Bezugspreis 60 pfg. monatlich vierteljährlich IMMk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgcholt in unserer Expedition oder in den Zweig- auSgabestellcn vierteljährlich 1,50 Mk. — Erscheint Mittwochs und Samstags. — Redaktionsschluß früh 8 Uhr. — Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wirb nicht garantiert. Verlag der „Gieftencr Zeitung", Gießen. Expedition: Südanlage 21 Anzeigenpreis 20 pfg. die 44 mm breite Petitzeile, für AuSwärlS 30 Pfg. Die 90 mm breite R e k l a m e - Z e i le 72 Pfennig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberfchreitung deSZahlungs« zieleS (30 Taae), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorfchriften ohneBerbindlichkeit. Druck der Gießener Verlagödruckerei, Albin Klein. 54, Telephon Nr. 362. Mittwoch, den 19. Juni 1918. r-I-Pho-, Nr. 362. 31. Jührg. Starke feindliche Apgriffe im Westen abgeschlagen. Compiegne unter deutschem Feuer. Mehr als 366 Geschütze und weit über 1066 Maschinengewehre erobert. 20666 u. 28666 u. 22666 u. 16666 Br.-R.-T. ^ zusammen 86006 Br.-R.-T. versenkt. Die österreichisch-uuKsrische Offensive; 36666 Gefangene eingebracht» ein Tri*(kn$ariike! €lemen«au$. * Genf, 15. Juni. „Homme Itbcc" schreibt zu der Fciedensfcage, daß Deutschland se;ne Wünsche an die Verbündeten bckanntgeben solle. Ein gerechter und dauerhafter Friede sei auch der Wunsch Frankreichs. Franko reich sei jederzeit bereit, Deutschlands Wünsche entgegen- Zunehmen. Tic „Humanite" schreibt mit Genehmigung der Zensur, daß der Artikel in d^m „Homme libre" von Clemenceau selbst geschrieben sei. Jltiüliche üeritsche LZgerbericbke. Berlin, 14. Juni. Durch die Tätigkeit unserer U Boote wurden wiederum 20000 Bruttoregistertonnen versenkt. Den HauptantUl an di sen Erfolgen von 17 000 Bruttocegistertonnen hat Kapitänlcutnant Georg, 'dessen Erfolge hauptsächlich im Aermelkanal erzielt wurden. Unter anderen wurden 2 tiesbeladenc Frachtdanipfer von zirka 6000 und 4000 Bruttoregist^rtonnen-Größe, sowie ein Tankdampstr vom Ausschs» des „Luccllum" (zirka 5000 Bruttoregistsrtonnen), der in Begleitung von 2 großen U-Bootkjägern fuhr, vernichtet. Ferner wurden von dem im englischen Kriegsdienst eingestellten Fischer- fahrzcug „St^ Johns" das Geschütz und die Kcieqsflagge erbeutet. D^r Kommandant, 1 Maschinist und 1 Mann wurden gefangen genommen. Der Chef des Admiralstabes der Marine. . »r wtb. Großes Hauptquartier, 15. Juni 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Rege Artillerietätigkeit. Südwestlich von MerxrS machten wir Gefangene. Stärkere Vorstöße des Feindes an der Ancce wurden abgewiesen. Der Artillerie- und Mincn-Feuerkampf lebte am Abend beiderseits der Somme auf. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Südwestlich von Royon blieb die Jnfunterietättgkeit auf örtlische Kampfhandlungen beschränkt Das Anillerie- feuer ließ an Slärke nach. — Südlich der Aisne blieb der Artilleriekampf gesteigert. Mehrfache Teilangriffe, die der Feind gegen unsere Linien im Walde von Villees- Cotterets führte, wurden abgewiesen. Die Gefangenen- zahl ans den letzten Kämpfen südlich der Aisne hat sich auf 48 Osfiziere und mehr als 2000 Mann erhöht. Leutnant Udet errang seinen 30., Leutnant Kirsch- stein seinen 25. und 26 Luststeg. Osten. Heeresgruppe Eichhorn. Etwa 10000 Mann starke russische Banden, die, von Jeisk kommend, in der Miuß-Bucht an der Nordküste des Asowschen Meeres landeten und zum Angriff auf Taganrog vorgingen, wurden vernichtet. Teile deö Feindes, die auf Booten und Flößen zu entkommen versuchten, wurden im Wasser zusammengcschossen. Der Erste Generalquartiermeistec: Ludendorff. 9 Berlin, 15. Juni, abends. Oertliche Angriffe des Feindes nördlich von Bethune und südlich der Aisne sind verlustreich gescheitert. » Berlin, 15. Juni. Eines unserer Unterseeboote, Kommandant Kapitänleutnant Remy (Walter) hat neuer- dtNgtz im Atlantischen Ozean 3 Dampfer mit zusammen 28 000 Bruttoregistectonnen vernichtet und zwar den mit vier 15,2 Zentimeter-Geschützen bewaffneten omerika nischen Truppentransporter «Präsident Lincoln" (18,168 Brt.) und die biwoffneten cnglischcn Dampfer „Begum" (4646 Brt.) und „Carlton" (5262 Brt.). Die militätische Besatzung des „Präsident Lincoln" bestand aus 40 Ossi- zieren und ca. 650 Manu dir Marine. Außerdem befanden sich noch 20 Osfiziere und Mannschasten der Armee an Bord, die nach Amerika zuxückbefördert werden sollten. Vermutlich ist der größte Teil der Besatzung bet der Versenkung des Schiffes umgekommen. Der Chef des Admiralstabes der Marine. L*i wtb. Großes Hauptquartier, 16. Juni 1918. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Südwestlich von MerriS und nördlich von Bet- h u n e wurden englische Teilangriffe, bei denen der Feind westlich von Locon in unsere vorderen Linien eindrang, im Nahkampf abgewiesen. An der übrigen Front blieb die Jnfanterletättgkcit auf Erkundungsgefechte beschränkt. Der Artilleriekampf lebte am Abend nördlich der LyS, nördlich der Scarpe und beiderseits der Somme auf. Heeresgruppe deutscher Kronprinz. Kleinere Jnfauteriegefcchie auf dem Kampffelde süd« westlich von Royon. Südlich der AiSne dauerte erhöhte Gefechtstätigkeit an. Starke Angriffe der Franzosen gegen Dommiers wurden durch Gegenstoß auf der Höhe westlich von Dommiers zum Scheitern gebracht. Ebenso brach ein gegen unsere Linien am Walde von Villecs-Cotterets gerichteter Angriff verlustreich zusammen. Leutnant Menkhofs errang seinen 34. Luststeg. Der Erste Generalquartiermeistec: Ludendorff. 9 Berlin, 16. Juni. Von den Kampffronten nichts Neues. B erlin. 16 Juni. Deutsche und österreichisch ungarische Unterseeboote versenkten im Mittelmeer 5 Dampfer und 9 Segler, zusammen rund 22000 Brutto Registertonnen. Unter den versenkten Dampfern befand sich der englische Truppentransporter „Lensowe Castle" (9787 Brt.). Der Chef des Admiralstabes der Marine. 9 wtb. Großes Hauptquartier, 17. Juni 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht: Rege Erkundungstätigkeit führte an vielen Stellen der Front zu heftigen Jnfanteriegcfechten. Südwestlich von Ipern und beiderseits der Somme lebte die Ge- sechtstätigkeit om Abend auf. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Aus dem Kampffelde südwestlich von Royon nahm die Artillerietätigkeit am Abend an Stärke zu. Zwischen Ourcq und Marne machten w'r bei örtlichen Unternehmungen 120 Gefangene. — Die Geschützbcute aus unserem Vorstoß zwischen Montdidier und Royon hat sich von 150 auf mehr als 300 . dabet schwerstes Kaliber, erhöht. Die Beute an Maschinengewehren beträgt weit über 1000. Heeresgruppe Gallwitz. Zwischen Maas und Mosel fügten wir den Amerikanern durch Vorstoß beiderseits von Xtvcoy Verluste zu und zerstörten Teile ihrer Stellungen. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Erkundungsabteilungen holten in den Vogesen und im Sundgau Gefangene aus fcanzösischen und amerikanischen Gräben. Gestern wurden 8 feindliche Flugzeuge und 8 Fesselballone zum Absturz gebracht. Der Erste Generalquartiermeistec: Ludendocff. 9 Berlin, 17. Juni, abends. Von den Kampffronten nichts Neues. * Berlin, 17. Juni. Im Sperrgebiet um England sind durch unsere U-Boot», neuerdings 16000 Br. R-To. feindlichen Handelsschiffsraumes vernichtet worden. Außerdem wurden, an der Ostküste Englands folgende englische Fischerfah^zeuge und Segler versenkt: „Fortuna," „Eclipse", „Dayspcina", „Alert", „Beryll", „Dtanthus" und „Activ". Der Chef des Admiralstabeö der Marine. » wtb. Großes Hauptquartier, 18. Juni 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht * Die feindliche Artillerie entwickelte in einzelnen Abschnitten in Flandern, beiderseits der LyS, zwischen Arras und Albert rege Tätigkeit. Rach heftigem Feuerüberfall griff der Feind gegen Mitternacht südwestlich von Albert an. Ec wurde abgcwicsen und ließ Gefangene ln unserer Hand. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Südwestlich von Royon und südlich der Aisne lebte die Artillerietätigkeit in den Abendstunden auf. Teilvoc- stö'e des Feindes nördlich der Aisne und nordwestlich von Chateau Thiecry wurden abgewiesen. Der Erste Generalquartiermeistec: Ludendocff. 9 Berlin, 18/Juni, abends. Von den Kampffronten nichts Neues. vestrrreicdisede krlslgr. Wien, 15. Juni. Aus dem Kriegspccsscquartier wird vom 15. Juni abends gemeldet: Unsere Armeen sind heute vormittag sowohl auf der Hochfläche der Sieben Gemeinden als auch über die Piave in die feindlichen Linien cingebrochcn. Bis zum Mittag liegen Meldungen über 10 000 Gefangene (Italiener, Engländer und Franzosen) vor. Die Geschützbeute ist beträchtlich. 9 Wien, 16. Juni. Gestern früh griffen an der Piave und beiderseits der Brenta unsere Armeen nach mehrstündigem Artilleriemaffenfeuec die Italiener und ihre Verbündeten an. Die Heeresgruppe des Feldmarschalls von Boroev'c erzwang sich an zahlreichen Stellen den Uebergang über die hochgehende Piave. Die Korps des Generalobersten Wurm nahmen nach Niederringen erbitterter Gegenwehr San Donna dt Piave und beiderseits der Bahn Oderzo Treviso in breiter Front die feindlichen Stellungen. Die Truppen des General« obersten Erzherzog Josef bemächtigten sich überraschend der Vrteidtgungsanlagen am Ostrande des Montello und drangen in dieses Höhengelände ein. General der Kavallerie Fürst Schönburg wurde bei dem Uebergang seines Korps durch eine Granate verwundet. — Die Zahl der an der Piave eingebcachten Gefangenen beträgt 10000 , an erbeuteten Geschützen sind bis- her etwa 50 gemeldet. Auch der erste Ansturm beiderseits der Brenta hatte Erfolg. Starken feindlichen Widerstand brechend und alle Hindernisse des zerklüfteten waldreichen Gebirges überwindend, stießen unsere Truppen vielfach bis in die bettle feindliche Stellung vor, wobei 6000 Italiener, Franzosen und Engländer als Gefangene in unserer Hand blieben. Die damit gewonnenen Vorteile vermochten wir aber nur teilweise zu behaupten. Oestltch der Brenta mußte der Berg Rantero vor überlegenen, durch flankierendes Geschützfeuer unterstützten Gegenan- griffen des Feindes wieder freigegeben werden; indessen der Italiener an den Rocdhängen der Grappa vergebens gegen unsere dort in seine ersten Linien festgeklammerten Bataillone vorstürmte. In den Waldzon n der Siebengemeinden trafen unsere Regimenter auf eine von den Alliierten schon in den Vortagen vorbereitete Angcrffsgruppe, vor deren Gegenstoß ein Teil des eroberten Geländes wieder grräumt wurde. Bei Riva im Abschnitt des Majors Erzherzog Maximilian entrissen wir den Italienern den Dosso (Fortsetzung aus der 4. Seite.) „Frankreichs Schicksalsstunde". „Tie letzte Friedensmöglichkeit." Die „Ostschweiz" das führende Blatt des gesamten Vodenseegebiets bis weit hinauf in die Äppen- zeller und -^genburgcr O rge, unternimmt es noch einmal, in einem packenden Leitaufsa«e den Gegnern den Ernst der Stu.de klar zu machen. Sie schreibt: „In Berliner Depeschen ist allen Ernstes von einer neuen deutschen Friedensoffensive die Rede. Allerdings treten die Meldungen erst noch etwas verschleiert, fast schüchtern auf. Kaum, daß der Gedanke eines Ver- standigungsfriedens ausgesprochen ist, wird er auch wieder dementiert und als unmöglich für Deutschland nach seinen vielen Siegen hingestellt. Aber der Gedanke ist immerhin da. man spricht von Friedensunterhandlungen, und die so oft getäuschte Volksseele aller Länder hofft aufs neue. Fast scheint es, daß das Furchtbare der neuen Kämpfe an der Westfront sogar die Sieger bangen macht. Jedenfalls wollen sie kein Mittel unversucht lassen, nochmals Friedeussühler auszustrecken, ehe sie zum Aeußer- sten greifen, und wäre es auch nur, um die Verant- wortlichkeitsfrage vor der Welt klarzulegen. In der Tat wäre heute noch einmal ein Psychologischer Moment zum Friedensschlüsse. Vielleicht der letzte? Wenn in einigen Wochen deutsche schwere Artillerie ihre Rohre auf Paris richtet und die furchtbaren Feuerschlünde dieser Riesengeschütze die Weltstadt an der Seine in Schrecken versetzen, dann wird es zu spät sein. Heute aber wäre noch eine Stunde in der Weltgeschichte, wo man sich die Hände reichen, ^wundernd die gegenseitige heldenhafte Tapferkeit der Kämpfer anerkennen und dann - verständigen könnte Staatsraison, Vernunft, Humanität und der furchtbare Ernst der wirtschaftlichen Lage, die Welthungersnot, vor der wir stehen, zwängen die Gewissen der Staatsmänner förmlich zu diesem Entschlüsse Ob es dazu kommen wird, ist gleichwohl eine sehr große Frage. * ° Heute, nachdem die Rede Clemenceaus im Wortlaute vorliegt, ist all dasjenige bestätigt, was wir in unserem Kommentar zum ersten Havas-Auszuge gesagt *1?» bringt denn eigentlich Clemenceau sür Bewerfe dafür, daß der von ihm gefeierte Endsieg dem Verbände und Frankreich verbleiben wird? Keinen einzigen Beweis als nur die Vertröstung auf die amerikanische Hilfe. Und ist diese Hilfe so sicher, so unbedingt sieghaft? ; 8rcmr r eicf)3 Schicksalsstunde hat heute geschla- sr 0 H'i ma Ä öer Friede unter den gegenwärtigen Umstanden für Frankreich bitter sein, fast unannelim- c nC c?' ö ^ er er ro ^ re immerhin noch unend- lich besser für das heldenhafte, in seinem Unglück so große französische Volk, als eine For.se^ung des Krieges bis in die dunkelste Zukunft hinein. Wenn letzt der Krieg weitergehen muß, dann wird er ein Ende mit furchtbaren Schrecken nehmen." Das genannte Blatt ist in Frankreich allerdings wegen seiner unverrückbaren Haltung zugunsten des Rechtes schaßt Verkappte „Boches" sollen ihm die Feder führen. Das wird aber in Frankreich ernste und wohlmeinende Leute nicht hindern, sich mit dem Gedanken dieses Aufsatzes zu beschäftigen. Allgemeine Kriegsnachrichten. Neutrale und Frie-euskousercuz. Im englischen Oberhause bestritt Lord Stanmvre als Vertreter der Regierung, daß die Regierung es gegenüber dem Papste an Höflichkeit fehlen lasse. ^ie Klausel im Getzeimvertr^g mit Frankreich, Rußland und Italien, durch die der Papst von einer Vertretung auf der Friedenskonferenz ausgeschlossen wird, sagte Stanmore, daß dies eine vollkommen vernünftige Maßnahme sei. Der Papst befinde sich in derselben Lage, wie der Herrscher irgendeines neutralen Staates, dessen Vertreter ebenfalls nicht zur Friedenskonferenz zugelassen werden könne, es sei denn mit Zustimmung aller kriegführenden Parteien Tie überraschten Amerikaner. ° . Die Londoner „Morningpost", das große deutsch- ferndliche Hetzblatt, meldet aus der amerikanischen Bundeshauptstadt Washington: „Es hieße die Stimmung des Volkes falsch wiedergeben, wollte man die Enttäuschung verkleinern, die durch den schnellen Vormarsch der Deutschen entstanden ist. Die Amerikaner erkennen an, daß der FeinD etwas fertig gebracht hat, das allgemein für unmöglich gehalten wurde. Was das Volk bestürzt macht, ist das offene Eingeständnis aller militärischen Sachverständigen, daß die deutschen ihre Erfolge einer Ueberraschung verdanken, und es fragt sich, ob das nicht zu vermeiden gewesen ser." England will möglichst viele Gefangene austauschen. Bei einem Empfang bei den britischen Gefangenen in ^cheveningen (Holland) hat der englische Gesandte Eave eine Rede gehalten, in der er u. a sagte, dre^ englischen Vertreter würden trachten, so vlel englische Kriegsgefangene als irgend lnöglich aus Deutschland herauszubekommen. Die britische Abord- iwmit beschäftigt, ein neues Abkommen ahm- ich^/ßen, das die Rückkehr von Kriegsgefangenen nach Holland und in den meisten Fällen nach England vor- fteht. Er hoffe sehr, daß dieses Abkommen zustande kommen werde. Verringerte Lügcn-Rationcn. Amerika wird auch geistig knapper gesetzt. Es wird aus Rewyork gemeldet, daß die amerikanische Bereinigung von Zeitungsdirektoren, anläßlich der Pa- ^^""6. siir die Zeitungen, beschlossen hat, ihren Blättern einen k l e i n e r e n U m f a n g zu geben. Eine sensationelle Affäre: Nachdem die klerikal-nationalistische „Action F^ancaise" sich so lange in der Rolle eines öffentlichen Anklägers gefallen und ihr Schriftleiter Leon wandet sich einzig als „procureur du roh" betätigt hat, um einem leichtgläubigen Publikum die schauerlichsten Spronageaffären aufzubinden, wird die „Action Frau- carse nun ihrerseits der S p i o n a g e überwiesen. Die „Humamtee" veröffentlicht heute einen Artikel Re- naudels mit Dokumenten, aus denen hervorgehen soll daß mehrere bei der Postkontrolle tätige Geistliche parlamentarische Briefe entwendeten, um sie der kle- ^lkalen „Action Francaise" zu übermitteln. Ein ein- flußrercher Geistlicher habe diese Informationen an „verdächtige Ausländer" weitergegeben, die auf diese Weise genaue Auskünfte über K o h le n Versorgung und über gewisse ministerielle Verfügungen erhalten hätten. Ern gewisser Cvchin wird der Militürjustiz überliefert werden. Die kurze Havas-Meldung spricht nur von einem „Herrn Cochin". Die Akten werden der Militärjustiz überliefert. ' " r^^rMöre erregt größtes Aufsehen. Wenn selbst olche Blätter der Anklage wegen Landesverrats nicht icher sind, dann kann man es verstehen, wenn auch Clemenceau gesagt haben soll, er werde keinen Frieden machen, weil er sonst als Landesverräter erschos- en werden würde. Die Kriegstobsucht kennt eben keine Grenzen mehr. Die Verteidigung von Paris. ^ a xrli l l^cht offen von einer im Hollge befindlichen Schlacht und erwähnt die M ö a- ^Hkeit einer Einnahme von Parts durch die Deutschen, allerdings mit der BemerkunZ. daß der Feind zuvor noch viele Kräfte unternehmen und große Opfer bringen müsse. * n Die Gegenrevolution in Petersburg. Generalstreik in Petersburg. England will den Sturz der Bolschewiki erreichen' einerlei, auf welchem Wege. Immer wieder wird M t der besonders wirksame» Verdächtigung gearbei- //e seien „deutschfreundlich". Der so nett eiuge- Wdlte Schlag der kroato-slowakischen Meuterer ist ja sehr gründlich daneben geraten. Es wäre ja auch zu nett gewesen, wenn die Engländer und Amerikaner olcft österreichischen Landesverräter und dlusreißer SteraioeiflungSfamWe gegen die jetzige russische Regierung hätten benutzen und den deutsch-russi- ^^^^^usvertrag zu Fall bringen können. Aber der Plan mißlang eben. Jetzt sollen es unzuftiedene Industrie-Arbeiter beiorgen. Das Helsrngforser „Huvudstadblad" meldet: x c* r'^lue Versammlung erwählter Vertreter der Jn- ^strlearbeiter Petersburgs beschloß, den politischen lstreik gegen das jetzige Regiernngssystem gU proklamieren, ^.ie Versammlung fordert die Arbeiter auf, sorgfältige Vorbereitungen für den Streik Zu heften. Die jetzigen Machthaber ließen die Arbiter niederschießen, sie verhinderten die Vereins- und .^orsammlungsfreiheit und ließen unschuldige Arbeiter m Gefangnrssen verschmachten. Die Arbeiter fordern die Uebertragung der Macht an die Konstituante (dem grundgesetzgebeuden Anfangsparlament. von dem England mit HUfe der Zartsten, der Kadetten und der Kerenski-^oziallsten das Wiederflottwerden der „Dampfwalze erhofft), Schutz der kommunalen Selbstverwal- den Kampf für Rußlands Freiheit und Selbständigkeit. Die Eisenbahnarbeiter sollen beabsichtigen, sich diesem Streik anzuschließen." * * * Tie englische Besetzung der Murman-Knste. In der Zürcher Post" wird die Besetzung der M urman-Küste (hoch im Norden Rußlands, am ^i'Meer, östlich voii Norbfinnland und Nordnorwegen) 0"^-^ englischen Truppen als ein offener feiudseli ger Akt der Entente gegen Rußland gekennzeichnet. Die Frage der Freiheit der Meere interessiere aber alle Neutralen. Die Abschnürung Rußlands vom Meere und die Ausdehnung der englischen Seeherrschaft auf dre Küste am Weißen Meere sei offenbar ei*c Frage von weittragender internationaler Bedeutung, an der nicht.nur Rußland und England interessiert seien. Zweifellos zeige dieser ernste russisch-englische Konflikt, daß man von englischer Seite eine Annäherung an das neue Rußland nicht suche, sondern daß England die innere Lage Rußlands auszunntzen trachtet, um seine traditionelle Seemachtpolitik fortzusetzen. Neue Besen kehren gut, so denkt man in Paris und versorgt sich mit einem neuen Leiter der Verteidigung. General Guillaumat. Oberbefehlshaber der Orientarmee, ist zum Militärgouverneur und Oberbefehlshaber der Armeen von Paris ernannt worden. Verteidigung bis aufs Letzte. , Die Ententekriegführung beschloß, Paris !m Falle eines Angriffs nicht aufzugeben, sondern seine Verteidigung bis auf das Letzte durchzuführen. Jnspi- rlert von oben, bereiten die Zeitungen das Publikum auf diese Beschlüsse vor und weisen namentlich auf die Notwendigkeit der Auswanderung der nichtkämpfenden Bevölkerung hin. Vom A-Bootkrieg. Znm Untergang des „Präsident Lincoln". . (Amtlich.) Berlin, den 15. Juni 1$18. Eines Ä^rer Unterseeboote. Kommandant Kapitünleutnant Remy (Walter), hat neuerdings im Atlantischen Ozea,i J Dampfer mit zusammen über 28 00# Bruttoregistertonnen vernichtet, und zwar den mit vier 15.2 Zentimeter-Geschützen bewaffneten amerikanischen Truppentransporter „Präsident Lincoln" (18 168 Br.-Reg.-To ) und'.Me bewaffneten englischen Dampfer „Begum" (4616 Br.-Reg.-To.) und „Carlton" (5262 Br.-Reg.- To.). Die militärische Besatzung des „Präsident Lincoln" bestand aus 40 Offizieren und ca. 620 Manu der Marine; außerdem befanden sich noch 20 Offiziere und Mannschaften der Armee an Bord, die nach Amerika zurückbefördert werden sollten. Vermutlich Der offene üleiderschrcmk. Geht es nicht anders. Die Ankündigung der drei Milliarden neuer Reichs- steuern hat das deutsche Volk ganz gewiß nicht gleich- ffllttg gelassen, aber die Anordnung d^r Reichsbeklei- vungsstelle über die Aufbringung von einer Million äktannner-Änzügen sür Arbeiter in kriegswichtigen Belrie- ben hat ln werten Kreisen derer, die da geben sollen, noch mehr Kopfzerbrechen veranlaßt. Viele haben die Tür ihres Kleiderschrankes weit geöffnet, sich davor gestellt und gefragt woher nehmen, wenn nichts da ist?" Und das und nicht nur Leute aus dem Mittelstände gewesen, de- fehlte, um sich ein Lager von Anzügen zu f Zubern es waren Leute aus allen Ständen, ^..^elderstelle hat wohl nicht beachtet, daß bei alteren Männern überhaupt keine große Neigung besteht, stch viele Anzüge hin zu hängen. Kaufen Sie. und sie f CÜe ^seiz. um nach der neuesten Mode ode- wll-n n bann kleben sie auch die alten Sachen fort ^ für den Nachwuchs verwenden. Motten- KolLnien begründen zu helfen, besteht keine Lust. So ist len S, e f£f T * ox !> an ** xl ™ ■ «naa fl c # Die fortgegeben wer- Den ' heute Zwenellos bedeuted überschätzt wor- den. und dann liegt zum Teil die Erklärung dafür dak vcrhaltnlsmäßig wenig aus den Kleiderschränkerr herausgekommen ist. Wo nichts ist. kann nichts gegeben werden Oder das Geben lohnt sich nicht, wenn das FlÄen mehr kosten als die Gegenstände wert sind. Wie mitgenommen die Beinkleider oft sind, braucht nicht erst langend breit auseinander gesetzt zu werden. " U u. ^ber an weiteren Gründen i'icht, wesbalb dre Aufiorderung der Bekleidungsstelle nicht mit dem angenommenen Beifall begrüßt wurde, und auch diese muß man Horen Wohl steht es geschrieben, daß dem geholfen < bCr fClnCn ^ od h^^' a6er nicht, daß einer helfen soll, der weniger hat. wie der, für den die Hilfe be- ^?b /s ist nun einmal Tatsache, daß ein Rujinngs- und Munitionsarbeiter heute durchschnittlich ein größeres Einkommen hat. als mancher Mann des Mittelstandes. Deshalb verstimmt eine solche Zumutung. Auch der. welcher seine alten Anzüge verschenkt, tat das als Ersatz an jemand, dem damit gedient wär. aber nie ist cs ihm in den Sinn gekommen, einen andern zu bedenken der sich ebenso leicht wie er selbst mit neuer Garderobe versorgen konnte. Viele wissen nicht, ob die verlangten Anzüge nur auf diesem Wege aufgebracht werden können. und sie meinen, daß die Arbeiter, die wohl das Geld heben, sich neue Anzüge zu kaufen, diese letzteren den gebrauchten Kleidungsstücken vorziehen werden. Alle Arbeiter, die in nickst kriegswichtigen Betrieben tätig sind, müssen sich selbst Anzüge beschaffen. Und es i,t bisher nicht bekannt geworden, daß sich diese Notwendigkeit als unmöglich herausgestellt hätte. Sollte e^ nun wirklich unbedingt geboten sein, die Aulbringung der mangelnden Million Männeranzüge für kriegswichtige Betriebe auf die Reichsbekleidungsstelle zu übernehmen? Ist die Probe gemacht worden, ob die Arbeiter nicht selbst haben auftreiben können, was sie gebrauchen. Auf der anderen Seite tun ihre Lieferanten das möglichste, ihre stunden zufrieden zu stellen, denn diese sind leicht verloren, aber schwer neu gewonnen. Man darf also cnnehmcn. daß dem Turchschnittsarbeitcr es getrost überlasten werden kann, sich die nötigen Kleidungsstücke zu besorgen. Natürllch sind die Preise andere geworden. Aber was macht das? Wenn die Vekleidnngsstelle für gebrauchte Anzüge, die oft vielleicht nichr einmal den Arbeitern passen werden, Geld zahlt, so wäre es doch cigenl- lich sehr viel einfacher, wenn sie diesGeld dem Personal der kriegswichtigen Betriebe als Subvention gäbe, damit suH dies gleick) neue Anzüge, oder auch gebrauchte, ganz nach seiner Wahl besorgte. Dabei rvürde wahrscheinlich togar noch Geld gespart. Es ist möglich, sogar wahrscheinlich, daß nicht überall die erforderlichen Vorräte an Anzügen vorhanden sind, aber >ür diese Orte kann das Fehlende besorgt werden. Und in jedem Falle würde doch wohl die Mühewaltung oco Reichsbekleidungöamtes unendlich vereinfacht wer- ? C A l ' f4 rJr* 1 ? bekämen die Arbeiter aber das, was sie selbst sich wünschten, denn sie sind in ihren eigenen An- Ö t 0d} ""fettig größere Praktiker, als alle wohlmeinenden Herrn vom grünen Tische. Der offene Kleiderschrank, der zeigt, was nicht Darin ist. bedeutet eine gute Lehre: Sich und andere keine unnütze Mühe zu machen. Die deutsche Heeresleitung spart nach Kräften Blut. Tie Reichsstcllen zu Hause mögen noch sparsamer mit dem Aerger umgehen. Onkel Bräsig sagt bei Fritz Reuter, daß ein lütter Aerger sehr gut sür die Verdauung sei. Aber bei deuPortionen des Relchs- ernährnngsamies ist Humor angebrachter, wie Verdruß. Wm. In New Vork werden l'orkehrüngen gegen einen deutschen Flieger- angnfr gefroren. Wilson bst sich einen Unterstend mit seinen Sämtlichen Reden und BotschsFlen auspclstern fassen — Ö l ‘ ö 6 te ^ci der Besatzung bei Versenkung des Schiffes umgekommen. Der Chef des Admiralstabes der Marine. * Sie versenkten Truppen transportdampftr. 1 („„iwf Mauchen deutscher U-Boote an der amerikanischen Küste hat den Feinden neuen Anlass ge- ^°EN, darin eine Bedrohung der amerikanischen Trup- pentraiisportc zu befürchten, von denen die West- Wendung des Kriegsglückes zu ihren Gun- ^ ' erhoffen Bekanntlich genießen die Truppentrans- pllitdampfer beim Feinde den Vorzug, daß sie bcson- ders gut beschützt und geleitet werden. Daß aber unsere U-Boote sich durch noch so starkes Geleit nicht 'n ihrer Angriffslust hindern lassen, ist durch die vielen Versenkungen ans stark gesicherten Geleitzügcn hinreichend bekannt. Seit dem l. Februar 1917, dem Beginn des uneingeschränkten U-Bootkrteges, sind von unseren U-Booten 39 Truppeiikmnsportdumpfer auf der ^iii- oder Ruareise versenkt worden. Dabei ist zu ^"erken, daß diese Zahl nur die mit Sicherheit als ^"'pponkraiisporter festgestellten und versenkten Schiffe enthalt. Bei dem heutigen Stande der U-Bootkrieg- suhrnng kann, wie schon oft erklärt worden ist nur bei einem Bruchteil der versenkten Schiffe festgestellt werden, welchen Zwecken sie dienen. In diesem Fahr Und von größeren Truppentransportdcimpfern u a bereits versenkt worden: Am 23. 1 . ein 10 000 Tonnen Dampfer im Mittelmeer, am 30. Januar der eng" ü w? ,'Mliinetoka", 13 528 Tonnen, am 11 . Mai der französische Dampfer „Saut Anna", 9350 Ton neu, am o. Februar der englische Dampfer Tuscanin" ***** Tonnen, am 23. Mai der ei&'e lSer' „Moldavm . fl->00 Tonnen, und jüngst erst der ameri- kanijare.^mnpser „Präsident Lincoln", 18 168 Tonnen L-ie drei letztgenannten Dampfer waren zum Teil voll besetzt mit amerikanischen Truppen. • Belgien rmd^der Friede. Belgische Friedenskonferenz. Die „Kölnische Zeitung" meldet ans Brüssel: . Ans dem Wege eines offenen Briefes veröffentlicht in dem heute erschienenen „Blaamsche Rieuws" der Se- natvr und gleichzeitiges Mitglied des Antwervener ZEadtrats Leo Peborgh an di- zum Ll. Juni nach Paris zusanimenpe-ufenen belgischen Abgeordneten nur Senatoren, die in den Verbandsländern weilen eine Mahnung zum Frieden beredten Worten schildert er die Not und das h.iend, da» m Belgien herrscht, betrauert die Toten ift Ö J'wipr, S?e i ) tU1 ' 3 derer auf, denen noch zu helfe» w r' e belgi,chen Parlamentarier sollten sich te i Ruhm erwerben, in ihrer Versammlung die Anreguna ,n geben, um den Weltfrieden zu sichern. Darum ergehe ans der Hemmt der Ruf, sich den Nrheb»n der Friedenskundgebung znzugesellen. ^ ^Politische Rundschau. aus ftnnhPi 1 n *? 10 ?“? 9 s c r 1 ' kllhrenden Persönlichkeiten au« Handel, Ueberseehandel und Großschiffahrt die sich ^schütz zusammengeschlossen haben, sind neu ^ichstagsabgcordnete. Mitglieder aller Fraktio- — Genernlfeldmarschall v. Mackensen ist einstimmig zum Ehrenbürger der Stadt Lissa i P er- nannt worden. ' ' ^ * - ^ •*» einheitliches Wirtschaftsgebiet ist das Ziel, ^er Verband der deutschnationalen Parteien in Oester- ielch^ faßte bezüglich des ivirtschastlichen Verhältnisses ° n folgende Entschließung: „Die in schwer r * erwartete Wirtschaftsgemeinschaft der ver- bie .den Verhandlungen im Osten ^ Erfolq gezeitigt hat, berechtigt uns zu der N^erung, dag die wirtschaftliche Gemeinsamkeit der beiden Staaten der Monarchie mit dem Deutschen Weiche vertieft und ausgebaut werde, um für alle m ernme einheitlich wirtschaftlichen Gebiete LElangen. — Die Entschließung spricht weiter die § 0 kd^ung aus, alle Kräfte zur Erzwingung eines Nt.gi.eichen Friedens zusammenzusassen. Im Verein mit Mächten, heißt es, sind wir insbesondere nach oen herrlichen Erfolgen der deutschen Ar- r"J r ° nfr . ei ^ entscheidenden Sieges und endlrch^^Opfer.b^Ebens stcher, der wert ist der u,v x , rA* Uttd Erzllcrger. Die Zentrumsfraktion de» Reichstages hat sich in einer Sitzung mit der Srel- lion unV fm e °ö Ö1 ? eten ^^berger innerhalb der Frak- ^und im Zusammenhänge mit der Politik der beschäftigt. Als Ergebnis dieser ^ ^ nunmehr eine Entschließung vor, die von der Fraktion einmütig gefaßt worden ist Sit' ftf- Zeichnet Zunächst die Auffassungen, die in der Presse Mni' ^^^blungen des Hauptausschusses vom 8 . Mai d. ^z. (den logenannten Vorstoß Erzberaersl und der einzelnen Fraktion»,nttglteder ^.^Etion zutage getreten sind, als unrichtta Die Re)olution stellt demgegenüber fest, wie diese Verhält - msse geordnet sind. Sodann wird erklärt- "Tie Kritik der Reichsleituna und ibrer rirrmnp i>t Recht und Pflicht des Reichstages. Diese Kritik hat ihre Schranken in dem WohldesVaterlandes und uluß deshalb Rücksicht nehmen auf die Pflege der Einigkeit, der Opferwilligst und des Vertrauens rn die Führung, besonders in K'rtegszeiten Dre Zentrumspresse hat es bisher stets als ibr vornehmstes Ziel betrachtet, das Band zwischen der Reichstagsfraktion und der Wählerschaft zu festiaen Dieses gute Verhältnis wird zum Schaden der Gesamtpartei gestört, wenn durch die Art der Angriffe unserer Parteipresse gegen Maßnahmen der Fraktion v Urc ^ persönliche Bekämpfung von FraktionS- Mitgliedern das Vertrauen der Wähler in die Frak- .^chuttert wird. Ergeben sich Meinungsverschie- öff^n?si^p Presse und Fraktion, sv ist d^en öffentliche Auvtragung im Parteiinteresfe tunlichst zu vermeiden dagegen eine sachliche Auseinandersetzuna mit ^em Fraktionsvorstand herbeizuführen." ber Entschließung über das don Fraktions-Mitgliedern zur Fraktion rechtfertigt dre Art der Antragstellung durch Errber- ger, denn der rn der Sitzung vom 8 Mal von ihm (der dann später aus anderen Grün, die Il^M^ogen worden ist) hatte, lvie erinnerlich, den Hauptausschuß angehüren- ber, getrage^ "^^ ^ ' drunter auch des Abg. Grö- :: Militärpersouen und Batcrlandspartei. Ter Zentrumsabgeordnete Dr. Freiherr v. Rechenber^a der frühere Gouverneur von Deutsch-Ostafrika hat im Reichstage folgende kleine Anfrage gestellt: "Turch § ^9 des Reichsmilitürgesetzes ist den zum aktiven Heere gehörigen Mtlitärpersvnen die ^eilnaünie an politischen Vereinen und Versammlungen Untersaat Der Vater,andSpurckei sind, besonders bäw nach iK nS» 1 ? 9, Zahlreiche zum aktiven Heer gehörige NN- lttarpersonen beigetreten. Nach der letzten Entschei- varwi K^gsministers ist die Baterlands- partci als Politischer Verein anznfeben Nnn einem Austritt der diesem Verein seinerzeit beiqe- tretenen, zum aktiven Heere gehörigen Militärv'er- nick^/- ihrer Aufforderung zum Tlustritt ist aber uichts bekannt, vielmehr gehören noch zahlreiche Mili- tarpersonen der Vaterlandspartei an. Was gedenkt der Herr Reichskanzler zu tun, um den gegenwärtigen zu- zustand zbeftittgen^^^ bestehenden Ausiiahme- Eine kleine Anfrage der clsatz-lvthringischcn Reicks- Thumann-Gebweiler, Win deck beschäftigt sich mit den Ausbürae- ^u?gen in Elsaß-Lothringen und stellt fest, daß „um ^.usgebürgerten sich Männer und Frauen be- ftnden, die vom Kriege überrascht worden sind in ^"fenthult in Frankreich oder innerhalb des seit den ! Tagen des Jahres 1914 vom Feinde besetzten elsassifchen Gebiets, und welche nun dort zurück- Eltten werden." Es wird an den Reichskanzler die fl a 5 e flbri^et, was er zu tun gedenke, „um den Harten entgegenzuwirken, die für solche Leute aus ihrer Gleichstellung mit den feindlichen Ausländern erwachsen müssen." ^"oran . Der Militärdienst der aus russischer Kricasae- ^Uücvschaft Zurückgekehrten. Als Antwort ans vi?le beim Kriegvmintstcrium eingehende Anfragen wird fol- gendev bekannt gemacht: °u- russischer Kriegsgefangenschaft Zn- ^^ekehrte» können ahne Einschränkung im Mi- litardienst wieder verwendet werden. Es würde !h, s b i CC - "Ugemeinen Wehrpflicht wider- iüre^ it'rla»^ b Heeresangehörigen »ach Ablauf Urlaubes anders verwendet würden, als die librigen Hcercsdien,tp„ichtigen, von denen viele selbst nach mehrfacher Verwuiidnng, der Front wieder zuqe- führt werden, soweit au» besonderen Gründen z B E u°X Ütt ^ n »^r aus Familienrück- Nchten. von einer Verwendung an der Front abae- sehen werden darf kommen diese Sonderbestiinmungen te!?zng,tte" Gefangenschaft Znrückgekehr . " Bo» Gefaugeuei, erbautes Denkmal. Der erste ^-°"gener,friedhof in Deutschland, auf dem eine große Grabkapellc von Gefangenen erbaut worden ist kst derienige in Gardelegen" Dort hatte sich ein eigenes ms Aofangenen verfchiedener Nationalitäten bestehen- zu $Z r T iteC gebildet das einen eigenen Entlonif denlds?/^^ stunmungsvollen Kapelle ausarbeitete, uach jerougeuen Bauhandwerkern unter Lei- Die^Fnnen!in?i^t^^^^st^"^ ^baut wurde, nen ^ ^ wurde zum Teil von Gesänge- m Än.t f ,,XV« 1 iÄ,X S!w ' 5 SMlSV?« ÄfSS STÄ 535SI ?r\Lw C Hundehütte im Hintergründe des 8 winaers ftuchtet und sich ganz vorn am Gitter lang hinwat Äfctneit schlafen inzwischen hinten im Neste ^is fich der Hunger wieder regt. ' * ^ ** Ein berühmter italienischer Walb vernicktet ^er durch die Legende des heiligen Franziskus von Assift geweihte berühmte Wald des Klosters Verna (Ascana) ist von der Militärbehörde zur lien ßlT »g„«^fc»äSS55Ä l»Äre„„a iten MC '' UlC EntbchrL Gerichtssaal. Luxemburg: Reue Bersassnng. ^ Nachdem die Kammermehrheit am 13. Juni die Nevifton der vier Verfassungsartikel beschlösse!, hatte veiösfentlichte dae Amtsblatt jetzt eine Botschaft der ^uno^de"^,? 6er diese sich mit der Einfüh- fs l U§c ullgenielnen Stim in rechts und der Er dung der Abgeordnetenbiäten einverstanden er- ,? Großherzogin ist auch mit der Revision E l m »"deren Artikel betr. die Souveränität des Volkes und die Staatsverträge einverstanden mit dem ausdrücklichen Vorbehalt, 1 . daß die Staatsver- träge auf denen dre Existenz des Luxemburger Lan- Be I J u A t ' respektiert werden müssen, 2. daß das "wnarchische Prinzip und die Rechte der Dynastie nicht angetastet werden dürfen, und 3 ., daß da- I Mitten ^bleibt ^ $rennun9 bcr Gewalten aufrechter- , ,® a . die bisherige Regierung dieses Programm hat, ersucht die Großherzogin das Mus OfLtnsV' d»e vor einigen Monaten ilm hin i"« a » eingekommen war, im Amte zu bleiben. Den Be,ti,nmungen der Verfassung gemäß ist die Kammer aufgelöst zwecks Wahl einer Verfassung S k a m m e r (Konstituante). Dänemark: Praktisch« Mittelstandspoljtik. Daablad-^stprM 'nittelständlerische Blatt „Kristeligt darüber, wie man in Dänemark des Mittelstandes durch Gewährung äu feuern. Zu diesem Zweck wur- B > »itcn Reichstag zehn Millionen Kronen 1 Hf' ^?d°n sind 5 Millionen für kleinere Land- andere?Gärtner, bestimmt, ivährend die Millionen an kleine Geschäftsleute im Hand- Diew ^" 9 ^^ »usgelieheu werden sollen, ^lese Betriebvdarlehen werden in den ersten drei i der 17jährige Raubmörder Waauer, der vor Monaten den Bildhauer Bianello in München ermor- d k Mll^^raubte tst vo.i der Juaends.raikaiEr i.iL Landgerichts zu 15 Jahren Gefäng- mS, sein Hehler ber dem Raub, der Händler AineS- Di?bk.?^nEq^ Monaten Gefängnis verurteilt worden, gericht e^in Angeklagten legten Revision beim Reichs- müssen vcrhuugcru? Ein bei einer Bank als Direktor angestellter Herr v. P. mit 2,20 Meter Pfund Körpergewicht hatte zwei Pfund ^utter gefdplefd&^anbclt" und kam vor Gericht. Der B-rt'-idtger berief sich auf „Notstand" und e?b°t Be- Weise dafür, daß v. P. nicht nur aus die ihm zuae- !?/Esenen Lebensrnittel angewiesen sei, sondern, um nicht er gezwungen sei zu hamstern, zumal > L f f cl " c f strengen ärztlichen Verbots weder Brot noch Kartoffeln noch sonstige stärkehaltige Nab- rungsmitte, genießen dürfe. Die ,'oaenann°e Lanken- oru^ung veriage völlig, da der Angeklagte ein klei- ^ oder Graupen oder ein viertel Liter Milch erhalte womit man allenfalls einen Säug ng Zum Frühsttlck. aber nicht einen Riesen satt- ^nne. Das Gericht lehnte den Antrag auf Ladung der ärztlichen Sachverständigen ab mit dem E^ei,e, daß das Gesetz Ausnahmen nicht zulasse. ^ .d^g^^?gke, der sich über diese 9lblehnung ent- x^ete, erklärte, da^ er nun den Antrag stellen müsse, ,f, n . blchska n z l e r zu laden und ihn darüber ^-.^'^bhuren, ob er mit den zugewiesenen Lebens- A^teln anskomme oder ob er gezwungen sei, Schleich- handewware zu kausen. Das Gericht ging hierauf gar nicht ein, ,ondern der Vorsitzende erklärte dem Ange- kanÄ^' % C £i l 'l V r ®w Gl ^ G dcrfür habe, daß der Reichs- MoiE, Schleichhandelsware kaufe, so solle er den In der Sache selbst steltte den Standpunkt, daß Notstand nicht vorliege. Da» Urteil lautete auf 60 Mark Geld- der Angeklagte tatsächlich gezwungen ist, ulles Eßbare aufzukausen, um seinen Hunger zu stil- rsflwrf »* 11 Z ^ G ^^nlb Gefahr läuft, alle Augenblicke bor ^"icht zittert zu werden, hat er Berufung gegen das Urteil eingelegt. ^ J Aus aller Welt bet MörSeel». J„ Gundackeedorf ver svachau in Oberbahern hat eine 13iäbriae Kinds- D?enstb^s^k?^^n^ G Monate alte Kind ihrer 5fS?t. tr 8t ' Die jugendliche Mörderin Dodeöftiirz schwcvischcr Flieger.» Der v,auvt- >m schwedischen Generalstab Briltoth und der r-tüVw.* H°denmark haben, nach einer Meldung aus b/n Tod 'gründen" dlumai Ma'mstätt durch Absturz K Sam hamstert Kleider. Der amerikaniickie Krtegsausschuß für Industrie hat laut „Newhork Times" einen Aufruf an die Bekleidungsindustrie gerichtet 5f!" e- » a heißt: „Wir haben mit wachsender nnw b Imn, 1 !-"a d-obachiek, wie große Konfektionsfirmen Emmer in der Tagespresse Geschästsanzeigen er- ^einen lassen, in denen zum Kauf von Bekleidungs- MMteinden mit ungefähr folgenden Sätzen ausge- fordert wird: „Kauft jetzt, ehe hie Ware noch teurer to ! r £' ^ „Wenn du dir jetzt keinen Anzug kanist ivird er dich binnen kurzem 50 v. H. mefir°foften usw. Solche Anzeigen sind geradezu ein Anreiz zum Hamstern und sicher in Widerspruch zu der von der 3!egierung geivünschten Sparsamkeit mit Wolle. Volkswirtschaftliches. pfor 1 / K (Börse.) Die ruhige und eher schwächere Haltung, welche die Börse in den letzten ^agen gezeigt hatte, übertrug sich auch auf den heutigen Verkehr. Verschiedentlich machte sich im Zusammenhang mit dem Wochenschluß RealisattonSnei- gung bemerkbar, obschon diese keinen größeren Umfang annahm. oj 15. Juni. (Warenuiarkt. Nichtamtlich.) Weißklee 160—176, Schwedenklee 210 bis 228, Gelbklee 96-106, Timoth 96 -106, Raygras 108-120 Serradella 85-92, Spörgel 125-135, Saatlupinen 44, Heidekraut bis 3,60 für 50 Kilo ab Station, E 00 E 4^05 ^^'^5,25, Preßstroh 4,75, Maschinenstroh V- Japan schwimmt im Gelbe. Nach der vor kur- zem veröffentlichten statistischen Zusainmensteilungen ist Z er, 1 ?' * n Kriegsgewinnlern der ostasiatischen Weiche, die Zahl der Fabriken und 'der Werk- m^EN, die Malchlnen gebrauchten, um 20 bis 30 ffiozent gestlegcil. Seit Ausbruch des Krieges hat ba?„,Zulage-Kapital von 90 Millionen Pen auf i 7 n nnh n } 0neu, r bie Zuhl der Arbeiter von 80 000 auf 000 vermehrt während die neuen Fabriken und an Fubrik-Erwerterungen eine Zunahme von 50 bis 30 Prozent anfweisen. Der Wert der Erträge der Ä l o!f Snn^n^ncr)imingen ist von 100 Millionen ^/cn auf 300 Ncillionen gestiegen. m ^.^'5 Neichöbckleidungsstcllc sibt bekannt: Die Bezugsschein-Prufungs- und Ausfertigungsstellen dür- sen künftig Bezugsscheine auf Bettwäsche oder für ihre Herstettung bestimmte Stoffe sowie ans Matratzendrell nur für Kranke gegen ärztliche Bescheinigung, für W 6 ch n e r i nn e n lind Säuglinge, gegen eine Be- scheniigung des Arztes oder der Hebamme oder aeaen Vorlegung einer amtlichen GeburtSbescheinigung er- tetlen. Sonstige Antragsteller sind auf bezugsschein- krete Papiergarn-Erzeugnisse zu verweisen. Die ge- U'erbsmäßige Umarbeitung von fertiger, für den Ver- kauf bestimmter Bettwäsche zu Gegenständen anderer ^ ^. u verboten. Verboten ist ferner die gelverbs- maßige Verarbeitung von Web-, Wirk- und Strickwaren zur Herstellung von Polsterwaren, insbesondere von ^catratzen. Zuwiderhandlungen werden streng bestraft Die Bekanntmachung tritt sofort in Kraft. Alto. Im Adamello-Abschnitt erstürmten bewährte Hochgcbirgsbataillone den Corrio di Cavento, wobei ]00 Gefangene und 3 feindliche Geschütze eingebracht wurden. In Albanien wurde am 14. Juni abends ein neuexlichec Angriff der Franzosen im Dcvolital abge- schlagen. Der Chef des GcNeralftabes. 9 Wien, 17. Juni. An dec veneiianischcn Gebirgs front wurde gestern die Kampftätigkcit durch Wetter und Nebel beträchtlich eingeschränkt. Westlich der Brenta behaupteten olpenländische Regimenter die tags zuvor erkämpften Gebirgsftellungen gegen heftige Angriffe. Im Höhengelände des Montello schoben sich die Divisionen des Feldmarschalleutnants Ludwig Goigingcc kämpfend gegen Westen vor Beiderseits dec Bahn Oderzo—Trevtso scheiterten starke italienische Gegenstöße. Die am Südflügel dec Heeresgruppe des Feldmarschalls von Boroevic vordringenden Stceitkeäfte des Generals dec Infanterie von Csteseri enteisten dem Feinde westlich von San Dona weiter Boden und nahmen Capo Sile. Mit deutschen, österreichischen und ungarischen Mannschaften wetteifernd, legten hier tschechisch- und polnisch-ruthenische Bataillone durch ihr tapferes Verhalten Probe ab, daß die seit Monaten täglich wiederkehrenden Versuche des Feindes, sie zu Verrat und Schurkerei zu verleiten, er- folglos geblieben sind. Für die Piavekämpfe am 15. Juni verdient außer der über alles Lob erhabenen Infanterie das junge obcrungarische Regiment 106 besondere Erwähnung. Wie immer, haben nnsere braven Sappeure und unsere Schlacht- und Jagdflieger auch am Erfolg dec letzten Tage hervorragenden Anteil. Die Zahl dec an dec L-üdwestfront eingcbrachten Gefangenen erhöhte sich aus 21000. Dec Chef des Gcneralstabes. 9 Wien, 18. Juni. Die Schlacht in Veneticn nimmt ihren Fortgang. Die Armee des Generalobersten Frhrn. v. Wurm gewann an zahlreichen Stellen Raum. Ihr Südflügel erreichte in zähen Kämpfen den Kanal Foscba. Generaloberst Erzherzog Joseph baute seine Erfolge im Montello Gebiete aus. Italienische Gegenstöße scheiterten an 3 Kampftagen. An 3 Kampftagen wurden in diesem Gebiet 73 italienische Geschütze eingebracht, darunter Zahlreiche schwere Kaliber. Beiderseits der Brenta rannte der Feind abermals vergeblich gegen unsere neuen Stellungen an. Ebenso erfolglos verliefen südlich von Asiago mehrere engliche Angriffe. Die Zahl der Gefangenen ist auf 30 000 gestiegen, jene der erbeuteten Geschütze auf 120 . Die Beute an Minenwecfern und Majchincn- gewehren sowie sonstigen Kriegsmitteln ist noch nicht gezählt. Dec Chef des Genecalstabrs. männischer Leitung vorgenommen werden dürfen, also nur solchen Betrieben, die L der von der Kontrollstelle für fcrigegeb ncs L der zugeteilt erhalten. Die Aus- bcssecungsaebeiten scllen in der Reihenfolge dec erteilten Aufträge erledigt werden. Bei der Peeisberechnnng dürfen die Richtsätze nicht überschritten werden. Den ausgcbeffertcn Schuhwaren ist bei ihrer Rückgabe ein Begleitschein mit dec Angabe dis darsür berechneten Preises u. s. w. bcigefücst Verboten ist, die Arbeit von der Hergabe von Lebensmitteln oder anderen Ans' Wendungen abhängig zu machen. Unzuverlässige Be- irhbe können gffchloffen werden —Verboten ist der Vertrieb von Maßschuhwerk in Luxusausführung, dessen Schafthöhe eine bestimmte Größe übeIchrkitel. Natürlich bezieht sich dies nicht aus Berufsschuhwerk, wie Reit und Wasserstiefel u. s. w. 9 * Verwerfliche Methode Als Folgen der häufigen Nachprüfungen auf dem Lande, macht sich immer mehr das Bestreben bei d