Bezugspreis 60 pfg. monatlich vierteljährlich 1,80Mk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Ab ge holt in unserer Expedition oder in den Zweig- auSgabestellen vierteljährlich 1,50 Mk. — Erscheint ErptditiOR: Mittwochs und SamStagS. — Redaktionsschluß früh 8 Uhr. — Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Anzeigenpreis 20 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile, für Auswärts 30 Pfg. Die 90 mm breite Reklame-Zeile 72 Pfennig. SfiödttlOgC 21. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechne!. Rabatt kommt bei Ueberfchreitung des Zahlung», ziele» (30 Taaej, bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschrtften ohne Verbindlichkeit. Verlag der „Gießerrer Zeitung", Gießen. Druck der Gießcner BerlagSdrnckerei, Albin Klein. Nr. 8. _ Telephon wt. 362. Samstag, den 26. Januar 1918, Telephon Nr.382. 31. Jahrg. Größere U-Boot-Vrfolge in den letzten Tagen. Im Westen französische Angriffe abgewiese«. Wserr Geburtstag im vierten Krlegsjabr. In Friedenszeiten war der 27. Januar ein Tag der Freude und des Jubels. Ein Nationalfefttag, an dem.jeder Deutsche in gleicher Weise seinen Anteil hatte und'ihn auch geltend machte. Seine Feier atmete trotz manchem feierlichen Prunk, der dabei in Erscheinung trat, die Traulichkeit deutscher Familienfeste, denn jeder von uns erinnerte sich, gleichgültig, welche Stellung er den politischen Tagesfcagen gegenüber einnahm, an diesem Tage daran, daß ec ein Glied des großen deutschen Volkes war, und mit Stolz und Selbst^ewußtsein und dem innigen Dazugehörigkeitsgesühl des KindeS vom Hause grüßte er unseren Kaiser zu seinem Geburtstagsfest. Jetzt im Kriege gibt es keine rauschenden Feste- Wo der Tod Einkehr hält, da verstummt Fröhlichkeit und Festfreude. So ist das äußere Gepräge dieses Tages durch den Krieg von Grund aus verändert. Und dennoch wollen wir uns auch in diesem Jahre das Recht, unseren Kaiser zu feiern, uns festlich daran zu erinnern, was uns in ihm geschenkt ist, nicht nehmen lassen. Der Krieg hat uns ja daran gewöhnt, Aeußerlichkeitcn nicht mehr allzu schwer zu nehmen. Hat unser Weihnachtsfest an Weihe und Heiligkeit eingebüßt dadurch, daß der Kerzen- bestand des Christbaums auf einen geringen Bruchteil des üblichen FriedenSmatzes zurückging? Rein, die Form ist wenig — der Geist ist alles. Und der Geist ist der alte geblieben. Der Kaiser und sein Volk — sie stehen noch ebenso fest und treu zusammen wie nur je. Nicht gelockert hat sich das Band, das sie umschließt, eher gefestigt, durch gemeinsames Erleben ei hättet. Denn dieser Krieg, der für uns alle zum Schicksal geworden ist — unser Kaiser erlebt und erleidet ihn Seite an Seite mit seinem Volk. Seine Söhne fechten wie jeder Wchcpflichtige in den Reihen der deutschen Armee, sehen dem Tod ins Auge, und ec selbst trägt lange Jahre nun schon die harte Kriegs- arbeit, die durch die ihr innewohnende ungeheuerliche fast unausdenkbare Verantwortlichkeit ^nehr und mehr zu einer Last werden muß, die für menschliche Schultern fast allzu schwer erscheinen will. „Ich habe es nicht gewollt", hat der Kaiser in dem ersten Kriegsjahr einmal auf dem Schlachtfelde angesichts der grausigen Bluternte des Tages bekannt; und wir alle wissen, daß dieses Wort aus tiefster Aufrichtigkeit herausgewachsen ist. Der Kaiser hat es nicht gewollt; nun aber das Entsetzliche über uns hereingebrochen ist, trägt er es mit dem gleichen Heldenmut, den ec von jedem von uns erwartet und voraussitzt. Sein Schicksal und das unsere, auch hier unlöslich aneinander gc- kettet! „Nicht Roß' und Reisige Sichern die steile Höh', Wo Fürsten stehn: Liebe des Vaterlands Liebe des freien Mann's Gründen des Herrschers Thron Wie Fels im Meer", so heißt es in unserer Kaiserhymme. Der Thron steht fest. Die Liebe zum Vaterland und die Liebe zum Herrscherhaus ist uns nicht nur ein überkommenes Erbgut, an dem wir gewohnheitsgemäß sisthalten, sondern ein Ec- lebnis, in harten Zeiten uns in tieferem Sinne als je zuvor zum Eigentum geworden, das wir unter keinen Umständen aufgeben können und wollen. Mit diesem Gelöbnis auf den Lippen wollen wir des Kaisers Geburtstag 1918 begehen. Jlmtlicbe deutfcbe Cagesbericbte. Berlin, 22. Jan. Unsere U-Boote im Mittel» meer waren kürzlich mit besonders gutem Erfolge tätig. Sieben Dampfer und 2 Segler mit rund 27OOOBc- Reg.-To. sind ihren Angriffen zum Opfer gefallen. Den Hauptanteil an diesen Erfolgen hat Kapitänleutnant Becker (Franz). Alle Dampfer bis auf einen waren bewaffnet und fuhren meist in stark gesicherten Geleitzügen. Unter ihnen konnten namentlich festgestellt werden die englischen Dampfer „Egyptian Transport", „Steelville", „Allanton", und „Acab", deren Vernichtung für die Kriegswirtschaft unserer Feinde von besonderer Bedeutung ist, weil mit ihnen 84 000 To. Kohle verloren gingen. Von den übrigen Dampfern hatte einer, der sehr starken Detonation nach zu urteilen, Munition geladen. Ein anderer, anscheinend mit Reis tief beladener Dampfer, wurde im Artilleciegefecht zäh verfolgt, auf die Klippen der Küste der Cyrenaika gejagt und dort trotz Eingreifens einer Landbatterie vernichtet Die beiden Segler mit Namen „Gniseppe" und „San Antoni", waren italienischer Nationalität. Von ihnen hatte ersterer Holzladung. Der Chef des Admiralstabes der Marine. » wtb. Großes Hauptquartier, 23. Jan. 1918. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Fast an der ganzen flandrischen Front war am Nachmittage der Feuerkampf gesteigert. Auch südlich von der Scarpe lebte die GefechtStät gkeit wieder aus. — Bei St. Quentin wurden bei erfolgreicher Durchführung zahlreicher Erkundungen Gefangene eingebracht. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Nordöstlich von Souain und nördlich von Avocourt folgten nach starker Feuerwirkung französische Vorstöße. In heftigem Kampf wurde der Feind zurückgeschlagen. Eigene Jnfanterieabteilungen drangen östlich von Malan- court in die feindlichen Gräben und kehrten mit einer Anzahl Gefangene zurück. Zwischen Beaumont und Ornes nahm die Artillerietättgkeit am Abend zu. Oeftlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Mazedonische F^ont. Die Lage ist unverändert. Italienische Front. Zu beiden Seiten der Brenta Artilleriekampf. Der Erste Generalquarttermeister: Ludendorff. * Berlin, 23. Jan., abends. Von den Kriegsschuld Plätzen nichts Neues. irsoo rönnen. Berlin, 23. Jan. Neue U-Bootserfolge auf dem nördlichen Kriegsschauplätze: 18000 Br.«Reg.-To. — Die Mehrzahl der Schiffe, die tief beladen waren, wurde im Aermelkanal trotz starker feindlicher Abwehrmaßnah« men jeder Art versenkt. Eines der vernichteten Schiffe, das im östlichen Aermelkanal aus einem durch zahlreiche Seestrcitkräfte geschützten Geleitzug hecausgeschossen wurde, war allem Anscheine nach ein Transportdampfer mit Kriegsmaterial. Der Chef des Admiralstabs der Marine. » wtb. Großes Hauptquartier, 24. Jan 1918. Westlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. — Rege Eckundungstätigkeit unserer Infanterie brachte an vielen Stellen der Front Gefangene ein. An der Bahn Bösinghe- Staden wurden 6 Maschinengewehre erbeutet. Oeftlicher Kriegsschauplatz: Nichts Neues. Mazedonische Front: In einzelnen Abschnitten Artillerietättgkeit. Süd westlich vom Doiransee scheiterte ein englischer Vorstoß. Italienische Front: Die Lage ist unverändert. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. » Berlin, 24. Jan., abends. Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues. b vampler, i Aacbiscbiff. B e r l i n, 24. Jan. Sechs Dampfer und ein Wacht- fahczeug wurden letzthin von unseren Unterseebooten versenkt. Vier Dampfer wurden dicht unter der englischen Ostküste, wo die Bewachung besonders stark ist, abgeschoffen, einer von ihnen aus einem durch viele Zerstörer und Fischdampfer gesicherten Geleitzuge. Der Chef des Admiralstabes der Marine. O wtb Großes Hauptquartier, 25. Jan. 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Zwischen Poelcapelle und der LyS, bei LenS und beiderseits der Scarpe lebte die Gefechtstätigkett am Nachmittage auf. An verschiedenen Stellen der Front EckundungSgefechte. i», Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. » Berlin, 25. Jan., abends. Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues. knlscfteiaungskämple. Zürich, 24. Jan. „Secolo" meldet aus Paris: Die bevorstehenden Frühjahrskämpfe wcr- den auch in Frankreich allgemein als die Entscheidungskämpfe betrachtet. Masseneinberufungcn sind erfolgt, mehr als 400000 Franzosen aus Jndustcie- und Kciegsbetcieben sind eingezogen. Fast alle Reklamationen sind aufgehoben worden. Clemenceau versicherte den Abgeordneten, daß Frankreich entschlossen sei, den Krieg unter allen Umständen jetzt zu Ende zu bringen. Xus Stadt und Land. * Frühere Schulentlassung irr Hessen. Das Ministerium hat in einem Rundschreiben an die Kreis- schulbehördcn genehmigt, daß mit Rücksicht auf die Notwendigkeit, die in diesem Jahre zur Entlassung kom- mende Schuljugend zur Hilfeleistung bei den Frühjahc- arbeiten in Feld und Garten hecanzuziehen, die Schul- entlassung in den ländlichen Volksschulen schon vor dem am 23. März stattfindenden Schluß des Schuljahres vorzunehmen. Die Zeit der früheren Schulentlassung ist den Kreisschulbehörden überlassen worden. Auf die Klassenversctzung hat jedoch die frühere Schulentlassung keinen Einfluß. Diese findet vielmehr mit Beginn des neuen Schuljahres, 8. April, statt. Schützengrabenruf aus dem Westen. Wer hielt auch nur eine Stunde, Eine einzige Stunde, Sein Geld und seine Diamanten zurück, Wenn er Brüder oder Söhne Erretten kann vor dem Tode? (Fortsetzung auf der 4. Seite.) Die Konstituante aufgelöst. Ein AchtunVvierzig-StrindcN'Parlament. neue russische Parlament, das Parlament der Unbegrenztesten ^Gewalt, hat nur -in- Lebens- Vauer van 48 Stunden erreicht. «m Sonntag trat der Aussührendt Siusschutz der Sowjets, der Arbeiter. Pancrn und Soidate» einer autzerorventtichen Sihnng zusammen und beschloß die Anslisnng der Bersassunggebende» 'vtr,aiiii< lMn8 ' Wie kam das so schnetk? Trotzli scheint mit seinen Gründen für seine Reise nach Petersburg das Richtige angegeben zu haaeiu Non seinem Standpunkt aus i)t seine Anwesenheit bovt dringend erforderlich, weil der Boden der L,ol- schewiki-Macht wankt. Im neuen Pariament ^ geht ihm alles nicht nach Wunsch: Reuter meldet aus Petersburg vom 19. Januar i , , - H ctn der u - i tu irrenden Versammlung verlas Swerdlow die Erklärung der^^rbcitcrrcchtc^ Diese verlangen, daß die ruisijche Republic der Lonsttt das P^vatcigentum atsck^st und das Eigentum der Arbeiter an ihrer Arbeit und den Arl'oitszwcmg ein- fübrt daß die Arbeiter bewaffnet und die mugigen Klassen entwaffnet werden, daß eine sozialistische Armee geschaffen und die Anleihen für u u g n ^ tig erklärt werden. Tie Erklärung schließt damit, daß die Macht ausschließlich den Arbeitern und den .Sow- iets gehört. Matrosen, mit Gewehr und Bajonett bewaffnet, standen in den Gängen und zwei Feldgeschütze waren am Eingang aufgestellt. Tie Konstituierende Versammlung beschloß mit 273 gegen 140 stimmen, die Beratung der Erklärung der Arbeiterrechte zu vertage^: daraufhin verließen die Bolschewik und die linksstehenden Sozialrevolutionäre den Saal. Tie zurückbleibenden Sozialrevolutionäre der Rechten (deren Stellung der unserer offiziellen Sozialdemokraten entspricht. T. R.) nahmen trotz der Drohungen der bewaffneten Matrosen in aller Erle ihre Maßnahmen betreffend den Gru-n d und Boden an sowie den Vorschlag, an die K-icgsührcnvcn Abordnungen zu schicken, um einen WeUftievcn herzu- Hellen." . ... Damit gewinnen die innerpouti,chen Bcrha-ti■ 1 1;e Rußlands für uns wieder die größte Wichtigkeit; denn jetzt muß es sich zeigen, ob die Bolschemiki sich halten können oder nicht. Es geht jetzt wieder aufs Ganze. Rußland und Rumänien. Tie Gegensätze, entstanden aus dem Versuche der Rumänen, die Bolschemiki an der Südwestfront zu bedrängen, haben sich immer mehr zugespitzt und alles macht den Eindruck, als solle dort der innere russische Bürgerkrieg sich auf die Rumänen ausdehnen. Eine Petersburger Zeitung meldet, daß der Befehl der Volksbeauftragten, den König von Rumänien zu verhaften, sich bestätige. Ter revolulio- näre Ausschuß der 9. russischen Armee sandte den rumänischen Militärbehörden ein Ultimatum mit zwei Stunden Frist, in dem er freien Turchzug der russischen Truppen durch Jassy (die provisorische Hauptstadt Rumäniens im Nordosten des Landes an der russischen Grenze) verlangt. Zwangsarbeit für gorenfreirnde. Ter frühere Minister Purischkewitsch. der Veranstalter vieler Progrome, ist zu vier Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden. Wenn er sich jedoch anl Ende dieses Jahres einverstanden erklärt, sich jeder Tätigkeit gegen die Bolschemiki zu enthalten, soll ihm der Rest der Strafe erlassen werden. Was wird nun werden? Ein russischer Funkspruch von der Nordfront teilt den Zusammentritt der Sowjets mit und erklärt, daß die Maximalisten entschlossen sind, die Auflösung der Constituante mit Waffengewalt durchzusetzen. Petersburg ist in der Hand der Noten Garde und maxunalisti- scher Truppen. Das ganze Verhallen der jetzigen Machthaber, die zunächst versucht haben, durch Verhaftungen von Abgeordneten der Gegenpartei eine für sie günstige Stimmung in der Konstituante zu schaffen, und zur Gewalt schritten, sobald sie sahen, daß dies mißlungen war, zeigt die Verlogenheit der Ideen, die Trotzki uns gegenüber in Brest-Litowsk vertreten hat. Russische Oiftzic an ver Front erklärten: Lenin und Trytzki l)aben sich verrechnet. Sie hatten ihr Friedensangebot nur in der Hoffnung gemacht, daß die russische Revolution sich aus den ganzen europäischen Kontinent ausdehnen und daß sie insbesondere die Mittelmächte ergreisen werde. Nur die russische Armee ist demobilisiert, die Heere der Mittelmächte sind noch io stark wie bisl-er. Nur Rußland ist zum Frieden um jeden Preis gezwungen. Nach den vorliegenden Nachrichten von der russischen Front besteht auch im russischen Hinterland keine Stimmung mehr für eine Wetterführung des Krieges. Bolschewikisetndltche Zeitungen versichern, die Drohung der Maximalisten mit der Fortsetzung des Krieges fei Bluff. Die russische Armee ßei dazu'nicht imstande, nachdem sie durch die Maximalisten desorganisiert uub demobilisiert sei. 0cgeithHftut!gftt fit der Ukraine. Die Anwesenheit von Ententeosfi zieren in der Ukraine wird durch Meldungen von der Front bestätigt. Sie treiben starke Propaganda gegen den Frieden mit den Mittelmächten. Französische Agenten beeinflussen die Presse ln Kiew. An die Verhaftung des Königs von Rumänien glaubt man an der Front nicht. Eine russisch-rumänische Schlacht. Unweit Jassy soll nach den in Petersburg vorliegenden Meldungen ein Kampf zwischen Russen und Rumänen im Gange sein. Beide Parteien ziehen Verstärkungen heran. Von Kischinew aus sind ein? russische Jn^anteciebrigade und ein Artlllerieregimeut im Anmarsch gegen Jassy. Die bolschewistischen Verbände an der rumänischen Front verlassen in Scharen ihre Stellungen und machen den Versuch, sich nach Rußland durchzuschlagen. Hierbei kommt es zu blutigen Kämpfen mit rumänischen Sicherungstruppen, die die aufgelösten russischen Abteilungen abzuschneiden und zu »ntwasfnen versuchen. Ausfische Slreiflrchs-r. . In den Gouvernements Nowgorod, Kostroma, Wladimir, Smolensk, Moskau und besonders in Oren- burg und Turkestan herrscht Hungersnot. - Der ferne Osten Sibiriens sott in der Hand der Bolschewili sein: Ter Telegraph in Wladiwostok und Chardin ist in den Händen der Bolschemiki. — Mehrere japanische Schiffe liegen bereit, um die Japaner in Sicherheit zu bringen, falls die Lage das erfordern fthtte. ' Der rumänische Gesandte Diamandi I>at Petersburg verlassen. - Nach Aussagen von russischen Offizieren bestehe nirgends mehr Steigung zur Fortführung des-Krieges. Aus verschiedenen Gouvernements- sind zahlreiche Nachrichten. eingelrossen. daß in ihnen Hungersnot herrsche. Vom U-Bootkrieg. 19 000 Tonnen. Im westlichen Teil des Sperrgebiets um England fügten unsere rastlos tätigen U-Boote den Gegnern --inen Verlust von 19 000 Brutto-Register-Tonnen Han- delsschifssraumes zu. Tie Mehrzahl der Schiffe wurde im Aermel- und St. Georgs-Kanal unter stärkster feindlicher Gegenwirkung vernichtet. Unter den Schissen befanden sich drei größere Dampfer von über 4000 Tonnen. Ein Schiff konnte als der englische Dampfer „Colnero", der mit Kohlen nach Afrika unterwegs war, festgestellt werden. * * * 702 000 Tonnen versenkt. Das Tezcmber-Ergcbnis des U-Boot-Krieges liegt jetzt vor. Es beträgt 702 000 Brutto-Negister-Tonnen, also rund 109 000 Tonnen mehr als im November. Insgesamt wurden seit Beginn des uneingeschränkten U-Boot-Krieges 8 958 000 Tonnen feindlichen Handels- fchisssraumeS zerstört. Ter uneingeschränkte U-Boot-Krieg. Die „Nordd. Allg. Ztg." erklärt: „Nach einer Zeitungsmeldung hat Graf Reventlow in einem Vortrag mitgeteilt, in einem neutralen Staate hätten nicht nur deutsche Agenten, sondern auch der diplomatische Vertreter des Deutschen Reiches erklärt, wenn Verhandlungen mit Amerika begonnen werden könnten, so werde selbstverständlich der U-Boot- Krieg eingeschränkt oder sogar ganz eingestellt werden. Nach unseren Erkundigungen sind hier an amtlicher Stelle keine Tatsachen bekannt, die der Mitteilung des Grafen Reventlow zugrunde liegen könnten. Allgemeine Kriegsnachrichten. Flandern macht sich selbständig. Tie Verlogenheit, mit der die Gegner immer von ihrem Kainvfe um das Selbstbestimmungsrecht der kleinen Völker reden, hat sie wieder einmal in eine böse Zwickmühle gebracht. Das Zentralslämische Pressebureau verösfentticht folgende Mitteilung des Rates von Flandern: , „ ^ v r „Entsprechend dem in seinen ersten Kundgebungen vor Jahresfrist ausgestellten Ziele hat der Rat von Flandern in seiner allgemeinen Versammlung vom 22. Dezember 1917 feierlich und einstimmig Flanderns volle Nnabhüngigkeit beschlossen. In Verfolg dieser Erklärung legt der Rat von Flandern sein ihm von der Flämischen Landestagung vom 4. Februar 1917 übertragenes Mandat nieder und wird sich einer Neuwahl unterziehen, die dem flämischen Volke Gelegenheit geben sott, seinen Witten zu dieser Beschlußfassung des Rates kundzugeben." Natürlich werden sich Lloyd George und Cle- menceau und Wilson und alle die anderen Schein- Demokraten um diese Willenskundgebung eines alten selbständigen Volksstamw.es nicht kümmern und weiter verlangen, daß die Flamen in Belgien unter der Bedrückung der Wallonen weiter leben sotten, ganz wie die Iren in England. Ein Holländer in Frankreich wegen Spionage zum Tode v.urteilt. Mit welch unerhörten und eines zivilisierten Volkes unwürdigen Mitteln die Franzosen selbst auf neutralem Boden gegen Angehörige neutraler Staaten Vorgehen, besonders wenn es sich um Fälle angeblicher Spionage handelt, ergibt sich aufs neue aus einer Meldung des Schweizer Presse-Telegraphen aus Genf vom 10. Januar: „Das Kriegsgericht von Lyon verurteilte den deutschen Staatsangehörigen Otten, der seinerzeit unter merkwürdigen Umständen der französischen Grenzpolizei in die Hand geraten war, wegen Spionage zum Tode." „ ^ ^ Dazu wird folgender Tatbestand sestgestettt: Otten ist am 3. März 1880 in Holland als holländischer Staatsangehöriger geboren. Er ist Kaufmann in Hamburg und reiste oft nach der Schweiz. Seine holländische Staatsangehörigkeit hat er nicht verloren. Er war nie vc» scher Staatsangehöriger. Die Verhaftung des Otten durch die französischen Behörden spielte sich auf folgende Weise ab: Am 1. August 1917 verschwand Otten spurlos aus Genf. Sehr bald stellte sich durch Nachforschungen seiner Frau heraus, daß Otten auf einem Motorboot unter Beihilfe französischer Polizisten mit Chloroform betäubt und willenlos den französischen Gendarmen in Hermacs in die Hände gespielt wurde. Er wurde zunächst in das Ge- fänanis zu Ttwnon. später nach Lyon verschleppt. Französische Rittcrlfchkcit gegen Russinnen. " _ Die Genfer „Feuille" entnimmt der „Victoire" folgende beschämende Geschichte aus Paris: „Eine Frau russischer Abkunft hat ein Kind von 3 Monaten. Um Milch zu bekommen, braucht sie eine ärztliche Bescheinigung. Sie Witt sie bei oec zuständigen Stelle ihres Quartiers, in der Rue du Chemin Bert, holen. Sie hat noch nicht ihr Gesuch ausgesprochen und ihren Namen genannt, als der Arzt in wilden Zorn gerät: „Was, eine Russin'? Schämen Sie sich nicht, hier um Milch für Jhern Balg zu betteln? Wir können uns an den Russen nicht rächen, aber Ihr Kind muß krepieren.' Tie arme Mutter, in Tränen aufgelöst, versucht ihm zu sagen, daß der Vater ihre» Kinde» tn die Fremdenlegion elngetreten ist. „Fremdenlegion?" schreit d?r Arzt — „das ist nur, um besser zu spionieren!" Und er wirst ihr die Milchkarte auf den Boden, die er nicht berechtigt ist. zu verweigern." Diese Art der Behandlung der vor kurzem noch so vergötterten Russen ist nach den trüben Erfahrungen, die wehrlose, tapfere deutsche Kriegsgefangene planmäßig erdulden müssen, kaum verwunderlich. Daß der „Culture"-F!rnis bei den Franzosen nur sehr dünn ausgetragen ist. hat der Krieg überall nachgewiesen. Aushebung Der 15 jährigen für Sie Industrie. Im englischen Unterhause verlangt ein Antrag die Stammrollen-Eintragung derjenigen, welche nach dem 5. August 1915 15 Jahre alt wurden. Man schätze, daß heute 750 000 junge Leute zwischen 15 und 17Vs Jahren vorhanden seien. Es sei nicht beabsichtigt, junge Leute unter 19 Jahren an die Front zu schicken, z - aber sie seien unverkennbar für industrielle Zwecke nützlich — Ebenso sollen die Kriegsinvaliden zur Arbeit herangeholt werden. Eine Wirtschafts-Entente nach dem Kriege? Eine italienische parlamentarische Mission reist demnächst nach Madrid. Der Zweck dieser Reise ist *]{ die Schaffung einer wirtschaftlichen Entente nach dem Kriege. „Entente", d. i. Zuneigung oder auch Abneigung, werden nach dem Kriege nur geringe Bedeutung für die Wirtschaftsentwicklung haben. Wenn die Vernunft der Völker wiedergekehrt sein wird, gilt wieder in erster Linie die Leistung, und bei der spielt Deutschland die erste Geige. Wieder englische Flieger über Holland. Sonntag nachmittag ging in der Umgebung von Hulst ein englischer Zweisitzer nieder. Ter Insasse, Flieger James Brand, erklärte, er sei an einem Luftangriff aus Zeebrügge beteiligt gewesen. Er steckte die Maschine sofort nach der Landung in Brand. 260 Gefangene — 355 Gefangencnwärter. Die Korrespondenz „Teulsch-Uebersee' entnimmt der portugiesischen Zeitung „Commercio do Porto", daß kürzlich 260 deutsche Gefangene in Alcantara ankamen, die in Lourenzo Marquez und anderen Teilen Portu- giesisch-Ostafrilas ansässig waren. Unter ihnen befanden sich eine Anzahl Frauen, ferner einige Marinesoldaten der Mannschaften von den in Mozambique beschlagnahmten deutschen Schiffen. Einstweilen sind diese Gefangenen im Hospital tn Caldas da Rainha unrergebracht. Die Militäruntauglichen unter ihnen sotten demnächst über die Grenze abgeschoben werden. Tie genannte portugiesische Zeitung fährt wörtlich folgendermaßen in ihrem Bericht fort: „Die portugiesische Begleitmannschaft dieser 260 Deutschen, ein Unteroffizier und 354 Soldaten, wurde in Cap Verde auLgeschisst, da an Bord 1000 Personen waren und höchstens für 700 Rettungsmöglichkeit bei einer eventuellen Torpedierung vorhanden war. Von dort mußte das Schiss nämlich durch die Gefahrzone, wo in letzter Zeit häufig feindliche Unterseeboote aufgetaucht waren." Selbst deutsche Gefangene scheinen also den Portugiesen noch furchtbar gefährlich zu sein! Wir haben keine Erobcrungsabsichtcn. Trotzki hat sich nach Petersburg begeben, um der Konstituante die Forderungen der Mittelmächte zu unterbreiten. Er wird die Ansprüche, die wir wegen Polens, Litauens und Kurlands erheben, als Eroberungspläne hinstellen und versuchen, durch solche Behauptungen die Arbeiter in den Ländern der Mittelmächte zum schärfsten Widerstand aufzuhetzen. Da ist es von Wichtigkeit, daß Graf Czer- n i n, der aufs Entschiedenste die Pläne der Mittelmächte in Brest verfochten hat, nun ebenso bestimmt und feierlich versichert: „Ich bürge dafür, daß der Friede unsererseits nicht an Eroberungsabsichten scheitern wird. Wir wol- leu nichts von Rußland, weder Gebietsabtretungen, noch Kriegsentschädigungen." Diese Erklärung ist von der österreichischen Sozialdemokratie mit Genugtuung begrüßt worden und wird sicher die Aufregung im verbündeten Lande beruhigen. Zur Verhinderung von Mißverständnissen darf aber daraus hingewiesen werden, daß Graf Ezer- nins Erklärung vom 15. Januar datiert ist, während die Sitzung, in der General Hofsmann den Russen die Landkart« mit den eingezeichneten Grenzländern, denen Rußland die Selbständigkeit zugestehen soll, überreichte, am 18. Januar stattsand. Graf Czernin sprach sich in dieser Sitzung durchaus für die Forderung aus, daß Rußland auf jene Grenzländer verzichten muß. Seine feierliche Versicherung, daß die Mittelmächte hinter dieser Forderung keine Annexionspläne verstecken, wird vielleicht auch in Petersburg beachtet werden und die Geneigtheit unseren Forderungen nachzugeben herbeifühern. Englands Ansehen schwindet. Tas Ende ver Wettmachtstcttung Je länger der Krieg dauert, desto mehr verliert England das, was die britische Weitstellung bis jetzt besonders gestützt hat: sein Ansehen bei den Neutra-, len. Bezeichnend für den Grad, tn dem die geheimnisvolle Scheu vor England bereits geschwunden ist, ist ein Leitartikel des „A f t o n b lad e t" vom 3. Januar 1918, in dem die gegenwärtige Lage Englands sowie dessen Stellung nach dem Kriege folgendermaßen ge- kennzeichnet wird: „Es liegt keine besondere Veranlassung vor, Englands politische und ökonomische Uebermacht nach dem Kriege zu fürchten, und ebensowenig, uns an diese Macht zu ketten, um einen Anteil an den Vergünstigungen zu erwerben, die es seinen ökonomischen Vasallen etwa gewähren könnte. Alle euro, ' scheu kriegführenden Mächte dürften, wie der Weltkrieg auch enden mag, wesentlich geschwächt aus ihm hervorgehen; aber besonders England kann wahrscheinlich niemals die Stellung wieder erlangen, die es vor dem Kriege hatte. Seine unbestrittene Herrschaft über alle Meere scheint verloren zu sein, dafür bürgen die Vereinigten Staaten und Japan, jeder von diesen beiden Staaten an s»in»y (Nelle; und die deutsche Flotte hat sich al6 ein nicht zu verachtender Gegner erwiesen, der unter veränderten politischen Kombinationen die Zunge an der Wage aukmachen kann. Tie Kolonialherrschaft Englands ist aber in hohem Matze von der Beherrschung der- Meere abhängig. Ihr Bestand wird unsicher, sobald diese Herrschaft geschwächt wird, und daS in um so höheren Grade, je mehr die Bevölkerung der Kolonien mit der englischen vermischt ist, wie in Kanada und Südafrika — von Indien und Aegypten gar nicht zu reden, wo es eine wirklich englische Bevölkerung nicht gibt. Ter transozeanische Handel und die Seefahrt Englands haben von Japan und Amerika bereits schweren Abbruch erlitten, die nach dem Kriege ihre Gewinne nicht aufgeben dürsten. Englands Schiffsverluste sind bedeutend, während Japan und Amerika ihre Handelsflotte vermehrt haben. Seine unerhörten Kriegskosten haben an seiner Geldkraft gezehrt. und England ist wohl auch in dieser Beziehung jetzt von den Vereinigten Staaten überholt worden. Bei den imperialistischen Tendenzen des letztgenannten Landes ist kaum anzunehmen, daß es nach dem Kriege seine Armee auf dieselbe bescheidene Zahl reduzieren wird, wie vorher. Dann tritt mit erhöhter Kraft die Gefahr der langen Landgrenze zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten hervor, die im Verein mit der Schwierigkeit, mit einer überlegenen Großmacht auf der anderen Seite des Atlantischen Ozeans Krieg zu führen, den weiteren Besitz Kanadas von Seiten Englands von dem guten Willen der Vereinigten Staaten abhängig machen wird. Herodes und Pilatus sind nicht immer Freunde. Ein nicht unwesentlicher Teil der Stellung Englands als Weltmacht in politischer, maritimer und finanzieller Hinsicht scheint also an Amerika, zu einem kleineren Teil auch an Japan übergegangen zu sein oder aus dem Wege zu sein, dahin überzugehen. Englands frühere unerhörte Oberherrschaft in diesen Gebieten dürfte vorbei sein England hat ein hohes Spiel gespielt, das es auf dem besten Wege ist, zu verlieren. An Stelle von Deutschland hat es zwei Mitbewerber bekommen, die außer Reichweite seiner Kanonen liegen." Ob diese Erkenntnis nicht auch allmählich den vernünftigen Qrnglänbem aufdämmern wird? In Brest-Litowsk. Einigung mit der Ukraine. Während in Petersburg alles aus eine Kraftprobe zwischen den Volschewiki und den in Englands Solde stehenden Führern der Sozialrevolutionäre und den mir diesen verbündeten kriegstreibecischen Kadetten, der Partei der Börsentreiber, hinausläuft und bewaffnete Macht mit ..zwei leichten Geschützen" die Freiheit der Entschließung der Volksvertreter beeinflußt, ist mit den Vertretern der neuen südwestrussischen Republik, der Ukraine, eine Klärung erzielt worden. Man will Frieden schließen auf folgender Basis: Ter Kriegszustand soll als beendet erklärt und der Entschluß der Parteien bekräftigt werden, fortan in Friede und Freundschaft miteinander zu leben Die an der Front einander gegenllberstehenden Truppen sollen mit Friedensschluß zurückgezogen werden. Alle Beteiligten sind darüber einig, daß der Friedensvertrag für die sofortige Aufnahme eines geregelten wirtschaftlichen und rechtlichen Verkehrs Vorsorge zu treffen haben wird. Auch diplomatische und konsularische Beziehungen sollen alsbald ausgenommen werden. Darüber .vollen beide Teile mit den heimischen verantwortlichen Stellen noch einmal Fühlung netz- me«. Politische Rundschau. — König Ludwig und Königin Maria Therese begehen am 20. Februar das Fest der goldenen Hochzeit. Dem Wunsche ihrer Majestäten entsprechend soll die Feier mit Rücksicht auf den Ernst der Zeit tn einfacher Weise begangen werden. — Das Bankgilthaben des früheren deutschen Botschafters in Amerika, Grafen von Bernstorff. in Höhe von 900 000 Dollar wurde von der amerikanischen Regierung beschlagnahmt. * * * :: Türkische Juristen in sächsischen Diensten. Wie die „Sächsische Staatszeitung" mitteilt, t^.ten auf Wunsch der türkischen Regierung eine Anzahl türkischer Juristen, die meist schon längere Zeit in wichtigen Stellen des türkischen Justizdienstes tätig gewesen sind, auf mehrere Jahre in den sächsischen Jusnzdienft ein, um die deutsche Rechtspflege kennen zu lernen. :.° Tie Reform des Gemeindcwahlrcchts. Die „Nordd. Allg. Ztg." erklärt die Mitteilungen einer Korrespondenz über eine Vorlage zur .Reform des preußischen Gemeindewahlrechts, die dem Landtag in absehbarer Zeit nach dem Kriege zugehen werde, als lvserfrüht. Sowohl über den Inhalt wie über den Zeitpunkt der Einbringung der Vorlage stehe noch nichts fest. :: Tie Erfassung der Kriegsgcwinne beschäftigte am Montag nachmittag den mit der Erledigung dieser Materie betrauten Unterausschuß des Hauptansschusses im Reichstage. Regierungsseitig wurde entschieden betont, daß die Kriegsgewinne als Steuerobjekt dem Reiche verbleiben müßten. Ein Unterstaats- jekretär aus dem preußischen Handelsministerium besprach die Höhe der Kohlenaussuhr und die Gewinne dabei. Zum Schlüsse wurde ein Zentrumsantrag aus scharfe Erfassung dieser Gewinne angenommen. 0 . Batocki wieder Oberprasivcnt von Ostpreußen. Wirkt. Geh. Rat Tostilowicz v. Batocki-Friede ist als Rachfolger des zum Chef der Zivilkammer ernannten Oberpräsidenten v. Berg ans fernen früheren Posten als Oberpräsident tn Königsberg berufen worden, bis zu seiner Berufung an die Spitze des Krtegser- nährungsamtes. Ten Wiederaufbau Ostpreußens hat er während seiner ersten Tätigkeit als Oberprästdent mit großer Energie betrieben. * * * Echwelz: Urtekk gegen Aufwiegler. L Die im entent.ichen Solde gegen die Mittelmächte arbeitenden Veranlasser der Züricher Revolte sind vor Gericht recht milde behandelt worden. Das Militärgericht verurteilte die Angeklagten Jtschner, Acklin, Leonis Käscher, Bartel, Neuberger und Wethel, alle beteiligt an den Unruhen in Zürich und Außer- sthl wegen Meuterei im Komplott und Gehilfenschaft hierzu zu Gefängnisstrafen von sechs Wochen bis zu zehn Monaten und den Ehrenfolgen. Acklin wurde vom Grade eines Oberleutnants entsetzt, Weihel vier Jahre des Landes verwiesen. Spanien: Erneute Streiks mit Schießerei. % Tie englischen Treibereien dauern an, und so sind die großen dahinterstehenden Mittel nicht verge^ ich. In Alicante (südostspanischer Hasen und Festung veranlagte ein Straßenauflauf die Arbeiter zur p lichen Niederlegung der Arbeit. Tie Menge stürmte Läden und Privathäuser. Die Gendarmerie wollte die Menge zerstreuen und machte von der Feuerwaffe Gebrauch. Drei Männer wurden getötet und drei schwer verletzt, ebenso eine Frau. Zwei Männer sind leicht verwundet. Aus aller Welt. A Tie Zahlung der Warenumsatzsteucr seitens der Gewerbetreibenden für Lieferungen usw. pro Kalenderjahr 1917 hat bis längstens zum 80. Januar 1918 unter Vorlage der ausgestellten Anmeldebogen bei Vermeidung der zwangsweisen Beitreibung zu erfolgen. Jeder Steuerpflichtige ist verpflichtet, auch ohne besondere Aufforderung, den Warenumsatz, sofern er 8000 Mark jährlich übersteigt, bei der Steuerbehörde anzumelden. A Der Handelsminister gegen Kurzschrift und Maschinenschreiben mit ungenügender Borbildung. In Kurzschrift und Maschinenschreiben werden von Privat- schulen und im Privatunterricht vielfach Kräfte auS- gebildet, deren Vorbildung für diese Tätigkeit in keiner Weise ausretcht. Zur Beseitigung dieser Uebelstände hat der HandelSminister jetzt angeordnet, daß an derartigen Lehrgängen nur Schüler reilneymen dürfen, die eine hinreichende Sicherheit im schriftlichen Gebrauche der deutschen Sprache, in der Rechtschreibung und Zeichensetzung besitzen. Der Nachweis ist durch etne schriftliche Prüfung zu erbringen, die der Schulunternehmer oder Leiter oder ein Lehrer der Schule abzuhalten hat. Ter Schulaufsichtsbehörde bleibt es überlassen, Bestimmungen über Art, Umfang und Durchführung der Prüfung zu treffen. Vorläufig soll ein Diktat von mindestens 150 Wörtern aus dem Lesebuch der Oberstufe der Volksschule niedergeschrieben werden. Von der Prüfung befreit das Einjährig- Freiwilligen-ZeugniS, der erfolgreiche Besuch der obersten Klasse einer zehnklassigen höhereit Mädchenschule, die Reise für die dritte Klasse der Studienaustalt, das Schlußzeugnis des Lyzeums oder das Zeugnis darüber, daß eine voll entwickelte Mittelschule oder eine neunklassige höhere Mädchenschule erfolgreich bis zum Schlüsse besucht worden ist. ** Das teuerstr am Brrh. In einem hessischen landwirtschaftlichen Verein stellte ein Fachmann in Besprechung der ländlichen Schuhnot fest, aus einer Haut würden so viele Schuhe herausgeschnitten, daß man dafür das ganze Stück Vieh mit Haut und Haaren kaufen könne. — Es ist halt Krieg! •* Luftpost. In den letzten Tagen haben, während die Züge von Augsburg nach Schwabmünchen, Lechseld usw. nicht durch den Schnee kamen, Militärflieger die Postsäcke befördert. ** Eine Wirrdmuhle samt dem Gesellen sortgewchrt. Tie unweit von Schildberg gelegene Brussowsche Mühle wurde von einem orkanartigen Windsturm ersaßt und tn allen Teilen auseinandergeschleudert, so daß fic völlig vernichtet ist. Ein in der Mühle anwesender Geselle wurde von einer Windhose etwa 25 Meter weit sortgeschleudert und erlitt erhebliche Verletzungen. •• In geistiger Nmuachtrmg ermordet hat ein russischer Kriegsgefangener den 47 jährigen Landsturmmann Kunde, der in Tschebiatkow, Kreis Bütow, ein Grundstück besitzt und zur Bewirtschaftung desselben als Wachtmann für die dort unteraebrachten Kriegsgefangenen abkommandiert war. Als sich Kunde im Kreise seiner Familie aufhielt, erschien plötzlich der Russe und versetzte ttjm mit einem Messer vier bis fünf Messerstiche in den Hals, daß sofort der Tod des Kunde ernrrat. Al§ durch das Geschrei der Kinder die Nachbarn herbeteilten, fand man auch den Russen mit durchschnittener Kehle über seinem Opfer leblos liegen; er hatte seinem Leben selbst ein Ende gemacht. — In Selb tn Obersranken hat der in Urlaub aus dem Felde hetmgekommene Alteisenhän'oler Gras seine Frau und drei Kinder ln einem Wahnsinnsausbrttch mit der Axt totschlagen wollen. Auf de» Jammergeschrei eilten die Nachbarn, herbei, die alle vier schwer verwundet und bewußtlos vorfanden. Der wahnsinnige Mörder ist entflohen. ** Die Verfehlungen des Regierungsrats Dr. Brenske aus Minden, der in-Braunschweig bei einem Juwelendiebstahl verhaftet wurde, erfahren eine grelle Beleuchtung durch eine Interpellation in der GüterS- toher Stadtverordnetensitzung. Auf eine Anfrage des Stadtverordnetenvorstehers Wolf erklärte Stadtrat Marten, daß im April 1917 die Sparkasse Gütersloh durch einen Regierungsrat Tr. Brenske revidiert wurde. Zwei Monate später sei sestgestellt worden, daß ein Zinsscheinbogen über eine Reichsschatzanweisung von 20 000 Mark fehlte. Bei der kürzlich in Braunschweig erfolgten Verhaftung des Regierungsrats Dr. Brenske habe dieser eingestanden, daß er den Zinsschein- Sogen in Gütersloh entwendet habe. Die Sparkasse habe das Wertpapier wiedererhalten, fünf Zinsscheine für 2250 Mark habe Dr. Brenske, in seinen Kreisen als „flotter Junggeselle" bekannt, aber bereits verwertet. Der Verlust der Sparkasse sei inzwischen aus dem Vermögen des Regierungsrats völlig gedeckt worden. *" Das Eisenbahnunglück bei Kirn. Tie Aufräu- mungsarbeitcn von der Eisenbahnunfallstelle bei Kirn, wo kürzlich ein Urlauberzug infolge Dammunterspülung in die Nahe stürzte, haben ergeben, daß die Zahl dsr Opfer glücklichermsise nicht so groß ist, wie ursprünglich befürchtet wurde. CS sind 23 Leichen geborgen, darunter 11 Soldaten, vermißt werden bis jetzt noch zwei Personen. Ferner sind 19 schwer und 10 leicht Verletzte in dem Lazarett tn Kreuznach in Behandlung. •* Kinder würgende Katze. Ein Vorkommnis, daS allgemein eine ernste Mahnung enthält für die vielen Fälle, wo Katzen ins Bett genommen und mit kleinen Kindern allein gelassen werden, hat sich im Dorfe Glan-Münchweiler zugetragen. Dort war eine Frau nur auf einem Gang in die Nachbarschaft kurze Zeit abwesend. Bei ihrer Rückkehr fand sie die Katze am Halse ihres drei Monate alten Kindes liegend. Das Tier hatte sich in unmittelbarer Nähe der Halsschlagadern derart fest gekrallt, daß daS Kind dem Ersticken nahe war und nur durch eineu ärztlichen Eingriff am Leben erhalten werden konnte. ** Tie Nohrcrute an der Ostseeküste ist auf den Haff- und Drausenkampen in vollem Gange. Durch das anhaltende Frostwetter werden die Arbeiten sehr gefördert. Das meiste Rohr. das in diesem Winter geschnitten wird, geht des höheren Preises wegen als Gipsrohr ab. Das beste Gipsrohr liefern die fiskalischen Nogatkrampen am Frischen Haff, wo die Halme lang und stark wachsen. Viel Rohr ist schon im Sommer grün gemäht und zu Futterzwecken eingelagert worden. ** Millioneuunterschleise. Die Großeinkaufsgesellschaft Deutscher Konsumvereine in Hamburg hatte während der Kriegszeit im Düsseldorfer Hafen eine Geschäftsstelle eingerichtet, in welcher als Angestellte der Direktor A. Hermann George, der Buchhalter Wilhelm Papst, der Vertrauensmann Kurt Roehlen und Chemiker Gustav König tätig waren. Auf Grund einer Revision sind die Genannten verl-aftet worden. Es kommen Unterschleife tn der Höhe von über einer Million Mark bei der Verarbeitung von Seife für die Seifenherstellungs- und Vertriebs-Gesellschaft in Berlin tn Frage. Äußer den Verhafteten sind noch weitere Personen in die umfangreiche Angelegenheit verwickelt. Gerichtssaal. ’± Eine Kaffeemühle als Schrotmühle. Wenn eine Kaffeemühle zum Zerkleinern von Getreide benutzt wird, ist sie als Schrotmühle anzusehen. Dies dürfte nicht allgemein bekannt sein. Mehrere Familien aus Merbeck, Riederbrüchten, Gutzeraty lind Erempt hatten sich bei etnem Ackerer Roggen gekauft und gemahlen. Die Strafkammer tn M.-Gladbach hielt die Angeklagten tzwac für schuldig, sprach jie aber frei, weil sie aus etncnt entschuldbaren Irrtum gehandelt Härten. '■± Zuchthaus für Laridfrrescrrsbrechcr. Krawalle, die am 12. Dezember in Elbing stattfanden, beschäf- ttgten das dortige Gericht. Die in den bisherigen fünf Verhandlungen Verurteilten waren mit Gefängnis davorgekommen. Nunmehr wurde auch auf die höchst- zulässigen Zuchthausstrafen erkannt. Verhandelt wurde tn der letzten Sitzung gegen 33 Personen (12 Männer und 21 Frauen). Eine jugendliche Person erhielt drei Neonate Gefängnis, 17 erwachsene Personen 6 und 9 Monate und 1, 2 und 5 Jahre Gefängnis, zwei Männer te zehn Jahre Zuchthaus. Ein Mädchen wurde freigesprochen, 10 Fälle wurden dem ordentlichen Gericht überwiesen. Scherz und Ernst. tf. Tie verkannte „Wärmcslasche". Eine Straßburger Gesellschaft fuhr im Schlitten von Turbach ab und kehrte in Willstätt nochmals ein. um sich innerlich und äußerlich zu wärmen. „Wollen wir nicht die Wärmeflasche aus dem Schlitten lieber mitherem- nehmen?" fragte mit verschämtem Lächeln eine Dame. „Tie kann stehen bleiben, wo sie ist, sie steht ja sicher, und kalt ist sie doch, aber wir haben warme Füße," war die Antwort. Wie erstaunten aber die Gäste, als nach dem Wiederbesteigen des Schlittens der Flasche eine sehr wohlige Wärme entströmte. Schmunzelnd bekannte die mütterlich besorgte Wirtin, sie habe die kalte Wärmeflasche ausgeleert und mit heißem Wasser gefüllt, das werde den Herrschaften sicher gefallen. Aber, 0 weh! Die fürsorgliche Frau bekam kein Dankeswort. „Was haben Sie gemacht ? Ausgeleert? Das gute Kirschwasser, das wir aus Turbach mitgebracht hatten!" Und mit langen Gesichtern fuhr die Gesellschaft dem Rheine zu. tf. Anhängewagen ohne Sitzplätze führt die Stadt Breslau ein, um zu den Hauptverkehrszeiten den Verkehr zu bewältigen. Der von außen durch die Aufschrift „Nur Stehplätze" gekennzeichnete Wagen bietet im Innern Raum für 50 stehende Personen. — Ta auf der Straßenbahn nur kurze Strecken zurückgelegt werden, ist diese Idee vielleicht nicht schlecht. Im Industriegebiet hat mau seit einigen Jahren Wagen mit ganz besonders großem Perron, die dieselbe Wirkung haben. tf. Gasbomben vor einem halben Jahrhundert. Dieser Krieg hat manchen Zukunftstraum früherer Geschlechter ganz oder teilweise erfüllt, so ist auch der Gasangriff, den: wir so ntanchen Erfolg verdanken, eigentlich eine alie Erfindung. Schon eine Zeitung aus dem Jahre 1887 erzählt ihren — gewiß damals nicht wenig erstaunten — Lesern von einer Gasbombe. In der Beschreibung finden wir folgende Sätze, die wir in auszugsweiser Uebersetzung wiedergeben: „Man hat dabet ein Gas entdeckt u!td verwendet, das langsam der Bombe e:ttslieht ttnd sich dann in 500—600 Nieter Umkreis verbreitet. Ties Gas ist giftig. Wer es einatmet, stirbt zwar nicht, aber er wird eingeschläfert. Tie Bombe selbst explodiert nicht und zerschmettert nicht. Eie fällt beispielsweise in die Mitte eines Regiments, ohne daß irgend jemand verletzt wird. Nur die Luft ändert sich plötzlich und alle, die das Gas einatmen schlafen sofort den Schlaf des Gerechten, einen Schlaf, der im Durchschnitt 24 Stunden dauert. Der Feind hat also nichts anderes zu tun, als die Schläfer zu entwaffnen und die Schlafenden in Eisenbahnwagen zu verfrachten und wie gewöhnliche Pakete oder Stückgüter zu versenden. Damit wird eilt Heer überwunden. 0 t>ne daß eS den Menschen ans Leben geht." So ähnlich kant es ja in der Tat 50 Jahre später: aber unblutig ist der Krieg dttrch die Gasangriffe, die' übrigens nicht tnehr so harmlos sind, wie man vor 50 Jahren dachte, beileibe nicht ß* w,rdsn. __* * Gießen. Das Oberhcffische Museum erhielt durch eine Stiftung des Geh. Kommerzienrates S. Heichelheim eine in ihrer Art wohl bis jetzt einzig dastehende Sammlung, nämlich sämtliche Kriegsaus. Zeichnungen aller deutschen Bundesstaaten, die während des Krieges gestiftet wurden. Der Stifter hat sich die Erweiterung der Sammlung, tesonders auch die Erwerbung der Kriegsauszeichnungen der mit uns ver* bündeten Staaten, Vorbehalten. * Grünberg. 21. Jan. Auf der Feier der hiesigen Vaterlandspartei zur Reichsgründung sprach der Stadtverordnete Kcumm-Gießen über die dcut- scheu Kriegsziele. Ausgehend von der Zeit der deut. scheu Zerrissenheit, wo jeder deutsche Stamm sein Selbstbestimmungsrecht hatte, während die Nachbarn zur Rechten und Linken den deutschen Boden zertraten, wofür ec einige treffende Beispiele brachte, zeigte er, wie jeder Krieg Gewaltausübung und der Fciedensschluß die Folgerung daraus sei. Aus dem Elend der Kleinstaaterei se'en wir herausgekommen durch die militärische Kraft Preußens, die nicht durch das Parlament, sondern im Gegensatz gegen dasselbe geschaffen worden sei. Die Stufen zur Größe Deutschlands und seiner glänzenden Entwicklung bilden die „Gewaltfriedensschlüsse", die Preußen und Deutschland auf Grund ihrer Siege geschlossen haben. Wenn wir uns beim Friedens schluß nicht auf unsere Machtstellung stützen wollten, die auch im Westen vor allem durch unsere U-Boote mit Sicherheit hergestellt wird, dann würden wir uns an unseren Kindern und Enkeln versündigen. Soweit wir es irgend auf Grund der Kriegslage können, müssen wir unser Volk gegen die Wiederholung solches verbrecherischen Ueberfälle und gegen die verelendenden Folgen des Krieges schützen. Ein schweres Verbrechen wäre es, den Krieg zu verlängern, sobald wir einen annehmbaren Frieden haben könnten, aber England gibt uns den nicht, ehe es durch unsere Macht dazu gezwungen wird. Wir brauchen zur Ernährung unseres Volkes neues Siedlungsland für Hunderttausende neuer Bauernstellen. Wo ist ein Deutscher, der das alte deutsche Ordensland im Osten wieder den Russen preiszugeben wagen darf? Wir brauchen die eroberten Erzlager im Westen zur Aufrechterhaltung unserer Industrie. Wir müssen die Hand über Belgien behalten, weil sonst England sich wieder darin festsetzt. Wir brauchen Ent- schädigung der Auslanddeutschen, sonst wird keiner wie- der Pionier der deutschen Exportindustrie werden können und wollen. Ungefähr 20 Milliarden sind uns im Ausland völkerrechtswidrig geraubt worden. Wir brauchen Ersatz unserer Krtegskosten, um nicht darunter zusam- menzubrechen. Ob das die Feinde leisten können, braucht nicht unsere Sorge zu sein, das hätten sie selbst sich überlegen müssen. Scharfsinnig und unwiderleglich führte der Redner aus, wie verhängnisvoll, vor allem für den deutschen Arbeiter, ein Verzichtfriedcn wirken muß. Man spürte an den oft von lautem Beifall um terbrochenen Ausführungen die Sorge um die Zukunft und die warme Liebe zu unseren deutschen Volk. Es war ein herzerfceuendes Bild, in der etwa von 150 Leu« ten aus allen Kreisen unserer Stadt besuchten Ver sammlung die Vertreter aller Parteien ohne Mißklang einmütig zusammengesühlt zu sehen von dem einen Streben, mitzuhelfen an der Wiedererstarkung unseres deutschen Volkes nach all der Not und den Opsem des Krieges. * Marburg. Unter Bezugnahme auf einen diesbezüglichen Erlaß des Finanzministers hat auch der hiesige Haus- und Grundbesitzer-Verein an die Steuer- veranlagungs Kommission eine Eingabe gerichtet, in der um Anerkennung einer angemessenen Erhöhung der abzugssähigen Pauschalen bei Gebäuden und zwar bet massiven Gebäuden von % auf V 2 Prozent und bei Fachwerkbauten von 1 I 2 auf 1 Prozent gebeten wird. * Uiederlahnstein. 15. Jan. Die „Rheinisch Volksztg." veröffentlicht heute den Wortlaut eines Wa renangebotes, das die hiesige amtliche „Lebensmittel Einkaufsstelle der Naffauischen Rheinstädte" an ein Firma des Wiesbadener Bezirks richtet. Jntereffan an dem Angebot ist einmal die ungeheure Menge de angebotenen Waren und der alle Begriffe übersteigend Preis, der gefordert wird. Die Einkaufsstelle bietet u m an: 300 Ztr. Viktoria-Erbsen das Pfund zu 3,4! Mk-, 100 Ztr. gelbe Erbsen zu 3,10 Mb, 35 Ztr. weiß Bohnen zu 3.35 Mk., 400 Ztr. dicke Bohnen zu 3,4! Mk-, 400 Ztr. Wicken zu 2,70 Mk., 900 Ztr. Lupine: zu t,25 Mk., 90 Ztr. Graupen zu 2,65 Mk., 226 Ztr ^udfrucht-Marmelade zu 1,50 Mk., 200 Ztr. Dreifcucht Marmelade zu 1,95 Mk., 21 Ztr. prima weiße Reis ^ Zu 20 Mk., 5 Ztr. Kartoffelstärke zu 19 Mk. ^000 &tud Toiletteseife das Stück zu 2,75—4,75 Mk. 'OStuck Kernseife a 5,75 Mk., 3 Ztr. Schokolad das Mk, 50 Liter Speiseöl a Liter 32, 5< 7V^ 1000 Flaschen Jamaica Rum a Flasche 12,50 Mk. £0000 Dosen 1 Pfd. Brotaufstrich a Dose 4,75 Mk. 60000 Dosen Leberwurst in 1 Pfo. a Dose 3,75 Mk IW $ofen Mixed.Pickles ca. 5 Kgr. brutto a Tos 11,75 Mk., usw. — Zu diesen verborgenen Riesen mengen und Mäcchenpceisen erübrigt sich jeder Kom mentar! !•» * Die Ziehung der 7. Lotterie zum Besten des Thüringer Museums zu Eisenach (Hauptgewinn 2000O Mk.) findet bestimmt am 7. u. 8. Februar 1918 statt. Lose a 1 Mark sind nur noch in beschränkter Zahl in den bekannten Verkaufsstellen und in der Lotteriebank G. m. b. H. in Eisenach zu haben. Verantwortlich: Albtn Klein in Gießen. Die Wrsorgevermilllungzstelle für erwerbstätige Frauen und Rädchen. Westanlage bietet Frauen und Mädchen unentgeltlich Auskunft und Beistand in häuslichen und persönlichen Angelegenheiten, sowie Beratung bei der Wahl der Beschäftigung. . Mutter- und Säuglingsschutz. llindersürsorge. Sprechstunden: Montag und Donnerstag, abends von 5 bis 8 Uhr. Die öoldankaufflelle ist bis auf weiteres geöffnet - Dienstag nachmittags von 2-4 Ubr Samstag vormittags von io-ir'I, Ubr ver €bmtau$fcbu$$ der 6oidanKauf$ftelle: Dr. Usinger. Giessener Probe!-Seminar Seminar für Kindergärtnerinnen. Staatl. Prüfung (in Preussen anerkannt). Vorbereitungsklasse zur Aufnahmeprüfung. Klnderpflegerinnensclmle. Anmeldungen bis zum 1. März. Aufnahme in den Seminarkindergarten jederzeit. Prospekte bei L. Moeser, Gartenstr. 30. HmMr pilnstaira Deutschlands einzige Glanbersalzquelle nach Analyse und Heilwirkung gleich Karlsbad in Böhmen. Unübertroffen bei Magen- und varmkrankbeiten. 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