Gemeindeblatt für die evangeliste: (Zeit wieder von Schwul: und _ nimm i ! Groß war Hilfe groß schädigten k !freundliche I Stadt und schwemmten (fügen, zngr Als ich an den 19. 27 nü-e, >ots- leter chen La. der ftlvs Ecke rade dem als igen Bis Ofl'll des *!:> cd- es an >cn. und und KC‘ z> die ühc ten die :rrt Tie gen vh- ten >er- age iter rer >i?r : in ein echte cre en. ;en ter ve- ar, im in- er- in >en VT feile >er che nd ir, :r- jef >s u- Mnnjpülten und vom Sturm! umheulten Häusern gefangenen Frauen, die keine Nachricht i hatten von ihrem Mann und ihren Kindern und nicht wußten, ob sie irgendwo in Sicher- > heit waren. Tiefe Frauen verlebten bange Stunden der Sorge und sahen mit angsterfüllten Blicken aus die sie umtosende rei- lßende Flut,Mr manche von ihnen ohne Licht und, > da die Keller überschwemmt waren, lohne Feuerung und Essen. Tie 9£ot macht i erfinderisch. So versuchten denn auch meh- irere Eingeschlossene ihrem vom Wasser belagerten Gefängnis auf improvisierten Flö- jßen oder in großen Waschbütten zu entflie- xhen. Toch der Erfolg blieb meistens aus, -die Waghalsigen stürzten bei diesen Versuchen ins Wasser. In der Wilhelmstraße öffnete sich gegen 3 Uhr auch das Hoftor eines unter Wasser stehenden Gehöftes und stolz wie kLohengrin tit seinem Schwanenboot erschien kin einer Waschbütte stehend und mit ruhiger iWürde seine lange Ruderstange bewegend, lern älterer Mann auf den schaukelnden Wel- ,lcn. Im Rucksack trug er Proviant und vor ihm in der Waschbütte lagen allerlei rettens- Iwertc Kostbarkeiten seiner Habe. So aus- gcstattet sah der Schiffer ruhig den kommenden Tingen entgegen und gondelte los. Er halte aber noch, nicht das Weichbild seines Hauses verlassen, da geriet sein Fahrzeug ins Schwanken und warf seinen Herrn und Gebieter ins Wasser, aus dem er unter der «Heiterkeit der Zuschauer den Rückweg in sein Häusle antrat. Nicht alle dieser Zwischen- >fälle waren so harmlos. Viele Personen geirieten in ernste Lebensgefahr. So sah man in der Viktoriastraße ein löjähriges Mädchen im Wasser treiben, das schon bewußtlos war iund zu ertrinken drohte. Da sprangen zwei! beherzte Gymnasiasten herbei, bildeten mit • anderen eine Kette und bewirkten so die Ret- I tung des Mädchens, bei dem Wiederbele-! bungsversnche nach kurzer Zeit von Erfolg waren. In den beschädigten Straßen der Stadt arbeiten mit Anspannung aller Kräfte die Mainzer Pioniere und andere von der Militärbehörde zur Verfügung gestellte Hilfskräfte. Unter ihren geübten Händen wandelt sich das Bild schnell zu erfreulichem Anblick. Tic Kurhausstraße ist schon zu einem guten Teil in der überraschend kurzen Zeit wiederhergestellt worden. Ein Strom won Schaulustigen bewegt sich durch die Stadt und nimmt die Schäden in Augenschein. Groß war das Unglück — möge auch die Hilfe groß sein, um die wir für die Geschädigten bitten: denn ohne die menschenfreundliche Unterstützung der Bevölkerung in Stadt und Land müßten viele der lieber - schwcmmten, die nicht über eigene Mittel verfügen, zugrunde gehen. In der Fremde. „Ich bin ein Gast ans Erden." Als ich kürzlich, den 119. Psalm lesend, an den 19. Vers kam, der damit beginnt: ich bin ein Gast auf Erden, da hielt ich i unwillkürlich inne, um die tiefe Bedeutung ! dieses Wortes auf nnch einwirken zu lassen Es war mir, als habe noch nie dieses Bibel i wort so überzeugend zu mir gesprochen, als ! in dieser stillen Stunde. Ja, wir sind Fremdlinge in dieser Welt i Das ganze Erleben dieser letzten Jahre zeigt es uns mit fast erschreckender Deutlichkeit: und doch dürfen, nein, sollen wir nicht erschrecken und uns fürchten. Ein jeder, der lange Zeit fern der Heimat lebte, kennt die Freude, wenn der Fuß wieder Heiniatboden betritt. Oft denke ich: Die vielen Gefangenen in vielfach denkbar traurigen Verhält-: nissen und Umgebungen richten sich wohl an dem Gedanken der Heimat aus: und die Sehnsucht nach ihr mag oft quälender sein ! als alle andere Not und Entbehrung. Aber , sie wissen: es kommt ein Tag, da dürfen, sie heimkehren, und das hält sie aufrecht L-ind wir nicht alle in ähnlicher Lage? Abgesehen von der großen Not, die aus fast i allen Völkern auf dem Erdenrund lastet und i die wir oftmals schmerzhaft Mitempfinden, drückt uns nicht außer dieser noch mancherlei «orge und Last? Sollte da nicht auch der Ausblick auf die ewige Heimat uns zu j trösten vermögen, besonders, da die Schar derer, die wir lieben, sich dort mehrt, dort in der Heimat des ewigen «Lichts? Fühlen wir nicht unsere Sehnsucht sich! mehren, mir ihnen dort vereint zu sein? Der Dichte« Spitta sagt so schön: Wie wird uns sein, wenn endlich nach dem schweren, Doch nach dem letzten ausgekämpften Streit, Wir aus der Fremde in die Heimat kehren, ! Und einzieh'n in das Tor der Ewigkeit! Baronin R. Meine Mitteilungen. Im Jahre 1917 fanden in unserer Kirchengemeinde 111 Trauungen statt, 15 in der Matthäusgemcinde, 42 in der Markusgemeinde, 34 in der Lukasgemeinde, 20 in der Johannesgemeinde. Getauft wurden 272 Kinder, 69 in der Matthäusgemeinde, 54 in der- Markusgemeinde, 85 in der Lukasgemeinde, 64 in der Johannesgemeinde. Tie Zahl der Beerdigten betrug 316, davon entfallen auf die Matthäusgemeinde 73, die Markusgemeinde 64, die Lukasgemeinde 77, die Johannesgemeinde 102. Diese Zahlen, reden eine deutliche Sprache. Die Zahl der. Getauften betrug im Jahre 1911 445, wir haben also, wenn wir 1917 mit 1911 vergleichen, einen Ausfall von 173 Taufen. Im Jahre 1911 wurden 226 Gemeindeglieder! beerdigt, also 90 weniger als in dem ab- gelausenen Jahre. Addieren wir 173 -st 90, so ergibt sich eine Verminderung der evangelischen Bevölkerung unserer Stadt in einem Jahre um 263 Personen, dabei sind die vor dem Feinde gefallenen und in auswärtigen 28 Lazaretten verstorbenen und auswärts beerdigten Gemeindeglieder nicht mitgerechnet. Unsere Zahlen geben allerdings nur ein annäherndes Bild, da man die Zahl der Taufen mit der Zahl der Geburten nicht gleichsetzen kann. Es kommt vor, daß Kinder, die hier geboren sind, auswärts getauft werden und umgekehrte In das Gewicht fällt auch, daß im Jahre 1.911 174 Trauungen, also 63 mehr als 1917, stattfanden. Annähernd richtig ist jedoch unsere statistische Zusammenstellung, sie eröffnet trübe Aussichten für die Zukunft unseres Volkes. Bei den uns jetzt feindlichen Völkern sind allerdings die gleichen Erscheinungen zu beobachten. Leider kann in diesem Jahre die Veranstaltung von Passionswochengottesdiensten aus Kohlenmangel nicht stattsinden. Für ausreichende Heizung der Kirchen an den! Sonntagen ist jedoch Sorge getragen, es braucht niemand ans Furcht vor Erkältung vom Gottesdienst fernzubleiben. * Bei der Schwierigkeit, neue Kleiderstoffs für Konfirmanden zu beschaffen, und bei den teuren Preisen, die dafür gefordert werden, wird man in diesem Jahre daran denken! mjüssen, alte, noch gut erhaltene Kleider zweckentsprechend zu verarbeiten und umzu- j ändern. In jeder Familie sind solche Klei- 1 der wohl vorhanden, und wenn sie in der Familie nicht zu finden sind, so im Kreise der Verwandten. Man wird es auch machen müssen, wie es in früheren Jahren geschah, die älteren Geschwister werden ihre Kon- sirmandenkleider auf die jüngeren vererben' Müssen. Insonderheit dürfen die Eltern, die die Konfirmandenkleider aus öffentlichen Mitteln zu erhalten wünschen, sich nicht darauf verlassen, das; die Beschaffung alles Erforderlichen erfolgen kann, auch sie müssen fich nmsehen, ob sie nicht irgendwo alte Kleider bekommen können. In diesen Zeiten kann man sich nicht sorglos auf die Hilfe anderer verlassen. Auch wenn wir im nächstfein Jahre Frieden haben, so werden sich auf diesem Gebiete die Verhältnisse kaum gebessert haben. Vorsichtige Eltern, die 1919 oder 1920 ein Kind konfirmieren lassen, tun deshalb gut, jetzt schon die Beschaffung dev Kleider in das Auge zu fassen. * Ein Gießener Pfarrer erhielt dieser Tage eine anonyme Postkarte mit folgenden! Inhalt: „Uns treibt nicht Eroberungspolitik, uns treibt der unbeugsame Wille, den Platz zu bewahren, auf den Gott uns gestellt hat. - Diesen Spruch erhielt ich zur Weitergabe. Jeder, der die Worte, die vom Kaiser gesprochen sind, erhält, soll dieselben 9 Tage lang immer einem anderen Bekannten ohne Unterschrift zur Weitergabe übersend« Diese Kartenkette soll durch ganz Deuts,! land gehen und darf nicht unterbrochen w« den. Es geht die Sage, daß derjenige, fc, den Spruch nicht weitergibt, kein Glück m doch derjenige, der ihn 9 Tage wcitergü am letzten Tage eine große Freude hr Zur Weitergabe im patriotischen Sinne! Nach dieser Postkarte gehen in diesen ernste Zeiten in unserem Vaterland noch imm Dummheit und Aberglaube miteinand: Hand in Hand, und der Kettengcbetsunm steht noch in Blüte. In einer Zeit, da di meisten Deutschen, auf das allerangestreitz teste arbeitend, im Dienste des Vaterland stehen, gibt es noch andere, die viel frei» Zeit haben und sich diese Zeit mit albern» Possen vertreiben. Hat man in diesen Kr» sen denn kein Verständnis dafür, daß es eit ganz nutzlose Ueberlastung der Post ist, nie»! man die Kettengebete durch die Welt stiem läßt? Eigentlich sollte man diesen Poss kartenschreibern nachgehen und sie weg« groben Unfugs bestrafen. Geistig stehen di Leute, die dem Unglück audrohen, der bis Karte nicht weitcrgibt, auf dcni StandpunI der wahrsagenden Zigeunerinnen. Oder si» die Zigeunerinnen nicht noch klüger? Mrchliche Anzeigen. Sonntag den 17. Februar. Jnvokavit. Gottesdienst. 3n der Stadtkirche. Vormittags 9 Vü Uhr Pfarrer Mahr. Vormittags 11 Uhr! Kinderkirche für die Matthänsgemcindr Pfarrer Mahr. - Abends 6 Uhr: Pfarr asfistent Lic. Reuning. - Abends 8 Uhr .Bereinigung der konfirmierten männlich^ Jugend der Matthäusgenreindc. — Dienst tag den 19. Februar, abends 8 Uhr: Bereinigung der konfirmierten weiblichen Iris gend der Markusgemeinde. — Freitag dm 22. Ftbrnar, abends 8 Uhr: Vereinigung! der konfirmierten weiblichen Jugend der! Matthäusgemeinde. 3« feer 3»haunerkirche. Vormittags 9 ! : Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lnkas- gemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer. -I Abends 6 Uhr: Pfarrer Ausfeld. ?lbend: Vs8 Uhr: Vereinigung der konfirmierte» weiblichem Jugend der Lukasgemeinde. H Abends V28 Uhr: Vereinigung der koufir micrtcn männlichen Jugend der Johannes-! gemeinde. Freitag den 22. Februar. J abends >1-6 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Johannes-- gemeinde. -verantwortlich : Psarrer Bechtolsheimer. Druck und Verlag der DrühUschen Universitäts-Buch-»nd Steindrucken! M. Lange, (Ziehen