(Neueste Nachrichten) Bezugspreis 60 pfg. monatlich vierteljährlich 1,80Mk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Ab ge holt in unserer Expedition oder in den Zwcig- ausgabestellen vierteljährlich 1,50 Mk. — Erscheint Mittwochs und Samstags. — Red aktiv nLschlutz früh 8 Uhr. — Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der „Gietzencr Zeitung", Gießen. Expedition: 5üdanlage 21 i rtg (Gießerrer Tageblatt) Anzeigenpreis 20 pfg. die 44 mm breite Petitzeile, für Auswärts 30 Pfg. Die 90 mm breite Reklame-Zeile 72 Pfennig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlung?- zieleS (30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohneVerbindltchkett. Druck der Gießencr Verlagödruckerei, Albin Klein. Nr. 44. Telephon Nr. 362. Mittwoch, den 15. Mai 1918. Telephon Nr. 362. 31. Jahrg. Ein neues Bündnis zwischen Deutschland und Oestcrrcich-Nngurn. Das Kemnrelgebiet von den Deutschen behauptet. 16500 u. 18000 u. 22500 = zusammen 57 000 Br. M D. durch deutsche U-Boote versenkt. Im April 15 feindliche Fesselballons und 271 Flngzeage zum Absturz gebracht. flmilicbe dcuilcbe Cagesbericble. Kaiser Karl im grossen Hauptquartier. Der Kaiser von Oesterreich und König von Ungarn hat am 12. Mai dem Kaiser im Großen Hauptquartier einen Besuch abgestattet. In der Begleitung Kaiser.Karls befanden sich außer dem persönlichen Gefolge der Minister des Aeußeren Graf Burian, der Chef des Generalstabes Freiherr von Arz und der Botschafter in Berlin Prinz zu Hohenlohe. Deutscherseits nahmen an der Begegnung teil Reichskanzler Graf von Hertling, Generalfeldmarschall von Hindenburg, General der Infanterie und Erster Generalquartiermeister Ludendorff, Staatssekretär von Kühlmann und der Kaiserliche Botschafter in Wien Graf Wedel. Zwischen den hohen Verbündeten und ihren Ratgebern fand eine herzliche Aussprache und eine eingehende Er- örderung aller Grundlegenden politischen, wirtschaftlichen militärischen Fragen statt, die das gegenwärtige und zukünftige Verhältnis zwischen den beiden Monarchien berühen. Hierbei ergab sich ein volles Einvernehmen in allen diesen Fragen und der Entschluß, das bestehende Bundesnerhältnis auszubauen und zu vertiefen. Die Richtlinien der in Aussicht genommenen vertragsmäßigen Abmachungen stehen bereits grundsätzlich fest. Im Gange der Besprechungen trat erfreulicherweise zu Tage, wie hoch von beiden Seiten das nunmehr auch im Verteidigungskriege so glorreich erprobte langjährige enge Bündnis zwischen Oesterreich-Ungarn und dem Deutschen Reiche bewertet wird. vas neue Siinünis. * Wien, 14. Mat. Wie im Abgeordnetenhause verlautet, hat die deutsche Negierung bei den Besprechungen im Hauptquartier der österreichisch polnischen Lösung der Polcnfrage unter der Bedingung zugestimmt, daß Oester- reich-Ungarn mit Deutschland eine Konvention für 15 Jahre abschließt. Die Errichtung der Personalunion zwischen Oestecreich'Ungarn und Polen ist nunmehr bald zu erwarten. Bon unterrichteter Seite wird über die Besprechungen im deutschen Hauplquartt r noch mittgeteilt, daß das Bündnis zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn vor dem Weltkrieg als ein rein defensives Bündnis für den Fall eines russischen Uebersalles errichtet wurde. Es wurde jetzt nach dem Zusammenbruch Rußlands und den Lehren des Weltkrieges ensprechend umgestaltet. Der Charakter dis neuen Bündnisses ist derart, daß es sich mit der Idee des nach dem Kriege zu gründenden Völkerbündnisses harmonisch vereinbaren läßt. Auch am 1l. Mai setzte der Feind die Wieder-Ec- oberungsversuche im Kemmelgebtet nördlich dis Dorfes Kcmmel fort. Sein Angriff brach wie bisher unter schweren Feindverlustcn zusammen. Das Stahlwerk Jöbergues, Morbecque sowie die Schächte von Noeux und Bethune wurden mit schwerem Kaliber belegt. Das Stahlwerk von Jöbergues liegt still. Gute Wirkung unseres Mtnenüberfalles auf die Amerikaner und an der lothringischen Front bestätigt sich weitcrh'n. * Genf, 12. Mai. Die französischen Zeitungen sind der Ansicht, daß der deutsche Angriff am Freitag nur ein lokales Ereignis setz glauben aber, daß eine andere große Offensive bevorstehe. Der Lyoner „Progreö" meldet, daß an der britischen Front das Gerücht gehe, daß Generalfeldmarschall v. Mackensen das Kommando des Kronprinzen Ruppcecht von Bayern übernehmen und einen großen Durchbruch ver- suchen werde. * Bern, 12. Mai. Hier will man mit Sicherheit erfahren haben, daß Italien bis sitzt insgesamt nahezu 5 Divisionen Mannschaften an die Westfront geführt Hab'. Im italtenischen Volk ist man jetzt nach zuver. lässig'n Berichten aus Italien in wachsender Furcht, daß Oesterreick) die Schwächung der italienischen Front nunmehr benutzen würde, um zu dem längst vorbereiteten großen Schlage auszuholen, lieber die Grenze gekommene Reisende berichten von starken Kundgebungen gegen die Krügspolittk der römischen Negierung, dte sich von Frankreich und England habe einfangcn und aufs Glatteis führen lassen. „La France du Nord" meldet, daß seit 14 Tagen die Stadt Lillers, 12 Kilometer von Merville, von den Deutschen beschossen werde. Zur militärischen Lage im Msten * Berlin, 11. Moi. Nördlich Albert trieb der Gegner stacke Jnfanteriekeäste in mehreren Wellen gegen unsere Stellungen nördlich Aveluy Wald vor. Seine Angriffe scheiterten. Nachträglich wird gemeldet, daß der Feind in der Nacht vom 9. zum 10. Mat zweimal Haugard augriff. Hier lichtete unser Sperrfeuer die Reihen des abgeschlagenen und zurückflutehden Gegners. Wie sich mehr und mehr herausstellt, französische Vorstoß bei Grivesnes als ein gryßer Angriff gedacht und mit starken K ästen durchgefühtt worden. Der außerordentlich zähe Widerstand, den die deutsche Besatzung im Park von Grivesnes entgegensetzte, sowie die Geschicklichkeit der Anschlußkompagnten, beschränkten den französischen Einbruch auf das bisher von den Deutschen gehaltene Stück des Parkes von Grivesnes. Der Park liegt nunmehr unter schwerstem deutschen Vernichtungsfeuer. Der Mtlitärkr tiker des „Basler Mittagsblattes" schreibt: Es ist ausgeschlossen, daß cs Haig oder Foch noch gelingt, eine Entlastung an der Ipern- front zu schaffen und d!e Lage von Grund auf wieder herzustellen. Was sie erreichen können, ist einzig Verzögerung zu schaffen unter Preisgabe der Besatzung von Ipern. Es hat alles drn Anschein, als ob sich das Schicksal der Stadt ähnlich erfüllen werde wie dasjenige von Armentieres. Den Besatzungen wurde befohlen, sich bis zum Aeußersten zu halten, aber es wurde ihnen die wahre Lage, die tatsächlich verzweifelt ist, verheimlicht, damit der Widerstand bis zur Überwältigung von Mann zu Mann fühlbar bleibt. Eine rasche Räumung des Geländes Ipern birgt die Gefahr in sich, daß deutscherseits ungestüm nachgedrückt und dem Rückzug ein allzu rasches Tempo gegeben wird, was für die gesamte Flandcrnfront verhängnisvoll werden würde. * Genf, 13. Mai. Im Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten teilte Clemenceau nach seiner Rückkehr von der letzten Frontrcise am Donnerlstag mit, es verlaufe olles gemäß den Wünschen Fochs, (?) Der Feind sei aber von einer Zähigkeit und Hartnäckigkeit, daß ein baldiges Ende des Krieges nicht zu erwarten sei. * Zürich, 13. Mai. Der „Corr. della Sera" meldet von der englischen Front: Auf Ipern fallen täglich an 60 Granaten; ein Viertel der Stadt liegt in Trümmern. * Genf, 14. Mai. Eine HavaSnote meldet: Auf dem Schlachtfelde um Ipern ist eine zunehmende Heftig- keit der Kämpfe wahrzunehmen, ebenso auf dem Schlachtfelde beiderseits der Somme. Berlin, 14. Mai. Die Schachtonlagen und Stahlwerke um Bethune wurden von den Deutschen mit war der e.Hwerem Kaliber wirkungsvoll beschossen. In ^das Kesselhaus des Stahlwerkes von Bully-Grenay wurde ein Volltreffer erzielt. Ein weiterer Volltreffer in das Kesselhaus des Schachtes 3.von N o eu x rief eine Explosion unter starker Feuer« und Rauchentwicklung hervor. wtb. Großes Hauptquartier, 11. Mai 1918. We stlicher Kriegsschauplatz: Im Kemmcl-Gebiet war die Artillerietätigkeit zeit- wellig lebhaft. Wir führten kleinere Unternehmungen mit Erfolg durch Französische Teilangriffe nördlich von Kemmel und bei Lokec wurden abgewiesen. Auf dem Schlachtfeld an dec Somme entwickelten sich mehrfach heftige Jnfanterickämpfe. Englische Regimenter griffen nach mehrstündiger Feuerwirkung unsere Linien im Walde von Aveluy vergeblich an. Ihre Angriffswellen erlitten in unserem Feuer schwerste Verluste. Ebenso scheiterten nächtliche Angriffe des Feindes gegen Hangacd. Auf dem Westufec dec Avce faßte dec Franzose im Parke von Griv-sne Fuß. Im übrigen brach auch hier sein Angriff blutig zusammen. Erkundungsgesechte am Oise- Aisnc-Kanal, in dec Champagne und nordöstlich von Pont a-Mousson. Im Walde von Apremont wiesen wir den Vorstoß eines durch Pioniere und Flammenwerfer verstärkten französischen Bataillons ab. Mit stadem Minendeschuß fügten wir den Amerikanern südwestlich von nördlich von Apremont Parroy schwere Verluste zu. Mazedonische Front- Nordwestlich von Makotwo drangen deutsche Stoß. Irupps in französische Gräben ein und machten Gefangene. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. Berlin, 1l. Mai, alends. Oertliche Jnfanterie- gefechte am Südufec der Lys und aus dem Westufec dec Avre. Sonst nichts von Bedeutung. » Berlin, 11. Mai. Im Sperrgebiet um England wurden durch unsere 11 Boote neuerdings versenkt 16,500 Bruttoregistertonen feindlichen Handelsschiffsraumes. Der Chef des Admiralstabes dec Marine. » wtb. Großes Hauptquartier, 12. Mat 1918. Westlicher Kriegsschauplatz! An den Schlachtfrontcn blieb die Gesechtstätigkcit auf öittiche Kampfhandlungen beschränkt. — Nördlich vom Kemmel und am Südufec dec Lys griff dec Feind nach heftiger Artillcrievoebeceitung an; an mehreren Stellen stieß er zu staiken Erkundungen vor. Nördlich vom Kemmel brachten wir im Nahkampf den feindlichen Angriff in unseren Linien zum Scheitern, im übrigen brachen feine Sturmtruppen schon in unserem Feuer zusammen Auf dem Westufer der Avre entwickelten sich aus einem eigenen Vorstoß südwestlich von Mailly heftige Kämpfe, n denen wie mehr als 30 Gefangene machten. Zwischen Avre und Oise mehrfach Eckundungs, gcfechte. — An der übrigen Front nichts von Bedeutung. * Im Luftkawpf wurden in den beiden letzten Tagen 19 feindliche Fl ugzeugeabgeschossen. 12 von ihnen brachte das bisher von Rittmeister Frhr. v. Richthofen geführte Jagdgeschwader zum Absturz. Leutnant Loewenhardt errang seinen 20. und 21. Luftsieg. Dec Erste Genecalqnartiermeistec: Ludendorff. Das Heldheer braucht dringend Heu und Ztroh! Landwirte Heist dem Heere! Berlin, 12. Mat, Plätzen nichts Neues. abends. Bon den Kriegsschau. Berlin, 12. Mai. Eines unserer U-Boote aus Flandern, Kommandant Oberleutnant z. S. Schmitz (Walter), hat im östlichen Teil des Aermelkanals die bewaffneten englischen Dampfer „Hunerford" (5811 Bruttoregtstertonnen) „Bcodectck" (4321 Bruttoregister, tonnen) und einen anderen, za. 5000 Tonnen großen bewaffneten Dampser, zusammen 15.000 Raumtonnen, versenkt. Dte schönen Erfolge des Bootes, das nach dem Blöckiecungsversuch wohlbehalten in Zeebrügge einge- laufen ist, zeigen besser als Worte, daß sich dec Feind falschen Hoffnungen hingibt, wenn ec immer wieder die Meldung ausstreut, daß ihm die Blockierung unsere flandrischen Stützpunkte und Lahmlegung unserer dort stationierten U-Boote geglückt ist. Im ganzen sind nach neu cingegangencn Meldungen unserer U-Boote versenkt worden: 18.000 Bruttoregistertonnen. Der Chef des Adm?alstabs der Marine. 9 wtb. Großes Hauptquartier, 13. Mai 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Im Kemmel Gebiet hielt llbhafle Artilleri-tätigkcit in Verbindung mit örtlichen Jnfanteriegesechten an. Auch iw den übrigen Kampfabschnitten lebte sie am Abend vielfach auf. Im Ancre Tal südwestlich von Albert wurde ein englischer Teilangriff abgewicsen An vielen Stellen der Front setzte der Feind seine Erkundungs- Vorstöße fort. Bei ihrer Abwehr machten wir mehrfach Gefangene. Im April beträgt der Verlust der feindlichen Luftstreitkräfte an den deutschen Fronten 15 Fesselballone und 271 Flugzeuge, von denen 122 h nt Der Deniobilmacftungsplali. In dem- den Zivi.bchöcdln demnächst zugrhenden Anhang 6 zum Dcmobilinachungsplan ist die B.rmitt lung von Arbeit für zur Entlassung gelangende Heeres angehörige in d r Weise vorgesehen, daß Bchördcn, Industrie , Handels-, Handwerksbetriebe, landwirtschaftliche Betriebe, Necdercien, Presse usw die erforderlichen Beamten. Angestellten, Arbeiter usw. durch Karten schon vor Beginn der Demobilmachung anfordecn. Dte namentliche Anforderung von Beamten, Arbeitern -usw. soll auf gelben Karten, die zahlenmäßige Anforderung auf roten Karlen erfo'gen. Die für den Bereich eines Armeekorps erforderlichen Karten werden in etwa zwei bis drei Wochen den Stadt- und Gemeindebehörden zur möglichst schnellen Verteilung in ihren Bezirken übersandt werden. --— —.. v -.er unseren Linien, die übrigen jenseits der gegnerischen Stellungen erkennbar abgeftürzt sind. Wir haben im Kampf 123 Flugzeuge und 14 Fessel, ballone verloren. Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Geueralqucutiermeister: Ludendorfs. 9 Berlin, 13. Mai, abends. Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues. 9 22500 rönnen in loo Stunden. BeldenftikK eines U-Boots. Berlin, 13. Mai. Eines unserer, in Flandern stationierten U-Boote unter dem Kommando des Oberleutnants z. See Lohs versenkte neuerdings während einer 100 ständigen Unternehmung im östlichen Teil des Aermelkanals bei schärfster feindlicher Gegenwirkung 7 bewaffnete Dampfer mit zusammen 22 500 Br.'Reg- T., darunter 2 wertvolle, mit mehreren Geschützen be* waffnete 5000 Br.Meg.°T. große Schiffe. Die Dampfer waren vorwiegend mit Kriegsmaterial für den Feind. Die Unternehmung des bewährten Kommandanten stellt eine hervorragende Leistung dar. Der Chef des Admiralstabes der Marine. imi Wtb. Großes Hauptquartier, 14. Mai 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: An den Kampffronten ließ die in den frühen Morgenstunden gesteigerte Feuertätigkeit im Laufe des Vormittags nach. Am Abend lebte sie vielfach wieder auf. Nach heftiger Feuerwirkung nördlich vom La Bassee- Kanal versuchten dte Engländer am Abend stacke Terl- angriffe gegen unsere Stellungen nördlich und südlich von Givenchy. Sie wurden verlustreich zurückge schlagen. Die Erkundungstätigkeit blieb rege. Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Generalquartiermeistcr: Ludendorff. Berlin, 14 Mai, abends. Erfolgreicher örtlicher Vorstoß in die englischen Linien auf dem Nordufec der Somme an der Straße Braye— Corbie. Heftige Gegenangriffe des Feindes scheitelten. Sonst nichts Neues. Irland; Krieg gegen England. In den Kirchen Irlands werden, der „ftöln. Ztg " zufolge, Sammlungen für den Fonds zu nationalen Verteidigung veranstaltet. In Erwartung des Krieges mitEngland verweigert das irischeLandvolk die Annahme von englischem Papiergeld und versteckt sein Silber. In den letzten drei Monaten wurde fünfmal so viel Silber von der englischen Münze nach Irland geschickt wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. 8!s rum §5 Lebensjahre. m® c m f ' r 13, Der französische Hecresausschuß hat die Vorlage auf militärische N^gistricrung aller mannllchcn Franzosen vom vollendeten 15 . bis 55 Lebensjahre angenommen. nikolaus mkolajewitfcb in deutscher Band. d nickt eifrig genug sich um diese Frage kümmern könne, da bereits vi le Geschmacklosigkeiten 'begangen würden Schlicht und cir fach soll das Soldatcngiab Mn. Am schönsten wirkt ein einfaches Symbol, ein Gedink stein oder ein Kreuz das alles überragend die langen Reihen gleichmäßiger G'äbcr beherrscht. Das dritte Thema b.handelte der hessische Kirchenhistoriker Proftssoc D Diehl, indem er von den Friedensfeiern nach dem dceißigjahftgcn Kriege und von den Siegesfeiern 1815 und 1871 ausging. Die Feier d.s 17. Jahrhunderts war ein einziges g:oßes Danksagen für Ruhe und Sicherheit, die man so lang entbehrt batte Die S eges- U\U des 19. Jahrhunderts waren voll nationalen Aufschwungs, aber ihnen stand die Kirche fern. Diehl meinte daraus den Schluß ziehen zu dürfen, daß btt der kommenden Friedensfeier die Kirche nicht wieder die. Gelegenheit versäumen und die Feier lediglich den weltlichen Gewalten überlassen dürfe. Mlkei die im Haushalte, aus den Höfen, in den Schopp.n, auf den Dachböden usw., selbst in den Winkeln, herum liegenden Lumpen Stoffabsälle, altes Packleinen, Flicklappen, Musterlappen, alte Stricke, Bindfaden, Hüte, Kragen, Manschetten, Reste usw. nicl» achtlos fort! Die Kriegswirtschaft braucht jedes Stückchen Lum- penmaterial, auch wenn es noch so wertlos erscheint. Sammelt deshalb alles! Verkaufet cs an die richtige Ablieserungsstelle: den gewerbsmäßigen Lumpensammler. Dieser liefert alles bestimmungsgemäß an die Sortier- und Wtttschasts- stellen der Heeresverwaltung ab. Kriegsamt. -ins Stad* imd Land. Zrrckrr für Giumachz,necke. Um der hffftschen Bevölkerung für Elnmachzwecke eine größteZuckermenge zuteilc'n zu können, hat die Etnkaufsgesellfchaft für das Großherzogtum Hessen m. b. H., Mainz, in diesem Jahre wiederum eine größere Rücklage anZucttr gebildet Damit die Brvölkcrung rechtzeitig in den Besitz dieses Zuckers gelangt, wurden diese Zuckermcngen in diesen Tagerl an die .vmmunaloerbände ausgegeoen. Bon dieser ersten Obstzuckerzulage entfällt auf den Kopf der Bevöckerurrg die recht ansehnliche Menge von 5Pfurrd. Boraussichtlich w:rd in Kürze nochmals mit einer Zulage gerechnet werden können, die allerdings gerin r sein wird. Es kann der Bevölkerung nur auf da^ Dringendste empfohlen werden, diese erste Obstzuckerzu- lage von 5 Pfund für die Einmachzeit zucückzulegen und nicht für andere Zwecke zu verwenden, damit sie bei der schon bald etntcctenden Beerenobsternte sich selbst Obst einkochen oder zu Marmelade turacbeiten kann. Ende Mai Anfang Juni wird außerdem von den Komm nalve^bänden bereits der Juli Zucker in Höhe von 500 g auf den Köpf ausgegeben, so daß also die Bevölkerung in dieser Zeit insgesamt 6 Pfund auf den K pf erhält und somit in der Lage ist, für Einmach- zw.cke wiederum üb.r Zuckcrmengen zu verfügen, die angesichts d x bisherigen Beschränkungen im Zuckecvec- brauch recht ansehnlich sind. ** Fürsorge für die Kriegsdefchädigten. Am 8. Mai tagten im -Römer: zu Frankfurt a/M. die geschäftsfühcenden Herren der örtlichen Ausschüsse für. die Kciegsbeschädigtenfürsorge im Großh. Hessen zur gemeinsamen Aulsprache über Fürsorgefragen. Die Verhandlungen wurden an Stelle des verhinderten Vorsitzenden des^ Landcsausschusfts Herrn Geheimerat Dr. Metz von Herrn Staalsrat Hölzinger-Darmstadt geleitet Besprochen wurde zunächst die Durchführung der Ludendorff-Spende sür die Kciegöbeschädigten, ferner die Stellungnahme zu den pttvaten Krtcgsbeschädigten- Vereil en, sowie die allgemeine und berufliche Bemalung der Kriegsbeschädigten. Im Mittelpunkt der Verhandlungen stand die wichtige Frage der Versorgung der Schwerbeschädigten, die bezüglich der noch Erwerbs fähigen von Herrn Dr. Schlotter' Frankfurt a/M, bezüglich der Erwerbsunfähigen von Herrn Amtckann Vechtel- Darmstadt näher beleuchtet wurde. Die Ver- Handlungen vermittelten den Teilnehmern mancherlei Anregungen und gaben zu reger Aussprache Anlaß. * Drefchlöljne 1918. Der Verband der Hessen Rassauischen Dampfdrescheceien fordert im Jahre 1918 für das Dreschen bei Gestellung einer Lokomobile, eines Dreschwagens und einer Strohpersse und drei Fach, arbeitern einen Stundenpreis von 14 Mark. In diesem Preis sind nicht einbegriffen die Transportkosten, die Beköstigung des Maschinenpecsonals, die Kosten sür Kohlen, elektrischen Dtrom, Bindegarn, Wasser und die Gillung von Häckselmaschine, Sprcubläsec und Sackgarns. * Latein an den preußischen Gberrealfchnlen Ein neuer Miuistecialerlaß ordnet die Einführung des wahlfreien latein. Unterrichts in den drei obersten Jahresklossen der preußischen Oberreaischulen für solche Schüler an, die dafür geeignet scheinen. Der Erlaß dürfte den künftigen Obercealschul-Abiturienten, ohne Wesen und Richtung des Obecrealschul Systems zu vec> schieben, das praktische und ideele Fortkommen wesentlich erleichtern Uom Saatensiand. Der Stand der Saaten ist gut, ebenfalls derjenige der Futteräcker. Raps ist reich- ilch angebaut worden, Kartoffeln sind wie man hört, mehr angebaut werden als im Vorjahr. Der Anbau von Roggen und Hafer dagegen soll sich vermindert haben. ** Der Eisenbahnverkehr }\t Vfingsterr wird laut Bekanntmachung dcc C'iscnbahndirektion in heutiger Nummer gewisse Beschränkungen erhalten. Darum reise an den Festtagen nur, wer unbedingt reisen muß. • * Gießen. Der jüngste Sohn des Krttsrecbnec Kauß ist bei der btzten großen Offensive im Westen gefallen und heute wurde der älteste Sohn, der ebenfalls als L-.utnant bei diesen schweren Kämpfen mit dabei war und tödlich verwundet wurde, auf dem hiest. gen F iedhofe unter größter Beteiligung von nah und fein beerdigt. * Schlitz. Bis dahin war hier nur die Gräsl. O. konomn Verwaltung im Br sitz einer größeren Schafherde. Infolge des empfindlichen Mangels an Wolle haben sich aber jetzt wieder zahlreiche hiesige Bürger der Schafzucht zugewandt. So^ konnte dieser Tage die neue Schafherde in einer Stärke von annähernd 70 Stück zum ersten Mal ihren Weidegang antccten. * Kajfel. Eine von Vertretern der Industrie, des Handels, des Baugewerbes, der gemeinnützigen Baugenossenschaften und ähnlicher Vereinigungen sowie von Behörden zahlreich besuchte Versammlung beschloß am Montag nachmittag im großen Sitzungssaale des Rathauses die Begründung einer K a s s e l e c W o h n u n g s- sür sorge G. m. b. H mit einem Kapital von 1 400 000 Mk Zu Geschäftsführern wurden Geheimer Baurat Stadtbaurat Höpsner. Bankdix ktoc Heinrich Koch und Verkehrsdirrktoc Weber bestimmt. Die Ge- sellschaft will in großem Maßstabe und mit Unter- stützung der Staatsregürung planmäßig den Bau von Kleinwohnungen sowohl im Flachbau, als auch im mehrgeschossigen Stockwerksbau durchführen, um der zurzeit herrschenden Wohnungsnot zu steuern. Diese Häuser, die mit Hilfe der vorhandenen und noch zu beschaffenden Kapitalien erbaut werden, sollen nicht nur vermietet, sondern vornehmlich gegen feste Tilgung sätze in Form von AbtragShypotheken an Kleinbürger rrnd Arbeiter verkauft werden, um auf diese Weise die Scßhastmachung von industriellen Arbeitern und Angestellten zu begünstigen Die Gesellschaft ist bemüht, durch Verhandlungen mit der Staatsregicrung Bauholz zu billigen Preisen aus den Forsten freihändig zu erwerben. um Wohnungen so billig als möglich zu machen. * Höchst a. M. Wahnsinnige Preise bezahlen die Leute schon sitzt bei den Grasverstetgerungen. Im Stadtteil Zeilsheim bot einer für ein Wiesenstück, das im Frieden mit fünf Mack bewertet wurde, im vorigen Jahr aber schon 70 Mark kostete bei den di-Sjähcigen Versteigerungen rund 400 Mark. Was mag da das Liier Milch oder der Zentner Heu kosten? * Ueu-Ifenbnrg Einer der gewaltigsten Baum- riescn der h ssischen Wälder, die sogenannte Odin- Eiche am Erlenb-ch, ist der Axt zum Opfer gefallen. Die Fällungsarbeiten nahmen mehrere Tage in Anspruch. Das Alter des Baumes wird von Fachleuten auf 600—700 Jahre geschätzt. * Frankfurt a |tt. Hier fand in den Räumen b:8 Kaufmännischen Beceinshauses eine Zusammenkunft hessischer und Hessen nassauischec Kaufmännischer Vereine statt, an der sich zahlreiche große Gruppen des Bezirkes beteiligten. Eine eingehende Aussprache entwickelte sich über das kommende Krttgswuchergesetz und die Steuerpolitik des Reiches; außerdem wurden auch Verkehrs- fragen des Wirtschaftsgebietes und die Stellung Frankfurts zum Reich in längeren Debatten erörtert. Die Kaufmännischen Vereine einigten sich zur Gründung eines Hessen -Naussauischen Landesverbandes, dessen Vorort der Kaufmännische Verein Frankfurt a. M. sein wird. , * Wiesbaden. Der neue Hetmann der Ukraine, Skoropadski, der in der Sitzung des Hauptausschusses dts Reichstages von berufener Seite als ein überzeugter Deutschenfreund geschildert wurde, ist weder ein Russe noch ein Ukrainer, sondern ein Wiesbadener Kind. Seine Mutter schenkte ihm in Wiesbaden währrnd eines Kuraufenthaltes vor 44 Jahren das Leben. Skoropadski selbst hat oft mit seiner Gattin in deutschen Kurorten geweilt, zuletzt vor 5 Jahren in Friedrichroda. Während cr selbst nur gebrochen Deutsch spricht, ist seine Gattin, die deutsche Erzieherinnen hatte, des Deutschen vollkommen mächtig. * Mainz. Mit Rücksicht auf die Fliegergefahr verboten die städtischen Körperschaften die Abhaltung von Konzerten u. anderen Veranstaltungen im Stadtpark. * Marburg, 10. Mai. Das frühere kurhessische Landtagsmitglted, Bürgermeister Friedrich Stebert, Ehrenbürger der Stadt Marburg, ist im Alter von 87 Jahren gestorben. * Großenlüder. Am 1. Mai wurden beim Morgenzug nack Gießen zwei Essener Hamsterabgefaßt; sie hatten 700 Eier, viel Mehl, 25 Pfund Butter, einige Zentner F'etsch :c. in 4 Kisten zum Teil schon in den Zug geschafft, als der hiesige Gendarmerie-Wachtmeister Möller die Beschlagnahme aussprach. Berantwortlich: Albin Klein in Gießen. Pfingstverkehr 1918. Während der Kriegszeit müssen alle Betriebsmittel verfügbar bleiben für die Zwecke der Heeresverwaltung und des kriegswichtigen Verkehrs. Für den Personenverkehr zu Pfingsten können daher auch in diesem Jahre besondere Vorkehrungen nicht getroffen werden Mit Unzuträglichkeiten aller Art, Zurückbleiben beim Reiseantritt oder unterwegs muß gerechnet werden. Daher benutze die Eisenbahn nur, wer notgedrungen reisen muß. Um Schwierigkeiten bei der Abfertigung soweit als möglich vorzubeugen, wird folgendes bestimmt: 1 An den beiden Pfingstfeiertagen sowie am Tage ' vor- und nachher werden zur Benutzung von Schnell- (D-) Zügen Fahrkarten des öffentlichen Verkehrs nur für solche Reisenden ausgegeben, bei denen die im Schnellzug zurückzulegende Strecke 75 km übersteigt. 2 In der Zeit vom 16. bis 21. Mai d. Is. muß die Fahrt am ersten Geltungstage der Fahrkarte angetreten werden. 3. Doppelkarten und Karten zur Rückfahrt kommen ' an diesen Tagen nicht zur Ausgabe. 4. Bahnsteigkarten werden an diesen Tagen nicht verausgabt. 5. Die Ausgabe von Fahrkarten für Eil- und Personenzüge kann nur in beschränktem Umfange erfolgen. Der Fahrkartenverkauf für die einzelnen Eil- und Personenzüge wird eingestellt, sobald nach der Zahl der verabfolgten Fahrkarten eine Ueber- lastung der Züge oder eine Gefährdung der pünktlichen Iugabfertigung zu befürchten ist. Frankfurt (Main), den 8. Mai 1918. _ Kal. EifenbahndireMon. Bekanntmachung. Nachstehende im Sommerfahrplan vorgesehene Züge werden bis auf weiteres noch nicht befördert: Muz. 123 Metz-Loblenz (Abf. 8^)-Gießen-Marburg (Ank. 12*° -Berlin. D 125 Gießen (Abf. iE) -Berlin. Muz. 99 Metz - Loblenz (Abf. 1E) - Gießen - Marburg (Ank. 1-) -Berlin. Muz. 100 Berlin - Marburg (Abf.E) - Gießen - Loblenz (Ank. 7 47 ) - Metz. D 126 „ „ (Abf. E) - Gießen - Loblenz (Ank. 7 55 ) —Metz. Muz. 124 „ „ (Abf. E) - Gießen - Loblenz (Ank. 9—) — Metz. Frankfurt (Main), den 13. Mai 1918. Königliche €ifcnbaftt!direRiiott franKftm (Main). Zu verkaufen: Sofa und 6 Stühle, Divans, Tische, Nähtische, Sessel, Klavier, Kinderwagen und andere Möbel. Louis Notbenberger. giessen. Telefon 176. Birtenrelfigbefeu aus gutem Reisig, Probepack 12 Stck. 10 Mk. 100 Stck. 80 Mk. Nachnahme empfiehlt bei reeller Bedienung. Peter Wiesner, Groß-Umstadt. Für Wicdcrverküufcr und Großverbraucher. = Kautabak = behördlich eingeführte Auslandsware. Mk. 45.— per Kilo franko. Verpack, frei. 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