Bezugspreis 60 pfg. monatlich vierteljährlich 1,80Mk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Ab geholt in unserer Expedition oder in den Zweig- auSgabestellen vierteljährlich 1,50 Mk. — Erscheint Mittwochs und Samstags. — Redaktionsschlutz ftüh 8 Uhr. — Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der „Vießeuer Zeitung", Gießen. Expedition: Südanlage 21. Knzeigenpreis 20 pfg. die 44 mm breite Petitzetle, für AuSwärtS 30 Pfg. Die W mm breite Reklame.Zeile 73 Pfennig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Grütze berechnet. Rabatt kommt bei Ueberfchreitung deSZahlungk. zieleS (30 Taae), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohneBerbtndltchkett. Druck der Gießener Verlagsdruckerei, Albin Klein. 36» Telephon Nr. 362. Donnerstag, dm 18. April 1918. Telephon Rr. 363. 3l. Passchendaele, Wytfchaete. Bailleul, Poelkapette «. Langemarck genommen. Die Höhen hei Nienvekerke und von Wytschaete erstürmt. Arras, Bethune, Hazebrouk u. Poperinahe unter schwerem deutschen Artilleriefeuer. Die Balten beim Halfer. Berlin, 17. April. Die Abordnung der Vereinigten Landesräte von L i v l a n d, E st h l a n d, R i g a und O e s e l, die gestern in Berlin eingetroffen ist, wird in den nächsten Tagen v o m K a i s e r und vom General- feldmarschall v. Hindenburgim Großen Hauptquartier empfangen werden. Sie überbringt den Beschluß der Landesrüte, in dem der Wunsch nach dem Anschlüsse an Deutschland und der Herrschergemeinschaft mit Preußen ausgesprochen wird, und hofft, daß ihr vom Kaiser und von der deutschen Negierung eine zu stimmende Antwort erteilt werden wird. Die Angst um Dflnkrlcben und Calais. Wie aus London gemeldet wird, spricht die englische Presse von der Absicht Dünkirchen und Calais zu räumen. „Het Vaterland" empfiehlt den Engländern eine Beschleunigung ihrer Maßnahmen und glaubt nicht, daß es gelingen wird, die riesigen Vorräte rechtzeitig abzu- tcanSportieren. Wenn es den Deutschen erst einmal gelungen sei, Calais als Stützpunkt für ihre U-Boote und Torpedojäger zu gewinnen, dann sei auch Dover bedroht. » Harebrsuk gefährdet. Rotterdam, 17. April. Der „Nieuwe Rotter- damsche Courant" meldet, daß die Engländer verzweifelte Anstrengungen machen, um die deutsche Bedrohung von Calais und Dünkirchen abzuwenden. Nach den weiteren Londoner Berichten gilt Hazebrouk bereits als unmittelbar gefährdet. Jedenfalls ist in den Londoner Zeitungen eine Stockung in der Berichterstattung der englischen Pressevertreter an der Front eingetreten. O Schweres deutscher gescvütr. Genf, 16. April. Dünkirchen und Boulogne wurden in das Kriegsgebiet einbezogen und für Calais steht die gleiche Maßnahme bevor'. Arras liegt ununterbrochen unter einem furchtbaren deutschen Feuer. Die wichtigen Eisenbahnknotenpunkte Bethune, Lillers, Airs und Hazebrouk liegen seit 2 Tagen unter dem Feuer der deutschen Artillerie. Auch der wichtige Eisenbahnknotenpunkt Popering he soll in die Reichweite der schweren deutschen Geschütze gerückt sein. Uott nattcv bis Beifort. Zürich, 17. April. Der Mailänder „Secolo" meldet aus Paris: Die deutsche Artillerietätigkeit konzentriert sich guf die FestungToul. VonNancy bis Bel fort liegen die ersten französischen Linien unter der durch die seit Wochen fortdauernden Beschießung durch den Feind. flmilicbe deuifcbe csgrrbericdir. 25000 rönnen versenkt. Berlin, 15. April. Im Sperrgebiet des mittleren Mittelmeeres versenkten deutsche und österreichisch-unga. rische U-Boote 6 Dampfer, die in gesicherten Geleitzügen fuhren, und 2 Segler, zusammen mindestens 25 000 Bx.'Reg.'To. Der Chef des Admiralstabes der Marine. • , wtb. Großes Hauptquartier, 16. April 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Angriffe auf dem Schlachtfelde an der Lys führten zu vollem Erfolge. — Die großen Sprengtrichter aus der Wytschaete-Schlacht 1917 wurden im Handstreich genommen. Nach kurzem Feuerschlaq erstürmten wir in überraschendem Angriff Wulverghem und oie feindlichen Stellungen beiderseits des Ortes. Gegenstöße englischer Kompagnien brachen völlig zusammen. Von der Ebene herauf erstiegen unsere Truppen im Angriff die Höhen zwischen Nieuvekerke und Bailleul und ent- rissen sie in heftigem Nahkampf dem Feinde. Englische Angriffe gegen Locon scheiterten. — An der Schlacht- fcont zu beiden Seiten der Somme nahm der Artillecie- kampf nur am Luce-Bach in der Gegend von Morenil und Montdidiec größere Stärke an. Bei Abwehr eines von Engländern und Franzosen gemeinsam durchgefühlten Angriffes nördlich vom Luce-Bach machten wir Gefangene. — Am Oise-Aisne-Kanal und auf dem Westufer der Mosel führten wir erfolgreiche Unternehmungen durch. Finnland. In Lovisa (östlich von Helsingfors) nach lieber- windung schwieriger Eisvechältnisse gelandete Truppen stießen über LapptraeSk nach Norden vor, brachen mehrfach feindlichen Widerstand und haben die von Tammer- fors nach Wiborg führende Bahn östlich von Lahti erreicht. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendocff. » Berlin, 16. April, abends. Die Höhen von W y t s ch a e t e wurden erstürmt. Kailleul ist genommen. » Berlin, 16. April. Durch unsere U-Boote wurden im Sperrgebiet um England wiederum 16 000 Br - Reg.-To. feindlichen Handelsschiffsraumes versenkt. Der Chef des Admiralstabes der Marine. m wtb. Großes Hauptquartier, 17. April 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Aus dem blutdurchtcänkten Kampffeld der vorjährigen Flandernschlacht besetzte die Armee des Generals Sixt v. Arnim Passchendaele und schob auch bei Bccelaere und Gheluvelt ihre Linien vor. — Nördlich von der Lys erstürmten die Truppen des Generals Sieger in den frühen Morgenstunden das Dorf Myt- schaete, warfen den Feind trotz heftiger Gegenwehr von den Höhen nordöstlich und westlich vom Orte und wiesen starke Gegenangriffe ab. Den südwestlich von Wulverghem in rückwärtige Linien ausweichenden Geaner drängten wir über den Douvebach zurück. Kaillerrl und die zäh verteidigten Stützpunkte Eappelqnde» nördlich von Bailleul, und Meteren wurden genommen. Mit starkem Kcäfteeinsatz versuchte der Engländer, gestützt durch Franzosen, vergeblich Meieren und das verlorene Gelände beiderseits von Merris zurückzuerobern. Seine Angriffe brachen unter schwersten Verlusten zusammen. — Auf dem Schlachtfeld zu beiden Seiten der Somme entspannen sich heftige Feuerkämpfe, die auch während dep Nacht, namentlich südlich von der Somme anhielten. Mazedonische F^ont: In Vqrfeldkämpfen in der Strumaebene nahmen bulgarische Stoßtruppen 155 Engländer und einige Griechen gefangen. Der Erste Generalquartiecmeister: Ludendorff. > * . Berlin, 17. April, abends. Auf dem Kampffeld der vorjährigen Flandernschlacht wurden UoelkapeUr und Karrgemarck genommen. Die Pflicht des Tages. Von Geheimen Regierungsrat Dr. Poensgcn. Nach allen Nachrichten scheint sich die 8. Kriegsanleihe würdig ihren Vorgängern anzureihen. Wieder wird die Opferwilligkeit und die Siegeszuversicht des deutschen Volkes dem Daterlande gewaltige Mittel zur Fortführ- ung des gerechten Kampfes zur Verfügung stellen. Lin günstiges Ergebnis der Kriegsanleihezeichnungen hat aber außerdem eine nicht zu unterschätzende Wirkung auf das Ausland. Es stärkt das Vertrauen der Neutralen auf die deutsche Wirtschaftskraft, hebt den deutschen Wechselkurs und wirkt daher förderlich auf unsere Handelsbeziehungen. Natürlich sind unseren Feinden, besonders den Franzosen und Engländern, unsere Kriegsanleiheerfolge, denen sie nichts Aehnliches zur Seite stellen können, -ein Dom im Auge. So greisen sie denn zu dem bei ihnen beliebten Mittel der Verdrehung und Lüge, um die deutschen Erfolge in der Heimat wie die im Felde zu verkleinem. Sie streuen aus, die großen Zeichnungen, auf denen die deutsche Kriegsanleihe bemhe, seien nur fiktiv, und behaupten wahrheitswidrig, das Volk selbst beteilige sich kaum an der Kriegsanleihe. Diese feindliche Offensive sollte uns zu denken geben, sie soll uns daran erinnem, daß es nicht nur auf die Menge des gezeichneten Geldes an- kommt, sondern auch auf die moralische Wirkung,welche durch die vielen kleinen Zeichnungen erreicht wird. Die kleinen Zeichnungen von nur 100 Mark stellen nicht nur diesen Betrag für unsere Rüstungsaus- gaben zur Verfügung, sondern beweisen auch dem Ausland das unerschütterliche Vertrauen der Masse unseres Volkes auf den Sieg unserer Waffen und auf unsere Wirtschaftskraft. Darum solle ein jeder sich nicht scheuen, auch einen kleinen Betrag zu zeichnen. Manche Wohlhabendere, welche sonst gewöhnt sind, mehrere tausend Mark zu zeichnen,^ haben vielleicht diesmal solche Beträge nicht zur Verfügung. Wohl aber werden sie nicht unschwer über einen Hundertmarkschein noch verfügen können. Sie mögen sich nicht durch die Erwägung: „Das macht den Kohl doch nicht fett" davon abhalten lassen, auch diesen kleinen Betrag dem Vaterland zur Verfügung zu stellen. Indem sie die Menge der kleinen Zeichnungen vermehren, vermehren sie auch den gewaltigen moralischen Lindruck der 8. Kriegsanleihe. Das gleiche gilt auch für die Zeichner, welche im Anfang des Zeichnungszeitraumes bereits einen größeren Bettag gezeichnet haben. Sie haben sicher gegen Ende der Ieich- nungsfrist außerdem einige Hundert Mark verfügbar, die sie noch'schnell vor Toresschluß in Kriegsanleihe umsetzen können. Gerade für die kleinen Zeichnungen bildet die nahegelegene Po st an st alt eine besonders bequeme Gelegenheit. krbpriur von Solms Bodenfolms-Licb gefallen. Erbprinz Philipp von Solms ist gefallen. Der Erbprinz, ein Sohn des Fürsten zu Solms-Hohen- solms-Lich und der Prinzessin Emma zu Stolberg- Wernigerode, stand im 23. Lebensjahr. Er gehörte früher als Leutnant dem 24. Dcagonerregiment in Dacmstadt an. Die Schwester seines Vaters, Eleonore, ist die regierende Großherzogin von Hessen. Zm achten Male ergeht der Ruf zur Zeichnung auf die Kriegsanleihe an das deutsche Volk. Zum achten Male soll Deutschlands wirtschaftliche Kraft für seine Verteidigung mobil gemacht werden. Ein weltgeschichtlicher Augenblick ist eS, in dem dieser Ruf ergeht. Friede im Osten! Nach 37 2 Jahren Krieg hat der Friedensengel seinen Fuß auf die blut- und tränenüberschwemmte Erde gesetzt. Was Hindenburg bei Tannenberg siegreich begonnen, hat er ruhmvoll nunmehr beendet. Rußlands Macht ist zerbrochen. Vom Osten droht uns keine Gefahr mehr. Unser ganzes Sinnen und Denken ist jetzt gerichtet aut unsere Heldenscharen im Westen? Jahrelang haben sie in fürchterlichen Schlachten den feindlichen Anstürmen Stand gehalten, jetzt sind sie drauf und dran, den Feind niederzukämpfen und unsere Fahnen weiter hineinzutragen ins feindliche Land. Paris steht in deutschem Feuer! Auch im Westen stellt Hindenburg jetzt den Zeiger der Weltgeschichte und er deutet, wenn nicht alles trügt, auf einen durcheschlagcn- den Sieg der Mittelmächte, der der Sieg der Wahrheit und Gerechtigkeit ist. Während der Donner unserer Geschütze die ganze Front von den Alpen bis zum Meere echeben läßt, dürfen im Hinterland die Besitzer von Geld und Gut mit dem Viktoriaschießen nicht säumen. Nicht nur der Finanzminister ist cS, dessen Ruf ergeht an den großen und kleinen Sparer. Unsere Helden an der Westfront selbst sordern von uns, daß wir sie in ihrem Siegeslauf nicht im Stich lassen, der uns das heißersehnte Ziel, den allgemeinen Frieden, erkämpfen soll. Alle Kräfte müssen zusammengerafft werden, die militärischen und nicht minder die wirtschaftlichen, die Zeichnung auf die achte Kriegsanleihe ist so wichtig wie die Zufuhr von Munition und Kriegsgerät an die Front. Darum tue jeder seine Pflicht! Jeder Deutsche muß Kriegsanleihe zeichnen soviel er kann. Keiner darf fehlen beim Aufmarsch der Milliarden. Trag Dein Teil zum Ganzen bei. Ob es noch so wenig sei, Großes wird aus dem Geringen Und dem Großen wird's gelingen. Wohnungsfrage nach dem Kriege Maßnahmen des Bundesrates: Woßnurrgsftatistik. °?n diesen Tagen wird sich der Bundesrat mit einem Vorschläge auf Durchführung einer «tattsttscheu Aufnahme des Wohnungswesens tut ganzen Reiche zu «ufnÄ. gründlicher^ ?lnfttärung der Lage Krteaes überhaupt haben an verschiedenen «.eilen e-.ne bedenklich- Wohnungsnot verursacht Unter dien-,i Um stünden erscheint es Pflicht des Reiches, I«h^ »nt d,e,er Sache ernsthaft zu beschäftigen, znnial nna, oem Kriege eine derartige Not die Regel nt «o wurden nach dem Kriege in Berlin Zustände s'stgestel.t, die jeder Beschreibung spotten. Eine Brvjchurc aus jener Zeit stellt steht in Berlin in erster Linie und welche Konsequenzen aus ihr hervorgehen werden, läßt sich leicht ermessen, wenn wir uns die Tatsache erwäaen, daß die ärinereu Einwohner durch)egn.tlnch kalt die Hälfte ihres Einkommens auf Miete verwenden müssen Schon bei der letzten Volkszählung vom Jahre 1867 gab es in Berlin nach den damaligen osfizielten statistischen Angaben 14 292 Kellerwohnungen mit über 63 000 Bewohnern, d, h, nenn Prozent der ganzen Be- völkerung waren gezwungen, in zum größten Teil recht ungesunden Kellerräumen zu Hausen, ein Prozentsatz, der in Paris und Wien nicht erreicht ist. Ferner hatten 18 534 Wohnungen keine Küche, und 2265 Wohnungen nicht einen einzigen heizbaren Raum. Aeberbevölkerte Wohnungen, worunter man solche versteht, welche tn einem heizbaren Zimmer 6 bis 10 und in zwei hetz- baren Zimmern 10 bis 20 Personen beherberge^ aab es 15 574 mit 111 280 Bewohnern und 58,36 Kindern; also ungefähr 15 Prozent der Gesamtbevolke- rung wohnten schon damals, vor vier Jahren, tu übervölkerten Wohnungen. Seitdem hat aber die Bevölkerung nach der neuesten Volkszählung um weit über 200 000 Seelen, die zum allergrößten Teil, wie wir schon früher hörten, dem Proletariat angehören, zugenommen, und gebaut ist seitdem bekanntlrch sehr wenig für diese Klassen Nach einem von Tr. Schwabe dem Direktor des Berliner statistischen Bureaus, Anfangs März im dortigen Bezirksverein über die „Ber- nner Wähnungsverhältnisse" gehaltenen Vortrag wohnen gegenwärtig 375 000 Personen in Wohnungen mit nur einem heizbaren Zimmer, 181 000 mit zwei Zimmern. Immer stärker drücken die Vermieter auf die Mieter, weil sie selbst auch gedrückt werden, lieber drei Viertel des gesamten Berliner Grundwertes gehört nicht den Vermietern, sondern den Gläubigern an." Wenn anderthalb Millionen Familienväter oder solche, die es werden wollen, gefallen sind, dann könnte auch nach vierjähriger Unterbrechung der Bautätigkeit kein Mangel eintreten. Aber die Verschiebungen sind doch groß und die Erfahrungen von 1870/71 mahnen zur Vorsicht, wie die obigen grauenhaften Ueststellungen ergeben. Die englischen Arbeiter drohen. Vor einer Regierungötrifi»? Die „Daily News" teilt mit: Seit Ende der Woche wurde die Lage für dte Regierung schwierig. Die Arbeiter-Minister berieten darüber, ob sie die Regierung noch unterstützen könnten. Es heißt, daß die Partei gegen die Einführung der Dienstpflicht in Irland ohne gleichzeitige Einführung von Homerule ist und daß Barnes mit der Politik der Regierung bezüglich der irischen Dienstpflicht ganz und gar nicht einverstanden ist. Wahrscheinlich werden dre drer vereinigten ausMhrenden Arbeitsausschüsse die Arbeitsminister auffordern, ans der Regierung aus zu treten. Die englischen Arbeiterorganisationen haben fchon wiederholt mit ihrem Abfall von der Regierung ge- okoht; bisher ist es sters dem Geschick Lloyd Georges gelungen, sie noch festzuhalten und das wird ihm auch fstzt wohl wieder gelingen. Vom U-Booikrieg. N-Boot-Beute. Im Sperrgebiet des mittleren Mittelmeeres versenkten deutsche und österreichisch-ungarische U-Boote 6 Dampfer, die in gesicherten Geleitzügen fuhren, und 2 Segler. Zusammen mindestens 25 000 Brntto- registertonnen. Der Ehef des Admiralstabes der Marine. * Im „Nautical Magazine", der Fachzeitschrift englischer Schisfsoffiziere, findet man die Zuschrift eines 1. Offiziers, der auf einem 7500 Br.-Reg.-To. großen Transportdampfer bedienstet ist und Klage über die hohen Löhne der Mannschaften gegenüber den Gehältern der Offiziere führt. Während das Einkommen der nautischen Offiziere einschließlich aller Zulagen 19 und 16 Pfund Sterling (380 und 320 Mark) im Monat betrüge, verdienten von den 9 Deckleuten, unter denen nur 3 Briten seien, 7 außer fteier Verpflegung an Bord je 19 Pfund Sterling, genau soviel wie der leitende Ingenieur. Der „Drahtlose", ein fachgebildeter Telegraphist, beträgt 7 Pfund Sterling, der Kajütswächter (Diener), ein Kuli, dagegen 13 Pfundx Sterling monatlich, ebensoviel wie der Obersteward. Diese MannschastSlöhne sind zum Teil fünfmal so hoch wie die Friedenssätze. Sie beweisen, welch hohe Löhne die englischen Reeder infolge des U-Bvotkrieges zahlen müssen, um überhaupt Leute sttr die Besatzung der Schiffe zu bekommen. Allgemeine Kriegsnachrichten. Die ungeheure Halbjahrsbente. Dom 15. Oktober 1917 bis zum 15. April 1918 haben die Mittelmächte über 517 000 Gefangene gemacht, 7246 Geschütze, gegen 20 000 Maschinengewehre und mehr als 300 Tanks erbeutet. Außerdem fielen über 100 Panzerkraftwagen. 630 Autos, 7000 Fahrzeuge und unübersehbares Eisenbahnmaterial in ihre Hände. Unter diesem befinden sich über 800 Lokomotiven und 8000 Waggons Hie Bestände der Munitions-epsts sind noch nicht annähernd festgestellt. Es wurden über M00 Flugzeuge und mehr als 100 Fesselballone abgeschossen. Die Beute an sonstigem Kriegsmaterial, Pioniergerät, Handfeuerwaffen, Gasmasken, die Bestünde der Beklei- dungs- und Berpslegungsdepots, konnten zahlenmäßig bisher noch nicht annähernd festgestellt werden. Das bedrohte Kohlengcbiet von Bethune. Die französischen Blätter sind über den Anfang der Offensive bei Armentieres trnd La Bassee ziemlich bestürzt und bemüht, die Operation als eine Diversion hinzustelleu. Einige Blätter, vor allem die sozialistischen. betonen allerdings, daß die Deutschen- bereits am ersten Tag einen großen Erfolg errungen hatten. „L'.Heu re" erklärt, das K ohlengebiet von Bethune. das'gerade im Südwesten des Operationsgebietes liege sei schwer bedroht. „Berite" hält es sogar für wahrscheinlich, daß Bethune mit seinen Minen nicht mehr gerettet werden könne. „Echo de Paris" deutet an. daß die Engländer alle verschiebbaren Truppen heranwerfen, um' dieses Gebiet, das für die ganze Industrie Frankreichs von so außerordentlichem Werte sei. für die Entente zu erhalten. Frankreich ist bestürzt. Die französischen Blätter sind über deti Anfang der Offensive bei Armentieres und La Bassee ziemlich bestürzt und bemüht, die Operation als eine Diversion hinzustellen. Einige Blätter, vor allem die sozialistischen, betonen allerdings, daß die Deutschen bereits am ersten Tag einen großen Erfolg errungen hatten. „l'Heure" erklärt, das Kohlengebiet von Bethune, das gerade im Südwesten des Operationsgebietes liege, ser schwer bedroht. „Verite" hält es sogar für wahrscheinlich, daß Bethune mit seinen Minen nicht »lehr gerettet werden kann. „Echo de Paris" deutet an, daß die Engländer alle verschiebbaren Truppen heranwerfen um dieses Gebiet, das für die ganze Industrie Frankreichs von so außerordentlichem Werte sei, für die Entente zu erhalten. Fach als letzter Retter Frankreichs. Amtli chwird mitgeteilt: Die französische und die britische Regierung sind übereiltgekommen, dem General Foch den Titel eines Oberbefehlshabers der alliierten Armeen in Frankreich zu übertragen. Drumsöl 6127 Die Landung in Hclsingfors. Trotz dichten Nebels und Packeis steuerten die deutschen Seestreitkräfte HelsingforS am Morgen des L3. April an. Außerhalb des Hafens begegnete mau >em russischen Kriegsschiff „Pjotr Weliki" und einem großen russischen Transportdampser und Eisbrecher mit tausenden von Angehörigen der russischen Marine und >eren Familien an Bord auf dem Wege nach Kronstadt. OaS Kriegsschiff grüßte; eS hatte die weiß-rote Flagge tlS Zeichen neutraler Haltung gesetzt. Diese Flagge vehte auch über der wegen ihrer Ausdehnung und -tärke berühmten Seebefestigung und auf den im ^afen zurückgebliebenen russischen Kriegsschiffen. Vor >em Leuchtturm Grahara gaben ein großer öliger Fleck r jy J Bvm/sdcTf \ Gammelstadsft >/\V( • 'Srandöhrrll J f, , ,, ttvZliliiw . fTCv j -V- ,9 ’ : ' fyfe&fo- i-A, X?\sadm . " £ \A Rronborg Tjora t\ » . 0 0- „ ' ff anns/ijr /"iMioJIml. If* Die Re volution in nd-singfors mm&mrnmmmim&nudaMSBRmBmimBJBmiaiiasM Mim - —. . . . n Eise, sowie Schiffstrümmer, Torpedokessel usw. den latz an. an dem drei englische U-Boote -ei er Nachricht von unserer Annäherung gesprengt orden waren. Sofort nach der Ankunft des deutschen Oieschwa ers wurde das Landungskorps noch am späten Abend es 12. April ausgeschifft. Rote Gardisten versuchten urch Maschinengewehrfeuer die Annäherung zu verhin- ern, sie mußten aber nach Eingreifen der Geschütze pt* YlUnpnsiit'bbrnwp lind der Reoleitscknsse den Wider c/“> O h m stand aufgeben. , Gegen 2 Uhr nachmittags war 'der schwerste Kamps überstanden. Die Roten ergaben sich allmählich. Die Hauptführer waren insbesondere im Palast des Generalgouverneurs, im Senatshaus und int kaiserlichen Palast verborgen. Zahlreiche herbeiströmende Anhänger der Weißen Garde wurden bewaffnet und für die weitere Säuberung der Stadt von den noch vielfach verborgenen Noten zum Einsammeln der erbeuteten Waffen. Wachtdienst usw. verwendet. Die bis dahin wie ausgestorbene schöne Stadt war bald schwarz von festlich bewegten Menschen, die die Matrosen und Jäger immer wieder mit Hochrufen begrüßten, mit Blumen beschenkten, auf offener Straße bewirteten und den Offizieren die Hände zum Dan! drückten. Seit zwei Monaten unterdrückte bürgerliche Zeitungen gaben noch im Laufe des Nachmittags Extrablätter heraus mit begeisterten Tankesauslassungen an Deutschland. Oeffentliche und viele Privatgebäude sind beflaggt, darunter auch viele mit deutschen Fahrten. Verhältnismäßig wenig Verluste, hatten wir in den letzten Kämpfen. Der Chef des Feldsanitätswesens Schjerning erklärte einem Pressevertreter: . „Soweit es die Verhältnisse irgend zulasien, wird mir täglich von allen Armeeärzten über die Zahl und Art der zugehenden Verwundeten berichtet. Wenn ich auch nicht in der Lage bin, Ihnen absolute Zahlen gebest zu können, so halte ich mich doch für befugt, Ihnen gegenüber hervorzuheben, daß trotz der außerordentlichen Ausdehnung des Kampfgebietes die Verluste keineswegs die früheren der weniger ausgedehnten Kampfhandlungen übertreffen. Auch sind die Aerzte überrascht, wie außergewöhnlich gering die Zahl der schwerer Verwundeten ist." Insbesondere hätten wir sehr wenig schwere Artillerieverluste: überhaupt sei der Anteil der Leichtverwundeten außerordentlich groß im Verhältnis zu den Verlusten überhaupt. wird weiter beschossen. Nach einer „Matin"-Meldung hat die Beschießung Montag nacht nur einen verhältnismäßig geringen Sachschaden hervorgerufen. Ein Geschoß krepierte auf einer gepflasterten Straße, die tagsüber sehr belebt ist, und rief ein Bersten des Kanalisationsrohres hervor. Ein anderes sprengte eine Mauer in einem Gehöft in die Luft. Keine Menschenopfer. Tie Pariser legten, ioie ..Matiu" behauptet, keinerlei Beunruhigung an den Tag. Londons Angst vor Fern beschieß« ng. In der „Pall Mall Gazette", einer sehr angesehenen englischen Zeitung, heißt es: „Wir hören, daß in offiziösen Kreisen eine sehr bedauerliche Neigung herrscht, die Möglichkeiten des deutschen Ferngeschützes herabzusetzen. Tie Pariser sehen in ihm jedoch nicht nur ein Jahrmarkts- Wunder. ES liegt durchaus innerhalb des Bereich- der Möglichkeit, daß wir in London eines schönen Morgens eine unangenehme Ueberrafchung erleiden, denn nachdem unser fleißiger und praktischer, wenn auch barbarischer Feind, einmal so weit gelangt ist, wird er sich wahrscheinlich damit nicht zufriedengeben. Wir möchten gern wissen, was unsere Behörden in der Sache tun. Wir wissen, sie möchten uns glauben machen, daß sie hinter dem ihre Tätigkeit verbergenden Schleier Wunder verrichten. Das wäre wünschenswert, aber die unselige Erfahrung lehrt uns, daß sie vielleicht chlasen. Das Geschütz ist keine M i ß g e b u r t, sondern die praktische Erweiterung von britischen Experimenten vor dreißig Jahren. Im Jubiläumsjahr waren unsere Sachverständigen bis zur Idee der Ausführung des Geschützes gelangt, das jetzt von den Deutschen vervollkommnet worden ist. Sir George Greenhill .veist uns darauf hin, daß das Geschütz auf deutschen' L i n i e n s ch i s f e n montiert werden könnte. Dann wären unsere Geschütze übertrofsen, und es ergäbe sich eine ernste Lage Wir wissen, man glaubt, es gäbe kein Schiff, das solche Waffen tragen könnte, aber wir bezweifeln diese verneinenden Versicherungen, nachdem wir so oft überrascht worden sind." Rachmachen können auch sie. Wie ein holländisches Blatt aus London erfährt, har der Unterstaatssekretär des Krieges, Mac Phersou, einem Parlamentarier schriftlich geantwortet, daß es möglich sei, eine Kanone herzustellen, die weiter als achtzig Meilen schießt. Tie nötigen Maßnahmen seien bereits getroffen. Das wäre ja schon allerlei, wenn es keine Flunkerei ist. Nur ist der hier angebotene Schietz-Wett- dcwerd bedenklich; denn was wollen die Gegner oamit? Wollen sie mit diesen schweren und kostspieligen Geschützen etwa die einzelnen Schützengräben beschießen'? Berlin liegt aber doch zu weit dafür. Reue englische Dum-Dum-Geschosie. Die jüngste Untersuchung de§ üblichen englischen Geschosses ergab, daß das Geschoß aus dem Stahlmantel besteht und einen geteilten Bleikern, dessen kleinerer Teil in der Mantelspitze, der größere unten im Geschoß liegt. Ter Stahlmantel ist so wenig widerstandsfähig, baß er beim Entfernen des Geschofses aus der Hülse ohne weiteres abbricht. Trifft also das Geschoß auf Widerstand, jo schlägt durch den Borwärtsfchwung der hintere Kern des Bleikerns gegen das Blei ^n der Spitze und spritzt unter Zerreißung des dünnen Stahlmantels nach allen Seiten. Dieses, dem Aussehen nach von einer normalen Patrone nicht zu unterscheidende Geschoß ist also seiner Wirkung nach den, bisher festgestellten feindlichen Tum-Dum-Geschotz mit abgeschntt- tener Spitze völlig gleich. Die englischen Dnm-Dum-Geschosse. Englische Explosivpatronen wurden westlich der »lncre kistenweise in Gurten verpackt gefunden. Die listen tragen die Aufschrift: „Explosiv", die Patro- ten die Bezeichnung „Marquc VII Z". die Patronenhülsen sind rötlicher gefärbt als die gewöhnlichen, ms Geschoß selbst ist im vorderen Teil mit Papier kefüllt und platzt bei Auftrefsen schon bet leichtem widerstand auseinander. Es ist ein Dum-Dum-Gefcho«. )as fabrikmäßig so hergestellt wird, daß es äußerlich )hne weiteres von der gewöhnlichen Jrisnntertepa^rone licht zu unterscheiden ist. Die unabhängige englische Arbeiterpartei für Czernin. Auf ihrer Jahrestagung in Leiccster hat sich üi- mabhängige englische Arbeiterparter vllNominen auf Jen Boden Czernins gestellt. Sie verlangte, daß dre jritische Regierung sofort sich zur Erüsfnung von «er- landlungen ans der Ba,,s der Räumung besetzten Kebiete. Wiederherstellung der eroberten Staaten und Abrüstung bereit erklären soll, Snowden führte an», jaß auch die neue Offensive wahrscheinlich keine militärische Entscheidung bringen wird, wa» er al» Be- nei§ annimmt, daß der Militarismus sich selbst über- lebt hat und seine Selbstvcrnichtung herbetsührt, halB muß die jetzige britische Regierung verschwinden und die ebenfalls unfähige französische Reglern»^ nnt- reitzen. Die neue britische Regierung mng dnrcy keinerlei Geheimabkommen gebunden und wie ^»dr- downe sagt bereit sein, jeden Weg zu versuchen, der ^ mrl J}eim C "bic rabifale englische Arbeiterpartei sich sogar mit dem konservativen Führer LanSdowne zu- sammentnn will, dann wird dieser Frt-denrwrtte nicht mehr lange übersehen werden können, Ei» amerikanischer Stützpunkt im Mittelm.er? NaÄ Berichten aus italienischelt Schiffahrtskret- scn soll eine amerikanische Marinekommission zurzeit die Balearen bereisen, um sestznstellen, ob die Inseln sich für die geplante Einrichtung eine» amerikanischen E t a p P e n st ü tz P u n k t c S zur Versorgung der amerikanischen Seestreitkräfte in, Mitteln.eer-ign-n. ES wurden bereits mehrere amerikanische Konsntars- agenten für die Inseln ernannt, . -- Gefängnis für Miesmacher. In England, in Svnth Shields — so schreibt die . 2)orkfd»re Pos!" halte sich ein Arbeiter vor Gericht zu verantworten, weil er seinem Arbeitsgenossen ge- sagt hatte: ..Ter Krieg dauert noch 2 Jahre und dann werden wir die deutsche Flagge hier im Lande sehen!" Zur Verteidigung wurde au.sgesühct, solche Gespräche seien unter Arbeitern üblich. (Sehr bezeichnend!!) Ter Krieg — amerikanischer Spart. Im Verlaufe deö Verhörs, dem sich der amerikanisch". Kriegsminister Baker vor dem Senatsaus- schnsse für militärische Angelegenheiten zu unter- wr.-fen hatte, brachte laut ..New Work Times" Senator £btdS folgende Angelegenheit zur Sprache: „Es fei ihm in einem Privatbriefe mitgeteilt worden. das; eine ganze Anzahl von Offizieren t".id Mannschaften in der amerikanischen Armee ganz offen ihre deutschfreundliche Gesinnung in Gesprächen bekunden und kein Hehl aus ihren Shm- palhten für Deutschland machten. Er wisse von zwei Fallen, wo General Pershing, der Oberkommandierende in Frankreich, einen Offizier und einen Feldgeistlichen nach Amerika zurückgeschickt habe wegen allzu großer Teutschsreundlichkeit." Kriegsminister Baker erklärte auf Befragen, daß er nur von einem Falle dieser Art wisse. Er werde die Sache natürlich untersuchen lassen und den betreffenden Offizier, falls das Beweismateria! genügend sei. vor ein Kriegsgericht ftelleit. Offenbar ist für diese Leute der Krieg eine Art Sport, ein besseres Fußballspiel Ein italienischer Deputierter als Flaumacher. Ter italienische Deputierte De Giovanni loffizieller Sozialist) wurde wegen ..desaitistischer Aeußernngen". er in Gegenwart mehrerer Personen im November im Eisenbahnwagen tat, zu drei Monaten Gefängnis und 200 Lire Butze verurteilt. Politische 2H«ridsch- Schneiderverband nach Prüfung anerkannt haben. Die erhobenen Klagen waren ausnahmslos ohne Erfolg für die Klägerinnen. : Für das gleiche BK ah l recht iu Preuße» hat der „Deutsche Bauernbund" Stellung genommen: In der in Stendal al-gehaltenen Generalversammlung des Deutschen Bauernbundes wurde beschlossen, folgendes Telegramm an den stellvertr. Ministerpräsidenten Tr Friedberg zu senden: „Tie Generalversammlung des Deutschen Bauernbundes steht rückhaltlos ans dem Boden der zur Verwirklichung des gegebenen Königswortes eingcbrachten Vorlage der Siaatöregiernng. Sie bittet die Sraats- regrerüng den Fehdehandschuh auszunehmen, den ihr und dem preußischen Volke eine schlecht beratene Kom- mrssion-mehrheit hingeworfen hat. Eine Auslösung des Abgeordnetenhauses würde selbst unter dem Drerklassenwahlrecht klar zu erkennen geben, datz auch der stär'/.e Widerstand der Reaktion dem Bündnisse von König und Volt unterliegen muß." Eine Entschließung der Versammlung spricht sich für die Einführung des gleichen Wahlrechts aus und weist die Bestimmungen über die Herrenhausreform auch in der' Ausschußfassung zurück, daß sie den nach Millionen zählenden lanowirtschaftlichen Betrieben unter 15) Hektar im Gegensatz zu allen änderen Bernsen keine Vertreter gewährt. Eine Ab lehnung des gleichen Wahlrechts würde den inneren Frieden aufs schwerste gefährden. :: Fm Postscheck ver kehr vc- Reichspostgebiets ist während des März die Zahl der Postscheckkunden um 3400 aus 199 450 am Monatsende gestiegen. — Der Ge- »anttumfatz hat 9827 Milliarden Mark betragen. Bargeldlos wurden 6881 Milliarden Mark beglichen. Vordrucke zu Anträgen auf Eröffnung eines Postscheckkontos sind bei jeder Postanstalt erhältlich. :: Ein unbegründetes Gerücht. Die „Nordd. Allg Zeitung" schreibt: „In der „Täglichen Rundschau" wirb behauptet, der Abgeordnete Erzberger habe im Januar 1917 mit Wissen des damaligen Reichskanzlers durch Vermittlung eines holländischen Journalisten ein Friedensangebot gemacht, das ans einen Frieden um jeden Preis herausaekommen sei. Daß mit Wissen des damaligen Reichskanzlers eine derartige Aktion gemacht worden sei. ist, wie wir feststen«»» können völlig unbe gründe t." :: Zwölf Steuervorschläge werden dem Reichstag, der am heutigen Dienstag wieder zusammentritt. vom Reichsschatzamt vorgelegt werden. Die Vorlagen sind zum Teil recht tiefgreifend und werde»! ein schweres Stuck Arbeit seitens der Volksvertreter erfordern. Was diesmal an Steuern aufgebracht werden mutz, um die Neichrfinanzcn auf eine gesunde Grundlage zu stellen. überschreitet bei weitern alle früheren Steuernot Wendigkeiten. Mit 5eu K Jahren eine Mahnung »znd plünderten diese gründlich aus. Als die Bürschchen am nächsten Tage im gleichen Hause in eine zweite Wohnung einbrechen wollten, wurde»» sie überrascht und der Polizei übergeben. Gerichtsfaal. Zu» Mordprozesse Kieper, in den» kürzlich die vor 7 Jahren unter dem Verdachte der Ermordung ihres Mannes und anderer Angehörigen zu Tode verurteilte, nachher zu lebenslängliche»»» Zuchthaus begnadigte Frau Gutsbesitzer Kieper, im Wiederaufnahme- Verfahren freigesprochen »vurde, ist jetzt der Freigesprochenen eine Entschädigung für die erlittene Strafe zugesprochen worden. Tie Ansprüche, »velche daraufhin Frau Kieper an die Staatskasse stellen wird, dürsten nicht gering sein. Es ist ihr inzwischen nicht nur ihr ganzer Gntsbesitz versteigert und in die Hände des Gemeindevorstehers von Klei»»-Sibsau bei Schwetz, ihrem früheren Wohnort übergegangen, soridern fie hat auch ihr ganzes Vermögen durch Gerichts- und andere Kosten verloren. Ihr Anspruch stützt sich auf 8 5 des Gesetzes vom 21. Mai 1898 betreffend die Entschädigung der in» Wiederaufnahmeverfahren Freigesprochenen. Eine schon mehr humoristische Gänsegeschichie beschäftigte die Hagener Strafkammer. Tie Ehefrau W. Altena aus Gevelsberg hatte in der „Leipziger Aeflügelbötse" eine Anzeige erlassen, »vonach s e sechs Stück schneeweiße italienische Riesengänse für luO Mark liefern könne. Es liefen 17 Bestellungen und was die Hauptsache war, auch die nötigen Gelder aus aller Welt ein, aber die Angeklagte hat auch »»icht eine»» einzigen der heute so geschätzten Braten geliefert. Sie ecklärte vor Gericht unter allgemeiner Heiterkeit, datz die Gänse bei einem Breckerfelder Bauern von dort angeblich vorhandenen Gänsen, denen Eier untergelegt werden sollten, ausgebrütet werden sollten, indes wußte der berr. Bauer von gar nichts. Ta die Angeklagte in ö Fällen das Geld nicht zurückgezahlt har, wurde sie wegen Betruges zu 200 Mark Geldstrafe verurteilt. Volkswirtschaftliches. di Berlin, 15. April Die Geschäftswoche »vurde mit einer anregungslosen und »venig einheitlichen Börse eröffnet. Ter Rücktritt Czernins wurde lebhaft besprochen; ein Teil der nach Wien gravitierenden Werte lag schwach Berlin, 15. April. Warenmarkt. (Nichtamtlich.) Saattveizen, -roggen, -Hafer bis 20, Saat- gerste bis 22,50, Saatbohnen 42,50 47,50, Ackerbohnen. Peluschken 32,50 37,50, Saaterbsen 37,50 42,50, Saatwickel» 44, Serradella 85 92. Spörgel 115 132, Heidekraut sofort. Lieferung bis 4, Richtpreise für inländische Sämereien: Rotklee 260 278, Schweden klee 210 228, Weißklee 160 176, Inkarnatklee 1 18 .bis 132. Gelbklee 96 106, Timott» 96 106, Knaulgras 108 120. Reygras 108 120 für 50 Kg. ab Station, Flegelstrvl» 4..'5 5.25, Preßstroh 4,75, Mafchinenftroh 3 - 4 , 2 * Attfr rrf. HeimatdÄNZ an heimgekehrte deutsche Kriegsgefangene! Waschpulver markenfrei, 1 Waggon, Ztr. Mk. 33,- ab rhein. Bahnstation, vorzüglich reinigend und restlos löslich. Lieferbar gegen Accreditiv. Ifi. R o I e n t r e I e r, Miriar, Domplatz ir. Infolge der durch die Siege des deutschen Schwertes erkämpften Friedensschlüsse mit der ukrainischen Volksrepublik, mit Groß, rustland und mit Rumänien werden zahlreiche deutsche Kriegs- und Zivilgefa^geue aus der Gefangenschaft znruckkehren u. der langersehnten Freiheit wiedergeschenkt werden. Unsere siegreichen Waffen bürgen dafür, datz auch den deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen in den anderen feindlichen Ländern die baldige Rückkehr in die Heimat erkämpft werden wird. Es gilt alle diese Heimkehrenden im Augenblick der Heimkehr aus den Uebernahmeftellen und demnächst in den ärztlichen Beobachtungsstellen in einer würdigen Weise zu empfangen und namentlich durch Ueberreichen von Liebesgaben einen Willkomm und einen bescheidenen Dank darzubringen für alles unsäglich Schwere, das sie in heißen Kämpfen und später in der Gefangenschaft für unser Vaterland gelitten haben. Hierfür find reiche Geldmittel erforderlich. Seine Majestät der Kaiser haben bereits für den gedachten Zweck aus eigenen Mitteln 250000 Mark überwiesen- außerdem haben das Königlich Preußische Kriegsmintsterium und die Verwaltungsausschüsse der Volksspende und der Hindenburggabe bereits 200000 Mark bewilligt. Der hiernach noch zu beschaffende Rest von den für die Beschaffung der Liebesgaben nötigen und imffganzen auf etva 3'/- Millionen Mark zu veranschlagenden Geldmitteln soll durch eine _ W- Sammlung "Wk aufgebracht werden. Denn die Ueberreichung von Liebesgaben an die heimkehrenden Gefangenen soll ein bescheidener Ausdruck des Dankes der Gesamtheit des deutschen Volkes, nicht nur einzelner Behörden und Stellen, fen zugehörigen Maschinen undGeräten; Eise »?, Sta hl und andere Metalle; Hol z und sonstiges Baumaterial; Webstoffe und Rohstoffe aller Art. - Die Kriegsanleihe wird zum vollen Nennbetrags angerechnet und bis zur Höhe des Kauf- oder Zufchiagspreifts in Zahlung genommen. - Als Kriegsanleihe in diesem Ginne gelten sämtliche 5 "/oigen Schuldverschreibungen des Reichs ohne Unterschied sowie die seit der 6 . Anleihe ausgegebenen 472 0 /o»gen auslösbaren Schahanweisungen.