstandes sein. Das bisherige Ergebnis der Verhandlungen ist bei der Negierung auf bestimmte Ablehnung gestoßen, und aus den ihr nahestehenden Kreisen heraus ist bei den verschiedensten Gelegenheiten beteuert worden, das 5>aus würde aufgelöst werden ,wenn die Rechte auf ihrem Standpunkt verharre. Unter der Oberfläche hat der Kampf um die zukünftige Gestaltung Preußens an Lebhaftigkeit nichts verloren. Nur kann man sagen, daß diese Verhandlung sich durch neue Gesichtspunkte auszeichnet, die, ob nun für oder gegen das aleiche Wahlrecht, ein weitergehendes Interesse beansprucht, als die Leitartikelauffassung, die man bei den Plenar- verhandlungen gewohnt ist. Von konservativer Seite beschäftigt sich im „Lok.-Anz." jemand mit dem Einflüsse, den das Reich auf dem Wege über die Reichsstaatssekretär-Stimmen im preußischen Ministerium auf Preußens Politik au^- Diese Verbindung, die seit Bestehen des Reiches üblich ist, die von Preußen gewünscht worden ist, hat letzt eine andere Wirkung als früher, und daaeaeu hat der Verfasser des fraglichen Artikels Bedenken: „ konnte allein durch seine überragende Persönlichkeit den notwendigen Einklang zwischen preu- ßrscher und Reichspolitik aufrecht erhalten und die wichtigste Bestimmung der «eichsverfassung, daß Preußen im Reiche die Führung haben soll, zur tatsächlichen Geltung bringen. Unter Bethmanns Nachfolgern ist der Einklang nicht selten mit Hilfe der vom Reichstage mehr oder minder abhängigen R e i ch s st a a t s s e kr e - tare gesucht worden, die als Minister tatsächlich keinerlei Verantwortung vor dem preußischen Landtage haben. Keiner von ihnen ist für seine Amtsführung auf Geldmittel angewiesen, die der preußische ?,Ä^kag zu bewilligen hätte, und die Vorschrift im Abs. 2 des Art 60 der preußischen Verfassung, daß jede Kammer die Gegenwart der Minister verlangen mnn, bietet erfahrungsgemäß keine geeignete handhabe, um auf die Reichsstaatssekretäre dahin einen ^.ruck zu üben, daß sie als solche preußische Politik ererben. So erscheint Preußen kaum mehr als ein selbständiger konstitutioneller Staat. Gegen die Ueber- zeugung der sieben eigentlichen preußischen Minister, deren Gehalter rm preußischen Haushaltspläne stehen, kann die Abgabe der preußischen Bundesratsstimmen ^kichs st aatssekretär minister ent- 'ch?ide"d beeinflußt werden und wird es erfahrungs- m . Q | l 6 c öe . n wichtigsten Fragen. Preußen führt nicht mehr rm Reich, sondern der Reichstag führt Dieser verfassungswidrige Zustand darf E, korwestehen. Darauf müßten die preustischen Kammern selbst das größte Gewicht legen." ml» m"»i"nalliberalen Kreisen rechnet man mit der Auflösung und befürchtet daraus eine Schwächung des nationalliberalen Einflusses, nicht infolge ^'Sener Verluste, sondern infolge starker Rückschläge der Konservativen, tn denen die Nationalliberalen in vielen Fragen — Mittelstand, Beamtentum, Rüstung-Frage». Kulturfragen, Ostmarkenpolitik - eine Stütze su rinben gewohnt sind und in Zukunft zu finden hoffen. Wohl m ziemlicher lieber,chähnng der Wirkungen eines ^„»" Wahlrechts auf die Zusammensetzung des Landtages sucht Dr. Johann Fuchs in den „Deutschen Stimmen den Konservativen klar zu machen, daß sie sich Aon aus dem Gedanken der Selbsterhaltung ans den o .?eS gleichen Wahlrechts stellen müßten. Von dem Leitmotiv ausgehend, daß, wenn auch der Libe- h “ ,8 “ s de" Träger des Fortschritts sei. ein Staat, ' jf "/ch* mehr auf das konservative Kultur- element stützen könne, einem Luftschiff gleiche das ohne Ballast tn öte Lüfte stiege, also verlorer, wäre bedauert er die Selbstisolierung der Konservativen ™ Benannten Frage, die ihnen mehr und mehr auch konservativ empfindende Kreise allgemein cnt- fifWR 6 ’ u.®-f r r nn 1^ gesunde konservative Gedanke Überhaupt stehe au, dem Spiel, sei abgeschnitten von dem Strom der Entwicklung. Bisher habe man z. B. Nationalliberalen in vielen Fragen ‘^ en ^?"de-genosscn der Konservativen er- wwL fön " en -. Ein Zusammengehen beider Parteien so dringlicher, als sich ja gerade die »a- s'^i?"'derale Partei zurzeit bewußt und im übrigen burchaus geschickt den Linksparteien genähert d-n Ä schwacher aber die Konservativen wurden' desto, schwacher müsse einst der Widerstand sein. s»en dm Natlonalliberaleii gegen die »ltrademokrati- fchen Bestrebungen würden aufbringen können." w Sinne wendet sich auch die Täal servat^n V e Nationalliberalen und'Ko n- wrvattven emen Platz beansprucht, an die Rechte. - ö !. c folgen eines endgültigen Kon- wüä?/p «2»"?' auf die zu erwartenden AuS- vnnÄf Etner Wahlagitation hin und will das Kom- lunSasi^gewkrte?°wKn. * e ^" ö ‘ P b tn diesem Augenblick in den Kreisen lünaen"b§t^»-b"gten Parteien Neigung zu Verhand- steht dahln, vermuten läßt sich eine ge- dtese aä,! I 9ämÜ f i8r,it - Dafür aber sind, wie Qn bttftffi geigen zahlreiche andere Kräfte danken d-ute zutage tretenden Ge- n, und manche Leute, die einen Einblick in die parlamentarische Seele haben, wollen die önfftutno auf eine Verständigung noch immer nicht fahren lassem \ bte Gesamtschade»,summe Ostpreußens annähernd 1,4 1 Milliarden Mark erreicht. Von dieser Summe sind bis zum 1. Juni d. I. den Geschädigten 960 Millionen Mark Vorentschädigungen ausgezahlt worden, rDie Zahl der zerstörten Gebäude beträgt nach den letzten Feststellungen 30 287, darunter 19 evangelische Kirchen, 26 Pfarrhäuser, 2 Gemeindehäuser, 240 sonstige kirchliche Gebäude und 132 Volksschulen. Von die- sen sind tn den Jahren 1915, 1916 und 1917 bisher 1< 3.i4 Gebäude wiederhergestellt worden. Die Zahl der bei dem Einfall der Russen Geflüchteten sei auf ettva 400 000 anzunehmen. Der Viehbestand der Provinz hat sich in erfreulicher Weise wieder gehoben. Toch fehlen der Provinz noch immer etwa 88 000 Pferde und 100 000 Milchkühe und Ochsen, etwa der siebente Teil des Friedensbestandes. Aber trotz aller Schäden, besagt der Bericht, hängt die ostpreußische Bevölkerung an ihrer Heimat und ziehe nicht fort, nachdem sie gesehen habe, daß von allen Selten für sie gesorgt werde . Es dürfe jedoch mcht verkannt werden, daß gerade die Bevölkerung Ostpreußens durch die schweren Verluste der aus den zerstörten Gebieten stammenden Truppenteile einen schweren Aderlaß erlitten habe. Für neues Siedler- ra « tC Yii? 1 wüsse gesorgt werden. Das sei aber nur nwgttch wenn Sicherheit dafür geschaffen werde, daß die Wiederkehr der Verhältnisse von 1914 nach menschlichem Ermessen ausgeschlossen sei. Und das könne nur durch Errichtung eines neuen Grenzwalls im Süden der Provinz geschehen. Englische Provokation. „Ansliefcrnng aller deutschen Handels,chiffe." c® ex öom britischen Handelsamt eingesetzte AuS- Av.6' ^ r Vorschläge zum Schutze der englischen Siylffahrt und Schiffbauindustrie für die Zeit nach dem Kriege erstatten sollte, erklärt in seinem soeben veröffentlichten Berichte: ^."^Er halten keine» Frieden für befriedigend, der nicht vom Feinde die Herausgabe von Schiffsraum er- zwingt und drastische Bestrafungen für die Verbrechen de§ Feindes auf See festsetzt. Als FriedenSbedingunqen sollte von den feindlichen Ländern folgendes gefordert werden: . Herausgabe allen feindlichen Schiffsraumes an die Alliierten am Schluß des Krieges aus den Hafen des Feindes oder den neutralen Häfen. w !;i^- r ri^ e L Iuft . aIIer Schiffe, die seit Ausbruch der Feind,eligkeiten in den Häfen der Länder liegen. Oie in den Krieg hineingezogen worden find oder i otc diplomatischen Beziehungen mit dem Feinde ab j gebrochen haben. > 3* Herausgabe allen den Alliierten gehörigen Schiffsraumes der seit Ausbruch der Feindseligkeiten in den Besitz des Feindes gekommen ist. Der auf diese Weise aus den Händen des Feindes übernommene Schiffsraum sollte, soweit möglich, aur Erleichterung der Demobilisation verwendet wer den, und einen Teil des Schiffsraums der Alliierten. ^ den Transport in Anspruch genommen iXm J ür ben Handel freimachen. Sobald die Demo- bilisatlon beendet ist, sollten alle Schiffe des Feindes soweit sie nichts bereits verkauft sind, durch Verstei gerung m den verschiedenen feindlichen Ländern verkauft werden. Der Ertrag wäre als Teil der all- gemeinen Kriegsentschädigung anzusehen, die von den feindlichen Landern gezahlt werden muß. . Versteigerung der feindlichen Schiffe mügte der Meistbietende, wenn er einer alliierten Na- tion angehört, Nachweisen, daß er im Interesse der handelt. Neutrale und Feinde sollen zum Kauf nicht zugelas,en werden. Der Ausschuß er- k ärt werter, es sei wesentlich, daß England sich darauf n 7 a r !wi'fli< n 4 ?r } iährllch nicht weniger bauen " Millionen Netto-Tonnen Handelsschiffraum'zu dre rulgeschwächte Wirksauikeil des 'U-NooLkcleges Man muy dabei noch in Rechnung stellen, daß die'See von Schiffen stark geleert ist. Die ganze Schiffahrt z. B. zwischen den nordischen Staaten und dem Westen umfaßt nur noch die Hälfte der Tonnage wie noch im Jahre 1917, ’ u> 0-u, heutigen Berichte dcZ ^^!.^lstabes ist die Ansnhrung der Tonnage der beschädigten Schiffe. Dieser Punkt ist von nichl ge- ^nger Wichtigkeit, denn die Arbeiten, zu denen die Werkstätten gezwungeii werden, cim die beschädigteir Schlfte wieüerherzustellen, geht ihnen für den Neu- bau von Schiffen verloren. Hungersnot-Gegenrevolution? Rnßlanv will trotz allesem keinen neuen Krieg. Die bolschewiki-offiziöse „Jswestija" wendet sich gelten die Be,trebungen, Rußland ohne Rücksicht ans sei- ön Vorbereitung und auf Abneigung seiner Bevölkerung in einen neuen Krieg zu treiben Regierung-^ ossenbar auf Veranlassung der Leninschen /u diesem Abenteuer hetzen, mögen sich bewußt sein, daß sie bei der Verwirklichung ihrer Plane auf den verzweifelten Widerstand des re- ^u^onaren Rupland stoßen werden. Ein schlechter st für sre sind die Phantasien verräterischer So- zialrsten, die srch ernbilden, die Regierung der Sow- inLhnUi 11 «. ^.J r zu können, indem sie die angebliche Enttauschllng der Massen über die Sowiet- ^6ierung in die Welt hinausposaunen. Die Regierung bleibt unerschütterlich in ihrem Vertrauen. Es werden sich nicht nur Millionen von Arbeitern und Bauern in revolutionäre Legionen verwandeln, um im äußersten Notfall die Sowjetmacht zu verteidigen sondern auch überall werde» die Massen nicht dulden, daß Rußland in einen neuen Krieg mit Deutschland gehetzt wird. li- w'ssen wohl, daß sic selbst, wenn sie ,ich vie Mitarbeit gewisser treuloser Elemente bei ihrem gegen vie Sowjets gerichteten Abenteuer zu sichern wußten, dies nur den Sturm des Bürgerkrieges in ganz Rntzlans zur Folge hätte. Vielleicht ist es zu spat, sie auf die Gefahren des betretenen Weges htn- zuweisen: trotzdem wollen wir am Vorabend cntschei- dender Ereignisse, die der gesamten Geschichte eine neue Richtung geben sollen und tn Voraussicht gewaltiger Katastrophen und des vollkommenen Scheiterns der Anschläge des antigermanischen Bundes voll tie- fer Besorgnis für beide Parteien unseren alten Rat wiederholen: Die einzig gerechte und für beide Teilevorteilhafte Politik ist die, welche die Alliierten dazu führen wird, die Sowjetregierung anzuerkennen dem revolutionären Rußland zu Helsen und es bei der Wiederherstellung seines wirtschaftlichen Apparates zu unterstützen. * Bor der neuen Crrtte soll's kommen. Die Engländer warten auf die Entscheidung in den nächsten Wochen vor der neuen Ernte. Der Hun- Üfr so« die Bolschewiki stürzen. Die „Times" erzählte dieser -Lage, man dürfe die Meldungen über die, schwäche der Bolschewiki gegenüber den'anderen Par- "icht glauben. Aber der Hunger werde die Maffen zur Revolution bringen. Die neue Ernte naht. Die Frage ist nur, mir welcher Beichleunigung sie in die Städte gebracht werden wird. Paris „Ln Erlvartung Ungewöhnliche Ruhe. u Die Kriegsschäden Ostpreußens. Eine traurige Gesamt-Abrechnung. f A^eordnetenhaus ^ JBcrirfit der verstärkten Staatshaushaltskommission über die Beseiti- ^^gsschäden in den vom feindlichen Ein- ^ Landesteilen zugegangen. Dem Bericht her Ir^ • n Hauptsache mit den Kriegsschäden lÄSÄ""" entnehmen ,.|r f«, f . rt ,Ä d “«rwÄ^ Xer «ffflinTr^c n A^ nro h f) I lC ^ inS Ö c ^ Q,nt etwa 13 200. Xer Ge,amtfach»,haden betragt 105*> Millionen Mart w^u noch 350 Millionen Bauschäden kommet so daß ... Die alten Nürnberger waren kluge Leute. Sie hangten keinen, bevor sie ihn hatten . Und weil sie das taten, schwiegen sie, bevor sie die Macht nicht bloß zum Reden, sondern auch zu Taten hatten. Die Engländer aber^reden über ihre künftigen Taten, vielmehr über oie Taten ihrer amerikanischen Freunde, auf die sie h° en Das ist sehr unvorsichtig, wenn es nicht ge- schteht, um ,tch Mut einzureden. Und das ist wohl der Zweck der Hebung gewesen. Die Maibeute: 614000 Tonnen. (Amtlich.) Berlin 22. Juni. Im Monat Mat 014 000 Bruttoregistertonnen des für unsere Feinde nutzbaren Handclsschisföraumes oern ch- rer worden. „ihnen zur Verfügung stehende WelthandelS- fchlfssraum ist somit allem durch kriegerische Maß- nahmen seit Krregsbeginn um rund 17 73 « »«» Brutto- Äff verringert worden. Hiervon sind rund Bruttoreglstertonnen allein Verluste der englischen Handelsslotte. H pachten Feststellungen sind im Nprti außer den seinerzeit schon dckanntge- gebenen Verlusten der feindlichen oder im Dienste unserer Gegner fahrenden Handelsschtsse noch weitere mf't* -,0^ 000 Bruttoregistcrlonnen durch «ionische Maßnahmen schwer beschädigt in feind- ltche Hafen eingebracht worden. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Das Mai-Ergebnis unserer U-Boote kann unsere der^^^laujacken voll befriedigen. Es hält sich auf ß,L^ C ' Me je" r dreiviertcl Jahren ohne große M?°"^ngen eingchalten wurde. Die maßgebenden , nn F^tembec 1917 672 000 Tonnen, Okto- ™ November 607 000 Tonnen, De- aember 702 000, Januar 632 000, Februar 680 000 /Nörz 089 000, April 652 000 Tonnen. Während der beiden letzten Monate war das Wetter auf See so \nhrt Pu *!- ten ,', etn Zustand, der zwar der Schiff- Inr li*, 1 unseren U-Bootführern aber 9 c f allt - da es unseren Gegnern den Kampf erleichtert und die U-Boote zu doppelter Vorsicht n C 8 '1 1 | IWr ! l, u Wenn trotzdem die Erfolge der U-Boote die gleichen geblieben sind, spricht dies für Die Londoner „Times" gibt von Paris und seinem letzigen Leben folgende Darstellung^ .daris bietet fast denselben Anblick wie im Herbst 1914 Es herrscht Stille und Menschenleere in den Straßen, die jetzt mehr an ein schottisches Dorf er- mnern als an die Hauptstadt der lateinischen Rasse. Der Grund leuchtet ein. Man will lieber Vernunft bc- wahren, als sich einem falschen Vertrauen hinqeben Die Regierung bereitet sich auf das Sch lim mste vor. . Es werden daher alle Zivilisten, die nicht mit nützlicher oder notwendiger Arbeit beschäftigt sind aufgefordert, sich an einen andern Ort zu begeben' während noch Zeit und Möglichkeit vorhanden ist und anstatt zu warten, bis plötzlich Panik und Verwirrung entsteht. Tie Errichtung von Ausschüssen zur Erleichterung der Räumung durch die Zivilbevölkerung traf die Optimisten zweifellos als ein Schlag. Aber nach einigem Nachdenken wurde die Pariser Beovikerung augenscheinlich überzeugt, daß diese kluge und rechtzeitige Poraussicht die bestmögliche Sicherheit dafür bildet, daß die Sicherheit der geliebten .«dauptstadt n den bestmöglichen Händen ist. Während es wahr ist. daß eine ungewöhnliche Ruhe in Paris herrscht, ist cs gonz unwahr (!!), daß die Stiminnng gedrückt T' m ^ a 9 e 8 cn herrscht eine ruhige Erwartung und ein Vertrauen zu den Heeren der Alliierten, ein Ver- tranen, das immerhin wächst und nicht durch vernunst- gemage Maßnahmen abgeschwächt wird." Tie letzten Fliegerangriffe. Wie der „Progres de Lyon" mitteilt, verursachte der deutsche Fliegerangriss in der Nacht zum Sonnabend tn Paris außerordentlichen Schaden. Hauptsächlich wurde ein großes Warenhaus schwer heimgesncht. Durch die fortgesetzte Fernbeschietzung wurden ferner ein Spital und eine Volksschule ernstlich beschädigt. * Der linke Flügel der Sozialdemokraten macht lieuerdings wieder entschlossene Versuche tm Sinne des Zritzdenö. Insbesondere betont der Abg. A. Blanc ^u^ulosigkeit des Clemenceauschen Wortes „Falle", mit dem immer wieder jede deutsche Kundgebung zum Frieden bezeichnet werde. „Entweder," sagt un ? cre Diplomaten die Klugheit und Ge- chicklichkeit. diese Falle zil entdecken, wenn sie geteilt ist, oder sie haben diese beiden Eigenschaften nicht, dann soll man sie durch andere ersetzen." Ehar^ Untrer, der frühere Vizepräsident der treaierunaS-' osftziellen) radikal-sozialistischen Partei, der vor eini- 6er Zeit zum Sozialismus übergetreten ist, macht die französischen Reaktionäre dafür verantlvortlich, daß mau heute in der Friedenserörte r u n g noch nicht weiter sei als vor einem Jahre. — Die einzig mögliche .Haltung sei nicht der blinde Krieg, sondern man müsse sagen, daß man immer bereit sei, vom Frieden zu reden und ihn in jedem Augenblicke zu suchen, wenn der Feind einwillige. Jean LongueL spricht sich folgendermaßen aus: „Unsere Regierenden würden ein unsühnbares Verbrechen gegen Vaterland und Menschheit begehen, wenn sie die Gelegenheit, ein Ende zu machen, Vorbeigehen ließen." Allgemeine Kriegsnachrichten. Ein päpstliches Weißbuch. Wie die italienischen Blätter melden, steht die Veröffentlichung eines päpstlichen Weißbuches bevor, das über das Werk des Heiligen Stuhles im Weltkriege an Hand von Dokumenten Aufschluß erteilen werde. Wilson und „sein" Volk. Er geht aus, läßt sich hören, läßt sich beklatschen, aber ein Heer von Polizisten muß ihn gegen „sein" Volk beschützen. Die ihm nicht übermäßig wohlgesinnte „Newyork Times" gibt über die Ankunft Wilsons in Newyork zur Eröffnung des großen Reklamefeldzuges für das Rote Kreuz folgende Schilderung: Der Bahnhof war von einem großen Aufgebot von Schutzmännern und Detektiven bewacht. Draußen begrüßte ihn eine vieltausendköpfige Menge mit dröhnenden Zurufen, „die die Bahnhofshalle erschütterten". Vom Hotel Waldorf-Astoria aus unternahmen der Präsident und seine Begleiter nachmittags eine Antomobilfahrt. voran zwei Schutzleute auf Motor rädern, um das Wilsvnsche Automobil herum dre vollbesetzte Autos mit Detektiven und Sicherheitsmannschaften. Nach dem Diner im Hause des Obersten House fuhr Wilson in ein Theater. Im Zuschauerraume saßen fünfzig Detektive in Zivil, unter das Publikum verteilt: außerdem waren sämtliche Zugänge des Theaters von dreißig uniformierten Wachmannschaften besetzt. Auf der Bühne produzierte sich n. a. ein Verwandlungskünstler, der historische amerikanische Persönlichkeiten, wie Lincoln und Grant mimisch darstellte. Als er sich als „Präsident Wilson' vor dem Publikum präsentierte, brach tobender Beifall aus. Wilssn erhob sich in seiner Loge und bielt folgende kleine Rede: „Meine Damen und Herren, ich glaube, daß Sie in einem kleinen Irrtum besangen sind. Sie meinen, den Präsidenten der Vereinigten Staaten in mir zu sehen. Das stimmt nicht ganz. Was Sre hier in mir sehen, ist ein adgeardeiteier Mann der sich amüsiert." Ncbcrraschte Empörung über die Oesterreicher. Die englischen Frontberichterstatter in Italien melden, daß die Lesterreicher mehrere tausend Geschütze leichten und schweren Kalibers in Tätigkeit hätten. Die österreichischen Truppen gingen mit unvergleich- lichem Elan vor, und sie würden überall von einem Ueberfluß von Kriegsmaterial unterstützt. Sie haben Befehle, um jeden Preis vorzudringen, und sie bemühen sich auch, diesen Befehlen nachzukommen, denn sie hätten die ihnen gesteckten Ziele bei weitem noch nicht erreicht. — Bemerkenswert sei auch, daß die gefangenen Lesterreicher keinerlei Anzeichen einer schlechten Ernährung zeigen. * * * Kleine KriegSnachrichten. " Wilson hat alle Vieh- und Schlachthöfe in den Vereinigten Staaten unter die Aufsicht der Bundesbehörden . gestellt. Die von der chinesischen Regierung beschlagnahmten feindlichen Schiffe wurden zur Verfügung der Entente gestellt. Frankreich erhielt eines, England und Amerika je zwei Schiffe. Politische Nrmdschau» — Minister des Innern Dr. DrewS besuchte am Sonnabend die Schaustätte desFilmbrand-Unglückes in Berlin. . — Zum Vorsitzenden der Polen-Fraktion des Reichstages wurde der Abg. Seyda gewählt, zu seinem Stellvertreter der Abg. Laszewski. * :: Steuer-Gerichtshof für das Deutsche Reich. Der Hauptausschuß des Reichstages nahm heute eine Ent fchlreßung an, die die Errichtung eines Steuer-Ge- rrchtshofes für das Deutsche Reich verlangt. :: Tie Besteuerung vcr Luxusgegenstände wurde, nachdem em Unterausschuß den Gegenstand erneut durchberaten hatte, im .Hauptausschuß 'des Reichstages endgültrg für die Entscheidung in der Vollversammlung des Reiches bereitgestellt. Die lange Reihe der Lur.usgegenstande vom Edelmetall bis zum Pelzwerk war noch einmal durchgearbeitet worden. Einige Nachklange dieser Aussprache kehrten dieses Mal wieder. So verlangte ein Zenttumsredner, daß alle Teppiche be- steuert werden sollen, daß Gegenstände für den kirchlichen Gebrauch frei bleiben sollen. Ein Sozialdemo- wollte Gold für Heilzwecke (Zahnärzte) freige- stellt wissen, ein süddeutscher Nationalliberaler Taschenuhren mit nlbernem Gehäuse. Tie drei ersten Anträge wurden angenommen, alle anderen zurückae- zogen. 0 u :: Ncbcr unsere Ernähr« ngsanssichLcn hat sich im Ernahrungsausschusse des Reichstages der Untcrstaats- lekretär im Kriegsernährungsamt Dr. Müller aus- Uprochen: „Die Rückerstattung aus der österreichischen Getreideernte wird voraussichtlich bald erfolgen können, weil ja die Ernte dort in einigen Tagen erfolgt. Die Verkürzung unserer Brotrate hat mit den österreichischen Ernährungsschwierigkeitcn nichts zu tun. Eine Vermehrung unserer Fleischrate ist im gegenwärtigen Augenblick leider nicht möglich. Andererseits soll eine Verkürzung der Fleischrate bis zur Versorgung aus der neuen Ernte vermieden werden. Darüber, ob nach dem Beginn der neuen Ernte und der dann wieder gegebenen vollen Brotrate und reichlicheren Belieferung mit Kartoffeln, Gemüse und anderen Lebensmitteln die Flerschrate vorübergehend gekürzt werden oder ob fleischlose Wochen für einzelne Teile » der Bevölkerung oder für die Gesauttbepölketung eilige- führt werden sollen, wird zurzeit beraten. :: Beschränkung vor fürstlichen Portofrciheit. Wie verlautet, haben sich die verbündeten Regierungen entschlossen, den im Reichstag mehrfach, noch zuletzt bei der Beratung der Steuervorlage im Hanptausschuß geäußerten Wünschen zu entsprechen und die noch bestehende Portofreiheit voii Angehörigen der deutschen Fürstenhäuser weiter einzuschränken. Ein Gesetzentwurf hierüber befindet sich in der Ausarbeitung Es ist aber ungewiß, ob er noch in diesem Tagunqsab- schnitt dem Reichstag zugehen wird. :: Zum Fall Scheidemantel. Der von dem Reichs- tag eingesetzte Unterausschuß zur Prüfung der Kriegsgesellschaften hat zum Referenten für den Krieqsans- schuß für pflanzliche und tierische O c l e und Fette den Abg. Hoch bestellt. Herrn Hoch wird alles Material zur Beurteilung der in der Presse angeregten Fragen vorgelegt werden, so daß er in der Lage sein wird, dem Reichstage darüber zu berichten. :: Tie Regierung gegen territoriale Arllcitskam- ,^ cr Neichstagsansschuß für die Beratung des Arbeitskammergesetzes setzte am Freitag seine Verhandlungen fort. Zu Beginn der Sitzung ließ die Regierung nochmals versichern, daß die Reichsregierung dem Gesetz nur zilstinlmen könne, wenn es sich auf einer fachlichen Gestaltung der Arbeitskammern aufbaut Die Negierung könnte höchstens für den Antrag ^.rimborn (Fachkammern nach Bedürfnis und gemein- saure Bezirkskammern im übrigen) im Bundesrat cin- treten, da ihr an dem Zustandekonrmen des Gesetzes viel liege. Nach längerer eingehender Aussprache ergab sich ein neuer Eintrag Dr. Hitze (Ztr.). Danach sollen, soweit „nach dem Stande der gewerblichen Entwicklung" ein Bedürfnis vorliegt, für einzelne oder mehrere verwandte Gerverbezweige oder für bestimmte "Arten von Betriebeii besondere Arbeitskammern mit entsprechenden Arbeitnehnier-Abteilungen auf fachlicher Grundlage errichtet werden können. Darüber wird das nächste Mal beraten werden. ::Rationc:ttibcrarc und Auswärtiges Amt. Nach der „Köln. Zeitung" stellt die nationulliberale Fraktion zum Etat des Auswärtigen Amtes den Antrag. den Reichskanzler zu ersuchen, baldmöglichst einen Aus- schiiß zur Prüfung der Frage einer organischen Reform des Auswärtigen Amtes einzusetzen, in dem außer Mitgliedern des Bundesrates und des Reichstages und Vertreters des Generalstabes und Admiralstabes insbesondere auch Vertreter des am überseeischen Handel beteiligten Kaufmannsstandes und der deutschen Exportindustrie zu berufen wären. :: Eine gesetzliche Begrenzung des Wortes „Fahnen fl ncht" hat der ReichstagSansschuß für die neuen militärischen Gesetzentwürfe beschlossen. Vom Zentrum wurde angeführt, daß nach einer Entscheidung des Reichsmilitärgerichtes Fahnenflucht sogar schon in einer eigenmächtigen Entfernung von der Truppe erblickt wird, die in der Absicht begangen ist, bei einem anderen Truppenteil des deutschen .leeres oder bei der Marine zu dienen. Der Ausschuß beschloß einstimmig, dem 8 69 MStGB. folgende Fassung zn geben: ..Wer sich einer unerlaubten Entfernung (§§ '04, 6ö. ü8) in der A bsicht schuldig macht, sich der gesetzlichen oder der von ihm übernommenen Verpflichtung zum Dienst dauernd zu entziehen, ist wegen Fahnenflucht zn bestrafen." Weiter wurde bei zwei Stimmenthaltungen nach einem Anträge des Zentrums beschlossen, den '§ 34 des MStGB. wie folgt zu nnldern: „Wer wegen Fahnenflucht zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wird, kann gleichzeitig in die zweite Klasse des Soldatenstandes versetzt werden." Bisher war die Versetzung in die zweite Klasse des Soldatenstandes zwingende Vorschrift. Di e /efzfe P<3/-rof7& Aus aller Welt .. ^ Einlösungsfrift für Zweimarkstücke. Von zu- tandlger Seite wird nochmals in letzter Stunde darauf aufmerksam gemacht, daß die Feist zur Einlösung der vom 1. Januar 1918 ab nicht mehr als gesetzliches Zahlungsmittel geltenden Z;i-eimarkstücke bei den RerchS- und Landeskassen am 1. Juli 1918 ablänft. A Schutz der Felder. Fortgesetzt wird über die Schäden Klage geführt, die beim Pflücken von Feldblumen auf Aeckern und Wiesen angerichtet werden. Es wird amtlidj darauf hingewiesen, daß nach $ 368 Nr. 9 des Reichsstrafgesetzbuckeö sich jeder strafbar macht, der unbefugt vor beendeter Ernte über Wiesen oder bestellte Aecker geht ustv. Durch die Entnahme von Feldblumen gehen nicht unbeträchtliche Futtermittel verloren. Biel größer aber sind die Verluste, die der Ernte durch Zertreten der Pflanzen hierbei zugefugt werden. In der jetzigen Zeit, wo alle Futtermittel dringend gebraucht werden, müssen Schädigungen dieser Art unter allen Umständen vermieden werden. A Verwertung angesäuertcr Milch im Haushalt. ^n der jetzigen heißen Jahreszeit ist es zumal infolge der verminderten Befördernngsmöglichkeiten nicht immer zu vermeiden, daß die Bezugsberechtigten Milch rn angesäuertem Zustande erhalten. Da saure Milch ern ebenso wertvolles Nahrungsmittel darstellt wie süße Milch, so ist ihre restlose Verwertung im Haushalte rn der Kriegszeit von besoiiderer Bedeutung. Vielfach wird angcsäuerte Milch von den Hausfrauen zur Bereitung von Käsequark benutzt, jedoch gehen hierbei rie in den Molken verbleibenden wertvollen Nährstoffe, besonders der Milchzucker, verloren. Dies kann leicht vermieden werden, wenn das Zusammengehen der angesäuerten Milch beim Kochen durch einen geringen Mehlznsatz verhindert wird. Für 1 Liter Milch verwendet man einen Eßlöffel voll Mehl. Das Mehl wird mit wenig ungekochter Milch in einer Tasse glatt gerührt und alsdann der anderen Milch zugefetzt, die nunmehr unter ständigem kräftigem Umrühren zum Kochen erhitzt wird. Durch das ständige Quirlen wird das Zusammenballen und die Abscheidung des Käsestoffes in größeren Klumpen verhindert, und man erhält eine Milch, die, ähnlich wie Buttermilch, das Milcheiweiß in feinslockigem Zustande enthält und nicht nur ein wohlschmeckendes Getränk darstellt, sondern auch in Suppenform genossen werden kann, ohne daß irgendwelche Nährstoffe verloren gehen. Insbesondere ist die so zubereitete Milch auch für die Kinderernährung gut geeignet. . ** Der falsche Prinz. In Weinheim an der Bergstraße wurde ein Schwindler in Leutnantsuniform, geschmückt mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse, verhaftet. Es handelt sich um den fahnenflüchtigen Gefreiten Wenzel aus Paderborn, der vor drei Monaten geflüchtet war. Seitdem verübte er in süddeutschen Großstädten allerhand Betrügereien. Immer war er von einem Schwarm junger „Damen" umgeben, die er dadurch anlockte, daß er sich als „Prinz Oskar" ausgab. Aus die Frage nach dem Zwecke seines Aufenthaltes antwortete er geheimnisvoll, daß ihn sein Vater hergeschickt habe, um auszusorschen, ob Weinheim genügend mit Lebensmitteln versehen sei. Dieses Märchen wurde von den „Damen" als bare Münze ausgenommen, und sogar noch nach der erfolgten Verhaftung des Schwindlers erschienen junge Mädchen in dem Hotel, um sich angelegentlich nach dem Aufenthalte „Seiner Hoheit" zu erkundigen. ** Beim Ittdiancrspiclcn aufgehängt. Mehrere Kölner Jungen vertrieben sich die Zeit mit Jndianer- spielen: dabei wurde ein elfjähriger Junge zum Tode „verurteilt". Man legte ihm zn diesem Zwecke einen Strick uni den Hals und hängte ihn auf. Als man ihn nicht wieder befreien konnte und merkte, welch Unheil mau ungerichtet hatte, wurden die Feuerwehr und ein Arzt herbeigeholt. Der Junge wurde ans der Schlmge befreit: aber leider waren die Wiederbelebungsversuche mit dem Sauerstoffapparat erfolglos, er war tot. ** Herabsetzung der Karloffclration. Weil mehrere Städte im Regierungsbezirk Düsseldorf mit Kartoffel- vorräten knapp sind, ordnete die Regierung der Gleichmäßigkeit halber eine vorübergehende Herabsetzung der Kartoffelration auf fünf Pfund wöchentlich an. ** Gute reiche Partie. Prinz Christoph von Griechenland, der dreißigjährige jüngere Bruder des Königs Konstantin, soll sich, wie ausländische Blätter mit- ttllen, in der Schweiz in aller Stille mit einer reichen amerikanischen Witwe, Mss. Leeds, verheiratet haben. Ter frühere Gatte der neuen Prinzessin war Direktor der Rock-Jslandbahn und Metallindustrieller. Nach der Scheidung von seiner ersten Frau verheiratete er sich mit einer Richmonder Schönheit, Miß Lonme May Steward. Als Leeds im Jahre 1908 rn Paris starb, hinterließ er ein Vermögen, das auf 40 Millionen Dollars geschätzt wurde, und das, abgesehen von einem Legat für seinen Sohn aus erster Ehe ferner Witwe ungekürzt zufiel. Unter anderem soll Frau Leeds einen prachtvollen Landsitz in Hamp- stead ber London erworben haben und ein Perlenhalsband im Werte von etwa 800 000 Mark besitzen Kein Wunder, daß sie zahlreiche Bewerber hatte, unter denen auch Fürst Talleyrand-Perigord genannt wurde. Gerichtssaal. TA '± Todesurteil wegen Toppclmord. Die 19 Jahre alte Katharina Heutz aus Karten bei Aachen, die dort ^nd des 28. Februar d. I. den Pfarrer Theodor Fischer und dessen Haushälterin durch Axthiebe und ^urchjchnerden des Halses ermordete, wurde wegen Doppelmordes zweimal zum Tode verurteilt. Das Urteil nahm sie anscheinend gleichgültig auf. Sie verübte dre Tat, weil der Pfarrer ihr aufgetragen hatte, sie joltte ihrem Vater gestehen, daß sie anonyme Briefe geschrieben hatte. ± „Möve"-Geheimnisse verraten. Der Vereinigte und 3. Strafsenat des Reichsgerichts verurteilte den 24iährigen Maschinenschlosser Max Messing aus Bocholt wegen Verrats militärischer Geheimnisse und versuchten Landesverrats zu drei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust unter Anrechnung von einem Jahr der erlittenen Untersuchungshaft.' Der Angeklagte hatte Gelegenheit, von Mannschaften der „Move", welche die berühmte Fahrt des Schiffes mitgemacht hatten, verschiedenes, was im Interesse der Landesverteidigung unbedingt geheim zu halten war, ,owie Näheres über die zukünftige Bestimmung der „Move zu erfahren. Die so erworbenen Kenntnisse hat er nach seiner Entlassung vom Militärdienst in Holland an den Agenten eines feindlichen Spionagebureaus verraten. Da der Angeklagte für geistig nicht ganz vollwertig erklärt wurde/ wurde tue Sache vom Gericht milde angesehen. Aus 5 tM mA Cand. * Znr Tageslänge. Der Sommermonat bringt uns die Höhe des Jahres, wenn am 22. Juni die Sonne auf ihrem scheinbaren Laufe durch die Tierkreis- bilder die „Zwillinge- erreicht und in das Zeichen des Krebses eintritt. Durchschnittlich 16*/* Stunden währt der Tag. Die Sonne geht nach drr Sommerzeit um 4 3 /* Uhr auf und um 9 1 / 4 Uhr unter. Diese Zeitpunkte bleiben dann den ganzen Monat hindurch zimlich unv?r. ändert. Preise für Getreide. Um der Landwirtschaft einen auskömmlichen Gewinn zu lassen, erhöhte der Bundesrat die Preise um 35 Mk. für die Tonne Weizen und Roggrn. und um 30 Mk für die Tonne Hafer und Gerste. Sie macht bri Weizen 12 Prozent, bei Roggen 13 Prozent, bei Gerste und Hafer 11 Prozent des bisherigen Preises aus. Die Frühdruschprämie beträgt für die Tonne Roggen, Weizen und Gerste, wenn die Ablieferung erfolgt vor dem 16 Juli 1918: 120 Mk., vor dem 1. August 1O0 Mk., vor dem 16. August 80 Mk., vor dem 1. Sept. 60 Mk., vor dem 16. September 40 Mk. vor dem 1. Okt. 20 Mk. * Krrrtrier. Vielen Landwirten ist es noch unbekannt, daß zur Veräußerung von Bcuteiern die Erlaubnis des Kommunalverbandes notwendig ist und daß die Abgabe und der Erwerb von Bruteiern nur auf grund eines Bezugscheines erfolgen darf. Die Ausstellung dcS Bezugscheines erfolgt auf Antrag des Käufers kostenlos durch die Groß. Bürgermeisterei seines Wohnorts. • * Kriegerkameradschaft „Hassta" mtfr neue Kriegervcrcine. Uebec die Jahresversammlung der Kciegerkamerudschaft „Hassta" lesen wir folgenden Bericht: In Tarwstadt im Fürstcnsaale hielt tn der Mitgliederversammlung der Kriegskameradschaft „Has sia" Medizinalst Dc. Vogt einen Vortrag über die Frage der Zukunft der Vereine nach dem Kriege. Ec wies auf die Bestrebungen hin, die von verschiedenen Seiten ins Leben gerufen worden sind, um die Teilnehmer an dem jetzigen Weltkrieg von den Knegervei, einen abzuziehen und sie zu eigenen Verbänden zusam- menzuschlteßen. Ec führte aus, das solche Neugründun gen nicht bloß überflüssig seien, sondern auch kostspielig sind, während die bestehenden Vereine bereits eine fer- uggeschlosskne Organisation mit Wohltätigkeitseincich- tungen und Vermögen darstellten, in welchem das alles schon vorhanden sei, was die geplante Neugründung zu schaffen erst beabsichtigt. Die Krtcgerverbän seien jetzt im Begriffe, den Reichskciegerdank ins Leb zu rufen, daß für alle Kliegsgeschädigten ohne Rück it darauf ob sie Mitglidec eines Vereins sind oder n-cht, die mit ihren Ansprüchen nicht unter die Nationaistlstung oder den Reichsausschuß für Kriegsbeschädigte fallen, gesorgt werden soll. Die Kriegervereine hätten allezeit sich die Unterstüzung und Förderung der notleidenden Kamera- den zur Aufgabe gemacht, und sie würden sich in dieser Bestrebung auch nicht irremachen lassen, und die kameradschaftliche Fürsorge für alle Feldgrauen, ob Kriegsbeschädigte oder Kriegsgeschädigte, nicht aus der Hand nehmen lassen. Der Redner untc» &jettete dann der Versammlung fünf Anträge, die in Uebereinstimmung sind m,t den Beschlüssen dcS Kyffhäuserbundes, die einstimmig angenommen wurden. Main;. In Mainz fand eine Versteigerung von Weinen der großherzoglich hessischen Weinbaudomäne statt, die für Nackenheimec Rotenberg Auslese einen Ri kocd- preis erzielte. Von diesem Wein wurden 325 Liter mit 51800 Mk. gezahlt; die Flasche kostet demnach im Einkauf etwa 120 Mk. Frankfurt a. M Der Gesamterlös aus der Ein richtung des Westmlnster-Hotels ergab bei einem Neu preis von 70 000Mk. 220 000 Mk., also mehr als das Dreifache des Anschaffungswectes. Die Zimmer des Hotels Schwan erbrachten bei einem durchschnittlichen Neuprcis von 2100 Mk. über 3700 bis 3800 Mk. für das Zimmer. Limburg. Die Heuernte hat in vielen Gemarkungen begonnenen. Der Ertrag entspricht etwa einer guten Mittelecnte. Das Getreide steht auch günstig, besonders der Roggen, dessen Blüte recht gut verlief. Zum Glück hat sich nunmehr auch der langersehnte Regen eingestellt. Hamburg. In Altona traf „versehentlich" ein Waggon mit Weizenmehl ein, der, wie sich später heraus stellte, für eine Keksfabrik außerhalb Hamburgs bestimmt war. Die weiteren Feststellungen ergaben, daß 5 Personen, behilflich gewesen waren, den Waggon Weizenmehl, der von einem Schleichhandel herrührte, zu verschieben. Sie wurden verhaftet. Neue Sucher * Karl Lamprecht, Kindheitscrinncruttgen. Mit 11 Bildern Verlag Friedrich Andreas Perthes A.-G. Gorha. Preis Mk. 3.— Ten Rektoratserinnerungen, die Karl Lamprechts Namen von neuem in weiteste Kreise trugen, folgt jetzt das erste Stuck seiner- autobiographischen Aufzeichnungen, die „Kindheitserinnerungen", die von den Töchtern des Verstorbenen herausgegeben werden. Zeigten die Nekroralserinnerungen Lamprecht auf der Höhe seines Schaffens, nach allen Seiten hin kämpfend und sein Arbeitsfeld erweiternd, so haben die Kindheitser-nnerungen eine andere Melodie. Tief taucht hier der große Historiker noch eimnal hinab m den Zauber seines Elternhauses, des Pfarrhauses in dem klemen Städtchen Jessen an der Elster und es ist von allerhöchstem Reiz zu lesen, wie der Mann, dessen historischer Blick später die Welt mit ihren fernsten Kulturen zu umspannen sich *mlihte, in der reichgegliederten .Kleinwelt des Elternhauses gewissermaßen unbewußt die Anlage und Richtung auf solche Tätigkeit gewann. Verantwortlich: Albtn Klein m Gießen. fl I Das Landhaus „Sauet Antonius“, Text von Fritz von Ostini. Elegant gebunden I! ll Alexander Koch’s: Handbücher neuzeitiger Wohnungskultur: jj Das vornehm-bürgerliche Heim, Wer sein Helm verseheumrn - ein Hmse heuen - esSar sieh mnriehfen will findet praktische u. künstlerisch vorbildliche Anregungen in den nachgenannten reichillustrierten Werken von Hofrat Alexander Koch, Darm*tadt. Januar/Februar-Doppelheft 1918 der »Innen-Dekoration«. Ueber die künstlerisch vollendete Gestaltung der Wohn- räume. 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