(Neueste Nachrichten) Bezugspreis 60 Psg. monatlich vierteljährlich 1,80Mk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abaeholt in unserer Expedition öderen den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,50 Mk. - Erschcmt Mittwochs und Samstags. -- Redaktronsschluf; früh 8 Uhr. — Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. ,_ «n if . (Stic fielt. Expedition: Ziidanlage 21. (Gießcner Tageblatt) Anzeigenpreis 20 pfg. die 44 mm breite Petitzeile, für Auswärts 30 Pfg. Die 90 mm breite Reklame-Zeile 73 Pfennig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Überschreitung desZahlungk- zieles (BO Taae), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei ZronkurS in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Druck der Gießener Verlagsdruckerei, Albin Klein. Nr. 40. Telephon Nr. 362. Mittwoch, dm 1. Mai 1918 Telephon Nr. 362. Jahrg. Bis nahe 2 Kilometer an Wern vorgestoßen. Bei Erstürmung »es Kemme» 71«« Gesangeue. SS Geschütze u. 283 Maichiuen,«wehre eiugebracht St. Julien, Freezenberg, Zillebeke. Loker genommen vie emicbeidung uni Ypern. Der Kaifer am Kemmel. Berlin, 28. April. Der Kriegsberichterstatter Karl Rosner schreibt vom westlichen Kriegsschauplatz an den „Berl. Lokalanz." vom Schlachtfelde von Ipern am 26. April: Der Kaiser verbrachte den gestrigen Tag, an dem der Kamps um den Kemmel aukgefochten und der deutsche Sieg entschieden wurde, vom frühesten Morgen an im Kampfgelände. Schon uni sechs Uhr fand ec sich auf einer vorgeschobenen Feldstelle ein, die den Blick über die Höhenzüge südwestlich von Ipern fceigibt, und die um diese Zeit des ersten Tageslichtes im Hall des ge- waltigen Feuerüberfalles unserer Geschütze geradezu erzitterte. Dieser donnernde Choc der Geschütze, das Aufblitzen der Einschläge in dem noch dunstigen Höhenlande, die dicken Rauchlinien, deren Qualm sich gleich dunklen Balken über den Horizont legte, vereinigte sich zu dem gewaltigen Eindruck einer neuzeitlichen Schlacht. Jeder Abschnitt des Kampfes, das Vorgehen der Feuerwalze, der Sturm der Infanterie, das Abflauen des Feuers ließen sich genau verfolgen. Nach und nach brachten die Drähte die ersten Meldungen, die cinen guten Erfolg meldeten. Der Kaiser, der sich in Begleitung des Oberbefehlshabers einer Armee befand, zeichnete selbst alle Ergebnisse in die Karten ein. Ec blieb, in die Beobachtung des gewaltigen kriegerischen Bildes versunken, bis in die Nachmittagsstunden auf der Feldstelle und verließ sie erst, als die Meldungen bewiesen, daß der Tag einen ganzen Erfolg für die deutschen Waffen bedeutete. Auf dem Rückwege zu seinem Quartier besichtigte er noch zwei Divisionen, die sich im Laufe der letzten Kämpfe besonders auszeichneten, und überall sprach ex dabei von der herrlichen Leistung der Truppe, deren Sturmarbeit ex soeben beobachtet hatte. • frücdte des Kemmelfieges Berlin, 28. April. Die ersten Früchte der Eroberung des Kemmelberges beginnen zu reifen. Die Engländer beginnt seine Stellungen zu räumen. St. Ju- ' lien, Freezenbecg und Zillebeke wurden besetzt, die Südwestecke des Fillebeker Sees ist erreicht. Die Deutschen stehen dort nur noch 1300 Meter von der Stadtmauer von Ipern entfernt. Während dieser erfolgreichen Kämpfe stieß der Generalstabsoffizier einer Division mit dreißig Infanteristen und einem Husar über den Kanal Ipern—Comincs vor, griff eine englische Stellungen überraschend an, nahmen 120 Engländer gefangen und eroberte 10 Maschinengewehre. Südlich des Kanals wurden einige Maschinengewehrnestec ausgehoben. Nördlich von Dranoeter stieß ein bayerisches Regiment dem weichenden Gegner aus eigenem Antriebe nach und nahm in schneidigem Nachtangriffe das Dorf Loker und das zäh verteidigte Hospiz östlich des Ortes. Das benachbarte thüringische Bataillon schloß sich selbständig diesem Angriffe an und warf den Feind von den Höhen südlich Loker herunter. » vie vedeuiung des Kemmel * Kristiania, 26. April. „Morgenbladets" Londoner Berichterstatter drahtet: Alle leitenden Blätter sind sich darin einig, daß die Lage am Kemm-elberg ernst ist. Da ec den Iperubogen beherrscht, ist es von größter Bedeutung, daß er gehalten wird. Bekommen die Deutschen den Kemmelberg in ihre Hand, dann wird die Lage für die Allierten äußerst schwierig werden, da dies die letzte Höhe ist, die die Angreifer von weiten Ebenen trennt, die sich von hier nordwärts bis ans Meer erstrecken. Hier gibt es wenige oder' keine Stellen, die sich zu kräftigerer Verteidigung eignen. (Inzwischen ist der KemmlncU'erg von den deutschen Truppen erobert worden. „Daily Mail" meldet: Der Halbkreis um Ipern schließt sich immer enger. Der feindliche Druck von Süden, Norden und Nordosten gegen das englische Heer von Ipern wird immer mächtiger. Die Schlacht nähert sich dem Höhepunkt der Krisis. Mit höchster Spannung steht man den entscheidenden Stunden der nächsten Tage entgegen. Nach Telegrammen der englischen Frontberichterstattern an ihre Blätter vom Sonntag sind die deutschen Vortrupprn aus der Richtung Kemmel auf 7, von Nocdosien und Osten her auf knapp l 3 /* Kilometer an Ypern heeangeriickt. Die deutschen Vorposten suhlen bereits unmittelbar an die Außenviertel der schwer be- schossenen Stadt vor. • Unmittelbar bedroht. * Genf, 28. April. Eine Havasnote meldet die unmittelbare Bedrohung Yperns. Der „Temps" läßt sich von der Front drahten: Ypern liegt tm Artilleriefeuer. Nach anderen Meldungen aus Frankreich wurde der Postverkehr nach Dünkirchen, Calais und Boulogne eingestellt. Um den Kanal. * Rotterdam, 27. April. Die „Times" meldet: Die Riesenschlacht um den Besitz des Aermelkanals hat mll dem Kampf um Ypern begonnen. Dt- Schlacht wird mutmaßlich den ganzen Sommer dauern, wird mit dem Sieg oder der Niederlage eines der beiden Kciegsteile enden." Nach französische Blättern sind die deutschen Truppen bis auf 2 Kilometer an Ypern herangekommen. Die Außenviertel der Stadt leiden unter der feindlichen Beschießung. » * Zürich, 27. April. Die „Neuen Zürcher Nachr". wollen erfahren, daß die gesamte englische Transport- Flottille bereits im Kanal zusammgezogen sei, um das englische Heer bei weiteren Rückschlägen heimzufördern. flmllicbe cleulscve csgesvrricbir. 24000 rönnen verfenRt. 3n dem fizlllanifcben baren vor flugnfta. Berlin, 26. April. Neue Erfolge unserer Mittelmeer U Boote schädigten den Feind um 5 Dampfer mit zusammen etwa 24000 Bruttoregistertonnen. Oberleutnant z. S. Doemtz drang ckit seinem U-Boot in den durch Sperren peschützten und durch Flieger bewachten Hafen von Augusta (Sizilien) ein, griff dort den englischen Tampsir „Cyklops" (9038 T) an und lies trotz feindlicher Gegenmaßnahmen unbeschädigt wieder aus. „Chlops" kcntcrte und sank. In der Otrantostraße wurde unter besonders starker Gegenwehr .ein größerer Dampfer mit Passagiereoufbauten, anscheinend ein Truppen-Transportdampfer, versenkt. Der Chef des Admiralstabes der Marine. O wib. Großes Hauptquartier, 27. April 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Nördlich von Wytschaete stießen wir bis an den Südcand von Voormezeele vor. Französische und englische Divisionen versuchten vergeblich, uns den Kemmel wieder zu entreißen. Ihre am Vormittag auf der Front von Ditkebusch bis Loker, in den Abendstunden aus der Gegend von Loker bis westlich von Dranoeter. ange- setzten Angriffe brachen in unsecm Feuer verlustreich zusammen. Wo der Feind unsere Linien erreichte, unterlag er im Nahkampf. — Nordwestlich von Merville, auf dem Süduier der Lys und bei Giveuchy scheiterten feind- liche Vorstöße. Zwischen Scaipe und Somme Eckundungsgefechte. — Südlich der Somme verblutete sich der Franzose in mehrfachem Ansturm bei und südlich von Pillers Bretonneux. Nach dem Scheitern starker Früh- angrffe am und nördlich vom Walde von Hangacd faßte der Feind am Nachmittag seine Kräfte — vornehmlich Marokkaner — zu erneuten Vorstößen gegen den Hangardwald und nördlich vom Lucebach zusammen. Die mehrfach wiederholten durch stärkstes Arttlleriefeuer eingeleiteten Versuche, unsere Linien zu durchstoßen, schlugen fehl. Aus eigenem Entschluß schritten Jnfantecte- abteilungen beiderseits des Lucebaches zum Angriff, säuberten mehrere Maschinengewehrnester und nahmen hierbei Franzosen gefangen. — An den übrigen Fronten nichts von Bedeutung. Finnland. Versuche des Feindes, unsere Linie bei Lauti nach Osten zu durchbrechen, scheiterten. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. O Berlin, 27. April, abends. Der Engländer hat uns wettere Teile flandrischen Bodens überlassen. Wir stehen in der Linie südwestlich Langemarck—Verlorenhoet —Hooge—Zillebeke. 25000 rönnen. Berlin, 27. April Neue U Bootserfolge an der Westküste Englands: 25000 Br. Reg.-To. Ein Dam-, pfer von mindestens 12000 Br.-Reg.-T. und ein großer bewaffneter Dampfer von 6000 Br.-Reg.-T. wurden aus stack gesicherten Geleitzügen herausgeschoffen Der Chef des Admiralstabes der Marine. 9 wtb. Großes Hauptquartier, 28. April 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Auf dem flandrischen Kampffeld wich der Feind in rückwärtige Linien aus. Südlich von Langemarck Ö tn Q er über den Steenbach, östlich von Ipern in seine Stellungen vom Herbst 1914, bei Zillebeke über diese hinaus zurück. In scharfem Nachdrängen zwangen wir den Fetnv vielfach zum Kampf. Hierbei nahmen wir Belgier und mehrere Hundert Engländer gefangen. Wir erreichten die Linie: Südwestlich von Langemarck - Westufec des Steenbaches — Verlorenhoet — Hooge — Zlllrbeke — Voormezeele. Die in vergangenen Jahren schwer umkämpfte Doppelhöhe 60 ist in unserem Besitz^ — Starke Actillerietätigkeit im Abschnitt des Kemmel. Rach Abwehr der französischen am Abend des 26 April gegen den Westhang des Berges geführten Gegenangriffe stieß unsere Infanterie aus eigenem Entschluß dem zuruckgeschlagenen Feinde nach und erstürmte ben Lct ^.oker. — Auf dem Rocdufer der Lys scheiterten feindliche Vor- stöße. Hierbei nahmen wir ebenso wie bei einer erfolgreichen Unternehmung nordwestlich von Festubert Engländer gefangen. Bei Giveuchy wurden starke englische Angriffe abgewiesen. — Auf dem Schlachtfeld zu leiden Seiten der Somme blieb die Gefechtstätigkeit auf Ec- kundungen und zeitweilig auflebenden Artillerie kämpf beschränkt. Am Hongard Wald brach ein feindlicher TeU- ongriff zusammen. Finnland. General Graf v d. Goltz hat Tavastehus nach Kamps genommen. Bei dem Einzuge in die Stadt wurden unsere Truppen von der Bevölkerung begeistert begrüßt. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. Berlin, fronten nichts 28. April, Neues. abends. Bon den Schlacht- 17000 Tonnen. Berlin, 28 April. Im Aermelkanal wurde von einem unserer U-Boote ein mindestens 10000 Brutto- registertonnen großer Transportdampfer, der durch einen Kreuzer und mehrere Zerstörer und Bewachungsfahrzeuge außerordentlich stark gesichert war, torpebielt. Die Gesamtsumme des versenkten Handelsschiffsraums beträgt nach neu eingegangenen Meldungen 17000 Br.-Reg.-To. Ein Führerflugzeug einer unserer Jagdstaffeln in Flandern unter d.r bewährten Führung des Oberleutnants z. S. Christiansen hat gelegentlich eines Auf- klärungsstuges in den Hoofden ein feindliches Curtißboot abgeschoffen. Der Chef des Admiralstabs der Marine. wtb. Großes Hauptquartier, 29. April 1918. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht Auf dem Schlachtfeld in Flandern von mittags an auflebender Artilleriekampf. Die Beute seit der Erstürmung des Kkmmel hat sich auf über 7160 Gefangene, daiunter 18t Offtz'ere 53 Geschütze und 233 Maschinengewehre erhöht. — Zwischen Bassee-Kanal und der Scarpe sowie nördlich von der Somm: reae Erkundungstätigkeit dir Engländer. Ctalke Teilangciffe der Franzosen ^egln Hangard Wald und Dorf wurden blutig abgcwiesen. Vorfeldkämpfe an vielen Stellen der übrigen Front. Auf dem Ostufer der Maas brachte ein Vorstoß in die französischen Gräben Gefangene ein. Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendor-ff. » Berlin, 29. April, abends. Nördlich von Kemmel haben sich heftige Nahkämpfe enwickelt. 3n höchster non 23 000 Connen. Berlin, 29. April. Deutsche und österreichisch- ungarische U Boote versenkten im Sperrgebiet im Mittelmeer 5 Dampfer und 2 Segler von zusammen rund 23 OVO Br.-Re.-To. Unter den versenkten Schiffen befanden sich der französische bewaffnete Dampfer „Liberia" (1942 Br. Reg.-To ), ein großer bewaffneter Transporter mit 2 Schornsteinen sowie ein italienischer Segler mit >00 Tonnen Eisen für Genua. Der Chef des Admicalstabes der Marine. 9 wlb. Großes Hauptquartier, 30. April 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Auf dem Schlachtfeld in Flandern entwickelten sich in einzelnen Abschnitten heftige Jufanteriekämpfe. Nördlich von Voormezeele und Groote Vierstraat nahmen wir mehrere englische Gräben. Bei Lokec in die feindlichen Linien eingedrungene Sturmabteilungen stießen mit starken französischen Gegenangriffen zusammen. Im Verlaufe dieser Kämpfe konnte sich der Feind in Loter festsetzen. Seine Versuche, über den Oet hinaus vorzu dringen, scheiterten. Die tagsüber starke Arttllerietätig. keit dehnte sich auf das ganze Gebiet des Kemmel aus und hielt bis zur Dunkelheit an. — An der übrigen Front blieb die Gcfcchtstätigkeit auf Erkundungen und zeitweilig auflebcndes Artilleriefeuer beschränkt. Mazedonische Fronte Zwischen Wardar und Doiran-See brach ein nach mehrrägiger Artillerievorbereitung erfolgter feindlicher Vorstoß vor unseren Linien zusammen. Der Erste Generalquartieimeistec: Luden dar ff (Lloyd George und das irische Schreckgespenst.) Von H. Speidel. Die ärgsten Skandalszenen, welche sich letzthin im Unterhause bei dem ungeheuren Sturm wegen der irischen Wehrpflicht zutrugen, sind von Reuter wohlweislich verschwiegen worden. Was nachträglich darüber verlautet, läßt es doch zweifelhaft erscheinen, was Lloyd George im Augenblick die größere Pein verursachen mag- die „Zange von Ypern" oder der drohende Aufstand der grünen Insel! Man schrie ihm entgegen, die Mannschaftsersatzvorlage sei die formelle Kriegserklärung Englands an Irkind, die Schlachtfront sei nun bis Irland verlängert, nicht einen Mann werde die englische Regierung von dort erhalten,- es sei denn, sie sende Armeen nach Irland, um Bataillone zu bekommen: der Schatten Sir Roger Ease- wents, des von England ermordeten großen, irischen Patrioten, beherrschte die Szene und - wird sie weiter beherrschen, komme es, wie es wolle. om ^ war am 20. November 1914, als die,, Nordd. Allg. Ztg. dem offiziell im Auswärtigen Amt erschienenen Sir Roger Lasement die bündige Erklärung mit auf den Weg gab: „Sollte im Verlauf des Krieges, den Deutschland nicht suchte, das Waffenglück jemals deutsche Truppen an die Küsten Irlands führen, so würden sie dort landen nicht als eine Armee won Eindringlingen, die kommen, um zu räubern und zu zerstören, sondern als Streit- Kräfte einer Regierung, die vom guten Willen gegen ein nS n !i^ n beseelt ist, dem Deutschland nur nationale Wohlfahrt und nationale Freiheit wünscht". Naht die Stunde, da Deutschland dieses Versprechens gedenken muß ^ die Stunde, da das Freundschaftswort zur Freundschaftstat erstarken soll? Sir Roger Easement war seinem grünen Erin getreu bis zu seinem schrecklichen Ende. Sein Wirken und sein Märtyrertod war nicht vergebens: England gedachte aus Irland 660|000 Soldaten zum Kriege zu bekommen („Times" vom 23. Juli 1915: „es sind noch 660 000 Mann militärischen Alters in Irland zu holen"), sie kamen nicht,- die Iren verweigerten die Dienstpflicht' In den letzten Tagen mußte General French mit starkem Heer zur Insel fahren - die Vergangenheit steht gegen England auf; Sir Rogers Saat schießt in die Halme! Und was er m seinen „ Gesammelten Schriften", welche 1916 m Hebers Verlag, in Dieffen erschienen sind an Anklagen und Mahnungen medergelegt hat, das geht Deutschland mindestens soviel als Irland selbst an,- denn wer will entscheiden, ob unser oder das irische Volk das brennendere, lebenswichtigere Interesse an der Niederwerfung Englands hat? a a ?Ü I ^ nt i’ fd l en c P 3eQn . f!Qnn "ur durch ein befrTi *** ^rj-anb °ff en gehalten werden. , “ „Die Afugabe Irlands ist: für das Kommen des Deutlck vorznberetten Kein Volk darf ohne Opfer die & erwarten. Unsere jungen Männer und Frauen 2° Knaben und Mädchen müssen lernen welche K Deutschland in den Weltangelegenheiten zu überneliw^ beru en ,st sie, müssen geschult werden, daß sie ihre erfüllen, wenn der Tag der Prüfung kommt. Die Gesckil. ° de- merffchl.chen Freiheit ist mit Blut geschrieben. § ist Gottes Gesetz^ Ken, Volk, das sich an Sicherheit L inert und den Tod scheut, ist der Freiheit würdig }]■ L Htf- - - *** r , Der Beist des toten Führers Lasement lebt in sein«, Volke weiter. Die Iren harren mit Zuversicht und w« vorbereitet des nicht mehr fernen Tages, da ihr brutal» Kerkermeister von dem deutschen Schwerte niedcrbnj« des -lages, der dem unglücklichen Lande das Leben unh die Freiheit wiedergibt. vlr Sicherung der Krlegstflrforge. Berlin, 30. April, abends. Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues. Grösste Sorge um Irland. * Zürich, 28. April. Londoner Drahtungen melden die Ge samtsperre des drahtlichen Veiührö zwischen England und Irland. 9 Irland im Generalftreik. * K 0 pcnhafen, 27. April. Dänischen Blättern zufolge hat dec Generalstreik in Irland allenthalbcn begonnen. In London ist man wegen der Raschheit mit der die Streikbewegung sich über das ganze Land ausgedehnt hat, in die größte Bestürzung geraten. Gewaltigen Eindruck machten die aus Dublin eingelaufenen Nachrichten, daß über 2 Millionen irische Männer und Frauen sich schriftlich verpflichtet haben, der Durchführung des Wehrpffichtgesetzcs jedweden Widerstand zu leisten S°it dem 24. d. Mts. ruht in Irland jede Arbeit und Selbst -die Bäcker und Schlächter streiken. Die Postboten versehen keinen Dienst mehr. Der tele, graphische Ve,kehr ist unterbrochen. In Dublin wurde schon am 24 der Betrieb der Straßenbahnen eingestellt; kein Eisenbahnzug kommt mehr in der Stadt an und Zug verlädt sie. Auch die Schiffsverbindung ist zwischen Irland und England süc die bürgerliche Bc- volkecung lahmgelegt worden. Dem Beispri Dublins stnd schnell auch die meisten übeigen Siädte schon am 2o. gefolgt. Var polnisch-obekscdlesiscke krrbecken. Wie der „Bergwerksztg." aus Schi-.sirn gcsch i den wird, besteht nunmehr von Seiten der Negierung die Absicht, die Grcnzsicherungcn in der Form durchzufühcen, daß ein Teil des polnischen Jndustriebeckens von Dom-' bcowska in das preußische Staatsgebiet einbezogen wird, während dec im polnische» Besitz ve, bleibende Teil des polnischen Industriegebiets zu einer wirtschaftlichen Einheit mit dem oberschlesischcn Industriegebiet verschmolzen wird. Diese Lösung der Sache werde zu- gleich unserer Erzversorgung einen wertvollen Besitz zu- ,D>e konservative, nationallibero,e und auch die Mehrheit der Zentrumsfcoklion des preußischen Landtages ,ollen ebenso wie die führenden Kreise der Fortschrittspartei des Ost ens für diese Lösung einireten Das Feldheer braucht dringend Yen und 5troh! Landwirte helft dem Heere! „ Bon 1846 - 1851 hat Irland ", so stellt Lasement dort u. a. fest, „über 2 Millionen Menschen verloren teils durch Hungersnot und Hungertyphus, teils durch die Flucht nach Amerika. In denselben sechs Jahren exportier- te dasselbe Irland für nicht weniger als zwei Milliarden Mark Lebensmittel - Korn, Vieh und Gemüse - nach England. Also, ein Bauernvolk, das, wie die Engländer höhnisch behaupteten, „zu arm ist, um seine Toten zu begraben , füttert aus dem Grabe sozusagen Herzoge , Lords und Barone desselben Landes, von dem es in dieser Meise beschimpft wurde.... Gegen Ende des 19. Jahrhunderts schien die irische Politik Englands den gewünschten Erfolg erreicht zu haben. Die Bevölkerung hatte sich auf knapp vier Millionen verringert und der frucht- bare Voden, auf dem früher die irischen Farmer gesessen hatten, war zum größten Teil zu Weiden für englisches Vieh umgewandelt worden .... 5eit es eine moderne Diplomatie gibt, gehört es zum Grundstock von Englands diplomatieschem Arsenal, diese irische Insel als ein verelendetes Land darzustellen, bevölkert von einem aufsässigen und unwissenden Menschenschlag." „Ohne Irland gäbe es heute kein britisch es We ltrei ch. .. . Englanl nimmt wieder seine natürlichen Proportionen an, die eines starken Königreiches, sobald es Irland verlustig geht. Solange es noch un Besitze Irlands bleibt, ist es immer ein Weltreich. Denn wie Großbritannien die Torwege des nördlichen und westlichen Mitteleuropa vereinigt, um den Handel nach Belieben aufzuhalten und die Seehäfen vom Baltischen Meer bis zur Bucht von Viscaya blockieren zu können, )o sieht Irland zwischen Britannien und den Ozeanen des Westens und schließt für England die Straßen der See. Ein starkes, unabhängiges, auf sich selbst angewie- senes Irland, als Mitglied der europäischen Völker samilie und seinen Artgenossen wiedergegeben, ryürde die sicherste Bürg sch aft für eine gesunde Entwicklung der europäischen Interessen in jenen Gegenden sein, wo sie heu e durch die antieuropäische Politik Englands ausgeschlossen sind .... Ein aus dem Kerker, in dem es England hält, herausgelassenes Irland würde bald ein dichtbevölkerter Staat von vielleicht zehn bis zwölf Milionen Einwohnern werden, eine handelspolitische Geldanlage für ganz Europa von höchstem allgemeinem Werte in einer einzigartigen Lage zwischen der alten und der neuen Welt, auch wahrscheinlich ein intellektuelles, und moralisches Vermögen von nicht geringer Bedeutung. Dies und noch mehr bedeutet ein selbständiges Irland für Eu- /^ or öüerri: Sicherheit des Durchgangverkehrs, qlei- che Gelegenheiten für alle, Freiheit der Meere- y 1,c 9 erun 9> daß die großen Wasserstraßen des Ozeans nicht langer der Gnade und Willkür eines Gliedes der europäischen Familie ausgeliefert bleibe, noch dazu dem, effiert^ist ^^enigsten an europäische Wohlfahrt inter- •u n:^!^ ^ff^chland dauernden Nutzen aus einem Siege über England ziehen, so muß es die Meerausgänge befeien. . . . Das deutsche Ausgangstor in den freien . ^ nte . r a “ e " Forderungen, die wir an den. kommen- den Frieden stellen müssen, steht die Forderung mit „ erfter Cime, daß er uns helfen soll, unsere Krieasbel^ digten und die Hinterbliebenen der gefallenen^ KiÄ wirtschaftlich zu stützen und ihnen das Ueberwinden hn bevorstehenden schweren Daseinskämpfe zu ermöglichen Alles aber, was an unseren Kriegsbeschädigten und Krieas- ^"^rbllebenen geschieht, darf keineswegs aufgefaßt werden ?? Menk oder Wohltat, sondern es ist eine selbltver standliche Pflicht des Staates und Volkes, nicht nur etwa drohende Not zu lindern, sondern denen, die im Ärieac Schaden genommen haben, die Ausübung der ihnen al bl,ebenen Kraft zum Wiederaufbau ihrer Existenz uni zum Wohls des Dolksganzen zu ermöglichen. Es ist ab« auch ein Recht, das die Kriegsbeschädigten und Hinterbiw denen an uns haben. Sie waren es, die die Wucht des Krieges am schwersten empfinden mußten, sie tragen dir Folgen des Ringens um unser Volk dauernd und tief eigenen Leibe und im eigenen Herzen. Und nicht nur bk Schaden, _ die feindliche Waffen den Kriegern zugefiim haben wirken nach, sondern auch die im Felde erworben- Schwächung der Gesundheit und Arbeitskraft, die vielfach erst in späteren Jahren zu Tage tritt. Auch ist nicht » verkennen, daß das seelische Leid nicht selten die Fähft N:.. Mndert, den Härten des wirtschaftlichen Kampfes Widerstand zu leisten, von den Witwen und Waisen nicht zu reden. Bon dem vollgerüttelten Maße solcher soziale- Hilfepflicht läßt sich kein Körnchen wegnehmen, sie gilt unter allen Umständen in vollem Umfange. Auf der anderen Seite aber stehen die schweren Sorgen, die bet Kneg der Dolksgesamtheit für die Zukunft aufbürdel Da ist die Verzinsung und Tilgung von mindestens 120 Milliarden Mark Kriegsschulden, der Wiederaufbau zweier zum Teil zerstörter Provinzen, der Bau einer neuen Handelsflotte, kurz, alle die ungeheuren Aufgaben, die der Krieg uns teils unmittelbar aufgewälzt hat, teils mit- telbcfr dadurch, daß die Mittel des Verkehrs, der Erziehung und Bildung und des ganzen Lebensbetriebes im Laufe des Krieges verbraucht oder vernachiäßigt sind. Wir müssen ganz gewaltige Steuern aufbringen, wenn wir die bösen Berluste alle einigermaßen in absehbarer Zeit wieder wettmachen wollen. Um die Kriegsfürsorge darf, wie gesagt, nicht gemarktet und gefeilscht werden, wenn wir ein gesundes Volk bleiben wollen. Ist es da nicht mehr als recht und billig, daß die Feinde, die uns diese Wunden geschlagen habe»/ angehalten werden, zu ihrer Heilung beizutragen? Sie würden ganz gewiß nicht mit uns verfahren nach dem Grundsätze: „keine Annecio- nen und keine Entschädigungen!" Vor nicht ganz vier Wochen hat die französische Zeitung „Libre parole" geschrieben: „Um das Gleichgewicht in den Finanzen wie- derherzustellen, wird man auf die Ergebnisse eines siegreichen Friedens rechnen müssen. Erklärt sich Deutschland erst für überwunden, so werden wir von dort her direkt oder indirekt jährlich 4 bis 5 Milliarden Franken erhalten können", und es ist keinen Augenblick zu' zweifeln, daß die Franzosen und Engländer ihr Wort wahrmachen würden, — wenn sie den Sieg erringen. Draußen stehen unsere Heldenheere im furchtbaren Endkampfe. Sie kämp- fen um den Sieg, um den vollen Sieg. Wir könnten den Gedanken der schweren Verluste draußen garnicht ertra- gen, ja, wir dürften diese Opfer garnicht annehmen, wenn sie nicht um den Sieg und um einen siegreichen Frieden kämpften. Und es ist hocherfreulich, daß .diese Auffassung auch in den Kreisen Platz greift, die vor einem Jahre, gewiß in ehrlicher Absicht, das Stichwort ausgegeben haben: „keine Kriegsentschädigung!" Die Abwendung von diesem Grundsätze mußte einmal kommen, wenn wir nicht durch innere Unwahrheit und durch den Zwiespalt zwischen dem Heere draußen und dem Volk in der Heimat zerfallen wollten. Jetzt ist die Bahn wieder frei. Nicht zu Eroberungen ohne Sinn und Maaß, wohl aber zu einem Frieden, der diesem Kriege gerecht wird. Ein gerechter Friede aber heißt für uns Deutsche ein Friede, der in gleichen Schalen Opfer um Opfer mißt. Die Erschlagenen kann uns kein Friede wieder erwecken, aber der Friede soll uns dazu helfen, daß die Ueberlebenden, die wieder heimkehren und die daheim die Sorge niederdrückt, des Lebens in ihrem deutschen Vaterhause froh werdest können, sodaß sie sich nicht sagen müssen, „wir haben gekämpft, geblutet und gelitten und der Erfolg war - der aussichtslose Kampf mit der gemeinen Not." Es ist natürlich, es ist menschlich und politisch nur gerecht, wenn der besiegte Gegner an unserer Last tragen hilft. Der fieffifcbe canüervrreln für Hrieflerbelmftämii hielt am 25. April zu Darmstadt seine erste ordentliche Mitgliederversammlung ab. Die trotz der Kriegszeit aus allen Teilen des Landes gut besuchte Versammlung, die durch die Anwesenheit Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs ausgezeichnet wurde, legte Zeugnis davon ab, welch freudige Teilnahme die Kriegerheimstättensache m der Bevölkerung überall gefunden hat. Nach Eröffnung der Verhandlungen durch den ersten Vorsitzenden, Finanzminister Dr. Becker, hielt Geheimer Oberbaurat Professor Hofmann-Darmstadt einen sehr bemerkenswerten Vortrag über die technisch-wirtschaftlichen Aufgaben, denen der Kleinwohnungsbau nach dem Kriege entsprechen muß. Seine eindrucksvollen Ausführungen erläuterte der Redner an bestimmten Bebauungsplänen und Bauplänen, welche für Kriegerheimstätten bereits ausgearbeitet worden sind. Herr Professor Meißner-Darmstadt gab dann eine interessante Darstellung über die aus früher fiskalischem Gelände im Zusammenhang mit den Opelwerken bei Rüsselsheim entstehende neue Kleinsiedelung. In dem von ihm darauf erstatteten Rechenschaftsbericht machte Finanzmimster Dr. Becker Mitteilung von den Vorschlägen, die der Hessische Landesverein für Kriegerheimstätten dem Ernst-Ludwigs-Verein, Hessischem Jentralverein für Errichtung billiger Wohnungen, wegen einer vereinigten Arbeit beider Vereine unterbreitet hat. Schien auch dem Emst-Ludwigs-Verein bisher eine nähere Erörterung dieser Anregung noch nicht als angezeigt, so vertraut der Hessische Landesverein für Kriegerheimstätten in unveränderter Bereitwilligkeit zu einer Einigung doch darauf, daß es zu einer gemeinsamen Wirksamkeit beider Vereine kommen-wird, die er im Interesse einer, gedeihlichen Entwickelung der Heimstättensache für geboten und für unerläßlich hält. Er gedenkt dieser Aufgabe mit den erfreulich erstarkten Kräften dienen zu können, die ihm die bisherige Entwickelung des Vereins zugeführt hat. Die Mitgliederzahl hat dank, der uneigennützigen Mitarbeit vieler Helfer, 7000 wohl etwa erreicht (gegenüber etwa 1700 im Sommer 1917). Die Mittel des Vereins sind durch Schenkungen günstig angewachsen. Für teilweise beträchtliche Stiftungen, die zusammen etwa 575 000 Mk. erreicht haben, hat der Verein namentlich den Unternehmungen für Handel und Gwerbe zu danken (so z. B. der Holzhandlung Walter Mayer m Wiesbaden,' den Portland- Cementwerken in Weisenau,- dem Verein für chemische Industrie in Mainz,- den Firmen Dyckerhoff in Amöneburg, Louis Busch in Mainz, Earl Schenck in Darmstadt, Gebr. Heyne in Offenbach, Aktien-Zuckerfabrik in Groß-Gerau, Gasapparat und Gußwerk in Mainz, I. Himmelsbach in Freiburg, Gebr. Himmelsbach in Gaulsheim, Verein chemischer Fabriken in Mannheim, Josef Himmelsbach in Bingen, Brauerei Ihring in Lich, Odenwälder Hartstein-Industrie in Oarmstadt u. a. m. ) . Bei den gewaltigen Aufgaben der kommenden Zeit darf, wie der Vorsitzende hervorhob, gehofft werden, daß gleiche Opferfreudigkeit den Verein auch weiterhin so stärkt, daß er nach glücklichem Frieden wohlgerüstet seine Ziele praktisch verwirklichen kann. Jur Mitarbeit an diesen Aufgaben berief die Mitgliederversammlung durch Wiederwahl in den Verwaltungsrat die ausgeschiedenen Herren: Geh. Rat Bamberger und Dankapitular Dr.Bendix-Mainz, Geh.Oberkonsistorialrat Dr. Flöring, Oberbürgermeister Dr. Glässing. Fabrikant Schenck Darmstadt, ferner neu als Vertreter des Handwerks: Bauunternhmer Sames-Damrstadt, und als Vertreter der Landwirtschaft: Geh. Oekonomierat Walther-Lengfeld. Wegen der bedeutsamen, ob der als Ziel erstrebenswerte Bau von Eigenhäusern bei der starken Verteuerung des Bauens unmittelbar nach Kriegsende zeitweise hinter der Errichtung von Miethäusern zurücktreten müsse, kam es auf Anregung der Herrn Oberkonsistorialpräsident D. Nebel und Provinzialdirektor Best zum Schlüsse der Verhandlungen zu einer interessanten Aussprache. Mit Dank und mit der Aufforderung zu unermüdlicher Weiterarbeit schloß der Vorsitzende hierauf die Tagung. frankfurter ftandwerksverbanüe. In der unter Vorsitz von Obermeister von der Em. den obgehaltenen Apnlsitzung des Hauptausschusscs der Frankfurter Handweekerverbände wurde von Handwerks- amtsvorsteher Bouveret über folgende Geschäflsvorfälle berichtet: Die Gründung einer gemeinnützigen Materialien- Bermittlungsstell- für den gewerblichen Mittelstand ist von der Handwerkerschaft, Klei: kaufleuten und Gewerbetreibenden unter Mitwirkung der Stadt vorbereitet. Auch die Handwerkskammer Wiesbaden wird sich beteiligen. Daö Lebensmittelamt hat auf Ersuchen der Buh. druckec m t Unterstützung des Hauptausschusses von der Errichtung einer städtischen Druckerei Abstand genommen. Die stattstischen Erhebungen über die Veränderungen im Fcankfurtcr Handwerk durch den Krieg sowie die Arbeiterzuweisung für hai.dwcrkliche Betriebe bei der Demobilmachung sind abgeschlossen Die Bemühungen des Handwcrksamts, für die Handwerksbetriebe die Kohlenversocgung sicher zu stellen, hatten nur teilweise Erfolg infolge des Kohlenmangels bei der Stadt. Hand- werksamt und Hauptausschuß werden von der Lehr, stellenvermittlung künftig zu allen Aufsichtsratssittungcn Zugezogen. Hinsichtlich der Aushebung des Backvecbots still gelegter Bäckereien sind gemeinsam mit der Bäckec- innung beim Lebensmittelamt, Oberbürgermeister usw. Schritte unternommen worden. 20 Bäckereien ist das Backen wieder gestattet. Von Arbeitsamt, Beratungsamt und Handwerksamt wird ein Wirtschaftssürsocge- Handbuch für Frankfurt a. M herausgegebcn. Hinsicht' lich der Auswechslung der Tür- und Fenstergriffe, die nächst beginnen soll, fanden eine Reihe von Besprechungen mit Magistrat, Kriegsamtsstelle ickw. statt. Zunächst sollen entsprechend praktische Versuche unternommen werden Der Vorstand der neu gegründeten Arbeitsgemeinschaft dts nicht lvlporiertcn Frankfu-tcr Handwerks soll im Hauptausschuß ausgenommen werden. Sämtliche Geschäftsstellen der Frankfurter Handwerker- Organisationen sollen, soweit möglich in einem zu gründen den Handwtrkerhause vereinigt werden. Mit den Vor arbeiten wird die Organisationskommission beauftragt. Die Gründung der Hypothekenichutzbank wird lebhaft begrüßt. Die Descblagnsbnie Her fensler- und türgriffe. Seitens des Verbands deutscher Haus- und Grund- besitzervereine Berlin wurde am 19. April beim Reichs« wirtschaftsamt, sowie bei der Kriegsmetallstelle des Kciegsministeriums die Zurücknahme der Verordnung, betreffend die Beschlagnahme der Messingteile an Trlppen, Fenstern, Türen usw. beantragt, mit Rücksicht auf die in der Presse veröffentlichten Mitteilungen, daß infolge der kriegerischen Operationen an den verschiedenen Grenzen die Ausbeute an Kupfer so groß ist, daß sie den deutschen Heeresbedcnf auf ein ganzes Jahr decken kann. Aus Stadt und Eand. Feldpostpiickcheri werden wieder befördert Neben den Ptivatpaketen werden auch nichtamtliche Feld postpriefe über 50 Gr. (Päckchen) an die Truppcnange- hörigen der Westfront und des Großen Hauptquartiers sowie an Heeresangehörige im Generalgouvernement Belgien und in Luxenburg von jetzt ab wieder ange^ nommen. Im Einverständnis mit der Heeresverwaltung wird indes dringend davor gcwornt, mit diesen Päckchen und Paketen leicht verderbliche Nahrungsmittel ins Feld zu schicken. * Abhalten von Tanzstunden und Tanzvergnügen verboten. Das stellvertretende General-Kommando des 18. Armeekorps verbietet unter Androhung schwerer Gefängnisstrafen bezw. Geldstrafen für den Bereich ches '18. Armeekorps und des Gouvernements Mainz fortan in allen Räumen von Gast- und Schankwirtschaften das Tanzen, die Abhaltung von Tanzunterricht, sowie die Gestattung des Tanzens durch die Inhaber der Wirtschaft. Die Verordnung tritt sofort in Kraft. * Daters abgelegte Anzüge. Zu den Maßnahmen der Reichsbekleidungsstelle sendet der „B. Z." eine Mutter folgende nicht unberechtigter Zuschrift: „Die wohl- habende männliche Bevölkerung wird aufgefordert, „freiwillig" abzuliefern, um spätere Zwangsmaßnahmen zu vermeiden. Ist es nicht ungerecht, alle wohlhabenden Männer zur Ablieferung eines Anzuges quasi zu zwingen? Tin kinderloser Mann wird ein Kleidungsstück leichter fortgeben können als ein anderer, der Heranwachsende Söhne hat. Es ist bekannt, wie schwer man für Kinder Bezugsscheine erhält : andererseits sind die Preise für neue Knabengarderobe derart hoch, daß wirklich nur Kriegsgewinnler sie bezahlen können. Da war der letzte Ausweg der, aus alten Sachen des Vaters neue für die Iungen zu machen. Was soll nun geschehen? Ich selber habe drei Söhne und kann daher genau beurteilen, wie schwierig es ist, Kinder zu kleiden. Warum greift man nicht gründlich in den Kleiderbestand der Junggesellen oder der Verheirateten ohne Kinder, anstatt denen, die schon die Sorgen für die Ernährung der deutschen Iugend reichlich zu tragen haben, noch mehr Kopfzerbrechen für deren Bekleidund zu schaffen." Wir sind ganz derselben Ansicht. Die Eltern von 3 und mehr Kindern haben heute über Ernährung, Bekleidung wahrlich große Sorgen. An den betreffenden Stellen, die solche Gesetze ausarbeiten, sollte mehr mit den verschiedenartigen Verhältnissen gerechnet werden. Gehl barfuß oder tragt Sandalen und Schuhe mit Holzsohlen. Allen, die noch Schuhwerk mit Ledersohlen besitzen, wird geraten, dieses Schuhwerk nur bei kalter oder regnerischer Witterung zu tragen, in der warmen und trockenen Zeit sich aber mit Holzschuhen oder Sandalen zu behelfen. Beides ist jetzt ohne Bezugschein zu haben. Schuhe aus Leder dagegen sind später unbedingt nicht mehr zu bekommen. Kleirrverkauf»preife für Obstweine. Bei Ausschank von selbsthergestellten Produkten pro Liter Apfelwein 1,25 Mk. Birnenwein 1,15 Mk. Apfel-und Bir- nenwein gemischt 1,20 Mk. Heidelbeerwein 1.90 Mk Iohannisbeerwein 2,10 Mk. Brombeer- Kirschen- und Himbeerwein 2,20 Mk. Erdbeerwein 2,40 Mk. Rhabarberwein 1,10 Mk. Wenn es sich um nicht selbst herae- stellte Weine handelt, erhöhen sich die Preise um 20 Pfg. * Gießen. Die Stadtverwaltung hat zur Förderung der Bohnenzucht aus ihren Waldungen 3500 Fick- ten-Bohnenstangen anfertigen lassen, die in Gebinden von 25 Stuck zum Preise von 5 Mark ausgegeben werden. * Ziesten Das Schöffengericht nahm die Ehefrcu Margareta Seipp aus Rö d g e n wegen Milchpantscherei uno heimlichen Buttervexkaufs in eine Strafe von 1300 Mark. Die Staatsanwaltschaft hatte 10 Wocken Gefängnis und 1000 Mark Geldstrafe beantragt * * Kriedberg Der Frankfurter „Volksstimme" ru- fo ge wurde die Großmühle von Karl Koch behördlich geschlossen. Ein Beamter der Reichsaetre^tt^ festgestcllt, daß Koch 5000 Doppelzentner Weiten für KÄ'ffi