(Nsnefte Nachrichten) (Sieftener Tageblatt) Bezugspreis 60 Pfg. monatlich vierteljährlich 1,80Mk., oorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Spedition oder in den Zweig. ausgabestellen vierteljährlich 1,50 Mk. — Erscheint EkpköiiillK' Mittwochs mit» Sam-mgS — 9iedakt,onLjchlug früh 8 Uhr. — Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Anzeigenpreis 20 Psg. die 44 mm breite Petitzeile, für Auswärt» 30 Pfg. Die 90 mm breite Reklame-Zeile 72 Pfennig. 8 üdanlage 21, Extrabeilagen werden nach Gewicht und Gröge berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung de» Zahlung?- ziele» (30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei fcoufut» in Wegfall. Platzvorschristen ohneVerbindlichkcit. Verlag der „Siefteuer Zeitung", Gießen. Druck der Gieftener Berlagsdrnckcrei, Albin Klei«. Nr. 14. Erstes Blatt. Santstaq. du 16. Februar 1918. Telephon Nr.31. Jahrg. na Die Entscheidung mit R?Zmänien steht vkvor. Im Januar 151 feindliche Flugzeuge und 20 Fesselballone abgeschossen. Schneidiger erfolgricher Borstotz deutscher Torpedoboote im englischen Kanal. In Flandern erfolgreiche deutsche Leilangriffe. WHIrnann nach BuRareft. Berlin, 15. Febr. Der Reichskanzler Graf Hcrt- ling, stellvertretender Kanzler v. Payer und Staatssekretär v. Kühlmann sind heute vormittag — der Zug hatte mehr als 3 Stunden Verspätung — aus dem .Großen Hauptquartier nach Berlin zurückgekehrt. Wie man erfahrt, beabsichtigt der Staatssekretär v. Kühlmann sich morgen nach Bukarest zur Teilnahme an den Verhandlungen zu begeben. Daraus kann gefolgert werden, daß die Entscheidung über Rumänien nicht mehr lange auf sich warten lassen werde. JTmtlicbe deutsche Cagesbericbie. 20000 Connen verrenkt. Berlin, 12. Febr Reue U-Bootserfolge auf dem nördlichen Kriegsschauplatz: 20000 Bruttoregister' tonnen. Die versenkten Schiffe waren meist tief be- laden. Darunter befanden sich 2 große Dampfer von etwa 5000 Brt., deren einer der BUy-Linie angehöct. Der Chef des Admiralstobes der Marine. O ' wtb. Großes Hauptquartier, 13. Febr. 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppen Kronprinz Ruppcecht und Deutscher Kronprinz. Stärkere Eckundungsabteilungen, die der Feind nördlich von Lens und nördlich vom Omignon Bach ansetzte, wurden im Nahkampf abgewieseu. Im übrigen blieb die Gefechtstätigkeit auf kleinere Erkundungen und Artilleriefcuec in einzelnen Abschnitten beschränkt. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Nach heftiger Feuersteigerung zwischen Flirty und Mosel stießen nuhcere französische Kompagnien bet Remcnauville und im Weltteil des Priester waldes gegen unsere Linie vor. Nach kurzem Kampfe wurde der Feind unter schweren Verlusten zurückgcworfcn. Gefangene blieben in unserer Hand. Am Sudelkopf und am Hart- mannsweileckops Artillerie- und Mincnkampf. — In Vergeltung feindlichlr Bombenwürfe auf Saarbrücken am 5. Februar griffen unsere Flieger gestern abend die Festung Nancy mit Erfolg an. Mazedonische Front: Bei Monastir und am Wacdac Artillerie- und Fliegertätigkeit. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. » Berlin, 13. Febr, abends. Von den Kriegsschau Plätzen nichts Neues. » 33000 rönnen verftnkt. Berlin, 13. Febr. Durch Versenkung von 33 OOO Bruttoregistertonncn erlitt der TranSportverk.hr unserer Feinde im östlichen Mtttelmeer eine empfindliche Einbuße. Es handelt sich hauptsächlich uni nach dem Orient bestimmte Transporte. Den Hauptanteil an dem stärk ster Gegenwehr zum Trotz erzielten Erfolge hat Kapt- tänleutnant Sieß. — 5 Dampfer wurden aus Geleit- zügcn herausgeschossen, 2 davon unmittelbar vor dem Hafen von Alexandria. Der Chef des Admiralstabes der Marine wtb Grußes Hauptquartier, 14 Febr. 1918. ' Westlicher Kriegs schauplatz: Engländer und Franzosen setzten an vielen Stellen der Front ihre Erkundungen fort. Nördlich von Leus und in der Champagne kam es dabei zu heftigen Kämpfen. In einem vorspringenden Teil unserer Stellung südöstlich von Tahurc haben sich die Franzosen festgesetzt. — Eigene Infanterie brachte in Flandern und auf den Maashöhen Gefangene ein. — Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Genecalquartiermeister: Ludendorff. • Berlin, 14. Febr., abends. In der Champagne war die Feuertätigkeit in den Abschnitten nördlich von Pcunay und südöstlich von Tahure vielfach gesteigcri. — Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. * 3m mittleren Mittelmeer, vescftlesrung einer savrllr bei Palermo. Berlin, 14. Febr. 1. Außer den gestern veröffentlichten Erfolgen, unserer 1! Boote im östlichen Mittelmeer sind nach ncuetngeganqencn Meldungen auch solche im mittleren Teile des Mittelmceres erzielt worden, durch die besonders der Transportverkehr nach Italien betroffen wurde. 3 Dampfer und 3 Segler fielen hier unseren Unter« seebootcn zum Opfer. Die Dampfer, von denen 2 bewaffnet waren, wurden sämtlich aus stark gesicherten Geleitzügen herausgeschossen. Bon den versenkten Seglern hatten 2 Popiecmasse, einer Holz geladen. Am 31. Januar hat eines unserer Unterseeboote die chemische Fabrik Arenclla bei Palermo auf nahe Entfernung erfolgreich beschossen. Der Chef des Admiralstabs der Marine. 9 wtb. Großes Hauptbuartier, 15. Febr. 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Ruppcecht. In einzelnen Abschnitten Artillerie- und Mienentätigkeit. Abteilungen eines Matrosen Regiments brachten von einem Elkundungsvorstoß gegen die belgischen Stellungen südwestlich von Mannekcnskere 2 Offiziere und 26 Mann gefangen zurück. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Nordwestlich und südlich von Reims rege Eckundungs- tätigkeit des Feindes. In der Gegend von Prunay und südwestlich von Tahure entwickelten sich lebhafte Artilleciekämpfe. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Die Gefechtstätigkeit lebte im Obecelsaß zeitweilig auf. 9 Im Januar betrug der Verlust der feindlichen Luft- streitkcäste an den deutschen Fronten ^20 Fesselballone und 151 Flugzeuge, von denen 67 hinter unseren Linien, die übrigen jcn.eits der gegnerischen Stellungen erkennbar abgestürzt sind. Wir haben im Kampf 68 Flugzeuge und 4 Fesselballone verloren. 9 Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Generalquartiermcistec: Ludendorff. 9 Berlin, 15 Febr., abends. Von den Kriegsschau- Plätzen nichts Neues. Schützengrabenruf von Flandern. Nach einer alten Sage kann man mit Geld Die Meerbraut fesseln. — Um Wieviel leichter also Dem Meerbrikanten England! Angriff deutfeber Torpedoboote im englischen Kanal. Berlin, 15. Febr. In der Nacht vom 14. zum 15. griffen unsere Torpedoboote unter der Führung des Korvettenkapitäns Heinicke die starke Bewachung des englischen Kanals zwischen Calais-Dover und Gris- Nez Folkestone überraschend an. Ein großes Bewachungsfahrzeug, zahlreiche bewaffnete Fischdampfer und mehrere Motorfahrzeuge wurden zum Kampf gestellt und größtenteils vernichtet. Unsere Torpedoboote erlitten dabei keine Verluste und Beschädigungen und sind vollzählig zurückgekehrt. Der Chef des Admiralstabes der Marine. j1u$ 5tM und Caad. * * Das Gold muß der Reichsbank zugesübtt werden, weil eine Stärkung des Goldschatzes der Reichsbank im öffentlichen Interesse liegt. Die von der Reichsbank ausgegebenen Banknoten müssen in möglichst großem Umfange mit Gold gedeckt sein. Je stärker diese Deckung ist, desto größer ist unser Kredit im Jnlande und im Auslande. Das Reich braucht außerdem Gold zur Sicherung des Bezuges notwenigec Lebensmittel und Rohstoffe aus dem neutralen Auslande. Die Einfuhr muß, sofern nicht Guthaben im Ausland zur Verfügung stehen, in Gold bezahlt werden. Gleich wichtig ist die Ablieferung von Juwelen, weil durch deren Verwertung im Auslände Guthaben geschaffen werden, mit denen Einfuhren nach Deutschland beglichen werden können. * Gberlahnsteirr Auf dem Viktoria-Brunnen kam der Arbeiter Hahn auf seltsame Weise zu Tode. Die Wclle der Maschine erfaßte den Zipfel seines Hals- tuches und riß den Mann mit in die Höhe. Beim Absturz fiel Hahn auf den Kopf und war nach kurzer Zeit eine Leiche. Verantwortlich: Albin Klein in Gießen. Kircblicfte Unrelgen. Sonntag den 17. Februar. In der Stadtkirche. Vormittags 9'/» Uhr: Pfarrer Mahr. — Vormittags 11 Uhr: Ktnderkirche für die Matthäusgemcinde. Pfarrer Mahr. — Abends 6 Uhr: Pfarcassistent Lic. Reuning. In der Johanneskirche. Vormittags 97* Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. — Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer. — Abends 6 Uhr: Pfarrer Ausfeld. p*. Eine Ansprache des Kaiser- Ter Kaiser hat aus Anlaß des ukrainischen Friedensschlusses in Homburg v. d. Höhe eine Ansprache an die Bürgerschaft gehalten, worin er u. a. sagte: Es sind schwere Zeiten über uns hinweggegangen, ein jeder hat seine Last zu tragen gehabt, Sorgen und Trauer. Kummer und Trübsal. Nicht zum mindesten der der jetzt vor euch steht. In ihm vereinigte sich Sorge und Schmerz um ein ganzes Bock und sein Leid. ES hat unser Herrgott entschieden mit unserem Volke noch etwas vor, deswegen hat er es in die Schule genommen. Zu gleicher Zeit ist die Welt aber nicht auf dem richtigen Wege gewesen. . . Nun hat er uns Aufgaben gestellt. Wir Deutschen, die wir noch Ideale haben, sollen für die Herbeiführung besserer Zeiten wirken, wir sollen kämpfen für Recht, T r c u e u n d S i t t l i ch k e i t. Unser Herrgott will den Frieden haben, aber einen solchen, in dem die Welt sich anstrengt, das Rechte und Gute zu tun. Wir sollen der Welt den Frieden bringen, wir werden e- tun auf jede Art. Gestern ist's im Gütlichen gelungen. Ter Feind, der, von unseren Heeren geschlagen, erkennt, daß es nichts mehr nützt, zu fechten, und der uns die Hand entgegenhält, der erhalt auch unsere Hand. Wir schlagen ein. Aber der, welcher den Frieden nicht annehmen will, sondern im Gegenteil seines eigenen und unseres Volkes Blut vergießend. den Frieden nicht haben will, der muß dazu gezwungen werden. Tas ist jetzt unsere Ausgabe, dafür müssen jetzt alle wirken, Männer und Frauen. Mit den Nachbarvölkern wollen wir in Freundschaft leben, aber vorher muß der Sieg der deutschen Waffen anerkannt werden. Unsere Truppen werden ihn weiter unter unserem großen Hindenburg erfechten. Tann wird der Frieden kommen. Ein Frieden, wie er notwendig ist, für eine starke Zukunft de- Deutschen Reiches und der den Gang der Weltgeschichte beeinflussen wird. (Bravo und Hurra!) Dazu müssen unS die gewaltigen Mächte de- Himmels beistehen, dazu muß ein jeder von euch, vom Schulkind- bis zum Greise hinauf, immer nur dem einen Gedanken leben: Sieg und ein deutscher Frieden. Da- deutsche Vaterland soll leben, hurra!" Ter Kaiser an Herltini. Le'.- Kaiser beglückwünschte den ReichSkanzl.'v in einem Telegramm zu seinem Erfolge in Brest-Litmo-k nn- s-hrt dann fort: „Rach Jahren härtester Kämpfe mit einer Welt vsu Feinden ist der un» umklammernde Ring bank der Siege unseres unvergleichlichen Heere- gesprengt und dar Wort von Frieden Wirklichkeit geworden. Zum ersten Male erscheint dar Ende de- gigantischen Ringens in greifbare Nahe gerückt. La- deutsche Volk aber wird, de- bin Ich gewiß, freudigen Geistes und mit jener unwiderstehlichen Kraft, die ihm sein gutes Gewissen, die Geschlossenheit im Innern und der Glaube au seine Zukunft verleihen, zusammen mit seinen treuen Verbündeten auch die weiteren Auf. gLden erfüllen, die ihm dieser Krieg noch stellen mag." Der Krieg mitMußland beendet. Dr-tzki streckt die Waffen. Aus Brest-Litowsk wird berichtet: Tie deutsch-österreichifch-ungarisch-rufsifche Kommission für die Behandlung der politischen und territorialen Fragen hielt Sonnabend und Sonntag Sitzungen ab. In der Sonntagssitzung teilte der Vorsitzende der russischen Tetegatiou mit, daß Rußland unter Verzicht auf die Unterzeichnung eines formellen Früedensver- trageS den Kriegszustand mit Tcutschland, Oesterreich- Ungarn, der Türkei und Bulgarien für beendet er- Aärt und gleichzeitig Befehl zur völligen Temobi- kisierung der russischen Streitkräste an allen Fronten erteilt. Für die auS dieser Lage sich ergebenden weiteren Besprechungen zwischen den Mächten des Vierbundes und Rußland über die Gestaltung der wechselseitigen diplomatischen, konsularischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Beziehungen verwies Herr Trotzki auf den Weg unmittelbaren Verkehrs zwischen den beteiligten Regierungen und auf die bereits in Petersburg befindlichen Kommissionen des Vierbundes. * + Wenigstens etwas. Tv' in Petersburg gepflogenen Beratungen über Gesc.ngcnenfragen haben nach längeren Verhandlungen zunächst zur Unterzeichnung eines Abkommens geführt, wonach die beiderseitigen sie tslrnUaugtichcn Kriegsgefangenen möglichst bald in ihre .Heimat überführt werden sollen. ; j » j ; | j ' r *j Bel 'den zurzeit in Rußland herrschenden Berte h r s c r h ä l t n i s s e n wird man freniuj mit nicht unerheblichen Verzögerungen in der Ausführung des Transportes rechnen müssen. Doch ist zu hoffen, daß es gelingen wird, die in dieser Richtung bestehendea Schwierigkeiteil in verhältnismäßig kur zer'Zeit zu beheben. ! L- LI Wie steht's in Rußland? Tic Zersetzung geht weiter, im Herr und im Volk, und zwar mit sicherem Gange. In Petersburg und in Moskau herrscht völlige Anarchie. Alle Fabrik?:: stehen nU, so daß von einer Wtederingangsehung der Fabriken nicht die Rede sein kann. Die Geistlichen sin) gegen das Treiben der Menge machtlos, die Kirchen sind zum Teil auSgeraubt. Maschinengewehre gegen Hunger. Die Regierung soll sich genötigt gesehen haben, über ganz Rußland den ver,^ * WLrtfchaftsmacht. Rußland wird inuuer als eine Kornkammer Europas angesehen; seine Getreideausfuhr wurde aber rn einzelnen Jahren von der Ukraine allein mit 90 Prozent gedeckt! Die ukrainische „schwarze Erde" liefert dis zu 40 Prozent des gesamten russischen Ernte- ertraaes und fast zwei Drittel des im ganzen Reriye hervorgebrachten Weizens. Und wie mit Getreide so verhält es sich auch mit anderen landwirtscyastuchen Erzeugnissen: von dem russischen Zucker erzeugt dre Ukraine ebenfalls beinahe neun Zehntel, und ihr Anteil an der Tabakgewinnung beträgt 70 Prozent. Hand in Hand mit dem Ackerbau geht eine bedeutende Vreh- zucht. so daß die ukrainischen Gouvernements mehr als ein Drittel des ganzen russischen Viehs beher- bergen^ ^ Bodenschätzen übertrifft die Ukraine bei weitem alle anderen Gebiete des europäischen und asiatischen Rußland. Von der ganzen russischen Kohlen- erzeugnrr- entfallen allein aus das ukrainische Tonez- becken 70 Prozent! Die Roheisengewinnung in der Ukraine stellt denselben Prozentsatz dar. und die Erzeugung von Stahl und Eisen läßt sie mit 60 Prozent der gesamtrussischen auch an erster Stelle unter allen Randvölkern stehen. Im Zusammenhang damit steht es. daß die ukrainische Industrie in Rußland eine außergewöhnlich hohe Stellung einnimmt; sie beschäftigte im Jahre 1906 reichlich 380 000 Arbeiter, eine Zahl, die sich in den folgenden Jahren bis zum Kriege noch wesentlich erhöht haben dürfte. ' Diesem Reichtum an landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Bodenschätzen' kommt die geographische Lage des Landes außerdem sehr zugute. Die Häsen der l Ukraine gehören zu den besten Rußlands und bewältigen annähernd zwei Drittel der gesamten russischen ' Ausfuhr. _ w r Ter nun vollzogene Friedensschluß des Vierbundes mit der Ukrainischen Volksrepublik eröffnet die Möglichkeit, die reichen Schätze des Landes teilweise für uns nutzbar zu machen. Und wenn auch der Umsang der dort lagernden greifbaren Vorräte noch nicht zu übersehen ist, wenn auch wegen der zerstörten Elsenbahnen, infolge Mangels an Schiffsraum und wegen der im Schwarzen Meer noch herrschenden Minengefahr in der nächsten Zeit größereZusuhren wohl noch nicht zu erwarten sind, so knüpfen sich an den Friedensschluß dennoch begründete Hoffnungen. Politische Rundschau. — Ter Staatssekretär des Reichsjustizamts, Dr. v. Krause, wird sich im Laufe dieser Woche den süddeutschen Höfen vorstellen. * :• Die Konscrvati für ciu Pinralwahlrecht. Die konservativ preußische Landtagsfraktion hielt am Sonntag im Abgeordnetenhaus eine Sitzung ab. Sie beschäftigt- sich mit der Wahlrechtsvorlage und gelangte kn ihrer überwiegenden Mehrheit zu dem Beschluß, ber de.' Beratung zur WablrechtSvorlage an dem im letzten Jahre vereinbarten Kompromiß festzubalten, der *tn die Einführung eines Pluralwahlrechts hinauS- ffoif. — »»n G*dte ivbetz »«fu noch fWfft e» ser Nach 8er vsterbotschaft ein Kompronnß Zwischen Konservativen. Freikonservativen, Nationalliberalen und Zcntrunl zugunsten oes Plnralwahlrechts zustande- gekcmmen, und darauf stützt sich dieser konservative Beschluß. :: Kleinhändler im Kriegscrnährungsamt. Ter Zentralverband für Handel und Gewerbe hat in einer Eingabe an das Kriegsernährungsamt dringend die Hinzuziehung eines Vertreters des Einzel-(Klein-)han- dels gefordert. Viele Fehler hätten vermieden werden können, wenn der Einzelhandel mit seinen Erfahrungen und Kenntnissen der Verhältnisse neben den Vertretern der anderen Berufe Sitz und Strmme in dem Amt hätre. so auch die Schäden, die durch den Schleichhandel erwachsen, der durch die seither von dem Kriegsernährungsamt verfolgte falsche Höchstpreispolitik begünstigt werde. Des weiteren wird darauf hingewiesen, daß die Festsetzung falscher Preisspannen, die erfolgte^ weil 1 dem Kriegsernährungsamt die sachnlännische Beratung fehlte, den Einzelhandel zu einem beträchtlichen Teil schwer geschädigt habe und die Fortsetzung der gleichen Preispolitik seinen vollständigen Ruin herbeisühren wüßte. * * * Türkei: Abdul Hamid gestorben. ; Der ehemalige Sultan Abdul Hamid ist an Lu'.lgenentzündung gestorben. Ein kaiserliches Jrade ordnet die Leichenfeierlichkeiten für den 11. Febrirar an, wie sie einem Herrscher gebühren. Griechenland: Gegen BeniseloS. t Tie in bet Provinz erscheinende „Agence Helle- niaue" meldet: Die Stimmung in der griechischen Armee ist keineswegs stir die Regierung VenrseloS' günstig. Tie Offiziere sind in zwei feindliche La- > g e r geschieden. Die Auflösung in der Armee schreitet trotz aller getroffenen Maßnahmen fort. Acht Zehntel der griechischen Soldaten stehen treu zu König Kon- stantrn. Tie Einreihung von über 200 französisch e n Oflizieren in die griechische Armee ruft bei den Truppen gewaltige Mißstimmung hervor. Dre Gärung soll ganz besonders in den Garnisonen von Larissa (in Thessalien, im hohen Norden, unweit des mazedonischen Kriegsschauplatzes) und Lania sehr stark sein. England: Irlands Freiheitsrmgen. % Tie englischen Zeitungen melden allgemein mit Anzeichen der Bedrücktheit, daß der irische Maler und. Dichter George Russell das Mandat zur irischen Konvention niedergelegt hat. Russell, der für die weitgehendste Form von Homerule eintrat, galt als erne Hauptpersönlichkeit der Konvention und wurde daher in die Abordnung gewählt, die mit Lloyd George verhandeln sokl. Er wird nun aber auch an dieser Aufgabe nicht teilnehmen, hält sie also für aussichtslos. Aus aller Welt. ** -treiknachklänge. Aus Anlaß der Bewährung wät-rcn-.' des letzten Streiks haben sämtliche BetriebS- angefteb'w der Großen Berliner Straßenbahn Sonder- znw^tiung von je 10 Mark erhalten. Außerdem bekommen sie ein Pfund Speck oder Fett. ** Ter ex]tt größere Heringssang ist jetzt bei tzela gemacht worden. Die Heringe wurden in ranzig mit 65 Pfennig das Pfund abgegeben. Es bedeutet dies eine Erhöhung der vorjährigen Preise um 10 Pfg. ** Tie Gefahren des Karbid. Der Schulknabe Bauer in Tschieser füllte Karbid in eine angefeuchtete Flasche und verkorkte sie. Um nun hören zu können, wie sich die Gase entwickelten, hielt er die Flasche an den Kopf. Die Flasche explodierte und brachte dem Knaben überaus schwere Verletzungen am Kopfe bet; auch das rechte Auge wurde schwer getrossen. ** Tie Amme des Kaisers. In Pr.-Ströhen bei Diepholz begingen die Eheleute Christian und Frau Karoline Alb^rs seine goldene Hochzeit. Albers ist 71, > die Jubilarin 81 Jahre alt. Nach der Geburt ihres zweiten Sohnes war die Frau, vor nunmehr 59 Jahren, neun Monate lang die Amme unseres Kaisers. ** Begnadigung eines Mörders. Tie gegen den Schifssgehilfen Paul Abend in Schwerin a. W. durch das rechtskräftige Urteil des Kriegsgerichts in Posen am 24. Oktober 1917 erkannte Todesstrafe wurde gna- | denweise tn lebenslänglich: Zuchthausstrafe umgewandelt. . ^ ** T** nntgsvifihe üenterr ftatf Hessische Juwelen- und Goldwoche. Schirmherr: Seine Königliche Hoheil der Grossherzog. Von Sonntag, 17. Februar bis einscliesslich Sonntag 24. Februar 1918. „Wenn in dieser Stunde der Entscheidung jeder wohlhabende Deutsche wüsste wie sehr er durch die Hiugabe seines Juwelen- und Goldbesitzes dazu mithilft, uns den Sieg auf wirtschaftlichem Gebiete zn sichern — niemand würde das geforderte Opfer verweigern." Mit diesem Ausspruch wendet sich unser verdienter Reichsbankpräsident an alle Juwelen- und Geldbesitzer. Wir verbinden damit den Rul: Benutzt die Euch erneut gebotene besondere Gelegenheit und liefert jetzt in der Juwelen- und Goldwoche Euern Schmuck bei den Goldankaufsstellen ab. Das Vaterland braucht notwendig Euer Gold und Euere Edelsteine, je länger der Krieg dauert, desto mehr. Das Gold dient zur Deckung der Reichsbanknoten, deren Summe ständig wächst; Gold und Edelsteine erleichtern und verbilligen aber auch den Ankauf von Lebensmitteln und Rohstoffen im Ausland. Wer wird noch Juwelen- und Goldschmuck tragen wollen, der - dem Vaterlande hingegeben - die wichtigsten volkswirtschaftlichen Aufgaben erfüllt und von grösstem Nutzen für die Allgemeinheit ist. Für Juwelen wird der hohe Auslandspreis, für Gold der volle Goldwert vergütet. Lasst Euch nicht beschämen von unseren Helden draussen, die opfermutig und ohne Zögern ihr Herzblut für Euch hingeben. Pfarrer Böchner in Treis a. d. Lumda, Bürgermeister Benner in Treis a. d. Lumda, Kommerzienrat Cloos in Giessen, Gerichtsassessor Dr. Eckert in Giessen, Landtagsabgeordneter Fenchel in Oberhörgern, Amtsgerichtsrat Gros in Giessen! Landtagsabgeordneter Justizrat Grünewald in Giessen, Landtagsabgeordneter Rechtsanwalt Dr. von Helmolt in Nieder- Wollstadt, Oberstaatsanwalt Hofmann in Giessen, Gerichtsassessor Knauss in Giessen, Landtagsabgeordneter Leun in Grossen- Lmden, Otto Schneider in Utphe, Reichstagsabgeordneter Landgerichtsrat Dr. Strack in Giessen, Professor Dr. Strecker in iessen, Landtagsabgeordneter Professor Dr. Urstadt in Giessen, Gr. Provinzialdirektor Geheimrat Dr. Usinger in Giessen, Amtsgerichtsrat Wachtel in Giessen, Wilhelm Weil in Langgöns, Reichstagsabgeordneter Professor Dr. Werner m Butzbach. Rechnen ein Vergnügen, wenn ^ sich meines „Praktischen Ratgebers im Rechnen“ bedienen Er führt ohne Kopfzerbrechen in kurzer Sknfn 'v £ Um , ZieI V Oie vielen Anerkennungsschreiben und die ^rhreitunx bestätigen dies. 5. Auflage. Preis 2,50 Mk., träges 6 portofrei Zusendung 6 * des Geldbe- Selbstverlag W. kllSPS, Cölü-Deutz Srofffcbube und Pantoffel bnch Ä P-M, «-Hr Preis des Merkchens 1,25 Mk. per Nachnahme. Willi Tranke. Gemüse-Samen. Zuverlässig heste keimfähige Qualitäten, als: RnMr ! !v, Sk tr aU 1 !l R 1 0lkra . ut ' Wirsin S- Grünkohl, Rosenkohl, Kohlrabi, Kohlrubeu, Möhren, Salat, Rettige, Zwiebeln, usw. in ca. 50 Sorten vorrätig, ä Port 50 Pfg. Tabaksamen, Reismelde und Mais ä Port 1._ Mk. Blumensamen k Port 10—30 Pfg. Busch-Rosen, in fjnt? e, r l T ke ' 6dle Tee und Remontant, frpiHnrfin sortiert, nach meiner Wahl frei dort 10.—Mark empfiehlt E. Fürste, Gartenbau-Versandgeschäft, Erfurt 7. Kittlose Trübbeei-Tenlter D. R. G. M. aus Kiefer- und Eichenholz, jedes Ouanlum sofort lieferbar. Lüdd. Dachfenstcrfabrik Inh. Karl Bilz, Landau, Pfalz. Altrenommiertes Kolonial-, Laniles- Pro dulden- und Sameo-Geschäll nachweisl. gute Exist., mit mod. Einricht, u. Warenbeständen, ist weg. Todesfall unter günst. 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