Bezugspreis 60 pfg. monatlich vierteljährlich 1,80Mk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Ab ge holt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,50 Mk. — Erscheint $ t f) t ö i t i ö Mittwochs und Samstags. — Redaktionsschluß früh 8 Uhr. — Für AufbewahruM oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wi^kiicht garantiert. Verlag der Gtcsrener Zeitung Gießen. Knzeigenyreis 20 p?g. die 44 mm breite Petitzeile, für Auswärts 30 Pfg. Die 90 mm breite Reklame-Zeile 72 Pfennig. ' Sübattlaqo 21. Erlrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung desZahlungS- zieles (BO Taaej, bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohneVerbindlichkeit. Druck der Gießeuer VerlagSdruckerei, Albin Klein. Ar. 47. Telephon Nr. 362. Samstag d u 25. Mai 1918 Telephon Rr. 362. 31. Jahrg. Paris, London und andere englische Ztädts mit Bomben belegt. Im Westen größere feindliche Munitionslager zerstört. 228S8 u. 158W Or.-R.-T. ^ zusammen 3780® Br.-R.-T. versenkt. Das Ziel der Reeresieiiung. Laut dkm „Bell. Tagebl" meldet dec Berliner Mitarbeiter den Kopenhagens „Politiken" scincm Blatt nach Mitteilungen, die ihm aus Kreisen des Großcn Gcneralstabs gemacht wurden, daß die jetzige lauge Kampfpause ein Glicd im Plan der Obersten Heeresleitung'sei. Als Ziel der großen Kämpfe sei ihm amtlich die Zermalmung der feindlichen Heeresmacht bezeichnet worden. Ein großer Schritt aus diesem Wege sei benits getan und die Initiative der gesamten Operationen in diesem Jahre sei dem General Foch aus den Händen genommen. General Foch sei gezwungcn worden, sein ganzes „Bewegungsheer," mit dem man so große Hoffnungen verband, zur Verteidigung einzusetzen. Weiter hei"t es: Wenn der Krieg in Frankreich wirklich zu Ende geführt wcrden sollte, wird Deutschland seine Kxäfte, die in ungeheurem Maßstab frei werden, in den U-Bovt-Werftcn verwenden können. Dank dec steigen- den Erzeugung wird sich die Not auf dem Lebensmitteln markt dauernd bessern und Deutschland imstande sein, einen jahrelangen Seekrieg auszuhalten. Ü berdies ist cs nicht ausgeschlossen, daß es für die Fronten iw Orient von bedeutender Wirkung sein wird, wenn die Kräfte der Mittelmächte im Westen frei werden. In Palästina urd am Suezkanal ist England ebenso verwundbar wie zur See. Zur mliltärlfcbeti Lage im Hielten u. Ziidwesien. * Berltn, 22. Mai. Am 21. Mai führte die deutsche Artillerie mit großer Wirksamkeit ihren Feucrkampf durcb. Sie hielt geplante Angriffe des Feindes tni Kemnrclgebiet durch ihr Abwehrfeuer nieder und rief durch zahlreiche Treffer in den feindlichen Batterien mehrfach Munitionsbrände hervor. Hazebrouck, Mooc- becque, dec Schacht II von Annezin, der Schacht V von Noeux. dec Schacht X von Bethune und das Stahlwerk Grcnoh wurden erfolgreich mit schwerem Kaliber belegt. Unsere Bombengeschwader verursachten gleichfalls schwere Schäden in den Untcrkunfsorten des rückwärtigen feinb lichen Gebietes. Bei Sprengung des großen Munitionslagers Blargus wurden ungeheure tageShelle Explosionen beobachtet. * Zürich, 22. Mai. Der „Corctere della Serra" meldet: Wir strhen am Vorabend unserer Offensive. * Zürich, 22. Mai. Der „Tagesanzeiger" meldet: Es bestehen Anzeichen, daß es in den konrmenden Monaten in der Aoria zu einer lebhaften Seekckegsührung komme. Die Italiener verlegen sich darauf, mit ih ec neuen Motorbootflotte die österreichische Küste unsicher zu machen. * Holländische Grenze, 23. Mai. Laut dem „Nieuwcn Notterdamschen Courant" meldet dec „Petit Parisiel.", daß 140 deutsche Divisionen, d. h. zwei Drittel der gesamten dcutschiN Stretmacht, zwischen dem Meere und der Oise ausgestellt seien. 52 Divisionen ständen in der Kampslinie oder als unmittelbare Stunntcuppen bereit, 58 Divisionen seien mehr nach hinten ausgestellt mit der Bestimmung, den großen Angriff zu ergänzen. Der neue Angriff solle mit 1700000 Soldaten ausgeführt werden, wovon 1120000 Mann Fußtruppen seien. (Di? Stimme des „Petit Parisien" spricht für Fcaukce^chs Angst vor denr Kommenden keineswegs ab.c können die Franzosen über Deutschlands Vorbeeeitungen und Pläne so unterrichtet sein, daß diese Zahlen etwa stimmten. Bisher hat Hindenburg den Fanden noch immer lieber raschungen gebracht. Tie Schriftl.) * Bern, 23. Mai. Nach Dipcschen von der eng. lischen Front an Pariser Blätter steht Bethune infolge der. Beschießung durch deutsche Brandgranaten in Flammen. * Rotterdam, 24. Mai. Dec „Daily Telegraph" schreibt: Der Ausgang dcs Krieges wird im nächsten halben Jahre entschieden werden. Der deutschenglische Zweikampf wird den Kampf der beiden Mächtegruppen überhaupt bestimmen. * Genf 24. Mai. Die unweit Bethune gelegene Stadt Lille rs wurde gleichfalls geräumt, weil sie der deutschen Beschießung ousgesetzt ist. Hmllicde deutfcbe €age$bericbtt Berlin, 22. Mai. Im Mlttelmcer versenkt n unsere U-Boote die italicnische Dreimastbark „Angelina dt Paola", 228 Bit, den französischen bewaffneten Dampsir „Verdun", 2768 Bit., und 4 weitere Dampfer, darunter einen von mindestens 8000 Br., zusammen über 22000 Bcuttoregistertonnen. Dec Chef des AdmiralstabeS der Marine. » wb. Großes Hauptquartier, 23. Mai 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Im Kemmelgebiet hielt gesteigerte Feuertätigkeit an. An den übrigen Kampffronten l bte die Ge- fechtStütigkeit erst am Abend in einzelnen Abschnitten auf. Während der Nacht lebhafte Tätigkeit der Franzosen auf dem Westufcr drr Avre. — Mehrfach wurden Vorstöße dcS Feindes abgewtesen und bei eigenen Erkundungen Gefangene cingcbracht. — Auf dem Kampffelde an der Lhs wurden gestern unter anderen 3 amerikanische Flugzeuge abgeschoff n. — Die in letzter Zeit sich mehrenden feindlichen Fliegerangriffe gegen belgisches Gebiet haben dec Zivilbevölkerung schwere Schäden und Verluste zugefügt. Militärischer Schaden entstand nicht. Durch erfolgreichen Bombenabwurf wurden große Munitionslager dcs Feindes nordwestlich von Abbeville vernichtet. Parts wurde mit Bomben beworfen. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. Berlin, 23. Mai, abends. Von dn Kriegsschauplätzen nick tö Neues. » wtb. Großes Hauptquartier, 24. Mai 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Die Lage ist unverändert. Im Kemmelgebiet, beiderseits der Lys und der Sca'pe, südlich von der Somme, sowie zwischen Mweuil und Montdidicr lebte die Ar- tillertetätigkeit am Abend aus und war auch währt nd dec Nacht lebhaft. Die Jufantecietätigkeit blieb auf E kcikdungskämpfe beschränkt. Eigene Unternehmungen südwestlich von Bucquoy und an der Oise brachten Ge- fonzene ein. Dec Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. « Berlin, 24. Mai, abends. Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues. Berlin, 24. Mai. Von unseren U Booten wurden im Sperrgebiet um England wiederum 15000 Brutto- regislertonnen feindlichen HandclSschiffsraumes vernichtet. D.e Erfolge wurden vcnwiegend on der Ostküste Englands bei starker feindlicher Gegenwirkung erzielt. Zwei Dampfer wurden auS Geleitzügen hcrausgrfchoffen. Der Chff des Admiralstabcs der Marine. Der bisher grösste Angriff. Berlin, 22. Mai. Sta ke deutsche Bomknnge- sch'vader griffen in der Nacht vom 19. zum 20. Mai lv i e d e r u m London an. Die Unternehmung gestaltete sich durch die große Anzahl Flugzeuge, di. London cr- reichtcn und die Menge der auf die Mitte dir Stadt abgewo:sencn Bomben zum g ößten aller bisher dulchgc- führten Angriffe auf London. Einwandfikt wlrrde die starke Wirkung unserer Bomben in der City zwisch n Admiralität und Westindicn Docks beobachtet. Vier groß ' Brände brachen im Innern der Stadt aus. Mit demselben guten Erfolge griffen unsere Bombcuflugz uge Do v er, Che l m s f o r d, CH a th a m und So u t h e n d an. Livland und ksibland frei von Russland. * Berlin, 24. Mai. Das deutsche Auswärtige Amt hat am 19. Mai dem hiesigen Vertreter der russischen Regierung Joffe eine Erklärung des Vorsitzenden der vereinigten Landesräte überreicht, in der die förmliche Loslösung der Provinzen Livland und Esthland von Rußland vollzogen wird. „Tie Bevölkerung Livlands und Esthland," so schließt die Joffe überreichte Note, „hat durch die Erklärung ihrer Vertrcter von dem Rechte, ihr Schicksal frei zu bestimmen, Gebrauch gemacht und die LoSlösung von Rußland vollzogen, wovon sie die russische Negierung in KenvtniS zu setzen die Ehre hat." UmlZuscb älterer Eandfturmkute. Wie aus zahlreich eingehenden Gesuchen und Anfragen hervorgeht, herrscht über die seit einiger Zeit für den Austausch der älteren Jahrgänge dcs Landsturms bestehenden Bestimmungen vielfach Unklarheit. Zur Beseitigung von Zweifeln und Einschränkung aussichtsloser Gesuche wird daher bekannt gegeben: 1 Der Austausch erfolgt im allgemeinen nur bei den Truppen der vordersten Linie. So lange die Ersatzlage es zuläßt, soll die Maßnahme in besondcrs berück- fichtigensw rtcn Fällen auch auf solche Truppen ausgedehnt werden, die zwar nicht zu denen der vordersten Linie gehören, aber trotzdem dem feindlichen Feuer stark ausgesetzt sind. 2. Dec Austausch erstreckt sich nur auf Mannschaften, die länger a l s 6 M o n a t e in vorderster Linie Dienst getan haben. Diese werden ans der vordersten Stellung zurückgezogen. EineZurückversetzungindieHeimat ist dagegen rUcht ohne weiteres angängig, da auf die Verwendung auch der älteren Landsturm leutc hinter der Front, in rückwärtigen Fonnationen und in der Etappe vorläufig noch nicht verzichtet werden kann. 3. Der Austausch war zunächst beschränkt auf die 45jährigen und älteren Landsturmleute. Soweit die Ecsatzlage es gestattet, soll die Maßnahme auch auf die n ä ch st j ü n g e r e n I ihrgänge ausgedehnt werden. 4. Der Austausch findet im allgemeinen nach dem Alter statt; besondere persönliche, wirtschaftliche, familiäre und gesundheitliche Verhältnisse berechtigen jedoch zu Ausnahmen. 5. Das Fortschreitcn des Austausches kann nicht gleichmäßig erfolgen, cs ist von der jeweiligen Ersatz- läge in den einzelnen Korpsbezirken abhängig. 6. Ohne Rücksicht auf das Lebensalter können Väter zahlreicher unversorgter Kinder und die letzten überlebenden Söhne von Familien, die durch den Verlust ihrer übrigen Söhne besonders schwer geprüft sind, aus dec vordersten Linie zurückgezogen werden, soweit cs die militärischen Berhältniss.', insbesondere die Ecsatz'age gestatten. }iti$ Stadt und Land. Tr agt Sandalen! Trotz der Hitze und der Knappheit an Schuhen und Strümpfen sieht man fast keine Barfußgänger. Es ist zuzugeben, daß nicht jeder barfuß gehen kann, aber in Sandalen kann jedermann gehen, Mann, Frau und Kinder. Aber ohne Strümpfe, denn sonst erspart man nicht viel. Der Staub und Sand, der immerhin bei Sandalen eindringt, ^erarbeitet die Strümpfe viel rascher als beim Tragen in Schuhen. Aber in Sandalen barfuß! Welch eine Wohltat für die Füße und Menschen und für die Schuhe und Strümpfe, die wir im nächsten Winter doch so nötig gebrauchen. Also Sandalen heraus! Wo sind in dieser national so wichtigen Sache die Führer unseres Volkes? Wer „wagt" es, das Barfuß-San- dalen-Gehen „salonfähig" zu machen? Keine Abwehrmittel. England und unsere U-Bootersolgc. ? A Als im Februar vorigen Jahres unser verschärfter U-Boottrieg einsetzte, verlangte das englische Volk von seiner Regierung energische Abwehr- mahnahmen. Man kannte sich in England vor Wut über den von unseren U-Booten zugefügten Schaden an versenktem Schiffsraum kaum noch aus und taufte die Taten unserer U-Bovtwaffe bezeichnenderweise allen fcr Pest" angeboren, doch ein wirklich prarrriü) durchführbares Mittel zur erfolgreichen Bekämpfung unserer U-Boote fand man nicht. ‘ Es feucfjtet auch Laien, wie Fachleuten ein, daß es so leicht kein wirkliches Abwehrmittel gegen das U-Boot mit seiner durch die Tauchfähigkeit auf Zwischenfälle vorbereiteten Aktionsfähigkeit geben wird. Ein unsichtbarer Feind ist eben schlecht zu bekämpfen. Seitdem ist nun bereits mehr als ein Jahr vergangen, und die Lersenkuuaszifseru an feindlichem Schiffsraum beweisen, wie unbehindert unsere U-Boote weiter ihre Arbeit tun. Da ist es denn nicht zu verwundern, wenn das englische Volk angesichts unserer dauernden Erfolge nachgerade ungehalten darüber wird, daß die englische Admiralität so gar nicht in der Lage ist, unseren Erfolgen zur See zu steuern, und keine wirkliche Abwehrmaßnahme gegen die Schiffsraumversenkungen unserer U-Boote findet. Die englische Negierung würde sich in einem argen Dilemma befinden, stände ihr angesichts der Tatsache, noch immer kein Mittel gesunden zu haben, der U-Bootspest zu steuern, nicht eine andere Abhilfe zur Seite. Da die Tatsachen fehlen, unsere U-Boote erfolgreich zu bekämpfen, muß eben wieder die englische Presse mit Beruhigungsnachrichten aushelfen. Archibald Hurch sagte kürzlich im „Daily Telegraph": Offenbar beginnt die britische Admiralität jetzt, die U-Bootfrage mit größtem Ernst zu behandeln. Die Nordsee sei jetzt mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln abgeschlossen. Dank des neuen Minenfeldes im Norden seien auch die U-Boote, die sich von oder nach den Seefahrtsstraßen des Atlantischen Ozeans begeben, Gefahren ausgesetzt, welche sie in diesem Maße bisher nicht gekannt hätten. Gleichzeitig nehme die Kraft der Angriffe der englischen Ueber- wachungsfahrzeuge und Flugzeuge gegen die U-Boote zu. Das Schicksal der U-Boote sei jetzt besiegelt." Das sind nichts weiter als hohle Umschreibungen, die aufs Deutlichste erkennen lassen, daß man auch heute noch kein Mittel gefunden hat, unseren U-Booten erfolgreich entgegenzutreten. Unsere U-Boote selbst werden es dem Mr. Hurd schon lehren, daß die Besiegelung ihres Schicksals nur eine seiner illusorischen Annahmen ist. Seinen Zweck aber, die Maße des englischen Volkes mit seiner Weisheit über den kritischen Stand der Schiffsraumversenkungen durch unsere U- Boote zu beruhigen, wird er vielleicht für einige Zeit erreichen. Unsere zuständige Stelle hat ja bereits zu der neuen Absperrung Stellung genommen. Gewiß sind wir darauf vorbereitet, daß unseren Seersteitkräften die Bewegungsfreiheit erschwert werden soll. Sie haben aber des öfteren, wie z. B. gegenüber den Absperrungsversuchen im Kanal, gezeigt, daß jeder englischen Maßnahme eine Gegenmaßnahme folgte, und daß es bisher den Engländern nur mit dem riesigen Mundwerk gelungen ist, unsere U-Boote wirksam zu bekämpfen. Tatsächlich ist ihnen der erhoffte Erfolg bisher versagt geblieben, und das können wir auch von dem neuesten englischen Absperrungsversuche r- hoffen. Vom A-Bootkrreg. U-Booterfolge im Westen Englands. (Amtlich.) Berlin, 18. Mai 1918. (WTB.) Das von Kapitänleutnant Grünert befehligte U- Boot hat an der Westküste Englands fünf bewaffnete tiesbeladeue Dampfer mit zusammen 21000 Bruttoregistertonnen versenkt. Darunter ein mindestens 8000 Tonnen großes Schiff. Namentlich festgestellt wurde der bewaffnete französische Dampfer „St. Chamond" (2866 To.). Der Chef des Admiralstabes der Marine. • Das Geschäft der Reeder verdorben. Die Kriegsverdrossenheit der englischen Reeder, die sich nach dem Vorgang früherer Seekriege von diesem Kriege ein glänzendes Geschäft versprachen und dieses auch anfänglich erzielten, äußert sich unter der Wucht der U-Boorsperre in heftigen Anklagen gegen die amtliche Schiffahrtspolitik. Schon der diesjährige Jahresbericht des Verbandes Liverpooler Dampfschiff- besitzer hält der Negierung die gröbsten Sünden des Verstaatlichungs-Systems vor. Nun erhebt auch Sir Norman Hill, einer der bedeutendsten englischen Reeder. in einem Vortrag vor der Statistischen Gesellschaft von Manchester schwere Vorwürfe gegen die Regierung, weil sie den freien, persönlichen Unternehmungsgeist planmäßig lahmlegt. „s>,u Kriegsbeginn," sagte Hill, „wurden 50 Prozent aller Ladungen im internationalen Ueberseeverkehr durch englische Schiffe befördert. Heute fragen sich die englischen Reeder, ob sie nicht besser täten, ihr Geschäft bei der ersten günstigen Gelegenheit an den Nagel zu hängen. Zur Lösung der außerordentlichen Schwierigkeiten, der Erhöhung der Transportleistung, der Bekämpfung der Frachtraumvergeudung, der Kraftverschwendung im Schiffbau, zum Wideraufbau der zerütteten Handelsflotte, kurzum zur fachmännischen Betriebsleitung ist das vom Staat eingesetzte Beamtentum am allerwenigsten berufen. Darum fort mit jeder Regierungskontrolle!" Norman Hill übersieht, daß die Verstaatlichung der Reederei, oie Vernichtung des freien Reedertums, für England heute eine bedingungslose Lebensnotwen- digkeit ist, um den Kamps gegen oie „N-Bootpest" fortzuführen. * . - Zwischen Wollen und Bollbringen. Das Schiffahrtsamt der Bereinigten Staaten b e - schloß, sofort 14 Betontankdampfer von insgesamt 105 000 Tonnen für den Handel mit Heizmaterial und Oel zu bauen sowie außerdem Betonhandelsschiffe von insgesamt 11500 Tonnen. Mit hochtönenden Beschlüssen ist Amerika immer schnell zur Hand gewesen. Frechster Mißbrauch der Hospitalschifse. Immer noch! Trotz aller Ableugnung! Ein am 21. März gefangen genommener englischer Student der Medizin vom Roya! Ariny Medicinal Corps hat nach seiner Gefangennahme ausgesagt, er habe int Juni 1916 während seines Aufenthaltes in Rouen beobachtet. wie das Hospitalschiff „West Australia" ansgeladen wurde: er habe seinen Freund daraus aufmerksam gemacht, daß Munition und Kisten aus- geladen würden und habe diese Verletzung des Völkerrechts kritisiert, die deutsche Gegenmaßnahmen 3111 * Folge haben müßte. Frankreichs Elend in Amerika. Rckrntcnbcttcl durch Elendsschilderungen Tardieu. der französische Oberkommissar in den Vereinigten Staaten, erklärte in einer Rede, die er in Baltimore hielt, Frankreich habe 7 Millionen Mann mobilisiert, ferne Armee habe über eine Million an Toten und über eine Million an dauernd Invaliden verloren. In derselben Rede teilte er mit, Amerika habe im ersten Viertel dieses Jahres ein Dritte! wertiger Getreide nach Europa geschickt, als für dessen auss äußerste eingeschränkten Bedürfnisse notwendig wäre. „Ueber eine Million" ist ein dehnbarer Begriff, und Herr Tardieu dürste sich der von ihm gebrauchten Wendung über die Zahl der französischen Toten ge- rade um ihrer Dehnbarkeit willen bedient haben. Denn IV 2 Million Tote — so hoch ist die Zahl der französischen Menschenverluste nach vorsichtiger Schätzung mindestens anzuschlagen — das dürste die unvorbe- Scherz und Ernst. tf Amerikanischer Humbug. Zur Hebung des kriegerischen Geistes und zur Belebung des Interesses für Frankreich hat die französische Militärbehörde eine Abteilung Alpenjäger nach Amerika gesandt, die während ihres kürzlichen Aufenthaltes in Newyork auch der Börse einen Besuch abstatteten. Sie wurden selbstverständlich mit Begeisterung ausgenommen, und um sich erkenntlich zu zeigen, verehrten sie dem Börsen- vorstand eine Gasmaske, mit der Bitte, sie in der Börsenversammlung meistbietend zu versteigern. Die Maske wurde für 500 000 Dollar von Morgen erstanden, der # die von 1000 zu 1000 steigenden Gebote bis zu dieser Höchstgrenze hinaufgetrieben hatte. Mit der Versteigerung verband man gleichzeitig eine erfolgreiche Werbung für die ,,F r i e d e n s a n l e i h e", denn es war vorher verabreoet worden, daß jeder, der ein Gebot auf die Gasmaske abgebe, für den Betrag der von ihm genannten Summe Kriegsanleihe zeichnen müsse. So kamen im Verlaufe der 15 Minuten dauernden Versteigerung „Zwangszeichnuugen" im Betrage von 31/2 Millionen Dollars zustande. ti Eine vergessene Millionenstiftung. Daß eine Millionenstiftung plötzlich aus dem Dunkel der Vergessenheit auftaucht, dürfte nicht allzu oft Vorkommen. Wie aus Stockholm geschrieben wird ist die Aufmerksamkeit der schwedischen Regierung jetzt durch einen Zufall auf eine Stiftung gelenkt worden, die den meisten Schweden vollkommen unbekannt gewesen war. Die Stiftung geschah durch den letzten Willen des im Jahre 1859 verstorbenen finnischen Sägewerksbesitzers Erik Johan Längman: ihr Zweck war teils die Unterstützung Armer und Kranker, zum größten Teil aber die Förderung wissenschaftlicher und künstlerischer Werke und auch die Herausgabe gemeinnütziger literarischer Arbeiten. Ein besonderer Teil sollte abgesetzt und auf Zins und Zinseszinsen angelegt werden, bis er 100 Millionen schwedischer Reichswährung erreicht Hütte, um dann zur Hebung des schwedischen Kurses verwendet zu werden. Die Stiftung für wissenschaftliche und künstlerische Zwecke ist inzwischen auf mehr als 2 Millionen schwedische Kronen angewachsen. Tie Regierung hat nun ein Kollegium von fünf Männern, an deren Spitze den Universitätskanzler, für Entscheidung über Preisverteilung usw., ernannt. Auf diese Weise hat Schweden sozusagen eine zweite Nobelpreisstiftung zur Verwaltung bekommen, wenn bie[c auch über geringere Summen die Verfügung zu treffen hat; immerhin kommen über 40 000 Kronen im Jahre zur Verteilung, und schon heute ist die Zahl der Bewerber, nachdem sich einmal die Oesfentlichkeit mit der Angelegenheit befaßt hat, ganz außerordentlich hoch. ti Warum er Gefreiter wurde . . . Bei unserer Kompanie befindet sich auch ein Rechtsanwalt. Als die jüngsten Beförderungen herauskamen, hielt ihm der Häuptling folgende Ansprache: „W. Sie werden zum Gefreiten ernannt, nicht etwa, weil Sie ein besonders tüchtiger Soldat sind, sondern um Ihnen eine Ihrem bürgerlichen Beruf entsprechende Lebensstellung zu schaffen." tk Die ukrainische Nationalhymne. So jung der ukrainische Staat ist, er hat schon eine Bolkshymne. Sie lautet folgendermaßen: Noch nicht starbst du Ukrainer, Sieh dein Ruhm lebt weiter, Und der Himmel, junge Brüder, Wird uns wieder heiter! Schwinden werden unsere Feinde, Tau vor Sonnenstrahlen, Herren werden wir daheim sein, Mit den Brüdern allen! Seel und Leib, wir gebens freudig, Solls die Freiheit gelten, Brüder denkt dran, daß wir Enkel Bon Kosakenhelden! Bunte Steine. Ein Mitarbeiter des „Tag" hat ausgerechnet, daß jede Berliner Hausfrau jährlich 360 Stunden, 45 volle Arbeitstage zu acht Stunden, um Lebensmittel anstehen müsse. retteten Franzosen etwas gar zu hart treffen, merhin ist es kennzeichnend, daß man jetzt auf dem Umwege über Amerika dem französischen Volke die ersten Kenntnisse dessen zukommen läßt, wie weit bereits das Weißblutenlassen" von Poinearee, Clemen- ceau, Ribot, Briand und Konsorten getrieben worden ist, jenes Weißbluten, das man so freundlich Deutschland zugedacht hatte. Allgemeine Kriegsnachrichten. Wie die englische Regierung vas kriegsmüde Volk hinhält. Unter der Ueberschrift ..Vrunnenvergiftung" richtet sich ein Leitaufsatz der „Daily News" vorn 6. Mai scharf gegen die Bestrebungen der englischen Negierung. durch die Presse die öffentliche Meinung von vornherein gegen irgendwelche Friedensvorschläge Deutschlands mobil zu machen. Das Blatt fragt: Sollen Die kriegführenden Völker im Licht oder in der Dunkelheit leben, kämpfen und sterben'? Soll der Krieg weitergehen und der Frieden immer wieder hinausgeschoben werden ans den Befehl einer Handvoll politischer Autokraten hin, die nach ihrem Wohl- gefallen Nachrichten unterdrücken oder bekanntgeben. le nachdem ihnen dies für ihre geheimen Ziele zweck- mätzig erscheint? Wir wollen weder über Kaiser Karls Friedensvorschlag, noch über die Annäherung abur- tetten. die. wie man sagt. Deutschland heute erstrebt. Vielleicht war weder 1917 eine gesunde Grundlage für den Frieden vorhanden, noch ist sie es heute. Das hängt von den feindlichen Bedingungen ab. und darauf spitzt sich die ganze Frage zu. daß man den Völkern jedwede Kenntnis dieser Bedingungen vorenthält Inzwischen hält man die Völker und ihre Parlamente bald zum Narren, bald versetzt man sie in einen Zustand der Betrübung, indem matt ihnen entweder die Wahrheit anftischt, wcrS schlimmer ist als die ae Heime Diplomatie selbst. Nie hat sich der Unterschied n eu einem politischen und einem Volkssrieden irerem Lichte gezeigt. Die Illusionen des Verbandes und die tatsächliche Lage. Eine gewisse Selbstbesinnung scheint aus folgenden Aeußerungen des „Journal du Peuple" vom 11. Mai zu sprechen: Trotz des Heroismus unserer Soldaten steht nach 45 Monaten Krieg die allgemeine Lage im größten Kontraste zu all den scheinheiligen Versicherungen, die man uns vom ersten Tage an gemacht hat. Wir brauchen nur den Blick nach dem Osten zu »verfen. nach jenen immensen Gebieten, denen durch die Friedensverträge eine vollständige Neuordnung zuteil wurde. Großrußland, Finnland, die Ukraine und Ru- mänien haben, freiwillig oder gezwungen, mit Deutsch land Frieden geschlossen. Estland. Livland, Kurland, Litauen und Polen stehen unter dem Joch, das wir auf alle Fälle von ihnen abwenden und das wir zerstören wollen. Der Orient fällt in die Hände der Deutschen. Und da träumt man von der Intervention der Japaner und erwartet, daH diese vom anderen Ende der transsibirischen Bahn her zu Hilfe kommen sollen. Wie sollte ein solches Unternehmen jetzt besser gelingen als der den Russen 1904-05 mißglückte Versuch, denselbeu Weg in entgegengesetzter Richtung zurückzulegen!? — Herr Pichon gab in einem Interview zu. daß zur gegenwärtigen Stunde der Plan des „Mitteleuropas" nicht nur verwirklicht, sondern daß sogar die Eroberung des Orients dazu gekommen ist. Nicht nur, daß wir die uns gestecktem Ziele nicht erreicht haben, sondern daß die Ereignisse in einem großen Teile Europas das zuwege brach- teil, was zu verhindern wir mit allen Kräften, unter Vergeudung des kostbaren Blutes unserer Mitbürger, bestrebt waren. Clemenceau hat in der Kammer gesagt daß unsere Mannschaften zu.(Zensurlücke) gefallen seien!" Immer nc«e Verhaftungen in Italien. Der großen Turiner Zeitung „Stampa" zufolge wurde der Direktor der italienischen Stahlwerke Pon- tedecimo, (Genua), Reeoatagliata, sowie mehrere seiner Gesellschafter und verschiedene Vorstände der Werke In Deutschland sind augenblicklich 2300 Lichtspielbühnen, die täglich von y* Million Menschen besucht werden. In England wurden bisher 38 Milliarden durch Steuererhöhungen für den Krieg aufgebracht. Eine Berliner Strafkammer hat entgegen einer Verfügung des Kriegsernährungsamtes anerkannt, daß Bücher kein Gegenstand des täglichen Bedarfs find. In Australien sind von den Ernten 1915 und 1916 noch 100 Millionen Bushels vorhanden; dazu kommt die vom Jahre 1917 mit 120 Millionen, während Australien selbst nicht mehr als 40 Millionen im Jahre verbraucht. Humoristisches. Lohn des Fleißes. Sie sind der eifrigste von allen meinen Arbeitern, Meier!" sagte der Chef. „Jeden Tag schreiben Sie vier Bogen mehr als die anderen. Leider muß ich Ihnen deshalb bei der jetzigen Papter- knappheit kündigen." Zweierlei Standpunkt. Tourist: „Wuuderbar großartig — so ein Gewitter im Gebirge — aber man darf nicht gerade draußen sein — (wütend) so eine Schweinerei!" (Fliegende Blätter.) — Tie Hilfe von drüben. Den 10 000 amerikanischen Krankenschwestern sind nunmehr nach genauen Berichten 10 000 amerikanische Totengräber gefolgt. („Die Muskete.") verhaftet. Tie Fabriken ivurden aeschlossen uub lverden von Garobtnerle bewacht. Gerüchtweise verlautet, oaß die Verhaftungen wegen Handels mit dem Feinde erfolgt sind, jedenfalls erregten sie ungeheurem Auf. sehen. Rntzland räumt Finnland Die Festung Ino (zwischen Petersburg undWiborg, Finnland) wurde von finnischen Truppen besetzt. Die Nüssen zogen sich zurück, nachdem sie eine Reihe von Befestigungsanlagen zerstört hatten. Letzten Dienstag sind Tausende von Russen von Helsingfors abgereist. Pom russischen Regen ... «u rumänische Traufe. AuS deutschen Ansiedlerkreisen wird zur Frage der Behandlung der deutschen Siedler in Bessarabien durch die neuen Landesherrn, die Rumänen, geschrieben: „Ob den drangsalierten deutschen Kolonisten in Bessarabien damit geholfen ist, daß man sie an die rumänische Regierung und den liebenswürdigen Herrn Marghiloman verwies, erscheint zweifelhaft. Wer die Herren Rumänen kennt und weiß, mit welchem brutalen Selbstbewußtsein sie im „eroberten" Bessarabien austraten, der kann sich von dem korrekten, langwierigen Rechtswege nicht viel Gutes für das deutsche Bauernvölkchen da unten versprechen. Man wird die Deputation in Bukarest mit süßen Redewendungen füttern, während die Kolonisten an Ort und Stelle auch weiterhin unter einem Drucke zu leiden haben, der selbst die früheren russischen Gewaltmaß- nahmen um vieles an Folgenschwere übertrifft. Unsere bessarabischen Stammesbrüder sind also tatsächlich „vom Regen in die Traufe gekommen", und das nach einem einzig dastehenden Steg der deutschen Waffe, von dem die armen unterdrückten Kolonisten im festen Pertrauen aus eine tatkräftige Unterstützung seitens ihres Stammvolkes gar manche Erleichterung für sich erhofften. Das kecke Vorgehen der rumänischen Militärverwaltung ist nichts weiter, als ein unerlaubtes Attentat aus oas Selbstbestimmungsrecht 1 eines 80 000 Seelen starken, deutschen Völkchens, dem nach allen Gerechtigkeitsbegriffen zum mindesten dte- j selben Privilegien zustehen sollten, wie. den befreiten ! Letten, Litauern oder Weißrussen." Die Ansiedler dort sollten nach Deutschland zu- rückwanvern. Leider aber wollen viele das nicht. Hier , in Deutschland muß freilich die unmittelbare Teilnahme an der deutschen Kulturgemeinschaft durch : energische Arbeit erkauft werden, energischer, als sie in Bessarabien Sitte ist. Was geht mit Belgien vor? Reibereien mit England? Revolution? In einer Mitteilung des „Hamburger Fremdenblattes" von der holländischen Grenze wird auf Anzeichen hingewiesen, die dafür sprechen, daß die englische Regierung dem König Albert mißtraue und ihn mit der Drohung unter Druck halte, Belgien später Zur Republik zu machen. Das Volk, das die Leiden des vierten Kriegswinters in der Erwartung eines Ententesiegeö getragen habe, sei in seiner jetzigen Enttäuschung empfänglich für revolutionäre Vorspiegelungen. Unter den Belgiern im Lande selbst hätten sich Geheimbünde gebildet, deren Zentrale in Mons sei. Worauf es jetzt ankommt. Rach englischer Ansicht spielen im Westen folgende Momente die ausschlaggebende Rolle: ,Mir („Student of war" in „Liverp. Post") müssen jeden Augenblick auf eine Preisgabe Uperns vorbereitet sein. Weder jetzt uod) in irgendeiner früheren Zeit hat die Stellung an sich einen großen strategischen Wert gehabt, aber mau kann nicht leugnen, daß die Ausgabe des Platzes, für dessen Halten wir sv viel Gut und Blut opferten, ein trauriger Schlag für unsere Selbstachtung wäre. Ipern kann noch gehalten werden, aber Zoch wird es des dafür zu zahlenden Preises nicht für wert halten. ES ist sehr bezeichnend, daß Foch sich so energisch weigerte, feine Reserven an diesen nördlichen Abschnitt zu werfen; er würde selbst dem Feinde in die Hand spielen. Ich kann mir sehr wohl vorstellen, daß die militärischen Autoritäten bereit sind, die Aufgabe der Küste eher ins Auge zu fas en, als eine Bresche zu riskieren, die Htndenburg in den Stand setzen würde, erst die britischen und dann die französischen Heere einzeln zu vernichten. Eine solche Ausgabe der Küste wäre für England sehr anangenehm, da London fast in den Bereich der deutschen Riesengeschütze kommen würde und den unberechenbaren Gefahren der U-Boot-Kampagne ausgesetzt wäre. Dies würde aber^ unsere Widerstandskraft nicht brechen, während eine Trennung der englisch-französischen Heere die West-Kampagne beenden könnte!" Ter bedeutendste französische Sportflieger abgestürzt. Der Flieger Gilbert, der unter Bruch des Ehrenwortes vor einiger Zeit aus der Schweiz entflohen war, ist bei Villacoublay tödlich abgesiürzt. Gilbert zählte zu den erfolgreichsten französischen Frontsliegern. Er hatte sich schon im Frieden als Rekord- und Schleifenflieger, aber auch durch Disqualifikationen einen Namen gemacht. Er war zuletzt in der Schweiz interniert, von wo er unter Bruchset neöEhrenworteS entfloh. Er ist jetzt, nicht im Luftkampf, sondern auf dem Pariser Flugplatz von Villacoublay verunglückt. Kleine Kriegsnachrichten. . , " Die Ausfuhr von Schweinefleisch aus den Verengten Staaten belief sich im März 1918 auf <108 010 711 Pfund, um eni Drittel mehr als je erreicht. Tiefe gesamte Menge ging nach den Verbandsländern. " Vier Millionen Pfund Kammwolle, die Ende Marz von der Regierung nicht verbraucht waren, sind in England für den Privathandel sreigegeben worven. In Marseille stieß ein Zug mit Beurlaubten in der Nähe des Bahnhofs Raphele bei Arleö mit einem Güterzug zusammen. Acht Personen sind tot, 22 verwundet. " Der französische Bankier Zuceo, der eine Zeit- Arg in einer Zuavenabteilung gedient hat, wurde in Clermontferrand uiiter der Anschuldigung verhaftet, mit dem Wiener Bankhause Ersbach Kuponqefchäfte gemacht zu haben. - " Die sozialistische Kammergruppe beschloß, die ^Ultiative zu einer Interpellation über die auswär- jiLe Politik der alliierten Negierungen zu ergreifen. " Italien hat die Vereinigten Staaten nnverbind- lich benachrichtigt, daß die Anwesenheit von einigen tausend Mann amerikanischer Truppen an der italienischen Front sehr wünschenswert sei. " Die Niederländisch-indische Presseagentur meldet, daß in Neuguinea außerordentlich reiche Petroleum- quellen entdeckt worden sind. — Die Holländer machen sich wohl den Scherz, die Amerikaner mit Petroleum- Konkurrenz zu ärgern. Der Letter der russischen Revolution, der Sozialrevolutionär Kerenski, wird in nächster Woche in den Bereinigten Staaten eintreffen, zu dem Zweck, " D?? erste Krtegsjahr kostet den Bereinigten Staaten 9 Milliarden Dollar. Mehr- als die Hälfte hiervon kommt ans die dem Verbände gewährten Anleihen. In England sind mechanisch betriebene Werkzeug- und Holzbearbeitunasmaschinen. sowie Drehbänke zur Me.all- und Holzb.aroeitung beschlagnahmt worden. " Tie Frage der Landarbeiter wird in den Vereinigten Staaten teilweise dadurch gelöst, daß die jungen Leute zwischen 16 und 21 Jahren zu diesen Arbeiten herangezogen werden. In den Schulen wird statt Griechisch und Geometrie landwirtschaftlicher Unterricht erteilt. - Staatssekretär v. Waldow hat sich in Begleitung der Unterstaatssekretäre v. Braun und v. Grävenitz nach Kiew begeben, um an Ort und Stelle auf eine Beschleunigung der ukrainischen Einfuhr hinzuwirken. Der König von Sachsen hat am Freitag den Kaiser im Großen Hauptquartier besucht. :: Beamteukammern. Die Beamten in Bremen haben bei der Bürgerschaft den Antrag auf Einsetzung einer Beamtenkammer gestellt mit der Erklärung, daß eine solche Kammer aus allgemeinen Wahlen von seiten der Beamten hervorgegangen fein und das Recht haben müsse, nicht nur auf behördliche Anforderung, sondern auch aus eigener Entschlußkraft in allen Beamtenangelegenheiten gutachtliche Aeußerun- gen abzngeben. In der Beamtenpresse wird dazu bemerkt, daß bloße gutachtliche Aeußerungen nicht genügen. Den Be. amten müsse vielmehr das Recht des Mi tbesch ließen s, wenigstens innerhalb bestimmter Grenzen, eingeräumt werden. Tic Steuern iit Preußen. 1917 gab es in Preußen bei einer Einwohnerzahl von 40 Millionen Personen 7,1 Millionen Steuerzahler, das sind also 17v.H. Im Durchschnitt hatte jeder der Steuerzahler ein Ein kommen von 2688 Mark. Insgesamt sind an StaatSein kommensteuer einschließlich der Zuschläge 585,76 Millionen Mark erhoben worden. Davon entfielen auf die Städte 426 Millionen und auf das Land 159 Millionen. :: Lisen-ahuer-Kleinwirte Die Preußisch-Hessische Eisenbahnverwaltung hat sich seit Jahren bemüht. Kleintierzucht, Kleingarten- und Landban für ihre Eisenbahnbediensteten' zu fördern. Das hat sich während der Kriegszeit in außerordentlichem Maße entwickelt. und jetzt hat der Minister der öffentlichen Arbeiten kürzlich Anordnungen getroffen, um diese kriegswirtschaftlich überaus wichtigen Erzeugungsgebiete der Selbstversorgung durch planmäßigen Ausbau auch für die UebergangS- und Friedenswirtschaft nutzbar zu machen. Zunächst wird die gemeinsame Beschaffung deS Saatgutes, der Obstbäume usw. erfolgen, um durch zweckmäßige Ausnutzung der Sämereien die jetzt notwendigen Ersparnisse zu erzielen. Inzwischen haben sich die Bediensteten überall zu Eisenbahn-Kleinwirtevereinen zusammengeschlossen, deren es bereits mehr als 800 gibt. :: Die Wiederznlassung der Hausjchlachtnngen soll nach einer Mitteilung des sächsischen LebensmittelamteS chon für den Herbst zu erwarten sein. Es werde edoch erwogen, daß ein Teil des Hausschlachtungs- leischeS an die öffentliche Fleischversorgung abgegeben werde. :: Im Bundesratsausschusje für auswärtige Angc- lcgeuheiten, der am 22. Mai unter dem Vorsitze des bayerischen Ministerpräsidenten Dandl znsammentre- ten wird, dürften nach Münchener Telegrammen die im Großen Hauptquartier in den Grundzügen festgelegten Abmachungen betrefsend das deutsch-österreichische Bündnis, ferner die elsaß-lothringische und die litauische Frage den Gegenstand der Besprechungen bilden. :: Der Vorstand deutscher Bcamtenvcrcine sagt in einer Eingabe an den Reichskanzler, die vom 1. April d. I. ab gewährten verhältnismäßig geringfügigen Erhöhungen hätten in weiten Kreisen der Beamtenschaft eine tiefe Niedergeschlagenheit und eine nicht unbedenkliche Verstimmung hervorgernfen. Seit dem Februar hätten sich die Verhältnisse weiter verschlechtert, und die Beamtenschaft versinke in immer schwerere Not und Verschuldung. Eö sei daher zur wirksamen Abhilfe die Bewilligung einmaliger größerer Beiträge zur Abbürdung dringender Schulden und zur Anschaffung der notwendigsten Bedarfsgegenstände sowie die ausreichende Erhöhung der laufenden Kriegszuwendungen unbedingt erforderlich. :: Zum Fall Erzbergcr. Der Abg. Gras Westarp (kons.) hat im Reichstage folgende kleine Anfrage eingebracht: ,,Trifft es zu, daß der Abgeordnete Erzbe^M im Dezember vorigen Jahres mit Einverständnis des Auswärtigen Amtes eine Reise nach Wien unternommen hat, über deren Ergebnis er dem Herrn Reichskanzler und dem Auswärtigen Amt Bericht erstattet hat? Hat es sich dabei um politische Angelegenheiten gehandelt, zu deren Erledigung der Abgeordnete Erz- verger vom Auswärtigen Amte beauftragt oder ermächtigt war? Sind dem Abgeordneten Erzberger seither auch sonst derartige Aufträge oder Ermächtigungen zu politischer Tätigkeit im Ausland erteilt worden, und welche Oolicgenbeiten sind dem Abgeordneten Erzberger vom Auswärtigen Amte übertragen?" * * * Finnland: Verhaftung aller Sozialistenführer. ; Die finnische Regierung soll, nachdem sie mit deutscher Hilfe ihre sozialistischen Gegner niedergewor- fett hat, die Verhaftung sämtlicher sozialdemokratischer Landtagsabgeordneten, auch der revvlutionsfeindlichen, angeordnet haben. Zugleich sollen deren Mandate für ungültig erklärt werden. Au§ den Revolutionskämpfen wird regiernngssei- tig berichtet, die Rote Garde hätte eine Masse voii Gefangenen in Savitaripale in einen großen Viehstall eingesperrt und dann das Gebäude angezündet und die Unglücklichen verbrennen lassen. Aus aller Welt A Der Verkauf von Wertzeichen gegen Scheck. Hur Förderung des bargeldlosen Verkehrs beim Verlaus von Wertzeichen hat die Reichs-Postverwaltung den Mindestbetrag der gegen Scheck oder Üeberweisung zu verabfolgenden Wertzeichen von 20 Mark auf 10 Mark herabgesetzt. Es können also Wertzeichenein- kanfe von 10 Mark an mit Scheck usw. beglichen werden. Ferner dursten bisher Wertzeichen bis zum Gesamtbeträge von 00 Mark an Käufer, gegen Vorlegung eines von der Postanstalt ausgestellten Ausweises bereits vor der Gutschrift des Schecks usw. verabfolgt werden. Fortan dürfen solchen Käufern Wertzeichen bis zum Gesamtbeträge von 50 Mark sogleich ausgehändtgt werden. — Mit diesem System erreicht die Post nichts!. Dafür sind die hier in Betracht kommenden Markenbeträge die-, zu gering. Will man den Marken-Bar- geldumsatz ansschalten, dann möge man bei den Postscheckämtern Markenverkaufsstellen für geschlossene Mar- kenpakete von je 1000 Stück einrichten und diese auf eingesandte Schecks hin den Bestellern portofrei unter „Einschreiben" im normalen Briefpostverkehr ins Haus bringe.' Was die Verkaufsstellen bei den Scheckämtern kosten, würde zehnfach an Arbeitskräften an den Schaltern der Aemter erspart werden. ** Berliner Pfingstrcifen. Warnungen und Mahnungen und Bitten an die Bevölkerung, zu Pfingsten zu Hause zu bleiben und die so furchtbar überlastete Bahn nicht noch mehr zu belasten, sind in den Wind gesprochen worden. Ein besonders skrupelloser Teil der Bevölkerung verreist doch. Wie es aussah, schildert ein Bericht z. B. vom Stettiner Bahnhof in Berlin: „Schon Freitag abend begann der Andrang der Reisenden, die erst Sonnabend fahren wollten. Die Reisenden, die die Frühzüge benutzen wollten, stellten sich schon um 10 Ubr abends an. Um 12 Uhr nachts bereits nahmen die Polonäsen vor den Fahrkartenschaltern einen unheimlichen Umfang an. Um Vs" Uhr morgens sollte der Bahnhof zur Reinigung und Lüftung geschlossen werden, die Beamten standen indessen von einer Schließung ab, da sich die Reisenden weigerten, die Tore freizugeben. Auf Reise- körben, Kosfern und Kasten wurde Abendbrot verzehrt. der mitgebrachte Kaffee genommen und geschlafen. Ganze Familien mit Kindern und Hund verbrachten die Nacht in der Bahnhofshalle. Wiederholt wurden Frauen in dem Gedränge ohnmächtig. Auch Diebe benutzten die Gelegenheit und stahlen Gepäckstücke und Wertsachen. Einige Verhaftungen wurden vorgenommcn. Um 5 Uhr 10 Minuten früh fuhr der erste Zug nach Stralsund ab. Eine Stunde vorher wurde der Billettschalter geöffnet. Es gab einen Sturm. . . ** Niesenbrand in Gotenburg. In dem bedeutendsten schlvedischen Hafen, an der Westküste, in Gotenburg, wurde der Stadtteil Hulmans Holme von einer- großen Feuersbrun st heimgesucht, die fast den ganzen Stadtteil m'.t Gebäuden und bedeutenden Warenlagern, die teilweise nner-esind, zerstörte. In einem Packhause fielen Ijü Tonnen Maschinenöl den Flammen zum Opfer. Der Materialschaden ist sehr be deutend. Gvtenbura ist der bedeutendste Hasen S'..", weden -5 für den westlichen Ueberseeverkehr. Ter Schaden, war» für die Stadt und für das Land doppelt fühlbar sein, da aleichzH.ig auch die Gotenburger Schiffahrt wegen der Verseuchung des Kattegats mit englischen Minen eingestellt werden mußte. '' ( lue b.n:.rische „Anleihe" irr Preußen. Eine nette OWdiiäjie o;:i einer erfolgreichen bundesstaatlichen Hi.;, ^reußens an Bayern wird aus dem Flecken Parsberg in Oberbayern gemeldet. Im Bezirksamt Parsberg waren die Mehlvorräte sehr knapp geworden, zur großen Verwunderung der Behörden und Sachverständigen, die sich aus den Standpunkt stellten, daß in dem überwiegend ländlichen Bezirk noch große. Vorräte an Mehl und Mehlgetreide vorhanden sein müßten. Man sandte Kontrolleure ans, die die verschiedenen Mühlen kontrollieren mußten, aber diese fanden nichts. Da kam ein Schlaukopf, der anscheinend leine Leute gut kennt, auf eine Idee, die bei berr Behörde Anklang fand. Man ließ Kontrolleure aus Preußen kommen und der Erfolg ihrer Ä^gkeit war verblüsfend: in vier Mühlen konnten 500 Zentner Getreide beschlagnahmt werden. Alle Achtung vor» dem Spürsinn der preußischen Kontrolleure. Ob freilich durch derartige „Anleihen" in Preußen die ohnehin nicht gerade übermäßige Liebe der bayerischen Bauern zu dem größeren Bruder Preußen eine Steigerung erfährt. durfte man füglich bezweifeln. * C selig, in Kassel. Wie . ans den Kreisen der städtischen Behörden in Kassel mit Bestimmtheit gemeldet wird, ist die Kasseler Lebensmittelversorgung in der ausnahmsweise günstigen Lage, die angekün- digte Verkürzung der Brotrate auf 10 Prozent ^beschränken zu können. Das ist die Halste der an allen anderen Orten Deutschlands notwendig werdenden Verkürzung. Dieser Ausnahmezustand ist eine Folge der bisher vom Stadteinkanf beobachteten sparsamen wirtschaftlichen Rationierung der vorhandenen Levensmit- tel sowie davon, daß der Stadteinkanf über größere Mengen an Vorräten und Streckungsmittel verfügt. — Wir können nur seufzen und den Mund halten. ** (Sin neues DicbstahlSsystcm. Eine raffinierte Frauensperson hat Himmelfahrt in Königshütte (Oberschlesien) ein Kind an sich gelockt und ihm Schuhe, Kleids Halskette, Schleife, Schürze usw. abgenommen. Ein Junge, der ans das fünfjährige Kind acht geben sollte, hatte es im Gedränge vor der Tierschau Hagenbeck aus dem 'Auge verloren. Dies mußte die Diebin bemerkt und ansgenntzt haben. Kleine Reiiigkeiten. * Bei einer Kahnfahrt ans dem Kleschiner See im Kreise Flatow konterte das Boot. Drei Personen ertranken. * Die Zigarren werden noch knapper. In Hol- land, dem einzigen Lande, aus dem wir während des Krieges Rohtabak für die Ilgarrenerzeugung beziehen konnten, ist nach dem „Leipz. Tgbl." durch das Aufhoren der Verbindung mit den Kolonien eine derartige Tabak- kncwpheit entstanden, daß an Einfuhr von dort nicht mehr zu denken ist. Unsere Tabakvorräte reichen nicht länger als bis zum November. Iu diesem Zeitpunkt dürfte auch der inländische Tabak, der gegenwärtig die Hälfte des Bedarfs deckt, im wesentlichen verbraucht sein. Unsere gi- qarrenfabrikation verfügt dann über keine Rohstoffs mehr. Unter diesen Umständen dürfte mit einer weiteren Einschränkung der Erzeugung schon in nächster Zeit zu rechnen sein. Den Preistreibereien mit Grmüft, insbesondere mit Spinat hat die Hess. Landesgemüsestelle ein Ende dadurch bereitet, daß der Preis im Kleinhandel für Spinat ab heute mit 42 Pfg. für das Pfund festgesetzt wurde. * Gießen, Zur bleibenden Ehrung der im Weltkriege gefallenen oberhessischen Krieger plant die Provinz Oberhessen die Errichtung eines Monumentaldenkmals, das auf dem weit die Landschaft beherrschenden Wartberge bei Schotten seine Stätte finden soll. Das Denkmal soll aus einem Ehrenhof bestehen, um den eine mit offenen Hallen umringte burgartige „Baumasse" mittelalterlichen Gepräges mit Kreuzgängen, Satteldächern und Eckaufbauten herlaufen soll. Durch eine Freitreppe gelangt man in den Ehrenhof. Um die wunderbare Fernsicht genießen zu können, läuft um das ganze Gebäude eine breite Plattform, wodurch eine harmonische Ueberlei- tung der Wartbergkuppe mit den aufgehenden geschlossenen senkrechten Wendungen des Aufbaus erreicht werden soll. Fm Inneren des Bauwerks sollen die Namen aller gefallenen oberhessischen Krieger verewigt werden. Die Ehrentafeln mit den Namen der Helden dürften von den 301 Gemeinden Oberhessens gestiftet werden. Verhandlungen darüber sind bereits eingeleitet. Fm Ehrenhof plant man die Aufstellung eines Standbildes, das einen Krieger in voller Ausrüstung und Sturmhelm darstellen wird. Die Baukosten ohne Ehrentafeln, Standbild und Umgebungsarbeiten sind auf 235 000-255000 Mark veranschlagt. Der Entwurf stammt vom Geh. Oberbaurat Hoffmann-Gießen. Der oberhessische Provinziallandtag hat sich bereits grundsätzlich mit der Erbauung des Denkmals nach Kriegsende einverstanden erklärt und bewilligte für die Vorarbeiten 25 000 Mark. * Schlitz. Ein Schwindler, der sich als Schweinehändler ausgab, hatte hier und auch in Willofs versprochen, Ende der vorigen Woche mit einem größeren Transport Hannover. Ferkel nach Schlitz zu kommen, Bestellungen auf Ferkel entgegengenommen und versucht, die Kaussum- me im Voraus einzuziehen, welches ihm auch bei einer hiesigen Frau, deren Sohn im Felde steht, gelungen war. Glücklicherweise erhielt aber bald darauf ein Verwandter der betr. Frau von dem Fall Kenntnis und es gelang ihm den „Schweinehändler" noch vor seiner Abreise am Bahnhof zu stellen und die Vorauszahlung zurück zu erhalten. Leider ist aber versäumt worden, die Personalien des Schwindlers festzustellen. * Gersfeld (Rhön). Eine reiche Heuernte in der Rhön, darf dieses Fahr erwartet werden. Das Gras steht Wir sind noch in der Lage, einige Aufträge auf EmkochgUer komplett mit Gummiringen, Deckel und Bügel bei Abnahme von mindestens 50 Stück zur baldigen Lieferung auch an Private zu übernehmen. Offerte auf Verlangen. Rechtzeitige Bestellung erforderlich. Leenen & Co., keramische Erzeugnisse, Ehrenbreitftein, Tel. Amt Coblenz 2081. KrsDn §»ltotal» Deutschlands einzige Glaubersalzquelle nach Analyse und Heilwirkung gleich Karlsbad in Böhmen. 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Vorsichtiger Weise erkundigte er sich erst genauer da und dort, und da man, seine Neugierde durchschauend, überall das Gerücht bestätigte, brachte er flugs 8500 Mark in Gold, die er schon jahrelang als kostbaren Schatz im Hause gehütet, zur Sparkasse in Rinteln. Tags darauf kam ein zweiter Landwirt, der auch von plötzlichen „Gewissensbissen" gepeinigt war, und brachte 2500 Mark in Gold. * Hanau. Mit 1000 Mark Geldstrafe hat das Schöffengericht Hanau den Landwirt Hermann Hufnagel aus Oberissigheim bedacht, der wegen Milchfäischung angeklagt war. Er hatte 100 Teile Milch mit 120 Teilen Wasser vermischt. * Frankfurt a. M Die Kriegsamtsstelle stellte zur Weiterführung von Neubauten, für Teilung von Wohnungen, Um- und Ausbauten und auch für Neubauten vou kleinen Wohnhäusern Baumaterialien zur Verfügung. Durch diese Maßnahmen soll einer späteren Wohnungsnot vorgebeugt werden. * Main?» 21 Mai. Die Winzergenoffenschaft der Vereinigten Weinbergsbesitzer Gau-Bickelheim versteigerte heute hier 48 Nummern 1917er naturreine Weine aus besseren und besten Lagen der Gemarkung Gau-Dickelheim. Diese Weine gingen sämtlich in anderen Besitz über und erreichten bis zu 8840 und 9010 Mk. das Sück. Erlöst wurden für 44 Stück 6330-9010 Mk. 10 Halbstück 3890-4420 Mk., durchschnittlich da^.Ltück 7246 Mk. Der Gesamterlös stellte sich auf 355 23 0 Mk. ohne Fässer. Anmerkung der Redaktion: Fn Friedenszeiten ist das Stück Wein in Gau-Bickelheim mit nur 600 Mk. verkauft worden. * Marburg. Einen eigenartigen Anblick bot heute mittag die Aula der Universität durch die vielen weiblichen Studierenden, die sich zu der endgiltigen Immatrikulation eingefunden hatten. Der Rektor, Prof. Dr. Heitmüller, hielt eine längere Ansprache, in der er auf die durch die Kriegsverhältnisse geschaffene neue Lage und die dadurch bedingten vermehrten Pflichten hinwies, die den Studierenden als zukünftige Führer des Volkes erwachsen würden. Es folgere daraus für sie die neue Aufgabe, daß sie ihre Kraft verdoppeln und das Studium ernster als jemals betreiben müßten, damit sie auch in der Lage seien, allen an sie ergehenden Anforderungen gewachsen zu sein. - Wie der Magistrat bekannt macht, beabsichtigt die Stadt eine Altmöbel-Sammelstelle einzurichten. » Preistreibereien vsn Türklinken nrrd Fenstergriffen. Amtlich wird mitgeteilt: Durch die Bestands- erhebung betreffend Einrichtungsgegenstände^ sind u. a. die Türklinken und Fenstergriffe aus Sparmetall auf den Reichs-Militärfiskus übereignet. Infolgedessen hat eine empfindliche Preissteigerung der im Verkehr befindlichen Ersatz-Türklinken und Fenstergriffe eingesetzt. Diese ist in keiner Weise begründet. Das Kriegsministerium hat dafür Sorge getragen, daß jedem einzelnen Hausbesitzer die ihm enteigneten Türklinken und Fenstergriffe ein ausreichender Ersah zur Verfügung steht. Dieser wird demnächst in den Handel gebracht werden und in allen einschlägigen Geschäften käuflich sein. Sein Preis ist so niedrig gehalten, daß er durch den Erlös aus dem abgelieferten Messing hinreichend gedeckt wird. Sollten Hersteller oder Händler Preise fordern, die einen übermäßigen Gewinn enthalten, so machen sie sich nach 8 5 der Bekanntmachung gegen übermäßige Preissteigerung vvm 23. Juli 1915 strafbar, denn diese Ersatzgegenstände sind als Gegenstände des täglichen Bedarfs im Sinne dieses Gesetzes anzusehen. Auch eine Zurückhaltung dieser Gegenstände zum Zwecke der Preissteigerung, wie überhaupt jede Machenschaft, die hierauf abzielt, stellt eine strafbare Handlung dar. Nötigenfalls wir zur Beschlagnahme dieser Ersatzgegenstände geschritten werden. ver letzte 6rus$ dem Iflüturkin. Auf blutgetränkter Erde Im weiten Schlachtenfeld, Da lag ein toter Krieger Ein junger, tapfrer Held. An einem Waldessaume Hielt er die letzte Wacht, Wo ringsum ringsum Trommelfeuer Erhellt die dunkle Nacht. — Hier fiel im nahen Kampfe Manch lieber Kamerad Der lang an seiner Seite MÜ ihm gestritten hat. Es drückt die müden Augen Kein Freund und Liebchen zu, So einsam und verlassen Fand er die ew'ge Ruh. Wie mag im Todeskampfe Nach langer Seelengual Er noch gedacht der Lieben Im fernen Heimattal. Als später man den Helden Am Waldesrande fand, Da hielt er noch ein Briefchen In seiner starren Hand. Und wie er lag am Sterben Schrieb zitternd er hinein: Mein letzter Gr uff auf Erden Dem treuen Mütterlein. — Gießen 1918. L. Roloff. Hircblicbe Hurtigen. Sonntag den 26. Mai (Trinitatis). In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr, zu» gleich Christenlehre für die Neukonficmierten aus der Matthausgemetnde. Pfarrer Mahr. — Vormittags 9 1 / 2 Uhr: Pfarrer Schwabe. — Vormittags 11 Uhr: Militäc- gottesdieust. Schwabe. — Nachmittags 2 Uhr: Kinder- kiccbe für die Markusgcmcinde. Pfarrer Schwabe. In der Johannesktcche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Lukasgemeinde. Pfarrer; Bechtolsheimec. — Vormittags 9V 2 Uhr: Pfarrer Ausfeld. — Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde. Pfarrer Ausfeld. Verantwortlich: Albin Klein in Gießen. p Li Ifi fil pj Ifi iu Ifi fij Ifi pj Ifi iii Ifi il) Garantiert feinster, reiner Blättertabak, aromatisch, leicht u. wohlschmeckend. 10 Pak. etwa 50 Gr. 19 Mk. 50 „ „ 50 „ 85 Mk. 100 „ „ 50 „ 163 Mk. Mindestabgabe an Selbstverbraucher 10, an Wiederverkäufer 50 Pakete. Versand Nachnahme, der Reihe nach. 6im»iarin st ebrlicb, Berlin O, 17/31/70. P. S. Die noch rückständigen «Nordländers-Bestellung, kommen dieser Tage zur Erledigung. 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