Gememdeblatt für die evangelische Rirchengemeinde Gießen Nr. Gießen, IZ. Sonntag n. Trinitatis, den 25. August 1918 7. Iahrg- Sonnenmenschen. Buch der Richter 5, 31. Tie ihn aber lieb haben, müssen sein wie die Sonne aus- gehet in ihrer Macht. Hast du schon einmal die Sonne aufgehen sehen in ihrer Macht und Herrlichkeit? Tu wirst diesen überwältigenden Anblick nie vergessen, wie vor dem flutenden Licht Nebel und Finsternis weichen mußten und die Sonne als Siegerin und Heldin ihre Bahn in herrlichem Glanz antrat. Das soll ein Sinnbild deiner Lebensaufgabe sein, wenn anders du den Anspruch erhebst, ein Christ zu sein. Unsere höchste Bestimmung, das Licht der Welt zu sein, spricht sich so schlicht und einfach in dem Verse aus: „In der Welt ist's dunkel; Leuchten müssen wir — Tu in deiner Ecke Ich in meiner hier!" Für die Sonne ist es selbstverständlich, daß sie leuchtet; sie kann gar nicht anders. So muß es bei uns auch sein. Aber nicht Unser eigenes Licht wollen wir leuchten lassen, das hat keine Kraft, es ist wie ein glimmender Tocht und würde nicht das Dunkel des Lebens durchdringen können. Wenn wir den Herrn lieb haben, dann werden wir leuchten wie die Sonne: wir werden unser Licht und unsere Leuchtkraft von ihm empfangen und dann wieder ausstrahlen. Ein herrliches Recht ist uns gegeben, wie die Sonne zu werden, aber zugleich auch eine heilige Pflicht, nun auch Sonnenmenschen zu sein, wie jener gemütvolle deutsche Dichter sagt: „Christ sein heißt, wie die Sonne sein, Leuchten und wärmen mit Himmelsschein, Heißt: wie der Frühling gehen durchs Land, Blumen streuen mit voller Hand, Machen zum Gottesgarten die Erden — Christ sein heißt: wie die Sonne werden!" Die Stadt Gießen in den Jahren J86J bis J869. 1 (Fortsetzung.) 1863. Nach Pfingsten wurden in der Stadtkirche folgende Reparaturen vorgenommen: 1. Die Treppe von der ersten aus die zweite Emporbühne (die zweite Emporbühne ist ber den baulichen Veränderungen des Jahres 1898 entfernt worden) wurde weggenommen und dafür eine neue Treppe von dem Vorplatz im zweiten Stock nach dem Platz der Realschüler zu einer neu.hergestellten Tür geführt. 2. Tie Bogenöffnung zwischen diesem Vorplatz und der ersten Emporbühne, welche der Akustik sehr nachteilig war, würde zu-, gemauert. 3. Tie beiden hinten liegenden Abteile der Frauenstühle, toetdje bisher noch Sandsteinplatten zum Fußboden hatten, wurden mit einem Fußboden aus Brettern versehen. 4. Ueber den Bänken der beiden! Langseiten neben den Frauenstühlen wurden Rückbretter angebracht. 5. Hinter den! Mädchenbänken neben dem Altäre wurden zwer geschlossene Stühle mit Brüstung errichtet, von welchen der neben dem Pfarr- stuhl für die Lehrer, der neben dem Kirchenvorstandsstuhl für den Schulvorstand und die etwa erscheinenden Mitglieder des Stadtvvr- standes bestimmt war. Im Jüni machte Großherzog Ludwig III. eine Reise durch Oberhessen, die über Friedberg, Gießen, Rodheim a. d. Bieber (damals | noch hessisch), Fvankenbach, Biedenkopf, Frie- 1 delhaufen, Gießen, Grünberg, Alsfeld, Lauterbach, Menbach!, Herbstein, Gedern, Ortenberg, Altenstadt, Nieder-Wöllstadt ging. Am 22. Junr kam der Fürst nach Gießen, wo er im Gasthause zum Einhorn übernachtetet Abends wurde ihm zu Ehren ein Fackelzug veranstaltet, der vom Russischen Hof aus seinen Anfang nahm. (In dem Programm, das für den Empfang des Großherzogs ausgegeben wurde, steht tinter „Reihenfolge des Zuges" an letzter Stelle seltsamerweise „Chorstudenten".) Tie Stadt w!ar sestlich> ge- j schmückt. Am 6., 7. und 8. August fand ein großes landwirtschaftliches Fest in Gießen statt, verbunden mit einer Ausstellung von landwirtschaftlichen Maschinen, Geräten und Produkten, auch verbunden mit einer Ausstellung von gewerblichen Gegenständen. Wieder wurde die Stadt festlich ausgeschmückt. Der Festplatz war Oswalds Garten oder, wie man damals sagte, der Marktplatz am Neustädter Tor. Am dritten Tage wurde ein Festzug veranstaltet, bestehend aus Reitern, Arbeiter- gruppcn luitb einer langen Reihe von Wagen mit Landleuten und Gewerbetreibenden, alle in ihrer Arbeitskleidung. ©in neues Gebäude für die Post, die bisher in dem Hause der alten Postmeistersfamilie Kempff am Walltor sich befunden, h!atte, wird in der Bahnhofstraße hinter dem Arrcsthause zu bauen angesangen. Samstag den 17. und Sonntag den 18. Oktober feierte man die 50jährige Gedächtnisfeier der Schlacht bei Leipzig. Ein Festkomitee !gus allen Ständen der Bevölkerung - 134 - war zusammengetreten und hatte die nötigen Anordnungen getroffen. Tie Schulfeiern wurden am Samstag gehalten, in den Stadtschulen mit am besten, weil die Lehrer vorher angewiesen worden waren, die Geschichte der Völkerschlacht zu behandeln und bei der Feier kurz zu wiederholen. Im Gymnasium soll die Feier sehr arm gewesen sein, in der Realschule hielt Reallehrer Dr. Bindewald eine iu,,.riugUche Rede. Böllerschüße kündeten abends um 5 Uhr das Fest an, am Sonntag war Festgottesdienst,_ Pfarrer Landmann predigte in der Stadtkirche über Psalm 66, Vers 1—3 und behandelte das Thema: Was sollen sie bedeuten die Feuer, die man anzündet am 18. Oktober auf den Bergen unseres deutschen. Vaterlandes? 1. Crinnerungsfeuer sollen sie sein, 2. Tankesfeuer, 3. Wachtfeuer und 4. eine Mahnung an das heilige Feuer, das auf dem Altäre unseres Volkes und unseres Herzens brennen soll, von dem unser Heiland spricht: „Ich bin gekommen, daß ich ein Feuer anzünde auf Erden, was wollte ich lieber denn es brennte schon." Im Nachmittagsgottesdienst predigte Mitprediger Krug. Abends bewegte sich ein Festzug vom Marktplatz nach dem Brand, wo Privatdozent vr. Krumm (später Pfarrer in Groß-Winternheim in Rheinhessen) die Festrede hielt, dann ging der Festzug durch die Braugasse, Walltorstraße, über den Markt, das Kreuz, den Seltersweg, die Südanlage, die Grünberger Straße (jetzt Kaiser-Allee) nach dem Trieb, wo ein Feuer abgebrannt wurde. Beim Anzünden des daselbst angehäuften großen Holz- und Reisighausens wurde mit allen Glocken geläutet, Gesänge und Musikvorträge folgten. Eine große Anzahl von Festseuern brannten ringsum auf den Bergen und konnten weithin gesehen werden. Nachfeiern im Prinz Karl und Promenadenhaufe beschlossen das Fest. Am 15. November starb in Marburg an einem schweren Halsleiden und wurde am 17. November hier beerdigt der pensionierte Großherzogliche Oberstleutnant Friedrich Peppler, 74 Jahre alt. Er hatte in jungen Jahren den Feldzug des Kaisers Napoleon gegen Rußland mitgemacht, war in russische Gefangenschaft geraten und bis an die asiatische Grenze verschleppt worden. (Heute sieht man ein solches Schicksal nicht mehr als außergewöhnlich an.) 1864. Im Anfänge des Jahres regte ftdji auch hier eine große Teilnahme für Schleswig- Holstein. Ein Komitee trat zusammen, Geldsammlungen wurden in die Wege geleitet^ Volksversammlungen hier und in der Umgebung abgehalten. Tie große, aus 186 Mann bestehende schleswig-holsteinische Deputation wurde auf ihrer Reise nach Frankfurt und München am hiesigen Bahnhöfe glänzend mit Musik, Fackelzug und Reden empfangen. Am 27. März, am ersten Ostertage, nachmittags um 3 Uhr, wurde der Pfarrer und Dekan Geheimer Kirchenrat vr. Philipp Christian Jakob Engel zu Grabe getragen. Seit ungefähr einem Jahre w!ar der Verstorbene leidend gewesen, hatte im Sommer 1863 Bad Salzhausen ausgesucht, aber nur für kurze Zeit und ohne Linderung seines Leidens — er starb an der Brightschen Nierenkrankheit — zu finden. Vom Herbste an häuften sich! für ihn die Tage des Uebelbefin- dens und der Schwachheit. Schlaflose und schmerzvolle Nächte kamen, so daß er nur selten predigen konnte und nur wenige Amtshandlungen verrichtete. Am Vormittage des Neujahrstages 1864 predigte er zum letztenmal, die Fortsetzung seiner Predigt wollte er drei Tage später, am 3. Januar, halten, aber das war ihm nicht mehr möglich. Mit- prediger Lips und Mitprediger Krug übernahmen feine Predigten, der zuletzt Gewannte übernahm auch den Kvnfirmanden- unterricht, während alle Amtshandlungen! dem Pfarrer Landmann zufielen. Schon an seinem Geburtstage, dem 27. Februar, schien Engels Ende nahe zu sein. Am Sonntag Judika wurde für ihn in der Kirche gebiet. Am Gründonnerstag wollte er das heilige Abendmahl empfangen, aber es konnte ihm nicht mehr gereicht werden, da schon Bewußtlosigkeit eingetreten war. Abends um Vs? Uhr im Beisein seines Arztes, des Medizinalrates vr. Stammler, unter dem Gebet des Pfarrers Landmann entschlief er im Alter von 74 Jahren. Seine Frau Luise Margaretha, geb. Hoffmann war schon am 5. November 1849 gestorben. Am ersten Oster- tage, dem 27. März, nachmittags um V-2 Uhr, fand die Beerdigung statt. Ter Sarg wurde von den Mitgliedern des Kirchen- und Stadtvorstandes aus der Wohnung nach der Stadtkirche getragen und dort vor den Altar gestellt. Eine ungeheure Menschenmenge hatte sich! in der Kirche zusammengefunden. Mitprediger Lips sprach das Gebet am Altar, Pfarrer Landmann hielt die Rede über Evangelium Johannes 17, 11 und sprach über das Thema: „Wie uns das letzte Beisammensein mit unserem väterlichen Seelenhirten zum rechten Segen sein soll." Das Schlußwort in der Kirche sprach Superintendent Simon. Bei dem Zug aus der Kirche nach dem Friedhofe gingen die Geistlichen ins der Stadt und der Umgebung vor dem Leichenwagen, hinter demselben kamen der Kirchen-, Stadt- und Schulvorstands die Lehrer und Staatsbeamten und in einem Unübersehbaren Zuge die Mitglieder der Freimaurerloge „Ludewig zur Treue", der Engel angehört hatte. Dann kanien die Bürger, die Vertreter der Universität, die Gymnasial- und Reallehrer und eine große Schar von Teilnehmern aus der Nachbarschast, abgesehen von der noch größeren Menge des nebenherziehenden Volkes. Am Grabe sprach Mitprediger Krug das Gebet, ein Verein trug einen Choral vor, Superintendent Simon nahm die Einsegnung vor, und mit dem 'rer uns Philipp ;etra int. irr Ver- Kimucr eher nur g seines )t’ii ?rie- irbste an brlbr'in- losc und nur scl- e Amts- tagc des i letzten- wollte er len, aber . Mit- ig über- lctzt Ge- niaudcn- tdluugen; -chon an ir, schien Sonntag gebetet. i heilige inte ihm Bcwußt- um V-7 Medizi- Tt Gebet r im At- ise Mar- t am S. :n Oster- um Vs2 :er Sarg hcn- und nach der en Altar enmenge es unden. m Altar, de über d sprach tzte Bei- Seelen- ." Das erinten- r Kirche östlichen oor dem neu der nd, die t einem der der re", der ie Bür- e Gym- e Schar aft, ab- nge des e sprach ! Verein ent Si- nit dem Gesänge der beiden ersten Verse des Liedes „Jesus, meine Zuversicht" wurde die Feier beschlossen. Eine größere Bestattungsfeier ist in Gießen nocE)- nie gehalten worden. (Fortsetzung folgt.) Erholung. Ungezählte Tausende sind in diesen Tagen den steinernen Zwingburgen der Städte entronnen, um in Gottes freier Natur ihre abgenutzten Nerven wieder aufzufrischen; anderen Tausenden wird in Bälde die ersehnte Ferienstunde schlagen. Weit mehr noch werden freilich in dieser schweren Zeit, die ihnen das Reisen verbietet, neidvoll den glücklicher Gestellten nachblicken und wenigstens versuchen, in ihrer Heimat engerer Umgebung Ersatz für die Reize der lockenden Ferne zu finden — alle aber haben, wenn das Jahr seinen sommerlichen Höhepunkt erreichte, das Bedürfnis, einmal auszuspan- dien. Tenn die Feriensehnsucht ist in unfern Tagen keine wohlfeil bespöttelte Modesache mehr; sie entspringt einem Bedürfnis, dem säst das Gesetzmäßige eines äußeren und inneren Krästcersatzes innewohnt in einem Zeitalter, das an Leib und Seele Anforderungen von früher nicht geahnter Größe stellt. Bisweilen möchte es scheinen, als lause die Entwicklung der Dinge angesichts des sich überstürzenden Fortschritts der wissenschaftlichen und technischen Errungenschaften, vollends jetzt unter den Eindrücken des ftbcr die Maßen aufreibenden Weltkriegs, auf Ansprüche an den menschlichen Organismus hinaus, die ihm die Herrschaft über seine eigenen Schöpfungen aus der .Hand winden. Tie Verhältnisse erscheinen oft stärker als der Mensch, der sie ins Leben rief, und daraus entsteht ein Zwiespalt in seiner früher weniger belasteten Gesamtverfassung, für den ein Ausgleich gefunden werden muß, wenn die alte Harmonie der Kräfte wieder hergestcllt werden soll. Ihn zu bieten, ist die Erholung der Ferien berufen. Tann allerdings hängt viel davon ab, welcher Art wir sie verbringen. Sie sollten zu einer neuen Kraftquelle für Körper und Geist tvcrden. Das Wort: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein", hat gerade in der augenblicklichen Zeit verstärkte Bedeutung. Wenn es auch begreiflich ist, daß unter den gegenwärtigen schwierigen Ernährungsbedinguck- gen bei der Wahl des Erholungsortes die Frage nach möglichst ausreichender Beköstigung eine verstärkte Rolle spielt, so läßt doch das Verhalten Ungezählter den Schluß zu, sie wählten ihr Reiseziel ausschließlich unter dem Gesichtspunkt der „Magenfrage". Tiefe einseitige Betonung schließt im Blick auf die Millionen deutscher Männer And Jünglinge, welche au der Front für ans Jahr um Jahr kämpfen, bluten und entbehren, etwas ungemein Peinliches in sich. Unverständlich bleibt es auch, wenn viele sich einen Aufenthalt wählen, an dem sie lediglich in anderer äußerer Umgebung alle ge-! 135 - wohnten „Segnungen" und Bequemlichkeiten ihrer heimatlichen Verhältnisse, dazu womöglich noch den gleichen gesellschaftlichen Umgang wie bisher, wiederfinden. Dem gegenüber hat in gewissem Sinne das Rezept eines -alten Ferienreisenden recht: „Im Urlaub muß man genau umgekehrt leben wie im Dienst!" Recht verstanden, liegt hierin auch ein trefflicher Rat für unsere geistige Erholung, die doch immer das Entscheidende bleiben wird. Was uns modernen Menschen vor allem fehlt, ist in der täglichen Jagd nack Erwerb und Gewinn und dem immer schärfer ausgeprägten geisfigen Spezialistentum, bei dem man nur noch die Teile in seiner Hand behält, stille und geruhige Selbstversenkung, das Sich-selber-Wiederfinden, und damit die Neuentdeckung des geistigen Bandes, das alles umschließt. Hierbei wird freilich die Natur in ihrer unaussprechlichen Schönheit, wenn wir, aller Sorgen ledig, uns ihr wieder einmal widmen, ein besonders willkommener Führer und Wegweiser sein. Und zwar um so beredter, je mehr wir uns in ihre geheimnisvolle Stille flüchten. Wenn! dort um und in uns alles versinkt, was sonst an das geschäftige und geschwätzige Leben kettet, dann spüren >vir wieder etwas vom eigentlichen Beruf und Zweck des menschlichen Seins, davon, daß wir berufen sind, Herr und nicht bloß Sklave der Verhältnisse zu sein: dann spüren wir schließlich aber auch, daß selbst die Natur in all ihrer Pracht und Herrlichkeit nur ein Gleichnis ist, ein majestätisches „Wort, das durch den Mund Gottes geht", und so trinken !vir wieder einmal von dem lauteren Quell einer. Wahrheit, in der sich tausend Widersprüche Und Rätsel des Lebens lösen, die uns befähigt, .neugestählt zu unserem Pflichtenkreis zurückzukehren und auch über Kleinem und Kleinstem den Zusammenhang mit dem großen Ganzen nicht zu verlieren. Opfer. O großer Pflüger, halte ein! Es sei genug! so laß es sein. Und laß aus Blut und Schutt und Brand Ersteh'n das neue Vaterland. Karl Ernst Knodt. , So haben wir wohl alle schon gefleht, wie der nun Heimgegangene, alte Waldpfarrer es in diesen schlichten Worten ausspricht, allen verständlich-, allen tröstlich, und doch hat der große Pflüger noch nicht in seiner Arbeit -eingehalten; Tag für Tag müssen wir aufs neue erfahren wieviel schmerzens- reich-e Ops-er gefordert werden, um uns zu ermöglich-cu, ein neues deutsches Vaterland erstehen zu sehen. Wohl kommt uns die Sorge: werden wir das Ende dieses Ringens erleben, und den Anfang einer besseren Zeit sehen? Da müssen wir uns sagen, daß dies allein bei Gott steht; wir können nur felsenfest an der Ueb-erz-eugung halten, daß er cingrcifen wird. - 136 - sobald er es an der Zeit HM. Je fester wir uns an seine Leitung klammern, um so mehr geborgen sind wir für Zeit und Ewigkeit. Laß doch die Sonne der Ewigkeit Strahlen über die Tinge der Zeit; Ach, wie würden alsdann so geringe Dir erscheinen die irdischen Tinge. Und wie stille würdest du werden Mitten im Leid und Sorge auf Erden, Wenn du die große Ewigkeit Ließest durchleuchten die kleine Zeit. Baronin R. Meine Mitteilungen. . Ein Bericht in der „Deutschen Landwirt schaftlichen Presse" weift daraus hin, daß die Landwirtschaft mehr als je unter dem Mangel an Arbeitskräften leidet, während in anderen Berufen sich ein Ueberangebot geltend macht: „Im vergangenen Jahre konnte die Landwirtschaft ihren Bedarf an männlichen Arbeitskräften nur mit 73 Prozent, den an weiblichen Kräften sogar nur mit 55 Prozent rm Durchschnitt decken. Andererseits kamen rm Handelsgewerbe auf 100 offene Stellen 115 männliche oder 249 weibliche Angebote, noch wesentlich stärker war das Ueberangebot z. B. im Spinnstoffgewerbe, wo auf 100 offene Stellen 245 männliche oder 307 weib liche Angebote gezählt wurden." Tie Ur sachen liegen auf der Hand. Tie hohen Arbeitslöhne der Industrie, die ja bei der Lebensmittelteuerung in der Stadt nur einen Weinbaren Vorteil bilden, ziehen zu sehr. Selbst Landwirtssöhne werden davon be stochen, wie folgende dem „Deutschen Ar beitsmarkt" entnommene Anzeige beweist: „Wo findet hilfsdienstpflichtiger junger Mann, 21 Jahre alt, per sofort Beschäftigung als Dreher, bei Granaten, bin Landwirt-Sohn und sichere ich demjenigen, welcher mir dabei behilflich ist, zeitgemäße Ar- Ukel zu. Gefl. Zuschrift mit näheren Angaben erbittet I. I.... Leisnitz, O.-Schl." In diesem „Zug in die Stadt" müssen wir für unser Volk in wirtschaftlicher und vor altem in sittlicher Beziehung eine große Gefahr sehen. Tie Verführung in Kinos and sonstigen Vergnügungsanstalten ist zu groß, Um nicht gerade aus der Landbevölkerung, die sich in diesen Luststrudel stürzt, viele Opfer zu fordern. Dazu kommt die furchtbare Wohnungsnot in den Industriestädten. Planmäßige Aufklärung über die Gefahren der Großstadt ist hier immer wieder vor allem geboten. Der Bildschmuck der von dem Meister religiöser Kunst, Professor D. Wilhelm Steinhaufen ausgemalten Lukaskirche zu Frankfurt a. M.-Süd geht seiner Vollendung entgegen. Alle Bilddr des großen, geplanten Verantwortlich - Pfarrer Druck! und Verlag in Vrühl-schen UnIr>-rsiE»-«uch. rort SMrtim.*«.: R. Lange, Gießen. Zyklus smd fertig, und es läßt sich jetzt sch«! sagen, daß das ganze Werk als ein einheii- liches Gesamtwert sowohl in religiöser, # auch in künstlerischer Hinsicht wirkt. Aller drngs fehlt dem Ganzen noch der einheitlG Mittelpunkt; in der Mitte des Chors üb« der , Kanzel soll ein großer, aus Holz g« Wächter Kruzifixus angebracht werde» Meister Steinhausen hat ihn selbst modellier un Atelier des Frankfurter Bildhauer Stock; er verspricht auch ein Meisterwerk m iTrefe und Innigkeit zu werden. Wenn de, Kruzifixus vollendet und in der Kirche g», gebracht ist, dann soll in einer stillen, schlichten Feier das ganze Werk der Frankfurt« Kirche übergeben werden. Es ist ein einzigartiges Erzeugnis moderner religiöser Kunst welches in aller Stille mitten im Toben del Weltkrieges in der Lukaskirche erstanden i,s und man darf bei der Bedeutung der Steiw hausenschen Kunst hoffen, daß recht viele dich Kirche aufsuchen und sich der Wirkung bei Bilder aussetzen werden. Wir verdanken dies Werk vor allem dem tüchtigen Altmeista selbst, der mit erstaunlicher Frische und Energie die Arbeit gefördert hat. Ermöglich wurde dre Ausführung durch eine Stiftung der verstorbenen Rosa Livingston zu Frankfurt a. M. Mit ihr wurden im Sommer 1909 Verhandlungen angeknüpft; im September 1909 gab sie die Zusicherung, dag sie dre ganzen Kosten der Ausmalung der zu erbauenden Lukaskirche durch Professor D. Steinhaufen tragen werde. Sie hat das vollendete Werk nicht mehr sehen dürfen. Aber der Schmuck des Gotteshauses wird immer von ihr erzählen, wie sie in wahrhaft fürstlicher Weise dem greisen Künstler die Möglichkeit geschaffen hat, der Nachivclt diese monumentale Kirchenmalerei zu hinterlassen. Airchliche Anzeigen. Sonntag den 25. August (13. n. Trinitatisl. G o t t e s d i e n st. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr. zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier- ttn aus der Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. — Vormittags 9Vs Uhr: Pfarrer Mahr. —. Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Schwabe. — Nachmittags 2 Uhr: Kinderkirche für die Matthäus- gemernde Pfarrer Mahr. — Mittivoch den 28 August, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Pfarrer Mahr. — Freitag den 30. August, abends 8 Uhr: Versammlung des Frauen- vererns der Markusgcmeindef In der Zohannerkirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neu konfirmierten aus der Johannesgemcinde. Pfarrer Ausfeld. — Vormittags 9Vo Uhr: Pfarr- amstent Liz. Reuning. — Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lnkasgemeinde. Pfarrasfrslent Liz. Reuning. das hei in Erii Gottes ergreife erlebt, zum B Bau, b dem de in der ani Ba gegenw Weltkri lich mc unser 3 sicheren Jesu Qi Has den Ta Welch -i Das M geschri« es sieht der fa£ gelten und M Seite > berei li skizzen droben weisen Tann daß wi Kreuz u unserc- g en w rechten Herrn, Die We Geistli sionier lisch-tl Pfarre