Bezugspreis 60 psg. monatlich vierteljährlich 1,80 Mk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Ab ge holt in unserer Expedition oder in den Zweig- auSgabestellen vierteljährlich 1,50 Mk. — Erscheint Mittwochs und Samstags. — Redaktionsschlutz früh 8 Uhr. — Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der „«ietzener Zeitung", Gießen. Expedition: Züdanlage 21. Knzeigenpreis 20 pfg. die 44 mm breite Petitzeile, für Auswärts 30 Pfg. Die 90 mm breite Reklame-Zeile 72 Pfennig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung deS ZahlungS- zieleS (30 Taae), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohneVerbindlichkeit. Druck der Gießcncr Verlagödruckerei, Albin Klein. Nr. 1. Tejiephon Nr.382. Mittwoch, den 2. Januar 1918. Telephon Nr. W. 31. Jahrg. Mit Gott zu neuen Taten — zu neuen siegen. Fu Flandern erfolgreiche deutsche Kämpfe. ein kaiserlicher Erlass. An das deutsche Heer und die deutsche Marine! Ein Jahr schwerer, bedeutungsvoller Kämpfe ist zu Ende gegangen. — Gewaltige Schlachten, die vom Frühjahr bis zum Herbst auf belgischer und französischer Erde tobten, sind zugunsten Eurer ruhmreichen Waffen entschieden. Im Osten brachte der Angriffsgeist unseres Heeres durch wuchtige Schläge große Erfolge. Jetzt ruhen dort die Waffen. Glänzende Siege vernichteten in wenigen Tagen jahrelange Angriffsrüstungen der Italiener. — Im Zusammenwirken mit der Armee hat Meine Flotte aufs neue bei kühnen Unternehmungen ihre Tatkraft bewiesen. Unbeirrt leisten die Unterseeboote ihre schwere, wirkungsvolle Arbeit. Voll Stolz und Bewunderung blicken wir auf die heldenmütige Schar unserer Schutztruppe. — So hat das deutsche Volk in Waffen überall, zu Lande und zu Wasser, Gewaltiges errungen. — Aber noch hoffen unsere Feinde mit Hilfe neuer Bundesgenossen Euch zu schlagen und dann für immer Deutschlands in harter Arbeit erkämpfte Weltstellung zu zertrümmern. Es wird ihnen nicht gelingen! Im Vertrauen auf unsere gerechte Sache und unsere Kraft sehen wir mit fester Zuversicht und stählernem Willen auf das Jahr 1918. Darum vorwärts mit Gott zu neuen Taten und zu neuen Siegen! Großes Hauptquartier, den 31. Dez. 1917. gez. Wilhelm I. R. flimiicbe dcaifcbe Cagesbericbte. wtb. Großes Hauptquartier, 29. Dez. 1917. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. In einzelnen Abschnitten der flandrischen Front südlich von der Scarpe, bei Graincourt und Gonnelien nahm die Feuertätigkeit gegen Abend zu. — Oestlich von Nieuport und Poelcapelle scheiterten mehrfache englische Erkundungsvorstöße. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Nördlich von Courtecon drangen Aufklärungsabteilungen in die französischen Linien und brachten eint- ge Gefangene zurück. Oestlicher Kriegsschauplatz. 'Nichts Neues. Mazedonische Front. Am Pcespa-See, nordwestlich von Monastir und am Doiran-See, zeitweilig rege Artillrrietätigkeit. Italienischer Kriegsschauplatz. Ein italienischer Angriff gegen die Höhen östlich Vom Monte Tomba scheiterte in unserem Feuer. Der Erste Generalquartiermeister: Lud endorfs. . « . Berlin, 29. Dez., abends. Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues. ' * 3 n der Irischen Sec. Berlin, 28. Dez. Im geschickt und schneidig durch, geführten Angriffen gelang eS einem unserer U-Boote, in der irischen See innerhalb 5 Tagen 13500 Br.-Neg - T. Schiffsraumes zu vernichten. Sämtliche Schiffe waren große Dampfer. Einen von ihnen schoß daS U Boot aus einem stack gesicherten großen Geleitzuge heraus, ein anderer Dampfer von etwa 5000 To. hatte anscheinend Sprengstoff geladen. Unter auffallend heftiger Detonation und starker Feuererscheinvng verschwand der größte Teil des Schiffes augenblicklich, nur daL in Weißglut getauchte Heck war noch wenige Minuten sichtbar. Der Chef des Admiralstabes der Marine. lieber $0000 Tonnen. Berlin, 29. Dez. Unsere U-Boote im Mittclmeer haben wieder 9 durchweg bewaffnete Dampfer mit zusammen über 30000 Bruttocegistertonnen versenkt. Die Dampfer wurden meist in schneidigem Ueberwaffer- nachtangriff aus stark gesicherten Geleitzügen herausgeschossen. Alle Schiffe waren tief beladen. Ein Dampfer, der offenbar Gasolin geladen hatte, war sofort nach dem Treffer in hohen Flammen gehüllt. Ganz besom ders wurde der Transportverkehr im westlichen Mittel- meer gestört. Der Chef des Admiralstabes der Marine. 9 Wtb. Großes Hauptquartier, 30. Dez. 1917. Westlicher Kriegsschauplatz: Im Apernbogen, südlich von der Scarpe und auf dem Ostmaasufer war die Actillerietätigkeit zeitweilig gesteigert. Kleinere Erkundungsgesechte an der englischen Front und in den Argonnen. Oestlicher Kriegsschauplatz: Nichts Neues. Mazedonische Front Nordwestlich von Monastir und am Dojcansee lebte das Feuer vorübergehend auf. Italienische Front: Am Tombarücken und im Ptaveabschnitt beiderseits von Pederobba entwickelten sich am Nachmittage heftige Artillerie- und Minenwerferkämpfe. Der Erste Generalquartiecmeister: Ludendorff. » Berlin, 30. Dez., abends. Zwischen Marcoing und La Vacqucrie nahmen unsere Truppen in örtlichem Vorstoß die vordersten englischen Gräben und machten einige Hundert Gefangene. — Tagsüber heftiger Feuerkampf am Monte Tomba. ^ ly oso tonnen verrenkt. Berlin, 30. Dez. Durch die Tätigkeit unserer U-Boote wurden im Sperrgebiet um England 10 000 Bruttoregistertonnen vernichtet. - Der Chef des Admiralstabcs der Marine. • wtb. Großes Hauptquartier, 31. Dez. 1917. Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Unter starkem Feuerschutz stießen englische Abteilungen nördlich von der Bahn Bösinghe— Staden vor. Unsere Trichterbesatzung warf sie zurück und machte einige Gefangene. Bei Beselaere steigerte der Feind tagsüber sein Artillericfeuer. — Heftige Minenkämpfe bei Hulluch und Lcns. Südlich von Graincourt wurde ein feindlicher Vorstoß im Nahkampf abgewiesen. — Durch sorgfältig vorbereiteten Angriff setzten sich Sturm truppen hannoverischer, oldenbucgischer und braunschweigischer Verbände südlich von Marcoing in den Besitz der vorderen englischen Gräben. Rheinische Bataillone stürmten nördlich von La Vacquecie Teile der englischen Stellung. In mehrfachen verlustreichen Gegenstößen konnte der Feind verlorenes Gelände teil* weise zurückgewinnen. An Gefangenen wurden 10 Offiziere und 365 Mann eingebracht. Heeresgruppe deutscher Kronprinz Auf dem östlichen Maasufer und beiderseits von Ornes erhöhte Artillcrietätigkeft. Heeresgruppe Herzog Albrecht. In Erkundungsgcsechten auf den Maashöhen wurden einige Franzosen gefangen . Auf dem Westufer der Mosel war das Feuer gesteigert. Mazedonische Front. Lebbafte Actillerietätigkeit zwischen Wardar und Doiran-See. Italienische Fronte Heftige Artillerie- und Minenkämpfe dauerten tagS» über am Tombarücken an. Am Nachmittage griff fran- ^ zösische Infanterie an und drang in Teile der Tomba- stellung ein. Der Erste Generalquartiermeister. Ludendorff. 9 Berlin, 31. Dez., abends. Im Westen verliefen Grabenkämvse südlich von Marcoing für uns erfolgreich. — Am Monte Tomba hielt tagsüber gesteigerte Feuertätigkeit an. 25000 Tonnen. Berlin, 31. Dez. Neue U-Bootserfolge in der Btscana, im englischen Kanal und der irischen See: 25 000 Br.-Reg. To. Der Chef des AdmiralstabeS der Marine. Sol! und Haben. Seit langem benutzen wir den Film, um den Zuschauern im eigenen Lande und auch in neutralen zu zeigen, was es nun eigentlich mit dem angeblich zusammenbrechenden Deutschland aus sich hat, wie cs arbeitet, wie es kämpft und wie es siegt. In solcher Absicht ist soeben ein Film fertig geworden, der gewissermaßen eine Bilanz zieht. Die Bilanz eines Jahres unsrer Friedensbereitschast und unsrer Kampfesentschlos- senbeit, beginnend am 12. Dezember 1916, endend mit den Verhandlungen für den deutsch-russischen Waffenstillstand. Es ist sehr gut, ja, es ist geradezu vortrefflich, so in sinnlicher Greifbarkeit noch einmal die ent- sckeidenden Etappen dieses glorreichen Jahres an uns vocüberziehen zu sehen. Wir vergessen schnell, schneller jedenfalls als gut ist. Hier werden wir erinnert, und überdies auf eine besonders eindringliche, unwiderstehliche Weise. Heldentaten umgeben uns; wir sehen das Genie unsrer Feldherren und die Tapferkeit unsrer Truppen leibhaftig vor uns. Wir sehen zugleich etwas von den Abmessungen, die dieser gewaltige Krieg aufzuwei- sen hat. Land und Meer, Rußland, Frankreich und England und obendrein Amerika ziehen an uns vorüber. und überall sehen wir die Wirkungen der deutschen Kraft. Es ist sehr interessant, daß wir nicht nur in die besetzten Teile der feindlichen Gebiete gejühct werden, sondern, daß wir auch über die Fronten hinaus Einblick bekommen: wir sehen französische Truppen im Kampf, anschleichende grimme Gurkhas, das Messer zwischen den Zähnen. New Uork im Taumel, Petersburg in den Tagen der Revolution. Wir sehen die Vielfältig» keit des Krieges, Truppen im Handgemenge. Schiffe, die zu Tode getroffen, wie wunde Tiere versinken, sorgsam gepflegte Herden von Schweinen und Gänsen, berliner Stcaßenleben. den Fleiß der Munitionsfabriken. Ein üb^cbuntes Mosaik, tausend Teile, die sich zu einem gewaltigen Organismus zusammenfügen. Man bekommt einen Eindruck; man fühlt den Geist und den Rhythmus dieses alle bisherige Erfahrung sprengenden Geschehens, fühlt den Weltkrieg. -Sieht aber zugleich, sieht es unwiderlegbar, wie die Ereignisse zu unfern Gunsten laufen, wie die Absichten unsrer Feinde zerschellen. Dieser Tatbestand wird besonders deutlich durch eine Reihe von Dokumenten, die sehr geschickt zwischen die Bilder gereiht ist. Den Anfang macht das Wort des Kaisers, das er am Tage unsres ersten Friedensangebots an die Armee richtete; cs folgen die klobigen Antworten der feindlichen Machthaber; gewaltig recken sich d^e Worte Hindenburgs, die den Femden Deutschlands zum Schrecken, uns zum Antrieb geworden sind; zum Schluß steht die Aufforderung der russischen Demokratie an die Westmäch- te, daß es Zeit sei, den Frieden zu mache«: Die Blut- krast aller dieser Worte steht, wenn die Bilder des Bilanzsilms an uns vorüberziehen, wie ein Denkmal vor uns. Den Weg also haben wir hinter uns; so kann uns vor keinem andern, was auch immer kommen mag, bange sein. Solche Ilcberzeugungskraft entströmt der schnell vorüberztehenden Bildcrreihe; darum sollte man nicht säumen, ihn in ganz Deutschland zu zeigen, sic auch den Neutralen und, damit sie auch einmal die Wahrheit kennen lernen, vielleicht gar unfein Feinden zugänglich zu machen. Der U-Boot-Krieg 1917. Die deutsche Antwort auf Englands Ablehnung de» deutschen Friedensangebote war die Erklärung des uneingeschränkten UBoot-Krieaes am 1. Februar 1917, in Dem nach länger sorgfältiger Prüfung Admiral, »tad und Oberste Heeresleitung Vas Mittel gefunden haben, um den Feind, besonders England, einem Frie. den geneigt zu machen, wie wir ihn brauchen. Eine Riefenaufaabe war damit der deutschen U-Boot-Wasse sugesallen. ES galt, die feindliche und die im Dienst des Feindes fahrende neutrale Tonnage, also, da die meiftcu Neutralen sich den Zwangsmaßnahmen der Entente gefügt hatten, den größten Teil der Welttonnage in kürzester Zeit ehe cm Ersatz durch Neubauten möglich war, derart durch Versenkung zu vermindern, daß die Feinde, besonders England, den Krieg als aussichtslos erkennen mußten. Das Endergebnis des ersten Jahres hat die am Anfang gehegten Erlvartungen weit über troffen. Das erreichte durchschnittliche Monatsergebnis von 850 000 Tonnen überschreitet den Poranscblag des Ad' mrralstabeS für die Anfangsinonate von 600 000 Tonnen um mehr als zwei Fünftel. Dom 1. Januar biS 1. November sind, die nachträglichen Meldungen von Schiffsversenkungen mit etngerechnet. 8 088 000 Br.- Neg.-To. versenkt. Nechnet man für die Monate November und Dezember nur die Zayl des Voranschlages, so ergibt sich eine Jahresbeute von rund 9,3 Millionen Br.-Reg.-To., etwa ein Viertel der Welttow nage, oder fast das Doppelte der 5,5 Mill. Tonnen betragenden Tonnage der deutschen Handelsflotte zu Beginn des Krieges. Das scharfe Zugreifen hat auf unsere Feinde durchaus die erwartete Wirkung gehabt. Schiffsfrachten und Versicherungsprämien stiegen auf dem Frachtenmarkt der Welt zu so schwindelnder Höhe, daß Niesensummen aus englischer Tasche in die Taschen der neutralen Reeder flössen und daß die englische Negierung, um der Ausbeutung des Landes durch die englischen Needer vorzubeugen, sich genötigt sah, den englischen Schiffsverkehr zum größten Teil in ihre Hand zu nehmen. Wetter bewirkte der U-Boot-Krieg eine starke Verteuerung und sogar teilweise Mangel aller überseeischen Zufuhren, die zur Stillegung zahlreicher Industrien und zu steigenden Ernährung-« schwterigkeiten besonders in England geführt hat. Andererseits hat der U-Boot-Krieg nach den Aussagen unserer Heerführer unseren Landfronten eine wesentliche Entlastung gebracht, denn unseren Gegnern standen infolge der Versenkung von Muni- tton oder Nohmaterial für die Herstellung von Munition, das England notwendig über See einführen mutz, nicht mehr die bisherigen Munttionsmengen, auf deren Steigerung sie andauernd hingearbettet harten, zur Verfügung. Das machte sich u. a. auch auf der Salonikifront bemerkbar, deren Untätigkeit während des ganzen Jahres nicht zum wenigsten auf Munttionsmangel zu- rüctzusühren ist. Tie ebenfalls auf den U-Voot-Krreg zurückzuführende Kohlennot in Frankreich und Italien infolge des Ausbleibens der englischen Zufuhren beeinträchtigte die italienische und französische Rüstungsindustrie sehr erheblich. Ferner erschwerten und störten unsere U-Boote die Verbindung unserer Gegner mit ihren in entfernten Ländern kämpfenden Truppen und zwangen sie zu Maßnahmen, die hohe Anforderungen an die ohnedies verringerte Tonnage stellten. Neben den Kämpfen mit der feindlichen Handelstonnage haben unsere U-Boote natürlich den Kamps gegen die feindlichen Kriegsschiffe nicht vergessen und neben einer Reihe kleinerer Seestreitkräfte bas enAltsche Ltntenschijs „Cornwallis" und das stow Zöstsche Großkampsichiff „Danton" versenkt, während der französische Panzerkreuzer „Kleber" einer von uru gelegten Mine zum Opfer gefallen ist. Schließlich je» auch noch der Hilfe gedacht, die unsere U-Boote den tn Palästina kämpfenden oSmanrschen Truppen gegen die sie vom Meer aus beschießenden feindlichen Schtsse geleistet haben. 1 Million Tonnen vernichtet. Eine Jahreeabrechuung für 1917. Co unangenehm die am Morgen des 24. De zember in Deutschland bekannt gewordene Nachrichr von der Versenkung dreier englischer Zerstörer für b\: Briten auch gewesen sein mag, so erfreulich ist diese Botschaft am Weihnachtstage für uns. die »vir hier aus eine neue Eintragung auf den Posten: „Kriegs fchiffsvertnste unserer Feinde im Jahre 1917 machen können. Erst Mitte Dezember erfuhren wir bei der Versenkung des französischen Kreuzers „Eha teanrenault". daß damit die Gesanrtvcrl,iste unserer Feinde an Kriegsschiffe» seit dem I. August 1914 auf über 1 Million Tonnen Wasserverdrängung ange wachsen sind. Ohne die jetzt in den Hoofden. der hol ländischen Bucht der Nordsee, vernichteten drei Zer ftörer betragen die Kriegsschisfverluste unserer Gegner in dem einzigen Jahre 19,7 allein 196 000 Tonnen. Davon entfallen auf England 97 655 Tonnen Frankreich 37 926 Rußland 34 380 Japan 7 050 während sich der Rest auf Italien. Portugal, Rumänien und die Vereinigten Staaten von Nordamerika- verteilt. Neben den vielen vernichteten kleineren Einheiten wie Zerstörern, Torpedobooten. U-Boot-Jägern. Ka nonenbooten, Hilfskreuzern usw. haben unsere Feinde eine erkleckliche Anzahl von größeren Schiffen ein- gebußt. w»e aus folgender Verlustliste hervorgeht: -wri Großkttmpfschiffe „Vanguard" engl. 19 600 Tonnen „Danton" franz. 18 400 Linienschiffe „Cormvallis" engl. 14 200 „ „Persevjet" russ. 11 900 „ „Slava" russ. 14 600 ,. »rei Panzerkreuzer „Träte" engl. 1 4 300 „ „Kleber" franz. 7 700 „ ,,Lfnkntzn" jnyan. 14«^« „ Außerdem (feien den Tvrpeds'- unserer U-Boote fünf geschützte Kreuzer zum Opfer, von denen „Ariadne (engl.) mit 11 500 Tonnen und „Chareaurenanlt" mit 8000 Tonnen an der Spitze marschieren. Mithin haben die Kriegsflotten unserer Gegner Zeinen Jahresverlust für 1917 von insgesamt 13 Linienschiffen und Kreuzern zu blichen. Die;es ErgeviUS wiegt um fo schwerer, wenn man bedenkt, daß die deutsche K legöflotte im vergangenen Jahr nicht ein einzige* größeres Schiff über 1500 Tonnen eilige« büßl hat. Tie Hilferufe »er Entente. Was Lloyd George in seiner bekannten Rede mit dem Ruf „Schisse. Schisse. Schiffe?" ausdrücken wollte, hat wachsende Bedeutung für den Ausgang dieses Krieges behalten. Nicht als ob »vir etwa im geringsten daran zweifelten, daß er so ausgehen wird, wie' »vir o* bei Beginn des uneingeschränkten U-Boot-Krieges angenommen haben. Sein Verlauf und die ergebnislosen Anstrengungen unserer Feinde aus den: Gebiete des Schiffsbaues haben im Gegenteil die Ueberzeu- gung bei uns befestigt, daß wir uns auf den: rechten Wege befinden. Nun hat kürzlich in England ein neues Schlagwort das Licht der Welt erblickt, und zwar die Uebertragung des internationalen drahtlosen Hilfe rnfe§ S. O. S. (Save our sonls. rette unsere Seelen), das, wie ans dein „Daily Telegraph" ersichtlich ist. von der Bewegung zur Einschränkung des Nahrungsmittelverbrauches für die Worte ancftiert worden ist „Save or starve", spare oder hungere. Ein weiterer Ruf, der in seiner drastischen Kürze von drei Worten das Problem von U-Boot-.Krieg und Gegenmaßregeln der Feinde so recht deutlich behandelt, ist der Satz, den der Direktor des Schiffsmaterials im Unterstaatssekretariat der französischen Handelsmarine am 5. Deze»nber vor dem Flottenverein in Paris aussprach: „Baue« »der nutergehen k" Das »st hauptsächlich der Kernpunkt der ganzen Frage. Der Unterseebootkrieg vermindert unausgesetzt den unsere Feinde versorgenden Handelsschiffsrauln. ohne daß die Gegner nur entfernt in der Lage sind, die Lücken wieder auszufüllen. Alle forcierte Schifss- bautätigkeit, alle versprochene amerikanische Hilfe kann an der Tatsache nichts ändern, daß eS der Entente unmöglich gelingen wird, den Schiffsbau so weit zu steigern. daß er mit den Versenkungen gleichen Schritt halten kann. Mögen die Feinde die Tätigkeit ihrer Werften noch so sehr anspannen, nie werden sie das Wort Umstürzen können, daß Versenken schneller vor sicht gehl als Banen. Damit ergibt sich die Schlußfolgerung für die Entente von selbst. .Mehr tätiger" Seekrieg? Tre meisten Blätter sehen tn der Ernennung des AdnnralS Wemyß zum Ersten Seelord an Stelle Jel- ticoes den Willen der englischen öffentlichen Meinung, daß der Seekrieg sich in eine mehr tätige Richtung wandte. „Mattn" sagt: Tie Stunde ist gekommen, der militärischen Kraftentfaltung Htndenburg« eine ausgedehnte Offensive zur See entgegenzusteklen. Englands Angst vor der Verarmung. Tüsteres Bild der Zukunft. Allmählich mehrt sich die Zahl derjenigen, die rn der Oeffentlichkeit in England versteckt oder offen gegen den Krieg Stellung nehmen. Besonders in den Kreisen der liberalen Volkswirtschaftler und Wirtschaftsinteressenten geht man den Wirkungen des fürchterlichen Staatsschuldenmachens rücksichtslos auf den Grund. So schreibt ein „alter Liberaler" in» „Common Sense": „Die jetzige Politik der Regierung scheint darauf gerichtet zu sein, den Krieg bis zur dedingungelosen Uebergabe Deutschlands fortzuführen. Von: finanziellen Standpunkt aus sind das für uns ernste, wenn nicht erschreckende Aussichten, ganz abgesehen von unseren Verlusten an Menschenleben und von den durch hohe Preise und Lebensmittelknappheit verursachten Leiden der Zivilbevölkerung. Wenn auch große Kriegsgewinne gemacht werden, so leidet doch die große Masse des Volkes, die ihren täglichen Lebensbedarf nicht »nehr bestreiten kann. Ter Mittelstand — Rechtsanwälte, Kausleute, kaufmännische Angestellte, Lehrer, Rentiers usw. — sieht sein Einkommen durch den Krieg nicht vergrößert, sondern verringert. Wir geben jetzt 2500 Millionen Pfund Sterling im Jahre aus, und diese Summe wird eher zu- als abnehmen. Unsere Ausgaben sind größer, als unsere Gesamteinnahmen vor dem Kriege, sodaß wir vom Kapital leben und unseren zukünftigen Verdienst verpfänden. Die Regierungen verfügen durch Aufnahme von Riesenkrediten über den Nationalreichtum (Waren, Lebensrnittel us»v.), und können auf diese Weise den Krieg fortsetzen. Dadurch werden die Preise gesteigert und das Maß der UmlaufSmittel wird durch große Ausgaben von Papiergeld in die Höhe getrieben. Auch Mängel und Krankheit werden dadurch hervorgerufen. Lord Leoerhulme (Sunlighx Soap) sagte jüngst in Anwesenheit des Premierministers, der Krieg könne noch 2 oder 3 Jahre dauert», bis Deutschland auf die Knie gezwungen wäre. Unsere Staatsschuld würde alsdann 10 Milliarden Pfund Sterling erreichen, — wenigstens die Hälfte von unserem fest angelegten Kapital — : 1 Milliarde P,'i»u> würvru daun jährlich zur Deckung unserer Berbirrdlichkcittn erforderlich sein." Das wäre dann da-ü lwlbe Rali attaleinkommen. Zur Würdigung dcr Wirkung dieses Satzes führt der Schreiber dann weiter auS: „Die Schätzung mag übertrieben sein, aber kein Sachverständiger schätzt nnrer 6- 700 M:l rn: en Pfund Sterling. Wenn wir die Zahl Le erhnlmes (der genaue Einsicht haben mag) von 1 Milliarde Pfund annehmen, so bedeute' das. daß 50 v. H. unseres Nationaleinkommens vor dem Kriege non '? Milliarden Pfund -- unö dieses wird nach dem Kriege nicht ständig zunehmen — für Steigern >ra"^ehen wird Bon jedem Pfund Sterling, das die Nation erwirbt, sind also l0 sh. zur Deckung der jäbr rchen StaarS- außgaben nötig. Das ist nicht zu umaeh^n. wenn wns« werden sott. Di» Geschichte XtifCi, v«ß ein f^fVörSeiict!** 5an§ sich verarmt. Soll »ies auch uns- r Schicksal sein»" * . Man kann sich über diese Stirn-: e nur rveuen Sie zeigt, daß man atm.l.... .u.e.'y.'kre Sraarsr-elschn!> nz der gav-.-n c )r L V-t kommt. Das ist das best? Mi.r.l e ;c Frieden. 6l Die Oelherg-StifLung. Wotz» der schmerzlichste Verlust, den nur mit Folie Jerusalem« ju beklagen Haben, ist der der Kai- s»ri« «uaustM-Uiktoria-TUftuua Dieser vrnnkvot,« deutsche tzosviz. und Kirchenbau auf dem Oelbera der vor kurzem der Zielpunkt eines englisch-ägyptischen Fliegerangriffs gewesen ist. kann gewissermaßen als die Krönung der Lebensarbeit des seinerzeit vielgenannten und inzwischen in den Ruhestand getretenen OberHofmeister« der Kaiserin, de« Freiberrn von Mir. dach, angesehen werden. Unter energischer Zusammen- sassung älter der Kräfte, die ihm im Laufe der Jahre da« Zustandekommen der vielen protestantischen Kir- chenbauten in Berlin und im Reiche ermöglichten (e« ser nur die Kaiser Wilhelm-Gedächtniskirche und die gewaltige Potsdamer Pfingstberg-Stiftung genannt) schuf er unter he wor ragen der Mitwirkung de- Jo- i)anniterordens so»vie einer der deutschen Kaiser»: überreichten Stiftung für die Evaltgelischen Palästina» auch die romanische Kaiserpfalz auf dem durch die Himmelfahrt Christi für alle Zeiten geweihten Oelber» bei Jerusalem. Uralte Beziehungen wurden dadurch ausgefrischr daß der Iohanniteroroen die Führung bei diesem Werke übernahm, derselbe Johanniterorden, der Ostpreußen kultivierte und der in der historischen Schlacht bei Tannenberg dem slavischen Ansturm »»nterlag. Um da« Jahr 1070 von den zur Befreiung Jerusalems aus- gezogenen deutschen GrabeSrtttern in der heiligen Ltabt gegründet, setzte er sich in der Nähe der Grabeskirche mit einem Hospiz fest, auf dessen Trümmern im Jaüe 1898 di« evangelische Erlöserkirche Ln Anwesenheit de« » en KatserpaareS und der Vertreter aller deut- irchenregierungen eingeweiht wurde. Nach der Vertreibung der christlichen Ritterorden au« Palästina und Syrien im 13. Jahrhundert waren dis großartigen Hofpttalanlagen unveräußerliche« Moscheengut geworden und verfielen, bis König Friedrich Wilhelm IV. im Jahre 1841 Unterhandlungen «inleitet«, dis darauf Hanausliesen, dem Johanniter- orden wieder ein eigenes Heim i»» der Heiligen Stabt S bereiten. Aber erst der Besuch des Kronprinzen ttedrich Wilhelm, de« nachmaligen Kaiser« Friedrlch, Jerusalem gelegentlich der Rückkehr von der Ein* Weihung de« Suezkanal« brachte diese Verhandlungen «um Abschluß. Am 7. November 1869 konnte der Kronprinz unter Assistenz von 100 deutschen Seeleute« feierlich Besitz vori dem sogen. Muristan fü» die Krone Preußen« ergreifen. Wieder vergingen fast 30 Jahre, ehe der wüst daliegende Platz seiner Bestimmung zngesührt wurde, indem man die Erlöserkirche schrrf. Allein damit war der Wunsch de« Iohonniterordens nach einem würdigen Heim in der Heiligen Stadt noch nicht erfüllt. Wohl hatte er inzwischen in der Bia Dolorosa das noch he»»t« bestehende und in dieser KriegSzeit deutschen Soldaten al« Unterkunst einaeräumte Preußische Johannite»> Hospr« geschaffen, in dem bis zum Weltkriege der evangelische Jerusalempilger einfache fren»»dliche Unterkunft fand, aber sein Sinn stand nach einem Bau. der denen anderer Nationen im Heiligen Lande entsprach, der das inzwischen entstandene neue Deutsche Reich würdig repräsentieete und den Deutschen Palästinas einen weithin sichtbaren festen Stütz- und Samn»e1puntt bot. Go reifte langsam der Plan zur Schaffung der Heutigen Oelbergstiftung heran. Es kam hinzu, daß gelegentlich der Anwesenheit de« KatserpaareS in» Jahre 1898 die deutschen Gemeinden Palästina« mir der Bitte heroorbetreten waren, ein Kranken Erho- lungSheim und PilgerhauS auf dem hoch und frei d«.»- liegenden Oelberg zu schaffen. Da»nals h«tt.te gerade die Kaiserin das Protektorat über den Deutschen Jerusalem-Verein übernommen, und nun traten dieser, die Augufia-V»ktoria-Pftrrgstb.ung und der Johanniterorden gemeinsam an die große Ausgabe heran, die deutsche Burg auf der Oelbergkuppe zu errichten. — Zu Ostern 1907 wurde der Grundstein gelegt unö genau drei Jahre später die Eimveihung de« stolzen Gebäudes vollzogen. Fast in der Mitte des langgestreckten Bergrückens, auf den die fromme Legende die Himmelfahrtsstätte de« Erlösers verlegt, erhebt sich die Oelbergstiftung oder, rvie sie offiziell heißt, die ..Kaiserin Augusta-Viktoria-Sliftung" mit der wundervollen Himmelfahrtskirche. Sie beherrscht vollkommen die kahle und doch so eigenartig wirkende Oelberglandjchafr, aber sie entstellt sie nicht, »vie dies seinerzeit beson. der« von stanzösischer Seite behauptet wurde. Die na» turgemäß erbittert darüber war, daß dem angestrsbten Protektorat über Syrien unb Palästina von Deutschland au« i« so wirkungsvoller Weife entgegengearbeitet wurde. — E« ist ein Bau m strengromantschem Stil, gleich dem der Kaiser Wtlhelm-Gedächtniskirche in Berlin und den ihr angepaßten, sie »»mgebenden romanischen 5^>äusern. Er entspricht in seiner ganzen Anlage der de« alten JohanntterhospitalS auf dem Muristan. Ein gewaltiger, 60 Meter hoher Turm, tn de»n die großen, weithin hörbaren Glocken der Himmelfahrtskirche yän- gen. schließt den Bau nach der Jerusalemer Seite hin ab. Durch einen nachträglich vor den sogen Prinzenzimmern an der ganzen Westseite entlang aufgeführten Schutzbau gegen Wttterungöeinslüsse der Bau tn seinem trotzigen und eindrucksvollen Aussehen niir noch gewonnen Da» Jmn«r« de« Hospize« entspricht in seiner Anlage etwa dem Hildesheimer Kreuzgang. Um einen großen ofsimen, viereckigen Hof zieht sich in zwei Stockwerken die Zirnmerflucht. vor der schöne Hallengänge vorgelagert find. An der Frontseite hat jedes Zimmer einen breitem Balkon, von dem aus der Blick je nach der Lage zum Toten Meer, nach Jerusalem, Bethanien oder dem Judäergebirge geht. Die Zimmer sind braus bi« Wohnung des Herrenmeisters des Johanniterorden«, tos« Prinzen Eitel Friedrich, und de- Kurator«. In denen besonders zu ehrende Gäste ein Un- fWm ««w switch milbig nuchpstOttzet, Gstttz SefvnVviS tuunfcHI etffflffctÄl §se fsäe» tWffc Ae- V»u- se-, ln der wir auch in d-r unmittübar anschließende» HimmelfahrtSkirche prachwolle Goldmosaiken ang»- bracht sind. Ein großer Saal dient den Zusammen, künsten der Deutschen, und ebenso ist der Speisesgal ein sehr eindrucksvoller Paum. Ueberwältigend ist der Rundblick voll dem Kirchenturm. Tr reicht über ganz Jerusalem hinweg bis nach Bethlehem und weit in- Judäergebtrge hinein, a» klaren Tagen bis zum Mittelländischen Meere hinüber, tm Osten übers Tote Meer hinweg, wo ihm die Moabi- terberge Halt gebieten, im Norden bis zum Libano» und -um schneebedeckten Hermon und nach Süden bi» -um Sinai. Rings um das Stift zieht sich ein schöner Part mit einer „Mirbachhöhe" genannte,: Aussicht-- warte zum Toten Meer hinüber. Eine kluge und vor- sorgliche deutsche Hausfrau waltet in der Person der Oberschwester Theodora (Tochter des verstorbenen Präsidenten des Evangelischen OberkirchenrateS Dr. Barkhausen) seit Errichtung des Hospizes auf den: Oel- berg. Sie ist in diesem Weltkrieg zugleich auch eine echte und rechte deutsche und türkische Soldatenmutter geworden. So kommt eS, daß man auf dem Oelberg in den drei Kriegsjahren der Türkei verpflegt wurde, wie wohl sonst nirgends mehr auf der Welt, und vor allem nicht zu solchen Preisen. Eine eigene Oeko- nomie. von deutschen Landwirten betreut, eine vorsorgliche Heranziehung gewaltiger Vorratsmengen und eine geschickte Verwaltung des Vorhandenen ermöglichten die Verpflegung unserer kranken Wüstenkrieger hier oben in geradezu idealer Weise, und Exzellenz Dschemal Pascha hat seiner Zufriedenheit mit der ungekrönten Königin des Oelbergs durch die Verleihung des höchsten türkischen Frauenordens an die tapfere und energische Hannoveranerin Ausdruck gegeben. Der ursprüngliche Dauetat des Hospizes vov 1860 000 Mark ist seinerzeit durch verschiedene widrige Umstände ganz erheblich überschritten worden. Mehr als 3 Millionen sind in das Hospiz hineingebaut wor. den, und fast 100 000 Mark verschlingt noch die iähv- liche Verwaltung. Aber eine einzige Gönnerin des Werkes, die bekannte Menschenfreundin Frau Laura Oelber, mann in Köln, hat allein über eine Million zu dem Bau beigesteuert, und es liegt unleugbar im Interesse der deutschen Sache, daß gerade an dieser Stelle nicht gespart wird, zumal in einer Zeit, wo das stolze Gebäude sogar der Ehre eines zielbewutzten englischen Fliegerangriffs zuteil wurde, der allzu deutlich den Haß erkennen läßt, den seine Schaffung in den Gemüter« der Gegner erzeugt hat. Mit dem Bau war die Schaffung eines eigene» Ordens für die Helfer am Werke verknüpft, des sogen. Oelbergkreuz-s, mit dem der Ordensmeister der Johonn»- ter zü Weihnachten 1909 zunächst seine kaiserlichen Eltern dekorierte. Er ist für Männer und Frauen bestimmt, die sich um die Oelbergstiftung besonders ves» dient gemacht haben. Er besteht aus dem bekannten 6erusalem-Kreuz, d. h. einem roten „Krückenkreuz" (jeder der vier Arme eines KrückenkceuzeS hat die Gestalt eines altlateinischen T. und zwischen diesen vier Armen steht je ein gewöhnliches kleines Kreuz), auf dessen Mitte ein weißes achtspitziges Johanniter- kreuz gelegt ist. Es wird auf der Brust an einem Weißen Bande und an einem kleinen goldene« Gehänge getragen, das aus den verschlungenen Buchstaben A. V. 8. (Augusta-Diktoria-Stiftung) besteht. Neben der Kaiserin Augusta-Biktoria-Stiftung erheben sich noch zwei weitere kirchliche Bauten aus dem Oelberg, die russische Paternosterkirche und das russisch» Frauenkloster mit seinen etwa 200 Nonnen. Diese Bauten sind auf dem höchsten Punkt des Oelberges. auf der t öhe über Bethanien errichtet und sollen auf dev telle stehen, von der sich der Heiland gen Himmel erhob. In der Paternosterkirche ist als besondere Merß- Würdigkeit das Vaterunser in allen lebenden und toten Sprachen angeschrieben; das Frauenkloster untersteht einer russischen Fürstin, die ln der Jerichoebene große Bananen- und Apfelsinenplantagen besitzt und auch in dieser Kriegszeit für die im Heiligen Lande verbliebenen Glaubensgenossen sorgt. Schließlich hat der Hospizbau der Deutschen auch noch das kleine Oelberg- dorf geschaffen, in oem sich die arabischen Bau- und Werkleute angesiedelt haben. Inzwischen ist bekannt geworden, daß dis vn»- länder das Hospiz mit Einquartierung verschont und der langjährigen Verwalterin, der Oberin Theodwa, die Pflege des deutschen Wahrzeichens aus dem Oeß. bsrg auch weiterhin üb»rlass»n haben. P. ».P» Allgemeine Kriegsnachrichten. „Ter Krieg schon entschieden!" In einer dem „Aftonbladet" (Stockholm) gewährten Unterredung erklärte der freiwillig auf deutscher Seite lämpsende schwedische Hauptmann Claß von Rosen: „Eine Friedenssehnsucht ist in der deutschen Armee nicht vorhanden. Man betrachtet den Krieg als schon entschieden und setzt den Kampf nur solange fort, bis auch der Äegner zu dieser Ansicht kommt." Verdiene» wollen auch sie vom Kriege. Ueber die wirtschaftliche Notlage der ftanzösischen Offiziere schreibt in der „Oeuvre" Mortimer-Megret: „Ein ungelernter Arbeiter, der im Juli 1914 180 Fr. verdiente, erhält heute im Durchschnitt 370 Fr. monatlich. Der Lohn eines gelernten Arbeiters ist von 210 Fr. im Juli 1914 auf 410 im September 1917 gestiegen, und der eines Werkführers von 295 auf 505 Fr. Wie verhält es sich mit den Offiziersgehältern? Ein Unterleutant, der 1914 240 Fr. monatlich bezog, erhält immer noch 240 Fr., und dazu 20 Fr. als Entschädigung dafür, daß ihm kein Bursche mehr gestellt wird. Da er 30 Fr. bezahlen muß, um eine Aufwartung zu bekommen, so ist sein Einkommen um 10 Fr. verriirgert. Nun die Ausgaben: Das möblierte Zimmer, das im Juli 1914 35 Fr. kostete, kommt alermiudeslens aus 65 Fr. zu stehen. Die Verpflegung. die vor dem Kriege 90 Fr. kostete, ist unter 155 Fr. nicht mehr zu haben. Kleidung, Ausrüstung und Wäsche beanspruchen statt 33 mindestens 76 Fr. Daber ist gerechnet: alle zwei Jahre ein Mantel, alle Jahre eine Litewka, eine Hose, ein Käppi, zwei Paar Schuhe, sechs Paar Socken, zwei Unterhosen, vier Hemden, sechs Taschentücher und der Waschlohn, also bei allem Mindestsätze. Mithin gibt der Offizier statt 164 Fr. vor dem Kriege, mindestens 296 Fr. au-, unge- Avchncht HGhttHLunH, Wein, Hv»d»r «sw. gegenüber stetzi ekne Einnahme von 266 Fr., die bei dem verheirateten Offizier, der seiner Frau 120 Fr. monatlich überweist, auf 140 Fr. sinkt." «oosevrlt gegen Wilson. Seltsame Andeutungen kommen aus den Bereinigten Staaten. Roosevelt erklärte in einem Briefe an das Kongreßmitglied Lundeen, daß Wilson die Präsidentschaft unter falschen Vorspiegelungen erlangt habe. Wilson set unter der Devise „er hat uns vom Kriege ferngehalten" wieder gewählt worden; die Nation würde ihn nicht gewählt haben, wenn er auf Grund eines KritgSprogramm» kandidiert hätte. Offenbar will der Präsidentschaftskandidat Roosevelt sich für die nächste Wahl rüsten. Sollte er das Friedensprogramm für aussichtsreich halten? Schon jetzt?! — Offenbar haben die gewaltsamen Eingriffe Wilsons in das freie Wirtschaftsleben, so jetzt wieder in der Zwangsaneignung der Eisenbahnen, sich die Großen zu wütenden Feinden und zu Gegnern des Krieges gemacht. * * * Kleine KricgSnachrichteu. - Tie japanischen Darleben an den Verband belaufen sich auf fast 50 Millionen Pfund, davon er- Welten Frankreich 7V* Millionen, England 20 Millionen und Rußland über 22 Millionen Pfund. " Laut „Eventng Rewö" vom 14. 12. ging der Bestand an Schweinen in England von 3615891 m 1916 auf 3 008 016 Ende Juni 1917, also um ein Sechstel, herunter. Eine Verhandlungspause in Brest-Litowsk. Wesentliches ij bereits erreicht. Am 28. Dezember haben die Friedensunterhändler die mehrtägigen Vc. Handlungen tm Militärkasino ui Brest-Litowsk beendet. lieber wichtige Fragen hat man sich leicht geeinigt. jo über die Freilassung und Heimbeförderung der Gefangenen, über die Wiedereröffnung des Handelsverkehrs und die zukünftigen wirtschaftlichen Beziehungen. Unsere Sicherung i« Oste». Schwieriger waren die Abmachungen über die Räumung der besetzten Gebiete und deren zukünftige Staatszugehörigkeit. Die Russen schlugen vor: beiderseitige Zurückziehung der Truppen und Festlegung des Rechte- aller in Rußland lebenden Truppen aus Selbstbestimmung hrer Regierung bis zur Absonderung. Deutscherseits wurde die Bereitwilligkeit zur Räu imntfl des besetzten Gebietes nur mit Einschränkungen ausgesprochen. Erstens must Zunächst die Demobili- ung der russischen Streitkräfte durchgeführl sein: zweitens wird die Anerkennung beansprucht, baß t h* V'.'itc Beschlüsse vorlicgeu, „worin der Bolkswille aus- gedrückt ist. s '. Pole« sowie für Litauen, Kurland, vo« Ostia«» und LivKrub die volle staatliche Selb- ps^viAkeit in Anspruch zu nehmen und aus dem rus- Reichsverbande auszuscheiden". Eine Volksab üstnmung aus breiter Grundlage unter Ausschaltung eine- militärischen Druckes soll herbelgeführt werden. Wie das gestehen kann, soll eine besondere Kommission beraten. Hierauf erklärten die Russen: „Wir stehen auf dem Standpunkt, daß als tatsächlicher Ausdruck des .. illenS nur eine solche Willenserklärung betrachte: xocxl.A kar. r, die als Ergebnis einer bei gänzlicher Abwesenheit fremder Truppen in Dt;; betreffenden Gebieten vorgenommcnen freien Abstimmung erscheint. Daher schlagen wir vor. daß An klarere und genauere Formulierung dieses Punk- .Tf.:. ' Wir sind jeboij damit einverstanden, daß Prüfung der technischen Bedingungen für die Per- ir-.. '.ichung eines derartigen Referendums, desgleichen iUi Festsetzung et: ., bcst'.nnnten Räumungsfrist eine 't ; c & i a U o ni m t f f i o n ^ s-tzt wird." • Im all .:ne!...n kann n.nch dem Verlauf der dis- : -cn Verhandlungen ir.it Befriedigung festgestellt it.-fcc n. u; cte Ansicht.n v.: Mächte über ;tv Regelung der wichtigste. Fragen sich in vielen Punkten decken, in anderen sich derart genähert haben, öa; öle Hosst.nng a..f Er?-.'::.^ eines'Einvernehmens nrch in d'.scnk begründet ist In einer Schlußsitzung beschlossen dann die Gesaut n, die nächste Sitzung am 4. Januar abzuhalten. D?u allen Seiten wurde dir Genugtuung über die bisher erreichte Verständigung znn: Anc-druck gebracht. Tar. letzte Wert hatte der Führer der Russen,. Joffe. Er '-eklärte, dc.ß die begonnenen Verhandlungen ein aü:a Anfang seien und die Erwartung zulicßen, daß öe. verheerende K.'.'g ein baldiges Ende finden werde. ..In der jettt beginnenden Pause werden wir alle .ai Gefühl ha^en. dast hinter r./.s Millionen leiden- :.q\- Menscher, stehrn. die dal S.S; d:s Krieges herbei- .ehnen Das Be.rusttse'. : dieser Verantwortlichkeit vor unseren Völkern, vor der Menschheit und vor der Gc' tchte gibt u:A d'e Hofs.:: -g und di; innere Kraft, den Weg zum all a c me i n cn Frieden zu sinden. veksten wieder ab Herr Lubllnski allein ist zurückgeblieben, um den grteden-verhandlnngen beizuwohnen. Die Pause. Staatssekretär o. Kühlmann reiste an: Sonnabend von Brest-Litowsk ad, die übrigen Mitglieder der deutschen Gesandtschaft zum Teil mit ihm, zum Teil am Sonntag. Die Rückkehr nach Brest-Litowsk erfolgt voraussichtlich am 3. Januar abends, da am 4. Januar die Verhandlungen ivteder ausgenommen werden sollen. Die Gesandtschaften von Oesterreich- Ungarn, Bulgarien und Rußland waren bereits apr Freitag abgereist. Tie Stätte vor Fr»cvknSvcrhaud1ungea. Von einem Besuch bei den Unterhändlern in wird unS vertchtet: Es )tnb nur rund 100 Personen, die sich im Barackenlager von Brest-Lttowst zur Führung der ^rieoen-Verhandlungen zujammengetunden haben Die .Gesandtschaften oer Verbündeten und der Russen woh- ich wenige Schritte voneinander, nach Möglichkeit hat ncm rede Mission in einem eigenen Häuserblock unter- -edracht Man speist m den beiden MiUtärkasinos tno.-var dort auch des Abends zusammen Im ersten --wo n's einen Kasinos fanden die FriedenSvcrlxind- laue", daß e§ sehr zu bedauern wäre, wenn ein gleicher Gesetzentwurf nicht baldigst zrun Schutze der Kastanienwälder m Korsika eingeb rächt würde da diese sonst der völligen Vernichtung anheimfielen. Die Schuld an diesem Notstände l rügen gewisse deuiü -? ^-.uduftrien, die sich an? der Jnst'l eingenister fri rrn. tf. A»S dem vuuketn Hamburg. In der Woh- raui8 eines Schneiders auf St. Pauli (Hamburg) trafen flch sehr häufig Leute zum Hasardspiel. In einer der lrstten Nächte war auch ein in Eimsbüttel wohnender Schuhwarenhändler dort anwesend. Es wurde fleißig „Meine Tante, deine Tante" gespielt. Ta er- Phienen auch zwei dem Schuhwarenhändler unbekannte Leute, die sich an den Tisch setzten und mitspielten. mu einige Runden gespielt waren, verlöschte plötzlich »a» Licht. In demselben Augenblick erhielt der Schuh- warenhündler einen Schlag aus den Kopf, so daß er umftel. Dann wurde ihm die Hosentasche herausge- risseu und sein Portemonnaie mit 350 M. sowie ein goldenes Medaillon mit Brillanten, das er an der Uhrkette trug, gewaltsam geraubt. Der Uebersallene ritz sich los und stürzte aus die Straße. Die beiden Unbekannten folgten ihm, schlugen ihn nochmals nieder und entflohen. Beide sind entkommen. tf. Neue Aremvwörter? Von neuen Zlmtsbezeich- mmgen für die preußischen Oberlehrer ist wieder einmal die Rede. Danach sollen nach einem Erlaß des Unterrichtsministers die geprüften Kandidaten deS HSHeren Lehramts die Bezeichnung „St ud teure fe- tinliotc" die wissenschaftlichen Hilfsarbeiter ,.Stu- dlenasfefsoren' erhalten, während der Oberlehrertitel bleiben und die älteren von ihnen den Charakter «Id Studien rat bezw. Geheimer Studienrar erhalten sollen. Ein solcher Erlaß ist bisher nicht ergangen. Wohl sind in dieser Richtung vor lang- r . cir Anregungen gegeben, jedoch nach eingehenden de a ngen wieder beiseite gelegt worden. Neuerdings sind sie »om Kultusminister in erneute Erwägung gezogen worden. tf. Kalt ist das große Ausfuhrobjekt, auf das die Landwirtschaft der ganzen Welt wartet. Man hat tm feindlichen Lager immer wieder behauptet, eS feien auch außerhalb Deutschlands große Läger gefunden worden, durch die es möglich sei, durch Verzicht «uf die Zufuhr- aus Deutschland unser Kali-Weltmonopol tu brechen. Daß diese Behauptungen unrichtig sind, veweist die krampfhafte Suche Amerikas nach einem Kali-Ersatz. Erfreut meldet man von drüben: „Zur Gewinnung von Kali aus Seegras auf der Queen- Charlotte-Insel (Britisch-Kolumbien) trifft eine amerikanische chemische Gesellschaft die erforderlichen maschinellen Einrichtungen. Tie Anlage soll so groß sein, daß täglich 1000 Tonnen feuchtes Seegras verarbeitet werben können." — Tie Anlage einer Fabrck ist noch kange kein Kali, besonders noch lange nicht i» de» krnrmbebmigen für Broi-€«treidf. Wenn auch dte Erntenachprüfung gegenüber der Erntevorschätzung einen erheblichen Ausfall an Getreide aller Art ergeben hat, so steht doch fest, daß die tatsächlich erzielten Erntemengen größer sind, wie sie sich in den Zahlen der Erntenachprüfung ausdrücken. Diese Zahlen können also für die Erfassung der vorhandenen Getre devorcäte nicht maßgebend sein. Es muß vielmehr jeder einzelne Erzeuger eine seiner tatsächlichen Ernte entsprechende Menge von Brotgetreide im Interesse der Ernährung der Gesamtbevölkerung abliefcrn. Wenn daher behördlicherseits von jetzt ab alles darangesetzt werden wird, um sämtliche verfügbaren Vorräte herauszuholen, so wird sich die landwirtschafttreibende Bevölkerung der Einsicht sicherlich nicht verschließen, daß das, was nun geschehen muß, notwendig ist, um durchzuhalten und unsere Volksernährung bis zur nächsten Ernte auf eine gesicherte Basis zu stellen. Wer jetzt noch mit Getreide zurückhält, es zu Unrecht verfüttert oder mehr, wie erlaubt ist, verzehrt, handelt schändlich und arbeitet unseren Feinden in die Hand. Glaube keiner, daß nicht eines schönen Tages auch ihn der Arm der Gerechtigkeit erreichen wird. Stadl und Land. Dem Hessischen Kandesverein für Krieger- heimstälten sind, zum Teil als Weihnachtsaaben, wiederum zahlreiche hochherzige Stiftungen zugeflossen. Ein angesehener Industrieller aus dem Odenwald hat dem Vereine die reiche Spende von 30 000 Mk. geschenkt. Die Maschinenfabrik Carl Schenck zu Dacmstadt hat beschlossen, dem Verein den Betrag von 10 000 Mk. zur Verfügung zu stellen. Aus Lich ist von Herrn I. H. Jhring, Inhaber der gleichnamigen Brauerct, die Summe von 1000 Mk. gestiftet worden und ein anderer unge> nannter Freund des Vereins zu Friedberg hat ihm eine Schenkung von 2000 Mk. zugewandt. Sehr erfreulich ist auch das rege Interesse der. Hessischen Eisenbahnvereine, die durch den Eisenbahnverein Mainz der Kriegerheimstättensache kürzlich die schöne Gabe von 1400 Mk. überweisen konnten. Für alle diese Beweise hilfreicher Gesinnung sagt der Verein auch auf diesem Wege seinen herzlichen Dank. * Gießen. Der ordentliche Professor der juristischen Fakultät 0r. Rudolf Hübner wird mit dem 1 April aus dem hessischen Staatsdienst ausscheiden und das von ihm übernommene Lehramt an der Universität in Halle a. S. antreten. Aushang der Fahrfarisnpreise. Die Eiscnbahnverkehrsordmlng (§ 12) ist durch da« Reichs-Eisenbahn-Amt mit Geltung vom 1. Januar 1918 vorübergehend dahin geändert worden, daß auf den Stationen die Preise der zum Verkauf aufliegenden Fahrkarten nicht mehr ausgehängt zu werden brauchen. Wird von dem Aushange abgesehen, so haben die Fahrkarten-AuSgabestellen über die Preise auf Verlangen Auskunft zu erteilen. Königliche EirenbabndircHfion TranKfurt (Main). Bekanntmachung. Vom 2. Januar 1918 ab wird die Triebwagen- fahrt 4950 W. Wetzlar - Limburg nur zwischen Albs- hausen und Limburg u.in nachstehend geändertem Plane gefahren : Albshausen ab 6 98 abends, Burgsolms 6", Vraunfels 6 17 Stockhausen (Lahn) 6 24 , Löhnberg 6 32 , Weilburg an 6 38 , ab 6", Gräveneck 6 50 , Fürfurt 6 56 , Aumenau 7 05 , Arsurt 7 11 , Villmar 7 18 , Runkel 7 24 , Kerkerbach 7 29 , Eschhofen 7 34 , Limburg an 7 39 . Frankfurt (Main), den 18. Dez. 1917. Königliche kisenbabiullrrlrilsn. Im Verlag M. W. Meyer (Russischer Bote) zu Berlin SW. 68, Zimmerstraße 28, ist soeben erschienen: ..siussisede lstirgsgefangem Ober ihre 6fnc9rOeKe in Deaffcbland!“ Preis 75 Pfennig. Das Buch enthalt Uebersetzungen von Briefen russicher Kriegsgefangener, welche diese der Schriftleitung des „Russischen Boten" mit der ausdrücklichen Bitte um Veröffentlichung übersandt haben. In ihnen schildern die Kriegsgefangenen ihre Eindrücke, die sie von Deutschland, von seiner Landwirtschaft und von den deutschen Bauern gewonnen haben, das Leben in den Gefangenenlagern und auf deu Arbeitskommandos usw. Der Reinüberschuß ist für die Volksspendc für dcntschc Kriegsgefangene bestimmt. Zu haben in jeder Buchhandlung, sowie direkt vom Verlag. Zocker hat jeder genüg., wer sich seinen Süßstoff aus Rüben im Haushalt selbst anfertigt. Aussührl. Rezept u. Anleitung gegen Einsendung v. 1. Mk. von Frau Joh. Funke, Rochlitz i.Sa. Kaufe SektUasckii in Waggoaladungen und kleinere Posten zu den höchsten Preisen. H. 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Der Preis ist so niedrig gehalten, daß auch Personen, die nicht schlachten, sich gegen Aufrechnung von Karten mit Dauerware versehen können. Als Höchst- menge find gedacht bei Familien bis drei Personen 26 Pfund, bei größeren Familien dte doppelte Menge, also die beachtenswerte Menge von 52 Pfund. Dieser Versovgungsweg verdient bei der Tatsache der vielfach mangelhaften Fleischbelieferung anderer hessischer Städte immerhin einige Aufmerksamkeit. * Gießen» 30. Dez. Am Samstag vor Weihnachten ist auf der Straße Gießen—Rodheim auf preußischem Gebiet ein frecher Straßenraub verübt worden. Frau Major v. F. auf der Schmitte war im Begriff, nach Gießen zu wandexn und war bis an die Haltestelle Gleiberg der Biebertalbahn gekommen. Sie nahm wahr, daß sich der Schuhriemen gelöst hatte und taU in die am Wege stehende offene Halle. Im gleichen Augenblick trat ein Mann an sie heran, der hinter der Halle verborgen und auf ihr Herannahen gewartet haben muß, und verlangte barsch ein Stück Brot. Freifrau v. F. antwortete, sie habe kein Brot bei sich, worauf der Mann verlangte, dann sollte sie ihm Geld geben. Die Dame öffnete ihr Handtäschchen, um dem Begehren zu willfahren. Blitzschnell aber griff der Mann in die Tasche und nahm der geangstigten Ü RÖ £ C Ä en -^ u ih" gesamte Barschaft in Höhe von /75 Mk. IN Papiergeld ab. Der Räuber bcfah! sodann seinem Opfer, sich die erste Stunde nicht aus der Halle fortzubegeben, da er sie sonst niedcrschießen Freifrau v. F. kann keinerlei Angaben machen, wie der Mann, der sie beraubt hat, ausgesehen hat, da dieser seinen Kopf mit einem Tuch umbunden hatte. Der Raub ist noch am Samstag zur Kenntnis der Behörde gekommen. o * Main?- Planmäßige Haussuchungen bei Landwirten in Gonsenheim förderten bedeutende Men- gen Zwiebel» ans Tageslicht. Die Landwirte hatten dt- Zwiebeln zum Zwecke wucherischer Ausbeutung der Bevölkerung zuxuckbchallen. Die gesamten Vorräte verfielen dem Kommunalverbande Mainz. * Ans Thüringen Was alles in die Butter wird, .zetgle sich kürzlich bei der Ablieferung im städtische« Schlachthaus in Sonnenbecg. In einem J a " b man eine große Kartoffel und in einem' Butterballen von vier Pfund Gewicht ein Stück Salr von einem halben Pfund. 1 ,, m „S .?»* e "or Un * ere auf die in unserer Zei- ung bkiindliche Annonce aufmerksam betreffend der bräunten Badischen Krieger-Geldlose a Mk 1 . — Die Eichung findet schon am 1 . Februar statt und sind die zu hoben ^ Plakate kenntlichen Verkaufsstellen Zigarre^ Per 100 St. voll Mk. 30. —^bis Mk. 120. — Schweizer Stumpen per 100 Stück 10 Mk. Holländer 100 Stück 55 Mk. Porto und Verpackung 1.50 Mk. Probekistcn ä 100 St. unter Nachnahme nur an Sclftverbraucher. Versandhaus G. 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