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Bon den Kriegsschauplätzen nichts Neues. €i Proteft des Generals Boffmann. 3n Drest-Litowsk haben die mssischen Vertreter u. a. verligt, daß Deutschland die besetzten Gebiete schon jetzt vorlbschluß des Friedens räumen sollte. Dagegen hat Geeral Hoffmann protestiert und in anerkennend Weise u. a. gesagt: !)ie russische Delegation spricht mit uns, als ob sie siegrch in unserem Lande stände und uns Bedingungen diktrxn könnte. Ich möchte darauf Hinweisen, daß die Tatshen entgegengesetzt sind. - Das siegreiche deutsche Heefteht in Ihrem Gebiet! Ich möchte dann selbst fest, stell., daß die russische Delegation für die besetzten Ge- bietdie Anwendung eines Selbstbestimmungsrechtes der Völlr in einer Weise und in einem Umfange fordert, wie s ihre eigene Regierung im eigenen Lande nicht anwdet. Die deutsche Oberste Heeresleitung muh des' halbdie Einmischung in die Regelung der Angelegenheit in dem besetzten Gebiete ablehnen. Für uns hab> die Völker in dem besetzten Gebiete ihrem Wunsche der )strennung von Rußland bereits klar und unzweideut Ausdruck gegeben. Von den wichtigen Beschlüssen der evölkerung möchte ich folgendes hervorheben: Am 21. 1917 erbat die kurländische Landesversammlung, die h ausdrücklich als Vertreterin der Gesamtbevölke- runcKurlands bezeichnete, den Schutz des Deutschen Reics. Am 11. 12. 1917 proklamierte der litauische Lan'örat, der von den Litauern des In- und Auslandes als e einzig bevollmächtigte Vertretung des litauischen Volk anerkannt ist, den Wunsch der Abtrennung von alleistaatlichen Verbindungen, die bisher mit anderen Dölki bestanden haben. Am 27. 12. sprach die Stadt- veronetenversammung in Riga eine ähnliche Bitte an das rutsche Reich aus. Diesem Anträge haben sich die haer Kaufmannskammer, die Große Gilde, die Vertretener Landesbevölkerung, sowie 70 Rigaer Vereine angegossen. Schließlich haben im Dezember 1917 auch Dertter der Ritterschaft und der ländlichen, städtischen und glichen Gemeinden auf Oesel, Dagö und Moon in verschdenen Erklärungen sich von ihren bisherigen Be- ziehuien losgelöst. Auch aus verwaltungstechnischen Grünn muß die deutsche Oberste Heeresleitung die Räunng Kurlands, Litauens und Rigas und der Inseln im Raischen Meerbusen ablehnen. Alle diese Gegenden besitze keine Verwaltungsorgane, keine Organe der Rechtfflege, keine Organe des Rechtsschutzes, keine Eisenbhnen, keine Telegraphen, keine Post. Alles dies ist deicher Besitz und in deutschem Betriebe. Auch zur Errichtig eines eigenen Volksheeres oder einer Miliz sind d Länder aus Mangel an geeigneten Organen in absehbar Zeit nicht in der Lage. Annäherung In Breft'Citowfk. D: halbamtlichen „Prawda" zufolge findet zwischen Lenin ind Trotzki ein reger Gedankenaustausch statt, der berits eine bemerkenswerte Annäherung in der A ffassung der beiden verhandelnden Pacteen über das Selbftbestimmungsrecht der Na- tionalitten gezeitigt hat, da die russischen Delegierten in Bres-Litowsk bestrebt sind, den Gang der Verhandlungen ücht unnötig zu erschweren. flirilicbe deutfcbe Cagesbericbte. wtb. Großes Hauptquartier, 12. Jan. 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Gefechtstätigkeit blieb auf Artillerie- und verschiedenen Stellen der Front Die Wurfminenkämpfe beschränkt. an An der Mazedouischen Front Oestlicher Kriegsschauplatz: Nichts Neues. und Italienischen Front ist die Lage unverändert. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorss. Berlin, 12. Jan., abends. Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues. Berlin, 12. Jan. Neue U-Bootserfolge im westlichen Teil des Sperrgebietes um England: 19 000 Bruttoregistertonnen. In kühnen und geschickt ausgeführten Angriffen schoß eines unserer U-Boote unter erheblicher feindlicher Gegenwehr 4 große Dampfer aus stark gesicherten Geleitzügen heraus. Bei einem nächtlichen Angriff auf einen starken Gelettzug gelang es dem U-Boot durch schneidigen Rammangciff einen feind« ltchen U-Bootzerstöcec derart zu beschädigen, daß dessen Verlust mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist. Das U-Boot nahm hierbei außer einer leichten Beschädigung am Bug keinerlei Schaden. Der Chef des Admiralstabes der Marine. » Binüenburg in Berlin. Berlin. 12. Jan. Generalfeldmarschall v. Hin« den bürg und General Lu den dorfs sind heute vormittag in Berlin eingetcoffen. » wtb. Großes Hauptquartier, 13. Jan. 1918. Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Oestlich und nordöstlich von Armentieres sowie in der Gegend von LenS war die englische Artillerietätig, keit tagsüber rege; auch in den anderen Abschnitten lebte sie vorübergehend auf. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz An vielen Stellen der Front Artilleriekampf. Stärkere französische Abteilungen, die nördlich von Reims, in der Champagne und nordöstlich von Avocourt zur Erkundung vorftteßen, wurden im Nahkampf zurückgeworfen. Südwestlich von OrneS brachte ei« eigenes Unternehmen Gefangene ein. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Auf dem östlichen Maashöhen und in den mittleren Vogesen zeitweilig erhöhte Feuertätigkeit In zahlreichen Luftkämpfen wurden gestern 6 feind, liche Flugzeuge und 3 Fesselballons abgeschossen. i»i Oestlicher Kriegsschauplatz: Nichts Neues. Mazedonische Front und Italienische Front: Die Lage ist unv.rändert. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorss. Berlin, 13. Jan., Plätzen nichts Neues. abends. Von den Kriegsschau- fünf vampker versenltt. Berlin, 13. Jan. Bei starker Bewachung und unter stärkster Gegenwirkung, die vielfach auch durch feindliche Luststreitkcäfte ausgeübt wurde, versenkten unsere U-Boote im Aermelkanal und an der englischen Ostküste 5 größere Dampfer. Die Mehrzahl der Schiffe war tief beladen und bewaffnet. Der Chef des Admiralstabes der Marine. » wtb. Großes Hauptquartier, 14. Jan. 1918. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Die Feuertätigkeit blieb tagsüber meist auf Stöcungs- feuer beschränkt In einzelnen Abschnitten, besonders beiderseits von LenS, war. sie am Abend gesteigert. — AusklärungSabteilungen drangen südwestlich von Armen- tiereS und nördlich von La Vaquerie in die englischen Gräben und machten Gefangene. Heeresgruppen Deutscher Kronprinz und Herzog Albxecht. Abgesehen von erfolgreichen Erkundungsgefechte» in der Gegend von Juvincourt und auf dem Westufer der Maas verlief der Tag ohne besondere Ereignisse. Oestlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Mazedonische Front. Westlich vom Ochrida See, am Dobropolje und südwestlich vom Doiran-See Acttllerietätigkeit. Italienische Front. Die Lage ist unverändert. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. 21,000 Tonnen verrenkt! Berlin, 14. Januar. Eines unserer Unterseeboote hat unter schneidiger Führung des Oberleutnants z. S. Lohs letzthin im Aermelkanal 5 Dampfer und 3 Fischer» fahezeuge mit rund 21,000 Bruttoregistertonnen versenkt, eine Leistung, die umso anerkennenswerter ist, als die Erfolge von einem kleinen U-Boot und in einem Seegebtet erzielt wurden, in dem die feindliche Gegenwirkung besonders stark ist. Der Chef des Admtralstabes der Marine. Berlin. 14. Jan., Plätzen nichts Neues. abends. Von den KciegSschau- 1918. wtb Großes Hauptquartier, 15. Jan. Westlicher Kriegsschauplatz: Keine besonderen Ereignisse. An verschiedenen Stellen der Front Artilleriekampf. Oestlicher Kriegsschauplatz: Nichts Neues. Mazedonische Front: Die Lage ist unverändert. Italienische Front: Starke Angriffe, die der Italiener gegen die österreichische ungarischen Stellungen am Monte Asolone und Monte Pertica führte, sind unter schweren Verlusten gescheitert. — Tagsüber in den Angriffsabschnitten anhaltende Feuerkämpfe dehnten sich zeitweilig nach Westen über die Brenta, nach Osten bis zur Piave aus. Auch längs der unteren Piave und in Verbindung mit italienischen Vorstößen im Piavedelta war die Artillerie- tätigkeit vielfach gesteigert. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. ch Berlin, 15. Jan., abends. Zwischen Brenta und Piave vielfach heftiger Feuerkampf. — Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Sachsens Zentrum gegen krrberger. Dresden, 10. Jan. Der Kämmerer des Papstes und Kammerherr des Königs von Sachsen Frhr. v. Schönberg hat heute an den Kaiser und den Reichskanzler im Namen sächsischer Zentrumsmitgliedec Telegramme gerichtet, worin ec die Ziele Hindenburgs und Ludendorffs betont und auf die kraftvolle Haltung der Regierung bei der Schaffung eines guten deutschen Friedens in der Hoffnung vertraut, daß der Einfluß des Abg. Erzberger endlich gebrochen wird. Mrbr Uerantwortlicbkeitsaefübl bei der inneren front! Wir alle haben die Gewißheit, daß wir mit unseren Lebensmittelvorräten bis zur neuen Ernte, zwar knapp, aber doch durchhalten werden! Wenn nun dennoch um ihr leibliches Wohl allzu ängstlich besorgte Gemü« ter, Schwarzseher und Unzufriedene mit Klagen über unzureichende Ernährung, mit Hamsterfahrten und Keks- und Süßtgkeitcnpolonaisen ihrem gepcetzten Herzen Lust machen, so ist der weitaus größte Teil des Lölkes in dem Bewußtsein, daß unsere Feinde uns mit der eng- lischen Hungekpcttsche doch nicht niedcrzwingen können, nur zu leicht geneigt, diese törichten und gemcinschöd- lichen „Irrungen" als entschuldbare Aeußrrungen von Pessimisten und unverbcfferlichen Egoisten anzuschen und zu belächeln. Dos ist aber eine grundfalsche Auf- fastuna' Die kämpfende Front draußen, die die furchtbare an Blut und Entsetzen reiche Bürde des Krieges in ihrer wahren Gestalt trägt, denkt darüber ganz an ders. Ein Brief, den ein Kämpfer nach kurzer Urlaubs zeit in der er einen Einblick in das kleinliche, gierige, jämmerliche Gehabe gewisser Bevölkerungsgruppen in der Heimat gewann, an seine „liebe und tapfere Frau" schrieb, zeigt uns in der erschütternden Einfachheit seiner Schreibweise, welches Unheil aus dem gedankenlosen Jammern über die schwere Not der Zeit, aus dem „An- stehen" nach Süßigkeiten und dergleichen sür Heer und Volk entstehen kann und entstehen muß, ES heik>t in diesem Brief, der als ernster Mahnruf von der Front ein vieltausendfältiges Echo in der Heimat finden möge, unter anderem: . Du selbst hast ja immer wieder gesagt, daß Ihr mit dem auskommen könnt, was Euch zugeteilt wird, wenn Ihr vernünftig einteilt und Euch einrichtet. Du hast mich und die Kinder in den vierzehn Urlaubs- tagen nicht schlecht verpflegt. Ich bin also sehr zuver- sichtlich abgefahren. Die Sorge, ob wir in der Heimat durchkommen, war von mir genommen. Heute habe ich erfahren, daß für den Frieden das nicht entscheidet, was wir denken und hoffen, sondern mehr noch, was der Feind glaubt. In der Hölle der Arrasschlacht haben wir englische Gefangene gemacht. Durch ihre Aussagen, die bei ihnen Vorgefundenen Briefe, Zeitungen und Befehle haben wir ein sehr genaues Bild darüber erhalten, was England denkt. Der englische Soldat geht mit Grausen in die Schlacht, Was trotzdem ihm immer wieder den Mut gibt, vorzugehen, und was England unerschütterlich am Kriege fefthalten läßt, ist die feste Ueberzeugung, daß wir nicht bis zur nächsten Exnte ducchhalten können. Die Umlcdicbllilig des (lolirsvermögrns. Von einem volkswirtschaftlichen Mitar beiter.) Langsam und von der großen Menge fast unbemerkt aber stetig und mit immer größerer Ausdehnung hat sich unter der Einwirkung des Krieges eine Verschiebung der Vermögen vollzogen, wodurch die Einkommen der ganz Reichen sich immer rascher vermehrte, das Vermögen des Mittelstandes dagegen dauernd verringerte. Diese Entwicklung, die schon vor, dem Kriege begann, hat jetzt einen Umfangs angenommen, welcher der Nationalwirtschaft großen Schaden bringen muß. Innerhalb der letzten beiden Jahrzehnte haben in den preußischen Städten die Einkommen von 3000 Mark bis 9500 Mark (trotz des vielgepriesenen deutschen Aufstiegs) um 2 , 50/0 und die Einkommen von 9500 bis 30500 Mark um 0,5 o /° abgenommen. In der gleichen Zeit aber hat die Zahl der ganz Reichen eine starke Vermehrung erfahren; die preußische Emkommen-Sta- tistik für das Jahr 1916 lehrt, daß sich die großen Einkommen von über 100000 Mark vervierfacht haben. Jahreseinkommen von 500000 Mark bis zu einer Million Mark hatten 1896 in Preußen 76, im Jahre 1916 dagegen 356 Personen; ein Einkommen von über einer Million Mark erzielten 27 Personen im Jahre 1896 und 134 Personen im Jahre 1916; das Höchsteinkommen einer einzelnen Person betrug im Jahre 1896 in Preußen 7426 500, im Jahre 1916 dagegen aber 29 417 500 Mark. Insgesamt versügten im preußischen Staate in den Jahren 1911/13 nur 18 , 50/0 der Gesamtbevölkerung über ein Einkommen von mehr als 6000 Mark, und 8l,5°/ 0 der Bevölkerung mußte sich mit einem Jahreseinkommen von unter 6000 Mark begüngen. Die Wirkungen dieser Einkommenverschiebungen machen sich besonders in der Industrie geltend, die ihre Gewinne zu noch nie dagewesenen Erweiterungen der Betriebe und zur Gründung von Kartellen benutzte. Die Kartelle haben im Kriege einen Siegeslauf genommen, der geradezu eine Ueberspannung des Machtgedankens dieser Pcoduzentenvereinigungen in sich schließt. Wenn die Kartelle weiterhin die Preise für Kohle und Eisen, sür Farbstoffe und alle Erzeugnisse aus Stein und Erde, Zusammengenommen für alle Rohstoffe und veredelten Waren bis zu den fertigen Erzeugnissen unter sich regeln werden, dann wird die Etnkommenverschiebung auch weiter zugunsten der ganz großen Vermögen erfolgen, und von einer Minderheit werden dem großen Heer der Abnehmer die Preise und Lieferungsbedingungen vorgeschrieben werden. Bei einer solchen Zunahme der ganz großen Vermögen kann es nicht ausbleiben, daß schließlich die ganze nationale Arbeit eines Tages unter den Willen einer verschwindend kleinen Zahl von geldstarken Personen gerät. Die mächtig gewachsene industrielle Kapitalmacht gewinnt so eine Macht im Wirtschaftsleben. Das Heer der Arbeiter sucht seine Organisationen zu stärken, um dem Ring der Unternehmer schlagfertig gegenüber zu treten. Auch der Landwirtschaft flössen vielfach große Gewinne in diesem Kriege zu. Nur um die Gestaltung der Lebensbedingungen des Mittelstandes, des Handwerkers, des kleinen Kaufmanns, vor allem der Privatbeamten steht es ungleich schlechter. Wie steht heute der Mittelstand eigentlich da? Der Handwerksmann, welcher seine Werkstatt beim Eintritt in den Heeresdienst schließen mußte, hat seine wirtschaftliche Selbständigkeit verloren. Von den Verdienstmöglichkeiten, welche so viele Menschen eines Morgens reich und wohlhMnd fand, haben die Kleinbetriebe in Handel und Handwerk, hat der feftbe- soldete Pcivatbeamte nichts gespürt. Sie besonders haben von allen Lerufsgeschichten unter den Wirkungen des Krieges am ernstesten gelitten. Darum muß es die allerwichtigste Aufgabe einer gesunden Wirtschaftspolitik sein, für den Wiederausbau und die Wiedererstarkung dieser vielen wirtschaftlichen Existenzen zu sorgen. Eine Nationalwirtschaft, die den Reinertrag aller Arbeit einem immer kleiner werdenden Kreise von Manschen zuwirft, wird auf die Dauer nicht bestehen können. Ge wiß werden die geradezu phantastischen Kriegsgewinne, die der Produktion zuflossen, für die Steuerkcaft des Reiches nutzbar gemacht werden; aber es kommt nicht allein darauf an, daß die Steuern bezahlt werden, sondern auch darauf, wer sie bezahlt. In einem innerlich kraftvollen und gesunden Staate muß sich das Nationaleinkommen auf alle Volksglieder verteilen und alle Berufsschtchten müssen wie am Sinken, so auch am Aufstieg des Wirtschaftslebens beteiligt sein. Die neuen €irenbabn-€infcbränkungen. Zu der am 15. d. M. in Alraft tretenden weiteren Einziehung einer großen Zahl bisher fahrplanmäßiger Züge wird von zuständiger Seite geschrieben: Die durch den Krieg bedingten Schwierigkeiten im Eisenbahnbetriebe bestehen fort und verschärfen sich außer ordentlich unter dem Einfluß ungünst ger Wittexungs« Verhältnisse. Die Binnenschiffahrt ruht, so daß der auf den Binnenwasserstraßen sich bewegende Verkehr an dringendsten Gütern plötzlich auf den Eisenbahnweg übergegangen ist. Große Kohlenverbrauchsgebiete, die sonst überwiegend auf dem Wasserwege bedient werden, wie Berlin und Süddeutschland, fallen jetzt ausschießlich den Eisenbahnen zu. Eine Abhilfe kann durch Einschränkung des Güterverkehrs nicht mehr erreicht werden, weil zurzeit ohnehin nur dringende Güter befördert werden, die für die Kriegswirtschaft und für die Volksernährung (einschließlich der Hausbrandversorgung) erforderlich sind Es muß erneut und unverzüglich eine Einschränkung des Personenverkehrs erfolgen. Diese hat am 13 Jan. begonnen mit dem ausschließlichen Zweck, über das bisher Erreichte hinaus Maschinen, Personal und Strecken durch Ausfall von Personenzügen freizumachen und die Abwicklung des Güterverkehrs, dem unbedingt der Vorrang etnzuräumen ist, zu fördern. Die vielfachen Aufforderungen an die Oeffentlichkeit, die Reisen freiwillig einzuschränken, sind bisher ohne Erfolg gewesen. Offenbar ist vielen trotz wiederholter Veröffentlichungen der Zusammenhang zwilchen den Privatceisen und den Erfordernissen der Kriegsführung noch nicht zum Bewußtsein gekommen. Manchmal liest und hört man: die Einschränkung der Personenzüge hätte nur den Zweck der Kohlenersparnis, manchmal so gar: die Eisenbahn wolle Geldersparnisse machen. Es ist nötig, den Zusammenhang zwischen dem Reiseverkehr und den Erfordernissen der Kriegsführung immer wieder klarzustellen und darauf hinzuweisen, daß die Eisenbahnen leistungsfähig bleiben müffen, wenn wir den Krieg gewinnen wollen, daß jetzt jede unnötige Beanspruchung der Eisenbahnen gegen das vater- kändische Interesse verstößt, und daß jede unnötige Reise dazu beiträgt, die Kriegsaufgaben der Eisenbahnen zu beeinträchtigen, also die Abfuhr der Kohle und anderer für die Rüstungsindustrie erforderlicher Rohstoffe, den regelmäßigen Nachschub an die Front, die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und Hausbrandkohle zu erschweren. „Wer unnötig reist, schädigt die Kriegsführung!" und „Niemand, der reisen will, denke, daß es auf ihn nicht ankommt, und eine Person die Eisenbahn nicht belastet. Auf jeden kommt es an!" Von der Einführung der sog „Urlaubsscheine" für Reisen glaubt die Eisenbahnverwaltung nach wie vor absehen zu sollen. Dafür hat man sich entschlossen, den gesamten Reiseverkehr vom 13. d. M. um etwa 25000 Zugkilometer täglich zu verringern, was etwa eine Verminderung der fahrenden Züge um 5 Prozent entspricht. Da man aber annimmt, daß auch diese Beschränkung noch nicht den Anforderungen, die die Landesverteidigung und die Besorgung der Bevölkerung an die Eisenbahnverwaltung stellt, gerecht werde, so wird man, die endgültige Zustimmung der Heeresverwaltung vorausgesetzt, auch zu einer Aufhebung der Urlaubsfahrten aus die Dauer von etwa 14 Tagen in der letzten Hälfte des Monats Januar schreiten müssen. Man verkennt auf der einen Seite nicht das Bedauerliche dieser notwendigen Maßnahme; gerade sie aber verspricht für das Wohl der Bevölkerung einen Erfolg, da die Zugbenutzung durch die Urlauber jetzt etwa 70 Prozent des gesamten Reiseverkehrs ausmacht. Durch diese, wie gesagt, nur vorübergehende Maßregel wird eine ganz wesentliche Verminderung der Personen- und Schnellzüge erreicht werden. Darauf aber kommt es jetzt an! Die Einschränkungen für den Fernverkehr werden vor allem den Verkehr auf den von und nach dem Westen Deutschlands treffen. Auf der Strecke Berlin—Frankfurt (Main) fallen folgende Schnellzüge aus: v 202 bisher ab Anhalter Bahnhof 8,52 Uhr vorm., v 246, bisher ab Anhaltec Bahnhof 1,03 Uhr nachm, und v 208, bisher ab Anhaltec Bahnhof 7,17 Uhr abends. Auch ihre Gegenzüge v 207, bisher an Anhalter Bahnhof 8,15 Uhr vorm., D 245, bisher an 7,36 Uhr nachm, und D 13, bisher an Anhalter Bahn« jof 10,38 Uhr abends verkehren nicht mehr. Der Art- all der drei Zugpaare nach und von Frankfurt (Mal,) macht eine Fahrplanänderung nötig. Der Zug v 14, bisher ab Anhaltec Bahnhof 12,50 Uhr mittags, w:d nunmehr schon 7,15 Uhr früh nach Frankfurt a. fl. absahren, während der Zug D 143, der bisher um 7/3 Ihr auf dem Anhalter Bahnhof ankam, jetzt erst m 7.36 Uhr aus Frankfurt eintreffen wird. Wer heute eine Reise zu unternehmen gedekt, muß sich erstens prüfen, ob die Reise nicht vermeh. rar ist. Ist sie es nicht, dann muß er vorher auf Bahnhöfen genaue Erkundigung einziehen über )ie noch verkehrenden Züge. poslgaranlie und Nacknalmen. In der „B. Z. a. M " wird darauf ausmerkm gemacht, daß die Post keine Garantie für die Zustellng von Nachnahmegebühren leistet, die vom Empfä er der Nachnahmesendung gezahlt worden sind. Diese te- stimmung ist selbst in kaufmännischen Kreisen fast u»e- kannt. In einem Fall ist eine Nachnahme vocgigt und auch eingelöst worden, der Betrag aber dem b- sender der Nachnahme nicht zugestellt worden. Auf sne Beschwerde ist ihm von der Oberpostdirecktion eine üt- wort zugegangen, in der es heißt: Die Nachnaste- briefe sind den Empfängern zugegangen. In boen Fällen sind aber die Sendungen als Nachnahme lim Eingänge bet der Bestimmungspoftanstalt nicht gekcht worden. Da die Empfänger erklären, die Nachnahnbe- träge bezahlt zu haben, die Briefe also ohne Erhelng der Nachnahme bei der gewöhnlichen Bciefbestelng ihnen nicht ausgehändige sein können, bleibt nuida das Briefpersonal unverdächtig ist, die Annahme üig, daß unberechtigte Personen die Sendungemus dem Postbetrieb entwendet und die Nachnahnbe- träge von den Empfängern eingezogen und unterschlzen haben. Nachnahmebxiefsendungen, die nicht unter „Lrt- angabe" oder „Einschreiben" eingeliefert sind, zähst zu den gewöhnlichen Briefen, über die ein Nachweiswn Stelle nicht geführt wird. Die Angabe eines Nachnane- betcages gilt nach § 14 IV der Postordnung Von20> März 1900 nicht als Wertangabe. In solchen Flen hätte die Postverwaltung keine Ecsatzpflicht- Die Zch- nahmesendungen müffen also als Wertbriefe oder Pete abgesandt und dadurch besonders versichert sein, tnn die Post für das Nachnahmeobjekt Haftung übecneten soll. ver Kampf um Papier. Die Beschaffung der geistigen Munition,*dte»er- stellung der Zeitungen ist unter dem Einfluß der Koen- not und der durch diese bedingte Verschlechterunper Beförderungsmittel mit Schwierigkeiten verknüpften denen sich der Zeitungsleser keine Vorstellung mhen kann. Die Zustände sind längst unerträglich gewinn, jetzt werden sie aber katastrophal, denn der größtreil der Papierfabricken steht still, weil es an Kohlewhlt und selbst wo Wasserkräfte vorhanden sind, müder Betrieb zeitweilig aussetzen, weil selbst die kleiren Kohlenmengen, die zur Trocknung der Fabrikate stig sind, nicht mehr rechtzeitig geliefert werden. Dt ge- samte deutsche Zeitungs- und Druckgewerbe führtnen verzweifelten Kampf um seine Existenz und gera die großen Blätter, die für das geistige Leben des 'lkes unentbehrlich sind und die eine ungeheuer witges Instrument der Kriegführung und des DurchhenS sind, können ihrer Aufgabe nur noch mit Ueberwiung beispielloser Schwierigkeiten Nachkommen. Die Zeitgen sind längst willenlose Objekte der traurigen Zünde geworden, denen die maßgebenden Stellen leider!mer noch nicht genügende Beachtung schenken. Die Piernot hat sich zu einer Gefahr ausgewachsen vonenso großer geistiger wie wirtschaftlicher Tragweite. Greifen der Reichskanzler, der von allen Seiten seit !igen Herbst um Hilfe angerufen wird, und da Rejamt des Innern nicht schleunigst durchgreifende Maßnwen, dann ist das regelmäßige Weitererscheinen der Zevgen nicht mehr möglich und damit hört die getstl Beteiligung des Volkes an dem Kampfe, den dasater- land führt, größtenteils auf. Die Pcovinzpreffe muß teilweise bereittagelang aussetzen; was aber dieses „von deyand in den Mund leben" dem ZeitungSbetri für Opfer auferlegt, welche Schädigung der wigften öffentlichen Interessen des Publikums mitunteufen, das sollte den für die Kohlenzuweisung verantw ichen Regierungsstellen, besonders dem Reichsamt des "ern, längst bewußt geworden sein, Abhilfe müßte sck deshalb zu schaffen sein, weil es sich ja nicht umhlen- Mangel, sondern um Mangel an Beförderung 'delt, dem mit durchgreifenden Maßnahmen abzuhelsivare. Dem in seiner Existenz aufs schlimmste gefdeten Zeitungsgewerbe, dem Bedürfnis nach Sicherurregel- mäßiger Erscheinungsweise der Zeitungen nck die Behörde zu Hilfe kommen. Wenn aber, was leider zu befürchten f, in nächster Zeit wettere Verschlimmerung der u orten Kalamität etntritt, dann bitten wir auch un L^er und Interessenten um Nachsicht und etnsichtse Be. rücksichtigung der Verhältnisse. Abrechnung. Drei Jahr am Feind, drei Jahr am Tod, - Drei Jahr — wir kämpftens aus, Doch bittrer noch als Tod und Not Ward uns die Schmach im Haus. Wir bargen,'blutend Tag um Tag, Die SiegeSernte stumm, Da traf im Rücken uns der Schlag: Schwatzvvlk ging wieder um! Ihr war't es, ohne An und Ehr, Ihr raffendes Gesucht! Wir glaubten schon, Ihr wär't nicht mehr, Born sah man Euch ia nicht. Da standet plötzlich Ihr im Land Und fälschtet Geist und Gut Und mengtet höhnisch Wert und Tand, Wir zahlten es mit Blut. Kein Hoffnungstraum, der ungestutzt Aus Euren Fingern sprang, Kein Heiligtum, das unbeschmutzt Aus Euren Händen sank. Wenn unser Gleichschritt Sieg gestampft, Habt Ihr's „Verzicht" getauft, Wenn Flanderns Boden wir umkrampft, Habt Ihr ihn längst verkauft. Wenn einmal Eure Stimme fand Mut zur En«rüstungstat, Dann schirmtet Ihr mit frecher Hand Empörung und Verrat. Uns hielt der Grunde hart Gebot Im Eisenring der Schlacht, Da stahlt in Volkes höchster Not — Erpresser Ihr! — die Nacht. Wir kennen Euch und Euer Geschlecht, Wir wissen, was Ihr wollt. Ihr sprecht von Freiheit, Menschenrecht, Und meint das gelbe Geld! Erst schmältet Ihr, wenn Ländergroh Die Schwingen wir gespannt, Nun macht Ihr unS noch heimatlos Im eig nen Vaterland. Wir trugens Jahre, Stund um Stund, Die Stirn feindwärts gekehrt, Und bissen uns die Lippen wund Und glaubten an das Schwert. Nun wächst im Glanz aus Not und Nacht Der Sieg uns, stark und reich, Und nun — „Remis wird nicht gemacht!", Auch nicht, bei Gott, mit Euch! Im Felde, Dezember 1917. Fritz Karl Badendieck -iur Stadt und Land. * Achtel ans die Kavtoffelvorräle! Die Pxo viialkartoffelstelle Hannover ersucht um Veröffent liong folgender Zeilen: Nach den Erfahrungen, die bijetzt gemacht worden find, besteht kein Zweifel mehr däber, daß die absonderliche Witterung dieses Jahres diha ltbarkeit der Kartoffeln nachteilig beein- fllt hat. Die langonhaltende Trockenheit und das da- ra folgende feuchte, fruchtbare Wetter hat bei den Kcoffeln zu Wachstumstörungen voller Art geführt, wi z. B. Zwiewuchs, Hohlheit und dergl. Manchen dertigen Fehler sieht man der Knolle äußerlich überhat nicht an. Jedenfalls leidet aber die Haltbarkeit seh darunter. So ist es zu verstehen, daß mitunter j^schon Abgänge bis zu 25 Prozent gemeldet werden. Dl mahnt j den Haushalt daran, seinem Kartoffel- voit ständige Aufmerksamkeit zuzuwenden. DiKartoffeln müssen genau darnach geprüft werden, obtwa Wachstumstörungen oben genannter Art bei ihn Vorkommen oder angefaulte Ware dazwischen ist. Dibetreffenden Knollen sind besonders zu lagern und zue zu verbrauchen. Die Fäulnis selbst ist aber das gröe Nebel, das den Kartoffelbestand treffen kann, wesie sich durch Ansteckung ungemein schnell verbreitet? Bepstigt wird das Faulwerden durch zu hohe Keller- temratuc Man halte streng darauf, soweit dies die Verltniffe irgend Zulassen, daß der Keller imnnr eine Tereratuc zwischen 2 und 3 Grad Celsius läßt. Dabei halt sich die Kartoffeln am besten. Mit Rücksicht auf denmßergewohnlich starken Abgang der Kartoffeln duriFäulnis ist daher die größte Sparsamkeit im!rtoffelverbrauch zu empfehlen. Jetzt sind auf dem Lan schon ganze Mieten infolge Fäulnis zusammen- gebr)en. Wie wird es im Frühjahr aussehen, wenn die löfälle in Kartoffelmieten noch größer werden'? Maier, der seine Kartoffeln vorzeitig verbraucht Hot, möä Kartoffeln nachgeliefert haben, es gibt aber keine meh.Diejentgen, die ib-e Kartoffeln zu früh verbraucht habe können auch gar keinen Anspruch auf Kartoffeln mehrrheben. Kein Mensch wird mit ihnen Erbarmen habe weil sie unverantwortlich leichtsinnig gehandelt habe Darum sollen alle Hausfrauen ihren Kartoffel» vorr.dauernd scharf im Auge behalten, vorsichtig und sparst damit umgehen. Keine Dezugscheinpstichl für Gifenbahn- fahrn. Immer tauscht in der Öffentlichkeit das Ge- rücht.uf, daß die Eisenbahnverwaltung sich mit dem Gedaen tragen soll, eine Bezugscheinpflicht für Fahrten im ?nverkehceinzusühren. Es wird auf Anfrage an mahnender Stelle mitgeteilt, daß nach wie vor eine derage Maßmahmen nicht zu denken ist, da ihre Durähcbarkeit so gut wie ausgeschlossen erscheint Kommerzienrat Oetker, der bekannte Begrün- der t Backpulveifabrik in Bielefeld, ist scchsundfünszig ährtginem Schlaganfall erlegen. 'Nach den letzten Becwaltungsbericht der land- n. fstwirtfchaftlichen Kerufsgenojs.uschaft süc dos Dßherzogtum Hessen betrug die Zahl der angc- meldn Betriebsunfälle 2255. Aus dem Vorjahre wareü977 Unfälle übernommen worden, sodaß insgesamt 4232 Unfallsachen neu zu bearbeiten waren. An Entschädigungen für Renten an Verötzte. Kosten des Heilverfahrens u. s. w. wuiden 117 714,80 Mk. gezahlt und 5009 Rentenbeicheide erlosscn. Die Summe der erstmalig im Rechnungsjahre gezahlten Entschädigungen betrug 153657,20 Mk Die Mittel der Rücklage be- Ziffern sich auf 1 567 221,81 Mk. Die ungegliederte Haft pflichtveisichcrungsanstalt hat 12 000 Mitglieder. Deren Rücklagen betragen 160000 Mk. An der Kriegsanleihe beteiligte man sich b sher mit 1 170000 Mark. * Der Fortbestand der kleinen und mittleren Aandelskammern. Durch die Absicht der Gesetzgeber, Industrie und Handel eine wirkungsvollere amtliche Vertretung in großen Kammern zu verschaffen, wird der selbständige Fortbestand der kleinen und der mittleren Handelskammern vielfach in Frage gestellt. * Gießen. 12. Januar. Der LandeSvercin Ober» Hessen der Deutschen Vaterlandspartet hat nachstehende Drahtung an den Reichskanzler abgesandt: „Der Lan- desverein Oberhessen der Deutschen Vaterlandspartei dankt Ew. Exzellenz für die kcastvollen Watte im Haupt- auSschuß des Reichstages, die nach der trüben Nachlicht über die Vorgänge in Brest Litowsk eine Befreiung von allerschwerstec Sorge bewirkt haben. Wir sind der freu- digcn Hoffnung, daß von jetzt ab in der Tat bei den weiteren Verhandlungen die Machtstellung des Deutschen Reiches und unser gutes Recht die alleinige Richtschnur für unser Handeln abgegeben werden. Hinden- burg und Ludendorff haben unser Heer und unsere Flotte von Sieg zu Sieg geführt. In unbegrenztem Vertrauen steht das ganze deutsche Volk hinter diesen seinen Helden und wird jeden Frieden zuversichtlich an- nehmen, auf dessen Abschluß sie ausschlaggebenden Einfluß ausgeübt haben. * Dom Feldberg. Zur Erinnerung an die vor 50 Jahren erfolgte Gründung deS Taunusklubs fand im Kapitelsaal des Feldbergturms eine von den einzelnen Ortsgruppen zahlreich besuchte Gedächtnisfeier statt. * Aus dem Uaseloberg. Auf den Höhen sind Montag und Dienstag gewaltige Schneemaffen nieder- gegangen, die den Verkehr empfindlich hemmen. Der Abendzug der Vogelsbergbahn blieb im Schnee stecken und konnte erst nach drei Stunden, nachdem er ausgeschaufelt war, seine Fahrt fortsetzen. Die Bäume sind mit großen Schneemengen belastet, sodaß man vielfach Besorgnisse für Schneebruch hegt. Das Thermo Meter sank stellenweise aus 12 Grad unter Null. * Gschwege Der Magistrat erwarb ein zwischen Eschwege und Nicderhone gelegenes Baugelände von rund 70 Acker für 300000 Mark. Das Grundstück wird zu Zwecken der Kleinwohnungsfürsorge Verwendung finden. Verantwortlich: Albin Klein in Gießen. Bekanntmachung. Vom 20. Januar ab fallen die Personenzüge 401 Coblenz ab 12.27 X., Gießen an 4,28 X. und 410 Gießen ab 12,32 N. Coblenz an 4,19 N. und die Triebwagenfahrten 417 Niederlahnstein ab 2,21 N. Limburg an 4,06 N. und 420 Limburg ab 3.51 dl, Coblenz an 5,43 dl. an Sonn- und Feiertagen bis auf weiteres aus. Pz. 408 wird früher gelegt, Gießen ab 9,54 V. (bisher 10,12), Limburg an 12,10 dl. (bisher 12,17). Frankfurt (M), den 16. Januar 1918. Königliche EirtnbalmdirtKtion. Ziehung 7. u. 8. Februar. Eisenacher Pelil jjOlterie des I thüringer Museum; in Eifenacb rrrr gewinne zur. mark 45000 ii 20000 |1 5 000 Bar ohne Abzng zahlbar £osezuip. 3 “;:: Lotteriobank 6 m.b. H, Eisenach. Ferner in den durch Plakate kenntlich. Verkaufsstellen. In Giessen b. d. Kgl. Pr. Lotter.-Einn. R. Buchacker, F. Flimm, ferner bei 1. Faber, Bismarkstr. 6, M. Krug, Schulstr. 5, W. Semmler, Seltersw. 25. Tärbermcifter mit reich. Erfahrungen im Präp. und Färben von Pflanzenteilen (Buchenlaub u. s. w ), welcher im Stande ist, eine neu zu errichtende Fabrik mit allen Errungenschaften der Neuzeit einzurichten, wird p. 1. April 1918 in dauernde selbst. Stellung gesucht. (Ausf. Off. über seine bisherige Tätigkeit, Alter und Gehaltsansprüche erbeten an Adolf Conradt, LndwigSbnrg. I I Siegellack | No. 126, schwarz, Mk. 3.5(P p. Pfd. 10 Stangen pro. Pfund für Briefe u. Pakete in ff. Kartons. Bei 8 Pfd. 10 °/o bei 16 Pfd. 15° oO n Ko ff 48Pfd.20°/o 1XctL,cllt Porto und Verpackung je 8 Pfd. Mk 1.20. Muster 50 Pfg. Postscheck. 10313. paul lacobson, Hamburg 36. Bekanntmachung. über den Verkehr mit Saat u. Steckzwiebeln zu Taatzweckcn und deren Höchstpreise. 8 i. Nach der Bekanntmachung der Reichsstelle für Gemüse und Obst vom 15. November 1917 dürfen Saat« und Steckzwiebeln nur gegen Saatkarte und mit Genehmigung der Hessischen Landes- Gemüsestelle abgesetzt werden. 8 2. Wer Saat- und Steckzwiebeln zu den höheren Preisen des Saatgutesveräußernwill,hat dieErteilung derAbsatzgenehmigung unter Angabe der verfügbaren Mengen und unter Beifügung einer Probe bei dem Kommunalverband zu beantragen, in dessen Bezirk sich die Zwiebeln befinden, und dem die Genehmigung des Absatzes durch die Landes-Gemüsestelle hiermit übertragen wird. Der Kommunalverband ist befugt, die Vorräte des Antragstellers durch einen Beauftragten, der sich als solcher ausweist, besichtigen zu lassen. Erst nach ertellter Genehmigung des Kommunalverbandes darf der Antragsteller die angegebenen Mengen zu den höheren Preisen der Saat- oder Steckzwiebeln gegen Saatkarte veräuffern. Für Händler tritt an die Stelle der Absatzgenehmtgung die Saatkarte. 8 3. Saatkarten für Saat- und Steckzwiebeln werden sowohl für Verbraucher als für Händ/er auf Antrag des Erwerbers durch den Kommunalverband deS Ortes der Aussaat, oder der gewerblichen Niederlassung des Erwerbers erteilt. Der Ausstellung der Saatkarte hat eine Prüfung des Bedarfes vorauszugehen, die sich auf die unmittelbare Verwendung der Zwiebeln zu Saatzwecken durch den Antragsteller, oder falls dieser ein Händler ist, durch dessen Abnehmer zu beziehen hat. Der Landes-Gemüsestelle bleibt Vorbehalten, den Absatz zu beschränken oder zu untersagen.. 8 4- Die Saatkarte mutz Art und Menge des Saatgutes, Name und Wohnort des zum Erwerb Berechtigten, sowie den Ort, wohin die Lieferung geschehen soll, und wenn das Saatgut mit der Bahn befördert '.werden soll, die Empfangsstation angeben. Der Erwerber des Saatgutes hat die Saalkarte dem Veräuherer spätestens bei Lieferung des Saatgutes auszuhändigen. Wird das Saatgut mit der Eisenbahn versandt, so hat sich der Veräuherer von der Versandstation auf der Saatkarte die erfolgte Absendung unter Angabe der versandten Menge und des Ortes bescheinigen zu lassen, nach dem das Saatgut verfrachtet ist. Erfolgt die Ver- sendung nicht mit der Eisenbahn, so hat sich der Veräuherer auf der Saatkarte den Empfang bestätigen zu lassen. Der Veräuherer hat den Abschnitt A der Saatkarte aufzubewahren und die Abschnitte B und C der Saatkarte mit der im vor' stehenden Absatz erwähnten Bescheinigung der Eisenbahnverwaltung oder der Empfangsbestätigung des Erwerbers unverzüglich dem Kommunalverband zu übersenden, aus deffen Bereich das Saatgut geliefert ist. Dieser Kommunalverband hat den Abschnitt B aufzubewahren und den Abschnitt G, wenn die Verwendung des Saatgutes in einem anderen 'Kommunalverband geschehen soll, diesem zu übersenden. 8 5. Die Kommunalverbände haben Listen zu führen, die unter fortlaufenden Nummern die Namen der Personen, für die sie Saatkarlen ausgestellt haben, die Gemeinden, in denen die Ver- wendung geschehen soll, sowie eine Bemerkung darüber enthalten, ob und wann der Abschnitt G'der Saatkarte an sie zurückgelangt ist, und ob und mit welchem Ergebnis die Verwendung überwacht morden ist. Die Liste ist allmonatlich abzuschliehen und in Ur- oder Abschrift der Landes-Gemüsestelle einzusenden. Nach Rückkunft des Abschnittes C hat der Kommunalverband die tatsächliche Verwendung zu Saatzwecken zu überwachen und die Landes-Gemüsestelle von etwaigen Mihbräuchen in Kenntnis zu setzen. 8 6. Kommunalverband im Sinne dieser Verordnung ist der Kommunalverband für Getreidebewirtschaftung. 8 7. Soweit Saat- und Steckzwiebeln zu Saatzwecken gegen Saal- karte und mit Genehmigung des Kommunalverbandes abgesetzt werden, dürfen beim Verkauf durch den Erzeuger die nachstehenden Sätze je Zentner nicht überschritten werden: Für Saalzwiebeln.18,— Mk. Für Steckzwiebeln: 1. längliche und ovale: Gröhe I unter l 1 /* Zentimeter Durchmesser 100,— Mk. Gröhe II l 1 /«—2 Zentimeter Durchmesser . . 80,— Mk. Gröhe III 2—2 1 /« Zentimeter Durchmesser . . 60,— Mk. 2. plattrunde (süddeutsche): Gröhe 1 unter 2 Zentimeter Durchmesser . 120,—Mk. Gröhe II 2—2 1 /* Zentimeter Durchmesser . . 100,—Mk. Gröhe III 2‘/a—3 Zentimeter Durchmesser . . 80,—Mk. Im übrigen unterliegen alle Zwiebeln, auch Steckzwiebeln, den Erzeugerhöchstpreisen für gewöhnliche Zwiebeln. 8 8. Zuwiderhandlungen gegen diese Bestimmungen werden nach Maßgabe der Verordnung über Gemüse, Obst und Südfrüchte vom 3. April 1917 bestraft. 8 9. Diese Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Verkündung in Kraft. Mainz, den 5. Januar 1918. Hessische ^andesHemilscstelle sBerwaltnngsabtcilung). gez. Best. Suchen Sie einen lohn. sleden-Veröienrl dann verlangen Sie kostenlos Prospekt von W. Obcrmeier, Witten Ruhr. Hohenstein 1 a. jUleiDstehende Danen finden Winteraufenthalt auf dem Lande. Gefl. Anfragen erbitte unter >V. B. 100 postlagernd Londorf (Oberhessen). Underberg’-Boonekamp wird nur noch unter der Bezeichnung Underbe r in den Verkehr gebracht. Die alte anerkannt vorzügliche Qualität bleibt unverändert H. Underberg-Albrecl RHEINBERG (Rhid.)»Gegründet 1846 ,-F- ■ s,\ '.y w-v > > ■} . /.» C./, V,. > . Sr Ma.’.d Kai r - v O - k- icictr. v Ui.g^rn Bekanntmachung. UerRebrsbeRftränKung an Sonn- und feimagen. Anläßlich des Ausfalles weiterer Züge an §01lll- und Feiertagen sind zur Sicherstellung einer geregelten Abwicklung des Verkehrs für die verbleibenden Züge auf bestimmten Strecken weitere Beschränkung erforderlich. Mit Wirkung vom J3. Januar W8 ab kann an Sonn- und Feiertagen zu allen Schnell- und Personenzügen die Reise nur angetreten werden mit Fahrkarten, die am Sonn- bzw. Festtage selbst gelost sind. Zu den vor 6 00 Vorm, abfahrenden Zügen kann die Fahrkarte am vorhergehenden Tage von 8 Uhr abends ab gelöst werden. Die Fahrkarten werden durch Aufschrift der Zugnummern als für den Zug, zu dem sie gelöst sind, besonders gekennzeichnet. Doppelkarten und Fahrkarten für die Rückfahrt werden nicht ausgegeben. Außerdem können Fahrkarten nur in begrenzter Anzahl insoweit ausgegeben werden, als bei den einzelnen Zügen Plätze zur Verfügung stehen. Der Arbeiter-, Monatskarten- und Militärverkehr sind von dieser Beschränkung ausgenommen. Frankfurt (M.), den 10. Januar 1918. Könlgl. Eirettbabndirektion* Bekanntmachung. N**n IT. Iaunar ab falle» an S o n n- und Feiertagen bis aus weiteres ans die Personenzüge 774 Marburg ab 8 67 V. Frankfurt an 12 10 N. und 790 Marburg ab 6 37 V. Gießen an 7 42 V. Pz. 792 Marburg ab 5 40 V. Frankfurt an 9 34 V. der bisher zwischen Marburg und Gießen Werktags und von Gießen bis Frankfurt täglich fuhr, wird auch von Marburg bis Gießen täglich befördert. Frankfurt (Main), 11. Januar 1918. Königliche eifenbaftndlreKtion TrattRftm «Main). Kohlenersatz! Für Fabrikbetriebe habe große Mengen Knüppel- und Abfallholz vom Sägewerk noch abzugeben. Anfragen erbeten. Ludwig Vetter, Sägewerk u. Holzhandlung, Plettenberg-Bhs. Tonerde (Zsnxit) gruben möglichst abgerundeter Großbesitz von Metallurg. Unternehmen zu erwerben gesucht. Ausführliche Angebote an M. Lissauer & Co. Köln. 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