Sonntaysgruß ( Gemeindeblatt für die evangelische Rirchengemeinde Gießen Vlv-$5 Gießen, 24. Sonnrag n. Trinitatis, den lo.November lvar sehr bekannt und hatte einen guten Ruf. Zti der gleichen Zeit besaß der Buchhändler Georg Friedrich Hetzer in dem jetzt Konditor Krämerschen Hanse an der Weidengasse außer seiner Buchhandlung -einen welt- bekannten Verlag mit eigner Druckerei. Un- zweiselhaft hat sich- Hetzer um das Aufblühen des Buchhandels große Verdienste erworben. Sein geschäftliches Unternehmen hatte guten Erfolg und brachte ihm großen Gewinn. So konnte er sich auf einem Schanzenhügel des geschleiften Festungswalles vor dem Neuen- Wegertor, an der Stelle, auf der jetzt das Stadltheater steht, ein schönes Wohnhaus bauen. Ein großer Park, der von der Schoor bis über die Johannesstraße hinansreichtze und -eineti Teil der jetzigen Südanlage umfaßte, umgab das Hans. Tie zwei prächtigen alten Kastanienbäume in der Nähe des Torhäuschens zeigen noch die Stelle, an wel- ch-cr das Einfahrtstor zu dieser wahrhaft herrschaftlichen Besitzung gestanden hat. -Tiefe beiden Herren, welche zu den angesehensten und einflußreichsten Bürgern unserer Stadt zählten, waren lange Zeit die besten Freunde, bis ein Streit ausbrach-, der die Freundschaft auflöste und zu einer erbitterten Feindschaft führte. Mit der Zeit -erwarb nämlich Hetzer die dem Hastschen Hause gegenüberliegenden alten Gebäulichkeiten bis zum Kirchenplatz und ließ an deren Stelle einen Neubau-errichten, der durch seine ungewöhnliche Größe allgemeines Erstaunen erregte. Man konnte nicht begreifen, weshalb alle Stockwerke an diesem Hause gegen die Regeln der Baukunst so hoch- ausgeführt wurden, bis es sich- herausstellte, daß damit dem Hastschen Hause jeder Sonnenstrahl entzogen, daß -aber auch- noch andern Häusern und einem Teil der Schloßgasse Luft und Licht genommen w-ar. Ein starker Unwille machte sich infolgedessen in der ganzen Stadt be- merkbar und man verwünschte den Heyerschen Bau, dem man den Namen „SchikanenhaUs" beilegte. Diese treffende Bezeichnung fand allgemeinen Anklang und hat sich- lange erhalten. Erst später, als keine Leute mehr hier lebten, denen die Sache näher bekannt war, ist auch diese, Geschichte wie so vieles andere allmählich in Vergessenheit geraten mochte wohl emgesehen haben, daß er gegen seinen ehemaligen Freund doch- nicht recht gehandelt hatte. Kurzum: er Oerfaufte das Haus, ohne seine Buchhandlung dahin zu verlegen, für die er gleichzeitig eine bessere Lage gesucht hatte. Erst sein Geschäftsnach- s! 0 lger Heynemann zog dann später in das nachmalige Reibersche Haus ans dem Seltersweg über. Der letzte Sproß der Familie Hetzer trat als Offizier in österreichische Dienste und hat sich als Heraldiker einen beachtenswerten Namen erworben. Hast blieb, lolange er lebte, in seinem Hause wohnen, sern Sohn suchte sich dagegen eine gesündere Wohnung tn einem der am Seltersweg neugebauten Häuser. Das Geschäft wurde gegen Ende der fünfziger Jahre von seinen spätem ren Besitzern (Koch L Kraatz) von der Schloß gasse vor das Walltor gelegt. Wenn wieder einmal bessere und ruhigere Berten bei uns Einkehr halten, dann wird auch Unsere Stadtverwaltung ihren Plan zrir Achsführung bringen und durch eine Verbreiterung der Schloßgasse und der einen Seite des Kirchcnplatzes die Beseitigung der gefährlichen Ecke vornehmen können Als- danii wird auch die Mederlegung des ehemals Heherschm Hauses nicht mehr lange auf sich warten lassen, und der letzte Stein rvird vorn Erdboden verschwinden, »er noch an diese alte Bausünde erinnert. H H _ r Das kirchliche und religiös-sittliche Leben in den evangl. Gemeinden des Dekanates Gietzen während des Zahres (Fortsetzung.) 4. Kirchen- und Abendmahls- besuch. Tie Zahl der Kirchenbesucher betrug in allen Gemeinden des Dekanates: 1 ain ersten Ostertag 12 31.8 (13 749) Erwachsene und 4667 (4906) Kinder; 2. am 12. nach Drmitatis 5616 (6099) Erwachsene und ■('j/' (3370) Kinder: 3. am 3. Advent 6056 (6632; Erwachsene und 3954 (3974) Kinder fjfanunm 23990 (26470) Erwachsene und 11688 (12 255) Kruber. Gegenüber dem ^briahr ivicderuin eine Abnahme und zivar um 2480 Erwachsene und 567 Kinder Ter diesmalige Tiefstand kommt ungefähr dem des wahres 1906 gleich. Im Durchschniti der drei Zahltage besuchten jetzt 20 Prozent der Erwachsenen die Kirche gegen 22 Prozent UN Vorjahr. Nehmen wir die Zahl'der «chulkmder an, so beträgt der Durchschnitt ihres Kirchenbesuchs immerhin 32y 2 Prozent. - Dns heilige Abendmahl feierten öffent- 12 518 (13 353 im Vorjahr) männliche und 21808 (22 012) weibliche Personen zusammen 34 326 (35 365), also 1039 (2346) Personen weniger als im Vorjahr, darunter .männliche und 204 weibliche Häusliche Abendmahlsseier fand statt Mit 98 (163) männlichen und 384 ( 443 ) werblichen, insgesamt 482 (606) Personen Auch rn der Häufigkeit des Abendmahls- genuises rft hiermit ein bedauerlicher Jie'- nand -erreicht. Wenden wir Fleiß und Nachdenken daran, daß die kirchenbildende und gemeinschaftsstärtende Kraft des Altarsakra- ments nicht immer mehr geringgeschätzt werde. Auf die Zahl der Konfirmierten berechnet ergaben sich 1918 bei allen 34 808 Abenvmahlsgäften 85,6 vom Hundert gegen oo,4 in 19.16. Der Besuch der Katechismuslehre hat sich nach den Berichten der Kirchenvorstände an- naheriid an den meisten Orten auf dem früheren stand gehalten, besonders von seiten der,wenblichen Jugend, wlährend die Unbot- maßlgkeit der niännlichen Jugend diese vielfach des dargebotenen, aber verachteten Segens beraubt, ohne daß Kricgsarbeir hinder- lrch wäre In einer Pfarrei ward die Zu- UNUN6 des Konsirmationsscheines an den schlust Christenlehre verlegt und an die Bedingung ihres fleißigen Besuchs gebunden. U-e^rall wohl ward 1917 die Reformations- gei chrchte durch genommen. ^Das Reformationsfest am 31. Oktobei (Ätittwoch) ward in ernster, dankbarer Feier mit besonderen, gut bichichten Gottesdiensten begangen /-re hierbei erhobene „Landes- kirchentollekte für den Wieberaufbau der durch den Krieg geschädigten dcntschen evan- geli,chen Kirchengenieindcn, insbesondere in oen Schutzgebieten iind im Ausland" ertrug im ganzen Dekanat 1468 Mark Den Schulkindern wurden ani Kosten der Kirchenkassen oder der, Gemeinden Schriftchen über Luther oder Bilder des Reformators überreicht, auch ni den Schulen oder in Jugendgottes- d-iensteii der 400jährige Gedenktag gefeiert Gedachtnisbaume wurden gepflanzt in Burk- hardsielden, Kirchberg und Reiskirchen - ztn Gießen leitete Choralmusik vom Turm der Stadtkirche den Festtag ein. In den vor- hcrgehenden Wochen hielten die Professoren Eck, Krüger und Schian in ber Stadtkirche Vortrage über Luther. Möchte Luthers Glaube unsere evangelische Kirche, vorab ihre Hirten und Lehrer, aufs neue erfüllen zur Stärkung in der Drangsal der Zeit wie zur Reinigung ui Lehre und Leben! Alle die in Gießen dereinst der Wissen- ichmt pflegten, werden es freudig begrüßk haben, das; das Fünfuhr-Nachmittagsgeläm, eas tangere, -zahre ausgesetzt worden war, ans Beichliiß, der Gesamt-Gemeindeoertre- tnng wieder erngeführt ivard in der Gewiß- hert, daß es kein totes Werk, feine gefühl- ofe aeiftimg bcr elektrischen Kraft und der Kirchenkasse bleiben, sondern die Herzen er- heben soll zum Geber alles Guten, zum a -? e ' * wm Herrn und Lenker von Welt und Zeit. 179 Tie Ehre Gottes, die die Glocken vom Turm noch immer verkünden, haben 43 Schüler und Schülerinnen in der Kirche zu Alten-Buseck durch ein Weihnachtsspiel verherrlicht. Getauft wurden im ganzen 983 Kinder gegen 1058 im Vorjahr. Damit ist die Zahl der Getauften -zum erstenmal unter 1000 gesunken, während sic 1914 noch 1739, 1911: 1742 betrug. In der kleinsten Pfarrei des Dekanats, die 324 Seelen zählt, kam weder eine Taufe noch eine Beerdigung vor. Möchte die hoffentlich bald kommende Friedenszeit dem deutsch-evangelischen Nachwuchs wieder kräftige Vermehrung, sorgsame Pflege und gottesfürchtige Erziehung im Hanse der wieder vereinigten Eltern bringen. Konfirmiert wurden 1260 (1245) Kinder, Konfirmationsentziehungen kamen nicht vor. Es fanden 291 (280). bürgerliche Eheschließungen statt (1914 und 1913 je 479), die Zahl aller kirchlichen Trauungen stellt sich auf 263 (264). Es starben 794 (676) Evangelische, wozu noch 165 (83) in den Krankenanstalten zu Gießen Verstorbene zu zählen sind. Diese letzteren und außerdem noch 846 (703) Evangelische wurden kirchlich beerdigt;) daneben 9 (20) Kinder nach Herkommen ohrie Mitwirkung des Geistlichen. Bei 655 lebend Geborenen und 794 Verstorbenen ergibt ficf)- ein Sterbe-Ueberschuß von 139. Das Dekanat zählt 60 328 (60389) Seelen. Bon der evangelischen Landeskirche getrennt sind 124 (121) Altlutheraner, 7 (18) Apostolische, 66 (73) Methodisten, Baptisten und Darbysten und 9 (1) andere evangelische Christen, zusammen 206 (213) Personen. Eine (1) Person trat aus der katholischen Kirche und 2 (3) von sonstigen Gemeinschaften zur Landeskirche über. Austritte (3) erfolgten nicht. Tic Sekten, die sich hauptsächlich 0t Gießen ein genist et haben, betätigten sich in gewohnter Art. Schon vor Weihnachten 1916 und sodann den ganzen Winter hindurch machte sich eine Agentin der Adventisteu, die im Bezirk der Lukasgemeinde wohnte, in der ganzen Stadt zu schaffen, indem sie Bücher verkaufte und namentlich aus Frauen eiu- zuwirken suchte, deren Männer im Felde stehen. Nachdem im Gemeindeblatt auf diese Agitation aufmerksam gemacht worden war, stellte die Agentin ihre Tätigkeit ein. 5.Der religiös-sittliche Zustand wird iu einer kleineren Anzahl von Gemeinden als gut Und befriedigend bezeichnet. Doch isi dies Lob und diese Zufriedenheit gewiß nur im Hinblick auf die allgemeinen Zeit- Verhältnisse zu verstehen. Es darf ohne Zweifel von dem größten Teil der evangelischen Bevölkerung gesagt werden, daß unverminderte Arbeitsamkeit und spannkräftige Festigkeit im Ertragen von Kriegcs-Last und -Leid chr den Stempel der Treue in diesen Stücken ausgeprägt haben. Andererseits können wir uns dem Eingeständnis nicht entzieh>en, daß bürgerliche Redlichkeit und christliche Gewissenhaftigkeit noch mehr als in bat Vorjahren ins Wanken gekommen sind. Mit wirklichen oder vermeintlichen Mißgriffen der Behörden in der Ernährungsfrage wird die Uebertretung ihrer Anordnungen entschul-- digt. Tie leiblichen Bedürfnisse übertäuben den Ruf des Sittengesetzes. Wuchergeist und blinde Erbitterung gegen die, die man für die Urheber der Not erklärt, erschweren das Zusammenleben der Menschen und verursachen Freveltaten der Selbsthilfe. Ein Bericht klagt: „Habsucht und Lieblosigkeit erscheinen mehr und mehr als das hervorragendste Merkmal der Zeit." Ein anderer sagt: „Tie lange Tauer des Krieges hat vielfach stumpfe Gleichgültigkeit erzeugt. Es findet sich viel Leichtfertigkeit und Genußsucht, besonders bei Jugendlichen, die hohen Verdienst haben." Besonders in der Stadt nimmt die Verwilderung der Jugend in erschreckendem Maße zu. Mangelnde häusliche Zucht und allznreichlicher Verdienst sind Haupt- ursachen. Viele jugendliche Uebeltäter werden wegen Eigentumsvergehen gerichtlich bestraft. In einer Filialgemeinde fanden schwere Gottcsdienststörungen ^urch die Jugend statt, die entsprechende Sühne fanden. Zeedriigge J9U* Friedliche Erinnerungen Von Pfarrer Wilhelm H offmann. (Fortsetzung.) Zeebrügge machte damals seine zweite Saison als „Seebad" durch. Anspruchsvolle Gäste warea es auch nicht,.die sich eingestellt hatten, aber manches war für deutsche Verhältnisse doch etwas sehr bescheiden. Zwei Hotels schmückten den Strand, neben unserem maritime noch das Hotel-Restaurant Ganda, beide im Aussehen vollständig den vorgcschilderten Gebäuden des noNveau quartier gleichend und Wie diese eng aneinander gebaut. Beide waren neu und beherbergten zum erstenmal Gäste, ünd dieses war neben der Lage am Meer ihr Hauptvorzng. Ganda habe ich nur durch einen flüchtigen Besuch kennen gelernt, aber nach der Schilderung befreundeter Insassen unterschied sich der Betrieb kaum von dem Nnsrigen. Auch die Zimmermöbel waren neu, aber nach unseren Begriffen absolut unvollständig, desgleichen die Bedienung, die sich aus zwei stets lächelnden, nur vlam'scki- sprechenden Dienstmädchen und der noch zu erwähnenden Aufwärterin zusammensetzte. Köchin war Madame selbst. Eine norddeutsche Dame klagte mir, wie lästig sie es empfinde, keinen Eimer zur Aufnahme des gebrauchten Waschwassers zü haben, ein Kleiderschrank aber sei ihr sogar in Blankenberghe als besondere Auszeichnung ihres Hotelzimmers gepriesen worden, natürliche mit entsprechendem Preisanfschläg. lins Männer störte das alles weniger: fehlte 180 auch das frische Waschwasser manchmal, dann holten wir es uns eben, ohne viel zu reden, wie wir es in unserer Militärzeit gewöhnt waren und wie es inzwischen mancher deutsche Wehrmann and ) 1 dort wohl öfters getan hat, am Krahnen. Schnaken gab es zahlreich ohne besonderen Schuh. Einfach waren auch noch die Strandverhältnisse des neuen Seebades. Tie Zahl der Badekarren belief sich auf sechs, und da hierfür namentliche um die mittägige Stunde der 4hndrang etwas groß war, so teilten fid) meist mehrere Personen in einen Karren. Das Bad selbst War schön, der Wellenschlag vorzüglich, das Gedränge aber längst nicht so arg wie irr den großen Seebädern, so daß mitunter Gäste von dort es vorzogen, an dieser Stelle in die Salzflut Au tauchen, insbesondere war dies bei zahlreichen katholischen Geistlichen der Fall, auch Schulbrüder mit ihren Pflegebefohlenen, einsame Tamer^, vorr einer Ordensschwester begleitet, waren des öfteren zu sehen. Ein stämmiger Strandwächter hielt die Ordnung ansrecht; wenn ein Vorwitziger sich zu weit in das Meer vorwagte, so gab sein Horn das warnende Signal, sein Töchterlein unterstützte ihn oder löste ihn ab bei diesem barfüßigen und hemdärmeligen Geschäfte. Auch die „digne" (Damm) von Zeebrügge konnte sich sehen lassen: sie War schön mit Plättchen gepflastert, gleich den übrigen Seebädern, bei den kolossalen Opfern, die der belgische Staat — wohl mit englischer Hilfe — für den Hafen gebracht hatte (man sprach von 45 Millionen Franken) und den großen Hoffnungen, die sich daran knüpften, war es jedenfalls auch auf die Strandpflasterung nicht ange- iiommen. Strandkörbe gab's nicht, dagegen lauschige Plätzchen im Dünensand zum Aus- rnhen in Menge. Nach dem Bad fand man sich ini Hotel zuni Mittagessen. Es war im „maritime" nich>t luxuriös, den Preisen entsprechend, aber vollkommen ausreichend mit landesüblichen Gerichten. Wir speisten im Freien mit Ausblick nach dem Meer; der Wirt —oder wahrscheinlich die Wirtin, die das Regiment im Hause fiilirte. — hatte die Anordnung getroffen, daß die Deutschen an einem Tische zusammen kamen. So wurden die Landsleute miteinander bekannt, und sie pertrngen sich gut zusammen: außer meinem Bruder hatte ich noch die Gesellschaft des obengenannten rheinischenReferendars, einesLehrers aus der Nähe von Bonn, nochmals eines Oberlehrers, der jetzt sogar als Privatdozent Universitätsvorlesungen hält; ein Gastwirt aus Solingen, der schon damals hei der dortigen gutgelohnten Arbeiterschaft eine Art Kriegsgewinne machte, konnte von weiten Reisen manches Interessante erzählen. Schließlich wurde aber auch ein Engländer, ein richtiger John Bult, den nran sonst im Hotel maritime nicht so recht rubrizieren und klassifizieren konnte, bei uns üntergebracht. Tie Unterhaltung mit ihm ging ans Französisch vor sich, das er merkwürdigerweise ganz gut könnte, doch hatte ich nicht mehr lange das Vergnügen. Am Nebentisch speiste ein rheinischer Prokurist, der auch zuerst zu unserer Gesellschaft gehört hatte, nachdem seine Familie angekommen war, mit dieser. Tie Norddeutsche, trotz ihres nicht inelir jugendlichen Alters stets in Weiß gc- kleidete Dame, die nicht badete, sondern nur einsame Strandspaziergänge machte, muß wohl auf ihrem Zimmer gegessen haben; trotzdem wurde sie natürlich mit uns bekannt, und ans der üblichen Ton- nerstags-Tampsersahrt nat| Vlissingen und zu dem Seeländer Trachtenmarkt in Middelburg habe ich mich gut mit ihr unterhalten, allerdings nicht mehr nach Ausbruch der Seekrankheit. Zu den belgischen Gästen und Insassen des Hotel maritime gab es kein näheres Verhältnis, wir machten da bloß unsere Beobachtungen und — Bemerkungen! Besser ging es noch mit dem französischen Fräulein, das uns eines Tages von der stets redseligen Wirtin mit sechs Kindern angekündigt wurde: es waren dies die Kinder ihres Brrrders, für die der Strand ausgiebiges Vergnügen bot. Tie Passanten, die namentlich an Sonn- und Festtagen nicht bloß in Zeebrügge sehr zahlreich' sind, rekrutierten sich zum großen Teil ans dem Mittelstand, aber -auch' die Arbeiterschaft der benachbarten Städte, insbesondere Brüssels, stellten rhr 'Kontingent. Ter Besuch der Mole war zu jeder Zeit lohnend, aber auch ihr Anblick des Abends, wenn der Leuchtturm in Tätigkeit trat und bei etwas erregter See die Wellen an dem hohen Tamm emporschäumten und -spritzten; ein Spaziergang zu zweien oder dreieir an dein dann in der Regel ganz einsamen Strande bot unvergeßlichen Genuß (Fortsetzung folgt., kirchliche Anzeigen. Sonntag den 10. November (24. n. Trin.). Gottesdien st. 3n der Ltadtkirche. Vormittags 9>/s Uhr; Pfarrassistent Liz. Reuning. — Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrassistent Liz. Reuning. — Abends 5 Uhr: Pfarrer Mahr. — Mittwoch den 13. November, abends 8 Uhr: .Kriegsbetstunde. Pfarrassistent Eidenmiiller. 2n der Johannerlurche. Vormittags 9V? Uhr: Pfarrer Ausfeld. — Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde, Pfarrer Ausseld. — Abends 5 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. — Abends V 28 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Lnkasgemeinde. —• Abends 8 Uhr: Bibelbesprechung ini Johannessaal. — Freitag den 15. November, abends V 26 Uhr: Bereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Johannesgemeinde im Ge- mcindesaal, Kirchstraße 9. Verantwortlich : Pfarrer Bechtolsheimer Druck »ndBerloa der BrühNschen UnwersitSts.Buch. und Steindruck'-"" N. Lcnqe. Gieren