Bezugspreis 60 pfg. monatlich vierteljährlich 1,80Mk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Ab geholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,50 Mk. — Erscheint E { p C ö f 1 f 0 II I Mittwochs und Samstags. — Redaktionsschlutz früh 8 Uhr. — Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der „Gießener Zeitung", Gießen. Knzeigtnpreis 20 pfg. die 44 mm breite Petitzeile, für Auswärts 30 Pfg. Die 90 mm breite R e k l a m e . Z e i l e 72 Pfennig. $ fibdftlage 21. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Große berechnet. Rabatt kommt bei Ueberfchreitung des Zahlung«, zieles (30 Taae), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Druck der Gießeuer Verlagödruckerei, Albin Klein. Nr. 11 . _ Telephon Nr. 3W, Mittwoch, den 6. Februar 1918. Telephon Nr. 38L 31. Jahrg. Deutsches Volk, merk auf! Nur ein siegreicher Friede. Deutfcbes üoik, merk auf! Nach Kopmhagener Nachrichten herrscht, wie wir einem von dort etngeiangten Privattelegramm entnehmen, in der englischen Geschäftswelt starke Mißstimmung, weil das ganze Geschäftsakten so gut wie lahmgelegt sei und die ungeheuren Verluste, die die Kauileute schon jetzt erlitten hätten, von Tag zu Tag größer werden. Man habe sich in schärfster Tonart an Lloyd George gewandt mit der Frage, weshalb er nicht auf Kosten von Englands Verbündeten mit Deutschland einen für England vorteilhaften Frieden schlösse. Lloyd George habe geantwortet, dazu sei immer noch Zeit, denn er habe absolute Gewißheit, da^ Deutschland jederzeit zu einem solchen Frieden, der England schonen würde, auch im Falle e'nes völligen Siegcs, bereit sei. Er, Lloyd George, schätze die amerikanische Hilfe auch nur gering ein und verkenne keineswegs die wachsende Gefahr des U-Boot-KriegeS. Aber die Her.cen möchten nur noch ganz kurze Zeit Geduld haben. Nach ganz zuverlässigen Nachrichten stehe die innere Revolution Deutschlands unmittelbar bevor. Die ganze demokratische Bewegung in Deutschland sei so stark, daß man aus diesem Wege, ohne die eigenen Verbündeten preisgeben zu brauchen, mit Sicherheit zu einem sogenannten annexionslosen Frieden gelangen werde, der Englands Kriegsziel: die wirtschaftliche Vernichtung Deutschlands, ohne daß Deutschland selber es merke, voll befriedige. Das war von Anfang an Albions Rechnung: den Krieg mit Hilfe der deutschen Friedensliebe und der deutschen Dummheit zu gewinnen. Im Dezember 1914 sagte Lord Kitchener zum Vertreter der „Chicago Tribüne": „Wir werden trotzdem den Krieg gewinnen. Wenn wir ihn nur auf lange Sicht unbegrenzt führen, so wird das deutsche Volk, weil es von Natur den Frieden liebt, seine Regierung zwingen, den Frieden zu suchen, und schließlich um jeden Preis." Deutsches Volk, merk aus! Sollen deine ingrimmigsten Feinde recht behalten mit ihrer beleidigenden Einschätzung deiner Biderstandskcaft? Willst du wirklich in allerletzter Stunde alle die Opfer und Entbehrungen vergeblich getragen haben, all das Heldenblut umsonst geflossen sem lassen? Sollen Lloyd George und Kitchener dich wirklich am besten gekannt haben? Wach auf, deutsches Volk! » Nur ein siegreicher Triede! Die jüngsten Verhandlungen des Entente Kciegs- rateS haben gezeigt, daß unsre Feinde noch immer nicht zu einem Frieden bereit sind, der unfern Daseinsbedingungen gerecht wird. Unsre westlichen Feinde haben nichts von ihren wahnwitzigen Forderungen aufgegeben. Sehen wir einmal von allen Ecoberungs- plänen. der Gegner ab und denken wir nur an die Kriegsentschädigung, die ihre führenden Blätter von uns fordern. Für England werden 120 Milliarden Mark, für Frankreich 100 Milliarden und für Belgien 20 Milliarden verlangt, das sind 240 Milliarden Mark; Dazu kämen noch mindestens 120 Milliarden Mark, die wir an eigener KciegSschuldenlast zu tragen hätten. Diese allein schon würde, wenn wir sie ganz Zu tragen hätten, die Steuerlast der Bevölkerung so gewaltig erhöhen, daß unsre ganze Lebenshaltung auf das nied. rigstc Maß herabgedrückt würde und besonders der Arbeiter- und Mittelstand ein menschenwürdiges Dasein kaum mehr führen könnte. Das Deutsche Reich hat heute schon eine Kriegsanleihe von 73 Milliarden zu verzinsen, wofür jährlich rund 4 Milliarden Mark aufgebracht werden müssen. Dan.den sind auch noch die Schulden der einzelnen Staaten und der Gemeinden im Kriege gewaltig ge- stiegen. Zu diesen Lasten kommen hinzu die Summen für die Militär Invalidenrenten, die Witwen- und Waisenpensionen. die schon heute mehrere Milliarden Mark betragen und noch von Tag zu Tag steigend- weiter die Summen für Wiederaufbau deS zerstörten Ostpreußens und des Oberelsaß, sowie für die Ecgän- zung des Heeresbedarfs, der Flotte und der Handelsmarine. Vor dem Kriege betrug das jährliche Gesamteinkommen des deutschen Volkes nach zuverlässiger Schätzung etwa 33 Milliarden Mark, das befteuerungs fähige Einkommen 23 Milliarden Mark. Dieses besteuerungsfähige Einkommen wird natürlich bei Friedens« schluß erheblich niedriger sein, infolge der im Kriege erlittenen Verluste an Steuerzahlen. Es ist mindestens mit einer Verminderung von 2*/* Milliarden Mack zu rechnen. Weiter kommt hinzu, daß sich das Einkommen des Kriegsbeschädigten nach dem Kriege verringern wird, was auch wieder mit 8 / 4 Milliarden Mark anzuschlagen ist. Im ganzen würde sich also das steuerfähige Einkommen nach dem Kriege um 3 Milliarden Mark verringern. Diese gewaltigen Summen mache man sich einnlal klar. Nun kann man sich hinftellrn und sagen: Was geht mich das an? Mögen die reichen Leute, die Fabrikanten, die Großgrundbesitzer usw. die Steuern bezahlen. Die können das. der kleine Mann, der Arbeiter, müssen davon verschont bleiben, die dürften eigentlich überhaupt nichts bezahlen. In solchen Worten spiegelt sich ein ganz unverantwortlicher und sträflicher Leichtsinn wieder. Gewiß, wenn es darauf ankäme, könnten die reichen Leute die Steuern aufbcingen. Nun aber die Frage: Sind die reichen Leute nicht dieselben, die für den Ausbau und Neubau der Industrie, des Handels, der Landwirtschaft und der sonstigen Gewerbe zu sorgen haben und dafür die Kapitalien brauchen? Sind das nicht dieselben, die nachher den Arbeitern hohe Löhne zahlen sollen und müssen? Sehe man doch klar: Wenn unsre Industrie, unser gesamtes gewerbliches Leben die Steuern aufbringen soll, so muß die ganz natürliche und selbstverständliche Folge die sein, daß die Löhne niedrig bleiben müssen, denn je mehr Steuern der Fabrikant beispielsweise Zu zahlen hat, je mehr Lasten er für Reich und Staat zu tragen hat, desto niedriger müssen die Löhne sein, wenn er überhaupt durchkommen will. Nur wenn die sonstigen Ausgaben klein sind, können die Löhne befriedigend hoch sein. Oder aber der Fabrikant müßte die Steuern usw. auf seine Waren und Erzeugnisse schlagen, und hier wäre die Folge dann die, daß die deutschen Erzeugnisse im Wettbewerb nicht bestehen könnten, weil sie zu teuer wären. Daraus aber würde folgen, daß unser gesamtes Wirtschaftsleben untecginge, und die Hauptleidenden wären wieder die Arbeiter, die dann einfach keine Arbeit mehr fänden. So zeigt diese kurze Uebeclegung der Geldfrage, wie bitter notwendig uns ein starker deutscher Schwert- friede ist, der den Feinden seine Bedingungen diktiert. Ein fauler Friede würde zuallererst die breiten Massen, die arbeitende Bevölkerung in die sichere, unabwendbare Verelendung hineinstüczen. Ec wäre die fahrlässige Herbeiführung des Unterganges des gesamten deutschen arbeitenden Volkes! Würden wir gar unterliegen, nun dann müßten wir eben Hunderte von Milliarden an die Feinde zahlen. Wir würden — wie neulich eine feindliche Zeitung eS forderte — die Sklaven Europas sein und alle miteinander an den Bettelstab kommen! Müssen wir da nicht alles ausbieten, um bis zu einem siegreichen Ende, bis zu einem Frieden, wie wir ihn nötig haben, auszuhalten? Das Ausharren wird gekrönt werden. Wir sehen, wie England, unser zähester Gegner, von Woche zu Woche schwacher wird. Unsre U-Boote zehren an seinem Lebensmark Früher od^ später muß England am Schiffsraummangel zugrunde gehen. Das fühlen auch die einsichtigen Engländer. Vor einigen Wochen sagte der liberale Abgeordnete Lambert (bis 1915 Zivillord der Admiralität) im englischen Unterhause: „Der englische Schiffsraum, den die U-Boote in den letzten 4 Monaten versenkt Habens ist nahezu ebenso groß, wie unsre gesamte Schiffrraumec- zeugung während des Jahres 1917." Auf der einen Seite sehen wir also den völligen Untergang, auf der andern den sichern Sieg. Können wir da noch im Zweifel sein, was wir zu wählen und zu tun haben? Amtliche deutfebe Cagesbericbte. lieber 23000 rönnen versenkt. Berlin, 1. Febr. Im mittleren und westlichen Mittelmeer wurde in letzter Zeit besonders der TranS- portverkehc nach Italien und Frankreich gestört. Dabet wurden 5 Dampfer und 1 Segler mit über 23000 Bruttoregistertonnen versenkt. Der Chef des AdmiralstabcL der Marine. 9 wtb. Gc 0 ßeS Hauptquartier, 2. Febr. 1918. Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorfs. » Berlin, 2. Febr., abends. Von den KriegSschau- Plätzen nichts Neues. » Neue U-vookrttolge. Berlin, 2. Febr. Dicht unter der englischen Ostküste wurden durch unsere Unterseeboote bei starker Be- wachung und Gegenwirkung kürzlich 6 Dampfer, sowie der englische Schlepper „Desice" mit 2 Motorlichtecn versenkt. Die Dampfer waren fast durchweg tief beladen, einer von ihnen mit Holz. « Der Chef des Admiralstabes der Marine. • wtb. Großes Hauptquartier, 3. Febr. 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. An der flandrischen Front kam es am Nachmittag zwischen dem Houthoulster Walde und der Lys zu lebhaften Artilleriekämpfen. Auch in der Gegend von Lens, beiderseits der Scarpe und westlich von Cambcai lebte die Feuectätigkeit zeitweilig auf Bei Monchy wurde ein starker Eckundungsvorstoß der Engländer abgewiesen. Heeresgruppen Deutscher Kronprinz und Herzog Albxecht. Am Oise-Aisne-Kanal ließen die Franzosen bei einem gescheiterten Unternehmen Gefangene in unserer Hand. Längs der Aillette, im Abschnitt von Reims, auf den Maashöhen und am Hartmannsweilerkopf vielfach Artillertetätigkeit. Unsere Infanterie brachte von Erkundungen auf dem Ostusec der Maas und nördlich von Badonvillexs einige Franzosen zurück. Italienische Front: Lebhafter Feuerkampf auf der Hochfläche von Asiago. i • 1 Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Genecalquartiermeister: Ludendorff. » Berlin, 3. Febr., abends. Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues. G ,$000 rönnen. Berlin, 3. Febr. Unterseebootscrfolge auf dem nördlichen Kriegsschauplätze: 18000 Br. Reg-To. Die Schiffe waren fast sämtlich tief beladen und wurden zum größten Teil im Aermelkanal vernichtet. Der Chef des Admiralstabes der Marine. (Fortsetzung aus der 4. Seite.) •Y/////y//M Gasgefüllt- bis 2000Watt Das konzentrierte Licht Der „Faktor der Uebertreibung". «re England sich selbst belügt. Tie englischen amtlichen stellen haben da» Bedürfnis, ihre Massen wieder einmal zu beruhigen. So bat in einer Unterredung mit einem Vertreter der Associated Preß" der Erste Lord der Admiralität Sir Er c Ged des seine Meinung über das Ergebnis von ib> Monaten uneingeschränkt Unlerseebootkrie- -p- aeäukert- „Das Unterseeboot ist in nchacy ge- Kalten " 'diesem Sinne säbelt er geheimnisvoll: ' " TieZerstörung von Schiffen der Alliierten nimm?stänöia ab, während der Bau von Hanöels- S 'ständig zünimmt. Tas, Dersenten deui,cher Unterseeboote nimmt stüudiq größeren il.nsang an. Es albt aber noch eine andere Statistik, über die ch verfüge, die uns allen Anlaß zur Bejmedlgun^ gibt. Tas ist die Statistik über das, was ich den „Faktor der Uebertreibung" in den deutschen ouiziellen ^est- ibre Berichte einige Schiffe mit ein, die torpediert wurden, die wir nachträglich jedoch noch retteten. Wrr funden aber, daß ein größerer Unter,chied bestand, als auf diesem Wege zu erklären war. Wir fanden vom ersten Monat ab, daß ein gewr,ser Spielraum der Uebertreibung" vorhanden war, dav heitzt, der deutsche Admiralstab fügte jedesmal einige tausend Tonnen zur Abrundung hinzu. Tiefer Spielraum der Uebertreibung war noch ziemlich gering in den ersten Monaten des uneingeschränkten Unterseeboot- krieaes, als die Tinge mit einem gewi,sen Mag von (Lrfola für die U-Boote verliefen, er zeigte kern sonderliches Anwachsen im April, Mai und Hunt als die Bersenkungsziffern die höchsten waren. Aber' mit dem Nachlassen der deutschen Erfolge un ->uli August und September begann der Spielraum der Uebertreibung anzuwachsen. Ter deutsche Admiralstab sah sich genötigt, seine Angaben immer often- kundiger zu fälschen zu dem Zweck, dem deutschen Volk die Ueberzeugung berzubrrngen, daß der U-Boot- Krieg ein fortgesetzter Erfolg sei." Welch ein Schwindel! Daß die bis auf das Wort richtige Abstattung einer Meldung für den deutschen Offizier und damit dem Admiralstab Ehrensache und deshalb selbstverständlich ist, scheint man in England noch immer Nicht zu wissen. Tas ist bei der Art der englischen offiziellen Berichterstattung für jeden Deutschen begreiflich Wir stellen dies gegenüber der dreisten Behauptung des Ersten Lords der englischen Admiralität fest daß der deutsche Admiralstab seine Berichte ckäisibt". Im Anschluß an diese Behauptung wird die Sache ganz dunkel: er, Geddes, hält den von ihm erfundenen „Spielraum der Uebertreibung" „für ein ziemlich genaues Spiegelbild der deutschen amtlichen Auffassung", das ist Ansichtssache, aber weiter: „und zugleich für ein amtliches Zugeständnis, daß der U-Boot-Krieg von seinen eigenen Führern als ein Fehlschlag betrachtet wird". — Also die dreiste Erfindung des Ersten Lords der englischen Admiralität ist ein Zugeständnis der amtlichen deutschen Stelle. Zn diese Region der höheren Logik vermögen wir nicht zu folgen. Das deutsche Erbübel. Der Vernichtungskrieg unserer Feinde war in seinen von England geleiteten jahrelangen Vorbereitungen auf eine scheinbar untrügliche Reihenaufgabe gestellt: Zahlenmäßlge Ueberlegenheit der verbündeten Feinde, Abschnürung Deutschlands von seiner Zufuhr über See, Zwang zum Zweifrontenkrieg in Folge seiner geographischen Lage. Trotz all dieser die Kriegsziele unserer Feinde begünstigenden Faktoren steht heute nach 8*/t Kriegsjahren Deutschland militärisch günstiger da, als beim Beginn: wirtschaftlich haben wir nicht nur durchgehalten, sondern konnten durch kriegerische und organisatorische Maßnahmen unsere Kriegswirtschaft so stellen, daß sie für die uns von unseren Feinden aufgezwungene weitere Dauer des Krieger gesichert ist: der Zweifrontenkrieg ist zusammengebrochen, die russische Tampswalze in Blut und Sumpf stecken geblieben. nur das deutsche Schwert bahnte uns den Weg nach Brest-Litowsk. Dieses weltpolitische Wunder ließ der unseren Feinden die Erkenntnis aufdänrnrern, daß der uns Kräfte wirksam sind, die sie nicht richtig gewertet haben. Im deutschen Wesen, das sich in strengem und doch freudigem Pflichtgefühl offenbare, liegt das Geheimnis der deutschen militärischen Stärke. Zn keinem ^ande sind Heer und Volk so eins, wie in Deutschland. Zn der bewußten und wirksamen Hingabe an Volk und Staat steht der deutsche Soldat obenan. Jnr Moralischen liegt zum größten Teil seine Ueberlegenheit. Er will, was er will, während der persönliche Wille des englischen, französischen und russischen Soldaten zu dem, was er will, wesentlich geringere Beziehungen besitzt. Tie deutsche Art ist sichtlich stärker und wert- voller als dre. die mit ihr im Kampfe liegt. Ter deutsche Geist ist es, der sich arrch von einer Ueberzahl nicht töten, nicht unterdrücken läßt. Zn dieser Richtung also haben unsere Feinde sich gründlich verrechnet, und mit schweren Opfern an Blut und Gut t>abeu sie Die bittere Lehre bezahlt. Nun aber, da sie sich mit der Kunst ihrer äußeren Mittel am Ende sehen, glauben sie in höchster Not, wie sie hoffen noch zur rechten Zeit, die Achillesferse des deutschen Wesens entdeckt zu haben: das deutsche Erbübel der Nörgelsucht, der Prinziplenreiterer. des Partei- aeistes. Diesen inneren Erbfeind der Deutschen brauche man nur zu reizen, bis er überschämnt, bis die Volksseele ins Kochen gerät, dann sei es mit der deutschen Einigkeit aus, die uns ^bisher unüberwindlich gemacht l)at, und die seit Beginn des Krieges das schönste und größte Erlebnis unserer gewaltigen Zeit war. Tie feindliche Presse hat uns durch ihre voreiligen Berichte die untrüglichsten Beweise dafür geliefert, daß der nach kurzer Tauer von wenigen Tagen ergebnislos gescheiterte Arbeiterausstand in Groß-Berlin und einigen anderen Orten des Reiches ein Werk feindlicher geheimer Werbetätigkeit war. Umfaßte der Teilaus- stand, dem wirtschaftliche Arbeiterforderungen überhaupt nicht zu Grunde lagen, auch nur einen geringen Prozentsatz der in der Rüstungsindustrie tätigen und zwar zumeist der ungelernten, jugendlichen und weiblichen Arbeiter, so haben die bedenklichen Folgeerscheinungen doch gezeigt, wohin eine im Ziel verfehlte, in den Mitteln falsche und in den Folgen gefährliche Demonstration der Massen führen kann. Auch den durch eine falsch verstandene Solidarität zu Mitläufern der Demonstration gewordenen Arbeitern wird inzwischen zum Bewußtsein gekommen sein, daß sie das Opfer gewissenloser Volksverhetzer und letzten Endes gedungener feindlicher Agenten geworden sind. Der Jubel des feindlichen Auslands hat ihnen gezeigt, wohin der Weg führt, den zu gehen sie im Begriff waren. Auch die geringste Störung unserer Kriegsarbeit schädigt die Kriegsührung, verlängert den Krieg, gefährdet das Leben und die Gesundheit unserer Kämpfer im Felde. Angesichts unserer militärischen und wirtschaftlichen Lage ist uns der Endsieg unenireißbar, der uns den Frieden bringen will, von dem das Wohl der deutschen Arbeiterschaft in erster Linie abhängt. Wiederholt haben unsere Feinde einen für sie annehmbaren Frieden unter Beschimpfungen und Verhöhnungen abgelehnt; im Interesse des gesamten werktätigen Volkes, im Interesse des Daseins und der Sicherheit Deutschlands muß unser Schwert ihnen den Friedenswillen aufzwingen, wenn sie sich nicht eines Besseren besinnen: Will unser Feind den Frieden? — Nein! Er will vom Schwert geschlagen sein. Trum an den Amboß deutscher Schmied, Tas Schwert nur singt dein Friedenslied! Menschenwerte in Amerika. Arbciterwohlfahrt Huben und drüben. Präsident Wilson behauptet, des deutschen Volkes Freund zu sein und durch den Krieg sein Wohltäter werden zu wollen. Turch die Teilnahme am Rettung aus Seenot. ts. Wo draußen in der Nordsee im Frieden Feuerschiffe mahnend den fern der Küste stehenden Schissen mit Hellem Blink die Wege weisen, liegt jetzt in dunkler Nacht ein Vorpostenboot, Führer Steuermann d. R. Jaeger aus Haste, Kreis Rintelen, auf der Wacht gegen den Feind. Der Führer ist an Teck und auf seiner Brücke. Plötzlich ein Heulen! Warnend klingt's herüber. Nicht weit, da braust, zischt, tobt und brüllt etwas: Die Brandung! Und ganz dünn der dem Ohr der Wache bekannte Ton der Heultonne! Schnell herum mit dem Boote und wieder hinein in die Aee. Kann! daß das Vorpostenboot auf dem neuen Westkurs liegt, sieht man au Backbord achteraus ein Fahr-eug. das scheinbar führerlos treibt. Auch ein zweites gleicher Bauart wird gesehen. Grün und rot, r«t und grün glühen die Seitenlaternen zwischen den Aren herüber. Sie scheinen zu rufen. Also drauf zu. Als das Vorpostenboot in die Nähe des einen als Fischlogger auszumachenden Schisses gekommen ist, ruft man mit Sprachrohr herüber, daß der andere hilflos sei und vor der tobenden Brandung seinem Untergang entgegen treibt. Es ist der Fischloggec ..Tankwart", aus einem Hafen der Weser, der mit Motorschaden Scurm und See preisgegeben ist. Hier sann nur schneller Entschluß helfen, und unbekümmert um Vee und die Nähe der Brandung, vertrauend auf die erprobte Tüchtigkeit seiner Mann- Waft, manöveriert der Führer ohne viel Besinnen Hinan an den Logger. beschickte Hände werfen Wurf- leLnen herüber und an ihnen holen eilfertige, kräftige Arme die starke Stahllerne an Bord, um sie festzu- machen. Fast scheint es, als ob Schiff gegen Schiff v»n der See geworfen würde, doch rechtzeitig ist die Otzleppleine fest und unser Borpostenboot kann noch mit dampfender Maschine frei von seinem Schützling den die Brandung beinahe gepackt hatte WOdnKHRch verläuft sich die Brandung, und nach zwei- S ü&igtm Schleppen hört man v»n der Heultonne nichts ffe. Sr, m 1 8§r jntrgcfiR, Me bessnde« Rwce See. ein Klirren und der Ruf vorn Posten auf dem Achterdeck: „Schleppleine gebrochen!" Jetzt kann nur eins helfen, sagt sich der Führer: Schleppen mit Anker- trosse! Alle Mann an Deck, und in schwerer Arbeit, während See über See an Deck schlägt, wird der starke Eisendraht fertiggemacht. Nochmals jetzt an den quer zur See torkelnden Logger heran. Auch dieses Wagnis gelingt, und die Ankertrosse wird von der um ihr Leben kämpfenden Besatzung des Fischers nach n/zstün- diger Arbeit festgemacht. Wieder spannt sich das - postenboot vor und sucht in langsamer Fahrt, eben steuerfähig, den Hilflosen an sich zu ziehen. Es gelingt. Bald liegen beide Schisse auf dem Kurs zur Heimat. Wohl zerrt Woge um Woge an dem Schleppzug. doch mit Ausdauer ziehend, verfolgt er seinen Weg. Seemännisches Geschick und braves Zusammenarbeiten ermöglichen es, daß der Logger trotz unverminderten Sturmwetters in der nächsten Nacht um 2 Uhr auf schützender Reede Anker werfen kann. Schleppleine los! Ein kurzes Winken, und wieder dampft das Vorpostenboot seewärts auf Posten. Scherz und Ernst. tf. Maschineschreiben als Lehrfach an Bürgerschulen. Tie Amsterdamer Stadtverwaltung geht mit dem Plan um, das Maschineschreiben als saknltatives (sreiwilliges) Lehrfach mit dreijährigem Kursus zuerst probeweise an der dortigen vierten höheren Bürgerschule und, falls sich die Einrichtung bewährt, auch an anderen städtischen Lehranstalten allgemein einzuführen. tf. Schneeglöckchen blühen tut* Lerchen singen! Bon verschiedenen Stellen in Mitteldeutschland wird berichtet: Tie Wärme der letzten Tage brachte bereits die Schneeglöckchen zum Blühen; auch trafen schon Stare ein. — AiiS dem Münsterlande wird geschrieben, daß -vrt die Lerche bereits singend in die Lüste steigt — eine Folge deS ungewöhnlich «armen Wetters nach längerer Feostperiode. Die Amsel hat man auch beraits vernommen. Der Äarrdwd.'t wUl von foW ch«y VmtarsaaM« rMt )»lw; « M *#§ Gpvich- Vernichtungskriege gegen Deutschland will er dar deutsche Voll von der Gewaltherrschaft seiner Fürsten „erlösen", die sein Verderben, sein Verhängnis sein sollen. Tas von seinen angeblichen - Tyrannen „befreite" deutsche Volt soll dann befähigt werden, der Wohlfahrt und des Segens der sogenannten Demokratie teilhaftig zu werden, für die vornehmlich die große Republik Wilsons das Vorbild darstellen soll. Der weitaus größte Teil des deutschen Volkes besteht aus Arbeitern und ihren Familien. Ihnen müßte also hauptsächlich der vermeintliche Vorteil zugute kommen, wenn Wilson sein Befreiungs- und Beglückungsverfahren durchsetzen und so den deutschen Arbeitern den Weg zu dem Heil erschließen könnte, das dem amerikanischen Arbeiterstande beschieden sein soll. Wie aber steht es in Wirklichkeit mit den Zuständen, deren sich drüben die Arbeiterschaft zu „erfreuen" hat? In Wahrheit verhält sich die Arbeiterwohlfahrt hüben und drüben zueinander wie Tag und Nacht, wie Fortschritt und Rückständigkeit, wie das Muster und sein Gegenteil. Haben doch vor dem Kriege die Feinde aus berufenem Munde zugestanden und gerühmt. daß Deutschland mit seiner Arbeitersürsorge allen Länder: weit voraus ist und voranleuchtet. Am weitesten vorgeschritten ist es aber gerade gegenüber dem Wilfonschen Amerika, das zum Beispiel auf dem Gebiete des staatlichen Arbeiterschutzes, insbesondere des Kinderschuhes, himmelschreiende Mißstände ausweist. Ein italienischer Staatsmann hat die ausländischen Nachahmungen der mustergültigen deutschen Arbeiterversicherung „Zwerge neben dem deutschen Niesen" genannt. Lloyd George, der heutige Führer Englands, hat noch wenige Monate vor Kriegsausbruch gesagt: „Ich habe oft Gelegenheit gefunden, anzuerkennen, wie sehr nicht nur mein eigenes Heimatland, sondern die ganze gebildete Welt Deutschland zu Tank verbunden ist für den Mut, womit es schon vor einem Menschenalter ein damals neues und unbebautes Versuchsfeld (nämlich das der sozialen Gesetzgebung) betreten hat." Und Präsident Wilson selber, der heute das deutsche Volk mit den Verhältnissen seiner Republik beglücken möchte, hat beim Amtsantritt diese in bezug auf die Arbeitersürsorge also gekennzeichnet: „Wir sind stolz gewesen auf unsere industriellen Leistungen, aber wir haben bisher den Menschen- wert nicht hoch genug angeschlagen, den Wert der ausgelöschten Menschenleben, der überbürdeten und zusammengebrochenen Existenzen." *■ Nun sollte man meinen, Wilson hätte es sich angelegen sein lassen, diese Zustände abzustellen. Aber nein; er hat Wichtigeres zu tun. Er muß denen, die in ihren Betrieben die „Menschenwerte nicht hoch genug veranschlagen", die mit Menschenleben Schindluder treiben, den amerikanischen Munitionsfabrikanten nämlich, durch seinen frivolen Eintritt in den Krieg und durch Anwendung des Kriegsrechts auf widerstrebende Arbeiter die weitere Ausbeutung der menschlichen Kraft noch erleichtern. Tas ist Wilsonsche Konsequenz! Der Streik geht zu Ende. Die in voriger Woche begonnene Berliner Streikbewegung zeigte am Montag das Bild, das nach den Ereignissen der letzten Tage zu erwarten war. Tie Zahl der Arbeiter, die die Arbeit am Montag wieder nusgenommell haben, hat sich um 100 000 gesteigert. Dabei ist zu berücksichtigen, daß die Streikenden in den Betrieben, die nicht zur Kriegsindustrie gehören, bereits früher zur Arbeit zurückgekehrt waren. Im ganzen läßt sich also sagen, daß die Streikbewegung in Groß-Berlin als nahezu beendet angesehen werden kann. — Im Reiche ergibt sich überall dasselbe Bild. Ter Reichstagsabgeorvnete Dittmann, unabhängiger Sozialdemokrat und Mitglied des Streik- rates, ist bei einer Streikversammlung im Treptower Part verhaftet worden, weil er nach der Feststellung »ort; „So lange die Lerche vor Lichtmeß singt, so inge muß sie nach Lichtmeß schweigen", und mei- ens trifft das zu. Holunder und andere Frühsträucher hlagen bereits aus. Im vorigen Jahr setzte der Frost m 19. Januar ein und hielt bis zum 11. Februar; er 4. Februar brachte die stackste Kälte mit - Krad. tf. Reicher Bernstcinsegen Mit sechs Zentnern Bernstein kam der Strandvogt Trude aus Polski nach Königsberg, um das kostbare Harz an die Bernteinwerke abzuliefern. Diese Menge Bernstein ist von Mischern in Polski bei den letzten Stürmen aus der -stsee gefischt. Tie größeren Stücke werden mit 50 M. ür ein Pfund bezahlt. Tie Fischer schöpfen den Bern- :ein, angetan mit langen, bis an den Hals mojen* »en Lederanzügen, auf dem angeschwemmt kommen- en Seetang aus der See mit kleinen, an einer langen Stange befindlichen Netzen. tf. Brasiliens Kaffee-Rot. Erstens: Brasilien lebt om Kafseebau. Zweitens: Brasiliens Kaffee ging um größten Teile nach Deutschland, woher es unge- »eure Summen bezog. Trotzdem hat es uns den Krieg rklärt. Jetzt wird die Not noch größer; denn nach uverläsftger fachmännischer Schätzung wird Brasiliens kaffee-Ernte 1917 höchstwahrscheinlich alles ors- ,er Dagewesene übertresfen. Um jo wenr- er erbaut ist man über die durch die Kriegsverhalt- stsse aufs äußerste eingeschränkte Aufnahmefähigkeit »es Weltmarktes. Nach Deutschland kann man nichts enden, da soll Uncle Sam helfen. Man hofft m Brasilien, daß gegen Ende des Krieges die Bereinigten Staaten große Kaffeevorräte aufhäufen und aus diese Leise Brasilien die erhoffte Hilfe bringen werden. Aber ltordamerika hat anderes, wichtigeres zu tun. als jem Mb in Brasil-Kaffee festzulegen. Aus leben yall nrd er dar nur bei schamlosesten Erpresserpreisen un. — Wir unsererseits aber werden uns in Zukunst mch dem Kriege mit türkischem Kaffee behelfen; denn .en BrasManern, die trotz angenehmster Beziehungen »vr dem Kriege auf Englands Kommando wie die Wege- agerer über vnS hergefallen sind, unser gutes Gew M senden. IaI wird selbst die dümmste genußsüchtigste tafTwNnik nicht «her- Hevz bringen. ;eS beaufsichtigenden Polizeikommissars dort zur Fort- etzung des Streiks aufgefordert, also Landesverrat be Zangen und darum trotz seiner Eigenschaft als Reichs- raasadgeordneter als „auf frischer Tat ertappt", verwüstet und ohne Genehmigung des Reichstags unter Rnktage gestellt werden konnte. Tie Verhandlung vor Dem außerordentlichen Kriegsgericht war am Montag. -!dg. Tittmann, ein früherer Tischler, jetzt Parteisekretär der unabhängigen Sozialdemokratie, bestritt )ie Darstellung der Vorgänge seitens der Polizei. Er habe nicht vom Streik gesprochen, sondern nur über den anzustrebenden demokratischen Frieden rn seiner Rede sich geäußert. Als er verl-aftet werden zollte, habe ihn der Gendarm am Arm packen wollen, im weiteren auch mit Schießen gedroht; da habe er zuerst gesagt, er sei Reichstagsabgeordneter und dürfe nicht verhaftet werden. Als daraus nicht Rücksicht genommen wurde, habe er gesagt, man brauche ihn nicht festzuhalten, denn er gehe selbst mit. Wenn er sich rn einem Moment an dem' Arm des Gendarmen sestgehalten habe, ,o ser dies unsretwillig geschehen, weil er stolperte und sich vor dem tzrnsaUen schützen wollte. Aresen Angaben widersprechen die Polizeibeamten; der Angeklagte habe vor der aus mehreren tausend Köpfen bestehenden Versammlung, die polizeilich nicht an gemeldet aewesen fet# Den Streik behandelt und gesagt! .d?iv müssen den Streik hoch halten! Ber seiner Ab suhruna habe der Angeklagte Widerstand geleistet und die Aieuae sei sehr ausgeregt gewesen. Ter Angeklagte Mibe um sich geschlagen und habe sich gemehrt. Ter rutttäger des Gerichts oeanrragte 0 ^ahre Zuchthaus und 0 Jahre Ehrverlust. * * Das Kriegsgericht der Festung Köln !>a i in be- chieunlgtem Verfahren den Treher Bernard 5aammer .^'gen reisn'.gen Vaterlandesverrats, begangen durch Verbreitung ' von Flugblättern, zu einem Jahre Festungshaft- verurteilt. Als strafmildernd wurde in Betraa): gezogen, daß Hammer bisher unbestrast ist und den Feldzug mitgemacht hat. Die Verhandlungen in Breft-Litowek sind allmählich in ein Fahrwasser geraten, das fernab vom'Frieden fließt. Man streitet sich in Tage langen Verhandlungen darum, ob in der tttrainc die „Rada" oder die Bolschewiki herrschen. Trotzki hat von seinen Gesinnungsgenossen, die gegen die Rada-Regierung in Kiew Krieg führen, zwei Abgesandte mitgeoracht und bestreitet jetzt, daß die Rada rn der Ukraine die Herrschaft ausübe und zur Vertretung der Ukraine berechtigt sei. In diesem „geistigen Snugrampfe" zwischen Nada und Trotzki machen die Vertreter der Rada geltend, Trotzki wolle nid)t eine geordnete Regierung, sein Ziel sei die Ver- störung der Ruhe und Ordnung im Lande. Tie ukrainischen Delegierten betonten dann erneut, daß sie, sie allein zur Vertretung der neuen ukrainischen Republik berechtigt seien; wogegen Trotzki auf die Telegramme über Siege der Bolschewiki in der Ukraine vermiss und behauptete, die Macht in der Ukraiine harren seine Freunde in Händen. In diesem Punkte wurde ihm widersprochen, wie es scheint mit Recht. Tenn die Ukrainer melden einen Sieg: Rach den neuesten Nachrichten sind alle ukrainischen Truppen auf die Seite der Zentralrada getreten und haben die Unabhängigkeit der Ukrainerrepublik unter stützt. N ut wenige Bezirke sind noch in der Gewalt der B o i s ch e w r k i t r u p p e n, darunter Odessa und Sewastopol. Tre Schwarze-Meer-Flotte soll zur Zeit aus Seiten der Bolschewikis stehen. Ter englandfreund ltche Kosakenhäuptling Kaledin hat sich mit seinen Truppen im Tongebiet für die Rada und gegen die Maxunalisten erklärt. Tre: v u )) i s ch e Armeekorps haben versucht, die r u m ä n r i ch e Landesgrenze zu überschreiten. • Nur zum Heineren Teile ist ihnen dies gelungen. An die 2000 Mann traten mit Pferden und Wagenpark in regel- iO|ei* Flucht zur Front der Mittelmächte über. Angesichts dessen erklärte der österreichische Minister des Auswärtigen, Gras Ezernn,: „Wir sel-en uns veranlaßt, die ukrainische Volksrepublik schon jetzt als unabhängigen, freiem souveränen Staat anzuerkennen, der in der Lage ist, selbständig internationale Abmachungen zu treffen." * Trotzki auch gegen die Polen. Neben der Vollsitzung lief eine Kommissionssitzung in der polnischen Frage resp. über die Frage der Einladung bezw. Zulassung von Vertretern der westlichen Randstaaten zu den Verhandlungen in Brest-Litowsk Trotzki wandte sich sehr scharf gegen dieses Verfangen. Polen sei selbständig. Aber solange es besetzt sei, sei eine Selbständigkeit von Vertretern Polens^ die in Voraussetzungen machgebender Verhandlungen fei, nicht zu denken, zumal nicht angesichts des Mangels fester Grenzen. Als bevollmächtigt zur Teilnahme an diesen Verhandlungen könnte er nur eine Vertretung Polens ansehen, welche sich auf die breiten Massen stützen würde. Aehnliche Ausführungen machte Trotzki auch in bezug aus Finnland. Tie Verhandlungen in Brest-Litowsk werden in diesen Tagen aus die Arbeit der wirtschaftlichen Kommissionen beschränkt sein wegen einer Reise v. Kühlmanns und v. Czernins nach Berlin zu wirtschaftlichen Verhandlungen zwischen den M i t t e l imächten. Ein ncncr M^rv in Petersburg. Nach einer Havasmeldnng wurde in Petersburg in der Nacht aus Mittwoch der Psychologe Professor Rofendach. als er im Schlitten Fanianka passierte, von Anarchisten, die das gesamte Stadtviertel besetzt halten, ermordet. — Maxim Gorki, der einem Straßen- üversaU zum Opfer siel und schwer verwundet ins Krankenhaus gebracht wurde, befindet sich außer Lebensgefahr. Tas Recht der Macht. „Nowaja Schijn" zufolge wurde der allrussische Lauernkongreb am 23. Januar unmittelbar nach seiner Eröffnung von Roten Gardisten und Matrosen auf- gelvjt. Sie THui.ymer wurden in Abteilungen oon ie fünf Mann verhört, der Vorsitzende oerhaftet. Insgesamt hatten ftch über 200 Delegierte von der Front und aus den Dörfern eingefnnden Die meisten waren Sozialrevolutionäre. B o l sch ew i ti-„P reß jre Üft* i i". Das Zettungswefen liegt in Petersburg wie alles ganz un Argen. Die Bolschewiki-Reglerung unter- druckt fast täglich ihr nicht genehnie Blätter und hindert die noch zugelafienen oder unter neuen Namen erscheinenden, den Regierungsstandpunkt nicht vertretenden. durch Vorenthalten von Papier am regelmäßigen Erscheinen. Allgemeine Kriegsnachrichten. Gcmcinsäme KriegSzicl-Erklärung. Tie Pariser Älätter melden: In diplomatischen Kreisen verlaute, die Entente-Konferenz zu Versailles habe eine gemeinsame Kriegsziel-Erklärung beschlossen. Orlando habe es durchgesetzt, daß Trient und Triest als Elsaß-Lothringen gleichberechtigte Kriegsziele erklärt würden. , l Lloyd George will selber sprechen. Nach einer Londoner Meldung wird Lloyd George Anfang dieser Woche eine wichtige Rede hat« ten, die sich auf die diplomatischen Entscheidungen der Versailler Konferenz stützen werde. MunirianS-Explosion in Frankreich. Bei einer Explosion in einer Granaten-tzüll- ' anstatt in MoulinS wurden zehn Personen getötet i und 30 verletzt. Es brach Feuer aus. Ein Postamt j wurde zerstört, ein anliegendes Pulvermagazin konnte . gerettet werden. Gerechte Vergeltung. Zu der in der deutschen Presse gemeldeten Ver- u rt e i l u n g der englischen Fliegerleutnants Scholtz und Wookey wird belichtet: Seit mehr als zwei Jahren werden von englischen Offizieren Flugschriften aus- reizenden Inhalts hinter den deutschen Linien abgeworfen, um durch Wort- und Bildschilderung des guten Lebens der dcuFchen Gefangenen in England nufere Truppen zum Ueberlaufen zu verführen. Ta bereits im März 1916 zwei deutsche Offiziere von der Entente wegen Abwurfs von Flugblättern vor ein Kriegsgericht gesteklt und zum Tode verurteilt waren, ein Urteil, das später allerdings in lebenslängliche Zwangsarbeit ümgewandelt wurde, und da ferner Frankreich angekündigt hat, eS würde deutsche Offiziere, die Flugschriften hinter den französischen Linien abwürsen. bei Gefangennahme vor ein Kriegsgericht stellen, wurden als Vergeltungsmaßregel nunmehr die beiden englischen Flieger vor ein deutsches Militärgericht gestellt. Sie wurden des vollendeten Kriegsverrats für schuldig befunden und zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt. Bon „alten £tj6e". Unter den neuer ich veröffentlichten r n s s i s ch e n ft; eheimdokumentc n ist von besonderem Interesse eine Ende 1904 an den früheren Zaren von Rußland gerichtete Aufzeichnung des damaligen Minister der auswärtigen Angelegenheiten Grafen Lams- dorsf. in der dieser der deutschen Regierung das Bestreben unterstellt, die fteundschastlichen Beziehungen zwischen Rußland und Frankreich zu stören und sich nu§ diesem Grunde sehr reserviert zu einer damals in Frage stehenden engeren Annäherung zwischen Rußland und Deutschland äußert. — Auf diese Aufzeichnung hat der frühere Zar folgende Bemerkung gesetzt: „29. Oktober 1904. Nicht völlig einverstanden mit Ihnen. Sie sehen aus meiner Antwort auf das Telegramm des Deutschen Kaisers, daß ich gegenwärtig für eine derartige Verständigung mit Deutschland und Frankreich kräftig wirke. Ties wird Europa von der maßlose« Frechheit Englands befreien und in der Zukunft höchst nützlich sein." Tas Charakterbild des früheren Zaren wird dadurch nicht gerade erhabener; denn trotz der Erkenntnis von der Gemeinschädlichkeit Englands hat er, gerade er, den Krieg mit uns angefangen. Das entkräftet aber sein Urteil über seine alte Liebe England wirklich nicht. Euglartv» Flieger-Opfer. Tie amtlichen Polizeiberichte geben die Gesamtverluste durch den Luftangriff in der Nacht vom 28. zum 29. Januar in allen von den feindlichen Flugzeugen berührten Bezirken, „soweit sie bekannt sind", folgendermaßen an: Tote 58, Verwundete 173. Von obigen Verlusteli wurden 30 Personen getötet und 91 verwundet in einem einzelnen, als Schutz- ausenthalt für Luftangriffe benutzten Gebäude. Tie Beseitigung der Trümmer dieses Gebäudes wurde bedeutend erschwert durch den gefährlichen Zustand des Bauwerkes. Es ist möglich, daß noch mehr Leichen gefunden werden. Die Polizei ist benachrichtigt, daß noch vier Personen in dem betreffenden Bezirke vermißt werden seit dem Luftangriff, deren Leichen noch nicht gesunden sind. Tie wahren Feinde des Friedens. Von den maßgebenden 70 englischen Frachtdampfer-Reedereien, die eine Flotte von zusammen 1 749 431 Tonnen brutto besitzen, ist im letzten Geschäftsjahre ein Reingewinn von 5 793 772 Pfund Sterling erzielt worden, gleich 42y 2 Prozent des Kapitals. Tiefe Hallunken könnend aushatten. Sie werden ihr gefügiges, an ihren Gewinnen redlich teilnehmend des Werkzeug Lloyd George weiterhin „überzeugen", daß das Land keine Not leide, also der Krieg weiter fortgeführt werden müsse. Repressalien gegen deutsche Mißhandlungen in Rumänien. Schärfste Repressalien droht Generalfeldmarschall von Mackensen den Rumänen an. nachdem sich l>eraus- gestellt hat, daß in dem rumänischen Gefangenenlager von Sipote von den 17 000 gefangenen Oesterreichern und Deutschen nur noch 4000 am Leben sind, dieHunger- und Flecktyphus in Lehmhütten ausgesetzt sind, mit Prügeln -traktiert und auch sonst schwer mißhandelt werden. Nie AnSsichten der deutschen Echlußofseusive iu neutralem Licht. Neben den ausschweifenden Phantasien unserer westlichen Redaktionsstubengegner, die vom völligen Zusammenbruch der deutschen militärischen Kraft zu schwatzen wagen, während wir Rußland zum Waffenstillstand genötigt haben und in Frankreich, Italien, Serbien und Rumänien tief in Feindesland stehen, wirkt ein unbestochenes Urteil aus neutraler Quelle besonders wohltuend. Tie schwedische Zeitung „Tagens Nyheter" vom 19. Januar bespricht die Aussichten der deutschen Westofiensive. Sie bezeichnet einen deutschen Durchbruch als möglich. Fraglich sei, ob die Entente es verstehen werde, das von den Deutschen ersonnene elastische Verteidigungssystem anzuwenden. Aber auch wenn sie es verstehe, jo sei doch damit zu rechnen, daß der deutsche Generalstab, der dies System erfunden habe, auch Methoden zu seiner Bekämpfung ausgearbeitet habe. Außerdem verfügten die Deutschen jetzt über eine bedeutend größere Zahl von Truppen und über vielmehr Artillerie, als bei irgend einer früheren Offensive. Tas mindeste, was sie erreichen würden, sei, daß eine Gegenoffensive von der Ententeseite für lange Zeit undenkbar werde. „Tatsächlich schon Friede an der Front. ' In der russischen Zeitung „Armiji i Flot" (Heer und Flotte) weist der russische Oberbefehlshaber Kry- lenko daraus hin. daß bei der Demobilisierung dar Schicksal von Millionen auf dem Spiel stehe, für die schleunigst gesorgt werden müsse; denn, so sagt er wörtlich: „es besteht tatsächlich schon Friede an der Front". In einem anderen Matte, dem „Nash Wjek" heißt es, daß Krylenko selbst die Tatsache des vollständigen Vecsalls der Armee sestgestellt habe. Die Truppen seien zu keiner militärischen Tätigkeit mehr zu gebrauchen. Jede Militärperson, die irgendwelche besondere Begabung gezeigt habe, sei beiseite geschoben. Tie Soldaten würden von Führern kommandiert, die sie selbst gewählt hätten und die ihr Wissen auS bolschewistischen Zeitungen bezögen. Tie russische Armee habe das Kämpfen einfach verlernt. Angesichts dieser Umstande erscheint es doppelt unverschämt und unsinnig, wenn Krylenko zu schreiben wagt: „Wir haben den Frieden einem Feinde angeboren, der bis an die Zähne bewafinet ist, und trotzdem hat er unsere Bedingungen annehmen müssen." Mil solchen Aeußerungen, die in Deutschland ganz richtig eingeschätzt werden, will Krylenko den Russen nur Sand in die Augen streuen. Uebertritt von 1700 Russe«. Auf dem östlichen Kriegsschauplatz überschritten am 31. Januar über 1700 Russen mit Pferden und Fuhrwerken unsere Linien. Es sind dies Teile russischer Truppen, welche im Kampfe mit Rumänen gestanden hatten und sich vor diesen auf unser Gebiet zurückzogen. Tie Entente-Konferenz in Versailles hat beschlossen, daß die einzige unausschiebbare Aufgabe für die Alliierten darin liegt, die militärische Kraftanspannung der Alliierten bis zur äußersten Energie zu steigern, die in der zielbewußten Zusammen- wrrkung besteht, so lange, bis der Druck dieser Kraft- entwlcklung der Alliierten bei den fekndlichen Regierungen und Ländern eine Aenderung in ihrer Gesinnung zuwege gebracht habe. Dann kann der Krieg noch sehr lange dauern; denn daraüs wird der Gegner vergeblich warten, s ' * Kleine KriegSnachrichten. " Ter nordamerikanische Fleischwarenlieferant Ar mour erzielte an Kriegslieserungen einen Reingewinn oon 41/2 Milt. Pfund Sterling — 90 Mill. Mark. In den Vereinigten Staaten ist Dienstag sleisch- srei, ebenso theater- und kinofrei; der Mittwoch wei- zenfrei, der Sonnabend schweinefleischfrei. " In Petersburg wurde dem Arbeiter- und Sotda- tenratsmitgliede Preobrachewski des Abends auf der Straße Uhr und Mantel geraubt. Politische Rundschau. Die argentinische Regierung hat beschlossen, ihre Militärattachees aus Berlin und Wien zurückzuberufen. :: Hewe Einberufung des Reichstags. Als Antwort auf den Antrag, den Reichstag sofort einzuberufen, hat der sozialdemokratische Fraktionsvorstand vom Reichstagspräsidenten Tr. Kämpf folgende Mitteilung erhalten: „Ueber Ihren Antrag auf Einberufung des Reichstags habe ich die Herren Vorsitzenden des Zentrums, der Nationalliberalen Fraktion, der Fortschrittlichen Volkspartei, der Deutschkonseroativen und der Deutschen Fraktion befragt. Sämtliche Herren haben sich gegen Ihren Antrag ausgesprochen. Ich nehme daher von seiner Einberufung Abstand." :: Ter Lattdiagsabgeoronete Tr. Ticdrich Hahn, der Tirettor des Bundes der Landwirte, liegt schwer erkrankt im Barmbecker Krankenhanse zu Hamburg.' :: Kein Flcischbcfchauzroang für Hausschlachtungcn. Die preußischen Minister des Innern und für Landwirtschaft haben eine gemeinsame Verfügung über die erleichterte Durchführung der Fleischbeschau erlassen. Nach § 2 des Fleischbeschaugesetzes darf bei Schlachttieren, deren Fleisch ausschließlich im eigenen Haushalt des Besitzers verwendet werden soll, sofern Merkmale einer Erkrankung fehlen, die Schlachwieh- und Fleischbeschau unterbleiben. Eine gewerbsmäßige Verwendung von Fleisch, bei dem die Untersuchung unterbleibt', ist dagegen verboten. Es waren nun Zweifel darüber entstanden, ob nach diesen Vorschriften auch solche Hausschlachtungen dem Beschauzwange unterliegen, bei denen bestimmte Fleischmengen aus Grund der neuen Verordnung an den Kommunalverband a b g e l i e f e r t werden müssen. Tie Minister haben nun bestimmt, daß die Abgabe von Fleisch an den Kommunalverband keinen Zwang begründet. Schlachttiere der Schlachtvieh- und Fleischbeschau zu unterwerfen. Dagegen erachten es die Minister für geboten, den Trichinen schauzwang bei Schweinen soweit irgend möglich aus Ha sch lach tungen der erwähnten Art auszudehnen. wtb. Großes Hauptquartier, 4. Febr. 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: An vielen Stellen der Front Axtillerietätigkeit, die sich namentlich in Flandern zwischen dem Houthoulster Walde und der Lys sowie beiderseits der Scarpe gegen Abend steigerte. — Westlich von Bellicourt scheiterte ein starker Erkundungsvorstoß der Engländer. An der Aillette nördlich von Braye drangen die Franzosen vorübergehend in unsre Postenstellung ein. — Eigene Infanterie und Pioniere holten nordwestlich von Be- zonvaux 19 Gefangene aus den französischen Gräben, i— In Luftkämpfen und von der Erde aus wurden in den beiden letzten Tag n 18 feindliche Flugzeuge und 2 Fesselballons zum Absturz gebracht. Italien ische Front: Zwischen Etsch und Piave vielfach Artill.eriekampf. lung wurde fcstgcstellt, daß die hiesige Küchenleitung wirklich alles getan hatte, um behördlicherseits beliefert zu werden. Der Staat tat es nicht, bk städtischen Be. Hörden konnten es nicht. Auch sonst wurde die Der. waltung überall obgt-wiesen, wo sie hilfesuchend an- klopfte. Die 23 000 Esser aber konnte man nicht mit Höchstpreisen satt machen, diese verlangten volle Teller. So wurden der wirkliche Angeklagte nicht die Frankfurter Kriegsküchenverwaltung, sondern dieOcgani- jatoren der Lebensmittelversorgung. Die Strafkammer sprach laut dem „Gen.- Anz." den Angeklagten frei, trotzoemdec Staatsanwalt eineGeldstrafe Von1800 Mk. beantragt hatte, evtl. Einziehung der Beträge, die über den Höchstpreis gezahlt worden waren. Die Richter umgingen die Frage, wen das Verschulden trifft, da- durch, daß sie einfach erklärten, der Angeklagte konnte am nächsten Tage noch nicht wissen, was der Landrat am Tage vorher bestimmt hatte. Ziehung 5. März. Wormser-Dombau- Geld-Lolterie 100 OCO Lose 3667 Gew. Mk. 100000 I 50000 I 10000 bar ohne Abzug zahlbar. Lose 8 3.- M. P 35 lo p f g; v r ;’ s ! e sendet auch unt. Nachnahme 1. DiokelmanD, Worms. Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Generalquartiermeistec: Ludendorff. » Berlin, 4. Febr , abends. Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues. » vier Dampfer und vier Segler. Berlin, 4. Febr. Der feindliche Transportverkehr »ach dem Orient und Italien wurde durch unsere U-Boote im mittleren und besonders im östlichen Teil des Mittelmeeres durch die Vernichtung von 4 Dampfern und 4 Seglern wieder erheblich geschädigt. Der Chef des Admiralstabes der Marine. G Wtb Großes Hauptquartier, 5. Febr. 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Von der Küste bis zur Lys Artilleriekampf, der sich am Abend an der Bahn Büfinghe—Staden bei Ab- wehr eines englischen Vorstoßes, sowie zwischen Pas- schendaele und Bccelacre beträchtlich steigerte. Auch süd« sich von der Lys, am La Basseekanal und an der Scarpe lebte die Feuertätigkeit zeitweilig auf. — Bet erfolgreichen Erkundungen südlich von Armentiercs und bei Graincourt wurden einige Engländer gefangen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Badische Stoßtrupps drangen südlich von Beaumont in die französischen Stellungen, fügten demMegner schwere Verluste zu und kehrten mit 33 Gefangenen und mehreren Maschinengewehren in ihre Linien zurück. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Auf den Maashöhen, nördlich und südlich von St. Mihiel lebte die Gefechtstätigkeit am Nachmittage auf. — Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Generalquartiermeistec: Ludendorss. * Berlin, 5. Febr., abends. Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues. » 20000 Conrten. Berlin, 5. Febr. Eines unserer Unterseeboote, Kommondar.t Kapitänleutnant Wenntngec, hat im westlichen Teile des Aermelkanals 3 Dampfer, 2 Segler und 4 englische Fischerfahrzeuge mit rund 20 000 Br.- Reg.-To. versenkt. Diefin beträchtlichem Maße vorhandene feindliche Gegenwirkung überwand das Boot durch ge schickt angesetzte und kühn durchgeführte Angriffe. Der Chef des Admiralstabes der Marine. * Mainz Ein nützliches Stück Arbeit wird gegenwärtig von den Schülern der Unterprima des Alten Gymnasiums in Form von Hilfsdienstarbeit im Walde zwischen Budenheim und der Station Uhlerborn geleistet. Ein Unternehmer hat dort 80 Morgen fiskalischen Wald auf eine lange Reihe von Jahren gepachtet, um ihn abzuholzen und in Ackerland umzuwandeln. Da es ihm an Arbeitskräften fehlte, wurden sämtliche Schüler der Unterprima auf Anordnung des Generalkommandos auf Grund des Hilfsdienstgesttzes mit der Hilfeleistung bei diesen Arbeiten beauftragt. An jedem Morgen fahren die jungen Leute unter Führung eines Lehrers an die Stelle, um bis zum Abend tüchtig mitzuhelfen. Während sechs Männer die Waldbäume fällen, sägen die Unterprimaner die Stämme zusammen, schichten das Holz zu Haufen und binden die Wellen. Die Arbeiten sind um so dankenswerter, als dadurch noch für dieses Jahr 80 Morgen Land für die Volksernährung neu gewonnen werden. * Fingen. Auf der Fahrt von Sponsheim nach Ockenheim wurde der Kohlenhändler. Bungert von mehreren Personen überfallen und seines ganzen Fuhrwerk samt dem Ochsen beraubt und dann schwer mißhandelt. Unter den Räubern befand sich auch ein Soldat. Sofortige Nachforschungen nach dem Wagen und dem Tiere blieben ohne Erfolg. * KindenfeUs i. G. Sanitätsrat Dr. Weiß- mann, der seit kurzem als Kreisarzt in Litauen tätig war und hier seine ganze >.raft der Bekämpfung des Flecktyphus widmete, ist dieser Seuche selbst in einem Kriegslazarett erlegen. K ad ische Krieger-Katterte. Die Ziehung wurde auf 8. März verschoben, wo solche garantiert stattfindet. Die für Hessen genehmigten 15000 Lose sind aber ous- verkauft und machen wir unsere Leser darauf aufmerksam, daß die Ziehung der Wormser Dombau- Lottecie unwiderruflich am 5. März stattfindet. Verantwortlich: Albin Klein in Gießen. Bsessener Fröbef-Seminar Seminar für Kindergärtnerinnen. Staatl. Prüfung (in Preussen anerkannt). Vorbereitnngsklasse zur Aufnahmeprüfung. Kinderpflegerinnensclinle. Anmeldungen bis zum 1. März. Aufnahme in den Seminarkindergarten jederzeit. Prospekte bei L. Moeser, Gartenstr. 30. National Registrierkassen Landhaus mit 6 bis 12Morgen Land, möglichst mit Garten ed. kleines Bauerngut zu kaufen gesucht. Gefl. Offerten sub. F. B. 1302 an die Annoncen-Exped. Haasenstein & Vogler, A. G., Köln. Die Kleidung wird billig, wenn man sie im Hause nach den vorzüglichen Favorit - Schnitten selbst schneidert. Sie sind von gewähltem Geschmack, äusserst sparsam im Stoffverbrauch und sind auch für Umänderungs- und Neuherrichtung bestens zu verwenden. Anleitung durch das Favorit-Moden-Album, Fivorit-Jugend-Moden-Album, Farorit-Handarbeits-Album. Preis je 1 M., postfrei 1,10 Mk. der Internat. Schnittmannf&ktnr, Dresden-N. 8. In Giessen erhältlich bei: Alex Salomon & Co. _ Schnlstr. _ Suchen zum Herbst geräumigen Laden in bester Geschäftslage. Gefl. Offert, erbeten an Thams & f§, Schwerin i. M. 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Am Tage vorher hatte der dortige L Sr» r Cn Höchstpreise festgesetzt, die 27 ^ brm Kauf hatte Frani tatsächlich den Höchstpreis überschritten. Dieser Vorc teer. Gegenstand der Anklage. Während der Verh Kohlenersatz! Für Fabrikbetriebe habe große Mengen Knüppel- und Abfallholz vom Sägewerk noch abzugeben. Anfragen erbeten. Lndwrg Beiter, Sägewerk u. Holzhandlung, Plcttenberg-Vhf Heu, Stroh, Häcksel zur Lieferung nach Deckung des Heeresbedarfs oder gegen behördliche Ausfuhrgenehmigung offeriert unverbindlich Daniel Tilsiter, Bromberg. F- ;t, praktisch und vorteilhaft, fange Vorrat reicht ä 17,50 Mk. r Mille abzugeben. R. Faust, Fürth i. Bay. Zigarren von 30 — 35 Pf., garantiert Ueberseetabake, versendet gegen Nachnahme oder Voreinsendung Bäumt, München, Agnesstraße 55. Lustige Blätter Durch wundervolle Bilder mb padceadeu Lext das humoristische Leibblaii «Her Felb-vauen Daheimgebli ebenen! 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