(Neueste Nachrichten- eitung vezugrpreir 60 Psg. monatlich vierteljährlich 1,80Mk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Ab geholt in unserer Expedition oder in den Zweiq- ausgabestellen vierteljährlich 1?>0 Mk. — Erscheint Mittwochs und Samstags — Nedaktionsschluh früh 8 Uhr. — Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der „«ietzcncr Zeitung", Gießen Telephon Nr. 362. Expedition: Züdanlagr 21 gnzeigenprei; 20 psg. die 44 mm breite Petitzeile, für Auswärts 30 Pfg Die 90 mm breite Reklame-Zeile 72 Pfennig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberfchreitung des Zahlung? > zieleS (30 Taae), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei ZronkurS in Wegfall. Platzvorfchriften ohneVerbindlichkeit. Druck der Gießener Verlagsdruckerei, Albiu Klein. Samstag, dm 2. März 1918. Telephon Nr. 362. Jahrg. Das deutsche Friedens-Ultimatum an Rußland. In Minsk allein 2 000 Maschinengewehre und 56000 Gewehre erbeutet. Zwei russische Regimenter gelangen. — Kiew durch deutsche Truppen gesäubert. Beginn der Triedensoerbanfllungen. Brest-Litowsk, 28. Februar. In einer form- losen Besprechung der Vorsitzenden der Delegatonen der Vicrbundmächte mit dem Vorsitzenden der russischen Delegation Sokolnikow ist vereinbart worden, daß die FriedenSverhandlungen in einer auf m o r g e n v o r° mittag angesetzten Plenarsitzung beginnen sollen. ümtlicbe deutfcbe CagesbericbU- I- ooo tonnen versenkt Berlin, 26. Fcbr. Auf dem nördlichen Kriegs, schauplatz vernichteten unsere U-Boote 19 000 Brutto» regifurtonnen feindlichen Handelsschiffsraumes. Die meisten Schiffe wurden an der englischen Ostküste unter erheblicher feindlicher Gegenwirkung vernichtet, unter ihnen der bewaffnete englische Dampfer „Athenia" (4078 Bitg.) Ein anderer Dampfer von mindestens 4000 Tonnen wurde als größtes Schiff eines Geleit- zuges in geschickt durchgesührlcm Angriff abgeschossen. Fast alle Dampfer waren tics beladen. Der Chef des Admiralstabes der Marine. • wtb. Großes Hauptquartier, 27. Febr. 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: An der User wurden einige Belgier gefangen. An der flandrischen Front, beiderseits der Scarpe, in der Champagne und auf dem östlichen MaaSufer lebte die Artillerietätigkeit am Abend auf. — Vielfach kam eS zu heftigen Luftkämpfen. Ein einheitlicher Angriff englischer Flieger gegen unsere Ballone zwischen Oise und Aisne schctterte. Wir schossen gestern 15 feindliche Flugzeuge und 3 Fesselballone ab Hauptmann Ritter von Tutscheck errang seinen 24. Lustsieg. Gefreiter Kaffner brachte bei einem Fluge 2 Fesselballone zum Absturz. Oestlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Eichhorn Nördlich von Dorpat nahmen wir 2 russische Regi menter bei ihrem Rückmärsche gefangen. Heeresgruppe Linsingen. In der Ukraine wurde 1 feindliches Bataillon, das sich bei KoroSstychew (30 Klm. östlich von Shilomir) unserem Vormarsch in den Weg stellte, unter Verlusten zerstreut. Südlich von Shitomir drangen unsere Truppen bis Berdischew vor. In Kcemenez (südlich von Dubno) nahmen wir den Stab eines russischen Generalkommandos, einen DivtsionSstab und 200 Mann ge- fangen. Mazedonische Front: Englische Abteilungen, die über den Butkowafluß gegen die bulgarischen Stellungen vordrangen, wurden im Gegenstoß zurückgeworfen. Italienische Front: Nichts Neues. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorss. Berlin, 27 Febr., abends. Plätzen nichts Neues. Von den Kciegsschau 22600 tonnen oerlenkt. Berlin. 28. Febr. Im Miitelmeec wurden aus den Wegen nach Alexandrien, Port Said und Saloniki 6 Damvfec und 2 Sealer von zusammen 22 009 Bruttoregistertonnen versenkt. Die Dampfer waren tief beladen, zum Teil bewaffnet und stark gesichert. Der Chef des AdmiralstabeS der Marine. 9 wtb. Großes Hauptquartier, 1. März. 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Ruppcecht. Nördlich von Poelkapelle scheiterten nächtliche, nach starker Fcueiwükung unternommene Vorstöße englischer Jnfanteiie. An der übrigen Front lebte die Artillerie, tätigkeit vielfach in Verbindung mit kleineren Erkun- dungsgefcchten auf. Westlich von La Fere brachte eine Abteilung von einem Vorstoß Uber den Kanal einige Gefangene zurück. Ein scindlichcr Luftangriff auf Kortryk verursachte erhebliche Verluste unter der belgischen Bevölkerung. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Bei Chavignon drangen Sturmtrupps in die feind, lichcn Gräben und nahmen 10 Amerikaner und einige Franzosen gefangen. In den frühen Morgenstunden lebte die Gefechtstätigkeit in einzelnen Abschnitten der Champagne auf. Oestlicher Kriegsschauplatz. Längs der ukrainischen Nocdgrenze im Vordringen nach Osten haben unsere Truppen den Dnjepr erreicht. Bei Rjelschico stießen sie aus einen stark auSgebauten und vom Feinde verteidigten Brückenkopf. Stadt und Bahnhof wurden im Sturm genommen und einige 100 Gefangene gemacht. In Mosqc haben wir die Pcipct- Flottille, 6 Panzerboote, 35 Motorboote, 6 Lazarett- boote, erbeutet. Bet Cafto und Kasatin wurde die Bahnlinie Kiew-Shmcrtnka erreicht. Den südwestlich von Starekon-Stanttnow im Kampf gegen feindliche Ucbermacht stehenden polnischen Legionären eilten deut- sche Truppen zu Hilfe. Gemeinsam wurde der Feind geschlagen. Von der ukrainischen Regierung und Bevölkerung zum Schutz gegen feindliche Banden gerufen sind österreichisch-ungarische Truppen in breiten Ab- schnitten nördlich vom Pcuth in die Ukraine eingeruckt. Italienische Front. Zu beiden Seiten der Brenta war die Kampftättg- keit tagsüber gesteigert. Von der Mazedoaischeu Front nichts Neues. Der Erste Generalquarttermeister: Ludendorff. 9 Berlin, 1. März, abends. In der Champagne sowie zwischen Maas und Mosel führten wir kleinere Unternehmungen mit Erfolg durch. — Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. » 25000 tonnen verfenkt. Berlin, 27. Fcbr. Eines unserer Unterseeboote, Kommandant Oberleutnant z. S. Lohs, versenkte kürz lich in der Irischen See und im Aermelkanal 9 Dampfer mit rund 23 000 Bcuttocegistertonnen, darunter die bewaffneten tiesbeladenen englischen Dampfer „Eleanor" (1980 Brt.), „Polo" (2915 Brt), „Carltsle Castle" (4525 Brt.), ferner die englischen Küstendamp fer „Limansfield". „Ardbeg" und „Ben Rein". Mit den versenkten Schiffen gingen für die Feinde wertvolle Ladungen an Kriegsmaterial und Gebrauchsgegcnstän den verloren, so mit dem Dampfer „Eleanor- (ine Schiffsladung Minen, für den Mittelmeerkcieg bestimmt; die 3 Küstendampser waren mit Werg. Soda und Seife voll beladen. Besonders wertvolle, mit mehreren Ge- schützen bewaffnete Dampfer von 4000 und 7000 Tonnen wurden in der Einfahrt zur irischen See aus stärkst r feindlicher Sicherung herausgeschossen. Der Chef des Admiralstabes der Marine. 9 wtb Großes Hauptquartier, 28. Febr. 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Die Engländer setzten ihre Erkundungen an vielen Stellen oer Front fort. Mit stärkeren Kräften stießen sie während der Nacht am Houthoulsterwalde und nördlich von der Scaipe nach heftiger Feuerwt kung vor. Im Nahkamps und im Gegenstoß wurden sie zurück» geschlagen. Heeresgruppen Deutscher Kronprinz und Herzog Albrecht. Erfolgreiche Unternehmungen bei Avoncourt und Les EpargeS brachten uns 27 Gefangene ein. Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Operationen nehmen ihren Verlauf. In Esth- land hat fich das vierte Efthcnregiment zur Bekämpfung der das Land durchstreifenden Banden unserem Kommando unterstellt. - In Minsk wurden 2000Maschinengewehre und 56000 Gewehre eingebcacht. Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Generalquartienneistec: Ludendorff. Berlin, 28. Febr., abends. Plätzen nichts Neues. Von den KriegSschau- Baliifcber Notruf. ' Wir haben gestanden trotz Hohn und Spott, Allein vertrauend aus unfern Gott, Ein steinerner Damm, eine feste Wehr Für dich, o Deutschland, Für deine Ehr'! Wir haben gestanden in Not und Pein, Wir haben gestanden — nun stehn wir allein! Und um uns brandet das rote Heer, Um dich, o Deutschland, Um deine Ehr'! Sieben mal hundert Jahr! — Livland allzeit, Deutsch und wahr! Wir haben gestanden! — Die Meute brüllt, Der rote Hahn auf den Dächern schwillt —! Wir haben gestanden, — wir können nicht mehr! Für dich, o Deutschland Für deine Ehr'! Wir haben gestanden für deutsches Land, — Deutschland, Deutschland, gib deine Hand! Schlag drein mit dem Schwert Um Weib und Kind, Wenn wir um Deutschland gestorben find! Um dich, o Deutschland, Um deine Ehr'! Sieben mal hundert Jahr! — Livland allzeit, Deutsch und wahr! Lübeck, 21. Februar 1918 W. A. KrannhalS DU TrUdmbcdinguiwn für Rufzland In der Reichstagssitzung am 26 2. gab der Unter- ftaatssekretär von dem Bus sch e das an Rußland gelichtete Ultimatum mit den Friedcnsöedingungen bekannt. Es lautet: Deutschland ist bereit, unter folgenden Bedingungen mit Rußland die Verhandlungen wieder aufzunehmen und Frieden zu schließen: 1 Das Deutsche Reich und Rußland erklären die Be* endigung des Kriegszustandes. Beide Nationen sind entschlossen, fortan in Frieden und Freudschaft zu leben. 2 Die Gebiete, die westlich der den russischen Vertretern in Brest Litowsk mitgeteilten Linie liegen und zum russischen Reich gehört haben, werden der territorialen Hoheit Rußlands nicht mehr unterstehen. Die Linie ist in Gegend Dünaburg bis Zur Ost grenze Kurlands zu verlegen. Aus der ehemaligen Zugehörigkeit dieser Gebiete zum Russischen Reiche werden ihnen keinerlei Verpflichtungen gegenüber Rußland erwachsen. Rußland verzichtet auf jede Einmischung in die inneren Verhältnisse der Gebiete. Deutschland und Österreich-Ungarn beabsichtigen, das künftige Schicksal der Gebiete im Einvernehmen mit deren Bevölkerung zu bestimmen. Deutschland ist bereit, sobald der allgemeine Friede geschlossen und die russische Demobilisation vollkommen durchgeführt ist, die östlich der oben ge nannten Linie gelegenen Gebiete zu räumen, soweit sick nicht aus Artikel 3 etwas anderes er- g ibt. 3. Livland und Esthland werden von russischen Truppen und der Roten Garde unverzüglich geräumt und von deutscher Polizeimacht besetzt, bis die Landeseinrichtungen die Sicherheit gewährleisten und die staatliche Ordnung hergestellt ist. Alle aus politischen Grün, den verhafteten Landesbewohner sind sofort freizulassen. 4. Rußland schließt sofort Frieden mit der Ukrainischen Volksrepublik. Die Ukraine und Finnland werden ohne jeden Verzug von russischen Truppen und Roter Garde geräumt. 5 Rußland wird alles in seinen Kräften stehende tun, um alsbald die orgnungsgemäße Rückgabe der ostanatolischen Provinzen an^die Türkei sicher zu stellen und erkennt die Abschaffung der tückischen Kapitulationen an. ба. Die vö llig e Demobi lm a ch un g des russischen Heeres, einschließlich der von der jetzigen Regierung neugebildeten Heeresteile ist unverzüglich durchzuführen. 6b. Die russischen Kriegsschiffe im Schwarzen Meer in der Ostsee und im Eismeer sind entweder in russische Häfen zu überführen und dort bis zum allgemeinen Friedenschluß zu belassen oder sofort zu des- armieren. Kriegsschiffe der Entente im russischen Machtbereich sind wie russische Kriegsschiffe zu behandeln. бб. Die Handelsschiffahct im Schwarzen Meer, und in der Ostsee wird wiederaufgenommen, wie es im Waffenstillstandsvertrag vorgesehen war. Das Minenräumen dafür hat sofort zu beginnen. Das Sperrgebiet im Eismeer bleibt bis zum allgemeinen Friedensschluß bestehen. 7. Der deutsch-russische Handelsvertrag von 1904 tritt wie in Artikel 7 Ziffer 2 a des Friedens mit der Ukraine wieder in Kraft unter Wegfall der im Artikel 11 Ziffer 3 Absatz 3 des Handelsvertrags vorgesehenen besonderen Vergünstigungen für asiatische Länder. Ferner wird der ganze erste Teil des Schlußprotokolls wieder hergestellt. Dazu kommen Sicherung derAusfuhrfreiheit und Ausfuhrzoll- fceiheit für Erze, alsbaldige Verhandlung über Abschluß eines neuen Handelsvertrages, Sicherung der Meistbegünstigung bis mindestens Ende 1925 auch für den Fall der Kündigung des Provisoriums, endliche Bestimmungen entsprechend Artikel 7. Ziffer 4 a Absatz 1 und Ziffer 5 des Friedensvertrages mit der Ukraine. 8. Die rechtspolitischen Angelegenheiten werden geregelt auf der Grundlage der Beschlüsse erster Lesung der deutsch-russlschen Rcchtskommission. Soweit Beschlüsse noch nicht festgesetzt sind, als insbesondere Ersatz von Zivilschäden auf Grundlage der deutschen Vorschläge, Ersatz der Aufwendungen für Kriegsgefangene auf Grund des russischen Vorschlages. Rußland wird deutsche Kommissionen zum Schutze deutscher kriegsge- iangener Zivilpersonen und Rückwanderer Zulassen und nach Kräften unterstützen. 9. Rußland verpflichtet sich, gegen amtliche oder amt. lich unterstütze Agitation oder Propaganda gegen die vier verbündeten Regierungen und ihre Staats- und Heereseinrichtungen auch in den von den Zentralmächten besetzten Gebieten einzustellen. 10. Vorstehende Bedingungen sind innerhalb 48 Stunden anzunchmen. Russische Bevollmächtigte haben sich unverzüglich nach Brest-Litowsk zu begeben, um dort binnen drei Tagen den Frieden zu unterzeichnen, der innerhalb weiterer 2 Wochen ratifiziert werden muß. (Lebhafter Beifall bei den bürgerlichen Parteien, Zischen bei den unabhängigen Sozialdemokraten.) Die russische Delegation, Zu der auch Herr T c o tz k i und Joffe gehören sollen, ist bereits von Petersburg abgereist. Sie hat aber einen unfreiwilligen Aufenthalt nördlich von Pskow dadurch, daß dort eine Brücke gesprengt worden ist. Sie wird aber im Laufe des morgigen Tages in Brest-Litowsk eintreffen. In Brest- Litowsk ist die deutsche und österreichisch-ungarische Delegation bereits versammelt. Die türkische und bulgarische Delegation wird im Laufe des heutigen Tages dort eintreffen. (Lebhafter Beifall bei den bürgerlichen Parteien, Zischen bei den unabhängigen Sozialdemokraten.) Um Stadt und Hand * Die Sommerzeit Wie jetzt feststeht, soll sie am 1. April beginnen und am 14. Oktober endigen. Voriges Jahr ging es vom 15. April bis 15. September. * Nachmusterung der Wehrpflichtigen. In der Zeit vom 2. bis 15. März d I. findet die Nachmusterung aller bei früheren Musterungen als zeitig kciegsunbrauchbar befundenen und aller bis zur nächsten Musterung zurückgellellten Wehrpflichtigen statt. Es ergehen an die zum Erscheinen Verpflichteten besondere Ladungen. Diese werden in der Weise bewirkt, daß sie in den Landgemeinden von den Bürgermeistereien erfolgen; in der Stadt Gießen werden besondere Gestellungsbefehle durch die Post zugestellt. Wer bei früheren Musterungen ols zeitig kriegsunbrauchbar befunden oder zurückgestellt worden ist, aber keine Vorladung erhält, hat dies unverzüglich unter Vorlage seines Militälpapiers zu melden. — Unterlassene Anmeldungen zur Stammrolle sind bei Meldung der Bestrafung so fort nachzuholen. — Wer sich der Gestellung entzieht, wird nach den bestehenden Gesetzen bestraft, eS kann auch im Falle der Tauglichkeit sofortige Einstellung als unsicherer Heeres- oder Landsturmpflichtigec erfolgen. — Wer durch Krankheit oder körperliche Gebrechen am Erscheinen im Mustecungslokal verhindert ist, hat beglaubigtes ärztliches Zeugnis bei der Bürgermeisterei seines Wohnorts abzugeben. * Entlassung von a. v. Landwirten. Den stcllv. Generalkommandos wurde anheimgegeben, die Entlassung von a. v. Landwirten zu verfügen unter der Voraussetzung, daß ein Notstand anerkannt ist und die Entlassung auf dem Wege der Reklamation erfolgt. * Einkommensteuer in Kessen. Der Betrog der Einkommensteuer im Großherzogtum Hessen ist im Jahre 1917 um 4 329000 Mk. gegenüber 1916 gewach« sen Von dem Zuwachs entfallen auf Starkenburg 2,2 Mill., auf Rheinhessen 1,6 Mill. und auf Oberhessen 0,4 Mill. Mk. Gegenüber dieser bedeutenden Zunahme der Einkommensteuer steht diejenige der Vermögenssteuer beträchtlich zurück, da sie nur 256000 Mk. betragen hat, woran Rheinhessen mit 107000 Mk., Starkenburg mit 89000 Oberhessen mit 60 000 Mk. beteiligt ist. * Deutsche Gesellschaft für Kaufmanns-Erholungsheime. Der Gesellschaft, die bekanntlich auch in Bad Salzhausen ein großes stark besuchtes Heim unterhält, sind auch in letzter Zeit eine Reihe von Zuwendungen gemacht worden. Wir nennen u. a.: — Geh. Kommerzienrat Hommel i. F. H. Hommel G. m. b. H. in Mainz Mk. 5000.—, W. I. D- Valcken- berg G. m. b. H. in Worms weitere Mk. 5000.—, Segigmann Simon in Bingen Mk 2000.—, Geh. Kommerzienrat S. Heichelheim in Gießen weitere Mk. 2000.—, Dampskesselsabrik vorm Arth. Rodberg A.-G. in Darmstadt Mk. 1000.—, Trapp «8c Münch G. m. b. H. in Friedberg i. H. Mk. 1000.,— Ludwig Ganz A. G. in Mainz Mk. 1000.—, Ad. Thomas & Cie., G. m. b. H. in Mainz Mk. 1000.—, Sollet & Engelhard in Offenbach Mk. 1000.—, Grundmann & Altschul in Offenbach Mk. 1000.—, Rudolf Kahn in Offenbach weitere Mk. 1000.—. Mit den Stiftungen sind erhebliche Vorteile für die Angestellten der Stifterfirmen verknüpft. — * Paplernot. Im lieblichen bayerischen Oberland ist einem Verleger der Geduldfaden wegen der Papiernot gerissen. Unter einer altbaylisch drastischen Ueberschrift sucht der „Miesbacher Anzeiger" in derber und sehr deutlicher Weise die allgemeine Aufmerksamkeit auf die Papiernot im Buchdruckgcwerbe zu lenken und kennzeichnet im übrigen die Stimmung der Provinzpresse in bajuwirischec Urwüchstgk.it folgendermaßen: „Kaum dreiviertel Stunden von Micsbach entfernt befindet sich eine der leistungsfähigsten Papier- fabciken Deutschlands Dort ist Papier aufgestapelt, soviel, daß damit verschiedene Dutzend Zeitungen auf Lebensdauer versorgt werden könnten. Die Druckerei des „Miesbachec Anzeigers" kann aber von der Papierfabrik am Baum kein Pcpicr erhalten — oder nur einen Posten, der kaum einige Tage anhält. Dafür wicd uns Papier zugewiesen von einer Gegend Deutschlands, die ein halbes Tausend Kilometer entfernt liegt. Dieses Papier wieder kann wegen der Verkehrsschwicrigkeiten nicht geliefert werden. Die Folge dieser wunderbaren Kriegswirtschaft ist, daß wir in Bälde wegen Papiermangels den Zeitungs- betrieb werden einstellen müssen, ebenso wird auch die Herausgabe des Amtsblattes in kürzester Zeit unmöglich sein". Nachdem der gute „Miesbachec" dann noch einen Sack voll urkräftiger Trümpfe, die im norddeutschen Lexikon nicht stehen, ausgcspielt hat, schließt er: Helfe was helfen mag — durch Höflichkeit erhält man nichts, weniger kann man durch Grobheit auch dicht erhalten." ** Eine Ortsgruppe des Rhein-Mainischen Verband für Volksbildung wurde nun auch für Gieße« am 27. Februar im Hotel Schütz gegründet. Professor Dr. Strecker gab hierzu eine sehr ausführliche Begründung. Mehrere Herren aus den verschiedensten Volkskceisen traten dem Ausschuß bei. Bereits am 10. März soll hier in Gießen eine größere Versammlung -stattfinden. In anderen Gemeinden unb Städten haben die Ortsgruppen dieses Verbandes, der schon recht nützliche Arbeit geleistet hat, sich recht gut bewährt. * Stadt. Handels-Kochfchule Cöln. Das Vor- lesungs Verzeichnis für das Sommer-Halbjahr 1918 (Beginn 15. April) ist erschienen. Es umfaßt insgesamt 120 Vorlesungen und Hebungen in 203 Wochenstunden. Auf die Volkswirtschaftslehre entfallen 25 Vorlesungen und Hebungen in 44 Wochenstunden, auf die Pcivat- wirtschastslehre 18 in 31 Wochenftunden, auf die Rechtslehre 12 in 19, Geographie, Naturwissenschaften und Technik 12 in 25, Versicherungs- u. GenossenschaftSlehre 2 in 2, Sprachen 28 in 53, Ausbildung der Handels- lehrer u. Handelslehrerinnen 6 in 8 und endlich auf die allgemeinen Geisteswissenschaften 17 in 21 Stunden. Unter den 27 abendlichen öffentlichen Vorlesungen, die außer den Studierenden auch weiteren Kreisen Gelegenheit zur Vertiefung ihrer Allgemeinbildung bieten, verdienen u. a. besondere Beachtung die Vorlesung über de flämische Literatur des 19. u. 20. Jahrhunderts sowie 5 Einzelvorträge über „Belgien in Staat und Wirt.chast", die von Mitgliedern der Verwaltung Belgiens gehalten werden. * Dermißten-Snche Das stellv. Generalkommando des 18. A.'K. weist darauf hin, daß sowohl bei den Gr. Kreisämtern als auch bet allen Beztrkskommandos usw. die den Verlustlisten beigegebcnen Liften Uner- mittelte Heere sangehörige, Nachlaß- und Fundsachen" neben den dazu gehörigen Beilagen „Bildertafeln mit Photographien und Abbildungen" von Gegenständen aus den Nachlässen unbekannt Gefallener eingesehen werden können. Zur Linderung der Wohnungsnot hat die Stadt Paderborn bei der Regierung die Beschlagnahme leerstehender Wohnung beantragt. * Auf die heutige Veröffentlichung zur Großherzog Ernst Ludwig-Jubtläumsstiftung im Anzeigenteil wird hier besonders aufmerksam gemacht. * Kntzbach (Oberhessen). In der hiesigen Zellen- Strafanftalt ist der älteste hessische Zuchthäusler, der 1838 in Storndorf bei Alsfeld geborene Johannes Herchenröder, an Altersschwäche gestorben. Ec ist am 23.' Juli 1863 von dem damaligen Assisenhofe der Provinz Oberhessen wegen Ermordung des Kaufmanns Adam Müller in Eichselsachsen zum Tode verurteilt und dann zu lebenslänglicher Zuchthaus!^afe begnadigt worden. Diese Strafe hat Herchenröder um 8. Oktober 1863 im Landes-Zuchthause Marienschloß angetreten, lieber 54 Jahre hat ec im Zuchthause zugebcacht. * Friedberg. In der 37jährigen Frau Marie Biajung aus Marjoß ermittelte die Polizei eine abgefeimte Diebin, die hiesige Familien ^schändlicher Weise bestohlen und dann das Diebesgut verkauft hat. Die Frau ist vielfach vorbestraft und wird von verschiedenen Polizei Verwaltungen wegen Diebstahls und Betrugs gesucht. * Kad Wanheim In dem Hause des Buchhändlers Buck richtete ein Brand sehr erheblichen Schaden an. * Kad Wanheim Für die L a n d t a g s e r s a tz. wähl im Wahlkreise Butzbach-Bad Nauheim hat die Nationalliberale Partei den Medizinalrat Dr. Vogt- Butzbach als Kandidaten ausgestellt. Von seiten des Bauernbundes wird Landwirt Wilh. Breidenbach Melbach genannt. Die gemäßigten Sozialdemokraten wollen ihren Parteisekretär Neumann-Offenbach, die Unabhängigen den Kaufmann Oppenheimer-Butzbach auf- ftellen. Da außerdem der Freisinn wie das Zentrum sich um das Mandat bewerben, wird es Stichwahl geben. * Anerbach a. d. K Seit April v. I. wurden hier 40 Villen und Landhäuser verkauft. Die Käufer sind meistens Leute aus großen Städten aus ganz Deutschland. * Ober-Ingelheim Die Rheinische Kaffee-Essenz- 2 brik von Wilhelm Eckhard ist Mittwoch früh voll- Ändig niedergebrannt. Der Schaden ist betreuend, da alle Warenvorräte von den Flammen ver. ichtet wurden. Unter den Vorräten befanden sich auch rhebliche Zuckermengen. Die Bcanducsache wird auf Diebe zurückgesührt, die vermutlich in einem Gänsestall, ier zuerst brannte, mit Streichhölzern hantiert haben. Der Besitzer der Fabrik befindet sich auf Geschäftsreisen. Darmstadt. Infolge der geringen Anlieferung von Schweinen wird für die Stadt ab 1. April die Regie- chlachtung eingeführt. * Darmstadl. Frau Direktor Lang henk, die nit ihrer Tochter eine sehr geräumige Wohnung mne tat, wies im vorigen Jahre einen ihr zur Einquartierung ugewiesenen Soldaten ab, weil sie derartiges G es i n- i e I nicht in der Wohnung haben wollte. Sle wurde oegen dieses Ausdrucks zu 6 Wochen Gefangms verurteilt. v' * Uom Westerwald Auch eine Strafan- ituöung. Der Gemetndediener eines Westerwald, .örfchens gibt mit gewichtiger Amtsmine folgendes »ekannt: „War jei Korn net aogir, da klmmt e anecer, )o rappelt awec die Peif onncrschtl- Frankfurt a M Die diesjährige Frühjahrs-Messe beginnt Mittwoch, den 20. März morgens und endet Dienstag den 9. April abends. Die diesjährige Früh- ahrS-Ledermesse wird von Dienstag, « Samstag, den 6 April abgehalten. Die HerbchLedermesse 1918 beginnt am 9. September. Verantwortlich: Albin Klein in Gießen. Das Feldheer braucht dringend Heu und Stroh! Landwirte helft dem Heere! jOWTOOOOWOOOOOWOOOOOWWWOOOOWTOOTOg > n > > > > > > > > > > > > > > ) 0 E> [> D D D Einkauf von Silber. Die Reichsbank 'hat nunmehr auch den Einkauf von Silber zuguniten des Reiches in die Wege geleitet. Die Unterzeichnete Steile kauft während der üblichen Sefdiäffsftunden (Diens- tags nachm, von 2-4 Uhr und Samstags vorm von 10-121- Uhr Silberlachen aller flrf. Der Goldankauf wird forigefetzt. Gold- und Silberankaufftelle GieHen. <3 <3 <3 <3 <3 <3 <3 <3 <3 <3 <3 <3 <3 <3 <3 <3 <3 <3 <3 <3 <3 G. Ferreroüber Deutschland u. Kriegsurfacbc Ualutawucber u. Rcichsbank. Vvn Dr. Spindler Die deutsche VatcrlandSpartci. Von C. Schweizer. Krcbsopcrationcn sind Verbrechen ! Von Uniu. Prof. Dr Adamkiewiez. — M 5. Nachn Natnr u. Gesellschaft, Berlin Lichterfelde - Ost. Goethestr. 20 BirKenrcilerbeTeit für Privat- u. Fabrikbedarf empfiehlt u. versendet C. Bauckhage, Pasel b. Plettenberg - Bhf. Spez. seit 1904. Staatl. gepr. offiz. Heilmittel. iteninot der Herde (sogenannte Dämpfigkeit) chron. Hustep, Rohren, Pfeifen, Engbrust, Hartschnaus., schnell, gründl. heilbar. Versand durch Apoth. Auskunft kostenfrei. Robert Klemm, ÄL» 2 «. Vor einigen Nachahmungen ist zu warnen. F>onifl-€xtrakt zur Selbstherstellung einen Kunsthonigs und zur Streckung d. Zuckers. Zu bezieh, in Postpaketen enthaltend 50 Flaschen ä 45 Pfg. Verkaufspreis 60 Pfg. Probeflasche geg. 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