enct AeiLitirg Bezugspreis 60 psg. monatlich vierteljährlich 1,80Mk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Ab geholt in unserer Expedition oder in den Zweig- auSgabestellen vierteljährlich 1,50 Mk. — Erscheint Mittwochs und Lamstags. — Redaktionsschluß früh 8 Uhr. — Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der „GteKeuer Zeitung", Gießen. Expedition: Züdanlage 21 Anzeigenpreis 20 pfa. die 44 mm breite Petitzeile, für Auswärts 30 Pfg. Die 90 mm breite Reklame-Zeile 72 Pfennig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung desZahlungS- zieles <30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei 5ronkurS in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Druck der Gießcncr Vcrlagödruckerei, Albin Klein. Rr. 22. Telephon Nr. 302. Samstag, dm 16. März 1918. Telephon Rr. 302. 31. Jahrg. Das wieSercrnchtete Herzogtum Kurland in engerer Verbindung mit dem Deutschen Reiche. Deutsche Truppen in Odessa eiezgerückt. Kerrogtum Kurland. Berlin, 15. März. Bei dem heutigen Empfang der Abordnung des kurländischen Landesratcö durch den Reichskanzler Dr. Grafen v. Hertling verlas Unterstaats sckrctäc v. Radowitz die Antwort aus den brkannten Beschluß des Landcsrates: Darin heißt es: „Mit besonderer Freude und Rührung haben Seine Majestät von der an ihn gerichteten Bitte Kenntnis genommen, die Herzogkeone Kurlands anzunchnren. Die allerhöchste Entscheidung wird nach Anhörung der zur Mitwirkung berufenen Stellen getroffen und dem Lau descate mitjetdlt werden. Mit lebhafter Freude und Genugtung haben Seine Majestät ferner ersehen, daß der Wunsch drs Landesratcs auf eine enge Verbindung des Herzogtums mit dem deutschen Reicke gerichtet ist. Der Ausführung dieses Wunsches steht nichts mehr im Wege. Seine Majestät der Kaiser haben mich beauftragt, im Namen des Deutschen Reiches das^wiedcrecrichtete Herzogtu nl Kurland als freies und unabhängi' geS Herzogtum anzuerklnnen und ihm den Schutz und Beistand des Deutschen Reiches beim Ausbau seiner Bcrfaffung, die auch eine Landesvertrciung aus breiter Grundlage vorsehen muß, zuzusichern.und wegen Festlegung und Formulierung der vom Landesrate beschlossenen engen Verbindung mit dem Deutschen Reiche das Nötige zu veranlass, n." Amtliche deuffcbe Cagesberlcbte. wtb. Grußes Hauptquartier, 13. März. 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: In vielen Abschnitten lebte am Abend der Artil leriekampf auf. Die Erkurdungstätigkeit blieb rege. — Bei Abwehr eines belgischen Vorstoßes östlich von Nieu- port nahmen wir 1 Offizier und 30 Mann gefangen. Eigene Unternehmungen östlich von Zonnebcke und süd- westlich von Fromelles brachten 23 Engländer und Portugiesen ein. In der Champagne stürmten west- preußische Kompagnien nach starker Feuer Vorbereitung die französischen Gräben nordöstlich von Plosncs und kehrten nach Zerstörung der feindlichen Anlagen mit 90 Gefangenen in ihre Linien zurück. Starke Erkundungstätigkeit in der Luit führte zu heftigen Kämpfen. Wir schossen gestern 19 feindliche Flugzeuge und 2 Fiftlballone ab. Rittmeister Frhr. v. Richthoscn errang seinen 64., Leutnant Frhr. v. Rtchthosen seinen 28 und 29. Luft- sieg. * Osten: Deutsche und öster-rcichisch-ungarische Truppen stehen Vor Odessa. Mazedonische Front: Bei Makovo im Cernabogen hielt die seit einigen Tagen durch eigenen erfolgreichen Vorstoß hecvorge- rusene erhöhte Feuertätigkeit der Franzosen auch gestern an. Der Erste Generalguartiermeister: Ludendorff. • Berlin, 13. März, abends. Deutsche Truppen sind in Odessa eingedrungen. Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts News. Während im Osten die Morgenröte des Friedens'herausdämmert, wollen unsere verblendeten westlichen Gegner die Hand zum Frieden noch nicht reichen. Sie wähnen noch immer, uns mit Waffengewalt zu Boden ringen zu können. Sie werden erkennen müssen, daß das deutsche Schwert die alte Schärfe besitzt, daß unser braves Heer unwiderstehlich im Angriff, unerschütterlich in der Verteidigung, niemals geschlagen werden kann. Von neuem ruft das Vaterland und fordert die Mittel von uns, -die Schlagfertiateit des Heeres auf der bisherigen stolzen Höhe zu halten. Wenn alle helfen, Stadt und Land, reich und arm, groß und klein, dann wird auch die 8. Kriegsanleihe sich würdig den bisherigen Geldsiegen anreihen, dann wird sie wiederum werden zu einer echten rechten deutschen Volksanleihe. __ üumber und über York. Berlin. 13. März In der Nacht vom 12. zum 13. März, bat eines unserer. Marineluftschiffaeschwader mit gutem Erfolg befestigte Plätze und militärische Anlagen am Humber und in der Grafschaft Aork ange° griff n. Die Schiffe stießen auf starke artilleristische Gegenwehr, di- den Angriff jedoch nicht aufhalten konnte. Alle Schiffe sind unbeschädigt zurückgekehrt Die Führung batte auch diesmal wieder Fregattenkapitän Straffer. Aus der Zahl der Kommandanten verdienen als altbewährte Enalandfabrer erwähnt zu werden: Korvettenkapitän d. Res Prochls, Kapitänleutnant Freiherr Trcusch von Buttlar Brandenfels, Kapitänleutnant Ehrlich (Herbert), Hauptmann Manger und Kapitän- leutnant v. Freudenreich. Der Chef des Admiralstabes der Marine. » 4 $ooo rönnen. Berlin, 13. März 1. Eines unserer U Boote Kommandant Kopitänleutnant Gaußer, hat im Sperrgebiet um die Azoren feindlichen und für den Feind fahrenden Frachtraum und insaesamt 22000 Brta. vernichtet. Unter den versenkten Schiffen befanden sich der englische bewaffnete Ta^kdampser ..Artesia" von 2767 Brt. und der englische Schooner „Mc. Kay" von 12145 Brt.. die beiden griechischen Dampfer „Jvannina" von 41*81 Brt. und „Ebariton" von 3300 Brt der italienische bewaffnete Dampfer ..Atlantide" von 5437 Brt. und die italienische Bark „Francisco" von 1093 Brt Die Ladung der Schiffe bestand aus Messing. Z nk, Gummi. Tabak, Opium, Fellen, Lebensmitteln, Eednüffen und Kopra und war nach Frankreich, Italien oder Häfen der Bereinigten Staaten bestimmt. Außer den 7,6 cm* Geschützen der beiden bewaffneten Dampfer wurde aus den Ladungen der Schiffe Messing, Zink und Gummi eingebracht. 2 . Im östlichen Mittelmecr hat ein U Boot. Kommandant Oberleutnan t zur See Sprenger 6 Dampfer und 2 Segler mit zusammen etwa 26000 Brt. versenkt. Insbesondere wurde der TcanSporlverkehc von Alexandria und Port Said gefaßt. Die Dampfer waren bewaffnet, ihre starke Sicherung ließ auf wertvolle Ladung schließen. Ein an der syrischen Küste torpedierter Dam. pfcr, der Kurs auf Jaffa hatte, führte, aus der ausfallend starken Detonation zu schließen, Munition. DaS Boot hat ferner auf einem als Sicherung fahrenden Kreuzerder „Arabis"-Klasse einen Torpedotrcffen erzielt. Der Ehes des Admiralstabs der Marine. wtb. Großes Hauptquartier, 14. März. 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Die feindliche Artillerie entwickelte in einzelnen Abschnitten zwischen der Ly/ und der Scarpe, beiderseits der Maas und im Sundgau in der Gegend von Altkiech rege Tätigkeit. Auch an dec übrigen Front vielfach lebhafteres Stöeungsfeuec. Kleine Infanterie- gefechte im Bocftlde der. Stellungen. » Gestern wurden im Luftkampf und von der Erde aus 17 feindliche Flugzeuge und 3 Fesselballone ab- geschofftn. Von eimm nach Freiburg fliegenden feindlichen Geschwader wurden an der Front 3 Flugzeuge heruntcrgeholt. — Rittmeislck Freiherr v Richthofen errang seinen 65 Lustsieg. Osten: Tie im Einvernehmen mit der rumänischen Regierung von Braila über Galatz Bendery auf Odessa angcsctzten deutschen Truppen haben nach Bandenkampf bei Moldowauka Odrssa besetzt. Ihnen sind von Shmerinka her österreichisch ungarische Truppen gefolgt. — Bon den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Dec Erste Genecalquactiermeister: Ludendocff. » Berlin, 14. März, abends. Bon den Kriegsschauplätzen nichts Neues. * Berlin, 14. Mä z. Im Anschluß an eine Patrouillenfahrt in den Nordsee belegte eines unserer Macineluftschifft, Kommandant Kapitänleutnant Dietrich, in dw Nacht vom 13 zum 14. März den Hasen und die Jndust'.ikanlagcn von HmUkpool erfolgreich mit Bomben. Das Luftschiff hat trotz zeitweisec starker feindlicher Gegenwirkung feint riet Beschädigungen ec- h rltcn. Dec Chef des Admiralstabes der Marine. 6 20000 rönnen. Berlin, 14. März. Im Speergcbiet um England, vorwiegend tm Acrmelkanal, fügten unsere Untersee. boote dem Gegner neuerdings eincn Verlust von 20 000 Bruttoregistertonnen Handelschiffsroum zu. Alle versenkten Dampfer, darunter 3 wertvolle Schiffe von 4000 bis 5000 Bit, waren bewaffnet und größtenteils stark gesichert. Namentlich festgestellt wurden der tiesbeladcne französische Dampfer „Senegambic", 1628 Br. Den Hauptanteil an diesen Erfolgen hat der Kapitänleutnant Vtebeg. Der Chef des Admiralstabes dec Marine. MWmleitze Kriegsanleihe Deutsche Reichsanleihe. 4'/-'/. Deutsche Reich auslösbar mit M ° 0 dir 120 °j 0 . Zur Bestreitung der durch den Krieg erwachsenen Ausgadeti werden weitere 5°| 0 Schuldverschreibungen des Reichs und 4 1 | 2 °|o Reichsschatzanweisungen hiermit zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt. Das Reich darf die Schuldverschreibungen frühestens zum 1. Oktober 1924 kündigen und kann daher auch ihren Zinsfuß vorher nicht herabsetzen. Sollte das Reich nach diesem Zeitpunkt eine Ermäßigung des Zinsfußes beabsichtigen, so muß es die Schuldverschreibungen kündigen und den Jtthabern die Rückzahlung zum vollen Nennwert anbieten. Das gleiche gilt auch hinsichtlich der früheren Anleihen Die Inhaber können über die Schuldver- schreibungen und Schatzanweisungen wie über jedes andere Wertpapier jederzeit (durch Verkauf, Verpfändung usw.) verfügen. Die Bestimmung^ über die Schuldverschreibungen finden auf die Schuldbnchforderungen entsprechende Anwendung. Bedingungem. 1. Annahmestellen Jeichnungsstelle ist die Reichsbank. Zeichnungen werden von Montag, den IS. März, bis Donnerstag, den J8. Kpril M8, mittags \ Uhr bei dem Kontor der Reichshauptbank für Wertpapiere in Berlin (Postscheckkonto Berlin Nr. 99) und bei allen Zweiganstalten der Reichsbank nsit Kasseneinrichtung entgegengenommen. Die Zeichnungen können auch durch Vermittlung ber Preußischen Staatsbank (Königlichen Seehandlung), der Preußischen Central-Genossenjchaftskasse in Berlin, der Königlichen Hauptbank in Nürnberg und ihrer Zweiganstalten, sowie sämtlicher Banken, Bankiers und ihrer Filialen, sämtlicher öffentlichen Sparkassen und ihrer Verbände, jeder Lebensversicherungsgesellschaft, jeder Kreditgenossenschaft und jeder Postanstalt erfolgen. Wegen der Postzeichnungen siehe Ziffer 7. Ieichnungsscheine sind bei allen vorgenannten Stellen zu haben. Die Zeichnungen können aber auch ohne Verwendung von Ieichnungsscheinen brieflich erfolgen. 2. Einleitung. Zinsenlauf. Die Schuldverschreibungen sind in Stücken zu 20 000, 10 000, 5 000, 2 000, 1000, 500, 200 und 100 Mark mit Zinsscheinen zahlbar am 2. Januar und 1. Juli jedes Jahres ausgefertigt. Der Imsenlauf beginnt am 1. Juli 1918, der erste Iinsschein ist am 2. Januar 1919 fällig. Die Schatzanweisungen sind in Gruppen eingeteilt und in Stücken zu 20 000, 10 000, 5000, 2000, 1000 Mark mit dem gleichen Iinsenlauf und den gleichen Iinsterminen wie die Schuldverschreibungen ausgefertigt. Welcher Gruppe die einzelne Schatzanweisung angehört, ist aus ihrem Text ersichtlich. 3. Eirckösnüg der Schatzanweisungen. Die Schatzanweisungen werden zur Einlösung in Gruppen im Januar und Juli jedes Jahres, erstmals in: Januar 1919, ausgelost uud an dem auf die Auslosung folgenden 1. Juli oder 2. Januar mit 110 Mark für je 100 Mark Nennwert zurückgezahlt. Die Auslosung geschieht nach dem gleichen Plan und gleichzeitig mit den Schahanweisungen der sechsten Kriegsanleihe. Die nach diesem Plan auf die Auslosung im Januar und Juli 1918 entfallende Zahl von Gruppen der neuen Schatzanweisungen wird jedoch erst im Januar 1919 mit aus- gelost. Die nicht ausgelosten Schatzanweisungen sind seitens des Reichs bis Mn 1. Juli 1927 unkündbar. Frühestens auf diesen Zeitpunkt ist das Reich berechtigt, sie zur Rückzahlung zum Nennwert zu kündigen, jedoch dürfen die Inhaber alsdann statt der Barrückzahlnng 40,0 ige, bei der ferneren Auslosung mit 115 Mark für je 100 Mark Nennwert rückzahlbare, im übrigen den gleichen Tilgungsbedingungen unterliegende Schatzanweisungen fordern. Frühestens 10 Jahre nach der ersten Kündigung ist das Reich wieder berechtigt, die dann noch unverlosten Schatzanweisungen Kur Rückzahlung zum Nennwert zu kündigen, jedoch dürfen alsdann die Inhaber statt der Barzahlung 3 1 / 2 °I 0 \q£ mit 120 Mark für je 100 Mark Nennwert rückzahlbare, im übrigen den gleichen Tilgungsbedingungen unterliegende Schatzanweisungen fordern. Eine wtb Grußes Hauptquartier, 15 Mäiz. 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Die tagsüber schwache Artillerietätigkeit verstärkte sich vor Einbruch der Dunkelheit in wenigen Abschnitten. Während der Nacht lebte sie in Verbindung mit eigenen und feindlichen Erkundungsvocstößen vorübergehend auf. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Die Blinkstelle der Franzosen auf der Kathedrale von Reims wurde erneut in Tätigkeit beobachtet. HI- tiges ZerstÜrungsfeuec von Mittag an auf unseren Stellungen nördlich und nordöstlich von Prosnes. Starke französische Abteilungen, die am Abend in breiter Front vorstießen, konnten nur westlich von der Straße Thnizy — Nauroy in unserem vorderen Graben Fuß fassen; im übriK«n wurden sie im Nahkampf zurückgewiesen. — Auf dem östlichen Maasufer hielt tagsüber gesteigerte Feuertätigkeit an. Osten. * Feindliche Banden, die in der Ukraine die von Gomel und Kiew nach Bachmatsch führenden Bahnen, bedrohten, wurden in mehrfachen Kämpfen zerstreut. Bachmatsch wurde besetzt. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. . « Berlin, 15. März, abends. Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues. Die auslösbaren 4V 2 7, igen Scbatzanweifungen der r. Kriegsanleihe. Wie bereits mitgeteilt, werden zur 8. Kriegsanleihe neben den 5obigen Schuldverschreibungen wiederum 4V« o/o ige Schatzanweisungen ausgegeben, die den Ausgabebedingungen nach mit den zur 6. und 7. Kriegsanleihe aufgelegten Schatzanweisungen übereinstlm nen. Der Ausgabeku-s von 98 % gewährleistet den Zeichnern einen Zinsgenuß von 4,6% und der Auslosungskurs von 1100/g eröffnet ihnen die Aussicht aus einen Gewinn von 120 / 0 . Die Schatzanweisungen werden halbjährlich gruppenweise ausgeiost und müssen spätestens zum 1. Juli 1967 getilgt sein. Der Auslosun.»sgewinn kann im übrigen in späteren Jahren noch größer wer- den, weil bei, einer Herabsetzung des Zinsfußes auf 40 / 0 , die — im Wege der Kündigung — frühestens am 1. Juli 1927 erfolgen kann (aber erst viel später zu erfolgen braucht), der Auslosungskucs auf 115 0/0 Üeraufgesetzt wird. Bei einer weiteren Herabsetzung des Zinsfußes auf 3 1 / i °l 0l die das Reich frühestens 10 Jahre nach der ersten Kündigung vornehmen kann, steigt der Auslosungskurs sogar auf 120°/ Q . Wer aber von diesen gesteigerten Gewinnmögltchkeiten von 17°/o oder 22% keinen Gebrauch machen will, kann sich b:i jeder der beiden Kündigungen seine Schatzanweisungcn zum Nennwert (nicht zum Ausgabekurs) auszahlen lassen. Unter diesen Umständen wird auch bei Manchem der Wunsch rege werden. seinen Besitz an früheren Kriegsanleihen in neue 4%%tge Schatzanweisungen umzutauschen. Entgegenkom^ -«der Weise hat daher die. Reichsfinanzverwaltung best daß die Zeichner von i l / 2 °lo\ntn Schatzanweisungcn zugleich bat doppelten Betrag bei vorher erwähnten Papiere Umtauschen können. Die günstigrn Gewinnauöstchten, die V rcirgerung dcr Anzahl der Schatzanweisungen durch die Tilgung, ferner die gute Verzinsung werden, zumal die glücklichen Besitzer von ausgelosten Stücken stets geneigt s-.in werden, sich Ersatzstücke zu beschaffen, zweifellos die beste Wirkung auf den Kursstand dieses Wertpapiercs ausübrn. Die Entschließung, ob man Schuldenvecschcei bringen oder Schatzanweisungen wählen soll, muß natürlich jeder selbst treffen. Aber gerade für denjenigen, der sein Geld auf längere Zeit anlegen will, bilden die 4%%tgen Schatzanweisungen infolge des sicheren Gewinnes eine vorzügliche Kapitalsanlag«'. Daher sollte jeder Kapitalist, insbesondere die großen Vermögens- Verwaltungen, die Banken, Sparkassen, Genossenschaften, Versicherungsgesellschaften, industriellen Unternehmungen usw. der Frage der Zeichnung von Schatzanweisungen besondere Beachtung schenken. Die erste Auslosung dieses anläßlich der 6. Kriegsanleihe .neugeschaffenen Wertpapiertyps hat übrigens schon stottgefuuden. Am 1. Juli dieses Jahres werden vier Gruppen der Schatzanweisungen mit 110o/o zurückgezahlt. Den Inhabern der Schatzanweisungcn der 8. Kriegsanleihe winkt die erste Auslosung ebenfalls sehr bald, nämlich im Januar nächsten Jahres, und Zwar wird im ersten Auslosungs- termin, um diese neuen Schatzanweisungen denen der 6. und 7. Kriegsanleihe völlig gletchzustellen, die dreifache Anzahl von Gruppen wie in den gewöhnlichen Terminen ausgelost werden. ** Land und Heute der vaMscben Provinzen, über dieses zeitgemäße Thema sprach am März in der Neuen Universitätsaula der aus Riga stammende Herr Friedrich Walker, wozu der Gießener Verein fürVölkerkunde eingeladen hatte. Trotz des Theaters war der Besuch ein sehr guter, was der Vorsitzende des Vereins. H.rc Geh. Hofrat Professor Dr. Sie» verL in seiner Begrüßungsansprache besonders anführen konnte. Der Vortragende behandelte in seiner Einleitung die Besiedelung Livlands als ältester Besitzstand reiner germanischer Kultur und als Teil einer schnell auswärts gegangenen kolonialen Epoche, die mit der Rückeroberung Ostelbiens anhielt, somit als ein Teil einer großen kolonialen Zeit. Herr Walker belegte seinen Gedankengang nul Lichtbilder-Beispielen kunsthistorischec und naturhistorischec Natur, darunter mehrere denkwürdige alte Backsteinbauten aus den Ost- secprovtnzen von der Elbe bis zur Narwa. Da der Vortrag vor dem Forum einer geographischen Gesell- schast stattfand, ging Herr Walker mehr auf den Werde- weitere Kündigung ist nicht zulässig. Die Kündigungen müssen spätestens sechs Monate vor der Rückzahlung und dürfen nur auf einen ginstermin erfolgen. Für die Verzinsung der Schatzanweisungen und ihre Tilgung durch Auslosung werden —von der verstärkten Auslosung im ochen Auslosungstermin (vergl. Abs. 1) abgesehen - jährlich 5% vom Nennwert ihres ursprünglichen Betrages aufgewendet. Die ersparten Zinsen von den ausgelosten Schahanweisungen werden zur Einlösung mitverwendet. Die auf Grund der Kündigungen vom Reiche zum Nennwert zurückgezahlten Schahanweisungen nehmen für Rechnung des Reichs weiterhin an der Verzinsung und Auslosung teil. Am 1. Juli 1967 werden die bis dahin etwa nicht ausgelosten Schatzanweisungen mit dem alsdann für die Rückzahlung der ausgelosten Schatzanweisungen maßgebenden Betrage (110%, 115% oder 120%) zurückgezahlt. 4. Zeichnungspreis. Der Ieichnungspreis beträgt: für die 5% Reichsanleihe, wenn Stücke verlangt werden, Y8,-M., H „ 5% n wenn Eintragung in das Reichsschuld buch mit Sperre bis zum 15. Oktober 1919 beantragt wird, 9?,80 M., für die 4%% Reichsschatz anweisungen 98,- M., für je 100 Mark Nennwert unter Verrechnung der üblichen Stückzinsen. 5. Zuteilung. Stückelung. Die Zuteilung findet tunlichst bald nach dem Ieich- nungsschluß statt. Die bis zur Zuteilung schon bezahlten Beträge gelten als voll zugeteilt. 3m übrigen entscheidet die Zeichnungsstelle über bie Höhe der Zuteilung. Besondere Wünsche wegen der Stückelung sind in dem dafür vorgesehenen Raum auf der Vorderseite des Zeichnungsscheines anzugeben. Werden derartige Wünsche nicht zum Ausdruck gebracht, so wird die Stückelung von den Vermittlungsstellen nach ihrem Ermessen vorgenommen. Späteren Anträgen auf Abänderung der Stückelung kann ! nicht stattgegeben werden.* Zu allen Schatzanweisungen sowohl wie zu den Stücken der Reichsanleihe von 1000 Mark und mehr werden auf Antrag vom Reichsbank-Direktorium ausgestellte Zwischenscheine ausgegeben, über deren Umtausch in endgültige Stücke das Erforderliche später öffentlich bekannt gemacht wird. Die Stücke unter 1000 Mark, zu denen Zwischenscheine nicht vorgesehen sind, werden mit möglichster Beschleunigung fertiggestellt und voraussichtlich im September d. I. ausgegeben werden. Wünschen Zeichner von Stücken der 5°/ 0 Reichsanleihe unter 1000 Mark ihre bereits bezahlten, aber noch nicht gelieferten kleinen Stiicke bei einer Darlehnskasse des Reichs zu beleihen, so können sie die Ausfertigung besonderer Zlvischenscheine zwecks Berpfälldnng bei der Darlehnskasse bearitragen; die Anträge sind an die Stelle zu richten, bei der die Zeichnung erfolgt ist. Diese Zwischenscheine werden nicht an die Zeichner und Ber-mittlungs- stcllen ausgehändigt, sondern von der Reichsbank unmittelbar der Darlehuskasse übergeben. 6. Einzahlungen. Die Zeichner können die gezeichneten Beträge vom 28. 'März d. I. an voll bezahlen. Die Verzinsung etwa schon vor diesem Tage bezahlter Beträge erfolgt gleichfalls erst vom 28. März ab. Die Zeichner sind verpflichtet: 30% des zugeteilten Betrages spätestens am 27. April d. 3., 20°/° 24. Tftrn 2o /o „ „ „ „ „ 2t. 3unr „ „, 25 Io „ „ „ n n 18. Zulr „ „ zu bezahlen. Frühere Teilzahlungen sind zulässig, jedoch nur in runden durch 100 teilbaren Beträgen des Nennwerts. Auch auf die kleinen Zeichnungen sind Teilzahlungen jederzeit, indes nur in runden durch 100 teilbaren-Beträgen des Nennwerts gestattet; doch braucht die Zahlung erst geleistet zu werden, wenn die Summe der fällig gewordenen Teilbeträge wenigstens 100 Mark ergibt. Die Zahlung hat bei derselben Stelle zu erfolgen, bei der diegeichnung angemeldet worden ist. Die am 1. August d. 3. zur Rückzahlung fälligen Mark 80000000 4% Deutsche Reichsschatzanweisungen von 1914 Serie l werden bei der Begleichung zugeteilter Kriegsanleihen zum Nennwert — unter Abzug der Stückzinsen vom Zahlungstage, frühestens aber vom 28. März ab, bis zum 31. 3uli. - in Zahlung genommen. Die zu den Stücken gehörenden Zinsscheine verbleiben den Zeichnern. Die im Laufe befindlichen unver'zin slichen Schatz scheine des Reichs werden-unter Abzug von 50/0 Diskont vom Iahlungstage, frühestens vom 28. März ab, bis zum Tage ihrer Fälligkeit - in Zahlung genommen. Die Po st an st alten nehmen nur Zeichnungen auf die 5°,'o Reich sanleihe entgegen. Auf diese Zeichnungen kann die Vollzahlung am 28. März, sie mutz aber spätestens am 27. April geleistet werden. Auf bis zum 28. März geleistete Vollzahlungen werden Zinsen für 92 Tage, auf alle anderen Vollzahlungen bis zum 27. April auch wenn sie vor diesem Tage geleistet werden, Zinsen für 63 Tage vergütet. 8. Umtausch. Den Zeichnern neuer 4%% Schatzanweisungen ist es gestaltet, daneben Schuldverschreibungen der früheren Kriegsanleihen und Schatzanweisungen der I , II, IV. und V. Kriegsanleihe in neue 4 1 / 2 % Schahanweisungen um« ! zutauschen, jedoch kann jeder Zeichner höchstens doppelt so viel alte Anleihen (nach dem Nennwert) zum Umtausch anmelden, wie er neue Schatzanweisungen gezeichnet hat. Die Umtauschanträge sind innerhalb der Zeichnungsfrist bei derjenigen Zeichnungs- oder Vermittlungsstelle, bei der die Schatzanweisungen gezeichnet worden sind, zu stellen. - Die alten Stücke sind bis zum 29. Juni 1918 bei der genannten Stelle einzureichen. Die Einreicher der Umtauschstücke -erhalten auf Antrag zunächst Zwischen- scheine zu den neuen Schatzanweisungen. Die 50/0 Schuldverschreibungen aller vorangegangenen Kriegsanleihen werden ohne Aufgeld gegen die neuen Schahanweisungen umgetauscht. Die Einlieferer von 50/0 Schatzanweisungen erhalten eine Vergütung von M. 2,— für je 100 Mark Nennwert. Die Einlieferer von 4% 0/0 Schatzanweisungen der vierten und fünften Kriegsanleihe haben M. 3,- für je 100 Mark Nennwert zuzuzahlen. Die mit 3anuar/Iuli-Iinsen ausgestatteten Stücke sind mit ginsscheinen, die am 2. 3anuar 1919 fällig sind, die mit April/Oktober-Iinsen ausgestatteten Stücke mit Iinsscheinen, die am 1. Oktober 1918 fällig sind, einzureichen. Der Umtausch erfolgt mit Wirkung vom 1. Juli 1918, so datz die Cinlieferer von April/Oktober-Stücken auf ihre alten Anleihen Stückzinsen für 1 U 3ahr vergütet erhalten. Sollen Schuldbuchforderungen zum Umtausch verwendet werden, so ist zuvor ein Antrag auf Ausreichung von Schuldverschreibungen an die Reichsschuldenverwaltung (Berlin SW 68, Oranienstr. 92 - 94) zu richten. Der Antrag mutz einen auf den Umtausch hinweisenden Vermerk enthalten und spätestens bis zum 6. Mai d. 3. bei der Reichsschuldenverwaltung eingehen. Daraufhin werden Schuldverschreibungen, die nur für den Umtausch in Reichsschatzanweisungen geeignet sind, ohne Iinsschein- bogen ausgereicht. Für die Ausreichung werden Gebühren nicht erhoben. Eine Zeichnungssperre steht dem Umtausch nicht entgegen. Die Schuldverschreibungen sind bis zum 29. 3uni 1918 bei den in Absatz 1 genannten Zeichnungs- oder Vermittlungsstellen einzureichen. * Die zugeteilten Stücke sämtlicher Kriegsanleihen werden auf Antrag der Zeichner von dem Kontor der Reichshauptbant für Wertpapiere in Berlin nach Maßgabe seiner für die Niederlegung gellenden Bedingungen bis zum 1. Oktober 1019 vollständig kostenfrei aufbewahrt und verwaltet. Eine Sperre wird durch diese Niederlegung nicht bedingt; der Zeichner kann sein Depot jederzeit — auch vor Ablauf dieser Frist — zurücknehmen. Die von dem Kontor für Wertpapiere ausgefertigten Depotscheine werden von den Darlehnskassen wie die Wertpapiere selbst beliehen. Berlin, im März 1918. Reichs baut-Direkt sriuur. Havenstein. v. Grimm. gang der geologischen Eigentümlichkeiten der Ostsee- Provinzen im allgemeinen und speziell der Esthlands ein im Vergleich zu dem übrigen Rußland, wobei er auch ihre Sondercharakter gegenüber den anderen baltischen Provinzen als auch g-genübcr Rußlands hecvor- hob. Mit mehr oder weniger glücklich gewälten und gelungenen B ldern wurde den Anwesenden der Charakter der Geg-ndcn vor Augen geführt. Durch parallele Behandlung von Bildern aus der historischen Geographie, der Pflanzen- und der Tierkunde aus dem eigentümlichen Bau- und den landschaftlichen Sonderheiten cr- giebt sich auch die Sonderstellung bezüglich Klima, Vegetation, der Pflanzendecke und der tierischen Lebc- welt. Ganz besonders ging der Redner auf den bunten etnographischen Charakter der Provinz ein. Weit ausholend führte ec zur Einleitung Kunstdenkmälec auS dem deutschen Mutterlande vor, die einen Begriff geben sollen, aus welchem „Holz" jenes Geschlecht geschnitzt war, welche dieses Ost- und Baltcnland sah. Hieran anschließend kamen seiten gezeigte Bilder des autochtonisch germanischen Einschlages im Völkergemisch dieses Grenzniederungen Mitteleuropas zur Vorführung. Fischer und Jäger von Runö, von einem einsamen Eilande im Rigaischen Meerbusen, erfreuten das Auge durch ihre rassigen Gestalten in farbiger uralter Schwedentracht. Hieraus zogen die arischen indogermanischen Völker der Letten und Litauer als jauch die finnischen, die Esten und Liven an dem Auge der Beschauer vorüber. Den Schluß machte eine Wanderung an Hand geschickt zusammengestellter Bilder durch das „Gottesländchcn" Kurland, durch das altehrwürdige Livland, die stolze Hansastadt Riga, die am besten erhaltene frühgotische Bauart und am besten bis ans den heutigen bewahrte Kultur Esthlands mit der deutschen Universitätsstadt Dorpat und den Seestädten Reval und Narwa. Trotz vor- gerückter Stunde blieben die Anwesenden nach Beendigung des Hauptthema gern sitzen, um noch eine Wanderung mit Herrn Walker durch das eigentliche Rußland im Geiste zu erleben. Die Ukraine, die Krim, der Kaukasus mit ihren ganz verschiedenen Menschentypen, Bauarten und Landschaften interessierten,^ ganz besonders die deutschen Kolonistendörfir am Schwarzen Meer. Macht man einen Vergleich mit der Zeit Walters von der Vogelweide, der in seinem Liede sang:,, Rach Ostland wollen wir fahren" und der heutigen großen Zeit, so findet man große Aehnlichkeiten. Wir erleben ebenfalls einen großen Zug nach dem Osten, der hoffentlich dem Germanentum und der Ausbreitung deutscher Kultur zum Vorteil gereichen wird. Daß uns hier in Gießen die Gelegenheit gegeben wurde a s dem Munde eines gründlichen Kenners der Balttnlande einen so reich belehrenden Vortrag über das uns nun wieder nahe gerückte Land zu; hören, dafür muß man der Geographischen Gesellschaft Dank sagen. Kunde an die front. Bei b^n ungeheuren Kämpfen an der Westfront haben die Hunde durch stärkstes Trommelfeuer die Meldungen aus vorderster Linie in die rückwärtige Stellung gebracht. Hunderten unserer Soldaten ist durch Abnah/ne des Meldeganges durch die Meldehunde dos L.ben erhalten worden. Militärisch wichtige Meldungen sind durch die Hunde rechtzeitig an die richtige Stelle gelangt. — Obwohl der Nutzen der Meldehunde im ganzen Lande bekannt ist, gibt es noch immer Besitzer von keiegsbcauchbaren Hunden, welche sich nicht entschließen können, ihr Tier der Armee und dem Vaterlande zu leihen! — Es eignen sich der deutsche Schäferhund, Dobermann, Airedale Terrier und RotNvctler, auch Kreuzungen auS diesen Nassen, die schnell, gesund, nltndevcnS \ Jahr alt und von über 50 cm Schulter höhe sind. Die Hunde werden von Fcichdcrsseuccn in Hundeschulen ausgebildet und im Erlebensfälle nach dem Kriege an ihre Besitzer zurückzugebcn. Sie erhalten die denkbar sorgsamste Pflege. Sie müssen kostenlos zur Verfügung gestellt werden. — An alle Besitzer der vorgenannten Hunderassen ergeht daher nochmals die dringende Bitte: Stellt Eure Hunde in den Dienst des Vaterlandes! Tie Anmeldungen für die Kricgs-Hunde-Schule und Meld^hundsctulen sind zu richten LN die Inspektion der RLchrichtcntlvppen, Berlin W, Kursürst.ndamm 152, Abt. Mettehunde. Etis Stadt und Land. * Die Uereiiligrnrg der Werkvereiue und vaterländischen Arbeitervereine im (»srotzhrrzvg- tnm Kessen teilt uns mit De ^Streik in den letzten Tagen dieses Jahres Hot neben seiner schädlichen Wirkung d m feindlichen Ausland gegenüber doch auch seine guten Seiten gehabt. Ec hat einmal wieder dem dcut. schen Arbeit.r mit erschreckender Deutlichkeit gezeigt, an welchen Abgrund er durch die Verkündigung des Wirt- schastSkampss durch die Sozialisten geführt worden ist. Die Folge war, daß wiederum wette Kreise der Arbeiterschaft dem wirtschastöftiedlichen Gedanken gewonnen worden sind. Beweis dafür ist die in letzter Zeit erfolgte Sammlung der h ss-schen wtttschastkftiedlichen Arbers." jn dir „Vereinigung der Werkvercine und vaterländischen Arbeitervereine im Großherzo^tum Hessen" und die Gründung des „Mitteldeutschen Arbeiterver- bands" in Frankfult. Beide Gründungen hat die so- ziald.mvk.atrsche Presse alsbald mit Beschimpfungen und Verleumdungen der Welkvereine beantwortet, wie cs scheint, immer noch von dem Irrwahn befangen, die Bewegung „Los von den Gewerkschaften" durch solche Mittel ersticken zu können. Es kann nicht unsere Aufgabe sein, die Angriffe auf die einzelnen Werkvereiue an dieser Stelle zu erwidern, das werden die Vereine schon in ihrer eigenen Presse besorgen, aber auf einen ständig wiederkchrcndcn und dadurch immer schlechter werdenden VoNvurf werden wir doch antworten. Daß die sozialdemokratischen Gewerkschaften aus Konkurrenz- neid bcn Werkverelnen ihre Eigenschaft als Arbeiter Organisation abstreitcn, ist doch ein Beweis für die geistige Veisassung dicsir Wetkvreinsgcgner. Natürlich ist ein Wcrkverein so gut eine Arbeileroiganisation wie ein so ia-demok^atischec Verband, mit dem einzigen Unterschied, daß an der Spitze des Werkvereins ein Ar- heiter des Werks steht, während die Gewerkschaft von ein?m 0ifntcir geleitet wird, der d e öicklichcn Verhältnisse in dcm Werk nur vom Hörensagen kennt und meistens auch noch von Mitteilungen solcher Werksan- gehöriger, dcmn nie etwas recht zu machen ist. Eitl Werkverein vertritt die Jr-tercssen der ihm angcslckossenen Arbeiterschaft deshalb wirkungsvoller als der Gewerk- schattsstkretär, weil er die Betriebst) rhältniffe btffcc kennt als dieser und tveil er nicht mck Arbeitsstörung und Aufhetzung arbeitet. Der W^kverlin sucht schied.ich- srtedlich durchzusctzen, was nrckLbac ist. Aus langjährigen Erfahrungen weiß der besonnene Arbeiter, doß jedesmal gegenseitiges, vertrauensvolles Herantreten an den Arbeitgeber werter geführt hat, als die Hetze Außenstehender. Nur wo ein solches Vertrauensverhältnis von der einen oder anderen Seite mißbraucht wird, in der Lohnfrage z. B. zu Lohndrückeret seitens des Arbeitgebers oder zu Lohntreibereienen seitens der Arbeiterschaft, ist der wirtschaftsfciedliche Gedanke auf steinigen Boden grfallen Auf dem sozialen Empfinden der Arbeitgeber ist die Werkv rcinsbewegung aufgcbaut worden und hat jetzt schon ihre Früchte getragen und wird sie auch weiterhin tragen zum Segen der deutschen Arbeit! Wenn die freien Gewerkschaften mit den wirtschaftsfciedlichen Organisationen ein Zusammenarbeiten ablehncn, so mögen sie wegbleiben, wenn über Arbeiterfragen gesprochen wird. Die Weckvereine werden darüber nicht unglücklich sein. Die Interessen ihrer Mitglieder richtig zu vertreten, dafür soll man sie selbst sorgen lassen. Den Kampf fürchten sie nicht! * Berücksichtigung der Gemüse- Vorverträge in gesperrten Kreisen. Die Neichsstelle für Gemüse und Obst h)t bekanntlich einige Verwaltungsbezirke für den Abschluß von Lieferungsverträgen über Gemüse rm Jnterrsse der Versorgung von Heer und Macine gesperrt. Kommunalverbäade, die sich in solchen Bezirken schon vor der Sperrung, also vor dem 1 Fcbruar schriftlich den späteren Abschluß von Lieferungsverträgen gesichert haben, muss n dlese Vorverträge bis zum | 20. März der Neichsstelle in Urschrift einsenden. Die Neichsstelle will alsdann prüfen, ob und inwieweit die ! durch dergleichen Vorverträge gesicherten Rechte zu- I g u n st e n der beteiligten K o m m u u a l v e r - bände weiter verfolgt werden können. ** Nach dem soeben erschienenen Geschäftsbericht der Kesstschcn Landes Hypothekenbank in Darmstadt für 1917 betrugen die Tstgongs-Hypothikdallehen om Ende des Berichtsjahres rd. 17! i/r Millionen Mmk. Von diesem Bestand sind ,d 62V 2 Millionen Mark zu etwa 9 s / i °l ü und ib. 109 Millionen Mark zu etwa 4 V 4 %. verzinslich. Solche Ttkgungsdarl Heu sind seitens des Gläubigers unkündbar, sodaß die Schuldner gegen die Gefahren einer .Kapitolkündigung oder Zii.Ssteige- rung dauernd geschützt sind. Dieser Vorteil kommt namentlich in so bcw.gten Zelten, wie sie der Krieg mit sich gebracht Hot. voll zur Geltung. Zum Erwerb von Kriegsanleihen hat die Bank gegen erpstrllige Verpfändung von Grundbesitz Gelder zu besonderui, günstigen Bedingungen zur Verfügung g.stellt. Ein Gleiches wird auch — tvie wir hören —- bei der kommenden 8 Kriegsanleihe der Fall sein. * Die Kexugscheinpsticht für Hchntzwaren. Durch die Presse wurde in den letzten Tagen oie 9la richt verbreitet, wonach aus Veranlossung der neuen Neichsstelle für Schuhversorgnng in >ürze eine wesentlich Erleichterung der Bizugs'cheinpflicht süc Schuhwaren erfolgen soll. Diese Behauptung in z. Zt. verfrüht; die Neichsstelle für Schuhversorgung w:rd die Frage der BtZugsscheiupflicht für Schuhwaren in der ersten Sitzung des Beirats zur Erörterung stellen. ** Kürgervercin — Kaufmännischer Uerein u. Grtsgcwerkevercin Gießen laden für nächttcn Montag, den 18. März, zu dem Lichtbilder-Bortrag dcö Geh. Hofcat Professor Dr. König nach dcr neuen Universilätsaula ein, auf den hiermst besonders hin- gewiesen wird. * Die Arbeitskleidung für Frauen und Männer soweit sie Im freien Handel lnfindltch ist, soll, wie mtl- geteilt ist, im Interesse der Arbeiterschaft d c Rüstungsindustrie beschlagnahmt werden. Die Reichsbe- kleidungsstclle wird die Notwendigkeit für diese Maßnahmen erkannt haben. Aber es wird natürlich auch Fürsorge für die andern Arbeiter getroffen werden müssen, damit keine Betriebsstockung erfolgt. Denn dadurch lverden nicht nur. die Prinzipale und ihr Personal geschädigt, sondern auch die Allgemeinheck und -die Steuerküsse. * Kompanie — nicht mehr Kompagnie! Gemäß einer jüngst ergangenen Beifügung hat im handschriftlichen Verkehr der militärischen Dienststellen das aus dem Worte Kompanie in Wegfall zu kommen. £0 es sich hierbei um eine durchaus angebrachte Ver^ deutschung dieses Wortes handelt, empfiehlt es sich, von der neuen Schreibweise auch in der Allgemeinheit Gebrauch Zu machen. ^ y ge«reo iiuuj wie vor Ote betonten Fmeds-nSpreife. Dos Fordern höherer Preise ist unzulässig. Auch ist es strafbar, in Maggiflaschen andere Suppenwürz n ffilzuhalten. Metzlar Ein Mäuslein, das sich in die elekttnwe ^chalt-Leitung der optischen Werke von Hem sold L^ohne v.rirrt hatte, bewirkte dort Kurzschluß und dadurch eine längere Störung des ganzen Betriebes. * Mainx Ans einer G markung in der Umgebung von Mainz, w der 1917 mindestens 1500 Zw. Avri. fi))en geerntet wo.den sind, sind sage und schreibe 9 Zentner an die Landesobststelle abgeliesert worden U-ber den Berblech der übrigen Aprikosen ist von der ^taatsanwaltschast Mairz eine Untersuchung eingeleitet worden. * £***.??*;.. Landwirt aus Jmmcnhausen, .der sich in Kusiei für ein 80 Pfund schweres ausgcschlachteteS Schwein 250 Mark harte zahlen lassen, wurde von der Markipol'zet angtZckgt und vom Schöffengericht zu 400 Mark Geldstrafe und zur Tragung der Kosten des Ber- fahrens bei urteilt. Wrcbiicbe Anzeigen. Sonntag den 17. März Judtka Gottesdienst. In der/Dtadikirche. Samstag den 16. März, nachmittags 2 Uhr: Beichte für die Konfirmanden aus der Matthäusgemeinde und deren Angehörige. — Sonn- dcn 17. März, vmmiftags 9 l / s Uhr: Konfirmation der Kinder aus der MatlhäuSgen etnde. Frier des heiligen Abendmahls. Pfarrer Mahr. — Kinderkirche für die Matthäusgemeinde fällt aus. In der Johanneskirche. Voimittags 9 l / 2 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. — Vormittags 11 Uhr: Kinder, krrche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtolöheimer. — Abends 6 Uhr: Pfarrer Ausfeld. Verantwortlich: Albin Klein in Gießen. Llchtbiiöervortra- Montag, den 18. März, abends 8 Uhr in der neuen Univerfitätsaula Vortrag von Herrn Geh. hofrat Pros. Dr. König „meine Amtemise an die älefifronr (Mit zahlreichen, größtenteils selbstangefertiglen Lichtbildern.) Zu recht zahlreichem Besuch laden die Unterzeichneten Vereine sreundlichst ein. Bürgervereiil . kaufmännischer Verein Ortsgewerbeverein. HSgr Eintritt frei für jedermann. ‘T'BC Hessische Musikschule für Militärmusik. Gegründet 1862. Direktion: C. Hiege. Gegründet 1862. Fernsprecher Nr. 6. (»udensberg. Fernsprecher Nr. 6. Gewissenhafte Ausbildung in allen Fächern der Musik, Theorie usw. Nach beendigter Ausbildung werden die Musiker nur besseren Militärkapellen überwiesen. Schüler, Volontäre und Musiker werden zu jeder Zeit unter günstigen Bedingungen eingestellt. ni ui [U ui iu Ln ni lü pi lü üi lü Hl IÜ ÜJ lü Sohlenscliutz! Rettet, was noch zu retten ist. Benutzt „Habroi“ für (Sucre Schuhsohlen! .,Habrol“ ein Iahzehnte altes Imprägnierungsmittel verlängert die Haltbarkeit der Sohlen um das vierfache. „llftbi ol , ‘ macht die Sohle'geschmeidig, fest und wasserdicht, daher keine Erkältung mehr durch nasse Füsse. „Habroi“ ist von der Materialprüfungsstelle, vom Kriegsministerium beauftragt, militärischen Behörden und von Privaten glänzend begutachtet. Orig, können bei uns eingesehen werden. Musterdosen gegen Einsendung von Mk. I 50 Ueberall zu haben, ebenso bei: Habroi G, m. |j. |„ Chemische Fabrik, Frankfurt a. M., Brönnerstrasse 8/10. Wo noch keine Niederlagen, können soche unter günstigen Bedingungen vergeben werden. Auch tüchtige Vertreter iverden für einige Bezirke noch angenommen.. 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