Bezugspreis 60 pfg. monatlich vierteljährlich 1,80Mk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Ab geholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,50 Mk. — Erscheint Mittwochs und LamstagS. — Redaktionsschlutz früh 8 Uhr. — Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Expedition: Siidanlage 21. Anzeigenpreis 20 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile, für Auswärts 30 Pfg. Die 90 mm breite Reklame-Zeile 72 Pfennig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung deS Zahlung». zieleS (30 Taue), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der „Gieftener Zeitung", Gießen. Druck der Gießener Verlagsdruckerei, Albin Klein. Nr. 51. Tel-ph°„ Nr. 362, Samstag den 8. Juni 1918. Telephon Nr. 38L 31. Jührg. Deutsche U-Boote an der amerikanischen Küste. Im Westen feindliche Angriffe siegreich znrückgeschlagen. Ueber die Ardre vorgedrnngen. 12««« u. 28««« u. 2«««« Br -R -T. = zusammen 6« 000 Br.R.-T. versenkt. Grösstes Auffeben über das erscheinen deutscher U Booie an der amerikanilchen Hüfte. * Washington, 5 Juni. Reutermeldung. DaS Flottendepartkment erhielt die amtliche Nachricht, daß an der a meri ka ni sch en Küste ein Dampfer und drei amerikanische Schooner vonUnterseebooten versenkt worden sind. Berichte aus New Jork besagen, daß bet den Versenkungen zwei Unterseeboote beteiligt gewesen find. Die Schiffe sind wahrscheinlich an der Küste von New England und New Jersey verloren ge- gangen. * Rotterdam, 6. Juni. Das Erscheinen deutscher U-Boote an der amerikanischen Oftküste in dem Augenblicke, wo nach den Worten Clemenceaus „die Partie in Erwartung der amerikanischen Hilfe gespielt wird," hat in den Vereinigten Staaten und den Entente- ländern in Europa das größte Aufsehen hervor- gerufen und einen sofortigen Kurssturz an der New Aorkec Effektenbörse zur Folge gehabt. "Rotterdam?. Juni. Londoner Blatten melden, daß in New Uork Nachrichten von neuen Schisfs- Verlusten bekannt gegeben werden. Obwohl der Uebex- seeveckehr der großen Dampfer jetzt vorübergehend ein. gestellt worden sei, ser man über das Schicksal mehrerer seit 1. Januar ausgelaufener Transportdampfer in Sorge. 120000 Mann Uerlufte. Köln, 5. Juni. Der Kriegsberichterstatter der „Köln. Ztg" Prof. Wegener, berichtet von der westlichen Front u. a.: In der Gegend von La Ferte-Milon am Ourcq- fluß stehen wir nur noch 70 bis 80 Kilometer von Paris. Die Gesamtziffer der bei den Gefangenensammelstellen abgelieferten englischen und französischen Gefangenen beträgt bis zum Abend des 4. Juni über 48000 Mannund 1200Offiziere. Schätzt man danach in dem erfahrungLmäßigen Verhältnis die Gesamtvecluste deS Feindes einschließlich Verwundete und Tote, so kommt man selbst bei vorsichtigster Annahme auf m i n d e st e n s 120000 Mann. Compiegne und Reims, auch die Eisenbahn- von Eompiegne nach Paris sei durch die Bombenwürfe gefährdet. " Basel, 6 Juni. Der „Times" meldet: Die Deutschen kommen nördlich der Aisne langsam weiter vorwärts. Ihr Keil schiebt sich, deutlich wahrnehmbar, gegen das Vorgelände von Compiegne heran. * Rotterdam, 6. Juni. Die „Morning Post" meldet eine zunehmende Ausklärungstätigkeit an dem englischen Teil der Front. AuS besonderen Gründen habe man zu örtlichen Evakuierungen im PaS de Calais schreiten müssen. Amtliche deutfebe Cagesbericbte. Berlin. 4. Juni. Durch die Tätigkeit unserer U-Boote wurden im Sperrgebiet um England wiederum 12 000 Bruttoregistertonnen versenkt, llntec den versenkten Dampfern befanden sich 2 mittelgroße bewaffnete Dampfer, einer davon englischer Nationalität. Der Chef deS Admiralstabcs der Marine. • ■ wtb. Großes Hauptquartier, 5. Juni 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht Erfolgreiche Vorstöße in Flandern brachten Gefangene ein. An der ganzen Front hielt rege ErkundungS- tätigkeit an. Der Actilleriekampf lebte vorübergehend auf. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz In Erweitung unserer Erfolge auf dem Südufer der Aisne warfen wir den Feind aus Ambleny Cutry zurück und nahmen seine Stellungen nördlich von Dommiers. — Oertltche Kampfhandlungen beiderseits des Ourca'Flusses. Im übrigen ist die Lage unverändert. 9 Leutnant Löwenhardt errang seinen 26. Luftsieg. Der Erste Generalquartiecmeifter: Ludendorff. 9 Berlin, 5. Juni, abends. An der Schlach.front ist die Lage unverändert. Hauptmann Berthold und Leutnant Menkhoff errangen ihren 31., Leutnant Löwenhardt seinen 27, Leutnant Udet seinen 26., Leutnant Kicchstein seinen 21. und 22. Luftsieg. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. 9 Berlin, 6. Juni, abends. An der Schlachtfront örtliche Kämpfe nordwestlich von Chateau-Thierry und an der Avre. i B ec l i n, 6. Juni. Im Mittelmeer versenkten deutsche und österreichisch-ungarische U-Boote 5 Dampfer und 6 Segler von zusammen über 20 000 Bruttoregistertonnen. Die Dampfer wurden aus stark gesicherten Geleitzügen herausgeschossen. Einer von ihnen war ein KriegsmaterialtranSpoctec. Der Chef des Admtralstabes der Marine. . • wtb. Großes Hauptquartier, 7. Juni 1918. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht Zeitweilig auslebender Actilleriekampf. Rege Eckundungstätigkeit. Bei einem Vorstoß in die französische Linien westlich vom Kemmel nahmen wir 2 Offiziere und 50 Mann gefangen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz Auf dem Schlachtfelde blieb die Gefechtstätigkeit auf örtliche Kampfhandlungen beschränkt. Nördlich der Aisne und nordwestlich von Chateau Thierry wurden Teilangriffe des Feindes abgewiesen. Südöstlich von Sarcy nahmen wir nach starker Artillerievorbereitung die feindlichen Linien beiderseits der Ardre. Wir machten 300 Gefangene. Der Erste Generalquartiermeistec: Ludendorff. »> Berlin, 7. Juni, abends. An der Schlachtfcont ist die Lage unverändert. Oer deutfebe Arbeiter ift kein Proletarier! Zur militärischen Lage im Aeslen. . Bern, 4. Juni. „Progres de Lyon" wird aus Paris gemeldet: Die Stelle, an der die Deutschen am weitesten vorgedrungen sind, befindet sich bei Monthiers, eine Ortschaft zwischen Villers-Cotterels und Chateau Thierry, die sich in der Lustlinie nur 68 Kilometer von Paris entfernt befindet. "Genf, 4. Juni. Der „Matin" meldet: Der feind, liche Druck in der Richtung Compiegne hat sich noch nicht gemindert. Die Stadt Reims liegt n gesteigertem feindlichen Artilleriefeuer. Der „TempS" meldet: Die Eisenbahn von Reims nach Epernay wird schwer beschossen. Die Bahnlinie ist bereits an mehreren Stellen unbenutzbar. * Genf, 4. Juni. Den französischen Widerstand im Walde von Cottecets leitet Petain. Die von Cle- menceau dem Heeresausschuß der Kammer gemachte 'Mitteilung enthielt die Versicherung, Foch und Petain hätten die Aufstellung der Reserven so beschleunigt, daß -U«aux, Villers-Cotterets und Compiegne vollkommen gedeckt seien und daß demnach ein konzentrischer Vormarsch auf Paris ausgeschlossen sei. " Genf, 5. Juni. Nach Pariser Meldungen ist der ^orortsru gverkehc von Paris nach Meaux eingestellt. Auch die Räumung von Meaux vcn der Zivilbevölkerung und den Behörden wird vom Pariser „Petit Journal" bestätigt. 5 * 2uni. Die Pariser Blätter melden die Unterbrechung des Eisenbahnverkehrs von Reims nach Gpecnay. ^ r ^ t 5' Juni. Meldungen von der Westfron berichten über die Fortsetzung der Beschießung vo Berlin, 5. Juni. DaS von dem bewährten U-BootS- kommandanten Oberleutnant z. S. Lo ß befehligte Boot vernichtete im Kanal neuerdings 5 Dampfer und 3 fran- zösi'che Fischerfahrzeuge mit über 28000 Bcuttoregister- tonnen Unter den versenkten Dampfern befanden sich der englische Hilfskreuzer „Noldavie," 9500 Tonnen, sowie ein bewaffneter Dampfer von etwa 6000 Tonnen, die beide aus einem stark gesicherten Ge- leitzuge herausgeschossen wurden. Der Chef des Admicalstabes der Marine. 9 wlb. Großes Hauptquartier, 6. Juni 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht. Artillertetätigkeit wechselnder Stärke. Mehrfach brachten Erkundungsgefechte Gefangene ein. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. An der Schlachtfront ist die Lage unverändlxt. Oertliche Kampfhandlungen westlich von Pontoise, nördlich der Aisne und am SaviereS Grunde brachten uns in den Besitz feindlicher Ecdwerke und Gräben. Der Artill^riekampf war vielfach lebhaft. Chateau Thierly lag unter anhaltendem ZerstöcungSfeuer der Franzosen. Die Beute der Heeresgruppe Deutscher Kronprinz seit 27. Mai beträgt nach bisherigen Feststellungen: mehr als 55000 Gefangene, darunter über 1500 Offiziere, mehr als 050 Geschütze und tveit über 2000 Maschinengewehre. 9 In den beiden letzten Tagen wurden 40 feind, liche Flugzeuge und 4 Fesselballone zum Absturz gebracht. Jagdgeschwader Ri ch t h o f e n schoß gestern 15 feindliche Flugzeuge ab. Von Schlosser W. Wahl-Bremen. (Die nachstehenden Auslassungen bilden den Hauptteil eines Vortrages, den Herr- Wahl am 14. Mai in Berlin unter großem Beifall vor dem Alldeutschen Verband gehalten hat, und sind unS von dem Verfasser freundlicherweise zwecks Veröffent- lichung zur Verfügung gestellt worden Sie werden als ein kräftiges Lebenszeichen unserer nationalen Arbeiterschaft weithin Beachtung finden. Schriftltg.) Neben dem wirtschaftlichen Kriegsziel, das in ausreichendem Siedlungsland, in der Forderung nach dem freien Meer, vor allem in einer genügenden Kriegsentschädigung u. a. m. besteht, hat die deutsche Arbeiterschaft auch ein politisches Kriegsziel. - Während der ganzen Kriegszeit haben wir gesehen, daß der englische Arbeiter sich ganz als Engländer fühlt. Erfreulicherweise kam auch in der ganzen deutschen Arbeiterschaft bei Kriegsausbruch das Deutschtum zum Ausdruck. Während aber der englische Arbeiter glaubt, heute noch für die Freiheit Belgiens, für den Schuh der kleinen Nationen, für Menschenrechte zu kämpfen, finden wir bei einem Teil der deutschen Arbeiterschaft, daß mehr und mehr internationale Ideen hineingetragen werden. Der Ruf nach einem Verständigungsfrieden wird aufgestellt, ohne daß man bedenkt, daß der Kampf um die eigene Zukunft geht. Zwar sind es nur kleine Kreise, aber die Tatsache muß hier festgehalten werden, nicht weil es immer einzelne Schwärmer und Träumer geben wird, sondern weil wir Arbeiter darunter selbst am meisten zu leiden haben. Deshalb muh die Stellung des englischen Arbeiters zum deutschen Arbeiter einmal näher beleuchtet werden, wir müssen uns in die Seele des englischen Arbeiters versetzen. Der englische Arbeiter hat uns nicht geachtet, er hat uns verachtet. Erstens war es Neid auf unsere Intelligenz, zweitens Haß auf unseren Fleiß. Beide Tatsachen zwangen ihn, mehr und besser zu arbeiten. Den Neid und den Haß zeigte er aber nicht öffentlich, da zeigte er nur Mitleid. In alle Welt haben es unsere sozialdemokratischen Blätter ja täglich geschrieen, wie wir geknechtet wären durch den deutschen Unternehmer, wie rechtlos der Arbeiter vor dem Gesetz sei. Wir führten angeblich einen Klassenkampf, so scharf, wie ihn der englische Arbeiter gar nicht kennt. Ja, der englische Arbeiter glaubte uns deutschen Arbeitern einen Gefallen zu tun, wenn er seine Regierung unterstützte bei der Kriegserklärung gegen Deutschland, indem wir „befreit" werden sollten von unseren „Ausbeutern". Ganz bestimmt rechnete er auf das Versagen der deutschen Arbeiter bei Kriegsausbruch. Der englische Arbeiter lebte in dem Wahn, auch hier für Menschenrechte einzutreten. Aber wer kennt nicht die englische doppelte Moral. Was England nützt, ist erlaubt, was ihm schadet böse, ja gottlos. Ein hamburgischer Arzt schreibt: „Der deutsche Arbeiter, der nebenbei im Vergleich zum englischen ein hochstehender Mann ist, der in seinem Sinne für Sauberkeit, Anstand und Ordnung, soviel ich gesehen habe, überhaupt von keinem Arbeiter anderer Länder übertroffen. Der deutsche Arbeiter ist kein Proletarier mehr, es ist sogar eine Beleidigung, ihn Proletarier zu nennen, denn er ist besser unterrrichtet und wohlhabender als die Arbeiterschaft der ganzen Welt. - Dieser deutsche Arbeiter gilt dem englischen Arbeiter nur als der „blo'od Oerman", als ein Konkurrent schlimmster Art, ein Preisdrücker, der, an niedrigste Lebenshaltung gewöhnt, so billig lebt, datz er den Engländer stets unterbietet". In den Tagen der Kriegsbegeisterung kamen bei beiden Völkern die innersten Instinkte zum Ausdruck. Beim deutschen Arbeiter war der Geist von 1914 erhaben, würdevoll, in Vaterlandsliebe für sein Volk erglühend, beim englischen war es Neid und Hatz. Das englische Volk wollte die Vernichtung Deutschlands, die Deutschen wurden beschimpft und verprügelt. Gerade in unseren Arbeiterblättern wurde lebhaft geklagt über die Behandlung deutscher Arbeiter durch ihre englischen Genossen und dabei hat gerade die deutsche Arbeiterschaft dem internationalen Gedanken am meisten gehuldigt. Das Schlagwort „Proletarier aller Länder vereinigt euch" erschallt am lautesten in Deutschland. Mit welchem Proletariern sollte sich der deutsche Arbeiter vereinigen? Der englische Arbeiter fühlt sich nicht als Proletarier. Englands Proletariertum ist in Indien. Dort wird für Englands Reichtum gearbeitet. Auch der französische Arbeiter will kein Proletarier sein. Das Proletariat für Frankreich ist in Afrika. Die Neger halten nicht allein wirtschaftlich den Rentnerstaat hoch, sondern kämpfen auch noch für Frankreichs Ruhm und Ehre. Selbst der amerikanische Arbeiter ist kein Proletarier. Die Iugewanderten, die in amerikanischen Bergwerken und Minen ohne jede Freiheit und vollständig rechtlos als Kulis arbeiten, sind amerikanisches Proletariertum. Mit diesen wollte sich der deutsche Arbeiter verbinden? Der Krieg hat nun einen weiteren geistigen Aufschwung der deutschen Arbeiter gebracht. Standen wir schon vor dem Kriege kulturell höher, als der englische Arbeiter, so ist das jetzt noch mehr der Fall, denn vor dem Kriege ging der Blick der Arbeiterschaft nicht viel weiter als bis zu den deutschen Grenzen. Durch die Kriegsentwicklung hat aber auch der deutsche Arbeiter das Ausland gründlich kennen gelernt. Ein Teil kam durch die Kriegsoperationen mit anderen Völkern zusammen, ein anderer Teil las täglich die Ereignisse und die Absichten fremder Regierungen und Staaten. Diese Erfahrungen haben jedem deutschen Arbeiter den Gesichtskreis erweitert. Die Gedanken beschäftigen sich nicht nur mit dem, was innerhalb des eigenen Kriegsturmes passierte, sondern mit dem, was in der ganzen Welt vorging. Weltpolitik müssen wir nach dem Kriege treiben. Die kleinen Fragen, mit denen man sich im Reichstage herumschlägt, werden die deutsche Arbeiterschaft in Zukunft langweilen. Nach dem Kriege ist zu erwarten, datz mit Bierbankpolitik niemand mehr hinter dem Ofen hervorzulocken ist. Wir müssen hinaus! Wir sahen die Welt, dann wollen wir auch darin leben. Unsere Tageszeitungen dürfen ruhig die Lokalnachrichten beschneiden und mehr weltgeschichtliche Fragen behandeln. Auch der Reichstag wird in seinen Sitzungen mehr auswärtige Fragen behandeln müssen. Von unseren fernen Gesandten und Botschaftern werden auch die deutschen Arbeiter etwas hören wollen. Das Deutschtum wird sich m ganz anderer Weise zeigen. Noch eine schmerzliche Erfahrung haben wir in diesem Knege gemacht. Sehr viel deutsches Blut wurde durch die Kolonialvölker Englands und Frankreichs vergossen. Diesen Proletariern mutzten unsere intelligenten und kulturell viel höher stehenden deutschen Soldaten entgegentreten. Darf das auch in Zukunft noch sein? Nein, niemals ! Auch Deutschland mutz ein Proletariertum haben, das für ihn arbeitet und auch kämpft. Der deutsche Ar- beüer ist zu schade dazu, sich mit dem gelben, schwarzen und braunen Gesindel aller Herren Länder herumzuschlagen! Das ist Deutschlands politisches Knegsziel. Der deutsche Arbeiter ist nicht allein zum Arbeiten geboren. Dasselbe Recht wie England, Frankreich und Amerika steht auch uns zu. Wir dürfen keine Gefühlspolitik kennen. Wir sonnen nur eine Aufgabe erfüllen, das Recht, die Freiheit und die Fülle von Glück zu geben, wie es in unserer staatlichen Macht steht. Unser Deutschtum soll uns dieses geben, deshalb wird es verteidigt und deshalb hat mit dem ganzen Volk auch die deutsche Arbeiterschaft die Härten des Krieges auf sich genommen. »ie Uerwndunfl der Cudendorff-Spende. Ein neuer Grundsatz ist für die Verteilung der durch die Ludendorff Spende zusammengebrachten Gelder aufgestellt worden : Sie fließen nicht, wft das bei anderen Sammlungen üblich war in einen Zentral- fonds zusammen, um von da aus wieder über das Deutsche Reich verteilt zu werden, sondern sie bleiben von vornherein in dem Landesteil, in dem sie gesammelt worden sind. Jeder Spender hat also die Gewißheit, daß seine Gaben denjenigen Kriegsbeschädigten zugute kommen, die ihm am nächsten stehen müssen. Rur ein Brnckftil der gffammelten Gelder, nämlich 15 P oz^nt, wird an die Zentrale abgeführt und bildet einen Ausgleichfonds, der denjenigen Landesteilen zu> gilte kommt, in denen infolge ärmerer oder weniger zahlreicher Bevölkerung dos Ergebnis hintere anderen Landesteilen Zurückbleiben mutz. Die Aufgaben, die mit den gesammelten Mitteln zu lösen sind, umfassen ln Ergänzung der staatlichen Fürsorge: Fortsetzung der Heilbehandlung, Berufsausbildung, Arbeitsbeschaffung, vor ollem aber in gewissen Fällen Bargeldunterstützung. Die Rolwendigkctt einer solchen hat sich auf Grund der bisherigen KrlegSer- fahcungen bereits herausgestellt. Es gilt häufig dem Kriegsbeschädigten mit seinen Angehörigen über die Zeit hinwegzuhelsen, in welcher ec für seinen Beruf wieder tauglich gemacht werden soll; es gilt, falls ec sich einem neuen Berufe zuwenden muß, ihm Arbeitsgerät und Arbeitskleidung zu verschaffen; r§ gilt dem einen oder anderen das Kapitol vo'zustkecken, mit d.sftn Hilfe er sich selbstständig machen kann. In zahllosen Fällen wird die Wiederaufrichtung der wirtschaftlichen Existenz des Kriegsbeschädigten davon al hängen, ob ihm eine gewisse Geldsumme zur Verfügung gestellt werdrn kann. Gerade diese segensreiche und notwendige Art der Untlrstützung indessen erfordert naturgemäß außerordentlich große Mittel. Umsomehr darf darauf gerechnet werden, daß bei der Bemessung des Beitrages jeder einzelne b s an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit herangeht. fMobstbewinscbafiung in stellen. * Um eine ausreichende Versorgung der gesamten hessischen Bevölkerung mit Frühobst zu ermöglichen und um ein übermäßiges Abwandern der Ware nach autzer- hessischen Gebieten, sowie die übermäßige Emdeckung gewisser Kreise nach Möglichkeit zu verhindern, hat die Landesobststelle für das Grotzherzogtum Hessen sich entschlossen, auch in diesem Jahre die Bewirtschaftung des Frühobstes in ihre Hand zu nehmen. Die erlassenen Bestimmungen stützen sich auf eine kürzlich von der Reichsstelle für Gemüse und Obst erlassene Bekantmachung, die jedoch zugunsten der einheimischen Bevölkerung mit Ermächtigung dieser Stelle wesentliche Milderungen erfahren hat. Der gewerbsmäßige Ankauf von Frühobst beim Erzeuger ist der L a n d e s o b st st e ll e v o r b e h a l t e n. Diese übt ihr alleiniges Aufkaufsrecht aus durch die von ihr zugelassenen Aufkäufer, die mit besonderen Ausweis- Karten (von roter Farbe) versehen sind. Händler sind mithin vom Einkauf beim Erzeuger ausgeschlossen; ebenso müssen sich solche Personen oder Betriebe, die die Ware erwerben, um sie in rohem oder verarbeitetem Zustande weiterabzusetzen, der Vermittlung der Landesobststelle bedienen. Für den Absatz von Frühobst durch Erzeuger unmittelbar an Selb st Verbraucher gelten folgende Bestimmungen: Innerhalb der gleichen Gemarkung bestehen keinerlei Absatzbeschränkungen. An Selbstverbraucher, die in einer anderen Gemarkung wohnhaft stnd, darf der Erzeuger Mengen bis zu 10 Pfund ohne weitere Genemigung abgeben; die Beförderung solcher Obstmengen ist nicht von dem Besitze eines Beförderungsscheines abhängig. Größere Mengen als 10 Pund dürfen jedoch in keinem Falle an solche Selbstverbraucher auf einmal abgegeben werden. Bei Zuwiderhandlungen werden sowohl der Verkäufer, wie auch der Käufer mit Gefängnisstrafe bis zu einem Jahre und Geldstrafe bis zu 10 000 Mark oder einer dieser Strafen belegt; neben der Strafe kann auf Einziehung der Vorräte erkannt werden, einerlei, ob sie dem Täter gehören oder nicht. Durch diese letztere Bestimmung rechtfertigt sich nach den Vorschriften der Reichsstrafprozeßordnung die sofortige Beschlagnahme widerrechtlich aufgekaufter oder verkaufter Waren durch Polizeibeamte. Es fei darauf hingewiesen, datz also Beförderung s- scheine in diesem Jahre für Frühobst nicht ausgestellt werden. Ausgenommen sind die Beförderungsscheine für solches Obst, das zum Marktverkauf in den Städten bestimmt ist; hierfür gelten besondere Bestimmungen. Ebenso erhalten Obsterzeuger, die ihr selbstgezogenes Obst nach ihrem in einer anderen Gemarkung gelegenen Wohnsitz verbringen wollen, bei Borlage einer amtlich bescheinigten Erklärung über den zu erwartenden Ernteausfall Beförderungs sch eine bis zur Gesamtmenge. Für Wildobst gelten die gleichen Bestimmungen wie für Heidelbeeren, wildwachsende Himbeeren, Brombeeren u. dgl., wie anderes Frühobst. Pflückscheine werden in diesem Jahre nicht ausgegeben. Die Versorgung der Märkte und Ladengeschäfte mit Wildobst wird voraussichtlich, da eine planmäßige Einerntung durch die Sammelorganisation des Generalkommandos erfolgt, in diesem Jahre so reichlich sein, datz auch solche Beoölker- ungskreise, die nicht die Zeit aufbringen können, um selbst Wildobst zu sammeln, ihren Bedarf zu decken in der Lage sind. Rm Stadt und Tand. * Stootsstenev Durch die verspätete Ausgabe der diesjährigen StaatSsteueczettel in dex Stadt Gießen ist auf m.iiijla\cllc Verfügung hlu die Zahlungsfrist die l. Zieles bis zum 2 5. Juni erftceckt worden. Mttzbrärrch der Nortofreiheit Briese un Postkarten, die von Heeresangehörigen abgesandt werder dürfen nur dann mit den Vermerken „Feldpost Fek postbrief oder Feldpostkarte" versehen werden, wenn sj Privatangelegenheiten des als Absender bezeichnet Heeresangehörigen betreffen und von diesem allein hei rühren. Unterschriften oder schriftliche kurze Iusäk^ Grütze oder sonstige Mitteilungen von Zivilpersonen dürft solche Feldpostbriefsendungen nicht enthalten, sonst werde sie portopflichtig. Ebensowenig werden Postkarten usn von Zivilpersonen an Zivilpersonen dadurch portofrei Feldpostsendungen, datz Heeresangehörige sie mit unter schreiben oder mit Zusätzen versehen und sich als Absend! mit ihrer militärischen Adresse darauf bezeichnen. En solche gemeinsame Inanspruchnahme der FeldposUDortc durch Zivil- und Militärpersonen ist strafba selbst wenn solche Karten usw. von Familienangehörige der Militärpersonen mitunterschrieben sind. Die Postar stalten sind streng angewiesen, jeden solchen Fall zweck Bestrafung der beteiligten Personen zur Anzeige zu bringe! Es wird deshalb von jeder unberechtigten Anwendun des Vermerks Feldpost erneut gewarnt. * Kleidevabgsbe. Wie schon amtlich bekam gegeben, hat die Reichsbekleidungsstelle für ganz DeuM and eine Sammlung getragener Männeranzüge oora ( schrieben. Ieder Kreis hat eine bestimmte Menge ausiu bringen. Da die Anzüge für die Belieferung der Arbeite m kriegswirtschaftlichen Betrieben und in der Landwn schaft gebraucht werden, wird mit Zwangsmaßnahme gerechnet werden müssen, wenn die verlangte Menge nid freiwillig aufgebracht wird. Personen, die offenbar eh größere Menge Oberkleider besitzen, aber nichts freiwilb abliefern, können zur Einreichung eines Bestandsve zeichnisses angehalten werden. Dagegen erhält der fre willig abliefernde Mann eine Bescheinigung, die zr Anrechnung des abgelieferten Anzuges bei einer weitere: im Verlaufe des Krieges etwa notwendig werdende anderweiten Einforderung getragener Oberkleidung bered tigt. — (Auf dem Lande wird da nicht viel zu holen [eit 23et den Landwirten, bei der gesamten Arbeiterschaft i Stadt und Land und bei den Handwerkern ist es niema! Mode gewesen, viele Anzüge zu haben. Ein Anzug st Werktag, einer für Sonntag und ein schwarzer Anzug der Hochzeitsanzug - ist der ganze Reichtum, über de diese Kreise verfügen. Red.) * Dem Hessischen Landesverein für Kriegen Heimstätten find jüngst wiederum bedeutende Spende überwiesen worden. Er erhielt von den Portland-Eemen werken Heidelberg und Mannheim in Weisenau die schm Gabe von 20000 Mk. und nicht lange darauf von Her F. %. Walter Mayer zu Wiesbaden zur Ergänzung ein früheren Stiftung von 30000 Mk. eine weitere hochher ige Schenkung von 45000 Mk.. gewiß beredte geich für die hilfsbereite Anteilnahme, deren sich die Sache d Landesvereins für Kriegerheimftätten allüberall erfreut. * Au die Stadthausfranen! Jmmec noch stehe unsere Männer, Söhne und Brüder draußen im Fell und durch ihre Tapferkeit, ihr Ausharren sind unser Fluren beschützt, können bebaut werden und uns d Möglichkeit geben, mit den Erzeugnissen des Heima lardes dmchznhalten. Die durch den Heeresdienst Anspruch genommenen männlichen Kräfte sind vielfa durch weibliche Personen in hervorragender Weise erse worden und die Arbeit der meisten unserer Landfrau hat Erfolge hervorgebracht, die man in Friedenszeu n'e für möglich gehalten hätte. Reben ihrem Beruf a Hausfrauen und Mutter führen sie den Pflug, pflanz und ernten, besorgen die Blehwictschaft. In wenige T^gen b ginnt die Heuernte; ba'd folgt die GetreN ernte, Hilfskräfte sind in dieser Zeit für Haus- m | Feldarbeit dringend nötig. Im Stamhaushalt kann si » in vielen Fallen die tüchtige Frau auf 10—14 Ta I behelfen, ohne daß die Häuslichkeit leidet, die fällt » Feldarbeit muß getan werden, es hängt davon unfe I Ernährung ab. Stadthausfrauen, helft Euren Schwefle. I ruf dem Lande indem ihr Epre Dienstboten für dl Arbeit auf dem Lande beurlaubt. Ihr leistet auf diese > Wege vaterländischen Hilfsdienst. * Eine Million Kilogramm Tabak für Deutst I land hat soeben die türkische Regierung zur Ausfn I freigegeben. Der türkische Tabak wird in der Hauptsac > zur Zigarettenfabrikation verwendet. * Gummibereifungen für Kraftfahrzeug I Am 29. Mai ist eine neue Bekanntmachung betr. Beschlr > nähme und Vorratserhebungen von Gummibereifungen s I Kraftfahrzeuge jeder Art, erschienen, die an Stelle 1 1 Bekanntmachung vom 16. Mai 1915 getreten ist. Dw W die neue Bekanntmachung werden sämtliche Gummiber I fungen (Decken, Schläuche, Vollreifen) für Kraftfahrzeu > jeder Art (Kraftwagen, Krafträder) beschlagnahmt, glci I gütig, ob sie sich an Wagen (auch an zugelassenen) bes I den oder nicht, ob sie von irgendeiner Stelle früher fr > gegeben oder ob sie im Inlande oder Auslande erworb I sind. Nicht beschlagnahmt sind lediglich die Bereifung-1 die sich/ im Eigentum der Heeres- oder Marineverwaltu I befinden. Trotz der Beschlagnahme bleibt jedoch die 91 Nutzung der Bereifung auf Grund einer schriftlichen Nutzungserlaubnis der Inspektion der Kraftfahrtrupx I gestattet. Nach dem 1. August 1918 haben jedoch r> solche Benuhungserlaubnisscheine Giltigkeit, die nach d-> 29. Mai 1918 erteilt sind. Es mutz damit gerecht werden, datz ein Teil der beschlagnahmten Gegenstäi> I von der Heeresverwaltung in Anspruch genommen were > wird. Es empsiehlt sich daher, auf Anfordern der Heer ■ Verwaltung, die Gegenstände freiwillig an diese zu v I Kausen, da sonst eine Enteignung vorgenommen wert! mutzte. § * Metzen Morgen Sonntag ist hier Opfertag für die Ludendorff-Spende. Vormittags wird von 11 1 / 4 —12 1 / 4 in der Südanlage und nachmittags von 3—4 Uhr am Ludwigsplatz die Militär Kapelle spielen. Gleichzeitig findet Büchsensammelung und ein Straßen^ verkauf von Postkarten, Abzeichen und Blumen statt. * Kad Uauheim. Der Hausdiener eines hiesigen großen Gasthauses stahl in der Nacht zum Sonntag die von den Gästen zum Neinigen vor die Gastzimmer gehäng. ten Kleider und Schuhe, packte die wertvollen Sachen in zwei große Koffer und verschwand damit. Der Wirt ist zum Schadenersatz verpflichtet. * Ans Okerhesserr Die kalten Tage der letzten Wochen waren für bte Bienen nicht gut. Das Einholen von Honig ist weit geringer, obgleich anfangs Mai die prächtige Ostbaum- und Rapsblüte zu den besten Hoffnungen berechtigte. * Ober-Mockstadt. In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Vorschuß- und Kreditvereins kommt jetzt die achte Abschlagsverteilung zur Aus- zahlung. Einer Forderung von 2 046328 Mark stehen etwa 102000 Mark zur Auszahlung zur Verfügung. Mainz. Der deutsche Meisterruderer Ernst Masch- mann, der im Jahre 1917 gefallen ist, wurde nach erfolgter Ueberführung in M a i n z unter allgemeiner Teilnahme beigesetzt. * Fulda. Nach einem Beschluß des Vorstandes deS Grund- und HauSbcsitzervereins Fulda sollen vom 1. Juli d. I. ab die Mieten allgemein erhöht werden. Be- gründet wird der Beschluß mit der langen Kciegsnot, die die Rentabilität des HauSbesitzes stark bedroht. Während des Krieges haben sich die dem Hausbesitz schon lange vorher aufcrleqten Lasten in Form von Steuern, Gebühren und Abgaben bedeutend vermehrt. Sehr in die Höhe gegangen sind die laufenden Ausgaben wie 'Hhpothekknztnsen, Provisionen und Velsicherungs- gebühren, ferner treten dazu infolge der stark gestiegenen Preise für Materialien und Arbeitslöhne unerschwingliche Unterhaltungs- und HecrichtungSkosten für Gebäude und Wohnungen. * Homburg. Die Witwe Koch in Hebel, die ihren 100 Geburtstag beging, erhielt aus dem Zivilkaptnett des Kaisers ein Glückwunschschreiben nebst einem Gnadengeschenk von 300 Mark Höchst a. M. Im Stadtteil llnterliederbach suchte der Feldhüter Rudolph in einem erneuten Anfall geistiger Umnachtung seine Frau mit einem Hackmesser zu erschlagen. Der Hieb traf aber die zum Schutz der Mutter herbeigeeilte 19jährige Tochter am Arm so schwer, daß die Verletzte sofort dem Krankenhause zugeführt werden mußte. Als der Mann sah, welches Unheil ec angerichtet hatte, tötete ec sich durch einen Schuß in den Kopf. — Durch eine Anzeige von unbekannter Seite wurde die Polizci auf zwei schwere Kisten, die aus Ntederselters auf dem Bahnhof eintreffen sollten, aufmerksam gemacht. Die Kisten die auch tat- sächlich eintrafen, bargen einen halben frischgeschlachtene Ochsen. Das Fleisch wurde der Kreisfldschstelle über« wiesen. Nach dem Empfänger sucht man. * Frankfurt a. M. Die Nachricht aus Wiesbaden, daß dort ein Pfund Kirschen mit 2,50 Mk. verkauft wird, hat die hiesigen Obsthändler nicht ruhen lassen. Sie verkaufen jetzt, um den Ruf Frankfurts als teuerste Stadt Deutschlands nicht verblassen zu lassen, das Pfund mit 2,80 Mk. - In einer der letzten Nächte stahlen Einbrecher aus einem Herrenbekleidungsgeschäft in der Trierschen Gasse für 5000 Mark Herrenkleider und aus einem Tuchhause in der Reineckestraße für 15000 Mark Seidenstoffe. * Frankfurt a. M. Auf der Linie 18 wurl eine Straßenbahnschaffnecin, die rauchende Fahrgäst auf das Rauchverbot aufmerksam machte, während de Fahrt aus dem Straßenbahnwagen geworfen. Et die Unfallstelle zufällig passierendes Krankenauto nähr sich der Verletzten an. Gegen die rohen Fahrgäst wurde Anzeige erstattet.—Eine der bekanntesten Erschei nungen Frankfurts, der Straßenbettlec Adam Wetgant der aus seine Krücken gelehnt, an den Straßenecken Uand und milde Gaben heischte und überall Mltlei fand, wurde von der Polizei verhaftet, weil er schwin delte. ^zn Weigands Besitz fand sich eine größere Bar summe. Der Mann konnte sich der ihm dacgebotenei Anstaltspflege nie fügen und führte lieber ein Bettler leben, das ihm viel Geld cinbrachte und ihn, wen, Frankfurts BodcN mal zu heiß wurde, auf „Reisen" bi- nach Hamburg führte. Durch sein muletderregendei Aussehen verdiente Weigand, der täglich nur einig! Stunden „arbeitete", viel Geld. Seine Krücken warer nur das Aushängeschild zur Erregung von Mitleid be den Vorubergehenden.-Dte Stadtverordneten Dißmann Huttmann und Dc. Levy haben sich zur „unabhängiger sozialdemokratischen Stadtverordnetenfcaktion" vereinigt m r* Vor einigen Tagen, brachte an hiesigen Bahnhof ein Händler auö Weilburg 65 Läufer die wegen Ihre, wbelhastigrn Hohe unglaublich klingen. Der Handle, forderte zuerst für das Pfund Lebendgewicht 8 Mark dann 10 Mark, und erzielte als die Nachfrage Imme, i'““' r LS U m' i uI #f ut ein 28 Pfund schwe.es Schwein, gl*" 'ibO Mark, für ein weiteres sogar 400 Mark (! fo L Psu"d Lebendgewicht kommt also aus 13 bzw Lenke J u ist unverständlich, daß cs Leute gibt, die solche Preise za hlen. Da; Zeldheer braucht dringend Yen und Ztroh! Landwirte helft dem Heere! Cilerarifcbes. * Serbisches Tagebuch. Bon Roda Roda. Verlag von Ullstein & Co., Berlin. Preis 1,25 Mk. In diesem Kriegsbuch etzählt der Verfasser von dem, was er am genauesten kennt, dem Balkan. Nicht in militärischen Berichten, sondern in Einzelbildern, die Volk und Landschaft malen, stellt er die Tragödie Serbiens dar. Cr führt in das eroberte Belgrad, auf die großen, steinigen Straßen, die übers Gebirg gehen, in die braunen Wälder, unter Bäuerinnen und Zigeuner, nach Oplenatz bei Topola, dem marmornen Gräberhaus der Karngeorgewitsch, nach Kraljewo, zu den vielen Klöstern an der Morawa, in ein serbisches Städtchen, dessen Bürgermeister ein Lebkuchenbäcker ist, und mit dessen ruhig denkenden Honoratioren er das Schicksal ihrer Nation beredet. Die Katastrophe des serbischen Heeres, das „Unwetter aus der Melalitza", schließt das Buch ab, das mit seinen farbigen Stimmungen schon jetzt wirkt wie erlebte Beschichte. Jur neuen Offensive im Westen hat die Franckh'sche Berlagshandlung, Stuttgart eine vorzügliche Karte herausgegeben. Cv ist das Blatt 12 : Reims der Karte von Belgien und Nord- U^ukreich - gezeichnet in Schummerungsmanier im Masstab 1:200000. Der Karte ist ein alphabetisches Ortsverzeichnis beigegeben, das die Auffindung der zur Zeit in den Tagesberichten genannten Ortschaften, Flüsse und Höhenzüge wesentlich erleichtert. An das Blatt 12: Reims schließt sich an das Blatt 11: Paris. Preis 50 Psg. für das Blatt. ttlerfet die im Ha shalte, auf den Höfen, in den Schoppen auf den Dachböden usw., selbst in den Winkeln, herum, liegenden Lumpen Stoffabfälle, altes Packleinen, Flicksappen, Musteclappm, alte Stricke, Bindfaden, Hüte, Kragen, Manschetten, Reste usw. nicht achtlos fort! Die Kriegswirtschaft braucht jedes Stückchen Lumpenmaterial, auch wenn es noch so wertlos erscheint. Sammelt deshalb alles! Verkaufet es an die richtige Ablieferungsstelle: den gewerbsmäßigen Lumpensammler. Dieser liefert alles bestimmungsgemäß an die Sortier- und Wirtschaftsstellen der Heeresverwaltung ab. Kriegsamt. Kaan 2wern Tor rwaa Kerlone! (Aus der Zeit). Was mer in dere Kriegszeit Net alles muß dvrchmache, E jeder Tag bringt Neuigkeit Unn siewe annere Sache. Der Mensch is e Gewohnheitstier, Kann heut ze Tag mer sage,- Ersatz fors Esse unn fors Bier Das leit aam schwer im Mage. Ersatz for Zucker, Seif, Kaffee, For Butter, Honig, Eier, For Tuwak, Branntwei, Milch unn Tee, Dabei noch forchtbar teuer. Das Ledder/Kordel, Zwern unn Garn Is bald net mehr ze kaafe, Mer mutz, um Schuh unn Strümp ze sparn, Wie früher baarfutz laafe. Aach unser schönes Silbergeld Mutz jetzt Papier ersetze, Unn wann der Krieg noch lang anhält Dann is in tausend Fetze. Unn holt mei Fraa dann in der Stadt Die viele, gute Sache, Kann manchmal wie e Kind.for Fraad Se satzt kaa Pvtche mache. Doch nochmals uff de Zwern zurück, Den sollt mer neulich krieje, Da hört Ihr jetzt e lustig Stick, Mei Fraa erzählt kaa Lüje. Dann wie se in de Lade kimmt, Um sich e Roll zu hole, Der Kaafmann ihre Kart hinnimmt, So frech unn unverhohle. „Se kriege üwerhaapt kaan Zwern", Sacht er im barschen Tone, ,,S' stann extra in de Zeitung drinn, Kaan Zwern for zwaa Persone". Gießen, L. Roloff. Verantwortlich: Albin Klein in Gießen. Kirchliche Hinreisen. Sonntag den 9. Juni. (2. nach Trinitatis). In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonsicmierten aus der Matthäusgemeinde. Pfarrer Mahr. — Vormittags 9*/» Uhr: Pfarrassistent Liz Reuning. — Vormittags 11 Uhr: Kinderkicche für die Markusgemeinde Pfarrassistent Liz. Reuning. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonsicmierten aus der Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer. — Vormittag 9 1 /* Uhr: Pfarrer Ausfeld. — Vormittags 11 Uhr: Kindeikirche für die Johannesgemeinde. Pfarrer Ausfeld. — Abends 8 Uhr: Btbeloesprechung im Johannessaal. Oeffentliche Aufforderung. Am 15. Mai 1655 verstarb zu Homberg a. d. Ohm der Landgerichtsdtenec Johannes Ueichard Ec war verheiratet mit Luise geb. Htlde- brand und hinterließ mehrere Kinder, deren Nach- kommen ich suche, da sie als Miterben am Nachlasse der Diakonissin Luise Christiane Reichard in Betracht kommen. Alle Personen, welche glauben Ecbausprüche erheben oder zur. Sache zweckdienliche Auskunft geben zu können, werden ersucht, sich mit dem Unterzeichneten Nachlaßpflegec in Verbindung setzen zu wollen. Dar m sta dt, den 5. Ju::i 1918. Ludwig Kaab. Amtsgerichtstaxator, Wilhelminenstcaße 21. Lu verkaufen: Sofa und 6 Stühle, Divans, Tische, Nähtische, Sessel, Klavier, Kinderwagen und andere Möbel. Coul$ ftotdenberger. Giessen. Telefon 176. o^UMomnietMe zur geordneten, staubsicheren Aufbewahrung von Formularen, Akten, Schnellheftermappen, Noten, Zeichnungen, Katalogen, Waren usw. 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