Gießen. Nr. 10. Ostern 1918. Khronik. Im Osten ist der Friedensschluß Lon Breft-Litowsk vom 3. März vom Kongreß der Arbeiter- undSoldatenrüte in M o s- kau am 16. März ratifiziert worden. Schon zeigen fich in oroßen Umrissen die Züge der staatlichen Umgestaltung des Ostens. Nachdem Kurland fich als selbständiges Herzogtum konstituiert und dem deutschen Kaiser den Herzogshut an- geboten hat. ist am 12. März auch eine Abordnung des litauischen Landcsrats in Berlin erschienen. Auch Litauen will als selbständiges Herzogtum in enger Anlehnung att das Deutsche Reich die Grundlagen seiner nationalen Zukunft legen. Die Besetzung der verbündeten Ukraine durch deutsche und österreichische Truppen und die Befreiung von marimalistischen Banden und bolschewistischen Ueberläufern ßkvl weiter. Am 1. März Wurde Kiew, am 13. März Odessa besetzt. Nachdem die Aussichten auf einen Verftändigungssrieden im Westen durch den hartnäckigen Kriegs- und Vernichtungs- Willen der Entente geschwunden find, hat der Kampf begonnen, in so riesenhaften Ausmaßen, wie der Krieg sie noch nicht gesehen. Am 21. März wurde gemeldet, daß die Artillerieschlacht in voller Stärke entbrannt sei. und schon am 22. März hörten wir, daß der Sturm in 90km Breite zwischen Arras und La Före losgebrochen sei. In den wenigen Tagen, die die Offensive bis etzt währte, find schon Erfolge errungen, wie fie den Offensiven unserer Gegner in ihren monatlangen Angriffen nicht annähernd beschieden waren? Von bebrütenden Orten find schon gefallen Ham, Peronne. Bapaume, Rohe, Noyons. Damit hoben wir das beim strategischen Rückzug 1917 preis- gegebene Gelände wiedererobert und sind schon .im Vorschreiten über das beim Vormarsch 1914 eroberte Gelände hinaus. Die Beute ist gewaltig, an 50 000 Gefangene und 1000 Geschütze wurden bisher gezählt. Paris hatte in der letzten Zeit verschiedene schwere Fliegerangriffe zu bestehen und wurde außerdem durch eine Beschießung aus weittragendem Geschütz in großen Schrecken versetzt. Dieses Geschütz hat die ans Fabelhat>e grenzende Geschoßweite von 120 km. Tie Endziele des Angriffs sind noch nicht abzusehen, wir können aber mit hochgemutem Vertrauen die weiteren Kämpfe abwarten. und die Heimat kann dieses Vertrauen dadurch am besten zum Ausdruck bringen, daß fie die 8. Kriegsanleihe zu einem vollen Siege werden läßt. Ter Friedensschluß mit Rumänien ist in allernächster Zeit zu erwarten; das noch ententefreundliche Kabinett A v e r e s c u mußte am 18. Mär) dem vierbundfreundlichen Marghiloman Weichen. Tie Februarbeute der U-Boote beträgt 680 000 Tonnen, das Gesamtergebnis seit dem 1. Februar 1917 10270000 Tonnen. Die achte Kriegsanleihe. Erneut tritt an das deutsche Volk in seiner Gesamtheit die Forderung heran, dem Heere, das die Grenzen schützt und das die Kriegssackel siegreich in die Länder der Feinde getragen hat, weitere Mittel zur Verfügung zu stellen, die es zur Durchführung seiner Ausgabe, zur Erringung des letzten, den Frieden bringenden Sieges braucht. Wieder bittet und fordert das Reich: .Zeichnet Kriegsanleihe!' Wieder heißt es, den letzten Pfennig für die Kriegsrüstung des Vaterlandes mobil zu machen. Es gibt keine bessere, sicherer verzinste, stärker durch die Macht und das Ansehen des Reiches verbürgte Kapitalsanlage als die deutsche Kriegsanleihe. 1. Wie kann man zeichnen? Das Reich legt die neue Anleihe wie bisher wieder in zwei verschiedenen Arten auf. Dadurch ist dem Zeichner Gelegenheit geboten, sich ganz nach seinen persönlichen Verhältnissen und Kräften an der Anleihe zu beteiligen. Sie wird in 5 pro- zentigen Schuldverschreibungen und 4y 2 prozentigen auslosbaren Reichsschatzanweisungen ausgegeben, von denen die Schuldverschreibungen auch in das Reichsschuldbuch eingetragen werden können. Wer sein Geld auf längere Zeit hinaus anzulegen und von dieser Geldanlage keine Arbeit und Mühe zu haben wünscht, für den empfiehlt sich der Erwerb der 5 prozentigen Schuldverschreibungen der Reichsanleihe. Ganz abgesehen davon, daß der Inhaber dieser Schuldverschreibungen ein Papier von unzweifelhafter Sicherheit besitzt, das noch dazu hochverzinslich und bis zum 1. Oktober 1924 unkündbar ist, genießt er auch sonst manche wohl ins Gewicht fallende Vorteile. Bei der Rückzahlung, die nach dem 1. Oktober 1924 erfolgen kann, erzielt der Besitzer von 6 prozentiger Kriegsanleihe, da sie zum Kurse von 98 ausgegeben, aber zum Nennwert eingelöst wird, einen Gewinn von 2 Mk. aus 100 Mk. Der Zinsertrag stellt sich also unter Einrechnung dieses Vorteils aus 5.35 Prozent; er bleibt bis zum 1. Oktober 1924 unter allen Umständen in dieser Höhe bestehen. Wenn dann später, also nach dieser Zeit, eine Herabsetzung des Zinsfußes beschlossen werden sollie, so kann er Rückzahlung zum Nennwerte verlangen. Selbstverständlich ist er jederzeit in der Lage, das Papier zu verkaufen oder zu verpfänden, um über sein Geld bar verfügen zu können. Der geringste Betrag, der aus die 5 prozentigen Schuldverschreibungen der Reichsanleihe gezeichnet werden kann, ist 100 Mk. Die Zeichnung aus die 5prozentigen Stücke kommt also in erster Linie für den kleinen Sparer, für den einfachen Mann in Betracht. Auch die Zeichnung auf die 4% prozentigen Schatzanweisungen bedeutet eine sehr günstige Kapitalsanlage. Allerdings lauten die Stücke der Schatzanweisungen nicht aus so kleine Summen, sondern auf 20 000, 10 000, 5000, 2000 und 1000 Mk.. so daß Zeichnungen nur in der Höhe von 1000 Mk. oder einem Vielfachen von 1000 möglich sind. 2. Was muß man besitzen, um zeichnenzu können und wieviel soll man zeichnen? Zunächst und vor allem liegt denen die Pflicht des Zeichnens ob, die Bargeld zur Verfügung haben: Alles Bargeld gehört jetzt dem Reiche. Aber auch wer sein Geld vorsorglich zur^Sparkasse und zur Bank getragen hat, kann und soll Kriegsanleihe zeichnen. DaS Reich zahlt ihm höhere Zinsen, als eS die Sparkasse oder die Bank vermag. Die Bedenken, daß die Guthaben bei den Sparkassen, Genossenschaften und Banken vielfach satzungsgemäß einer gewissen Kündigungsfrist unterliegen, also nicht sofort flüssig gemacht werden können, sind nicht stichhaltig, denn diese Institute sind gern bereit auf die Einhaltung der Kündigungsfristen zu verzichten, und erleichtern dem Zeichner die Abwicklung seiner Zeichnungkgeschäfte mit allen Kräften. Doch nickt allein an die Volkskreise, die Bargeld und Bankguthaben zur Verfügung haben, wendet sich die Aufforderung des Reiches zur Zeichnung aus die achte Kriegsanleihe; auch die kleinsten Sparer sollen zu ihrem Teil zum Gelingen der Anleihe beitragen. Wie geschieht das nun am besten? 100 Mk. ist die geringste Summe, die auf Kriegsanleihe gezeichnet werden kann. Wer also 100 Mk. und darüber erspart hat, kann ohne weiteres 100 Mk. oder einige Hundert Mark zeichnen. Wer aber erst weniger hat zurücklegen können, soll auch zu seinem Teil besühigt sein, für das Vaterland sein Scherflein herzugeben. Denn viele Wenig machen ein Viel. Wem also noch einige Zehnmarkscheine an der Summe von 100 Mk. fehlen, und wer glaubt, daß er die ihm fehlende Summe in den nächsten Monaten ersparen kann, der soll ruhig zeichnen. Denn der letzte Zahlungstermin ist der 18. Juli 1918. Und wenn dann durch unvorhergesehene Ereignisse die gezeichnete Summe noch nicht erreicht worden ist, so werden Freunde, Arbeitgeber oder auch die Sparkasse gern bereit sein, durch Vorschuß die Erfüllung der vaterländischen rszavE-Nrlkuttg. Pflicht zu ermöglichen, wie auch in gleicher Weise bei die zu dem Lohneinkommen sich gern betätigen werden. sie unter Umständen höheren Zeichnungen, im Verhältnis stehen. Wenn der einzelne 100 Mk. nicht allein aus- bringen kann, so sollen sich mehrere zusammentun, um in Sammelzeichnungen die erforderliche Zeich- nungShöhe zu erreichen. In Fabriken, Schulen und dergl. hat sich diese Form der Anleihezeichnung sehr bewährt. 3. Wie und wo zeichnet man? Wer Init sich im Reinen ist, was er an Kriegsanleihe zeichnen und welche Art derselben, ob öprozentige Schuldverschreibungen oder ±y 2 prozen- tige Schatzanweisungen, er nehmen will, hat sich einen Zeichnungsschein zu besorgen. Bei sämtlichen Behörden, Banken, Sparkassen, Genossenschaften, Lebensversicherungen, bei der Post und im Felde sind diese Zeichnungsscheine erhältlich. Es genügt, einen auszufüllen und ihn dann derjenigen Stelle oder Kasse zu übersenden oder zu überbringen, bei der man zeichnen will. Wer ungeübt in der Ausfüllung derartiger Formulare ist oder sich nicht dabei zurechtfindet, erhält bei den obengenannten Stellen gern Auskunft. Kosten — auch für Porto, soweit die Zeichnung durch die Post vorgenommen werden soll — entstehen nicht. In den Landbestellbezirken und den kleineren Städten können die Zeichnungsscheine durch den Postboten bezogen werden. Die ausgefüllten Scheine sind in einem Briefumschlag mit der Adresse .An die Post' entweder dem Postboten mitzugeben oder ohne Marke in den Postbnefkasten zu stecken. — Hier mag auch gleich erwähnt werden, daß die Zeichnung und die Einzahlung der gezeichneten Summe zwei ganz verschiedene Dinge sind. Es ist also keineswegs notwendig, daß man bei der Anmeldung der Zeichnung gleich das Geld mitbringt. Es kann zwar geschehen, aber die Einzahlung hat Zeit bis zu den vorgeschriebenen Einzahlungstagen. 4. Wann muß man zeichnen? Die Zeichnungsfrist für die achte deutsche Kriegsanleihe beginnt am 18. März 1918 und endet in der Heimat am 18. April 1918. Immerhin aber empfiehlt es sich, möglichst sofort die Zeichnung vorzunehmen. In einer ^Zeit, die so ungeheure Ansprüche an die Arbeitskräfte des Volkes stellt, mutz man damit rechnen, datz auch im Bank- und Zahlungsverkehr nicht alles so schnell und glatt erledigt werden kann, wie in normalen Zeiten. Wer sich daher schnell zur Zeichnung entschließt, fördert die Kriegsanleihe und er- leichert auch die so ungemein schwierige Arbeit der Zeichnungsstellen, namentlich der Reichsbank 5. Wann muß man zahlen? Die Einzahlungsbedingungen für die neue Kriegsanleihe sind in höchst entgegenkommender Weise festgesetzt, um auch später eingehende oder zu ersparende Summen zur Anleihe heranzuziehen. Aus diesen Gründen sind die Einzahlungen auf einen längeren Zeitraum verteilt. 27. April 1918 bei der Post einzuzahlen: Teilzahlungen sind hier nicht zulässig. Selbstverständlich sind auch bei der Post Vollzahlungen vom 28. März 1918 ab möglich. Zahlt man an diesem Tage schon die Gesamtsumme ein, so werden die Zinsen für 92 Tage vergütet. Für die Vollzahlungen, die in der Zeit zwischen dem 28. März und dem 27. April 1918 geleistet werden, werden gleichmäßig Zinsen für 63 Tage vergütet. er hatte den Schmerz getragen. Da brachte im vierten Kriegswinter ein Brief aus der Heimat die Nachricht von dem Heldentot des Jüngsten, und um ihn war es wieder einsam geworden. Seine Frau aber zog hinaus mit den helfenden Schwestern, pflegte die Söhne fremder Mütter und war ein deutsches Weib wie damals, als er um sie freite. Da. wie gesagt, die einzuzahlende Mindestsumme aus 100 Mk. festgesetzt ist. so ist den Zeichnern kleinerer Beträge, namentlich 100, 200. 300 und 400 Mk., in weitgehender Weise freigestellt, wann sie ihre Einzahlungen machen wollen und können. Wer 100 Mk. gezeichnet hat, braucht sie erst am letzten Einzahlungstermin, also am 18. Juli 1918 zu bezahlen. Der Zeichner von 200 Mk. hat die ersten 100 Mk. am 24. Mai 1918, die übrigen 100 Mk. erst am 18. Juli 1918 zu zahlen. Wer 300 Mk. gezeichnet hat, zählt gleichfalls bis zum 24. Mai 1918 die ersten 100 Mk., am 21. Juni 1918 die zweiten 100 Mk. und den Rest ^ am 18. Juli 1918. Für die Einzahlung, auf Zeichnungen bei den Postanstalten gelten besondere Bedingungen. Zunächst nehmen, wie schon oben bemerkt, die Postanstalten nur Zeichnungen auf die bprozentige Kriegsanleihe entgegen, nicht aber auf die 4 y 2 pro- zentigen Schatzanweisungen. Dann ist der Zeichner verpflichtet, die ganze gezeichnete Summe bis zum 6. Wann und wie erhält man seine Zinsen? Mit den Anleihestücken erhält der Zeichner zugleich die zu dem Stück gehörenden Zinsscheine, und zwar je zwei für das Jahr. Die Zinsen sind dementsprechend halbjährlich zu erheben. Bewahrt der Besitzer von Reichsanleihe seine Stücke bei sich oder in einem Bankschließfach auf, so hat er an den Fälligkeitsterminen der ZinSscheine, also am 2. Januar und am 1. Juli, für die Einkassierung Sorge zu tragen. Er schneidet zunächst den Zinsschein ab und löst ihn dann bei der ReichSdank, bei seiner Sparkasse oder sonst einer Bank gegen Bargeld ein oder läßt den Betrag seinem Konto gutschreiben. Die Einlösung der Kupons kann schon 10 Tage vor Verfall stattfinden. Auch die Post nimmt die Zinsscheine bei Einzahlungen im Postanweisungsoerkehr und dergl. an. und zwar ebenfalls schon 10 Tage vor Verfall. In Orten ohne Reichsbankstelle werden die Zinsscheine bei der Post auch bis 10 Tage nach Verfall bar eingetauscht. Im vierten Kriegswinter (Von unserem VII. Preisausschreiben.) Weihnachten war kaum vorüber. Am Morgen hatte es lustig geschneit, später aber fanden einige Sonnenstrahlen dennoch den Weg zur Erde, und die letzten Lichtelfchen spielten auf der großen weißen Fläche mit dem glitzernden Schnee, haschten einander und tanzten weiter, dem Winterabend entgegen. ^ Um diese Zeit, da die Dämmerung kommt, ward es in der Krankenstube eines Lazaretts hoch oben am Berg ganz still. Wie der Zufall die Soldaten in diesen Raum auf längere Zeit zusammenführte, so einte sie immer in diesen Stunden unbewußt die Erinnerung liebtrauten Erlebens in deutschen Landen; ganz still war's in dem weißen Raum, Heimatbilder wurden wach und liebe Gefährten huschten lautlos ans Krankenlager. Treusorgende Hände hatten das Bett des schwerverletzten Kriegsfreiwilligen-Unteroffiziers ans Fenster gerückt, neben ihm stand ein Landsturmmann mit grauschwarzem, feingepflegten Bart und ein struppiger Geselle mit derben, schwieligen Händen; eine Kugel hatte ihm den einen Oberarm durchschlagen. Da funkelte fern im Lichtkreis flammend rot die sinkende Sonne; und der junge fiebernde Soldat gedachte der Kameraden im Feuermeer, die Heim und Herd beschirmten und die Treue zur deutschen Scholle besiegelten mit ihrem Blute. Jetzt fiel sein Blick aus ein dunkelgrünes Wacholderzweigchen mit blaugereiften Beeren und einem roten Bqnde. Was daraus stand in goldenen Lettern —, ihm war als beugte eine holde Gestalt sich über ihn, als blickte er in zwei junge, blaue Mädchenaugen, die ihn zum ersten Mal küßten als er vor Jahren auszog in Kumpf und Tod. Und heute? Die schwere Rot hatte ihn zum Manne gereift, wenn in auslodernder Begeisterung der Jugend er in die Reihen der Kämpfer sich stellte zum Schutze der Heimat, so schlug jetzt für ihn irgendwo im Vaterland ein bangendes Herz, für das es süßer war zu kämpfen denn alles, inbrünstig drückte er seine L'ppen auf das Zweiglein und sein würziger Duft erquickte ihn. Und dachte der Mann mit den schwieligen Händen nicht auch an Heim und Herd? Drei Jahre schon mühte sein Weib sich ab und führte den schweren Pflug im steinigen Boden der Berge, schaffte Brot für sich und andere. Und wenn der bärtige Soldat heimkehrte, lachte sein Jüngster in der hölzernen Wiege, die anderen aber liefen ihm entgegen mit roten Wangen und wurden immer größer, auch im Krieg. — Aus der Ferne klang, wie das Läuten des Christkinds in der Jugend, hell und klar das Glöck- lein einer einsamen Dorfkirche am Berg. Einsam verhallte sein Ruf. Im vierten Kriegswinter stritten ja auch ihre größeren Schwestern gegen den Feind. Wie in den Herzen der Menschen dumpfer Groll gegen die Friedensstörer sich mengte mit dem silbernen Läuten in diesem Weiheabend, so flaute jetzt in den Herzen aller ein leiser Hoffnungsschimmer auf zum Sternenhimmel. Das Licht kam vom Osten und leitete das brünstige Gebet der Mütter für ihre Söhne, in allen Landen, bei Freund und Feind. Im Lazarett aber sprachen die Männer vom kommenden Frieden und waren sich einig, daß es nur ein deutscher Frieden werden konnte, wollte der Krikgsgott auch über ihre Leiber zum ehrenvollen Ende schreiten. Auch die Lawine donnert zum Tal, fällt Bäumlein und Baum, schafft Befreiung aus Gefahr und kündet den Frühling; blaue Blumen blühen -wieder auf Feld und Berg, und Korn reift in den Aehren der Täler. Von Sanitätsunteroffizirr O. Fechtig (stud. pharm.), Res.-Laz. T.-Ue.-Pl. Heuberg, Baden. Die Zertrümmerung der ruslflchen Armee. Mit sorgenden Augen hütete den Jungen der graue Landsturmmann. Er war tiestraurig. Im Schnee und Eis des ersten Kriegswinters war sein Aeltester anRußlandsFlüssen gefallen.im zerstampften Aehrenfeld hatten sie seinen Zweiten begraben, und Der Friede von Brest lenkt den Blick aus die militärischen Ereignisse zurück, die sich in dreijährigem Ringen an die Schlacht von Tannenberg schlossen und schließlich zu dem politischen Ergebnis führten, vor dem wir heute stehen. Die Schlacht von Tannenberg, die erste große Vernichtungsschlacht des Weltkrieges, hat mit ihren mehr als 90 000 Gefangenen und mehr als 500 erbeuteten Geschützen den Grund gelegt. Die Zertrümmerung der russischen Armee war von vornherein das Ziel. Als es schließlich erreicht war, blieb den russischen Friedensunterhändlern nur übrig, die Kriegskarte anzuerkennen, und, als sie sich zunächst weigerten, unter dem Druck eines neuen Vormarsches die letzten Trümmer der russischen Armee nun auch noch aus Estland und der Ukraine zurückzuziehen. Der Gang dieser Entwicklung findet sich in einer kleinen Broschüre anschaulich zusammenge- faßt, die ein deutscher Generalstabsoffizier, Hauptmann Bodo ^Zimmermann, im Verlag von Karl Siegismund, Berlin, hat erscheinen lassen und deren Lektüre in diesen Tagen politischer Entscheidungen die Erinnerung an die strategischen Leistungen auffrischt, die zu jenen geführt haben. Hauptmann Zimmermann schließt an die Darstellung der Schlachten von Tannenberg und an den Masurischen Seen folgende Schilderung der wechselvollen Ereignisse: .Die Hauptgefahr war zunächst gebannt — mit starken Beulen und Schäden hatte die russische Dampfwalze nach rückwärts steuern müssen. Hindenburg aber hatte sich schon neuen Aufgaben zugewandt. Weichselabwärts vorstoßend, wird die Festung Przemysl, die von den Russen belagert wurde, entsetzt; auf Jwan- gorod geht der Stoß weiter, ja er führt heran bis nach Warschau! Doch die russische Dampfwalze ist noch betriebsfähig. Frische Nahrung wird ihr zugeführt, starke russische Kräfte bedrohen Hinden- burgs linken Flügel: wieder zeigt sich der Meister r 3 im schnellen Entschluß. Wie beim Schlagen so wird auch beim Rückzug ganze Arbeit gemacht. Bis nach Czenstochau zurück geht sein Schachzug, — hinter sich läßt er zerstörte Wege und aufgerissene Bahnen. Langsam, wuchtig, schwerfällig wälzt sich die russische Dampfwalze hinterher, auf Krakau und Breslau ist das Streben der russischen Millionenmasse gerichtet. * - Währenddessen rollen Zug um Zug der Hin- denburgschen Truppen bereits um Polen herum nach der Gegend von Thorn. Glänzendes leisteten unsere Bahnen in der Bewältigung dieser Transporte! Der Russe ahnt noch nichts Böses, da erscheinen diese Truppen schon in seiner rechten Flanke. Wiederum fällt diesem scharfen Seitenbieb ein Teil des Russenheeres zum Opser. Fast 140 000 Gefangene wurden eingebracht. Die Lage in der Gegend von Lodz wird gänzlich zu unseren Gunsten entschieden, als neue deutsche tfrafte vom Westen her am letzten Dezember eingreisen und Lodz fällt. Die russische Dampfwalze wird unter weiteren Schäden nach Warschau zurückgedrängt. Hiermit ist die große russische tzffensioe zunächst gescheitert, die Lage im Osten für das Jahr 1914 zu unseren Gunsten gestaltet. Dock schon wurde die Lage in Ostpreußen wieder kritisch. Die 10. russische Armee unter dem General Siecvers bedrohte zu Beginn des Jahres 1915 offensiv die Linie Lötzen—Darkehmen: ein neuer Einfall in Ostpreußen stand im Februar 1915 bevor. — Und wieder reifte ein unerhört kühner Plan. Am 8. Februar ging der nördliche Teil unserer Angriffskräfte von Tilsit auf Eydt- kühnen und Wilkowyszki, der südliche über Jo- hanniSburg und Wrobeln auf Lyck vor. Dieser Bewegung schloß sich das Korps Below über Lötzen auf Lyck an. Zwischen Johannisburg und Pill- kallen werden die Russen gefaßt, geschlagen, in wildem Durcheinander ostwärts gedrängt, hinein in die Wälder von Suwalki und Augustowo. Dort schloß sich der Vernichtungsring Hindenburgs durch völlige Umfassung. Ein Kommandierender General, fünf Divisionskommandeure, über 100 000 Mann wurden gefangen, unzählbare Geschütz- und Materialbeute fielen in unsere Hände. Die 10. russische Armee war vernichtet, aber auch die letzte große Umfassungsschlacht im Osten war geschlagen. Dies hatte der russischen Dampfwalze so zuge- etzt, daß sie einer gründlichen Instandsetzung bedurfte. War sie bis dahin trotz vieler Beulen und äußeren Beschädigungen noch intcckt geblieben, so lockerten sich jetzt ihre Nieten und ,hr innerer Organismus. Aus schlechterem Material — unfertig ausgebildeten Rekruten und Reichswehr — mußten Lrsatzteile eingefügt werden. Mit dieser nach außen hin zwar wieder wie neu aussehenden, aber ln Wirklichkeit nicht mehr betriebssicheren Maschine wollte Nikolai die Entscheidung noch einmal erzwingen ; er suchte sie folgerichtig nicht mehr dort, vo er seinen Meister gefunden, ec wandte sich zum zalizischen Kriegsschauplatz; denn dort sahen sich )ie österreichisch-ungarischen Truppen in eine weniger zünftig aussehende Lage gedrängt. Przemysl, das Bollwerk im Herzen Galiziens, war von den Russen wiederum eingeschlossen worden und fiel am 22. Dlatj 1915 nach heldenhafter Verteidigung. Starke russische Kräfte wurden dadurch frei und konnten aun vom Feinde mit in die Front geworfen verden. Das Ziel Budapest stand dem russischen .eldherrn vor Augen. Verhindert mußte das Vordringen der Russen nach Ungarn hinein um eden Preis werden. Hierzu wurde die Stelle gewühlt, an der die russische Front am verwund- larsten, die strategische Folge der Verwundung die zrößte sein mußte. Diese Stelle war da, wo im Vestteil Galiziens die russische Front umbog zur Flankenstellung in den Karpathen. Am 2. Mai jcgann die Vorbereitung Mackensens zu diesem Durchbruch mit einer damals noch nicht gekannten Heftigkeit der Beschießung. Wenige Stunden nur lielt sie an, dann solgte der Sturm, der die ussischen Stockwerk-Stellungen bei Gorlice in 'wem großen Anlauf durchbrach. Auch bei Tarnow iel am 6. Mai das russische Stellungssystem in einer ganzen Tiefe; unaufhaltsam drückten seitdem »ie siegreichen beiden Armeen den Feind ostwärts. Ganz ähnlich . wie im Herbst 1917 an der italienischen Front in den Dolomiten wirkte damals dieser Siegeszug in Galizien auf die feindliche Karpathenfront. Sie begann zu bröckeln und abzubauen, überall gefolgt von den über die Paßhöhen nachstoßenden Verfolgern. — Das westliche Galizien war vom Feinde endgültig befreit, als der Sanübergang nach der Erstürmung Jaroslaus in größerer Breite gesichert war, als Przemysl am 3. Juni wieder in unsere Hände fiel. Damit war die Befreiung Galiziens in ihrer Hauptsache vollbracht. Die russischen Gesamtoerluste sind seit Maibeginn bis zum Falle Lembergs aus etwa 600 000 Mann zu veranschlagen. Der Hochsommer des Jahres 1915 sollte das Schicksal Polens erfüllen. Während die Aufmerksamkeit des aus Galizien nach Polen zurückweichenden Großfürsten Nikolai aus die westlich des Bug nach Norden nachfolgenden deutsch-österreichischen Armeesäulen gerichtet war, ballte sich im Norden Polens ein gewaltiger Vorstoß zusammen. Während die Hauptmasse dieser Angriffstruppen unter Gall- witz und Scholz ostwärts vorstieß, die Bahnverbindung Warschau—Petersburg im Rücken der russischen Front unterbrach, zweigten Teile des rechten Flügels bereits nach Südwesten zur Einschließung der später fallenden Festung Nowo-Georgiewsk ab. Zu gleicher Zeit geriet auch unsere westpolnische Front in stürmische Vorwärtsbewegung. Die in der Mitte dieser Front befindliche Armee Woyrsch erzwang sich am 30. Juli bei Tamassow den Ueber- gang über die Weichsel. Die Armee Koeoeß drang kämpfend auf Jwangorod vor, das am 4. August fiel, während Prinz Leopold - von Bayern am 5. August Warschau nach Erstürmung der Südbefestigungen einnahm. — Die Einnahme Warschaus, der Hauptstadt und des Mittelpunktes des politischen, geistigen und wirtschaftlichen Lebens von Polen, war ein gewaltiger Schlag für Rußland und die Entente. Doch ohne Aufenthalt ging der Siegeszug über die Weichsel ostwärts weiter in der Richtung auf den Bug. Eine gewaltige Zange drohte den Großfürsten Nikolai von Nordwest und Südost her einzuzwingen. Die Bedrohung von Südosten gegen Brest-Litowsk zu wurde gegen Ende August eme immer stärkere, die Umklammerung der Russen eine immer größere. Um dieser zu entgehen, gab der Russe die Festung Brest Litowsk und damit die Buglinie preis. Am 26. August 1915 rückten wir, Nachhutwiderstand schnell brechend, in die nach bekanntem russischen Muster zerstörte Festung ein. — Weiter drängten die Verfolger nach, selbst die Urwälder bei Bialystok und die Pripetsümpfe wurden kämpfend durchschritten. Im Süden, in Galizien wurde von der Slota-Lipa bis zum Sereth das Land befreit. Böhm-Ermolli drang sogar auf russischen Boden vor, nachdem Brody wieder genommen war. Noch weiter nördlich wurde das Gebiet bis in die Gegend von Baranowitschi erobert, am 3. September fiel auf diesem Siegeszuge die starke Festung Grodno in unsere Hände. Die im engsten Zusammenhang hiermit arbeitende Armee Eichhorn, die Ende August Rowno genommen hatte, erkämpfte gegen Ende September Wilna; damit fiel die Hauptstadt Litauens in unsere Hand. Getrennt hiervon arbeitete in der Küstengegend der Ostsee die Armee Below gegen Kurland und Livland, drang siegreich vor bis an die Düna und legte sich drohend vor Riga und Dünaburg. So war gegen die Neige des Jahres 1915 Ungeheueres geleistet und erreicht worden. Der Feind war von den Reichsgrenzen weit abgedrängt, seine Kraft war erheblich geschwächt. Die Gefangenenzahl stieg ins Ungemessene. — Die russische Dampfwalze war in ihrer zermalmenden Wirkung ausgeschaltet, sie hatte sich jetzt auf eigenem, von der Herbstwitterung schon aufgeweichlem Boden festgesahren. Dort lag sie, an sich unbeweglich, aber noch nicht zertrümmert, fest. — Damit begann der lange Stellungskrieg. Wir halten eine fast gerade von Norden nach Süden verlaufende Linie geschaffen, ein Gebiet, säst so groß wie halb Deutschland, erorbert und Kräfte ausgespart, die anderwärts gut verwendet werden konnten. Die Russen versuchten im November vergebt,ch, durch verzweifelte Durchbruchsoersuche an der Stryp« und am Styr eine Aenderung ihrer Lage herbeizuführen, blutig brachen ihre Angriffe zusammen, dann brach der Winter über die Ostfront herein. Am 18. Mai 1916 setzte dann die große russische Offensive unter Brussilow in Galizien und Wolhynien ein. Wenn auch Gelände in Richtung auf den Stochod und sogar über Brody hinaus verloren ging, das strategische Ziel, Lemberg und Kowel, wurde vom Feinde nicht erreicht. Gegen Ende August blieb die Offensive Brussilows stecken, sie konnte lediglich den Gewinn der Bukowina buchen. Dann flauten die Kämpfe im September allmählich ab. Auf etwa anderthalb Millionen Tote, Verwundete und Vermißte wurden die russischen Verluste dieser Sommeroffensive geschätzt. Die russische Revolution brach im Februar 1917 aus. Englands und Frankreichs Söldlinge, Kerenski, Brussilow und Kornilow, rissen das Land weiter in den Abgrund. Noch einmal wurde die russische alte Dampfwalze angeheizt; um sie in Bewegung zu bringen, mußte ein gefährlicher Ueberdruck erzeugt werden. Dieser Ueberdruck äußerte sich im zähen Massenansturm der russischen Truppen bei Brzezany und weiter südlich bei Stanislau. Noch einmal hob sich in weiter Ferne den russischen Führern das militärpolitische KriegS- ziel Lemberg ab, um im Blutdunst der vergebens geopferten Massen zu verschwinden; unter unsäglichen Opfern war zwar ein beträchtlicher Geländegewinn erkämpft worden, der Durchbruch blieb dem Feinde versagt. Dann aber zerplatzte, durch unfern Gegenprall, der zum Durchbruch vonZlozcow führte, der überheizte Kessel der russischen Dampfwalze, sie riß in Stücke. Der Ostteil Galiziens und die Bukowina wurden im neuen Siegeszuge erneut befreit, erschöpft und kriegsmüde sammelten sich die Reste der Russen in ihren Grenzstellungen von 1914. Und mit schnellen Schlägen ward das Zerstörungswerk an den Trümmern der Walze vollendet, galt es doch noch, einige große Stücke zum Brucheisen zu zerschlagen. Wie dies gelang, ist noch frisch in unserem Gedächtnis durch die Einnahme Rigas, durch den Fall des Brückenkopfes Jakobstadt, und durch die Eroberung der Inseln Oesel, Dagö und Moon. Da ging dem russischen Volke das Licht der Erkenntnis auf. Der Zivilversorgungs- und Anüeü'ungsschein. Der Zioilversorgungsschein wird nur den „Kapitulanten", d. h. denjenigen Militärpersonen erteilt, die nach Ableistung ihrer gesetzlichen Dienstpflicht weiter im aktiven Dienst verblieben sind, wenn ihre Dienstzeit 12 Jahre betragen hat oder bei kürzerer als zwölfjähriger Dienstzeit, wenn sie wegen körperlicher Gebrechen nicht mehr dienstverwendungsfähig sind und deshalb entlassen werden. Der schon in Friedenszeilen große Andrang au Beamtenstellen wird sich infolge des Krieges nattzf- gemäß noch erhöhen. Die mittleren Beamten- und Unterbeamtenstellen bei den öffentlichen Behörden können nicht ausschließlich gedienten Mllitärpersonen Vorbehalten bleiben. Die Militäranwärter, d. h. Inhaber des Zioilversorgungsscheins, müssen sich mit geschulten Beamten, d. h. mit solchen, welche die Beamtenlausbahn von vornherein zu ihrem Berus machten, in die vorhandenen Freistellen teilen. Allgemeine Voraussetzung ist außerdem, daß sie zum Beamten würdig und brauchbar erscheinen . Ein Ansiellungsschein für den Unterbeamtendienst kann „Nichtkapitulanten" verliehen werden, wenn sie eine Militärrente erhalten und würdig und brauchbar zum Beamten erscheinen. Ein Anspruch auf diesen Schein besteht (im Gegensatz zum Zioilversorgungsschein) also nicht. Voraussetzung ist ferner, daß der frühere oder ein ähnlicher Beruf trotz dargetanen guten Willens auch nicht in beschränktem Maße wieder ausgenommen werden kann. Der Anstellungsschein gewährt noch keinen Anspruch auf Anstellung und ist nicht zu verwechseln mit dem Zivilversorgungsschein. Die Inhaber des Anstellungsscheins dürfen nur dann emberufen «erden, wenn sich keiner der etwa vorgemerkten Militäranwärter oder sonstigen zivilversorgungsberechtigten Stellenanwürier zur Annahme der zu besetzenden Unterbeamtenstellen bereit findet. Meine Milteilunge Anvalide«- und KranKenrenle« für Kriegs- verletzte. Es kommt oft vor. daß Kriegsverletzte berechtigte Ansprüche auf Invaliden- und Krankenrente verlieren. weil sie den entsprechenden Antrag zu !pät stellen. Es sei deshalb erneut darauf hingcwiesen. daß Kriegsoerletzte, di- gegen Invalidität versichert find und die sonstigen Voraussetzungen erfüllen bei mehr als -/, Erwerbsunfähigkeit infolge Verwundung oder Krankheit einen Anspruch auf Invaliden- und Krankenrente haben, auch wenn sie sür die gleiche Zeit ihre Militärgebührnisse beziehen. Nach § 1253 der R.-V.-O. dürfen jedoch die fraglichen Renten für Zeilen, die länger als ein Jahr vor dem Tage der Antragstellung liegen, nicht mehr gezahlt werden. Es ist also notwendig, den Antrag rechtzeitig zu stellen. Der Anspruch auf Invalidenrente besteht sür dauernd über % Erwerbsunfähige vom Tag- des Eintritts der bau- ernden Invalidität ab. Bei vorübergehender Invalidität tritt der Anspruch auf Krankenrente nach Ablauf von 26 Wochen für die weiteie Dauer der Invalidität ein Die Anträge sind beim Der- sicherungsawt des Lozarettortes, wo solches nicht vorhanden, bei der Bürgermeisterei zu stellen. Lazarett-Weratmig. Dir Zentralstelle der Lazarett-Beratung des Roten Kreuzes Frankfurt will htm Interesse der Verwundeter »nd Kranken im Bezirk der Lazarett-Zeitung dienen. Jede, «öge die Fragen, die er auf dem Herzen hat. seien stk Dirtschaftlicher Natur, rechtlicher Natur oder wie immer schriftlich an die Lazarett'BeraLung richten. Es soll auf jede Frage brieflich Antwort gegeben und die Möglichkeit ge« ucht werden. Rat und Beistand zu schaffen. Anl. Worten von allgemeinem Interesse werden ohne Na« mensnennung in der Lazarett. Zeitung veröffentlicht. Vertrauliche Behandlung wird zugefichert. daher anonyme Anfragen verbeten. Die Zuschriften find zu richten: An 2 a??*ett.Berarung, Frankfurt a. M.. Kriegsfürsorge. Theaterplah 14. Beifügung von Rückporto Nicht erforderlich. Die Zentralstelle der Lazarett-Beratung steht auch täglich von 4—.> Uhr d e n Verwundeten für Persönliche Anfragen zur Verfügung. HSkrjäger M. Frage: Ich erhielt von meinem Lozarett Heimaturlaub für die Zeit vom 12. bis 25. September. Vom 24. Oktober bis 6. November erhielt ich wiederum Urlaub. Während mi^nun für den ersten Urlaub Verpflegungsgeld ^ /\ (\ f i 4^4 KM V. « K4 . . _ «TI * _ P M « au^ezahlt wurde, wurde es mir für den zweiten Urlaub verweigert mit dem Bemerken, daß bei einem Urlaub, der innerhalb 10 Wochen nach einem vorherigen Urlaub bewilligt werde, Verpslegungs- gebührnisse nicht gezahlt würden. Habe ich nun Anspruch aus Verpflegungsgeld vom 24. 10. bis 6. 11. oder hat vielleicht das betreffende Reserve- lazareit Sonderbestimmungen darüber? _ Antwort: Bei häufig wiederkehrendem Urlaub wird Verpflegungsgeld bestimmungsgemäß nicht gewährt. Jedoch ist unter häufiger wiederkehrendem Urlaub ' nur ein solcher zu verstehen, dessen Tauer in ein- zelnen Fällen acht Tage nicht übersteigt. In Ihrem Falle kommt somit diese Bestimmung nicht in Frage. Ob Ihnen im übrigen Verpflegungsgeld zusteht, hängt von den Gründen ab, wegen deren der Urlaub gewährt wurde. Handelte es sich z. B. um einen Urlaub behufs Ausübung einer entgeltlichen Tätigkeit in einem fremden Betrieb, so stand Ihnen Verpflegungsgeld nicht zu. Stehen mir für die Zeit Löhnungs- und Verpflegungsgeld zu? Durch Mieten eines Zimmers werden mir während dieser Zeit größere Unkosten entstehen. — Antwort: Wenn Sie zwecks Ablegung eines Examens beurlaubt werden, so steht Ihnen Löhnung und Verpflegungsgeld vom Ablauf des Monatsdrittels an innerhalb dessen die Beurlaubung erfolgt ist, nicht mehr zu. . Armierungssotdat K. Frage: Ich diente m den Jahren 1897—1899 bei der Infanterie. Augenblicklich bin ich als Armierungssoldat eingezogen, habe aber noch kein Putzgeld erhalten. Habe ich Anspruch hierauf? — Antwort: Putzgeld darf bestimmungsgemäß nur einmal gezahlt werden. Haben Sie also jemals auch bereits bei Ihrer aktiven Dienstzeit Putzzeuggeld erhalten, so haben Sie auch bei Ihrer Emberusung zum Kriege keinen Anspruch mehr darauf. 1. Kütsel. Rudolstadt, Eilenburg, köln, Altona, Idstein, Emden, Erfurt, GoSlar, Thorn, Hannover, Hamburg, Idar, Zwickau, Erlangen, Naumburg, Königsberg, Elbing, Ingolstadt, Saßnitz, Ludwigshafen, Nürnberg. ' Vorstehende Städtenamen sind so untereinander- zusetzen, daß ihre Anfangsbuchstaben, von oben nach unten gelesen, die jetzige Parole eines jeden Deutschen ergeben. Sanitatsrrntero-fizier Fl. Frage: War im Jahre 1916 zum Reseroelazarett Darmstadt kommandiert und erhielt dort monatlich 3.90 Mk. Verpflegungszuschuß. Steht mir ein solcher auch heute noch zu? —Antwort: Der Verpflegungs- zuschuß von 13 Pfg. täglich ist schon längere Zeit in Wegfall gekommen. Schüttelreime. Wenn heiße Schlangen schießt der Flakzug. Der Flieger fliegt im Zick- und Zaüflug.' Dem Englischmann. So lange Lloyd George Minister, Kommt der Friede nie, Mister! Darf ich erst heim nach Sachsenhausen, Hei! werden meine Haxen sausen! Druckersorge. Dem Dichter ist das Herze schwer. Wo nehm' ich nur die Schwärze her Es singt der lust'ge Lumpenhändler Bei vollem Humpen lust'ge Ländler. Wir schliefen meist in Hängematten, Die wir an Bord in Menge hatten. Wann ist ein Mensch schlecht? Wenn man .tauge nichts!' zu ihm sagt Ob in Sachsenhausen Wohl noch Sächsln hausen? Er suchte vergebens Werkzeugdreher Und tüchtige Fabritschlosser - Er ko ante nicht sagen .Werk zeug' Dreher Was tat er? Die Fabrik schloß er! Der Schwerhörige. .Ist hier die Stelle frei für Kontoristinnen? .Jawohl, das Kontor ist innen." Hart drückt John Bull der Ubootkrieg .Goddam, wenn ich das Uboot krieg!' Sein Mädchen küßt der Lagerist, Wenn keiner auf dem Lager ist. Lloyd George: „Wir verhandeln nur als Sieger!' .Gut, so sieg er!' Paradoxen Was ist paradox? Wenn ein Dichter offen ist. — Wenn ein Lehrer .voll' ist. — Wenn ein Einbrecher ausbricht. — Wenn ein Backfisch baden geht. — Wenn ein Marinemaler Landstreicher wird — Wenn einer vom Landsturm Seelust atmet. — Wenn ein Eingezogener auszieht. — Wenn m Eachsenhausen Hessen wohnen. — Wenn einer in Frankfurt am Main krank an der Ruhr liegt. Musketier F. Frage: Ich werde zwecks Ablegung eines Examens 6-8 Wochen beurlaubt. Einsender: Ers.-Res. Otto Suckow, Res.-Laz. I, Frankensteiner Hof, Frankfurt a. M^ Druck von Lüver 4 Eo., Frankfurt a. M., slbestraße LS. 2. Rätsel. Es ist ein gleich Geschwisterpaar, Wenn sie vereint Zusammenhalten; Sie schaffen was da ist und war Und sein wird. Doch die Zeiten spalten Ihr mühsam Werk im Lauf der Welt; Manch großes Bauwerk wird zerschellt'. Und keine Macht mehr kann es halten'. Doch sind sie beide faul und träg Und wollen nicht« mehr von sich wissen So haben sie auf diesem Weg Des Menschen Werke eingerissen. Der Arbeit aber Segen bringt Das Paar, wenn Treue sie umschlingt Und sie in ihrer Kraft beflissen. Einsender: Fr. Kl. Roeber, Konstanz. Brsuchotzaitenrätsel. A. U. Strass Zeitz. Welchen militärischen Rang bekleidet dieser Herr? Einsender: Kriegsfreiw. Jaspis. Die Lösungen haben nur Gültigkeit, wenn sie vollständig sind. Die Lösungen sind mit genauer Adresse der Ein- sender bis 15. April einzusenden an die Lazarett- Zertung, Frankfurt a. M., Theaterplatz 14. Aus dem Briefumschlag soll das Wort .Rätsellösung« stehen. (Innerhalb des Postbezirks Frankfurt a. M. ist die Zusendung als Feldpostbrief nicht zulässig.^ Auflösungen ru den Rätseln vorigen Uummer. Aechleckrälsek: .Theodor Koerner'. Aakkenrätfet: .Einnahme von Antwerpen'. 1. Scherzfrage: „4.95 Mk.' 2. Scherzfrage: „Das ist des Hasen Cache'.. der Preise ?u den Auflösungen der vorletzten Uummer. Silöenrätsek: .Wem das Herz fehlt, nützt der Te.en nichts — 6 richtige Lösungen. Aätsek: .Die Luft' 6 richtige Lösungen. Mrrwarr: .Viel Feind, viel Ehr' — 6 richtige Lösungen. 6 Einsender haben alle Rätsel richtig geraten. Es erhielten Preise: Musk. Deublin, Frankfurt a. M.; Ldstm Bettenhausen. Cassel; Serg. Kiesel. Wiesbaden; Gren. Stam. merzohann. Niederlahnstein; Untoffz.Zipp, Frankfurt a. M.; Untoffz. Neumeier, Frankfurt a. M. Dir Lazarett.Zeitung erscheint zweimal monatlich. Den Verwundeten, Kranken und Genesenden tm Bezirk beS XI., XIV. und XVIII. Armeekorps steht fie im Lazarett unentgeltlich zur Virfügung. Zuichrifteu sind zu adreffieren: Lazarett-Zeitung. Frank, kurt n. M.. Lbeaterplad 14. Verantwortliche Lchrtftleitrmg ehrenamtlich Dr. Lrrl Gebhardt in Frankfurt *. IR. Nummer 10. f Ostern 1918. Deiloqe. Das Iriedensfest. Von Kurt Schrey, Waldniel. Ich Hab' die Nacht vom Friedensfest "geträumt. -- O heiliger Jubel, der da überschäumt! Ich sah von hohem Berg ins deutsche Land. Da war ein Band von Haus zu Haus gespannt. Das warf die Worte: Treue. Opfermut! Hoch aus zum Firmament als ewiges Gut. Und Glockenläuten furchte durch die Luft Wie Sturmwind, der in weite Zukunft ruft: .Bewahrt das Erbgut, das ihr selbst erschaffen! Die Hand soll dürr fein und die Brust erschlaffen. Die sich nicht regle an dem großen Tag, Wo Deutschlands neuer Geist im Werden lag! Und nur für den fei Friedenszeit fortab, Der alles, was er geben konnte, gab — Der niemals in der langen Kricgesnacht Ein Wort gesprochen hat, das feige macht!* So läuteten die Glocken mir ins Ohr. Ich horchte still und demutsvoll empor, Dann beugt' ich mich und steh', da klang das Land: Millionen hoben schwörend ihre Hand! (Aus Bd. 2 der Kriegslieder, hg. v. Sekretariat sozialer Studentenarbeit. M.-Gladbach. Volksvereinsverlaz. 1917.) Größe. Wir sprechen viel von der großen Zeit und klagen über die kleinen Menschen, die ihrer nicht wert sind. Und doch dürfen uns die letzteren, mögen sie selbst zahlreich sein, an der Größe der Zeit nicht irre werden lassen. Denn was an unserer Zeit groß ist, was insbesondere an dem wunderbar erfolgreichen Derteidiguvgskawpfe Deutschlands groß ist, daS wächst eben doch nur aus unzähligen menschlichen Eirzelleistungen zusammen, von denen jede für sich vollgültigen Anteil an der Anerktnnung des Ganzen beanspruchen darf. ES muß zweierlei zusamwenkowmen, sagt Nietzsche einmal, damit ein Ereignis Größe habe: der große Sinn derer, die e8 vollbringen, und der große Sinn derer, die es erleben. Wer klein und engherzig ist von Natur, dem machen auch die größten Ereignisse keinen tieferen Eindruck, der steht auch bei dem größten, was geschieht, nur die Kehrseiten und Schattenseiten, die Mängel und Kleinheiten, für die er Verständnis hat. So beurteilt, bedeutet Pesiimismus und Menschenhatz immer auch ein gut Stück Selbstoerurtei- lung. In der Weltgeschichte ist es nun einmal nie anders, als daß auch die gewaltigsten Taten und die folgenreichsten Umwälzungen die Spuren der Menschlichkeit zeigen. Denn von Menschen und nicht von Engeln wird die Geschichte gemacht. Gott hat uns sozusagen Vollmacht gegeben und F e heit gelassen. Deshalb können wir irren, und deshalb bleibt auch die größte geschichtliche Leistung Stückwerk. Aber das große Herz, das selbst großer Entschlüsse und Taten fähig ist, begeistert sich darum doch auch für jenes Stückwerk, wenn es nur irgendwie die Spuren der Grütze, der geistigen Genialität oder der sittlichen Hoheit an sich trägt. Unsere Feinde sind natürlich blind für die Größe unserer Leistung in diesem Daseinskampf. Ihnen hat Haß und Vorurteil den Blick verschlossen, sie stellen sich selbst damit bas Zeugnis au8, unter der Höhe des deutschen Geistes geblieben zu sein. Denn unS ist selbst die Größe an feindlichen Leistungen, soweit diese sie wirklich zeigten, weder entgangen, noch fühlten wir unS verpflichtet, sie zu verschweigen. Noch übler aber ist das Zeugnis, das manche Neutrale sich auSstellen, die sich' so jeglichen Sinnes für die Größe de8 deutschen Heldentums bar zeigen und doch eigentlich bei ihrer Stellung außerhalb des Krieges wohl Grund und Gelegenheit'.hätten, sich sachlicher^zu verhalten. Aber da spricht eben auch die Enge deS Gesichtskreises mit. Da sind auch so viele nur beherrscht allein von den Nächstliegenden kleinen Interessen, von den AlltäglichkeitSsorgen um die Erhaltung deS gewohnten Behagens, und da fehlt älles Verständnis für die Schicksalsfragen der Menschheit, die in diesem Kriege, in diesem Auseinanderprallen der größten und entwickeltsten Völker der Erde entschieden werden. Lassen wir diese Kleinen, denn gerade wer grob denkt und handelt, der spielt nicht Theater, dem ist es nicht, wie dem Komödianten, um den Beifall des Publikums zu tun. Wir wollen nur zu fassen suchen, was uns an Riesenaufgaben der schicksalsschwere Augenblick stellt, und wir wollen alle unsere Kraft zusammrn- nehmen, um solchen Anforderungen gewachsen zu sein. Dann wird der Beifall derer, die wirklich groß denken, uns jetzt oder später von selber Anfällen. Dann dürfen wir auch auf den Beifall des Allerhöchsten, des Weltenrichters rechnen, soweit menschliche Gebrechlichkeit hiermit überhaupt rechnen darf. Von solchem Vertrauen zu allem Guten und Starken, von solcher Gleichgültigkeit gegen alles Enge und Kleine, haben sich poch alle großen Menschen tragen lassen. So sollen uns weder die Kleinen im fremden Lande noch die im eigenen daheim irre machen. Ueber sie und ihr kurzsichtiges jämmerliches Gezeter geht der eherne Gang der Weltgeschichte hinweg Wir wollen mit diesem Schritt zu halten suchen. Und das zu können, beweist eben die Anlage des Menschengnstes zur größten Größe. Reinhard Strecker. Kcdutd! .Warum geht es nicht vorwärts?" fragen die Ungeduldigen. Ungeduldig sem, heißt schlecht unterrichtet sein. Die Ungeduldigen wissen nicht, was die moderne Massenschlacht bedeutet. Haben doch selbst die Vernünftigen noch zu wenig Abstand, um die Größe der Zeit ganz zu erschöpfen. Die Geschichte wird lehren, daß dieser Feldzug eine einheitliche pmnmäßige Handlung darstellt, in der wir von vornherein die Führung hatten, in der wir keinen Schritt zurückca:en und in der wir nicht-, aber auch nichts versäumten, was im Bereich deS Möglichen lag. Die Kurve unserer Erfolge kennt kein Fallen. Ihr Gesetz ist: zuerst immer der Schwächste: Serbien, Montenegro, Rumänien, Rußland, Italien! Das ist unsere Angriffskurve. Zwischendurch läuft in gleichbleibender Stetigkeit die Abwehrkuroe. Auch sie kennt kein Fallen. Selbst Verdun war nur ein Sicherheitsventil für die Somme. Friedrich der Große hatte fein Kunersdorf, Napoleon I. sein Leipzig. Auch nur Teilniederlagen von annähernd ähnlicher Wirkung blieben uns erspart. Wir waren in den großen Zügen des Geschehns Sieger bis zum heutigen Tage. .Aber nun geht es nicht mehr vorwärts/ so sagen die Ungeduldigen jetzt, so sagten sie früher schon bei jedem Atemschöpfen des Kampfes. Und doch wird sich später einmal zeigen, daß wir unser Kriegsziel, den Frieden, auf dem schnellsten Wege erreicht haben, der überhaupt möglich war, trotz der dreieinhalb Jahre. Einer Welt von Feinden den Fuß auf den Nacken zu setzen, erheischt mehr Zeit, als einem Karnikel den Hals knicken. Bei den Massen, dir in der modernen Schlacht austreten, wieviel Zeit ist nötig schon allein zum Aufmarsch der Front! Zum Vergleich ein recht triviales Bild: Welche Mühe hat im Frieden aus dem Tanzboden bloß ein Ballordner, bis er die .Schlachtreihe" des .Fronssaeh" mit zwanzig Paaren in einer Linie ausgestellt hat. Aber ein Millionenheer soll von heute auf morgen stehen, stürmen, siegen? Lieber Leser! Mach mal mit dem Bleistift eine Million Pünktchen auf ein Blatt Papier! Tüpfle zwei Tage, ohne eine Viertelstunde Pause; bist dn in tiefer Zeit fertig, so zahle ich dir einen Taler. Diese Millionen Pünktchen sind aber Soldaten, die nicht nur aufs Papier gesetzt, sondern aus dem Schlachtfeld an ihre Stelle gebracht, bewaffnet und verpflegt sein wollen. Nicht Tage, Monate sind nötig zur Bewegung solcher Maffen. Darum ist der Feldzug auch heute noch nicht zu Ende. Die aussteigende Linie unserer Erfolge hat nie einen Knick erlitten, und an einer Stelle ihren Höhepunkt sogar schon erreicht. Wir haben Frieden mit dem russischen Volke. Nun lege getrost deine Hoffnung ins Frühbeet unseres großen Gärtners Hindenburgl Bedecke sie warm mit Geduld und Vertrauen! Sonnenglück und Zeit tun das Ihre. Bald läuten dir farbige Blumenglockrn Sieg und Frieden. (Aus dem .Siegfried'.) * / * * Während dies gedruckt wurde, kamen die Ereignisse im Westen ins Rollen. Nun gilt die Mahnung doppelt! Das Schicksal geht seinen ehernen Gang — wie rasch oder wie langsam, das zu bestimmen ist nicht Eure Sache, Ihr Ungeduldigen! ifi tyntifdb um -41 focf>e, umSas^^fuchk. um 9 Qefii MsölkerirriHS l4 II tu J über^HUnionrn <£tn Volk. foletzsn über solk WircksHÄftskMft«? verfügt, • errrs fvfdß tärbei fäiaite VbvUßrvrsM tz lMt, ist der sretz^sire ßk&uUner. ~ SDw arrlmZM zKiLZzsBr'i. ösher && sicherste ip UazÄvckk-Zeikurig. ✓ Kandesausschus? für Kriegsbeschadigten- Kiirsorge im Ueg.-Be;irK Miesbaden. Geschäftsstelle: Frankfurt a. M., Bleichstr.18 Pt. Sprechstunde 8—3 Uhr. - Fernruf Amt Hansa 7396 und 7397. Bewerber für unten ausgeschrieben Stellen wenden sich an die Geschäftsstelle des Landesausschusfes für Kriegsbeschä- digten-Fürsorge. Ebendaselbst wird auch unentgeltlich Auskunft in allen Rentensragen erteilt. (?§ wird gebeten, bei etwaigen Rückfragen die Tagebuchnummer mitanzugeben. Gesucht werden für: 66|3. Kurz- und UJollwarenarosshandluna ein Buchhalter. 6713. Uersieheruna$bÜro einige Adressenschreiber. 68/3. Molkerei- und Meierei-Betrieb, Stadt a.Rhein, ein Fachmann zur Leitung und Mitarbeit. 69j3. Direktion einer Uersicberunas-öesellscbaft einige Herrin für Brand- und Einbruchregulierungen. 7013. Schuhvertellunasstelle zwei kräftige Packer. 71/3. Gärtnereibetrieb ein Gärtner. H 7213. Ultinbandluna ein Ausläufer. 73|3. Rerrschäktshaur ein verheirateter Hausmeister. Mann nebenberuflich. 74>3. Buchdruckern ein Buchdrucker zur Bedienung ^.der Rotationsmaschine, evtl, zum Anlernen. 75|3. Gclatinfabrik ein Gelatinkocher. evtl. Einarmiger. Bedingung: Nüchtern und unbedingt vertrauenswürdig. 76s3. Raufmannserholungsheim in Oberbessen ein Hausdiener. 77(3. Portefeuille Fabrik ein Portefeuiller als Werkmeister. Hauptsächlich Personalaufficht. 7813. lllerlt-Boot-Bauerei ein tüchtiger Schlosser. 7913 Erziehungsanstalt ln Ressen ein Bürogehilfe. 8013. DeialeiCben ein Schuhmacher. 8113. SteinmetzgescbäTt in tlassau ein Steinhauer für Grabsteine. Speziell für Marmor und Granitsteine. 82>3. J1lt-EUcnar0S*bandluna ein Regiftraturleiter. 83|3. ührenaroithandluna ein besonders gut empfohlener Packer. 8413. Eändereibesitz bei Bad Orb ca. neun Gartcn- und Landarbeiter. 85>3. privathaus. Stadt am Rhein, ein Obst- und Gemüsegärtner. 86/3. RreisaussebUSS, Stadt am Rhein, diverse Verwaltungsbeamte. 8713. Gier-JIrzneimittelTabrik ein Reisender für den hiesigen Bezirk. 8813. Eisenaiesserei in Frankfurt a. M. ein Portier, welcher gleichzeitig Geschäftsgänge mit erledigt. 8913. Bewaebunai\JnstitUt verschiedene Wächter. 9013. vamenhutgrorrhandlura ein Bote. 91/3. EuxutwarengCSChäft rin Packer und Ausläufer. 92j3. Bürgermeisterei, Stadt i. Gaunus, ein Kaufmann für die Kriegswirtschaft. 93>3. Ev. Kirchengemeinde ein Küster. 9413. Rattee in Frankfurt a. M. ein Spülmann. 95/3. Dergleichen ein Toilettenmann. 9613. Damenhutarorrhandlung ein Ausläufer. 97|3. Privathaus in Frankfurt a. M ein Gartenarbeiter bei evtl, freier Station- 9813. Rrieaswirtscbaftlicbtr Betrieb ein Portier und Bürvdiener. 9913. Rriegsindustrleller Betrieb ein Nachtportier. 100>3. Elektrotechnische» Spezialgeschäft sofort einige Elektromonteure. 101 3. Bummiivaren-Spezialgeschaft ein Gummikleber. Bevorzugt Schuhmacher oder Tapezierer. Werwundeten-Hlnterricht. I. Anterricht in der Heweröeschute (Kirchjtraße 16 ). Bauzeichnen, I. Fachzeichnen, l Dienstag, Mittwoch, Donnerstag u. Samstag Freihandzeichnen, ^ *^n ^9 — 12 Uhr. - Deutsch, Mittwoch und Donnerstag von 2—4 Uhr. Buchführung, | Wechsellehre, I Montag und Mittwoch von 2 — 5 Uhr. Rechnen, Montag von 2 — 5 Uhr. Projektionszeichnen, Mittwoch von 2—5 Uhr. . . Der Unterricht wird erteilt von den Herren Appel, Bert, Klein, Fritzel, Hagg en- \ müller, Prof. Dr. Krausmüller und 2 Architekten. Meldungen werden bei der Schulleitung der Gewerbeschule, abends von 5—6 Uhr. entgegengenommen. Der Unterricht ist unentgeltlich.' Mraktische Arbeiten in den Lehrwerkstätten. Schreinerei, Schlosserei, Schuhmacherei Schmiede, täglich 8 Korbflechten, täglich von 9—12 und 2-6 Uhr. Maschinenschreiben, täglich von 8—12 und 2—6 Uhr.. -12 und 2-6 Uhr. II. Anterricht in Lazaretten und im Sotdatenlseim. Stenographie (Gabelsberger System). Polizeik.-Aspirant Karnbach. Versicherung s- und Fürsorge wesen. Dienstag und Freitag 2^—3^ Uhr Beratung der Kriegsteilnehmer über alle Fragen der Kranken-, Invaliden- und Hinterbliebenenver- sicherung, Kriegsoersorgung usw. Im Soldatenheim. .Bürobeamter Kirchner. Schnitz-, Flecht-und Papparbeiten. Bormittags und nachmittags; in den Räumen des Roten Kreuzes und in den Lazaretten. 10213. Privat-Eebranstalt, Stadt im Gaunus, ein Germanist ober Neuphilologe ober Mittelschullehrer. 10313. Sanatorium im Bez. Cassel ein Buchhalter für Schreibmaschine unb Stenographie. 10413. Uersicberunasaesellscbaft ein Einkassierer. 105|3. Jlnnoncenoertrieb ein Iaseraten-Reisenber. 106/3. Institut für experimentelle Gberapit ein Laboratoriumsgehilfe. (Präparator.) Das Kießener Soldatensteim. Im früheren Kaffeehaus Ebel, Burggraben 9, Eingang von der Markt st raße aus, nahe am Markt. Zeitungen, Zeitschriften. Kriegskarten, Bücher und Gesellschaftsspiele stehen zur Verfügung, ebenso ein gutes Klavier sowie Schreibtische mit Briefpapier. Einfache Erfrischungen werden zum Selbstkostenpreise gereicht. Für den Aufenthalt im Freien bietet der hübsche Hausgarten Gelegenheit. Auch eine Kegelbahn ist für die Besucher neu hergerichtet. Bis auf weiteres sollen an jedem Mittwoch nachmitttags von 3—5 Uhr Konzerte der Kapelle des Ersatz-Bataillons des Infanterie-Regiments 116 stattfinden. Die Räume find täglich von 10 Uhr vormittags bis 9 Uhr abends geöffnet. Kreis- und Hetsausschuß, Hießen, für die Kriegsöefchädigtea-Aürforge. Geschäftsstelle: Gewerbehaus, Kirchstr. 16 Fernsprecher 535). Geöffnet täglich, außer Sonntag und Samstagnachmittag, von 8 — 12 und 2 — 5 Uhr. W erk st ü t te. Gewerbehaus, Erdgeschoß. Geöffnet täglich, außer Samstag und Sonntag von 8 — 12 und 2-6 Uhr. Unterrichtsräume: Gewerbehaus, 1. und 2. Obergeschoß. Geöffnet täglich, außer Samstag und Sonntag von 8—12 Uhr. Berufsberatung: Gewerbehaus, Erdge- schoß. Sprechstunde Mittwoch von 5—6 Uhr. Stellenvermittelung: Gewerbehaus, Erdgeschoß. Sprechstunde: Täglich von 8—12 und 2—6 Uhr. k Ausstellung non Arkieiten Lriegs- beschädigter, Heweröeöaus, Airchstr. 16 geöffnet: Werktags von 8 — 12 und 3—6 Uhr. Zutritt unentgeltlich. Kinder sind nicht zugelassen. Kreis- und Ortsausschutz Gietzen für die Kriegsbeschädigten-Fürsorge. Der Vorsitzende: Keller, Oberbürgermeister. Schriftleitung der Gießener Beilage: Geh. Hofrat Dr. H. Haupt, Gießen, Keplerstraße 1, und Professor l>. Karl Helm. Gießen. Stefanslraße 7. >