n>om Gießen. Nr. 21. 15. September 1918. Khronik. Ter Rückzug der deutschen Truppen an der französischen Front hat seinen planmäßigen Fortgang genommen. Wie Hindenburg in seiner strategischen Laufbahn schon^des öfteren Terrain preisgegebrn hat, um das Heer zu Ochern und für neue Schläge vorzubereiten, hat er auch diesmal die Errungenschaften der Frühjahrsoffensive in Frankreich den höheren strategischen Absichten geopfert, und wie die Preisgabe Polens, ja die zweite Preisgabe Ostpreußens tn der Sicherung der deutschen Zukunft im Osten einen endgültigen Erfolg davongetragen hat, so darf auch erwartet werden, daß die Strecken Feindesboden, die wir jetzt in Frankreich preisgegeben haben, nicht umsonst zum Opfer gebracht worden sind. Im Westen war die Front bis zum 7. September in die neue Linie Bapau me — Verrönne, nahe der alten Siegfricdstellung, zurückverlegt. Das geräumte Gelände ist wieder in einen Zustand versetzt, der dem Feind weder Stützpunkt noch Deckung bietet. Ueberdies sind in der Gegend von E a m b r ai diesmal weite Strecken unter Wasser gesetzt worden, vor allem wohl im Hinblick auf die größeren Tankangriffe, mit denen der Feind diesmal den Erfolg zu erzwingen versucht, und denen durch die Ueberschwemmung ein nicht zu beseitigendes Hindernis in den Weg gelegt wird. Die Zurückverlegung der Front machte sich auch in Flandern geltend, wo wir die Bastion des Kemmelberges vor unseren Linien gelassen haben. Unsere Rückzugstrategie, die den Feind immer im Unklaren läßt, wo er es nur mit schwächeren deutschen Patrouillen. wo mit stärkeren Kräften zu tun hat, hat ihn unverhältnismäßig viel Opfer gekostet. Rach den englischen Verlustlisten sind bis in den August eine halbe Million Engländer allein als Verlust zu verzeichnen. Wenn auch die amerikanischen Truppen einen Ersatz dafür schaffen, so ist doch dieses Kräftereservoir des Feindes nicht unerschöpflich, zumal wenn man bedenkt, daß jeder amerikanische Soldat in Frankreich einen gewissen Tonnenraum feindlicher Schiffahrt festlegt, und daß dieser Tonnenraum immerfort durch unsere U-Boote eine Verringerung erfährt. Wir dürfen daher nach wie vor der Zukunft getrost entgegensetzen und allen albernen Märchen, mit denen man den Rückzug unserer Truppen hat erklären wollen, sei es das Märchen vom Tode Hindenburgs. oder von irgend welchem Verrat, oder wovon immer, mit aller Energie entgegentreten. Tie Entwicklung der Dinge im Osten hat einen für uns durchaus erfreulichen Verlauf genommen. Das kommunistische Rußland der Sowjetrepublik, das am Frieden mit Deutschland als der Voraussetzung seiner Eri- stenz unverbrüchlich festhält, hat seine Stellung gestärkt. Die tschechoslowakischen Meuterer sind von den Sowjettruppen an verschiedenen Stellen geschlagen worden, und am 10. September konnten die Sowjettruppen Kasan wieder einnehmen. Tie Entente, die sich durch dieses Erstarken der Sowjetrcgierung bedroht sieht, setzt alle Hebel in Be« wegung, um ihr entgegen zu arbeiten. Eine große gegen- revolutionäre Verschwörung wurde aufgedeckt und der englische Generalkonsul Lockhart im Kreise der Verschwörer verhaftet. Vorher schon ist in Moskau durch eine aus Kiew stammende Terroristin Dora Kaplan ein Attentat auf den leitenden Mann ' der Sowjetrepublik, Lenin, verübt worden, das diesen schwer, aber nicht lebensgefährlich der- wundete, und in Petersburg war der Volkskommissar für innere Angelegenheiten U l i tz k i durch den sozialistischen Offiziersschüler K a n n e n g i e ß e r ermordet worden. Die Sowjetrepublik hat mit der Verhaftung der in Rußland lebenden Engländer geantwortet und seitdem besteht ein kaum mehr verhüllter Kriegszustand zwischen Rußland und der Entente. Das Verhältnis zwischen der Sowjetrepublik und Deutschland hat durch die Ende August zu stände gekommenen Zusatzverträge zum Brester Frieden eine erfreuliche Klärung erfahren. Rußland hat sich darin zu einem Ersatz der privaten Kriegsschäden in der Höhe von sechs Milliarden? teils in Gold, teils in Waren oder gedeckten Anleihen zahlbar, verpflichtet, und in die Trennung Esthlands und Livlands von Rußland gewilligt, wogegen Deutschland die kommunistische Gesellschaftsordnung in Rußland anerkennt, Weißrußland zu räumen verspricht und weitere Lostrennungen russischen Gebiet? nicht zu unterstützen sich verpflichtet. Auch die Beziehungen zwischen Deutschland und der Ukraine haben eine erfreuliche Entwickelung genommen, und ein Besuch des ukrainischen Hctmans Skoropadski beim deutschen Kaiser hat dem nach außen sichtbaren Ausdruck verliehen. ßine Katastrophe. Aus dem Leben eines alten Eisenbahnbetriebsmannes. Von Max Maria v. Weber. Ich war im Jahre 184* Vorstand einer Station im Mittelgebirge*), die, rach damaligen Begriffen, sür eine wichtige galt, denn es mündete da eine Nebenbahn aus einem der reichsten Ackerbaudistrikte in die Hauptlinie des Landes. - Die Station war nur sür diese Einmündung errichtet und lag weit von jedem größeren Orte entfernt, mitten im Walde. Die Baulichkeiten bestanden nur aus einem kleinen Stationshause, dessen erstes Geschoß ich mit meinem Stellvertreter, dem „Schirrmeister", Gebhard mit Namen, bewohnte, und einer Remise sür vier Lokomotiven, von denen sich immer eine als Neseroemaschine „im Feuer" befand. An die Remise war eine kleine Werkstätte angebaut und beiden stand ein Oberlokomotivführer vor. Ein Billetteur wohnte im Stockwerk über mir, die Handwerker und Arbeiter der Station waren im nächsten Tors untergebracht. Das Leben der Welt berührte die Station nur durch die sechs Züge, welche sie täglich passierten. War der letzte von diesen abends vorüber (Nachtverkehr gab es nicht) und Feierabend geläutet, so *) Die Stationsvorstände führen auf mehreren deutschen Eisenbahnen den Titel „Inspektor". wurde es tief einsam und ruhig auf der Station. Hätte die Maschine in der Remise nicht leise gezischt, so hätte man sich in der Stille und beim Duft und Rauschen des Waldes auf einer Försterei wähnen können. Wir vier Beamten waren auseinander angewiesen, denn das Besetzen der Stationen mit unnützen „feschen Protekuonspuppen", die heutzutage mit dem Klemmer auf der Nase an den Zügen auf und ab spazieren und nach den Stieselchen der aussteigenden Damen schielen, war damals noch nicht Mode. Wir taten die Arbeit, die nötig war, ohne viel zu fragen, wessen Ressort sie sei, und waren, im Winter bei Bier und Tarock im kleinen Wartezimmer des Stationshauses und an Sommerabenden bei einem Glase Maitrank unter den Bäumen vor jenem Hause, wo ich ein paar Pfahlbänke und Tische hatte einschlagen lassen, gute Kameraden. Aber Freund war ich nur mit dem Schirrmeister Gebhard geworden. Er war schon bei Zähren und ein Mensch wie Gold. 'Der erste und etzte auf dem Platze, scharf und barsch gegen die Leute im Dienst, und doch gingen sie alle für ihn «urchs Feuer, denn sie -wußten,- daß er Herz sür ie hatte und sich selbst am wenigsten schonte.. Er prach nicht viel und gar nicht von seinem früheren reben. So hatte - wir nur auf Umwegen erfahren, >aß er, seines Ze ens ein Radmacher, als frei- oilliger Husar . .5 in der Schlacht bei Ligny inen Prinzen au den Franzosen herausgehauen >atte, aber auch selbst zusammengesäbelt worden oar. Er schleppte davon das rechte Bein sein reden lang. Die Affä.: hatte ihm aber doch — ach dreißig Jahren — zu seinem jetzigen Posten erholsen, nachdem er sich weit durch die Welt -trieben und auch zwei Jahre bei einer englischen + mn& tfltt ht'l lltlS CllIctT sehr in Respekt setzte.^ Er war WitwerzglHUe aber halbwüchsige Kinder, hübsche Mädels, stllUvM, Jungen, — die er kaum lieber haben konut^ ich Kinderloser. Bei all dem w!kr er eigentlich eine schwärmerische Natur, und wenn die anderen alle zu Bette gegangen waren und er ivußte, daß außer mir es niemand hörte, konnte er sich, an Sommerabenden neben mir auf der Bank sitzend, bis tief in die Nacht hinein in allerhand Träumereien “\ i LNMvckk-rTeikurrg. und Grübeleien ergehen, die michvdarm nicht schlafen ließen. So saßen wir auch, ich weiß es noch wie heute, am 5. Juni 184* beisammen. Die Nacht war schwül, es wetterleuchtet- in Südost'und die Sterne funkelten in ganz besonders Hellen Farben, so daß ich eben darüber zu simulieren und zu reden begann, warum wohl der eine gelb, der andere rot, der dritte blau leuchten möge. — als ich im Augenblicke. wo ich das „grün" aussprechen wollte, Gebhards Hand auf Lieinem Arm fühlte und er zu mir sagte: neigten sich die frischen, lachenden Gesichter von Gebhards Kindern, die aus den Betten gesprungen waren, um den Papa abfahren zu sehen. Er grüßte I'e mit der Hand und winkte ihnen ernst zurück und durch den grellen Ton der Maschine, die .zur Abfahrt- langgehalten pfiff, hörten wir die hellen Kindcrstimmen rufen: .Gute Nacht, Papa!' Dampfend, funkensprühend und glühend kam 55* J>“0 m Bewegung und glitt eilend durch die stacht dahin. Und dennoch: der siegreiche deutsche Geist. Ihn mutz man doppelt totschlagen, meint der Feind- gegen ihn muß der Endkampf mit dreifacher Wucht geführt werden. ' aber ist es, das diesen deutschen Geist nicht nur groß, sondern auch leicht verwundbar Das zu wissen ist heute wichtig genug, damtt die Mahnung dessen, der Deutschland errettet hat, auch zum Endsiege wirksam werde! „Inspektor, dort vorm Wald über der Bahn steht ein garstiger grüner Stern." , Nun hieß aber in damaliger Zeit, wo es noch kemc Läutstgnale gab. die jetzt wie mit der Kuhglocke vor allen Zügen herlaufen, und wo wir noch ckeine Blocksignale und keine Sprechapparate auf jeder halben Meile Bahn hatten und man sich mühsam zwischen den Hauptstationen mit klapperigen Zergertelegraphen und auf den Strecken mit sichtbaren Zeichen, von Bahnwärter zu Bahnwärter gegeben, verständigte, ein grünes Licht über einem werßen: „Sine Hilfsmaschine soll kommen." Der Hilferuf schlügt auch jetzt noch dem abge- weiterten Eisenbahnmann in die Glieder, um wie viel mehr damals., wo alles neu und ungewohnt war und man nichts über das Warum? Wohin? Was geschehen? erfahren konnte, bis man an Ort und Stelle kam und ebensogut nur eine Maschine vorfinden konnte, der harmlos der Atem ausgegangen war, als einen Haufen Lokomotiv- und Wagentrümmer — mit all ihrem Jammemu- behör. ° Gebhard und ich standen auf, drückten uns bie Hand und gingen jeder an das. was nun zu tun an uns war; zugleich hörten wir auch schon durch die Stille der Nacht eilende Schritte und Laufen und Zurufen, — der grüne Stern hatte alles rebellisch gemacht, und eine Viertelstunde nachher war unser Personal vollzählig auf dem Posten. Mühsam mit dem primitiven Zeigertelegraphen nach der nächsten Station buchstabierte Anfrage ergab daß der hilfesuchende Zug zwischen dort und der nächstfolgenden, also ungefähr drei Meilen von uns, liegen müsse. Dahin konnte kein höherer Beamter von der Endstation vor nächstem Morgen kommen — wir mußten also an Ort und Stelle. Ich erwog, daß jener Zug ein sogenannter gemischter mit Personen- und Güterbeförderung sein müsse, der auf einer Zwischenstation zu übernachten gehabt hätte, und ließ daher in den von uns arrangierten Hilfszug für etwa nötig- Umladungen ein halbes Dutzend offene und gedeckte Guterwagen einstellen und in letztere auch für den werfe n^o «rüge Matratzen und Kissen Die Station glühte vom Fackelschein, bei dem in firberischer Hast dröhnend, polternd und klirrend die Werkzeuge und Gegenstände zur Hilfeleistung: Schwellen. Schienen. Winden, Ketten geladen wurden. Durch den Qualm der Fackeln und der Maschine. die sich puffend und prustend mit ihren großen roten, unheimlichen Augen vor den Zug legte, huschten die bunten Lichter der Handsignallaternen hm und her. In den verschiedensten Beleuchtungen sah ich überall G-bha-ds graubärtiges Gesicht und langen Mantel unter den sich bückenden. neigenden und beugenden Gestalten auftauchen- seine scharfen Kommandos durchdrangen Maschin-n- zischen und Poltern und Klirren. Endlich war alles nach Kräften arrangiert, signalisiert und instruiert. - btö 5 nte ?°bhards Stimme. Wie böse Geister huschten die dmiklen Gestalten unserer wackeren Kerls auf die Msafsiiersitze der hohen Wagen und auf den Tender —^ein Dutzend sprang auch zu uns herein, di- wir auf einem offenen, jrere Umsicht gewährenden Güterwagen, unmittelbar hinter der Maschine, Posto gefaßt hatten. Im qualmigen roten Lichte der Fackeln, welche auf der Maschine und den letzten Wagen postierte Männer trugen schwamm der dunkle, düstere Zug und das Helle Statwnshaus. Aus einem Fenster desselben Mir war's unheimlich zu Mute. Wußte ich doch a s erfahrener Eisenbahnmann, daß selten ein Un- glück allein bleibt. Zudem ist jede nicht fahrplan- , k‘0 e Fahrt eine Gefahr. Unruhig wechselten wrr jede Minute die Geschwindigkeit; sie verzögernd, wenn der Fernblick sich trübte oder nicht ganz Ge- heures sich aus dem Geleise zu zeigen schien — und Dann wieder frischen Dampf gebend in dem Gedanken, daß an jeder Minute des Späterkommens vielleicht Menschenleiden, vielleicht- Menschenleben hingen. Wir schwiegen alle; nur das Keuchen und metallische Dröhnen des rasch arbeitenden Apparates. zuweilen ein Pfiff mit langem Echo durchgellte die Stille der Nacht. Der späte Mond war aufgegangen. Es ward kühl; hier und da lag ein Nebelflreif über der Bahn, in den wir schnell eintauchten, um gleich wieder daraus hervorzubrechen. Hinter einem solchen, einem besonders dichten, oer- ueßen uns plötzlich die Signale, die uns bis dahin freundlich und tröstlich, uns erwartendes Wachsein verkündend, begleitet hatten. Die Lichter waren jenseits der Nebelschjcht nicht wahrgenommen worden. Um diese niederen Nebelschichten übersehen zu können, verließ uns Gebhard und erkletterte den nächsten hohen Wagen, auf dessen Schaffnersitz er sich streckte. Die langen Mondschatten, die glitzernden Mondreflexe erzeugten zahllose Täuschungen. Doppelte Vorsicht der Fahrt wurde nötig, und doch drängte uns, je länger sie währte, unser pochendes Herz immer stürmischer, die vielleicht heiß ersehnte Hilse zu bringen. Wir atmeten auf, wenn die Schienen weithin im Mondlicht wie blaue Linien glänzend hinausliefen und .freie Bahn"' ^c^^Eotivführer gestaltete, den Schlag der Maschine rascher nach dem Tempo unserer Pulse zu stimmen. Das Blut drang uns ungeduldig nach Herz und Kops, wenn er es nötig hielt, vor- sichtig spähend und lauschend um Felsenhänge oder durch Krümmungen und dunkle Einschnitte, fast lautlos, langsame zu rollen. . Ost sah ich nach Gebhard hinauf; er lag in seinen Mantel gewickelt regungslos auf seinem .)ohen Sitze. Halte ich ihn nicht gekannt, ich würde geglaubt haben, er schliefe. Es mochte halb ein Uhr morgens sein, da hatten wir das wellige, waldige Mlltelgebirgsterrain hinter uns, und' vor uns tag, im hellen Mondlicht, freie, gerade, gefahrlose Bahn, fast bis zur nächsten Station. (Schluß folgt.) Der Geist, der unbesiegbar macht. .Der Feind weiß, daß der Geist, der unseren Truppen und unserem Volke innewohnt, uns unbesiegbar macht.» Dieses Wort Higidenburg» ist der Leitgedanke seiner Kundgebung. Wenn er diesen Geist gufruft, wenn er Front und Heimat mahnt, sich gegen die Gefahren zu schützen, die der Feind mit dem Feldzug gegen den deutsche» Geist heraus- beschwürt. so weiß der Feldmarschall. daß er nur etwas aufrufen kann, was in Wahrheit vorhanden ist, wenn es auch zeitweise verdunkelt erscheint. Aber m Zrrten der Entscheidung, wenn die Ernte reifen soll, muß die Sonne solchen Geistes auch sichtbar und wirksam werden. Deshalb der Aufruf. .Wehre d-ch. deutsches Volk- gegen den Feldzug mit vergifteten Geisteswaffen. Es ist fürwahr alles von unseren Femden aufgeboteu worden: schwarze, braune und rote Völker der Erde, Uebermaterial von Eisen, Stahl und Feuer, Hungerblockade. Verleumdung und Lüge — es gibt nichts auf Erden und unter der Erde, nichts zwischen Himmel und Erde, was die Weisheit und die Tücke Englands und Amerikas zusammen mit ihren Trabanten gegen die Mittel. Mächte nicht aufgeboten hätten . . . . Wir haben oftmals im Laufe des Krieges den einheitlichen politischen Willen in England und Frankreich und neuerdings auch in Amerika bewundert Mag er zum erheblichen Teil auf diktatorische Strenge' der Machthaber und nur zum geringen Teil auf auöenpolitische Erziehung zurückzuführen sein, er ist doch vorhanden und ist politisch wirksam. Deuisch, land ist zu lange uneins in sich gewesen, als daß ihm dies bei der ersten und gleich der schwersten Probe seiner Einheit nicht noch anhängen sollte. Nicht nur die einzelnen deutschen Stämme scheiden sich leichter in ihren Auffassungen als die französischen und englischen Stämme, auch die Rechthaberei und die gefftige Selbständigkeit des einzelnen deutschen Mannes, sein Individualismus im Gegensatz zum politisch-nationalen Herdensinn ist stärker ausgebildet. Das erzeugt die Vielseitigkeit und Leistungsfähigkeit des deutschen Volkes, aber zugleich die Verwundbarkeit seiner geistigen Kraft, wenn sie als einheil- liche Größe austreten soll. Das erkennen heißt zu. gleich, sich gegen die darin liegende Gefahr wappnen. W>r müssen ganz einfach, wenn das Haus unserer Väter aus Feuerschlünden beworfen wird, die häuslichen Schwierigkeiten des Zusammenwohnens von Individualitäten übersehen, müssen unser Brudertum höher stellen als unsere geistigen Eigenheiten, müssen die Schärfe des Geistes, damit sie nicht schartig werde, dem gemeinsamen breiten Strom nationaler Selbsthcrrlichkeit zeitweilig opfern. Bei Massenwir- kungen kann nicht jeder seine besondere Auffassung von der idealsten Gestalt der Dinge zur Geltung bringen, er muß im Strome schwimmen, der Führerschaft vertrauen und den Weg unbekümmerter Selbstbehauptung gehen. Das allein erzielt Wirkung I Das ist allein wirkiam für außenpolitische und kriegerische Erfolge. Wir betrachten nur zu leicht alles, auch das große Weltgeschehen, immer mit mindestens einem innerpolitischen Auge. Das ist \ der Fehler unseres politischen-Geistes, das der Grund ' unserer kritischen Uncinigkrit, die schnell eititritt. wenn einmal nicht alles nach Wunsch geht. Dann rufen wir nach Klarheit, mit der innerpolitische Fragen erledigt werden mögen, oder weder außenpolitische noch militärische behandelt werden können. Der deutsche Geist, der da immer nach AufrichtP- ke!t und letzten Wahrheiten fragt, macht sich damit ' »efäh'lich verwundbar in der Weltpolitik. zumal im Kriege. Ein schlauer Feind braucht nur mit Gerüchten und Ge'chichten. mit Klatsch und Lüge, mit geschickter ' Aufbauschung und Ausbeutung von halben Tatsachen eben jene Schwächen des deutschen Wahrheitsuchers, des kritischen Skeptikers auszanutzen, um den Feldzug gegen den deutschen Geist zu führen. ; Demgegenüber hat Hindenburg darauf verweisen können, daß bei uns allein die feindlichen Heeresberichte im. vollen Wortlaut veröffentlicht, daß un- serem Volk die Kriegsreden feindlicher Slaatsmänuer . wörtlich vorgesetzt werden — und die Feinde wissen j. das und nutzen diese Waffe weidlich aus, die unsere Objektivität und Wahrheitsliebe ihnen in. der Hand läßt. Gegen unsere Heeresberichte und unsere Staatsmännerreden wappnet sich der Feind mit der Zinsur, H er druckt sie nicht ab oder entstellt sie. Ec kann das auch viel leichter, weil man dort meist in Geo- ., graphie schwach ist. und weil das Volk sich alles vormachen läßt, was bei der guten Schulbildung des Durchschnittsdeulschen bei uns keineswegs möglich wäre. Dort fragt man nicht zuerst, ob etwas wahr, sondern ob etwas zugkräftig ist. und bei uns ! ist cs umgekehrt. Bei uns fragt man. ob die deutsche Veröffentlichung auch keinen Deut unwahr ist, wie jüngst erst eine deutsche Zeitung sich über die Ausdruckswcise beschwerte: der und der Ort läge .vor unseren Linien- — wir hätten sagen müssen, daß wir den Ort .geräumt-„haben. Ein Franzose würde über so etwas verständnislos den LszNrekk-Zeikung. Kops schütteln, ein Engländer darüber lachen, und beide würden weder von Räumung, noch überhaupt davon sprechen, daß der Ort vor ihren Limen liege! Da es aber bei unS so wahrheitsfanatisch hergeht, glauben wir auch den Worten der Feinde zu leicht, und so kommt denn auS solcher Aufrichtigkeit des deutschen Geistes die große gefährliche Verwundbarkeit, daß er zuviel Kritik bei sich daheim und zu wenig beim Feinde übt! Und wir haben doch wahrhaftig Grund, unserer Wahrhaftigkeit in allen Kundgebungen Glauben zu schenken, und allem, was vom Feinde-kommt, gründlich zu mißtrauen! Betrachten wir alles, was uns daheim anficht, im Hinblick auf den Vernichtungskampf der Feinde gegen uns, so wird es klein erscheinen; betrachten wir Einzelheiten im Schlachtenschicksal, wo es uns weniger erfolgreich oder gar unglücklich scheint, im Rahmen des ganzen vierjährigen Geschehens, so wird es in richtiger Größe gesehen werden. Dann sind wir gegen Kleinlichkeiten und Gerüchte.gefeit, dann ist der Geist wieder hergestellt, der bis zum guten Frieden unbesiegbar macht! »Niemals hat ein Volk herrlichere Eigenschaften an den Tag gelegt"', sagte jüngst der Norweger Nils Kjaer von uns (im Juliheft von »Ukens Revy"), »unter so übermenschlichen Prüfungen und Leiden. Wäre dieser Glaube und diese Selbstzucht vergebens, ja würde die Welt dunkler werden." , D. K. W. Worte zur neunten Kriegsanleihe. Liebe Kameraden! Mit unerhörter Angriffslust, mit täglich aufs neue zum Ausdruck gebrachtem Vernichtungswillen greisen unsere Feinde unsere Linien im Westen an. Mit Hohn wiesen sie die Friedensangebote unseres hochherzigen Kaisers und die unserer Verbündeten zurück. Auch die wuchtigen Schläge unseres Hinden- burg im Frühjahr und im Frühsommer dieses Jahres brachten keine Wendung. Noch einmal haben sie alles zusammengerafft an schwarzen und weißen Kräften, um, wie sie sich so geschmackvoll ausdrücken, uns den Genickfang zu geben. — Aber wir trotzen ihnen. Unsere geschickte Führung und die Ausdauer und Tapferkeit unseres braven Heeres wird auch diesen Ansturm zum Stehen bringen und dann wird sür uns derAugenblick kommen,unseren Gegnern zu zeigen, daß sie weiter denn je von ihrem Ziele entfernt sind. Es wird dann hoffentlich der Zeitpunkt nahen, in welchem unsere Feinde zur Einsicht kommen und zu Verhandlungen bereit sind, die uns den schon so lange erwünschten Frieden bringen. Ihr habt Eure Schuldigkeit getan, habt Euer Leben für das Vaterland eingesetzt und weilt nun in der Heimat, um Eure Wunden zu heilen und von Euren Krankheiten geheilt zu werden. — Und doch dürft Ihr nicht rasten, auch hier in der Heimat habt Ihr noch eine heilige Pflicht zu erfüllen. Auch hier in der Heimat heißt es noch kämpfen, nicht mit dem Schwerr, sondern mit dem Wort. Ihr wißt, wie es draußen aussieht. Ihr wißt es besser als die meisten Daheimgebliebenen, um was es sich handelt. Es gilt^^die Lauen aufzurütteln. Ihr müßt helfen aufzuklären. Ihr müßt jedem, mit dem Ihr in Berührung kommt, ob jung oder alt, zu verstehen geben, daß es nicht nur eine allgemeine Dienstpflicht für den wehrfähigen Mann gibt, sondern daß es auch eine allgemeine Dienstpflicht gibt für jeden, der auch nur ein geringes sein eigen nennt. Nicht nur der Körper, sondern auch das Geld gehört dem Vaterlande, dies gilt in besonderem Maße für die Daheimgebliebenen. Um so mehr, da es ja nicht abgegeben, sondern nur geliehen werden soll. Die Zahl der Säumigen, der Schwachmütigen und Lauen ist eine so große, daß es der Mühe wert ist, sich mit der Aufrüttelung dieser zu befassen. — Ihr seid die Berufensten dazu, Ihr, die Ihr die schweren Zeiten da draußen erlebt habt, habt jetzt die Pflicht, im Interesse des Vaterlandes und damit auch in Eurem eigenen alles daran zu setzen, die Zurückstehenden auszuklären, daß der Sieg nicht nur auf dem Schlachtselde errungen wird, sondern auch in der Heimat durch die Hergabe des Geldes. Geld gehört zum Kriegsphren und daher zum Siege. — Verhelft also auch Ihr, liebe Kameraden, dadurch zum Endsiege, daß Ihr unaufhörlich werbt zur Zeichnung auf die IX. Kriegsanleihe. Ackenhausen, ehem. Unteroffz. im Landst.-Batl., Wetzlar. Vielfach sind^die Unterstützungsmöglichkeiten, die seitens der Militärbehörde vorgesehen sind, in der Oeffentlichkeit noch nicht genügend bekannt. Nachstehend soll deshalb eine Zusammenstellung derselben gegeben und auf die Voraussetzungen zu ihrer Erlangung hingewiesen werden. Voraussetzung sür die Gewährung von Zusatz- renten (aus Kap. 84 a) ist, daß der Antragsteller Kciegsrentenempfänger und mindestens 33 1 /s Proz. erwerbsbeschränktist. Er muß sich ohne Erfolg um Arbeit bemüht haben; sein Gesamteinkommen darf 5000 Mk. nicht überschreiten. Vergütet werden 30 Proz des Schadens am Arbeitseinksmmen nach Abzug der Rente ohne Verstümmelungszulage. Der 3000 Mk. übersteigende Teil des Schadens bleibt außer Ansatz. Ein Schaden, der geringer ist als 1 / 4 des früheren Einkommens, wird ebenfalls nicht berücksichtigt. Die Zusatzrenten werden in monatlichen Teilbeträgen gewährt, können aber ausnahmsweise'auch als einmalige Zuschüsse ausgezahlt werden. Rentenempfängern aus der Zeit vor dem Kriege können im Falle der Bedürftigkeit und Würdigkeit Unterstützungen (aus Kap. 74, Tit. 8 des Kriegsjahresetats) gewährt werden; darüber hinaus können sie Teuerungszulagen bis zum Betrage von 50 Mk. jährlich als Pensionszuschüsse erhalten. Entlassene Heeresangehörige, die auS Anlaß des gegenwärtigen Krieges Rentenempfänger geworden sind, können auf Antrag Unterstützungen erhalten, soweit ihre Bedürftigkeit reicht. Beschränkungen bestehen hier nicht. Auch Rentenempfänger aus diesem Kriege und Kriegsrentenempfänger, sür bie eine Zusatzrente nicht in Frage kommt, können Unterstützungen aus demselben Kapitel erhalten. ' Weiterhin stehen allen Generalkommandos Spendenmittel zur Verfügung, die für Rentenempfänger aus diesem Kriege in besonderen Fällen verwandt werden dürfen. Nach einem kriegsministeriellen Erlaß vom 4. März können auch an Hinterbliebene von Personen der Unterklassen, sofern für das Leiden des Verstorbenen eine Dienstbeschädigung nicht anerkannt war und hierdurch eine wirtschaftliche Notlage vorliegt, Zuwendungen aus Spendenmitteln gewährt werden. - In diesem Zusammenhang soll auch auf die bedingte Rente hingewiesen werden, die im Falle dringender Bedürftigkeit in Höhe von 50 Proz. der Vollrente für den Dienstgrad des Antragstellers an Personen gewährt werden kann, die wegen körperlicher Gebrechen aus dem Heeresverband entlassen werden müssen und keinen Anspruch aus Rente haben. In besonderen Fällen, wie beispielsweise bei Geisteskranken, kann die bedingte Rente in doppelter Höhe bewilligt werden. DaS Kriegsministerium hat mehrfach in Erlassen betont, daß die Bewilligung dieser Zuwendungen im Rahmen der verfügbaren Mittel in wohlwollendster Weise erfolgen soll. Anträge aus Gewährung von Zusatzrenten und Unterstützungen können neuerdings auch bei den Ortsausschüssen für Kriegsbeschädigtenfürsorge gestellt werden, die sie zur Erledigung an die Militärbehörde weiterreichen. Durch diesen Modus hat die Erledigung der Gesuche eine Beschleunigung erfahren. Kleine Mitteilungen. Die elektrotechnische Lehranstalt in Irankfurt a. M. Die Elektrotechnische Lehranstalt des Physikalischen Vereins in Frankfurt a. M. hat sich auch im KriegSjahr 1317/18 ausschließlich der Aufgabe gewidmet, Kriegsbeschädigten des elektrotechnischen Faches eine Ausbildung zu geben, die sie beruflich fördert und auch Schwerverletzte in den Stand fetzt, dem Fache treu zu bleiben und in gehobenen Stellungen' eine zweckentsprechende Tätigkeit zu entwickeln. Am abgelaufenen Berichtsjahr haben 34 Kriegsbeschädigte die Anstalt besucht, teils Insassen Frankfurter oder auch auswärtiger Lazarette, die auf Antrag zum Besuch der Lehranstalt hierher verlegt wurden, teils Invaliden. Der Schulbesuch der Lazarettinsassen erstreckte sich im Durchschnitt auf sieben Monate. Sechs Kriegsbeschädigte. die als d. u. entlassen waren, absolvierten einen vollständigen Jahreskursus und fanden durch Vermittlung der Anstalt aussichtsreiche Stellungen. Der Unterricht wird so geführt, daß Eintritt jederzeit erfolgen kann. Durch Mittel, die von privater Seite zur Verfügung gestellt werden, ist die Anstatt in der Lage, von Erhebung eines Schulgeldes abzusehen und olle Unterrichtsmittel frei zu stellen. Auch können Invaliden im Bedarfsfall Beihilfen zu den Aufenthallskosten vermittelt werden. Wegen näherer Auskunft wende man sich an die Elektrotechnische Lehranstalt^ des Physikalischen Vereins Frankfurt a. M., Robert Mayerstraße 2. Amputierte als Landwirte . und landwirtschaftliche Arbeiter. E fahrungSgemaß leiden die Armamputierten besonders unter dem Bewußtsein der verminderten Arbeitskraft; ihren Grund hat diese Erscheinung darin, daß jeder Berufsarbeiter auf die Tätigkeit mit beiden Armen eingestellt ist und nun glaubt, durch den Verlust des einen ArmeS arbeitsunfähig im bisherigen Berufe geworden zu sein. Die Beobachtungen, die in nunmehr doch mehrjähriger Erfahrung in der praktischen Kriegsbeschädigtenfürsorge gemacht wurden, widerlegen aber diese Annahme schlagend. So meinte man anfänglich, daß Landwirte, die einen Arm verloren haben, nicht mehr für die Landarbeit brauchbar seien. Die Versuche aus den verschiedenen landwirtschaftlichen Krregsbeschä- digtenschulen wie auch auf Mustergütern haben einwandfrei erwiesen, daß Kriegsbeschädigte bei Verwendung entsprechend angepoßter Ersatzglieder und Arbeitsgerätschaften noch sehr gut in der Landwirtschaft verwendet werden können. Sie sind fast zu allen landwirtschaftlichen Arbeiten im stände; natürlich kommt es hier sehr viel auf die Gewöhnung an, aber so mancher, der ungläubig aus ein solches Mustergut zur Berufsausbildung gekommen, hat sich bei gutem Willen am Beispiel seiner Kameraden überzeugen können, daß auch Amputierte in der Landwirtschaft noch erfolgreich tätig sein können. Wenn also ein amputierter Kriegsbeschädigter vom Lande glaubt, den Anforderungen des Berufes als Landwirt nicht mehr Nachkommen zu können, so befindet er sich im Irrtum, drr um so begreiflicher ist, als er noch nicht gesehen hat, was Leute mit der gleichen Beschädigung geleistet haben. Es empflehlt sich daher, im Benehmen mit den erfahrenen Praktikern des Berufs, wie sie in der KriegS- befchädigtenfürforge Mitwirken, die Beibehaltung deS alten Berufs zu erörtern. Berichtigung. In der letzten Nummer der Lazarett- Leitung ist der Name des Verfassers des Aussatzes..Etwas über die Salpetersäure" durch einen Druckfehler entstellt worden. Er lautet richtig Alfred Hagenvöcker. cand. chem. Lajnvett-Jcikung. LazareLt-Aeralung Die Zentralstelle der Lazarett-Beratung deS Roten Kreuzes Frankfurt will dem Interesse der Verwundeten und Kranken im Bezirk der Lazarett-Zeitung dienen. Jeder möge die Fragen, die er auf dem Herzen hat, feien str wirtschaftlicher Natur, rechtlicher Natur oder wie immer, schriftlich an die Lazarett^Seratung richten. SS soll auf jede Frage brieflich Antwort gegeben und die Möglichkeit ge« sucht werden. Rat und Beistand zu schaffen. Ant. Worten von allgemeinem Interesse werden ohne Na. menSnennung in der Lazarett. Zeitung veröffentlicht, vertrauliche Behandlung wird zugefichert. daher anonyme Anfragen verbeten. Die Zuschriften sind zu richten: An die Lazarett.Beratung, Frankfurt a. M., Kriegsfürsorge. Dheaterplatz 14. Beifügung von Rückporto ist dicht erforderlich. Die Zentralstelle der Lazarett-Beratung steht auch täglich von 4— 5 Uhr den Verwundeten für Persönliche Anfragen zur Verfügung. Skizze beizusügen. Bei kleinen, schwer aufzufindenden Orten ist auf die nächste große Ortschaft Bezug zu nehmen. 3. Wer die Ueberführung bewirken soll. Grundsätzlich muß ein Verwandter oder Freund zugezogen werden, der bei Erkennung der Leiche mitwirkt. 4. Daß sich der Gesuchsteller allen Bedingungen unterwirft, die von der Militärbehörde aufgestellt sind. Liegt das Grab im Operationsgebiet, so leitet die Etappeninspektion daS Gesuch an das Armee-Oberkommando weiter, dem die Entscheidung über die Zulässigkeit der Rückführung zusteht. In den Monaten Mai bis einschließlich September ist eine Rückführung ausgeschlossen. Ueber die Kosten der Rückführung kann allgemein nichts gesagt werden. Eine Benachrichtigung der Kompagnie des Gefallenen ist nicht erforderlich. Scherz SanilStssergeaut A. Sch. Frage: I. Welche Kasien bieten die größte Sicherheit? z. B. Reichsbank, Kreiskasse, Spar- und Darlehnskasse usw. 2. Welche Einlage ist am sichersten und vorteilhaftesten a) Bareinlage, d) Wertpapiere? 3. Welche deutschen Wertpapiere sind als gut zu empfehlen ausschließlich Kriegsanleihe?—Antwort: Da es sich bei Ihrer Anfrage um eine Sparanlage handeln dürfte, so kommt eine Reichsbank nicht in Betracht, da' sie keine verzinslichen Depositen annimmt. Es erscheint am zweckmäßigsten, die Einlagen in erster Linie bei der städtischen Sparkasse in Frankfurt am Main, die Proz. Zinsen vergütet, vorzunehmen. Die Frankfurter Sparkasse der Polytechnischen Gesellschaft ist ebenfalls sehr gut fundiert. Um keinen Preis- differenzen ausgesetzt zu sein, wäre eine Einlage bei der Sparkasse Wertpapieren vorzuziehen. Wenn sie nicht auf Kriegsanleihe reflektieren, kämen namentlich die Obligationen der verschiedenen deutschen Bundesstaaten oder deutschen Städte in Betracht mit denen man höhere Zinsen, als mit Spareinlagen bei d^er Sparkasse macht. tj. ^"Eeroffizier W. K. Frage: Ich war wegen schweren chronischen^Magen- und Darmleidens, das “9 ,n den Kai Mhen zugezogen hatte, als d. u. entlassen worden. Später wurde ich wieder als a. v. nach einer neuen Musterung eingezogrn. Steht mir nun das Verwundetenabzeichen zu? — Antwort' Nach einer Verfügung des Kriegsministeriums vom . ■ 5 - 1918 haben Persönlichkeiten, die auf Grund einer durch die besonderen Gefahren des Kriegsdienstes hervorgerufenen oder verschlimmerten Ge- sundheitsbeschädigung als d. u. aus dem Heeresdienst entlassen, bei einer späteren Musterung jedoch als a. v. eingezogen worden sind, nach Ziffer 4 der Ausfühmngs-Bestimmungen vom 1 4 18 Armeeverordnungsblatt 1918 Seite 169 Anspruch auf das Verwundetenabzeichen. K. S. Frage: Im Juni dieses Jahres ßel mein B-uder an der Somme und liegt auf dem Soldatenfriedhof Ham, Departement Somme, begraben. Ich möchte die Leiche meines Bruders m die Heimat überführen lassen und bitte mir über folgende Fragen Auskunft zu geben: 1. Wann kann oke Uebeisuhrung bewerkstelligt werden? 2. Ist meine^ Anwesenheit dabei erforderlich? 3 . Wohin mu;; ich ein diesbezügliches Gesuch richten? 4 Wie teuer wird die Ueberführung für mich? 5 . Ist eine Ueb-rsührung nicht möglich, wenn die Bcgräbnis- r Ö « 8Cnbem Operationsgebiet sich befindet? 6. Muß die Kompagnie meines gefallenen Bruders von der Ueberführung benachrichtigt werden ? — A n t - wort: Ueber die Rückführung von Leichen Ge- rÄVi" Kriegsschauplatz nach der Heimat enthält das Armeeverordnungsblatt 1915 Nr 49 die grundlegenden Bestimmungen. Hiernach sind G-such- um Rückführung von Leichen an das stellvertretende äU ridflfen ' ba8 für den Wohnort des Gesuchstellers zuständig ist. In dem Gesuch ist darzulegen 1. Daß es sich um ein Einzelgrab handelt, da Massen, und Reihengräber nicht geöffnet werden dürfen. 2. Wo das Grab liegt. Die Angabe muß so genau als irgend möglich sein, tunlichst ist eine Fremden-Alp enjodler 1918. Früher sangen Mann, Frau, Kind: „Auf der Alm, da g'bl's ka Sünd!" Jetzt hört immer man nur dees: ,,'s gibt ka Milch dort und ka Käs!' Mathrmotische Aufgabe. Heiß brennt die Sonne auf Aegyptens Wüstensand. Ermattet schleppt sich ein Mann, ein Kamel mn Halfter führend, die Karawanenstraße vorwärts Schon ,st er btt Verzweiflung nahe - denn leer .(inb die Wasserschläuche und die Brotbeutel — da wmkt ihm das frische Grün einer Oase Rettung. Sich aufraffend e.lt er mit beschleunigten Schrillen auf sie zu. Endlich angelangt, ruft er mit heiserer Stimme zwe, ,m Schatten hoher Palmen sitzenden Beduinen zu: .Allah zum Gruß! Seht mich liebe, Brüder, ermattet von der Sonne Glut; nichts habe :ch mehr zur Labung; weit ist noch mein Weg und schon fallen des Abends Schleier. — at&t mir rr nb "Wich will ich euch lohnen I" Die beiden also Angesprochenen willigen ei», mit dem Bittenden ihre Mahlze.t zu teilen. Der eine nimmt aus seinem Beutel fünf, der andere aus dem seinen drei Brote und diese acht Brote verzehren die drei zusammen. Danach legen sie sich zur Ruhe. Am Morgen rwll der Araber — nun wieder krisch gestärkt — mit seinem Kamel 'weiter. Ehe er von dannen zieht, gibt er den beiden, die ihn bewirteten, acht Goldstücke. .Nehmet sie für das Brot, das ihr mm gabt und teilt es euch I" dann machte er sich auf den Weg und die beiden gingen an d,e Teilung des Goldes. .Ich-, sprach der eine, .gab fünf Brote, bekomme also fünf Gold- "ucke ^und du deren drei für deine drei Brote.' 'Kein', ruf der andere, „haben wir das Brot wie Bruder geteilt, teilen mir auch brüderlich das Gold. ieder nehme die Hälfte!' Damit war der andere i-doch nicht einverstanden, sie kommen in Streu und beschließen vor den Richter zu gehen. Als sie d'esem die Sache vorgetragen, gibt er nach einiger Ueberlegvng den Spruch- Du der b " fünf Brote gabst, erhältst sieben, und du. der du drei Brote gabst, ein Goldstück.' Erst niachien rl V," Huntes Gesicht, dann teilten sie jlch das Gold nach des Richters Spruch. , U" b du- li°b-rL°ser. überlege, ob gerecht war das. llrte.l des Richters und begründe dein Ja oder Fr. Zwick. Mortrütsel. Das erste ist ein Fisch, Ein Fisch ist auch das zweite, Das Ganze ebenso! Allein — wo kriegt man's heute? Xaver Lieck. Ergarirungsratsel. Die Jungfrau saß mit ihrem — Im Schatten einer großen — Nach dem Gewitter war's zum — Wie alles patschte durch die — Die große Teuerung in den — Ist in der Tat beinah zum — Ob uns're Tapfern wohl beim — Belästigt werden auch durch — ? Bei einem Schneesturm in den — Kann sich der Wand'rer oft nicht — Ich war zur Kur in- Und mußte täglich zweimal — Eh' ich mein Geld hol' in der — Setz' ich mich dort auf eine — Muß steigen ich zum dritten — So stütz' ich mich auf meinen — Der Jüngling hofft, daß nach dem — Er seinen Schatz zum Weibchen — Wenn seine Gattin spricht von — Mag sich der arme Eh'mann — Beim Trommelfeuer faßt ein — Selbst die beherztesten der — Ta sitzt der Keil auf meinem — Halt mich! daß ich vor Wut nicht — Die vorstehenden Sätze sind dadurch zu ergänzen, daß statt der Striche gleichlautende Hauptoder Zeitworte eingesetzt werden. Xaver Lieck. Die Lösungen sind mit genauer Adresse der Einsender bis 1. Oktober einzusenden an die Lazarett-» Zeitung, Frankfurt a. M., Theaterplatz 14. Auf dem Briefumschlag soll das Wort „Rätsellösung" stehen. (Innerhalb des Postbezirks Frankfurt a. M. ist die Zusendung als Feldpostbrief nicht zulässig.) Die Lösungen haben nur Gültigkeit, wenn fte vollständig sind. - Auflösungen j« den Rätseln der vorigen Nummer. 1. Nätsek: „Tie beste Verteidigung ist der Angriff". 2. Zlälfct: „Rabe, Rebe, Robe, Rübe". 3. Zlätset: „Kaufen, laufen, raufen, saufen, taufen"- Nrelse ;u den Auflösungen der vorletzten Nummer. 1. Alälfet: .Greif —- Reif.' 2. Wattzemat. Aufgabe: „Sieben bezw. fünf Pfund." 3. Zlälfet: .Ter Schatten." Preise erhielten: Telegraphist Zwicke, Frankfurt; Musk. ^chwcers, Ems; Ldstm. Keßler, Frankfurt; Grenadier Rogge, Wetzlar; Res. Stern. Frankfurt; Telegraphist Dietrich. Darmstadt; Armierungssoldat Overholthaus,'Fulda; Kanonier Graf. Kl.-Auheim; Ldstm. Elsas, Worms; Gefr. Jacob. Leinefelde; Untrroffz. Bäuchle. Frankfurt; Gefr. Schöcklin, Gr.-Auheim; Musk. Braun, Nauheim; Grenadier Kleckers, Herschbach; San.-Gefr. Wappler, Hanau. Die Lazarett.Zeitung erscheint zweimal monatlich. Den Verwundeten, Kranken und Genesenden im Bezirk de» XI., XIV. und XVIII. Armeekorps steht sie im Lazarett unentgeltlich zur Verfügung. Zuschriften find zu adressieren: Lazarett.Zeitung, Frankfurt a. M., Lheaterplatz 14. Verantwortliche Schriftleitung ehrenamtlich Dr. Earl Gebhardt in Frankfurt a. M. fcwrt von 2bf,tx t Lo., Frankfurt o. elbestrabt 8H. Nummer 21. Drei Posen. Drei koren in dem Tlintenlauf, drei koren um den Säbelknauf, — unbändig und verlogen —, von übermiltiger kampferluri gerchweiit die rieggewirre Brust, ro sind wir forfgezogen. Die koren bat der Sturm zerwühlt, den ilebermut die Zeit gekühlt, wir wurden ernst und stille . . . Bu$ jugendlicher Kampfeewut ward eisenharter Mannermut und heilig ernster Ulille. Hus dem Kriegsbuch der 4. Hrmee. Willenskraft and Kefnndljeit. Wir brauchen viel Willen in dieser schweren Zeit, großen, starken Willen. Nur auS unserem Willen kann die Kraft quellen, die uns HochHült. Nie ist der Streit über die Möglichkeit der Willensfreiheit weiter zurückgetreten, gegenstandsloser gewolden als in diesen Tagen, wo die Bedeutung des Willens jeder einzelne in sich selbst bis in die innerste Tiefe hinein erlebt. Nur ein gewaltiger, stark entschlossener Wille bringt die Leistungen fertig, die der modernen Waffentechnik gegenüber im Kamps erfordert werden. Nur ein ernster großer Wille vermag daheim die ungeheure Last des Leids zu tragen, das der Krieg so manchem Menschenherzen auserlegt. Wo. der Wille fehlt, kommt der Zusammenbruch mit fast tödlicher Gewißheit. Wo der Wille fehlt, gibt's kein Ueberwinden. Erst muß man stark sein wollen, um eS zu werden; gesund sein wollen, um eS zu sein. Die Tausende und Abertausende von Verwundeten, die von den Schlachtfeldern heimkehren in die Heimat, um dort Heilung, um dort neue Kraft zu Kampf und Arbeit zu suchen, ste bedürfen vor allem des Willens. Der Wille ist der Rückhalt unserer Seele und unseres Lebens. Wer nicht gesund werden will, der wird's auch nicht. Wer aus sein Glück nur wartet, dem fliegt's nicht zu. Wer die Gesundheit wieder haben will, wie ein Wunder vom Himmel, dem kehrt ste nicht zurück. Der Mensch muß sich selbst zu dem hinwenden, was er haben will; wir haben unseren Willen, um uns die Richtung zu geben, in der unser Ziel liegt. Wer sich willenlos treiben läßt von Strömungen und Winden, der müßte schon ein auSnahmsweiser Glückspilz sein, wenn ihn der Zufall wirklich gerade an die Stelle verschlüge, wo er hat hinkommen wollen. Nur wer sein Lebensschiff selbst steuert, weiß, wohin er kommt. Wie wichtig der Wille ist, das haben unsere Aerzte auch schon vor dem Kriege gewußt. Der seelische Beistand, den jeder Patient dem Heilverfahren leisten muß, ist aus so manchem wissenschaftlichen Kongreß, ist in so mancher medizinischen Zeitschrift schon in den stillen Friedensjahren behandelt worden. Der Krieg mit seiner vertausendfachten Körpernot, mit seinen vertausendfachten Verwun- dungs- und Erkrankungsgelegenheiten macht diese- Problem des Willens zu einem der dringendsten und größten des Augenblicks. Wir brauchen in unserem Volke eine Unsumme guten, starken Willens, wenn wir die schweren Wunden, die der Nation durch ihre Feinde von allen Seiten geschlagen werden, wieder überwinden wollen. Wir würden den ganzen Krieg umsonst gekämpft haben, wir würden alle großen Taten im Felde umsonst getan haben, wenn wir mit geschwächtem Willen aus der'Katastrophe hervorgingen; wenn ein müdes Geschlecht, in dem Rentenpsychose und Arbeitsscheu herrschte, nicht festzuhalten verstünde, wa8 die blutig-bittere Arbeit der Waffen errang. Werde gesund! Ja es gibt wirklich eine solche Pflicht! Gesundheit ist wirklich nicht nur eine Gabe deS Himmels, sondern eine Aufgabe für unseren Willen. Wo der Wille da ist, gesund zu werden, wo dieser Wille auch über Widerstände, Über Schwierigkeiten und Schmerzen hinweg sich seinen Weg bahnt, da kommt die Lebenskraft um so eher zurück; da stellt sich die Leistungsfähigkeit um so vollständiger wieder her. Und deshalb gibt es für jeden Kranken und Verwundeten keine dringendere Mahnung, als immer wieder die: Habe den Willen, gesund zu werden! . Der Wille, der den Menschen stark und gesund macht, ist es zugleich, der ihn glücklich macht. Denn es ist ein erbärmliches Dasein, nur von fremder Hilfe zu leben, nur auf fremde Arme gestützt gehen zu können. Es ist ein jammerhaft unbefriedigendes Dasein, seine Tage dahinzuschleichen, ohne mehr einen Zweck zu haben, ohne das stolze Gefühl haben zu können, noch etwas wert zu sein für die Welt. Nur das gesunde, stolze Selbstbewußtsein eines solchen Wertes kann dem Menschen die Zufriedenheit mit sich selbst, die innere Ruhe, daS Gleichgewicht des Daseins geben. Brich aus einem I Menschenleben seinen Zweck, seine Arbeit, seine Leistung für die Mitwelt heraus, was bleibt dann? Ein solches Leben wäre wie eine Pflanze, der man das Herzstück ausgebrochen hat. Die wird nur ein loses Grblätter, das keine Blüte und keine Frucht mehr bringt. Nur. wo wir andern noch etwas sind, können wir sicher und stolz austreten; denn der Mensch ist nun einmal zur Wechselseitigkeit bestimmt. Wir können von anderen nichts mehr für uns verlangen, wenn wir für andere nichts mehr sein wollen. Drum müssen wir diesen Willen behalten. Vor allem unserem Volk müssen wir etwas wert bleiben, müssen wir auch fernerhin etwas leisten wollen. Unser Volk braucht uns, wie wir unser Volk. Unser Wille macht auch den Willen unseres Volkes stark. Helfe jeder an seinem Teil, diesen starken Willen allem Unheil zum Trotz erhalten und mehren! Pros. Dr. Strecker. Was England will. „Ich weigere mich ganz entschieden, die Deutschen als Brüder oder überhaupt als Mitglieder der menschlichen Rasse anzusehen. Wir könnten ebensogut versuchen, mit einer Meute toller Hunde Frieden zu schließen." Der Herzog von Portland in einer Rede in Nottingham am 25. Mai 1918. * .Ihr habt der Welt gezeigt, daß die australischen Soldaten die großen Vorkämpfer des Friedens sind, und ihr werdet den Frieden herbeifahren, und wenn ihr darum die Hälfte deS deutschen Volkes erschlagen müßtet." Der australische Premierminister Hughes am 19. August 1918 in einer Ansprache an die australischen Truppen. * »Wilde Bestien müssen an die Kette gelegt oder in einen eisernen Käftz geschlossen werden. Deutschland ist die wilde Bestie unter den Völkern. Ich trete nicht nur dafür ein, daß man erdrückende Schutzzölle auf deutsche Waren legt, sondern daß wir den Deutschen unsere Bedingungen in Berlin diktieren. Ich würde mit beiden Händen dafür stimmen, daß eine internationale Zollkommisston in deutschen Häfen über die deutsche Ausfuhr die Kontrolle ausübt." Der englische Arbeiterführer Stanton (1916). * »Der einzige gute Deutsche, den ich kenne, ist ein toter Deutscher!" Der englische Politiker Wells am 12. September 1917. in einer Versammlung in Nottingham. * »ES gibt nur ein Ende deS Krieges, nämlich die vollkommene Niederlage der Deutschen." Der Präsident des Seemannsverbandes, Havelock Wilson, am 9. Februar 1918. O »Die Kontrolle der Rohstoffe kommt England zu, was sich sonst auch ereignen mag. Wenn England die Kontrolle der Rohbaumwolle an sich reißt, muß die deutsche Weberei zu Grunde gehen. DaS wird schlimm für die deutsche Arbeiterschaft. ES mag etwas Unchristliches darin liegen, aber ich kann es nicht ändern. Auch hinsichtlich der Metalle darf Deutschland nichts bekommen." Der englische Minister C arson am 31. Januqr 1918. » »Großbritannien und seine Verbündeten würden ihre Pflicht verletzen, wenn sie nicht nach dem Kriege im vollsten Maße die Tatsache ausnutzten, daß sie die größere Mengen der Weltrohstoffe in Händen haben." Der englische Arbeitsminister S. H. Roberts am 17. März 1918 in einer Rede in Walfall. * - . ' , »Da die Deutschen ein Volk von Verbrechern sind, wie die Statistik hinreichend beweist, dürfen wir nichts Ehrenhaftes mehr an ihnen erwarten. Das einzige, was wir tun können, ist, die Deutschen zu töten." Aus dem amtlichen Gutachten eines Londoner Gerichtarztes ^am 23. Mai 1918, mitgeteilt in »Daily Chronicle' vom 24. Mai 1918. * . f »Weder jetzt noch später soll ein Vertrag mit einem Deutschest, einem Oesterreicher oder mit einem Angehörigen einer anderen Nation, die mit Großbritannien jetzt im Kriege lebt, abgeschlossen werden; gleicherweise soll kein Vertrag abgeschlossen werden mit irgendeiner Firma oder Gesellschaft, von deren Kapital auch nur ein Teil einem Angehörigen dieser Nation gehört oder von ihnen kontrolliert wird." Beschluß der »City of London Corporation' lt. »British Trade Journal" vom 1. Januar 1918. Aas englische Joch. (Ein schwedisches Urteil.) Nach den Mündlichen Aeußerungen zu urteilen, herrscht in führenden Verbandskreisen kein Zweifel darüber, daß Deutschland vollständig vernichtet werden muß. Nach dem deutschen Rückzuge war es ja klar, daß Lloyd George wieder eine gottselige Rede halten und den für Freiheit und Recht einstehenden Teil der Welt auffordern werde, sich an dem Gottesgericht zu beteiligen, das über das durch seine unbequemen Konkurrenzmethoden verdorbene und von Gott verdammte deutsche Volk ergehen soll. Die deutsche Plutokratie hat Geld verdient, das eigentlich nach der Berechnung ihrer Konkurrenten in deren eigene Taschen hätte fließen sollen. Was ist natürlicher, als daß die englischen, amerikanischen usw. Unternehmer über den deutschen Kollegen wütend und geneigt sind, sehr rasch bei ihm die schrecklichsten und gemeinsten Sündrn und Laster zu entdecken? Siegt der Verband, so kann dem deutschen »Militarismus" ungefähr dasselbe Schicksal blühen, wie einst dem Hektar, weil er sich erkühnte, seine Stadt und seine Heimat zu verteidigen. Das deutsche Volk hat das Recht aus ein Leben in Freiheit verwirkt, weil eS sich dieselben Rechte und Freiheiten wie die Verbandsländer genommen und diesen dadurch auf die Füße getreten hat. Es hat indessen noch einen Ausweg: sich auf die Knie zu werfen, um Erbarmen zu bitten und sich der Sklaverei auszuliefern. Dann werden vielleicht die jetzt so zornigen Sieger besänftigt werden und in ihrem Edelmut die Deutschen als Heloten und Knechte leben lassen. Wer Lust hat, kann über dieses Programm in Wilsons und Lloyd Georges Reden Nachlesen. Weder Motiv noch Programm sind in irgend einer Weise mißzuverstehen! Daß aber derartiges gepredigt werden kann als höchstes Ziel der Gerechtigkeit und Zivilisation, sogar auch von schwedischen Männern und Frauen, die nicht durch eine unmittelbare Kriegspsychose entschuldigt werden können, das ist demütigend für einen Schweden, der gewohnt war, hoch von seinem Volke zu denken. Jandcsausschiiß für Kriegsbefchadigten- Mrforge im Dkg.-Be;irk Wiesbaden Geschäftsstelle: Frankfurt a. M., Bleichstr.l^pt. Sprechstunde 8—3 Uhr. Fernruf Amt Hansa 7396, 7397 und 7398. Bewerber für unten ausgeschriebene Stellen wenden sich an die Geschäftsstelle des Landesausschusfes für Kriegsbeschä. digten-Fürsorge. Ebendaselbst wird auch unentgeltlich Aus- - kunft in allen Rentenfragen erteilt. Ss wird gebeten, bei etwaigen Rückfragen die Tagebuchnummer mit anzugeben. Gesucht werden für 17J9. städtische Scbulinspektion ein verheirateter Schuldrener. Ausführliche Bewerbung notwendig. Versor- gungsberechtigte bevorzugt. 18j9. Beleucbtunasartikelgescbäft ein Lagerarbeiter. 19|9. Chemische merke ein Fakturist. 2019. Desgleichen ein Adreffenfchreiber. 2119. Elektrizitätswerk^ Stadt am Rhein, zwei Schal, tettoättet, toeldje in Schichtwechsel miteinander die telepho- nrsche Rachrrltenverbindung mit Behörden und Privatkund- schaft übernehmen, kurze Berichterstattung abfaffen können und das Elektrizitätswerk überwachen. - . Ottgleichen ein Maschinist zur Bedienung der ^rehslromturblnen und dazugehörigen Hilfsmaschinen. Aus. fllhrung von erforderlich werdenden Instandsetzungsarbeiten an den gesamten Dampfkesseln. Maschinen und Röhrleitungs- anlagen usw. Gelernter Schlosser oder Maschinenbauer, welcher gute Erfahrungen im Betrieb von Dampfkesfelan- lagen besitzt. ,...23>9. Kreiskaste einer benachbarten Stadt Jrank- Ilirts ein fachkundiger Kassengehilfe, welcher mit Erfolg auf einer Kreiskasfe bereits beschäftigt war. Besonders zuver- Offerten ^bldangelegenheiten. Ausführliche schriftliche 24.9. Maschinenfabrik ln üorort Trankfurts ein Vort ter^ welcher kleinere schriftliche Arbeiten erledigen muß. i J 5 ! 9 '. 6eneralagentur einer Versicherungsgesellschaft ein Kassenbote, Kaution von zirka 500 Mk. erforderlich. 2619. Privathaus ein Gartenarbeiter. 2719. Theaterverwaltung ein Portier. ^iw 2 r« ,9 ‘ Q an 4er r Sie « ein selbständiger Land- Wirt für 8-10 Morgen großen Garten und geld. Ausläufer ^"Ehlassige B umenhandlung ein zuverlässiger 30.9. Gemeinnütziges Institut ein Schreiner und Tapezierer. 3W. BürgermeUterel in Trankfur. benachbartem Städtchen am Main ein Büroaffistent (Militäranwärter), mehriährige Tätigkeit in der Gemeindeverwaltung und selbständiges Arbeiten verlangt. Gehalt 1600 Mk. jährlich so. wie Kriegsteuerungszulage. ro flktlen-Zuckerfabrik ein erfahrenec Elektriker als Wärter für die Beaufsichtigung und Wartung der Licht- 250 Glühlampen, vier Dynamo u,d sechs elektrische Motore. .. b3!9. rp"Ita»,enverwa»ung ein zuverl-ssiger. lau- tionsfähiger Einkasfierer. 34|9. Räfnerei ein Häfnergehilse. 35(9. Rotel in Bad naubeim ein Hausdiener. 3019. Buch- und -intlquitätenhandiung ein Bote, aushilfsweise. 3719 Kosmetische Grosshandlung ein Packer. 3819. Möbelfabrik in Frankfurt a. M. ein Packer. 3919. Botel in Luftkurort Oderhessens eine Aufsicht für das Hau« gegen Kost und Logis. * ikklkellerei, Mainz, eine Anzahl gewandte, zuverlässige, charaktcrstarke Aufseher für das Arbeitspersonal. 4119. Verbandstoff- usw. Werke ein Bürodiener. 42|9 Portereuillefabrik eine Anzahl Schreiner. Packer und Ausläufer. 43>9. Grosshandlung isolierter Leitungsdrähte ein Kaufmann für Lager und Expedition. 4419. Desgleichen ein kräftiger Packer. «r """ El, ' nwfrlu *" «" Eabn eine Anzahl Hilfsarbeiter. 4619 . Elektrizitätswerk in benachbartem Städtchen Frankfurts im (Taunus ein Mann zur Bedienung der Eaua- gasanlage. “ 47|9. Jensterreinlflungslnstlfut einige Fensterreiniger. . ^ ^19^ Bewachungzinstitut eine Anzabl Wächter für leichtere Wachen. ' 4919. Gepäckabfertigung zwei Bürobeamte. Bevorzugt werden gewandte Maschinenschreiber. 5019. Chemische Fabrik ein Arbeiter zum Absüllen usw. Aerwundeten-Hlnterricht I. Unterricht in der Heweröeschute (Kirchflraße i B a uzeich ne n , J Fachzeich nen, l Dienstag, Mittwoch, Donnerstag u. Samstag Freihandzeichnen, z von %9—12 Uhr. ^butsch, Mittwoch und Donnerstag von 2—4 Uhr Buchführung, ) cm i . rvYt. Wechsellehre. ) Montag und M: Rechnen, Montag von 2—6 Uhr. Projektionszeichnen, Mittwoch von 2—6 Uhr. X 2'»5'uL.’" P "- 9 "'- #.««•» P..JÄSV-Ä“” 1 «»•»»... Uh,. 4 von 2-5 Uhr. praktische Aröeiten in den Leyrwerkstätten. fntfiVr" ‘' S .^ri fferei ' Schuhmacherei Schmiede, täglich 8 Korbflechten, täglich von 9-12 und 2-6 Uhr. ' 9-u, ° Maschinenschreiben, täglich von 8—12 und 2—6 Uhr. -12 und 2—6 Uhr II. Unterricht i» Lazaretten und in, Soldaieuljeim. ÄT 1 8 - a ““ ™ «*■<** Vers,cherungs- un d Für so rg e we s en. Dienstag und Freitag 254-354 Uhr B-ratuna der "?er alle Fragen der Kranken-, Invaliden- und Hinterbliebenenver- stcherung. Kriegsversorgung usw. Im Soldatenheim. Bürobeamter Kirchner verwundete und erkrankte Kriegsteilnehmer verlieren oft ihre Ansprüche, besonders aus der Kranken- und Jnvaliden-Versicherung, weil sie über die in Frage kommenden Bestimmungen nicht genügend informiert sind. Es kann deshalb allen Kriegsteilnehmern oder sonstigen Heeresangehörigen, die auf dem Gebiete der Kranken- und Invalidenversicherung. Familienunterstützung, Kriegswochenhilfe usw. über irgendeine Frage im Unklaren sind, nur empfohlen werden, sich von der seit zwei Jahren bestehenden Verwundeten, Beratungsstelle ,Sprechstunden Dienstag und Freitag von 254—354 Uhr im Soldatenheim) beraten zu lassen, woselbst auch alle erforderlichen Schriftstücke unentgeltlich ange- sertigt werden. Soweit die Ratsuchenden nicht ausgehen können, wollen sich dieselben schriftlich an den Leiter der Beratungsstelle. Bureaubeamten H. Kirchner, Gießen, Schiffenbergerweg 16, wenden, der auf Wunsch bereit ist. die Ratsuchenden in den Lazaretten zu besuchen. Ausmessung von Aröeiten Lriegs- öeschädigter, Heiveröeyaus, Kirchssr. 16 geöffnet: Werktags von 8—12 und 3-6 Uhr. Zutritt unentgeltlich. Kinder sind nicht zugelasfen. Kreis- und Ortsausschuß Gießen für die Kriegsbeschädigten-Kürsorge. Der Vorsitzende: Keller, Oberbürgermeister. Kreis- und Ortsausschuß, Gießen, für die Kriegsöeschädigteu-Aürsorge. Gefchäs tsstelle: Gewerbehaus, Kirchstr. 16 (Fernsprecher 535). Geöffnet täglich, außer Sonntag und Samstag nachmittag, von 8 —12 und 2 — 5 Uhr. Werkstätte. Gewerbehaus, Erdgeschoß. Geöffnet Montag bis Freitag von 8 — 12 und 2—6 Uhr. Unterrichtsräume: Gewerbehaus, 1 . und 2. Obergeschoß. Geöffnet täglich, außer Samstag und Sonntag von 8—12 Uhr. Berufsberatung: GewerbehauS, Erdgeschoß. Sprechstunde Mittwoch von 5—6 Uhr. Stellenvermittelung: Gewerbehaus, Erd- geschoß. Täglich von 8—12 und 2—6 Uhr. Aas Oießener Soldatenheim. Im früheren Kaffeehaus Ebel, Burggraben 9, Eingang von der Marktstraße aus, nahe am Markt. Zeitungen, Zeitschriften, KrtegSkarten, Bücher und Gesellschaftsspiele stehen zur Verfügung, ebenso ein gutes Klavier sowie Schreibtische mit Briefpapier. Einfache Erfrischungen werden zum Selbstkostenpreise gereicht. Für den Aufenthalt im Freien bietet der hübsche Hausgarten Gelegenheit. Auch eine Kegelbahn ist für die Besucher neu hergerichtet. Bis auf weiteres sollen an jedem Donnerstag nachmitttags von 3—5 Uhr Konzerte der Kapelle des Ersatz-Bataillons des Infanterie-Regiments 116 stattsinden. Die Räume sind täglich von 10 Uhr vormittags bis 9 Uhr abends geöffnet. Steriograpyiekursrrs. Am Dienstag, den 1 . Oktober, abends 8 Uhr, beginnt ein neuer Kursus in Gabelsberger Stenographie. Der Unterricht findet Dienstags und Freitag«, abends 8 Uhr, im Schulgebäude. Neustadt 61, statt. Vorherige Anmeldung unnötig. Kießener Seyenswürdigkelten. 1. Sammlungen des Hverhestischen Heschichts- Vereins und der Wilhelm Haitschen Stiftung. Im alten Schloß, Brandplatz. Sonntag von 11—1 Uhr. 2. Völkermuseum, neben der alten Kaserne. Zugänglich Sonntag von 11—1 Uhr. 3. Hießener Kunstsammlung, im neuen Schloß über dem Völkermuseum, Sonntag 11—1 Uhr. 4. Aotanischer Harten der Universität am Brandplatz. An Werktagen freier Eintritt von 8 — 12 und 2—5 Uhr, Sonntags von 9—12 Uhr.- 5. Lesehalle des Kießener Leseyallen-Mereius im Forhaus, Settersweg 93. Täglich geöffnet von 10 Uhr vormittags bis 10 Uhr abends. Schriftleitung der Gießener Beilage: Geh. Hofrat vr. H. Haup t. Gießen. Keplerstraße 1. und Professor L)r. Karl Helm. Gießen, Stefanstraße 7. Die Kaiserrede in vom 11. September 1918. ,ezvgcn Meine lieben Frennbe von den KniWslhen Werden! chon lange hat es mich in diesem Kriege zu Ihnen hin- V, aber wie Sie wissen, haben mich vielfach militärische /md"politische Pflichten ans die verschiedensten Schlachtfelder, in die verschiedensten Gegendeil des vom Weltkrieg durchlebten Europas gerufen. Deshalb habe ich meinen Plan, zu )huen zu kommen, immer wieder ausschieben müssen. -Mm* iitchr ist es mir zu meiner Freude endlich gelungen, hierher zu ommen in die Werke, die ich seit meiner frühesten .Kindheit ,l ihrer Entwicklung beobachten konnte und deren Besuch mich mmer wieder erfüllt hat mit der höchsten Bew und erring >e utsch ^Wissens chast,Erfind ungsgabeun d ± at - Mn ft Cs gilt heute, dem Kruppschen Direktorium, oen Werkseitern und den Arbeitern und Arbeiterinnen meinen kaiserlichen Dank auszusprechcn für die geradezu überwältigende Art und Weise, in der die Kruppschen Werke dem deutschen Heere und seinem Obersten Kriegsherrn 511t Beifügung gepanden haben und weit über menschliches Ermessen und Hoffen hinaus das Material geliefert haben, daß die Armee im Laufe der steigenden Anforderungen in diesem gewaltigsten aller Kriege van ^huen hat verlangen müssen. Gewaltiges i |t geleistet lv o r - dett, vom" Direktorium herab bis zum letz en Arbeiter und bis zur letzten Arbeiterin, und das unter steigenden Schwierigkeiten, Schwierigkeiten der Ernährung und Schwierigkeiten in der Bekleidung. Verluste, Trauer und Sorgen aller Art, von denen kein Haus verschont geblieben \}t, weder das Fürstenhaus noch das schlichte Arbeiterhaus, und nun noch dazu die steigenden Anforderungen an die deutsche Frau, die nicht allein die'Sorge für die Kinder und Haus ohne Mann tragen mußte, sondern obendrein noch ihre Kräfte in der Fabrik unter verschärfter Mühewaltung einsctzen mußte, um Waffen- und Vcrteidigungsmittel den Männern draußen nicht fehlen zu lassen. Eine ganz ungeahnte Mobilmachung ist es gewesen, diese zweite industrielle Mobilmachung, ohne Unterschied des Alters und Geschlechts, eine Anforderung, wie sie noch nie au das deutsche Volk gestellt worden ist, und trotzdem ist ihr willig und freudig entsprochen worden. Da möchte ich vor allen Dingen m einen lv a r m e n D a u f a l s Landesvater aussprechen den Frauen svlvohl als auch den Mädchen und den Männern, die so opferwillig ihre Pflicht getan haben, trotz der erdrückenden Sorgen vor Not und Elend, die uns alle getroffen haben. Es soll keiner in unserm Bolle glauben, das; ich darüber nicht Bescheid weiß. Ich habe auf meinen Fahrten durch das Land mit mancher Witwe lind mit manchem Bauer und int ferner Osten und Westen mit manchem Landlvehr- nnd^Land- sturmmaun gesprochen, der das Herz schwer hatte vor Sorgen, die aber überstrahlt wurden von dem Gedanken: erst die Pflicht, das andre kommt später. Ich habe Eure Sorge im tiefsten Herzen empfunden. Was an landesväterlicher Anregung hat geschehell können, um die Laß nach Möglichkeit zu mildern und die Sorgen unseres Volkes zu verteilen, das ist geschehen. Es hätte manches aliders gemacht werden können, und daß darüber hier und da M i ß st i m ni n n g herrscht, ist keili Wunder — aber wem verdanken wir dies letzten Endes? Wer hat davon schon seit Anfang des Krieges gesprochen, dal; die deutsch' Frau und das deutsche Kind ausgehungert werden sollten? Wer ist es gewesen, der den furchtbaren Haß in diesen Krieg hineingebracht hat? Das waren die Feinde! Wir wollen uns darüber klar sein, wie die Dinge stehen. Ein jeder von Euch bis in die fernste Ecke unseres Vaterlandes weiß, das; ich keinen Schritt unversucht gelassen habe, unserm und unserer gesamten gesitteten europäischen Welt diesen Krieg möglichst ab zu kürzen. Im Dcz mber des Jahres killt habe ich ein offenes, klares, ullzlveideutiges Friedensangebot im Namen des Deutschen Reiches und seiner Verbündeten den Gegnern übergeben. Hohn, Spott und Verachtung sind die Antwort gelvesen. Der da oben kennt mein Gefühl der Verantwortung. Wiederholt in den vergang-nen Monaten haben verantwortliche Leiter aus der Negierung des Reiches in unzweideutiger Weise jedem, der es verstehen wollte, zu verstehen gegeben, das; wir jederzeit bereit siild, die Hand zum Frieden darzubieten. Die Antwort war der ausgesprochene V e r n i ch t u n g s w i l l e, die Aufteilung nnb Zerschmetterung Deutschlands. Es gehören eben zum Friedenmachen zwei. Wenn nicht beide wollen, kann es der eine nicht, voraus' gesetzt, das; er den andern nicht niederwirst. der Rückwärtsbewegung, sei es im Stellungskamp,e. Es kommt nur daraus an, daß' der Gegner möglichst viel verliert. Das ist der Erfolg, und das geschieht n o ch w e i l e r. Unsere todesmutige Marille hat es Euch bewiesen. Gegen starke Ueberlegenheit hat sie den Feind am Skagerrak geschlagen. Unsere II-Boote nagen wie der verzehrende Wurm am Lebensmark der Gegner, mehr, als unsere Feinde zugebeu wollen, meint es auch manchem unter Euch zu lauge dauert. Diesen imkcrglcichlichen Heldentaten unseres Heeres und unserer F otte muß ein Rückhalt geschaffen werden, nicht bloß in der Arbeit, sondern auch in Sinn u n d G e d a u k e n u n s e r s Volkes. Es handelt sich nicht nur darum, unserm tapfer» Heere und unsrer braven Marine Material und Ersatz nachzuschiebrn, sondern es handelt sich darum, das; ein jeder Deutsche und eine jede Deutsche weiß, daß wir um unsre Existenz kämpfen und ringen, daß wir das äußerste aufbieten müssen, um uns siegreich zu wehren. Ich kann mir wohl vorstellen, das; mancher unter Euch Ln dieser langen Kriegszeit sich wiederholt die Frage vorgelegt har: wie hat das ko m m e n k ö nneu, und warum mußte uns das passieren, da wir doch 40 Jahre Frieden hatten? Ich glaube, es ist eine Frage, die einer Antwort wohl wert ist, es ist eine Frage, die auch für die Zukunft beantwortet werden muß, sür unsre Kinder und Enkel. Ich habe auch lange darüber nachgedacht und bin dann zu folgender Antwort gekommen: Wir wissen alle aus unsrer Jugeuch aus unserm heutigen Leben, aus unsrer Beobachtung: Aus der Welt sicht das Gute mit dem Bösen, das äst einmal von oben so eingerichtet, das Ja und das Nein, das Nein des Zweiflers gegen das Ja des Erfinders, will ich mal sagen zu Euch, das Nein des Pessimisten gegen das Ja des Optimisten, das Nein des Ungläubigen gegen das Ja des Glaubenhelden, das Ja des Himmels gegen das Ja der Hölle. Nun, ich glaube, Ihr werdet mir darin recht geben, wenn man diesen Krieg bezeichnet als hervorgegangen aus einer großen Verneinung und fragt Ihr, lvelche Verneinung es ist: es ist die V e r n e i n u n g der E x i st e n z b e r e ch t i g u n g des deutschen Volkes, es ist die Verneinung al'er unsrer Kul- tur, es ist bir Verneinung unsrer Leistungen und uniers Win kens. Das deutsche Volk war fleißig, in sich gekehrt, strebsam, erfinderisch auf allen Gebieten, es arbeitete geistig und körperlich. Cs gab aber solche, die nicht zu arbeiten wünschten, sondern ans ihren Lorbeeren ausruhen tvollten, das waren unsre Feinde. Wir kamen ihnen an die Nähte, und zlvar durch friedliche Arbeit und friedliche Entuicklung, Industrie und Wisen'chast, ^ NN st und Votkserziehung. soziale Gesetzgebung usw. D durch kam unsec Volk in die Höhe. Und da kam der Neid; der Neid verantaßte unsre Gegner zum Kampf und es kam der Krieg über nlls, die wir ahnungslos waren. Und jetzt, da die Gegner jehen, daß alle ihre.Hoffnungen, die sie in den frühern Jahren gehabt haben, trügerisch geivesen sind, da unsre getvaltigen Heersübrer, nach bcrn, Namen mit Recht Cure neuen Werkstätten genannt tverden, Schlag aus Schlag ihnen versetzt haben, nun erhebt sich auch noch der Haß dazu. Nun, meine Freunde, wer haßt? Der Deutsche, der Germane, kennt keinen Haß. Wir kennen nur einen ehrlichen Zorn, der dem Gegner einen Schlag versetzt. Wenn er aber daniederliegt und blutet, reichen wir ihm die Hand und sorgen für seine Heilung; der Haß zeigt sich nur bei den Völkern, die sich unterlegen fühlen. Wenn also meine Landsleute betrübt sind oder sich darüber wundern. daß ein so furchtbarer Haß bei unfern Feinden vorhanden ist, so liegt das daran, das ihre Berechnungen verfehlt gewesen' sind. Cin jeder, der den Charakter der Angelsachsen kennt, lveiß, lvas es.' heißt, mit ihnen zu sechten, der iveiß, wie zähe sie sind. Im vergangenen Jahre in Flandern, wo unser Heer monate'aug einer fünffachen Uebermacht Stand bot, habe ich gesagt: Kinder, leio Euch eins klar, das i]t kein Krieg wie früher, das ist ein Uamps um unsere Existenz, die mau uns stieilig 'machen toill. Bei einem solchen Kamps geht es Zoll um Zoll'. Wir wissen nicht, lvann das Ringen beendigt sein wird, ibe^das eine lvissen wir. daß in i r den K ampf bestehen müssen. Um nun. meine Freunde, laßt Euch noch aus ot'vas Hinweisen: Ihr habt gelesen, was kürzlich in Moskau pe.isiert ist: die gewaltigen Verschwörungen gegen die jetzige Regieinng. ^.as pailamentarisch regierte und demokratische Volk der En g- l a nd er hat die ultrademotratische Regierung, die sich das russische Volk jetzt zu sormulieren begonnen hat, zu stürzen versucht, weil diese Regierung in Wahrnehmung der Juni- essen ihres Vaterlandes dem Volke den Frieden, nach dem es schreit, erhalten, der Angelsachse aber noch keinen Frieden haben rvill. So sieht es also aus. Es ist ein Beweis des Gefühls der Unterlegenheit, daß er zu solchen verbrecherischen Mitteln preist. Jetzt konimt es aus die letzten Anstrengungen mr C s Ül e h t u ni s Ganze. Und meil unsre Feinde es ivisieu, weil sie vor den, deutschen Heere den größten Respekt haben, ioeil sie emsehen, daß sie unser Heer und unsre Marine nicht niederzwingen können, deshalb versuchen sie es mit der Zersetzung iNi ^Innern, uns mürbe zu machen durch falsche Gerüchte und Flaumacherei. Das kommt nicht ans den Kreisen des deutschen Volkes, das sind künstliche Machwerke. Abei ein jeder, der ans solches Gerücht hört, ein jeder, der unverbürgte Nachrichten in Eisenbahn, Werkstatt oder anderswo lveitergibt, versündigt sich am Vaterland, der ist ein Verräter und herber Strafe verfallen, ganz gleich, ob ei »Graf sei oder Arbeiter. Ich weiß sehr wohl, daß ein jeder von E.'uch mir darin recht gibt. Glaubt mir wohl, es ist für mich nicht leicht, jeden Dag die Sora e der Verantwortung für ein Volk von 70 Millionen zu tragen, und dazu mehr a'.s vier Jahre alle die Schtvierigkeiten und die ,\nitefjmeube N v t des Volkes zu sehen. Ihr habt durch die freundlichen Worte des Herrn Krupp soeben gehört, daß ich von dem Krankenlager der Kaiserin, meiner vielgeliebten Gattin uud Eurer Landesmutter, komme. I'ch bin jahrelang an der Front gclvefen, immer so nahe wie «möglich, um meinen Truppen nahe zu sein, da traf mich die Nachricht von der Erkrankung der Kaiserin. Ein jeder Gatte l unter Ihnen weiß, was das heißt, wenn man so schwere Verant- wortuwg tragt und dann solche Nachricht bekommt. Mit trotte? NJilte ist die Kaiserin wieder ans dem Wege der Besse- rnng. Es waren dies drei schwere Wochen. Ich bin üeanttrnst 1,1 ^nnnerung an die schönen Stunden, die Ihre Majestät rm QU ui| ich, niajt anders als s . . lunme des Gewissens zu hören und Eure Pflicbt trotz drr schweren Zeit zu tun, bis der Friede da ist. Wir haben ein Wort, daß uns die heilige Schrift zürnst, das heißt: „->'llle Eure Sorge werfet aus ihn, er sorget für uns." Dun, das »eiufgaoen. Wie können ,vir Gott gefallen und sein Herr er- iveithen ü Dadurch, daß >vir unsre Pflicht tun Wann befielst unne P.licht? Unser Vaterland sreizuniach-n. Jnfolgedeise.» gaben wir auch die Verpflichtung, mit a lau un/rn Kräften a us- 3 ii 0 alten im Kampfe gegen seine Feinde. Jeder von uns bekomn.t von oben seine Aufgabe zugeteilt, du an reinem L anilI,er r. bu an deiner Drehbank und ich auf meinem Thron. , lT "u-'sen aber alle ans Gottes Hilfe bauen, und der Zmeisel oas Mt ber größte Undank gegen den Herrn. Und nun flaue bflj Ena) ganz einfach und ehrlich: Habeii mir denn eia mtl ich v n n fc z u m Zweifel? Seht doch die vier Jahre Krieg an, n>as wir für gewaltige Leistungen hinter uns haben. L nie .Kilbe -Holt staub gegen un-3 und unsre treuen Verbündeten, nnc jetz^ hüben wir Frieden inil Rußland, Frieden mit Rnniä Serbien nno Mvntenegro sind erledigt. Nur in: Westen lampten nur „ach. und da sollte im? der liebe Gott i,n letzten Rngenbliel noch verlasse»? Wir sollten »ns schämen über unser» Klenunnt. Der konimt aber dann, wenn man Gerüchten Glaub.n schenkt Aus den Tatsachen, die Ihr selber erlebt .luvt, da schmiedet Euch den sesteu Glauben an die Zulnnü Eure-' Vaterlandes! ' Wir haben oftmals daheim .and im Felde, in der Kirche und unter freiem Himmel „Eine feste Burg ist unser Gott" ib'sungen, daß es hinansgeschallt hat in des Himmels Blau un> in Gewitterwolken hinein. Ein Volk, aus dein ein solches Lied entstanden ist. das muß nnbezlvingbar sein. Meine Bitte und menie Ansiorderung an Euch und durch Euch an die gestirnte ?lrbeiierjchast, die sich so ausgezeichnet und tüchtig oeioährk hat, mit durch Euch an das gesamte deutsche Volk geht dahin: Für mich und mein Verhältnis zu ineiuem Volk sind maßgebend meine Wortc vom 4. August 1914: „Ich kenne keine Par- teieu. ich kenne nur Deutsche". Unsre Parteien haben es nicht verstanden und sind im Kriege nicht aus der Höhe. Es ist jetzt keine Zeit für Parteiungen Wir ulMfen uns jetzt alle z n s a m m e n s ch l i e ß e n zu einem '^loel, unfc hier ist wohl am ersten das Wort aul Platze: „Wer- o^e t ft a r k iv i e St a h l", uud dxr deutsche Volksblock, zu r-tuhl zusammengeschweißt, der soll dem Feinde seine Kraft zeigen. Wer also unter Euch entschlossen ist, dieser meiner Aufforderung nachzulommen, iver das Herz aus dem rechten Flek hat, iver die Lrene hatten ivill, der stehe jetzt aus und verspreche mir an Stelle der gesamten deutschen Arbeiter- ichaft: W i r iv o l l e n k ä m pjen uud d u r ch h a l t c u b i s Zi ii m letzten. Dazu helje uns Gott. Und iver das rvill, der antworte mit Ja! (Die Versammelten aiitiv orten m i t lautem 3 a.) Ich danke Euch. Mit diesem Ja gehr ich jetzt zum Feldmarschall. Es gilt nun für jeden von uns, die getobte Pflicht auch zu erfüllen uud au Geistes- uud Körperlrast ^as äußerste einzujetzen für das Vaterland. Jeder Zweiiet mi'ß aus Herz und Sinn gebaunt werden. Jetzt heißt es: Deutsche, die Schwerter hoch, die Herzen stark und die Muskeln ge strafst zum Kampfe gegen alles, was Aegen uns steht, uud tveun es noch so lauge dauert Dazu helse uns Gott. Attien. Und nun lebet wohl, Leute! Truck von Voigt & Kleiber, Frankfurt a. M., Mebergasse 6. Wehre dich * deutsches Heer und deutsche Heimat! Wir stehen in schwerem Kampf mit unseren Feinden. Wenn zahlemnästige Aeberleaenhelt allein den Sieg verbürgte, läge Deutschland längst zerschmettert am Boden. Der Feind weist aber, dast Deutschland und seine Verbündeten mit den Waffen allein nicht ,u besiegen sind. Der Feind weist, dast der Geist, der unserer Truppe und unserem Volke innewohnt, uns unbestegbar macht. Deshalb hat er neben dem Kampf gegen die deutschen Waffen den Kamps gegen den deutschen Geist ausgenommen, er will unseren Gelst vergiften und glaubt, dast auch die deutschen Waffen stumpf werden, wenn der deutsche Geist zerfressen ist. Wir dürfen diesen Plan des Feindes nicht leicht nehmen. Den Feldzug gegen unseren Geist führt der Feind m» verschiedenen Mitteln: er überschüttet unsere Front nicht nur mit einem Trommelfeuer der Artillerie, sondern auch lnil einem Trommelfeuer von bedrucktem Vapier. Seine Flieger werfen neben Bomben, die den Leib löten. Flugblätter ab. die den Geist töten sollen. Unsere Feldgrauen lieferten an der Westfront von diesen feindlichen Flugblättern im Mai 84.000. im Funi 120.000 und im Juli 300,000 ab. Eine gewaltige Steigerung! Fm Full 10,000 Giftpfeile täglich! 10,000 mal täglich der Versuch. dem einzelnen und der Gesamtheit den Glauben an die Gerechtigkeit unserer Gache und die Kraft und die Zuversicht ;u dem Endsieg zu nehmen. Dabei können wir damit rechnen, dast ein grober Teil der feindlichen Flugblätter von uns nicht aufgefunden wirb. — Der Feind begnügt stch aber nicht nur damit, den Geist unserer Front aniogreifen. er will vor allen Dingen auch den Geist der Heimat vergiften. Er weist, welche Guellen der Kraft für die Front in der Heimat ruhen. Seine Flugzeuge und Ballone tragen zwar Die angehängten Flugschriften nicht weit in unsere Heimat: fern von ihr liegen ja die Linien, in denen der Feind vergeben- um Waffensieg ringt. Aber der Feind hofft, dast mancher Feldgraue da- Blatt, da- so harmlos aus der Luft heruntergeflattert ist. nach Hause schickt. Zu Hause wandert es bann von Hand zu Hand, am Biertisch wirb es besprochen. ln den Familien, in den Nähstuben. in den Fabriken, auf der Glraste. Ahnungslos nehmen viele Tausende den Giftstoff in stch auf; Tausenden wirb die Last, die der Krieg ihnen ohnehin bringt, dadurch vergröbert und der Wille und die Hoffnung aus den siegreichen Ausgang des Krieges genommen. All diese schreiben dann wieder von ihren Zweifeln an die Front, und Wilson. Lloud George und Elemenceau reiben sich die Hände! Der Feind greift den Geist der Heimat auch sonst noch an. Die unsinnigsten Gerüchte, geeignet, unsere innere Widerstandskraft ;u brechen, werden in Amlauf gesetzt. * Wir stellen sie gleichzeitig in der Schweiz, in Holland und Dänemark fest. Don dort breiten sie sich wellenartig über ganz Deutschland aus. Oder aber sie tauchen gleichzeitig, in unsinnigen Einzelheiten übereinstimmend, in den entlegensten Gegenden unserer Heimat auf. in Schlesien. Gstpreusten und im Rheinland, und nehmen von da aus ihren Weg über das übrige Heimatgeblet. Auch dieses Gift wirkt auf «Urlauber und fliegt in Briefen ;ur Front. And wieder reiben sich die Feinde die Hände! Der Feind ist klug. Er weist für jeden bas Dülverchen zu mischen. Die Kämpfer an der Front lockt er. Ein Flugblatt lautet: „Deutsche Soldaten! es ist eine schändliche Lüge, dast die Franzosen die deutschen Gefangenen misthandeln. Wir sind keine Anmenschen. Kommt nur getrost zu uns herüber! Hier findet ihr rücksichtsvolle Aufnahme, gute Verpflegung und friedliche Anterkunft." Man frage hierzu die tapferen Männer, denen es unter unsäglichen Mühen gelang, der feindlichen Gefangenschaft zu entrinnen. Ausgeplündert bis auf bas letzte, im Drahtpferch ohne Gbdach durch Hunger und Durst für verräterische Aussagen gefügig gemacht ober durch Schläge und Bedrohung mit dem Tobe zum Verrat an den Kameraden gezwungen, auf dem Fransport zur schweren Arbeit von der französischen Bevölkerung besplen. mit Anrat beworfen: Go sieht ln Wahrheit bas Varabies aus. bas der Feind vorgaukelt. Auch nachgebruckte Griginalbriefe von Gefangenen werden abgeworfen. in denen diese schildern, wie gut es ihnen gehe. Gott- (ob wird es in England und Frankreich auch noch anständige und menschliche Kommandanten von Gefangenenlagern geben: ste stnd aber die Ausnahme. And die Briefe, die der Feind abwirf,, stnd nur 3~4 verschiedene. Diese aber sendet er in vielen Tausenden von Exemplaren vervielfältigt. Kleinmütige schüchtert der Feind ein: ..Euer Kampf Ist ausflchtslo«. Amerika wird Euch den Garau« machen. Eure Tl-Booie taugen nicht«. Wir bauen mehr Schiffe al« ste versenken. Euer Handel ist vernichtet. Wir sperren Euch noch dem Kriege die Rohstoffe ab: dann must Deutschland« Industrie verhungern. Eure Kolonien seht Ihr niemal« wieder." Go Ningt e« au« seinen Flug- blättern, bald Lockung, bald Drohung. Wie steht es in Wirklichkeit? Wir hoben km Osten ben Frieden erzwungen und stnd stark genug, es auch im Westen ;u tun. trotz der Amerikaner. Aber stark und einig müssen wir fein! Das ist es. wogegen der Feind mit seinen Zetteln und Gerüchten kämpft. Er will uns den Glauben und die Zuoerstcht. ben Willen und die Kraft nehmen. Worum sucht der Feind immer noch nach Bundesgenossen im Kampf gegen un«? Warum trachtet er. die noch neutralen Völker ,um Kampfe gegen un« ,u pressen? Well wir ihm an Kraft gewachsen stnd. Worum hetzt er schwane und andere Farbige gegen deutsche Soldaten? Wett er uns vernichten will! Wieder anderen sagt der Feind: ..Ihr Deutschen. Eure Regierungsform ist falsch! Kämpft gegen die Hohen,ollem, gegen den Kopiialismu«. helft uns. - der Entente Euch eine bessere Siaatsform ,u geben." Der Feind weist genau, welche Stärke unserem Staat und unserem Kaiserreich innewohnt. Aber gerade eben deshalb bekämpf! er ste. Der Feind versucht auch, alte Wunden im deutschen Doltskörper aufzureisten. Mit seinen Flugblättern und durch Gerüchte versucht er. Zwietracht und Misttrauen unter ben Bundesstaaten zu säen. Wir beschlagnahmten am Bodensee viele Tausende Flugblätter. Die nach Bayern geschafft werben und gegen Die Norddeutschen aufreoen sollten. Was der jahrhundertelange Traum der Deutschen war und wa« unsere Bä,er un« erstritten, bas deutsche Kaiser- reich wollen Sie zerstören und Deutschland zur Machtlosigkeit des 30jahrigeu Krieges verurteilen. Auch unsere Bundestreue zu unseren Verbündeten will der Feind erschüttern. Er kennt nicht deutsche Art und deutsches Manneswort. Er selbst opfert seine Derbünbelen. Wer Englands Verbündeter ist. stirbt daran. And schiiestlich versendet der Feind nicht den ungefährllchsten seiner In Druckerschwärze getauchten Giftpfeile, wenn er Aeosterungen deutscher Männer und beutscher Zeitungen abwirft. Die Aeusterungen deutscher Zeitungen stnd au« dem Zusammenhang gerissen. Bei Aeusterungen Deutscher, die wiedrrgegeben werden, denkt daran, dast es Verräter am Vaterlande zu jeaer Zeit gegeben hat, bewustte und unbewustte. Meist sitzen sie im neutralen Ausland, um nicht unseren Kamps und unsere Entbehrungen teilen zu müssen ober als Sochverräler gerichtet )U werden. Auch die Derfechter extremer Barteirichlungen dürfen nicht den Anspruch erheben für die Allgemeinheit de« deutschen Dolke« >u sprechen. Es ist unsere Stärke, aber auch unsere Schwäche, dast wir auch im Kriege jede Meinung ungehindert zu Worte kommen lassen. Wir dulden bisher auch den Abdruck der feindlichen Serresberichte und der Reden der feindlichen Sioatsmänner. die mit Angriffswaffen gegen den Geist de« deutschen Heere« und Dolle« stnd. in unseren Zeitungen. Dies ist Stärke, weil es Kraftbewusttsein beweist. E« ist aber eine Schwäche, weil e« duldet, dast de« Feinde« Glft bei uns Eingang findet Damm, deutsches Heer und deutsche Heimat: Wenn dir einer dieser ausgeworfenen Giftbrocken in rZvrm eines Flugblattes oder eines Gerüchtes vor die Augen oder die Ohren kommt, so denke daran, hast er vom Feinde stammt. Denke daran, oaj- vom Feinde nichts kommt, was Deutschland swmmt. Das must sich jeder sagen, gleichgültig, welchem Stande oder welcher Vartei er angehört. Tklssst du ernen. der zwar dem Namen und der Abstammung nach deutsch ist. der aber seinem Wesen nach im Feinbeslager steht, so halte ihn D,r salbte ihn. Stelle ihn öffentlich an ^en Dränger, damit auch jeder andere wahre Deutsche ihn verachtet. ölch, &gufjcf)££ fözzi und dguffcdE HmmÄ Grostes Hauptquartier. den 2. September 1Yl8. Grneralfelbmarschall. 3 - » t» Jranffurt «. OL