L ' NWi Gießen. Nr. 17. 15. Suli 1918. Chronik. Auch in den ersten beiden Iuliwochen hielt die Ruhe auf dem westlichen Kriegsschauplätze an. Abgesehen von stets siegreich abgeschlagenen feindlichen Teilvorstößen und reger Erkundungstütigkeit auf beiden Seiten sind keine Ereignisse von der Front zu melden. Anders im Osten! In ganz Rußland hat eine rege Wühl- und Propagandatätigkeit der Entente eingesetzt. Tschechisch- slowakische Truppen dringen von Osten her gegen die rote Garde vor. Es ist ihnen gelungen, einige Städte in Sibirien, wie Irkutsk, Tomsk und Omsk, zu besetzen. Auch Wla- diwostock ist unter tschrchischev Herrschaft. Dagegen ist der Sowjet siegreich in Moskau, wo die Hetzarbeit der Entente ein besonders trauriges Opfer forderte. Am 0. Juli wurde der deutsche Gesandte in Moskau, Graf von Mirbach, durch Revolverschuß getötet. Seine Mörder gehörten der sozial-revolutionären Partei an. die sich gegen die Sowjet konstituiert hat. Ter Mord des Grafen Mirbach sollte das Zeichen zu einem allgemeinen Aufstand geben, doch gelang es den Sowjettruppen, den Putsch vor'seinem Ausbruch zu ersticken. Ter tragische Vorfall hat nicht nur in Deutschland sondern bei den Russen der Sowjetpartei tiefstes Bedauern hervorgerufen. * Es liegen außerdem Meldungen vor, daß englische Truppen an der Murmanküfte marschieren. Der Sowjet trägd Sorge, daß diesem Vorgehen kein erneuter Krieg auf dem Boden des schwer geprüften Rußlands folgt. Aus dem Lager unserer Verbündeten ist zu berichten, daß die Oesterreicher dauernd in schweren Kämpfen mit den Italienern in der Piave- und Brentagegend einerseits und in Albanien andererseits stehen. Mit der Türkei beklagen wir das Hinscheiden des Sultans Mechmed V. Innerpolitisch befindet sich Deutschland durch die Abberufung des Staatssekretärs von Kühlmann z. Zt in einer Krise. Zu seinem Nachfolger ist der bisherige Gesandte in Kristiania, Admiral von Hintze, ersehen. Der Zahnarzt. Von Ioh. Peter Hebel. Zwei Tagediebe, die schon lange in der Welt miteinander herumzogen, weil sie zum Arbeiten zu trag oder zu. ungeschickt waren, kamen doch zuletzt in große Not, weil sie wenig Geld mehr übrig hatten und nicht geschwind wußten, wo nehmen. Da gerieten sie aus folgenden Einsall: Sie bettelten vor einigen Haustüren Vrot zusammen, das sie nicht zur Stillung des Hungers genießen» sondern zum Betrug mißbrauchen wollten. Sie kneteten nämlich und drehten aus demselben lauter kleine Kügelein oder Pillen, und bestreuten sie mit Wurmmehl aus altem zerfressenen Holz, damit sie völlig aussahen, wie die gelben Arzneipillen. Hieraus kauften sie für ein paar Batzen einige Bogen rotgefärbtes Papier bei dem Buchbinder (denn eine schöne Farbe muß gewöhnlich bei jedem Betrug mithelfen); das Papier zerschnitten sie alsdann und wickelten die Pillen darein, je sechs bis acht Stücke in ein Päcklein. Nun ging der eine voraus in einen Flecken, wo eben Jahrmarkt war, und in den roten Löwen, wo er viele Gaste anzutreffen hoffte. Er forderte ein Glas Wein, trank aber nicht, sondern saß ganz wehmütig in einem Winkel, hielt die Hand an den Backen und winselte halblaut für sich und kehrte sich unruhig bald so her, bald so hin. Die ehrlichen Leute und Bürger, die im Wirtshaus waren, bildeten sich wohl ein, daß der arme Mensch ganz entsetzlich Zahnweh haben müsse. Aber was war zu tun? Man bedauerte ihn, man tröstete ihn, daß es schon wieder vergehen werde, trank sein Gläschen fort und machte seine Marktaffären aus. Indessen kam der andere Tagedieb auch nach. Da stellten sich die beiden Schelme, als ob noch keiner den anderen in seinem Leben gesehen hätte. Keiner sah den andern an, bis der zweite durch das Winseln des ersteren, der im Winkel saß, aufmerksam zu werden schien. Guter Freund, sprach er, Ihr scheint wohl Zahnschmerzen zu haben? und ging mit großen und langsamen Schritten auf ihn zu. Ich bin der Doktor Schnau- zius Napunzius von Trafalgar, fuhr er fort. Denn solche fremde volltönige Namen müssen auch zum Betrug behilflich sein wie die Farben. Und wenn Ihr meine Zahnpillen gebrauchen wollt, fuhr er fort, so soll es mir eine schlechte Kunst sein. Euch mit einer, höchstens zweien, von Eurem Leidekt zn befreien. — Das wolle Gott, erwiderte der andere Halunke. Hierauf zog der saubere Doktor Rapun- zius eines von seinen roten Päcklein acks der Tasche und verordnete dem Patienten ein Kügelein daraus auf den bösen Zahn zu legen und herzhaft darauf zu beißen. Jetzt streckten die Gäste an den andern Tischen die Köpfe herüber und einer um den andern kam herbei, um die Wunderkur mit anzusehen. Nun könnt ihr euch vorstellen, was geschah. Auf diese erste Probe wollte zwar der Patient wenig rühmen, vielmehr tat er einen entsetzlichen Schrei. Das gefiel dem Doktor. Der Schmerz, sagte er, sei jetzt gebrochen, und gab ihm geschwind die zweite Pille zu gleichem Gebrauch. Da war nun plötzlich aller Schmerz verschwunden. Ter Patient sprang vor Freuden auf, wischte den Angstschweiß von der Stirne weg, obgleich keiner daran war. und tat, als ob er seinem Retter zum Danke etwas Namhaftes in die Hand drückte. — Der Streich war schlau angelegt und tat seine Wirkung. Denn jeder Anwesende wollte nun auch von diesen vortrefflichen Pillen haben. Der Doktor bot das Päcklein für 24 Kreuzer, und in wenig Minuten waren alle verkauft. Natürlich gingen jetzt die zwei Schelme wieder einer nach dem andern weiter, lachten, als sie wieder zusammenkamen, über die Einfalt dieser Leute, und ließen stch's wohl sein von ihrem Geld. Das wir teures Brot. So wenig für 24 Kreuzer bekam man noch in keiner Hungersnot. Aber der Geldverlust war nicht einmal das Schlimmste. Denn die Weichbrotküglein wurden natürlicherweise mit der Zeit steinhart. Wenn nun so ein armer Betrogener nach Jahr und Tag Zahnweh bekam und in gutem Vertrauen mit dem kranken Zahn einmal und zweimal darauf biß, da denke man an den entsetzlichen Schmerz, den er, statt geheilt zu werden, sich selbst für 24 Kreuzer aus der eigenen Tasche machte. Daraus ist also zu lernen, wie leicht man kann betrogen werden, wenn man den Vorspiegelungen jedes herumlaufenden Landstreichers traut, den man zum ersten Mal in seinem Leben sieht, und vorher nie und nachher nimmer; und mancher, der dieses liest, wird vielleicht denken: So einfältig bin ich zu meinem eigenen Schaden auch schon gewesen. — Merke: Wer so etwas kann, weiß an andern Orten Geld zu verdienen, läuft nicht auf den Dörfern und Jahrmärkten herum mit Löchern im Strumpf oder mit einer weißen Schnalle am rechten Schuh und am linken mit einer gelben. Aus dem Akümtein des heiligen Kranz. Wie Ludwig der Heilige, König von Frankreich, in eigner Person als Pilger nach Perugia kam, um den heiligen Bruder Egidius zu besuchen. t Ludwig der Heilige, König von Frankreich, begab sich aus eine Pilgerfahrt, um die heiligen Stätten der Wejt zu besuchen. Und da der gewaltige Ruf von der Heiligkeit des Bruder Egidius, der einer der ersten Jünger des heiligen Franziskus gewesen war, auch zu ihm drang, setzte er es sich in den / STopf und beschloß, ihn auf jeden Fall in eigner Person zu besuchen. Zu diesem Zweck kam er nach Perugia, wo damals der genannte Bruder Egidius sich aufhielt. Wie ein armer Pilger, unerkannt und mit nur wenigen Begleitern, begab er sich an die Pforte des Klosters und fragte sehr dringend nach dem Bruder Egidius, wobei er dem Torhüter nichts davon verriet wer er sei. Dieser ging also und sagte dem Bruder Egidius, daß da ein Pilger vor dem Tor stünde, der nach ihm verlange. Von Gott aber wurde diesem eingegeben und enthüllt, daß es der König von Frankreich war, weshalb er eilig und.in großer Aufregung seine Zelle verließ und zur Pforte lief. Und ohne irgend etwas voneinander zu wissen oder sich zuvor jemals ge- sehn zu haben, knieten beide in gegenseitiger Ehrfurcht nieder, umarmten sich und küßten sich mit solcher Herzlichkeit, als ob sie schon lange die besten Freunde gewesen wären; aber während alldem sprach weder der eine noch der andere ein Wort; sondern sie lagen sich so mit allen Zeichen zärtlicher Liebe schweigend in den Armen. Nach geraumer Zeit, während derer sie in der Weise verblieben waren, ohne ein Wort zu wechseln, schieden sie voneinander; der heilige Ludwig setzte seine Fahrt fort, und Bruder Egidius kehrte in seine Zelle zurück. Als der König fortging, fragte ein Bruder einen seiner Begleiter, wer das gewesen sei, der sich so lange mit dem Bruder Egidius umschlungen gehalten habe; und er antwortete, es sei Ludwig, König von Frankreich gewesen, der gekommen, den Bruder Egidius zu sehen. Als er das den anderen Brüdern erzählte, ging es ihnen sehr nah, daß Bruder Egidius dem König kein Wort zu sagen gewußt hätte; und in ihrem Bedauern sprachen sie zu ihm: „Warum warst du so tölpelhaft, einem so heiligen König, der von Frankreich daher kommt, um dich zu sehn und ein gutes Wort von dir zu hören, rein nichts zusagend' Da antwortete ihnen der Bruder Egidius: .Liebste Brüder, wundert euch nicht darüber. Weder ich vermochte zu ihm etwas zu sagen, noch er zu mir; denn sobald wir uns umarmt hatten, da enthüllte das Licht der göttlichen Weisheit mir sein Innerstes und ihm das meine. Und da wir uns so einander ins Herz sehen konnten, erkannten wir daS, was wir uns gegenseitig sagen wollten, weit besser als wenn wir es ausgesprochen hätten; und wir fanden eine größere Befriedigung darin, als wenn wir die Gefühle unseres Herzens mit Worten hätten aus- drücken sollen. Ja, die Unvollkommenheit der menschlichen Sprache, die ungeeignet ist. die tiefen Geheimnisse Gottes klar in Worte zu fassen, würde uns eher mit Verwirrung als mit ruhigem Trost erfüllt haben. Wisset also, daß der König wunderbar zusrieden und in seiner Seele getröstet von mir schied". Die Zufuhr hört auf; an Rohstoffen steht uns nur noch zur Verfügung, was der deutsche Boden bringt, was das deutsche Schwert erobert, was deutscher Kopf und Wille ersinnt. Es entsteht die Ausgabe, aus eigner Produktion zu wirtschaften, mit beschränkten Mitteln Bedürfnisse zu decken. Diese müssen eine Schichtung erfahren; die Bedürfnisse für das Heer und was damit zusammenhängt, stehen voran, alles andere sind nur Existenzbedürfnisse, die mehr und mehr aus ein Minimum gebracht werden müssen. Dieser Krieg ist von vorläufig noch unabsehbarer Dauer; damit rückt die Mengenfrage — Produktion und Konsum — erneut in den Vordergrund und wird komplizierter. Also: die Mengen im abgeschlossenen Deutschland müssen reichen für einen Krieg von unabsehbarer Dauer! Was ist daraus abzuleiten? Der Staat muß eingreifen und der Eingriff muß sich erstrecken auf die Regelung der Produktion und des Warenumlaufes. Die deutsche Kriegswirtschaft. Dem nachfolgenden Aussah liegt ein ausführlicher Bortrag zu Grunde, den Oberstleutnant Dr.-Z»a. h c th, Chef der tiriegsrohstoffabteilung. im'Bund- Deutscher Gelehrter und Künstler zu Berlin ge- hat. Die Echristlettung Es gibt eine besondere deutsche Kriegswirtschaft die bedingt ist durch die Eigenart dieses Krieges! Welchen Krieg führt Deutschland? Unsere Gegner zielen ab auf die weltpolitische und weltwirtschaftliche Vernichtung Deutschlands; sie führen den Vernichtungskrieg. wir führen den Existenzkampf, den .Krieg höchsten Grades von Wichtigkeit und Energie' (Clausewitz). Im Aufwand der Mittel mutz man hier bis zum äutzersten gehen; also restloses und rücksichtsloses Erfassen der gesamten geistigen und materiellen Kraft des ganzen Volkes und Lande«, einheitliches Einstellen der gesamten Wirtschaft auf den Krieg. Kriegswirtschaft ist die Wirtschaft, die uns den Krieg zum guten Ende bringen lätzt, ist ein Hilfsmittel der Kriegsfahrung. Dieses völlige Einstelle» einer Volkswirtschaft auf den Zweck des Krieges ist etwas ganz Neues. Unser Existenzkampf mutz von dem plötzlich aus der Weltwirtschaft herausgerissenen von dem abgeschlossenen Deutschland geführt werden! Die Kriegswirtschaft muhte sich schon deshalb, weil nichts vorbereitet war, aus der Friedenswirtschaft entwickeln. Diese, ein Glied der Weltwirtschaft, zeigt im wesentlichen die privatwirtschaftliche Form der Derkehrswirtschaft. An der Spitze kein leitender Wille, der Produktion und Umlauf regeln würde. Gewiß übt der Staat auch im Frieden einen gewissen Einfluß auf die Wirtschaft aus. Seine Macht ist der Idee nach unbegrenzt; in Wirklichkeit aber sind ihm enge Grenzen gezogen. Hier war eine Aenderung nötig: der Staat übernimmt die Führung der Wirtschaft. Außerdem muß die Leitung der wirtschaftlichen Fragen — abgesehen von dem Ernährungswesen — an den Kriegsminister übergehen. Die Bundesstaaten nahmen die vom preußischen Keiegsministerium zentralisiert geführte Wirtschaft ohne Bedenken an. Die staatlichen Eingriffe folgten Schlag auf Schlag. Das deutsche Volk, bisher in freier Wirtschaft sich bewegend, erträgt sie willig bis zur Stunde. So hat die Kriegswirtschaft einen leitenden Willen bekommen. Ein starkes, freies Unternehmertum führt die Wirtschaft in Deutschland, dem wir den ungeahnten Aufschwung unserer Wirtschaft verdanken. Es bringt Initiative, Energie, stark ausgeprägten Sinn für das Technische, überragende Persönlichkeiten mit; damit können wir die Aufgaben des Krieges lösen. Sie sind gewaltig. Erfindungen müssen gemacht werden; der Geist muß sinnen, wo und wie er spart. Das weite Gebiet der Ersatzstoffe muß schnell und entschlossen durchforscht werden. Unter den schwierigen Verhältnissen des Krieges müssen die Betriebe nicht nur erhalten, sondern es müssen aus ihnen Höchstleistungen herausgepreßt werden. Das ist nur möglich, wenn ,der Leiter, der eins mit seinem Werke ist. an der Spitze, in seiner Wescnseigenschaft unberührt und arbeitssreudig erhalten bleibt, also auch nicht berührt wird in der Gewinnmöglichkeit. Gewisse- Fesseln müssen dem Unternehmer aber doch angelegt werden; die Produktion ist zu regeln. Rohstoffe und Aufträge sind zu verteilen. Das Privateigentum an den Produktionsmitteln bleibt unangetastet; eingegriffen wird in die Dispositionen über die Produktionsfaktoren. Rohstoffe, Maschinen werden staatlich zugewiesen. Nicht die Kapitalkraft, einzukaufen, entscheidet, sondern die Möglichkeit, technisch die Rohstoffe richtig zu verwerten. Di? Richtung der Produktion wird vorgeschrieben, die Herstellung bestimmter Waren unter Umständen er- zwungen; wo nötig, werden ganze Betriebe stillgelegt. Die Produktion schiebt ihren technischen Charakter mehr und mehr in den Vordergrund, während der wirtschaftliche an Bedeutung verliert. Ueber- wiegend wird nur für Kriegsbedarf produziert. Das Wenige, was nicht unmittelbar zum Kriege gehört, steht doch immerhin in starker mittelbarer Beziehung zu ihm; damit verschwindet der Begriff .freier Markt'. In der Friedenswirtschaft herrschte unbeschränkter Mengenzufluß. freier Mengenabfluß. Der Zufluß ist durch die Absperrung Deutschlands aufgehoben; damit hört der freie Abfluß ganz von selbst auf. Der Handel, der Organisator der Vermittlung der Güter, wird durch die Verhältnisse, nicht durch irgendeinen staatlichen Eingriff des Wesens seiner Tätigkeit cheraubt und schwer getroffen. Man kann ihn nur noch zum Erfassen von Beständen verwenden, in beschränktem Maße auch für die Aufgabe der Verteilung der Waren,- selbständiges .Handeln' bat er verloren, und so wird der Mengenaustaufch zentralisiert. An die Stelle des freien Handels treten die Organisationen, die man im allgemeinen mit .Kciegsgesellschaften' bezeichnet. Noch ein Schlag droht dem Handel, dem Preis- bildncr des Friedens. Wo Mengenausgleich nötig, hört freie Preisbildung auf. Die Preise müssen geregelt werden. Das sind die wesentlichen Aenderungen, die die Friedenswirtschaft erfahren mußte; die Kriegswirtschaft ist demnach eine einheitlich aufdenZweck der Kriegführung eingestellte, in Produktion und Konsum vielfach staatlich geregelte, im Wesen aber privatwirtschästlich verbliebene Form der VerkehrS- wirtschaft. Diese Entwicklung der Friedenswirtschaft zur Kriegswirtschaft vollzog sich allmählich. Denn die Erkenntnis der Eigenart dieser Krieges — daß er ein Existenzkampf von unabsehbarer Dauer war — badete sich selbst erst im Kriege heraus. Sie zeigte sich in der Frage der Lebensmittel am deutlichsten. Da hatte man zuerst gar keine Sorge, daß die Mengenfrage jemals kritisch werden könnte; die Preise stiegen aber doch bald infolge der hohen Seefrachten. Man wendete sich also zunächst der Preisfrage zu; dann erst kam die Erkenntnis, daß die ganze Ernährungsfrage schwierig wurde. Nun schritt man zur Beschlagnahme, zur Verteilung, noch später zur Beeinflussung der Produktion. Auch spricht man zunächst nur von Kriegsrohstoffen und versteht darunter lediglich solche, die für d e unmittelbare Kriegführung in Betracht kommen und die aus dem Auslande eingeführt werden. Daher werden zunächst auch nur die Metalle und gewisse Chemikalien in Bewirtschaftung genommen. Baumwolle z. B. wird erst angesaßt, als Italien m dem Krieg eintritt; Eisen, Kohle, Holz, Zement — Massenstoffe, an denen wir nie irgendwie Mangel leiden zu können glaubten — werden erst Ende 1916 in Bewirtschaftung genommen. Keine Vorbereitungen waren vorhanden; alles war Improvisation. Daraus ergibt sich, daß alle Kriegsorganisationen, seien sie rein behördlichen Charakters oder Kciegsgesellschaften, von einander sehr verschieden sind. Sie weisen formal und innerlich ' llarke Eigenbetonungen auf, je nach den Zeitverhältnissen, unter denen sie entstehen, je nach den Persönlichkeiten, die sie leiten, je nach der Industrie ob diese Industrie schon Organisationen hatte oder nicht —, je nach der Psyche der Industrie. Wir haben keine Wirtschaftsprobleme zu lösen, wir haben nur Kriegsbedarf zu decken. Das Führen der Kriegswirtschaft ist mit dem Operieren im Felde zu vergleichen; man hat den großen allgemeinen Plan, das Ziel, man überlegt sich die Wege, aber von Stunde zu Stunde ändert sich da8 B:ld. Wir sind abhängig von der Lage draußen und drinnen; wir haben auf die und die Versuche unsere Hoffnungen gebaut — sie versagen —, plötzlich kommt Hilfe aus irgend einer anderen Richtung. Alles erfordert raschen Entschluß, kein Festhalten an einmal gefaßten Plänen, ein Handeln nach dem soldatischen Grundsatz: Fehlgreifen in der Wahl der Mittel belastet weniger, als Unterl«ssung. Wir kämpfen in der Kriegswirtschaft gegen eine >' Schlachtlmie mit zwei Flügeln: das Mengenproblem und das Preisproblem. Beide Flügel können wir - > nicht ergreifen; wir haben dazu keine Zeit der Vorbereitung und nicht genug Menschen zur Verfügung. Der für uns wichtigere Flügel ist der ' Mengenflügel. Die Träger der Kriegswirtschaft sind dreierlei Art: In der Behörde verkörpert sich der leitende Wille; sie setzt sich aus Fachleuten zusammen. Beratend neben ihr steht ein Beirat; bei jeder Fachgruppe der Behörde ein solcher aus der betreffenden Industrie;. Er wird erweitert, wenn sich seine Auf- - gaben erweitern, durch Hinzunahme von Konsumenten und Arbeitern. Die Ausführung der Entscheidungen. die von der Behörde nach Anhören des Beirates getroffen werden, obliegt den Kriegs- Gesellschaften — ursprünglich als Selbstverwaltungs- örper der Industrie gedacht, jetzt einfache behörd- iche Geschäftsstellen—, die nicht die Schwerfälligkeit res normalen behördlichen Apparates aufweisen. Sie sind Kriegsgesellschaften, keine ErwerbSgesell- chaften. Die deutsche Kriegswirtschaft ist eine einheitliche Wirtschaft, getragen von dem einen Gedanken: ikrieg — Sieg! Deutsche Kriegswirtschaft ist geboren rus deutscher Not, von deutschem Willen, deshalb ollen wir sie allerorten ehren! D. K. W. Iie LeistungspMcht der Krankenkassen an Kriegsteilnehmer. Wer aus der krankenversicherungspflichtigen Beschäftigung ausscheidet, kann nach den Bestimmungen der ReichSversicherungsordnung, sofern er nur bestimmte Zeit Mitglied der Krankenkasse war, freiwilliges Mitglied bleiben, indem er die Beiträge selbst weiterzahlt. Er erhält sich dadurch alle Ansprüche auf die Leistungen der Krankenkasse. Dieses Recht steht auch den Kriegsteilnehmern zu, und viele haben davon Gebrauch gemacht. Zwar ist nach der Reichsversicherungsordnung die Weiterführung davon abhängig, daß der Versicherte sich regelmäßig im Jnlande aufhält, doch ist bereits durch Notgesetz vom 4. August 1914 bestimmt worden, daß bei der freiwilligen Weiterversicherung dem regelmäßigen Aufenthalt im Jnlande der Aufenthalt im AuSlande, der durch Einberufung, des Mitglieds zu Kriegs-, Sanitäts- oder ähnlichen Diensten verursacht, ist, gleichsteht. Hiernach sind unsere Soldaten auch bei Aufenthalt im Auslande vollberechtigte Mitglieder der Krankenkassen. Es entstanden nun bald Zweifel darüber, welche Ansprüche erkrankte oder verwundete Soldaten an die Krankenkasse haben. Die Hauptleistung der Krankenkassen ist die Krankenhilse, d. h. die Gewährung von sreier ärztlicher Behandlung und Arznei sowie von Krankengeld an erkrankte Mitglieder. Erkrankte und verwundete Soldaten werden schon durch die Militärverwaltung versorgt, in der Regel durch Aufnahme in ein Lazarett. Hatten daneben auch noch die Krankenkassen einzutreten? Durch die Rechtsprechung des Reichsversicherungs- amtes ist die Frage bejaht worden. Zwar können ärztliche Behandlung und Arznei nicht doppelt gewährt werden, die Krankenkassen sind daher von dieser Leistungspflicht befreit, wenn die Militärverwaltung eintritt, dagegen haben die Krankenkassen, wenn der Soldat durch Krankheit oder Verwundung arbeitsunfähig wird, Krankengeld zu gewähren, und zwar auch dann, wenn der Soldat in einem Lazarett behandelt und verpflegt wird. Ob Arbeitsunsähigkeit oorliegt, ist nach denselben Grundsätzen zu bestimmen wie sonst. Während eines Lazarettaufenthaltes wird regelmäßig Arbeitsunfähigkeit vorliegen, wenn es auch nicht notwendig der Fall zu sein braucht. Zu gewähren ist bei Lazarettaufenthalt das volle Krankengeld, nicht etwa nur das halbe Krankengeld, das die Krankenkassen den Angehörigen dann zu zahlen haben, wenn sie den Kränken selbst in einem Krankenhause untergebracht haben. Darauf, ob der Soldat Angehörige hat, die er bisher mit seinem Arbeitsverdienst unterhalten hat, kommt es nicht an. Andererseits haben die Krankenkassen nicht, wie es sonst bei freiwilligen Mitgliedern in bestimmten Fällen der Fall ist, als Ersatz für ersparte Kurkosten neben dem vollen Krankengeld nochmals das halbe Krankengeld zu gewähren; dies kommt vielmehr nur dann in Betracht, wenn der Versicherte die Kurkosten aus eigenen Mitteln bestritten hat. Nicht alle Soldaten sind bei ihrem Eintritt in das Heer freiwillige Mitglieder der Krankenkasse geblieben, und diese hatten im allgemeinen keine Ansprüche an die Krankenkasse, da regelmäßig mit dem Ausscheiden aus der Kasse alle Rechte erlöschen. Indessen enthält die Reichsversicherungsordnung hierfür eine Schutzbestimmung. Wenn nämlich Versicherte wegen Erwerbslosigkeit aus der Kasse aus- y . » scheiden, so verbleibt ihnen, sofern sie vorher gewisse Zeit versichert waren, der Anspruch auf die Regelleistungen der Kasse, wenn der Verstcherungs- sall während der Erwerbslosigkeit und binnen drei Wochen nach dem Ausscheiden eintritt. Es entstand nun zunächst die Frage, ob die zur Fahne einbe- rufenen Soldaten .wegen Erwerbslosigkeit' aus der Kasse ausgeschieden sind. Das Reichsversicherungsamt hat diese vielumstrittene Frage bejaht und damit den Kriegsteilnehmern ihre Ansprüche auch in diesen Fällen zugesichert. Indessen fällt nach den Vorschriften der Reichsoersicherungsord- nung der Anspruch im Falle der Erwerbslosigkeit dann weg, wenn der Erwerbslose sich im Auslande aushält und die Satzung nichts anderes bestimmt. Im Notgesetz vom 4. August 1914 fehlt eine Bestimmnng, die auch in diesem Falle bei Soldaten das Ausland dem Jnlande gleichstellt. Das Reichsversicherungsamt hatte deshalb dahin entscheiden müssen, daß nicht weite^bersicherte Soldaten keinen Anspruch aus Krankenhilse haben, wenn sie im besetzten Ausland erkranken oder verwundet werden. Diese Rechtslage-war wenig erfreulich, da die meisten unserer Soldaten im besetzten Auslande stehen. Der Bundesrat hat deshalb durch Verordnung vom 14. Juni^1916 mit rückwirkender Kraft vom 1. August 1914 bestimmt, daß auch im Falle der Erwerbslosigkeit dem Aufenthalt im Jnlande ein Aufenthalt im Auslande gleich gilt, der durch Einberufung zu Kriegs-, Sanitäts- oder ähnlichen Diensten für das Reich oder eine ihm verbündete Macht verursacht ist. So sind denn die Ansprüche der Soldaten an die Krankenkassen auch beim Ueberschreiten der Reichsgrenze in jedem Falle gesichert. Alles, was im vorstehenden über die Krankenpflege dargelegt ist, gilt auch für das von den Krankenkassen zu gewährende Sterbegeld. Indessen ergaben sich hier neue Schwierigkeit«;. Nach der Reichsversicherungsordnung wird das Sterbegeld an den bezahlt, -der das Begräbnis besorgt hat, und nur der verbleibende Neberschuß wird an die Erben gezahlt, und zwar auch nur dann, wenn sie mit dem Verstorbenen zur Zeit seines Todes in häuslicher Gemeinschaft gelebt haben. Gefallene Krieger werden von der Militärverwaltung beerdigt, ohne daß blondere Kosten dadurch entstehen; man kann also von einem .Ueberschutz' eigentlich nicht sprechen. Außerdem leben die Soldaten nach der Einberufung zur Fahne nicht mehr' in häuslicher Gemeinschaft mit ihren Angehörigen. Das Reichsversicherungsamt chat diese Schwierigkeiten durch Rechtsprechung überwunden, indem es dahin entschieden hat, daß die^ häusliche Gemeinschaft durch den Kriegsdienst nicht unterbrochen werde, und daß, wenn die Militärverwaltung da8 Begräbnis besorgt hat, das ganze Sterbegeld als Ueber- schuß gilt. Hiernach habrn die Angehörigen eines gefallenen Soldaten Anspruch aus das volle Sterbegeld der Krankenkasse, wenn sie nur mit dem Verstorbenen bis zu dessen Einberufung zur Fahne in häuslicher Gemeinschaft gelebt habrn. Es besteht Grund zu der Annahme, daß viele verwundete Soldaten oder deren Angehörige ihre Ansprüche an die Krankenkasse nicht geltend gemacht haben, insbesondere nicht in der ersten Zeit, als die Unkenntnis und die Meinungsverschiedenheiten auf diesem Gebiete noch groß waren. Demgegenüber ist darauf hinzuweisen, daß diese Ansprüche auch noch nachträglich erhoben werden können. Nach der Reichsoersicherungsordnung verjähren Ansprüche aus die Kassenleistungen erst in zwei Jahren nach dem Tage der Entstehung. Durch mehrere Verordnungen des Bundesrats, zukdtzt vom 26. Oktober 1916, sind diese Fristen weiter verlängert, zur Zeit bis Ende 1917. Daß diese Ver- ordnungen auch für die Krankenkassenansprüche gelten, ist vom Reichsversicherungsamt anerkannt, und zwar auch in Bezug auf das Krankenkassensterbegeld. D. K. W. digung oder Friedensdienstbeschädigung (für sie kann lediglich die Militärrente, unter Umständen auch Verstümmelungszulage gezahlt werden) und der sogenannten Kriegsdienstbeschädigung (für sie wird, so lange überhaupt ein Rentenanspruch besteht, die sogenannte Kriegszulage von 15 Mark monatlich ausgezahlt). Bisher wirde als Kciegs- dienstbeschädigung in der Hauptsache eine Dienstbeschädigung angesehen, die unmittelbar auf feindliche Maßnahmen zurückzusühren war. Ohne weiteres fielen also die meisten Fcontbeschädigungen unter den Begriff der Kriegsdienstbeschädigungen, aber auch bestimmte, durch den Feind heroorge- rusene Beschädigungen hinter der Front und im Inland, beispielsweise durch Flieger. Nunmehr hat das Preußische Kriegsckinisterium durch einen Erlaß wom 30. Januar 1918 den Begriff der Kriegsdienstbeschädigung auf alle Dienstbeschädigungen erweitert, die auf die besonderen Verhältnisse des Krieges zurückgehen und in der Zeit vom Beginn der Mobilmachung bis zur Beendigung der Demobilmachung erlitten sind. Danach kann unter Umständen auch eine im Heimatgebiet verursachte Dienstbeschädigung, die beim Garnison- und Ausbildungsdienst erlitten worden ist, als Kriegsdienstbeschädigung angesehen und mit der Kriegszulage abgefunden werden, wenn erwiesenermaßen lediglich durch den Krieg bedingte und über das Friedensmaß hinausgehende außerordentliche Anforderungen, Anstrengungen. Entbehrungen oder dem Leben und der Gesundheit außergewöhnlich gefährliche Einflüsse Vorgelegen haben' (z. B. Unglücks- fälle bei der Handhabung von besonders gefährlichen Waffen, unter Umständen auch Gesundheitsstörungen, die durch Schutzimpsungen gegen Kriegsseuchen usw. verursacht worden sind). Es ist anzunehmen, daß manche bereits entlassene Kriegsbeschädigte, denen nur Dienstbeschädigung ohne Verleihung von Kriegszulage anerkannt .worden ist, glauben, daß aus ihren Fall der Begriff de): Kciegs- dienstbeschädigung zutrifft. Für diese Kameraden ist es von Wichtigkeit, daß eine Nachprüfung dieser Fälle von Amts wegen nicht stattfindet, sondern daß sie selber, falls sie begründeten Anspruch daraus zu haben glauben, nachträglich b-i ihrem Bezirks- feldwebel Antrag auf Anerkennung von Knegs- dienstbeschädigung, und somit aus Zubilligung von Kriegszulage zu stellen habrn. ZLücherschau Wannschaftsversorgung. Rente, Zfivilversorgungs- und Anstellungsschein, Zusatzrente für ^Kriegsbeschädigte. Invaliden Häuser, Luft- fahrerfürsorge- Zusammengestellt und erläutert von M. Adam. Rechnungsrat, Geh Exped. Sekretärin der Fürsorgeabteilung des Kgl. Preuß. Kriegsministeriums. Preis 1.69 Mk. Verlag: Kameradschaft, Berlin W. 35, Flottwellstraße 3. Die Versorgung der Militärpersonen ist zu einer bren- nenden Tagessrage geworden. Deshalb ist es mit Freuden za begrüßen, daß eine ausführlich erläuterte Ausgabe des Mannschaftsversorgungsgesetzes erschienen ist. Ihr Bearbeiter ist ein gründlicher Kenner des Versorgungswesens. Das für jede Militärperson unentbehrliche Heft aus der zeitgemäßen Sammlung: .Bücher der Zivilversorgung für Offiziere, Militäranwärter und Inhaber des Anstellungsschelns . dürfte in keiner Auskunfts-, Fürsorge- und Beratungsstelle fehlen und kann jedem Kriegsteilnehmer (Unteroffizieren und Mannschaften) zur Anschaffung empfohlen werden. Kleine Mitteilungen. Aeue Richtlinien der Militärbehörden bei der Anerkennung von Kriegsdienstbeschädigungen. Bekanntlich wird von der Militärbehörde ein Unterschied gemacht zwischen einfacher Dienstbeschä200 Stellen in Kriegerwaisenhäusern zu besehen. Trotz der großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten ist es dem Deutschen Kriegerbunde gelungen, ferne fünf SUtegfttuatien»' Häuser, ein wichtiges Gliedseiner großen Fürsorge, und Wohl, tätigkeitsorganisation. auch tn den Kriegsiahren im vollen Umfange aufrecht zu erhallen. Die Pflege dort ist nnen gelt, lich, soweit nicht in besonderen Fällen Beihilfen verlangt werden können. Aufnahme finden Klndervon Kriegerveremr Mitgliedern. Eigene Waisenhäuser bestehen m Römhild (Sachsen-Meiningen), Osnabrück (Hannover), Eamter (Posen), Ganth (Schlesien) und m Wrttlrch (Rhem Provinz). Weitere Waisenhäuser werden errichtet. t Erzie- bunasarundlaae ist die Volksschulbildung, doch Ivlrd den Begabten nach dem Lwtfotz .Freie Bahn dem Lj ^ tl 9 jn gesonderte Fortbildungsmöglichkeit gewährt Hierfür sind noch verfügbar 75 000 Mk. Anträge Aufnahme m die Waisenhäuser oder auf Gewährung von Erziehungsbeihilfcn richte man an die Kriegervereine des Deutschen Kriegerbundes. «Lazarett-Aeratung. Die Zentralstelle der Lazarett-Beratung des Roten Kreuzes Frankfurt will dem Interesse der Verwundeten und Kranken im Bezirk der Lazarett-Zeitung dienen. Jede, möge die Fragen, die er auf dem Herzen hat, seien fit wirtschaftlicher Natur, rechtlicher Natur oder wie immer, schriftlich an die Lazarett-Beratung richten. ES soll auf jede Frage brieflich Antwort gegeben und die Möglichkeit ge. sucht werden. Rat und Beistand zu schaffen. Ant. Worten von allgemeinem Intereffe werden ohne Na. mensnennung in der Lazarett. Zeitung veröffentlicht, vertrauliche Behandlung wird zugefichert. daher anonyme Anfragen verbeten. Die Zuschriften find zu richten: An die Lazarett.Beratung, Frankfurt a. M., Krieg?fü:forge, Dheaterplatz 14. Beifügung von Rückporto ist nicht erforderlich. Die Zentralstelle der Lazarett-Beratung steht auch täglich von 4—5 Uhr den Verwundeten für persönliche Anfragen zur Verfügung. Hsskzierstessvertreier Frage: Ist es richtig, daß Offizierstellvertreter in Heiwatlazaretten nicht als Offiziere, fordern als Unteroffizie e behandelt werden? — Antwort: Wäh'end die Stellung der Offizierstelloertretcr im Felde immer mehr und mehr sich der Stelle eines Offiziers nähert, können diese in der Heimat im Reseve- lazarett die Behandlung eines Offiziers nicht beanspruchen. Sie gehören zu den Löhnung empfangenden Unteroffizieren und werden als solche behandelt. Musketier K. Frage: Ich habe draußen im Felde durch Erkrankung plötzlich mein Haupthaar verloren und bin nun anhaltend Erkältungen ausgesetzt.^Kann ich vom Lazarett aus beantragen, daß mir von der Heeresverwaltung eine Perücke gestellt wird? — Antwort: Die Heeresverwaltung hat selbst das große Interesse daran, daß Ihr Gesundheitszustand, soweit es irgend geht, gebessert wird.' Erscheint das Tragen einer Perücke nach ärztlicher Ansicht als ein hierzu taugliches Mittel, so wird sie Ihnen verordnet werden. Sie können dies einmal bei dem Sie behandelnden Arzt anregen. Es steht auch nichts im Wege, wenn Sie bei Ablehnung Ihres Antrages um die Entscheidung des Sanitätsamtes bitten. Unteroffizier U. Frage: Da ich nicht mehr ko. werde, möchte ich die Stellung eines Beamtenstellvertreters erlangen und frage an, auf welchem Wege ich zu einer solchen Stellung kommen kann, und wie hoch sich die Gebührnisse eines Beamten- stellvert^eters belaufen. — Antwort: Sie können sich auf dem Dienstwege unter eingehender Angabe Ihres Bildungsganges und bisheriger dienstlicher Beschäftigung mit einem Gesuch an die stellvertretende Intendantur wenden. Abgesehen vom Servis erhält der Beamtenstellvertreter einschließlich der Geldabfindung für Selbstbeköstigung etwa 200 Mk. monatlich. Scherz und Mtsel. Im Revier. Wenn der Landser still verklärt. Heim zum Sonnlagsurlaub fährt, Wird er meist mit trüben Blicken, Wieder zur Kaserne rücken. — ' Er versinkt in die Betrachtnng Einer großen Weltverachtung: .Mit dem Dienste ist es nichts, Müde bin ich — egal sticht's —* Darum denkt er wohl nicht selten: .Wirst dich mal revicrkrank melden Und schon seht er sich in Trapp, Nach dem Reich des Aeskulap, Welches er bequem erreicht, Wenn er nur fünf Treppen steigt. — Dabei kann er wohl beachte». Daß die andern auch so dachten. Große und auch kleine Leiden Füllen bald die Räumlichkeiten. Auf dem Gange stehn und hocken Leute barfuß und in Socken — Böse Beine, böse Haren, Schlimme Zehen, krumm gewachsen» Gallensteine, Magenschmerzen. Halbe Lungen, schwache Herzen» Böse Nasen, böse Finger, Böse Köpfe, böse D—rüsen, Alle suchen Heilung hier, Deshalb gehn sie zum Revier — Alle Leiden ohne Zahl Sind gebucht vom Korporal. Schauerlich wird sein Gemüt. Weil er viel .Bekannte" sieht. Immerfort füllt sich der Gang, Ach — wie ist die Menschheit krank. — Eine Stille wird vernommen, Ausgepaßt.! - Der Arzt tut kommen. Allumfassend ist sein Blick, .Gute Laune?" — Das ist Glück — — Dann belebt sich schnell die Szene, Bald erscheinen nack'ge Beene, -Und dem leidgeübten Ohr Trägt man v'el Beschwerden vor. — Alles wird, was drückt und quält, Wie und wo es sticht, erzählt. Dieser Eine seufzt und hadert, Weil die Beine krampfgeadert, Dieser hat beim Atmen Schlucken, Ter kann nicht ins Weite gucken, Dieser hat an Hämorrhoiden Schon als kleines Kind gelitten, Jener fühlt sein Herze schlagen Und kann keinen Dienst vertragen, Dieser kriegt auf feine Hand Einen feuchten Stoffverband — Dieser wird mit Jod geheilt, Dort wird Aspirin verteilt; Auch der Plattfuß ist zu retten Mit zwei Aspirintabletten!! Hier des Einen Spaß ist groß, Weil im Handgelenk was los, Und er lauscht bei der Verkündung Seiner Sehnensch.identzündung, -Dieses Hebel kann nur weichen, Wenn wir es mit Jod bestreichen! Dieser kann nicht gut mehr sehn — Jener will zum Zahnarzt gehn — Dieser wurde j.tzt , kv. ' Und zu Haus hat er die Frau — Dieses Bruchband will nicht passen — Jener will sich röntgen lassen — Der hier hat, — was soll ich lügen. Er muß eine Spritze kriegen — Um den Stuhlgang zu beleben, Muß man dem Rizinus geben, Linderung gibt es zum Heil. Auch genau fürs Gegenteil! — Wird rm Kriege viel geimpft, Wnd entsprechend viel geschimpft, Niemand ist drauf gut zu sprechen, Wenn sie ihm das Fell durchstechen. Mt entsteht im Köpfchen Hitze Nach der richl'gen Thphusspritze. Auch „Parade" gibt es oft, Die man zu bestehen hofft - Störend wäre hier wohl immer s-in Besuch durch Frauenzimmer — i>eldzugänge, wie sie kommen, Sind mit Vorsicht ausgenommen; ^penn es darf nicht sehr befremden, Wenn belebt sind ihre Hemden, Deshalb forscht man vorn und hinten, Wer da sucht, wird auch oft finden — Wüte, bre im Feld gewesen, Münen große Zahlen lesen. Auch am Ohr erforscht man dann, ^.b der Mann noch hören kann! — Ik^kr bleibt noch im Revier, ^Innern Dienst" tut dieser hier. Dieses Männlein kann noch bleiben, ^er hier ist gesund zu schreiben, Doch vom Marsch ist er befreit. — Dieser üb' mehr Reinlichkeit. Wenn ich morgen ihn begrüße, Zeigt er mir gewaschne Füße! - Also spinnt sich ernst und heiter Der Betrieb tagtäglich weiter, Viel wird in den kurzen Stunden Abgewickelt und verbunden. Dabei kann Verwendung finden Bald ein Kilometer Binden —. Hat sich nun geleert das Zimmer, Steigt herauf ein Freudenschimmer. Arzt und Sanitäterei Fragen, wie es möglich sei: Täglich im Revicrdtensttreiben Immer noch gesund zu bleiben. T'e Flucht, doch nimmermehr der Sieg. I n Schiff i icht, in der Flotte bin ich gegenkrärtig E^ braucht dein Leib mich ohne Zweifel, I ldks dein Körper braucht mich nicht. T.r8 Dunkel hat mich, wie das Licht. Am Ende braucht mich gar der Teufel! Ich hoff', du bist's, wenn mich die Glut entbehrt. Es haben mich die Liebe und das Leben, Jedoch dem Tode bin ich nicht gegeben. Run sag', wer bin ich, der so viel begehrt? Eren. Prehsch, Fulda. Mort-Uätsel. Mein erstes überbringt uns oft Recht Angenehmes, Liebes; Jedoch enthält eS manchmal auch Sehr Bitteres und Trübes. Das zweite ist bei Männern me.st Im Ueberfluß vertreten. Bei Frauen aber fehlt cs oft. Obschon es sehr vonröten. Ins ganze steckt das erste man. Mit diesem dann ins zweite. Die Lösung ist diesmal nicht schwer, Run ratet liebe Leute. Rätsel. Die erste liebt die zweite sehr. Genießt sie voll Behagen; Das Ganze macht den Kindern Spaß, Ihr vögt sie nur mal fragen! Die Lösungen sind mit genauer Adresse der Ein-' sender bis 1. August einzusenden an die Lazarett- Zeitung, Frankfurt a. M., Theaterplatz 14. Auf dem Briefumschlag soll das Wort .Rätsellösung- stehen. (Innerhalb des Postbezirks Frankfurt a. M. ist die Zusendung als Feldpostbrief nicht zulässig.) Die Lösungen haben nur Gültigkeit, wenn sie. vollständig sind. Auflösungen |u den Rätseln vorigen Nummer. der 1. Nätstt: „Feuer". 2. Mälsek: „Brotkarte". Scharade: „Zapfenstreich u Vreise ?u den Auflösungen der vorletzten Unmmer. Ztätsek: .Frachtraum" — 6 richtige Lösungen. Schreöerälsek: .Frieden mit Rußland" — 6 richtige Lösungen. Skt6enrässek: .Kakadu" — 6 richtige Lösungen. Freiberg, I.Okt. 1917. Jäger M. H i e m a n n, Neuhausen, Garn-Komp. Sechs Einsender erhielten für richtige Lösungen aller Rätsel Preise: Gren. Pretzsch, Fulda; Gren. Ottw, Dornholzhausen; Gefr. Reiche. Nauheim; Telegr. Engel, Enkhausen; Vizefeldw. Maiböll, Frankfurt; Gefr. Ran g, Cassel. 1. Rätsel. Seltsam. Die Luft enthält mich und der Himmel, Die Wolken, die dort oben langsam ziehn. Und auch die Blumen, die im Felde blühn Und nicht nur einmal jeder Lümmel! Die Lazarett-Zeitung erscheint zweimal monatlich. Den Verwundeten, Kranken und Genesenden im Bezirk de- XI., XIV. und XVIII. Armeekorps steht sie im Lazarett unentgeltlich zur Verfügung. Zuschriften find zu adreffieren: Lazarett-Zeitung, Frank» furt a. M., Dheaterplatz 14. Ich mache erst ein jedes Rätsel fertig. Die Schlacht mich brauchet, nicht der Krieg, Verantwortliche Schriftleitung ehrenamtlich Dr. Carl Gebhardt in Frankfurt a. M. i i R X >c v 8 l tt § h « IQ X k ei kv v, ki ! jii RI 7. vergleichen ein Mann für das Lager aus der Färbereibranche. 25>7. BenachbartesEmaillicrwerk Jrankfurts einKon- trolleur, gefetzter, zuverlässiger Mann für Dauerstellung. 2617. Vergleichen ein Lagerist, schreibgewandt. Kauf« mann oder Praktiker aus der Emaillierbranche. 2717. Schriktgierrerei in Frankfurt a. M. ein tüchtiger Stenotypist, möglichst aus der graphischen Branche. 28>7. Grossbrauerei ein Pförtner. Bedingung: ge- sunde Beine. 2917. Eisenwerke in Herren ein Materialausgeber. 3017. Ausschuss in Oberhessen ein junger Drogist, auch in photographischen Artikeln kundig. 31>7. Bohlenhandlung in Frankkurt a. M. ein Lageraufseher. 32s7. Druckerei und Ucrlag ein Buchdruckmaschinen« Meister. 3317. Kriegsindustriellen Betrieb zwei Leute für schriftliche Lagerarbeiten. Kaufleute oder geeignete Schlosser aus der Kleineisenbranche werden bevorzugt. 34(7. Spezialpapierfabrik ein kräftiger Packer, welcher kleinere Kontorarbeiten verrichten kann. 35)7. Utohnungsgesellschaft ein verheirateter Hausverwalter kür ein großes zukünftiges Geschäftshaus, frei Brand, Licht und Wohnung, Barbezüge nach Uebereinkunft. 3617. Euxusgcgcnstände-magazin vier Leute für Lager. 3717. Gasthof benachbarter Stadt Frankfurts im (Taunus ein Gärtner oder Gartenarbeiter bei freier Verpflegung, Wohnung und Barbezügen. 38|7. Büro einer chemischen Fabrik ein Kaufmann für alle Büroarbeiten, besonders auch Maschinenschreiben und Stenographie, kleinere Ausgänge mit verbunden. 3917. fiiiouteriewarenlager ein geeigneter Herr für Büro- und Lagerarbeiten. 40|7. Kriegsleder-JT.-G. ein energischer, zuverlässiger Aufseher. 4i|7 Kriegsindustriellen Betrieb ein Hilfspförtner. 42|7. Buchdruckerei ein Buchbinder. 43]7. Bankhaus ein Kassenbote. 44|7. Antiquitäten- und Kunsthandlung ein zuverlässiger Mann zur Aufsicht und andere vorkommende ganz leichte Arbeiten. . . - 4517. Zentralkflchenverwaltung einige Leute zum Essentransport. 46|7. Cederwerkc im Caunus ein Maschinenschlosser. 47>7. Werkstätten für Elektrotechnik in benachbarter Stadt Frankfurts ein Mann zum Anlernen als Wickler. 48|7. Schlossverwaltung in der nähe Frankfurts ein GemÜsegärtner für Dauerstellung. 49|7. Grossbuchdruckerei einige Schriftsetzer. Aerumndeten-Anterricht. I. Unterricht in der Heweröeschul'e (Kirchflraße 16 ). Bauzeichnen, J « f Dienstag, Mittwoch, Donnerstag u. Samstag Freihandzeichnen, \ üon 12 Uf)r. Deutsch, Mittwoch und Donnerstag von 2—4 Uhr. Buchführung, j Montag und Mittwoch von 2—5 Uhr. Wechsellehre, j Rechnen, Montag von 2—5 Uhr. Projektionszeichnen, Mittwoch von 2—5 Uhr. Der Unterricht wird erteilt von den Herren Appel, Bert, Klein, Fritzel, Haggenmüller, Prof. Dr. Krausmüller und 2 Architekten. Meldungen werden bei der Schulleitung der Gewerbeschule, abends von 5—6 Uhr, entgegengenommen. Der Unterricht ist unentgeltlich. - praktische Arbeite» in den Lehrwerkstätten. Schreinerei, Schlosserei, Schuhmacherei Schmiede, täglich 8—12 und 2— 6 Uhr. Korbflechten, täglich von 9—12 und 2 — 6 Uhr. Maschinenschreiben, täglich von 8—12 und 2—6 Uhr. - II. Unterricht in Lazaretten und im Sotdatentieim. Stenographie (Gabelsberger System). Polizeik.-Aspirant Kar nb a ch. Versicherungs- und Fürsorge wesen. Dienstag und Freitag 2tz — 3% Uhr Beratung der Kriegsteilnehmer über alle Fragen der Kranken-, Invaliden- und Hinterbliebenenversicherung, Kriegsversorgung usw. Im Soldatenheim. Bürobeamter Kirchner. Schnitz-, Flecht- und Papparbeiten. Vormittags und nachmittags; in den Räumen des Roten Kreuzes und in den Lazaretten. Kießener Lazarettberatung. Seit Juni 1916 ist mit Genehmigung der Militär-Sanitätsbehörde in den Gießener Lazaretten die Lazarettberatung eingeführt, wie solche Einrichtung auch an anderen Orten besteht. Von einer Anzahl Gießener Herren, die sich in dankenswertester Weise freiwillig zur Verfügung stellten, hat jr einer ein Lazarett übernommen, das er wöchentlich ein- oder zweimal besucht, um mit den Verwundeten in Verkehr zu treten und diesen in persönlichen Angelegenheiten Auskunft und Rat zu erteilen, wenn solcher gewünscht wird. Die Lazarettberater übernehmen die Vermittlung zwischen ihren Schutzbefohlenen und der Berufsberatung, dem Stellen- und Arbeitsnachweis sowie der Beratungsstelle für Versicherungs- und Fürsorgewesen. Sie sorgen auch, wenn sie darum gebeten werden, für Anregung und Unterhaltung der Lazarettinsassen. Verschiedentlich haben sie mit diesen Spaziergänge unternommen und haben sie in die Museen der Siadt geführt. Endlich weisen sie die Verwundeten auf die Benutzung der Lazarettbibliotheken, auf die Lazarettzeitung. den Verwundetenunterricht und die Vorträge oder Abrndunterhaltungen hin. Zur Zeit sind folgende Herren als Lazarettberater tätig: Dr. Berger: Ohrenklinik Prof. Eger: Medizinische Klinik Kaufmann Horst: Eoaagel. Schwesternhaus Prof. Koob: Kath. Schwesternhausu. Vere'mshaus Rechtsanwalt Leun: Frauen- und chirurg. K.inik Prof. Michel: Knabenschule Geh. Rat Mittermaier: Alte Klinik Dr. Rhotert: Alte Klinik Dr. Schneider: Alte Klinik Prof. Trapp: Siechenhaus LandgerichtSrat Wiener: Steins Garten. Für Akademiker, die in Angelegenheiten ihres Studiums Rat suchen, ist Herr Sekretär Erle auf dem Unioersnälssekretariat (Bismarckstr.) während seiner Dienststunden zu sprechen. Dr. Henneberg. Ausstellung von Arbeiten Kriegsbeschädigter, Geiverbeyaus, Kirchstr. 16 geöffnet: Werktags von 8—12 und 3-6 Uhr. Zutritt unentgeltlich. Kinder sind nicht zugelassen. Kreis- und Ortsausschusz Gietzen für die _ Kriegsbeschädigten-Fürsorge. Der Vorsitzende: Keller, Oberbürgermeister. Aas Kießener Soldatenßeim. Im früheren Kaffeehaus Ebel, Burggraben 9, Eingang von der Markt straße aus, nahe dm Markt. Zeitungen, Zeitschriften, Kriegskarten, Bücher und Gesellschaftsspiele stehen zur Verfügung, ebenso ein gutes Klavier sowie Schreibtische mit Briefpapier. Einfache Erfrischungen werden zum Selbstkostenpreise gereicht. Für den Aufenthalt im Freien bietet der hübsche Hausgarten Gelegenheit. Auch eine Kegelbahn ist für die Besucher neu hergerichtet. Bis aus weiteres sollen an jedem Donnerstag nachmitttags von 3—5 Uhr Konzerte der Kapelle des Ersatz-Bataillons des Infanterie-Regiments 116 stattfinden. Die Räume sind täglich von 10 Uhr vormittags bis 9 Uhr abends geöffnet. Kreis- und Hrtsausfchuß, Hießen, für die Kriegsbefchädigten-Wrforge. Geschäftsstelle: Gewerbehaus, Kirchstr. 16 (Fernsprecher 535). Geöffnet täglich, außer Sonntag und Samstag nachmittag, von 3 -*-12 und 2 — 5 Uhr. Werkstätte. Gewerbehaus, Erdgeschoß. Geöffnet Montag bis Freitag von 8—12 und 2—6 Uhr. Unterrichtsräume: Gewerbehaus. 1. und 2. Obergeschoß. Geöffnet täglich, außer Samstag und Sonntag von 8—12 Uhr. Berufsberatung: GewerbehauS, Erdgeschoß. Sprechstunde Mittwoch von 5—6 Uhr. Stellenvermittelung: Gewerbehaus, Erdgeschoß. Täglich von 8—12 und 2—6 Uhr. Gießener Sehenswürdigkeiten. 1. Sammlungen des Hberkestischen Heschichts- vereins und der Wilhelm Hailschen Stiftung. Im alten Schloß, Brandplatz. Sonntag von 11—1 Uhr. 2. Vötkermuseum, neben der alten Kaserne, j Zugänglich Sonntag von 11—1 Uhr. 3. Hießener Kunstsammlung, im neuen Schloß über dem Völkermuseum, Sonntag 11—1 Uhr. 4. Botanischer Harten der Universität am Brandplatz. An Werktagen freier Eintritt von 8 — 12 und 2—5 Uhr, Sonntags von 9—12 Uhr. 5. Lesehalle des Hießener Lesehallen-Bereins im Forhaus, Settersweg 93. Täglich geöffnet von 10 Uhr vormittags bis 10 Uhr abends. Schriftleitung der Gießener Beilage: Gch. Hofrat Dr. H. Haupt, Gießen. Keplerstraße 1. und Professor Dr. Karl Helm, Gießen, Etefanstraße 7.