Gießerrer Jettoog Bezugspreis 60 Psg. monatlich vierteljährlich 1,801!, voraukzahlbar, frei ins Haus. Ab ge holt in unserer Expedition oder in den Zweig. auSgabestellen vierteljährlich 1,50 Mk. — Erscheint Mittwochs und Samstags. — Nedaktionsschluh früh 8 Uhr. — Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verla, der „Gießener Zeit»«,". Gießen. €rpeöfI!o b: Züdanlage21 Anzeigenpreis 20 psg. die 44 mm breite Petitzeile, für AuSwärtS 80 Pfg. Die 96 mm breite Reklame-Zeile 72 Pfennig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Grütze berechnet. Rabatt kommt bei Ueberfchreitung deSZahlungL- ziele- (30 Taaej, bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Druck der Gießeucr Verlagsdruckerei. Albin Klein. Rr. 43. Telephon Nr. 362. Samstag, den 11. Mai 1918. Telephon Str. 362. 31. Jahrg. Ein zweiter englischer Seeangriff vor Ostende abgeschlagen. 2 nr militärischen Lage im Aesirn * Zürich, 8. Mai. Eine Havasnote vom 7. Mai meldet: Die Beschießung des Abschnittes Lokcr dauert fort, die Beschießung der Stadt Ipern durch die schweren deutschen Geschütze hat begonnen. ' • DaS „Echo de Paxis" bereitet seine Leser auf die Räumung von Ipern vor ES schreibt: Glorreiche Erinnerungen haften sich an Ipern, aber wir sind in einem Abschnitte deS Krieges angclangt, wo man geschichtliche Trümmer unter dem Feuer der schweren feindlichen Artillerie nur dann bis zur äußersten Möglichkeit halten darf, wenn die Heeresleitung das für unbedingt nötig erachtet. .:•) Dem „Corriere della Sera" zufolge stellen die englischen Frontberichterstattec fest, daß die vorüber, gehende Kampfpause von den Deutschen ausgenutz werde, um einen neuen Ansturm vorzubereiten. • DaS „Petit Jcurnal" meldet: Die französischen Linien halten seit Tagen eine zunehmende Artilleriebe. schießung aus. Die Vorbereitungen auf feindlicher Seite scheinen im letzten Abschnitte zu sein, und man muß mit der Wiederaufnahme der Kämpfe mit aller Bestimmtheit rechnen. O * Mailänder Blätter melden aus Paris : Die ersten Linien der gemeinsamen Westfront werden nunmehr gleichmäßig mit englischen und französtschen Truppen belegt. Das „Secolo" meldet aus Paris: Die nächste Verteidigunglinie westlich von Ipern liegt nach dem Urteil der Mtlitärkcitiker bei Poperinghe. » *Genf, 10. Mai. Eine HavaS-Note von Donners, tag meldet die Fortdauer der Artilleriebeschießung auf Verdun, Tou l und Nancy. — Der Pariser „Temps" schreibt bestimmt, daß daS wertvollste Material der Alliierten aus Ipern nach Poperinghe geschafft worden sei. Foch mache die äußersten Anstrengungen, die Fortschritte der Deutschen einzudämmen. • * Köln, 10. Mai. Der „Köln. Zgt." zufolge äußerte sich ein neutraler Diplomat in Madrid, daß seit 2 Monaten 1000000 Personen Paris verlassen hätten Belgien kriegsmtide? * Genf, 9. Mai. Der als nahe bevocftehmd an. gekündigte belgische Kconrat soll sich mit den Folgen einer Räumung IpecnS befassen. Durch die Mt- nifter-Blätter läßt Elemenceau das belgische Volk beschwören, an der Seite des Verbands standzuhalten. TriedensTebnTucbt in Trankreicb? * Genf, 10. Mai. Zu der Sozialisten-Spaltung in Frankreich liegen heute Blättermeldungen vor, wo- nach außer der Gruppe um den Exministcc Thomas, die die Kriegsfoctsetzung befürwortet, sämtliche üb« rigen Sozialisten für sofortige Weltfrie- denSverhandlungen eintreten. Man erwartet mit Spannung die Stellungnahme der großen Arbeiterverbände Frankreichs. Amtliche deutfcbc Cagcsbericbie. 16 000 Tonnen verrenkt. Berlin, 7. Mai. Eines unserer Unterseeboote unter der bewährten Führung des Kapitänlcutnants Biebeg hat im Aermeltanal 5 bewaffnete tief beladrne Dampfer mit zusammen 16000 Bruttoregistertonuen versenkt. Der Chef des Admiralstabes der Marine. 9 wtb. Großes Hauptquartier, 8. Mai 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Südlich von Nieuwlportkanal nahmen wir bei er- folgrcicbec Erkundung Belgier gefangen. — Aus dem Schlachtfeld in Flandern und an der LyS lebte der Ar- lleriekampf am Kemmel, bet und westlich von Baillcul auf. — In Vorfeldkämpsen auf dem Schlachtfelde an der Somme wurden Engländer und Franzosen gefangen. Beiderseits der Straße Corbie—Bcoye griff der Feind nach starker Minenvorbereitung erfolglos an. Bereit, stellungen wurden durch unser Feuer wirkungsvoll gefaßt. Bei einem in der Nacht südlich von der Straße wieder- holten Angriff warfen wir den Feind im Gegenstoß zurück. Starke Feuertätigkett hielt am Lysbach und auf dem Westufer der Avre an. — An der übrigen Front nichts Von Bedeutung. Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Generalquartiermetster: Ludendorfs. » Berlin, 8. Mai, abends. Oertliche Kämpfe südlich vom Dikkebuscher See. wtb. Großes Hauptquartier, 9. Mat 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Zwischen Ipern und Bailleul hielt tagsüber lebhafte Actillerietätigkeit an. Oertliche eigene Angriffe südlich vom Dikkebuscher See hatten vollen Erfolg. Rhet. nische und badische Truppen erstürmten in 2 Km. Brette stark auSgebaute feindliche Linien auf dem Ostufer des Vyvecbaches. Sie stießen hier anscheinend in einen französisch-englischen Angriff hinein und zersplitterten seine Kraft. Nur zu beiden Seiten der Straße Reuinghelst- Kemmel kaln der feindliche Angriff zu voller Entwicklung. Ec wurde ebenso zurückgeschlagen wie Gegenangriffe gegen unsere neugewonnene Stellung. Wir mochten d75 Gefangene von 6 französischen und 2 englischen Divisionen, die schwere blutige Verluste erlitten. Bei Abwehr englischer Vorstöße am Südufec der Lys, bei Bucquoy und südlich von Albeit machten wir Gefangene. Bei dem gestrigen erfolglosen nächtlichen Angriff australischer Truppen an der Straße von Corbie- Braye blieben 45 Gefangene, darunter 4 Offiziere, in unserer Hand. Nördlich vom Lucebach und auf dem Ostufcr der Avre blieb der Feuerkampf gesteigert. — Erfolgreiche Er. kundungsvorstöße an mehreren Stellen der übrigen Front. In den 3 letzten Tagen verlor der Gegner im Luft- kampf und durch Abschuß von der Erde aus 37 Flugzeuge. Oberleutnant Schleich schoß gestern 3 feindliche Flugzeuge ab und errang damit seinen 26., 27. und 28. Luftsieg. Ukraine. An der Nordküste des Asowschen Meeres stießen wir bis zur Donmündung vor und haben Rostow besetzt. Die Verhandlungen über die Festsetzung einer Demarkationslinie werden demnächst beginnen. Der Erste Generalquartiermetster: Ludendorff. « Berlin, 9 Mai, abends. Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues. Englische fliegerangriffe. Berlin, 9. Mai. Am 8. Mai mittags und abends griffen stärkere feindliche Fliegergeschwader die Mole und das Dorf Zeebrügge mit Bomben an, ohne militärischen Schaden anzurichten Durch die Fliegerbomben auf die Kirche von Zeebrügge wurden 3 Belgier und 2 Kinder getötet, 2 sckwer und mehrere leicht verletzt An der Landfront dcö MarinckoipS wurden von unseren Jagdfliegern 2 feindliche Flugzeuge, über See ein drittes abgeschoffen. Der Chef des Admiralstabs der Marine. 9 r6000 rönnen versenkt. Berlin, 9. Mai. Dos unter dem Kommando des Kapitänleutnants von Glascnapp stehende U-Boot hat in der stark besuchten irischen See und deren Zufahrtsstraßen mit bestem Erfolg gearbeitet und dem Trans- portverkehc unserer Feinde neuerdings empfindlichen Abbruch getan Durch umsichtige und energische Führung und kühnen Einsatz des Bootes gelang es dem Kommandanten, 7 Dampfer — zum Teil au§ gesicherten Geleitzügcn heraus — und 3 Segelfahczeuge m t zusammen über 36000 Bruttocegistertonnen zu versenken. Wertvolles Kriegsmaterial des Feindes und für die Kriegführung wichtige Rohstoffe — Kupfererz Eisenerz, Kohlen, Kork usw. — wurden mit den Ladungen der Schiffe vernichtet. Der Chef des AdmicalstabeS der Marine. wtb. Großes Hauptquartier, 10. Mai 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: An den Kampffronten war die Artilleritätigkeit tagsüber nur im Gebiete des Kemmel, beiderseits des LucebacheS und auf dem Westufec der Avre lebhaft. Starker Feuersteigerung in diesen Abschnitten folgten feindliche Vorstöße. Bet ihrer Abwehr und bei reger Ec- kundungStätigkeit machten wir Gefangene. Am Abend und während der Nacht lebte der Artilleriekampf zwischen Iser und Oise vielfach auf. — An der übrigen Front blieb die Gefechtstätigkcit auf Erkundungskämpfe beschränkt. Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Generalquartiermetster: Ludendorff. » Berlin, 10. Mai, abends. Ein englischer Teilan» S riff nördlich von Albert wurde abgewiesen. Ebenso heiterte ein französischer Vorstoß *m Walde von Apre- mont. » Neuer englischer Sperrangriff gegen Ortende. * Berlin, 10. Mai. Englische Seestreitkcäfte unter- nahmen am 10. Mai, 3 Uhr morgens, nach heftiger Beschießung erneut einen Sperrangriff gegen Ostende. Mehrere feindliche Schiffe, die unter dem künstlichen Nebel in den Hafen eindrtngen wollten, wurden durch das vortrefflich geleitete Feuer unserer Küstenbatterien abgewiesen. Ein alter Kreuzer liegt gänzlich zusammengeschossen außerhalb des Fahrwassers vor dem Hafen auf dem Grunde. Die Einfahrt ist völlig unbehindert. An Bord des gestrandeten Schiffes wurden nur noch Tote gefunden. Zwei Ucberlebende waren über Bord gesprungen und sind gefangen. Nach bisherigen Ermittlungen wurden mindestens 2 feindliche Motorboote abgeschoffen, ein Monitor schwer beschädigt. Der Sperrangriff ist somit völlig vereitelt. Abermals hat der Gegner Menschenleben und Fahrzeuge umsonst geopfert. Der Chef des AdmicalstabeS der Marine. Rumäniens GebieisoerluTte. * Wien, 9. Mat. Die Abtretungen Rumäniens an Ungarn betragen etwa 5000 Quadratkilomenter, an Oesterreich südlich von Czernowitz etwa 600 Qua- dratktlometer. Hierbei handelt es sich im wesentlichen um Grenzberichtungen unter strategischen Gesichtspunkten und um die Herstellung einer unmittelbaren Verbindung zwischen Ungarn und der Bukowina. In den abgetretenen Gebieten liegen keine größeren Ortschaften. Kiickberufung der rumänischen Diplomaten? * Genf, 10. Mai. Der „Morning Post" zufolge find sämtliche rumänischen diplomatischen Missionen, die sich in England, Frankreich und Nordamerika befanden, nach Jassy zurückberufen worden. Rücktritt Rasitfcb'. Wie der „Kurjer Lwowski" berichtet, hat sich in einer der letzten Skupschtinasitzungen ein aussehenerregender Zwischenfall zugetragen. Der Belgrader Universitätspro- feffor Znewitsch redete sich in seinen Erörterungen, die sich auf sein Verlangen eines sofortigen Friedens mit den Mittelmächten bezogen, in eine solche Erregung hinein, daß er einen seiner Gegner, den ententefreundlichen Popen Minitsch, durch einen Revolverschuß niederstreckte. Nun holte der Kriegsminister Marsitsch seinen Revolver hervor und schoß den Täter nieder. Der Ministerpräsident trat - ob im Zusammenhang mit diesem Zwischenfall wird nicht gesagt - noch am selben Tag zurück. Der Thronfolger Alexander forderte die Opposition auf, die Regierung zu übernehmen. Die Opposition stellte jedoch die Bedingung, daß zuerst der Friede mit den Mittelmächten geschlossen werden müsse. Eröffnung der deutsch.flnnlfchen fiandelsoerRehrs. In Lübeck traf vorgestern aus Finnland der erste Handelsdampfer ein, um Ladung für Finnland einzunehmen. Damit ist der direkte Seeverkehr Lübeck-Finnland wieder eröffnet. Der Lübecker Hafen ist aus diesem Anlaß reich geflaggt. Skoropadski als Diktator. Eine neue Itor.r'.:; in der Ukraine. Nachdem die Bauern Vis alte sozialrevolutionäre Regierung gestürzt hatten, hat General Pawlo Skoro- padstl. ein Mitglied des eingesestenen Großgrundbesitzes, sich der Herrschaft bemächtigt, vor allem ern aus der Kadetten-(H andels-)Part?i zu - mmengesetztes Mr- nisterium aus früheren Den.scheufeinden gebildet und sich selbst zum Diktator gemacht. Er hat die volle Nearerunasgewatt. Er b:;:ä.v.t die Gesetze, ernennt den Ministerpräsidenten, das Kaiinect und dre Beamten, ist oberster Kriegsherr und vertritt den Staat nach außen. Er erläßt Ausnahmegesetze, erklärt den Belagerungszustand, ihm sreyt das BeguadiguugsrechL zu usw. Das von ihm oci seiner Proklämterung zum .sietman verkündete Gesetz, das Dteje Befugnisse des Hetmans regelt, sieht in 8 10 die UnailtastbarkeU des Eigentums vor; Rede-, Preß- und Versammlungsfreiheit werden bestätigt. Die Befugnisse des Ministerrates sind durch die Aussichtsbesugnrs des Het- mans stark eingeschränkt. Ein Klasscrrwahlrcchl für die Ukraine. Ter ukrainische Kongreß der Landwirte hat eine Entschließung gefaßt, die Den -curz der Rada begrüßt, dir Sozialisierung verwarf: „Zur Konstrtulerung der Regierung und zu ihrer Ueberwachung sowie zur unaufschiebbaren Gesetzgebung muß eine neue gesetzgebende Körperschaft einberufen werden, bestehend aus Vertretern aller schaffenden und staatlichen Elemente der Ukraine auf Gruud eines Klassenwahlrechts. Die Wahr- len zur Konstituante, die vor sich gegangen sind im Gewühl des Bürgerkrieges, unter Nötigungen, Brandstiftungen und S. v-ejuitgeii, können nicht als Willensäußerung des ukrainischen Volkes angesehen werden." Es handelt sich tster um die Großgrundbesitzer. Aber auch die kleinen Besitzer, die sich während der Revolution eines Landstreifens bemächtigt haben, sind jetzt entschlossen für das Privateigentum. Ter russische Bankdirektor Dobrh, der von der alten sozialistischen Rada verhaftet worden sein sollte, ist in Charkow, der großen Kohlen- und Handelsstadt im Osten der jetzigen Ukraine, aufgefunden und befreit Ivorden. Das Petroleumabkommen mit Rumänien. Der deutsche Bedarf an Erdölcrzeugnisscn und seine Deckung 1913. 1913 betrug die Einfuhr an Benzin, Leuchtöl »der Petroleum, Gasöl oder Treiböl und Schmieröl rund 1 290 000 Tonnen. Die deutsche Rohölerzeugung im gleichen Jahre betrug nur den zehnten Teil der Einfuhr, 120 000 Tonnen (42 v. H. Elsaß, 58 v. H. Norddeutschland). Diese 120 000 Tonnen ergaben bet der Verarbeitung 88 000 Tonnen Oele aus den vier vorgenannten Gruppen. Die Gewinnung von Vraunkohlenteeröl und Schie- seröl kann bei unseren Erwägungen ganz außer acht gelassen werden, weil sie nahezu konstant ist. Wir haben bisher nur ein Schieferwerk auögebaut, welches immer etwa die gleiche Menge Oel gibt, und auch die Erzeugung der Mitteldeutschen Braunkohlenschwelereien wird sich im Hinblick auf das beschränkte Vorkommen der besonders bituminösen Kohlen kaum wesentlich verändern. Neben der inländischen Roh ö l erzeugung wurden in Deutschland an Steinkohlen teer' 1 400 000 Tonnen erzeugt, die 300 000 bis 350 000 Tonnen Teeröl ergaben. Dieses Teeröl wurde zum größten Teile ausge führt, und zwar sehr viel davon nach den Bereinigten Staaten, wo ein sehr großes Bedürfnis nach Imprägnierungsmitteln für Holzschwellen ustv. besteht. Der Rest fand im Jnlande Verwendung, in erster Linie zu Jmprägnierungszwecken, dann in den letzten Jahren vor Kriegsausbruch auch in nicht unerheblichem Maße als F e u e r u n g s m a t e r i a l in der metallurgischen Industrie. Im Kriege wurde dazu übergegangen, aus dem Steinkohlenteer das sogenannte Teersettöl in größerem Maße zu isolieren und daraus 35 000 Tonnen jährlich Teersettöle als Schmieröle herzustellen, die im wesentlichen als Eisenbahn- achsenschmieröl dienen. Der Gesamtbcdarf Deutschlands betrug demnach im Jahre 1913, wenn wir die Braun- kohlenteeröle und die Steinkohlenteeröle beiseite lassen, 1389 909 Tonnen, und zwar entfielen davon 93 v. H. auf eingefnhrtc und 7. v. H. auf inländische Oele. Die Einfuhr stammte in größtem Maße aus den Vereinigten Staaten von Amerika, die über die Halste der Gesamteinfuhr bestritten. In zweiter Linie kam Oesterreich-Ungarn mit 18 v. H., dann Rußland mit etwas über 13 v. H., dann Rumänien mit 8 v. H. und Niederländisch-Jndien mit 3,9 v. H. Letzteres hat 1913 ausschließlich Benzin nach Deutschland geliefert. Die Vereinigten Staaten lieferten uns etwa % der gesamten Leuchtöleinfuhr, dann etwa die Hälfte der Schmieröle, Benzin und etwas Gasöl. Die rumänische Rohölerzeugung 1913 betrug 1 900 000 Tonnen. Das ist die Höchste Zahl, die in Rumänien überhaupt je erreicht worden ist. Wenn man ziemlich reichlich den Verlust bei der Verarbeitung und den Selbstverbrauch der Erdölindustrie an Heizöl mit 15 v. H. annimmt, so ergibt das einen Verbrauch von 285 000 Tonnen. Den dortigen Inlandsbedarf kann man auf etwa 600 000 Tonnen schätzen. Es bleibt dann für die Ausfuhr rund 1 Million Tonnen übrig. Von dieser Aussuhrmenge kamen bisher nach Deutschland nur 103 000 Tonnen. Das ist eine recht geringe Zahl, die um so mehr in ihrer Knappheit ausfällt, wenn man bedenkt, daß Deutschland von allen Ländern kapitalsmäßig am stärksten in der rumänischen Erdölindustrie beteiligt war, und zwar stellt sich die Beteiligung des deutschen Kapitals auf 120 Millionen Lei. Mehrbedarf im Kriege. Während des Krieges hat eine sehr erhebliche Verschiebung im Bedarf und in der Deckung des Bedarfes stattgefunden. Die Einfuhr über Sec hörte auf mit Kriegsausbruch. Nur die Einfuhr aus Oesterreich-Ungarn und Rumänien blieb noch offen, d. h. aus Pen beiden Ländern, die zusammen im Jahre 1913 nur mit 26 v. H. an der Einfuhr beteiligt waren. ES läßt sich ermessen, welche Schwierigkeiten bei der Deckung des Bedarfes auch dann zu überwinden gewesen wären, wenn nicht noch besondere Erschwernisse hinzugekommen lvären, die im wesentlichen gekennzeichnet werden können durch den Hinweis auf den zeitweiligen Einbruch der Russen in Galizien, auf die sehr schikanöse Haltung der rumänischen Regierung und aus das vorübergehend vollständige Aussetzen der rumänischen Einfuhr nach Eintritt Rumäniens in den Krieg. Auch nach der Besetzung der Wallachet durch unsere Truppen war zunächst aus eine geregelte Zufuhr von Erdölerzeugnissen nicht zu rechnen, denn : wenn schon die Schnelligkeit der militärischen Operationen sehr erhebliche Bestände in Konstanza in un- ! sere Hand brachte, so war doch die Zerstörung, die i aus die Veranlassung Englands in der rumänischen j Erdölindustrie vorgenommen worden war, so weitgehend. daß es sehr erheblicher Arbeiten bedurfte, ehe wieder eine regelmäßige Erzeugung zuwege gebracht werden konnte. Die sehr energischen und weitgehenden Maßnahmen, die in dieser Beziehung getroffen , worden sind, haben es ermöglicht, die Erzeugung Rumäniens wieder auf ungefähr 2/3 von 1913 zu bringen. Der Bedarf hat während des Krieges nicht abgc- nommen. Die große Entwicklung, die oie Fliegertruppen und das K r 6 st fahrwesen genommen haben, hat einen ganz ungeheuren Mehrverbrauch an Betriebsstoffen für Flugzeuge und Kraftwagen zur Folge gehabt. Dies hängt, soweit es die Kraftwagen betrifft, ja naturgemäß auch sehr zusammen mit dem Rückgang unseres P f e r d e bestandes. An der Betriebs- stosfbilanz ist es jeden Monat deutlich sichtbar, !vie oie schlechte Futtermittelernte des letzten Jahres und deren unglückliche Einwirkung aus unseren Pserde- bestand aus den Mehrverbrauch an Betriebsstoffen sowohl an der Front wie auch im Lande eingewirkt hat. Der Verbrauch der Marine an Treib- und Heiz- ! ölen ist eigentlich ins Unermeßliche gewachsen. Die j Schmieröle werden auch in höherem Matze gebraucht | als im Frieden, weil gerade diejenigen Industrien, l die für die Kriegführung am wichtigsten sind und j in verstärktem Maße jetzt arbeiten, gleichzeitig die : größten Schmierölverbraucher sind. Dazu kommt, daß der sehr schlechte Reparaturstand aller Maschinen und Einrichtungen und die nicht sehr gute Beschaffenheit vieler Ersatzschmiermittel eine reichlichere Schmierung bedingt, so daß tatsächlich trotz aller Sparmaßnahmen, die ergriffen worden sind, der Verbrauch zurzeit nicht unerheblich größer ist, als er im Jahre 1913 war. Auch ein starker Rückgang beim Leuchtöl hat sich gezeigt. Der Leuchtölverbrauch ist ganz allgemein erfahrungsgemäß in allen hochkultivierten Ländern im Weichen. Es ist wohl nicht zuviel gesagt, wenn man behauptet, daß die Kriegsverhältnisse in Deutschland dieses Zurückgehen des Leuchtölverbrauches um mehrere Jahrzehnte beschleunigt haben. Als Ersatz für die nicht greifbaren Erdölerzeugnisse wurden die aus der Steinkohle und Braunkohle im Inland gewonnenen Produkte herangezogen. Die Kokereien uni) Gasanstalten lieferten Benzol als Betriebsstoff und Lösungsmittel, Heizöl und Treiböl für die Marine, Teersettöle als Schmieröle. Das Paraffinöl und das Schieseröl wurde auch als Schmieröl herangezogen, meistens fand es aber als Treib- und Heizöl Verwendung. Unsere Kriegführung ist ohne ausreichende Zufuhr gewisser Mineralöle sowohl zu Wasser wie zu Lande nicht weitersührbar. Es konnte deshalb auch nicht die Zuführung dieser Oele von der Fähigkeit oder dem guten Willen Privater abhängig sein. Deshalb mußte ausbedungen werden, daß das Oberkommando unseres Besatzungsheeres in Rumänien für die Zeitdauer der Fortführung des Krieges dieselben Machtvollkommenheiten wie bisher behielt in bezug auf alles, was I mit der Erzeugung, der Verarbeitung und der Vewe- ! gung de- Rohöls und seiner Erzeugnisse zusammenhängt. . Diese Forderung ist im FriedenSoertrage durchgesetzt und abgemacht worden. * Für die Ordnung der Verhältnisse nach dem allgemeinen FriedenSschluß mußte die deutsche Regierung erstens den ausschlaggebenden Einsluß auf die Erzeugung, die Verarbeitung und die Verwertung des Rohöls und der Erdölerzeugnisse ausüben. Schließlich mußte sie auch dafür sorgen können, daß diese rumänischen Erdölerzeugnisse tatsächlich in dem notwendigen Maße nach Deutschland eiuge- sührt werden. Das ist in den jetzt abgeschlossenen Verträgen geschehen. Die Negierung für Sicherungen. Zur Wahlrechtsfrage im Stbgeorductenhause. Das Preußische Abgeordnetenhaus setzte am Montag die 2. Lesung der Wahlrechtsvorlage bei der Vorlage über das Herrenhaus fort. 8 1—3, die die auf Lebenszeit gültigen Berufungen regeln sind unverändert geblieben. Die Debatte wendet sich zu der Vertretung der Städte und großen Berufe. Nach den Vorschlägen des Ausschusses sind auf die Dauer von zwölf Jahren, jedoch nicht über die Dauer der ihre Borschlagsjähigkeit begründenden Eigenschaften hin- 50 000 Einwohnern und 2 weitere Vertreter der Stadt Berlin, 2. 24 Vertreter der übrigen Städte und der Landgemeinden mit mehr als 10 000 Einwohnern, 3. 24 Ver. treten der Provinzen, sowie 1 Vertreter der Hohenzollern- scheu Lande, 4. 24 Vertreter der ländlichen Selbstverwaltung, 5. 4L Besitzer solcher Landgüter, die sich zur Zeit der Vorschläge bereits 50 Jahre im Besitze derselben Familie befinden und eine Größe von mindestens 15 Hektar oder einen Grundstcuerrcinertrag -von mindestens' 150 Mark haben, 6. 24 Mitglieder, die von den Landwirtschafts-- kammern vorgeschlagen werden, 7. 36 Leiter großer Unternehmungen der Industrie und des Handels, 8. 86 Vertreter von Handel und Industrie (vorgeschlagen durch die Handelskammern), 9. 18 Vertieter des Handwerks. 10 . 16 Verrreter der Hochschulen, 11. 16 Vertreter der evangelischen und der katholischen Kirche, 12. 16 Vertreter der Arbeiter, 13 12 Vertreter der Angestellten im Sinne des Ver-Ncherungsgesetzes für Angestellte. 14. 6 unmittelbare und mirrelbare Staatsbeamte, 15. 6 Lehrkräfte von höheren und mittleren Schulen, von Volksschulen und Lehrerbildungs-Anstalten. 16. 6 Angehörige der übrigen gelehrten Berufe 17. 3 Angehörige von technischen Berussständen 18 3 Berussangehörige der bildenden und ausübenden Künste, der Literatur und der Presse. Solange für die Mitglieder der letzten fünf Gruppen ich^ durch Gesetz eigene Vorschlagskörper gebildet sind, beruft sie der König ohne Vorschlag. f J?H^ er s, öEs Innern Dr. Drews bittet, es bei den Beschlüssen des Ausschusses bewenden zu lassen, zumal das Herrenhaus ia selbst seine Wünsche noch eingehend zur Geltung bringen werde und das Abgeordnetenhaus daun nochmal Gelegenheit habe. Stellung zu nehmen. Abg. Hue (Soz.): Wir sind gegen die Bevorzugung des alten Familienbesitzes. Abg. Gracf (kons.): Ein Vorschlagsrecht des alten Grundbesitzes ist geschichtlich berechtigt. Abg. Dr. Lewin (Pp.): 13 000 landwirtschaftliche Betriebe sollen hier dieselben Rechte haben wie die gesamte Arbeiterschaft. Abg. Ströbcl (U. Soz.): Die Kirche verdient nicht, tnt Herrenhaus vertreten zu sein. Abg. Gronowski (Ztr.): Ter Vorredner will durch diese Beschimpfung der Kirche das gleiche Wahlrecht bewußt unmöglich machen. Abg. Harnisch (Soz.) verlangt 48 Arbeitecvertreter. Bei der Abstimmung werden im wesentlichen die Beschlüsse des Ausschusses aufrecht erhalten. Für Sie 48 Besitzer von berechtigten Landgütern wird die Größe von 15 Hektar aus 5 Hektar herabgesetzt, und der Grundsteuereinertrag von 150 aus 75 Mark. Der Zentrumsantrag auf Verdoppelung der kirchlichen Vertreter wird abgelehnt, desgleichen der Antrag auf Erhöhung der Zahl der Arbeitervertreter von 16 aus 36. Abgelehnt wird auch der fortschrittliche Antrag, der Presse, den Rechtsanwälten und den Aerzten eine besondere Vertretung zuzugestehen. Ebenso wird abgelehnt, der Stadt Berlin drei Vertreter zu gewähren statt zwei. Der Rest des Gesetzes wird darauf angenommen Cs folgen die „Sicherungen". Es liegen Anträge vor, die die Zweidrittel-Mehrheit verlangen für Verfassungsänderungen bei: 1. Kirchen- und Schulrecht, 2. Landtagswahlrecht, 3. Gemeindewahlrecht, 4. Wahlkreiseinteilung. Abg. Dr. Porfch (Ztr.) und Dr. Brcdt (freikons.) begründen diese Anträge. Tie Regierung erklärt: Minister Dr. Drews: Die Regierung würde voraussichtlich bereit sein, aus den Boden' dieser sogenannten Sicherungen zu treten, wenn dadurch ein Zu standekommen des VersassungSreformw .kes im gangen in einem Rahmen, der für die Negierung annehmbar sein würde, gesichert würde. Abg. Dr. v. Hehvebranv (kons.) erklärt die Ziele dieser Anträge für sympathisch, aber besser sei die Ab lehnunq des gleichen Wahlrecht .u glauben cm er nicht, daß es sich empfiehlt, auf diese Sicherungen einzugehen, über deren Tragweite man sehr versö ,ie> den urteilen kann. Vom U-Bootkrieg. 28 599 Tonnen versenkt. Berlin, den 6 . Mai 1918. An der Westküste Englands neuerdings versenkt: 16 500 Vruttor-Re- g istertonnen. Sämtliche'Schisse waren tiefbeladeu, einer er Dampfer wurde aus stark gesichertem Geleitzug herausgeschossen. Neue U-Bootsersolge auf dem nördlichen Kriegsschauplatz: 12 000 Bruttoregistertounen. Unter den versenkten Schissen ein Lankdampfer, der an der Ostküste Englands torpediert wurde. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Stimmungsbilder aus England. Nach erbeuteten Briefen englischer Gefangener. Die Rationierung der Lebensmitt e I ist in England noch immer nicht überall durchgesührt. Wie aus vielen Briefen hervorgeht, verhält sich die Bevölkerung ihr gegenüber sehr skeptisch. Man weiß nicht recht, ob die Rationierung nur eine gleichmäßige Lebensmittelverteilung auf alle Volksklassen oder etwa eine durch den U-Bootkrieg durchaus notwendig gewordene staatliche Verwaltung der noch vorhandenen Vorräte bezweckt. Im großen ganzen neigt man aber zu der letzteren Annahme, lveil es sich sonst nicht erklären läßt, warunt dre Rationen so knapp bemessen sind, daß man-nicht damit auskommt. Die Bevölkerung erträgt diesen Eingriff in ihre gewohnte Lebensweise mit Unwillen und Murren: die Briese an die Front sind voll von Klagen darüber. Der Engländer fühlt die Folgen des Krieges mit aller Schwere und mit allen Schwierigkeiten hinsichtlich Beschaffung der täglichen Nahrung: Am Ende der Woche, von Freitag an, schreiben die Hausfrauen, kann man nichts mehr arbeiten oder sonst vornehmen. Man verbringt seine ganze Zeit damit, vor den Läden anzustehen, und oft ist alles ausverkauft, ehe man überhaupt Zutritt zum Verkaujsstand erlangt. Das ' kann sich am Sonnabend und Sonntag wiederholen. Wir lesen von Leuten, die mehrere Wochen kein Fletsch honen Wenn man nach langem Anstehen Alsl^ch er. l)ült, ist inzwischen an anderer Verkaufsstelle Mar- oorine. Zucker oder dergleichen nicht mehr zu bekommen. ' Der in England zur Voiksernährung gehörende Frühstücksspeck und der Tee sind Zaum noch ZU haben, das Bier ist dünn, das Weißbrot ganz braun Man sieht, die Engländer haben auf dem Gebiet kulinarischer Genüsse uns gegenüber nichts mehr voraus'. . vt . 0 .... . Besonders betrüblich sind vielen diese Zustande, weil es ihnen unmöglich ist, ihren An g e h ört gen an der Front etwas zu schicken. Man liest Klagen, daß keine Kuchen zu kaufen, keine zu backen wären, weil das Mehl zu dunkel und schlecht sei, weil es an Zucker und Fett mangele usw. ES ist die Frage, wie der Engländer sich mit diesen ständig sich verschlechternden Zuständen abfrnden wird. Jetzt schon schreiben manche, es ser unerträglich, schlechter hätte es auch nicht werden können, wenn sie die „Boches" oder die „Fritzies' im Lande hätten. . _ r cr . Besondere Mißstimmung und Erregung herrschte in den von unseren Fliegerangriffen betroffenen Gegenden. „Ein Tag in London," herßt e» beispielsweise, „das klingt ja ganz schön, aber es macht nervös; man muß Kognak mitnehmen'' Zu den Abwehr- maßreaeln hat man kein Vertrauen, da dre,c bei den letzten Fliegerangriffen zu schlecht funktioniert hatten. Man wagt es abends nicht, sein Haus zu verlassen, oder nicht weiter als für eine halbe Stunde sich zu entfernen, weil Alarm vor Luftangriffen nur immer halbstündlich erfolge. In hellen Nächten begeben sich zahlreiche Leute zu Freunden, die gut?. Keller im Hause haben. Seit den letzten „Neumondangriffen" (Mvonlest raids") har man auch in dunklen Nächten keine Nutze mehr, — man könnte verrückt darüber werden/' Selbstverständlich beschäftigen sich die englischen Briese viel mir der Frage: Wann kommt der Friede? Anfang März scheint die Ansicht vielfach verbreitet gewesen zu sein, daß der Krieg in drei Wochen zu Ende wäre. Selbst höhere Offiziere rechneten damals bestimmt mit baldigem Friedensschluß, gestützt auf angebliche Aeutzerungen des Generals Smuts. Durch die erfolgreiche deutsche Offensive werde möglicherweise die Stellung Lloyd Georges erschüttert. Dann würde As- quith ivieder ans Ruder kommen, der als^ Verfechter der Friedensarmee dem Lande endlich wieder Ruhe und Sicherheit geben würde. Allgerneme Miegsnschrichteu. Türkisch-deutscher Sieg in Palästina. Der amtliche türkische Bericht sagt: Auch der zweite Vorstoß der Engländer auf das östliche Jordanufer hat mir einer schweren Niederlage des Feindes geendet. Umfangreiche Vorbereitungen waren getroffen, zahlreiche Truppen zusammengezogen, um gemeinsam mit den ReöeUen Besitz zu nehmen vom Ostjordanland und den dortigen wichtigen Verbindungen. Unter dem Schutze starker in überhöhender Stellung befindlicher Artillerie warf der Gegner vom 30. April morgens an seine Angriffswellen über den Jordan gegen unsere Stellungen seitwärts von der Straße Jericho—Es Salt. Während große Kavalleriemajsen mit Geschützen und Maschinengewehren im Jordantal nach Norden ausholend dazu bestimmt waren, .uns in den Rücken zu satten. Tank der raschen Entschlußkraft unserer Führer und der unerschütterlichen Haltung unserer Truppen in schwieriger Lage Schulter an Schulter mit ihren deutschen Kameraden, wurden die Pläne des Gegners zunichte. Tie fünftägigen wütenden Auftürme gegen unsere Front wehrten die mit großer Energie geführten, zähe ausharrenden Truppen des Obersten Ali Juck Bay ab. Der vorgeschobenen feindlichen Kavallerie bereiteten die nach Gewaltmärschen rasch zufassenden Truppen des Oberst Boehm und der bewährte bis zu seiner Verwundung seinen mutigen Reitern voraus eilende Oberst Essad Bay eine oeruichtcndc Niederlage. Tre Truppen des Oberst Boehm nahmen einer feindlichen Kavalle'riedivision sämtliche Geschütze ab. Unermüdlich griffen unsere Flieger trotz heftiger feindlicher Gegenwirkung den Feind- an. Tank der Tätigkeit des Nachrichten- und Eisenbahndienstes konnten rechtzeitig die Befehle der Höheren Führung zum Herantransport von Verstärkungen ausgssäyrt werden. Unter Einbuße vieler Menschen und zahlreichen Materials flutet vcr Emgtäudcr zum Jordan zurück, hart bedrängt von unseren siegbewußten Truppen. Im einzelnen konnte die Beute noch nicht seftgestclit werden. Auf dem Westjordanuser lebhafte Artillerietä-rgkEtt und erfolgreiche .Patrouillenuntc....hinungen unsererseits. Ter Zar wieder abgeschoben. Ter frühere Zar, die Zarin und eine ihrer Töchter sind, da angeblich die Bauern der Umgebung von Tobolsk und monarchistische Gruppen ihnen zur Flucht zu verhelfen suchten, durch eine Verfügung des Sowjets nach Jekaterinburg übergeführt worden'. Ter Zarewitsch (Kronprinz) wird in der Verfügung nicht erwähnt. Vielleicht handelt es sich bei dieser Meldung um einen Umwegsbericht über die neulich gemeldete Abschiebung des Zaren in den Ural, die damals aus Angst vor einem japanischen Vordringen erfolgt sein sollte. In Sibirien wirds ernst. Tie Bolschewik! wollen sich die Wühlerei der Japaner nicht mehr gefallen lassen. Tie russischen Behörden in Kutsk haben den japanischen Vizekonsul sorvre den Vorstand eines japanischen Vereins unter der Beschuldigung, militärische Spione zu sein, verhaftet. — Japan wird darauf vermutlich mit militärischen Gegenaktionen antworten; denn einen willkommeneren Anlaß zum Eingreifen gibt es pja doch nicht. Ter Wirtjchaftsfriede mit Rumänien fertig. Ter wirtschaftliche Zusatzvertrag zum rumänischen Frredensv^ttrag ist nunmehr paraphiert worden. Damit sind sämtliche mit dem Friedensschluß zusammenhängende Verträge Zwischen Deutschland und Oesterreich- Ungarn einerseits und Rumänien andererseits abgeschlossen und zur Unterschrift fertig. Ten Strang für gösährlrch« Mitvifser. Ter in Rom verhaftete Eh-ef der Generaldirektivn der Artillerie im Munitivlisministerium Komtur, Bin- cenzo Buoncunieo, wurde Im Gefängnis erhängt auf gefunden. Nach der römischen Epoca sind die Umstände des Selbstmordes noch unklar und geheimnisvoll und bieten manche Aehnlichkeit mit dem „Selbstmorde" des französischen Friedensanhängers Almerehdas im Gefängnisse in Paris. Ter ärztliche Leichenfund wurde noch nicht ansgefertigt, weil die Aerzte sich über dessen Abfassung noch nicht einigen konnten. — Buonamica war zusammen mit anderen hohen Beamten des Mu- nitionSministeriums unter der Anklage der Bestechung durch Kriegsmateriallieferanten verhaftet worden. 7'; u n i t i o wöa rbeite r-T cuc ru ngs-U v ruhe it. In Frankreich scheint die bolschewistische Agitation stärker gewirkt zu haben als bei uns in Deutschland: Ein gefangener Dragoner vom 4. französischen Dragoner-Regiment machte sollende .swerte Angaben: Bon Ende Januar bis Ende Februar lag das Regiment in St. Etienne zur Unterdrückung innerer Unruhen in den Heeresfabriken der dor> tigen Gegend. Diese waren infolge großer Teuerung ausgebrochen. Ende Februar kam das Regiment aus dem gleichen Grunde nach Valence. Tie große Jn- dustriegegend befindet sich in dauernder Gärung. Tie 4. Dragoner wurden öfters alarmiert und plötzlich hin und her geschoben. Ende März wurden sie in Eile verladen und wieder nach St. Etienne zurückbefördert, um dort die Ordnung wieder herzustellen. Jetzt auch noch: kein Fleisch! Im französischen Spezialkriegsrate erklärte der Ernährungsminister Boret, der Zivilbevölkerung Frankreichs wegen der unzureichenden F l e i s ch e i n fu h r neue Sätze auferlegen zu müssen. Tie Rationierung sei unabweislich. Die Einführung fleischloser Tage verspreche keinen Erfolg. Tie an starken Fleischkonsum gewöhnter: Kontingente der Amerikaner und Engländer müßten vornehmlich berücksichtigt werden. Die hungernde Zivilbevölkerung Frankreichs wird es wohl mit gemischten Gefühlen vernehmen, daß die Engländer und Ame .eaner bevorzugt werden sollen. Ter amerikanische Preste-Schipindcl. Wie falsch dc^s amerikanische Volk über die Kriegs- ereignissc unterrichtet wird, geht aus einem jüngst erbeuteter: Brief eines amerAänischen Gefangenen hervor. Te' Brief stammt aus Ada (Kansas), ist vom 2. 3. 1b datiert und lautet wörtlich: „Die heutigen Zertunge berichten, daß die Engländer den deutschen Kronprinzen und 87 000 Deutsche gefangen haben." Sinnfeiner und irische Nationalisten. Wie die irlandfeindliche „Morningpost" aus Belfast (Nordirland) berichtet, tagte der ständige Ausschuß der'irlandverräterischen Ulster-Unionisten, der von dem früheren Minister Carson einberusen worden war. Car- son erklärte, die Hoffnung habe sich nicht erfüllt, daß die englandsreundliche irische Nordproornz Ulster nicht unter die Wirkung des Homerule (Selbstverwaltung) gebracht werde. Infolgedessen stände die Ulster-Opposition noch genau auf demselben Standpunkte, wie vor vier Jahren. Sinnfein habe sich zu einer „furchtbareren Gefahr" entwickelt, als je zuvor. Ter Wahl- fcldzug ru East Cavean, wo ein Sinnfein^-Kandidat dem gemäßigten nationalistischen Kandidaten gegenübergestellt wurde, sei hierfür wiederum ein Beweis. Kämpft England um Belgien?? Mit diesen bezeichnenden Fragezeichen versehen bringt der „Socialiste Belge" vom 20. April folgende Nachricht: „Einige englische Arbeitssyndikate in Nerv Castle fühlen sich veranlaßt, bei ihrem Protest gegen die Absicht der englischen Regierung, noch mehr Leute unter die Fahne zu rufen, die Belgier anzugreisen. Eine englische Gewerkschaft erlaubt sich sogar, den Beschluß zu fassen, „daß kein Mitglied des englischen Arbeitersyndikates marschieren wird, bevor nicht alle Belgier die Fabriken verlassen haben." Hierzu bemerkt das Blatt: „Wenn diese Engländer als Soldaten so schlecht ernährt würden, wie die unseren, und den Sold empfingen, den die belgischen Soldaten erhalten ,und wenn man die englischen Frauen mit den paar PfenWgen Unterstützungsgeld sitzen ließe, den unsere Kriegerfrauen erhalten, dann würden sie wohl in etwas bescheidenerem Tone von uns sprechen." Armes Belgien! Ein untrügliches Zeichen. Folgendes Plakat wurde in 23 000 Exemplaren auf den englischen Werften verteilt: „161 674 Tonnen, eine Höchstleistung? Der Bau von Handelsschiffen belief sich im März aus 161 074 Tonnen, entsprechend 32 Schiffen von je 5000Tonnen. Aber die Hunnen versenkten gleichzeitig 81 Schiffe! Werftarbeiter! Ihr könnt und werdet verhindern, daß die Hunnen uns aushungern. Baut noch mehr Schiffe!" Diese Propaganda für die Steigerung des Schiffbaues hat England dringend nötig. „Daily Telegraph" vom 30. März erklärte deutlich: „Woche für Woche neigt sich die Wagschale weiter gegen die Entente infolge des terlweifen Versagens des Schiffbaues." TaS liberale Unterhausmitglied G. Lambert gab am 6. März unverblünrt zu: „Wenn wir nicht andere Wege einschlagen, werden wir die bittere Demütigung eines Friedens zu deutschen Bedingungen erleben." * Kleine Kriegsnachrichten. • Tie schwedische Regierung beginnt ihre Truppen von den Aalands Inseln zurückzuziehen. " Tie Frau des rumänischen Exministers und Kriegshetzers Take Joneseu wurde in London durch einen Sturz vom Pferde getötet. " In Livland wurde, wie der „Bund" meldet, der Schweizer Hans Kuh von Roten Gardisten ermordet. " Pfarrer Ungnad-Himmelfahrt geht auf Veranlassung des Kriegsministeriums nach dem Innern Rußlands, um den deutschen Gefangenen seelsorgerische Dienste zu leisten. " Generalmajor Andrew wurde zum Genera! stabSches der amerikanischen Streitkräste in Frankreich ernannt. ^ v " Eine türkische Delegation ist zu den Verhandlungen mit den bolschewistischen Russen im Kaukasus und in Georgien abgereist. Politische Rundschau. :: Der Frieden mit Rumänien ist am MontaZ von den Beauftragten der beteiligten Regierungen unterzeichnet worden. :: Tie Klage der „Frankfurter Zeitung" gegen Chamberlain. Der Bayreuther Schriftsteller Houston Stewart Chamberlain hatte in einem Artikel in der „Deutschen Zeitung" davon gesprochen, daß behauptet werde, die „Frankfurter Zeitung" sei in Feindesbesitz. Das Landgericht Frankfurt a. M. hat das Hauptversah- ren gegen Chamberlain eröffnet. Dieser H. St. Chamberlain ist ein geborener Engländer, der eine Tochter des Komponisten Richard Wagner geheiratet hat, und der jetzt in Deutschland als Schriftsteller lebt. Arrs aller Welt. A Der HimmelfahrtStag ist von altersher ein Tag der Freude und des Frohseins. An ihn knüpfen sich mancherlei Gebräuche aus uralter Zeit, wo unsere Vorfahren noch im Heidentum lebten. Der Himmel- sahrtötag löste in manchen Gegenden das Frühlings- sest ab, das man dem Gott Donar feierte, nach dem wir den Donnerstag benannt haben. Im Schwarzwald windet man noch heute an manchen Ortet: Kränze aus Himmelsschlüsselchen und hängt sie über die HauS- tüxen als Schutz gegen Donnergesahr, ähnlich wie man in anderen Gegenden zu Johannis die Türen mit Jmmortellenkränzen schmückt. In Westfalen gehen hier und da die jungen Mädchen vor Sonnenaufgang vor's Dorf auf die Wiesen und waschen sich mit den Tauperlen Gesicht und Hände, um Sommersprossen und Warzen zu bannen. Ein Tag des Ausflugs und der Ausgelassenheit ist der Himmelsahrtstag fast überall. Man will der Stubenhockerei und der Grieß- grämigkeit des Winters den Abschied geben und sich der schönen Natur freuen und mit dem Schwellen der Knospen und dem Jauchzen der Blumen auch den eigenen Busen höher schlagen lassen. Freilich jetzt während des Krieges wird solcher Frohsinn stark gedämpft. Wir haben zwar Heuer eine wunderschöne Frühlingszeit hinter uns. Der April war ein Wonnemonat in den meisten Gegenden unseres Vaterlandes, wie wir ihn seit lange nicht gekannt haben. Und das Wetter fruchtbar, daß alles zu erwarten ist, wenn der Fortgang dem Anfang gleicht. Es ist wundersam erquickend, ein Gang durch die Gärten und Felder, die Wiesen und Wälder. Die Alten unter uns werden noch einmal wieder jung, wenn sie die sortreißende stürmische Kraft des Lenzes, der alles in seinen zauberischen Bann zwingt, auf sich wirken lassen. Aber die Gedanken schweifen in die Ferne pnd weilen bei den Kämpfenden, auch bei denen, die der Kamps schon dahingerafft. Diese Gedanken legen sich aufs Gemüt wie ein Reis in der Frühlingsnacht. Aber das darf uns nicht hindern, den Kopf hoch zu tragen. Unser Volk hat eine ungeheure Jugend- kraft bewiesen. Es ist im Aufstieg. Es ist so voller Glanz und Herrlichkeit, daß jeder in diesem Glanz sich sonnen muß. „Deutschland wird leben, auch wenn wir sterben müssen." U. L. A Handc. mit Holzschuhen. Die Rerchsstette für Schuh ersorgung hat eine Bekanntmachung erlassen, die den Verk^-f mit allen Holzschuhen und Hoizsandalen regett. Danach dürfen von jetzt an nur noch solche Holzschuh und Holzjändalen vom Hersteller vertrieben werden derer' M u st e r zuvor von der Reichsstelle für Schutz: ersorgung genehmigt sind; der Verkauf darf nur stat.sinder zu Preisen, die von der Reichsstelle für Schuhrersorgung festgesetzt sind und die den Schuhen oder Stre'e,. aüsgestempelt werden müssen. Für Holz- schuhzeug mit dessen Herstellung bereits begonnen war, muß bis spätestens 12. Mai um Genehmigung nachgesucht werden. ' Trci Brotkartensabrikcn aus einmal wurden in Berlin ausgehoöen, durchweg ganz primitive Einrichtungen — Daneben wurden zwei Kerle en larot, die zur Brotkarten-Criangung nicht weniger als 45 Familien „ar Hannover" n/.t gefälschten Papieren in Berliner Vororte;; anmeldeten uvi für die denn die Brot- usw. Karten abhoben. ** Wunderbare Tuberkel-Filets. In Wiesbaden soll nran, wie in Reisendenkreisen erzählt wird, besonders gut und ohne Marken essen können. Diese „Bevorzugung" der reichen Rentiers- und Badestadr scheint aber einen unangenehmen Haken zu haben. In einem dortigen Restaurant wurde ein halbes Rind beschlagnahmt, das vollständig mit Tuberkeln durch- steaks und Lendenbraten und anderen schönen „Tu- setzt war. Die andere Hälfte war bereits zu Beef- berkel"-SPeisen verarbeitet und den — werten Gästen serviert worden. Das Rind war im Schleichhandel erworben. — In Haspe wurde der Körper eines an einer Krankheit verendeten Pferdes gestohlen. Ern Metzger hatte es getan, um den Kadaver in Hagen zu venvursten und wahrscheinlich als „Auslandsware" zu hohen Preisen zu verkaufen. — In Berlin wird in ärztlichen Kreisen von gelegentlichem Auftreten der -- Hunderäude beim Menschen erzählt; natürlich eine Folge der Ehrlichkeit gewisser Wurstsabri- kanten. Volkswirtschaftliches. 4 Berlin, 6. Mat. Nach den fortgesetzten teilweise scharfen Kurssteigerungen auf den meisten Spekulationsgebieten wirkten heute anfangs geäußerte Bedenken in die innere Berechtigung dieses Tempos der Be- lvegung ernüchternd auf den Markt. Eine ins Gewicht fallende Rückwärtsbewegung trat jedoch nicht in die Erscheinung. Merklich niedriger verkehrten hauptsächlich Schiffahrtsaktien, wie Hamburg-Südamerika Hapagaktien. 4 Berlin, 6. Mai. (Warenhandel. Nichtamtlich.) Saatweizen, Roggen bis 20,00, Saatgerste bis 22,50, Saaterbsen 37,50—42,50, Saatbohnen 42,50—47,50, Äckerbohnen, Peluschken 32,50—37,50, Saatlupinen i 44,00, Rotklee 250—275, Heidekraut bis 3,80, Schweden - klee 210—228, Weißklee 160—176, Inkarnatklee 118 bis 132, Gelbklee 06-106, Timoty 96-106, RaygraS 108—120, Knaulgras 108—120, für 50 Kilo ab Sta- i tion. Flegelstroh 4,75—5,25, Preßstroh 4,75, Maschinen- > ftroh 4,00—4,25. Des Hairers Dank. Berlin, 7. Mai. Der Reichskanzler hat Seiner Majestät dem Kaiser den Abschluß des Friedens von Bukarest durch folgendes Telegramm gemeldet: „Eurer Kaiserlichen Majestät melde ich ollerunttr- Läntgst, daß heute der Frieden in Bukarest abs-eschoffcn worden ist. Damit ist auf der gesamten Ostfront der Kriegszustand beendet. Unter dec festen und siegreichen Leitung Eurer Majestät hat die hingebungsvolle Opfcr- freudigkeit des ganzen deutschen Volkes besonders seiner von ruhmreichen Führern befehligten Wehrmacht einen Erfolg errungen, dessen weltgeschichtliche Größe erst spätere Generationen in seinem vollen Umfang wahrnchmen werden. Eurer Majestät bitte ich, auS diesem Anlaß meine ehrerbietigsten Glückwünsche huldvollst entgegennehmen zu wollen. Sie sind getragen von tiefer Dankbarkeit für das, was wir mit Gottes Hilfe vollbracht haben und von unerschütterlicher Zuversicht darauf, daß auch auf den übrigen Kampfplätzen der Krieg mit einem Siege unserer gerechten Sache endigen wird. Alleruntertänigst gez. Graf von Hertling." Seine Majestät der Kaiser hat dem Reichskanzler mit folgendem Telegramm geantwortet: „Der durch den Frieden mit Rumänien vollende Abschluß des Krieges im Osten erfüllt auch Mich mit stolzer Freude und Dankbarkeit. In nie versagender Vaterlandsliebe erkämpft sich das deutsche Volk dank Gottes gnädigem Beistand unter glänzender militärischer Führung und mit Hilfe einer kraftvollen Staats- kunft, Schritt für Schritt den Weg zu einer glücklichen Zukunft. Meinen Dank auch Ihnen und Ihren Mitarbeitern aus diesem Anlaß zu übermitteln, ist Mir ein aufrichtiges Bedürfnis. Gott wird uns helfen, den Kampf, zu dessen Weiterführung uns die friedensfeindliche Haltung der noch gegen uns die Waffen führenden Mächte zwingen, auch weiterhin zu bestehen und zum Wohle Deutschlands und seiner Verbündeten siegreich abzuschlteßen. gez. Wilhelm I. R. Seine Majestät der Kaiser hat an den Staatssekretär von Kühlmann folgendes Telegramm gerichtet: „Dec Abschluß der Verhandlungen mit Rumänien gibt Mir Veranlassung, Meine freudige Genugtuung darüber auszusprcchen, daß nunmehr dem ganzen Osten der Frieden wiedergegeben worden ist. Möge dem Volke aus der Wiederaufnahme dec Friedens- arbeit, dec es sich jetzt zuwendcn darf, reicher Segen ersprießen. Ich danke Ihnen und Ihren Mitarbeitern für die im freien Zusammenwirken mit unseren Verbündeten geleistete Arbeit und verleihe Ihnen als Zeichen Meiner Anerkennung den KroncnOrden 1. Klaffe. gez. Wilhelm I R. m Stadt und Land. Preiswerte rmd zweckmäßige Die warmen Tage des Sommers werden weitere Kreise veranlassen, neben anderem Kriegsschuhwerk besonders auch zu Holzsandalen zu greifen. Leider wurden bislang noch viele Arten von Sandalen in den Verkehr gebracht, die höchst unzweckmäßig und zum Teil auch übermäßig teuer waren. Um das Pubüekum vor der- artigem Schuhwerk zu schützen, die Verbreitung preiswerter, der Gesundheit zuträglicher Holzsandalen zn fördern und einer Verschwendung wertvoller Rohstoffe vorzubeugen, hat jetzt die Reichsstelle für Schuhvecsorgung ihre bereits angekündigte Bekanntmachung erlassen, die den Verkehr mit allen Holzschuhen und Holzsandalen regelt, ausgenommen jenes Schuhwerk, das * schon den Anordnungen des Ueberwachungsausschusfes der Schuhindustrie unterworfen ist, und die sogenannten Klumpen, bezugl. deren besondere Bestimmungen vorgehalten sind. Danach dürfen vom 5. Mai d. Js. an nur noch solche Holzschuhe und Holzsandalen vom Hersteller vertrieben werden, deren Muster zuvor von der Reichs« stelle für Schuhvcrsocgung genehmigt sind; der Verkauf darf nur stattftnden zu Preisen, die von der Reichsstelle für Schuhverjorgung festgesetzt sind und die den Schuhen oder Stiefeln aufgestempelt werden müssen. LteferungS- Erträge, die bereits zu einnm höheren Preise abge- schlossen wurden, gelten, soweit die Lieferung vor dem d. Mat noch nicht erfolgt ist, als zu den festgesetzten Prclsen abgeschlossen. Für diejenigen Holzschuhe und Holzsandalen, mit deren Herstellung am 5. Mai d. Js. begonnen war, muß bis spätestens den 12. Mai d. Js. um Genehmigung nachgesucht werden. In diesem Falle dürfen die Erzeugnisse bis zum Entscheid dec Reichsstelle für Schuhversorgung noch m der bisherigen Art weiter vertrieben werden. Holzschuhe und Holzsandalen, die aus dem Auslande eingesührt werden, sind ebenso wie inländische Eczeignisse der Genehmigung und dec Preisfestsetzung durch die Reichsstelle für Schuhversocguna unterworfen. Rach Durchführung dieser Neuregelung wird die Bevölkerung mit größerem Vertäuen als bisher Holz- schuhe und Holzsandalen kaufen können, was ihrer Verbreitung, zumal sie bedarssscheinfrei sind, sicherlich zuau- tekommen wird. Es ist auch zu hoffen, daß die Schuh- warenhandler zweckmäßige Holzsandalen in reichlichem Maße erhalten und daß so Bezugöschwierigkeiten vec- mieden werden. * Gieße«, 8. Mai. In einer besonderen Veröffentlichung warnt das Kreisamt vor der Verbreitung des unwahren Gerüchtes, daß oic Firma „Vereinigte Ge- auswärtiges Ehepaar beahe „Kur"-Aufenthalt zu nehmen, treidehändler" G. m. b. H. in Gießen irgendwie cm den bekannten Getreide- und Mehlschiebungen in Afft nheim beteiligt sei. ** Heuchelheim, 11. Nov. Der hoffnungsvolle Sohn unseres Bürgermeisters, der Leutnant Georg Adolf Kreiling, ist am 3. Mai an einer tagsvorher erhaltenen schweren Verwundung im Westen den.Helden- tod gestorben. Die ganze Gemeinde trauert um den jungen tapferen Offizier. Kad Uauheim. Ein stchtigte hier einen längeren stellt aber eimm hiesigen Fremdenheim,' bei dem es wohnen will, folgende Bedingungen für dieVer- pflegung: Zum ersten Früstück Kaffee mit Milch und Zucker, Butter, je zwei Eier, reichlich Brot und noch besonders Belag; zum Mittag.und Abendessen täglich zu jeder Mahlzeit mindestens einen Fleischgang . . . Und so was nennt sich — Kurgäste. Vilbel. Die Militärbehörde hat auf dem nahen Militärübungsplatze 80 Morgen Land gut beackern lassen und stellt dieses Gelände nunmehr der hiesigen Bürgermeisterei zur Weiterbearbeitung in kleinen Parzellen an die Bürgerschaft zur Verfügung. Von dem Gelände sollen 50 Morgen dem Kactoffelbau und der Rest dem Getreidebau dienen. Mainz. Die hier verstorbenen Eheleute K. Weismann haben der Stadt 150000 Mk. vermacht. Die Zinsen sollen zur Unterstützung von Kriegsbeschädigten, zur Ausbildung von Künstlern, Handwerkern usw. verwendet werden. Maggis Mürze b lck" M an9 TO aU 'geS°nwüNabe?nu?üi beschrankten Mengen, in den Handel gebracht. Deshalb Achtung vor Unterschiebungen! Es ist strafbar, andere Suppenwürze in Maggi-Flaschen feilzuhalten oder als Maggi's Würze zu verkaufen. Maggi-Sesellschaft Berlin W. 35. RircMicbe Unrrigen. Sonntag den 12. Mat (Exaudt). 3n der Stadtkirche. Vormittags 3 Ilbr aleich Christenlehre für die Neukonfirmtettrn aus' der ’i? c 0etncini)e - Pfarrer Schwabe. — Vvcmittaas 8" .Pfarrer Mahr. — Vormittags 11 Uhr: Kinderkircke Viatthäusgemelnde. Pfarrer Mahr. — Am 2. Ih”! C u Beichte und Feier des heiliacn gottesd?cichr^statü^""^ "" b Markusgemeinde im Haupt. r„^s-?^^Lf??^^Eskirche. Vormittags 8 Uhr hn™ Jr hristenlehce für die Neukonfirmierten aus der ^ohanneSgemeinde. Pfarrer Ausfeld. - Vormittag /-Uhr: Pfarrassiftent Ltz. Reuning. — Vocmittaatz 11 Uhr: Kinderktrche für die Lukasaemeinde Bechtolshetmer. - Abends 8 Uhr: Bib7^ Johannessaal. - Am 1. Pfingstfeiertag findet Beichtt und Feier des heiligen Abendmahls für LukaS- und Johannesgemetnde im Haugtgottesdienft statt. Verantwortlich: Albin Klein in Gießen. Nachruf. Am 3. Mai starb infolge einer am 2. Mai erhaltenen Verwundung der Leutnant der Reserve Georg Adolf* Kreiling* Inhaber des Eisernen Kreuzes II. und I. Klasse und der Grossherzoglich Hessischen Tapferkeits-Medaille. Wiederum verliert das Regiment an dem verstorbenen jugendlichen Helden, kaum 22 Jahre alt, einen seiner besten und hoffnungsvollsten Offiziere. 2 1 U Jahre stand er ununterbrochen im Regiment, ohne jemals verwundet oder krank zu sein. Wenige Tage vor dem Heldentode wurde er mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet. Nur allzu kurze Zeit sollte es ihm vergönnt sein, es zu tragen. Tief schmerzt das Regiment den herben Verlust unseres allverehrten jugendlichen Helden, den wir nie vergessen. Im Felde, den 5. Mai 1918. Luchs, Major und Regimentskommandeur. 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