Der Jv- mauchma! Latz mehr überneh- mpeteuter diese Ar- s ilfsdienst- achr kom- . he bereits. it leisten, veudigkeit Uebertritt edarf von nd Ueber- i gestiftet, i re Propanglich um nritunter in wollen, cht kennt, den; denn n unwür- egsbeschä- :hältnissen icnsunter- ihre küns- nd Maß- Kriegsbe- u a r. tb Förde- der evan- , lusland. l 9V2 Uhr: ;s 11 Uhr: nst auläß- es Kaisers) zs 2 Uhr: inde Psar- :: Pfarrei nar, nach- erein. ittags 9s-j — Bor- Lr die Jo- — Abends — Abends rsinniertm netirbe. — LQ im .Jo- 5 ebruar ' g 0 ttes -- Steindrucke«' Gemeindeblatt für die evangelische Nirchengemeinde Gießen Nr. 5 Gießen, Sonnrag 5. nach Epiphanias, den Z. Februar 1918 7. Iahrg. woher und wohin? 1. Mose 16, 8. Wo kommst du her und wo willst du hin? Wenn im Kriege odewauch in friedlicher Zeit ein Wanderer nächtlicher Weile mit oder ohne Absicht einem Orte naht, der durch militärische Posten bewacht und abgesperrt wird, so rust ihm 8er Posten ein vernehmliches Halt! Wer da? zu. Alsdann muß der Wanderer stehen bleiben und Auskunft über seine Person und seine Absichten geben. Bleibt er nicht stehen, geht er vielmehr in der alten Richtung weiter, so ruft ihn der Posten noch zweimal an, wird auch das dritte Halt Ttidjit beachtet, so ist der Soldat verpflichtet, zu schießen. Es mag schon vor- gckontmen sein, daß Verirrte, die den Anruf im Sturmwinde oder aus Schwerhörigkeit nicht vernommen haben und nicht stehen geblieben sind, auf diese Art ihr Leben verloren haben. Ter, der den Ruf des Postens hört uird die Tragweite der Militärwacht- ordnung kennt, roirb keinen Augenblick zögern, in seinem Wege innezuhalteu und ausführlich! Bescheid zu geben. Es gibt Menschen, die der Meinung sind, sie könnten den gewohnten und beliebten Weg allezeit unbekümmert sorlsetzen. Ihre Bequemlichkeit, ihr Behagen stellen sie über alles andere. Ohne das gewohnte Gespräch am Stammtisch! oder in der Kaffeegesellschaft können sie nicht sein. Tie Geselligkeit, das Reden, das Lachen, die schönen Kleider, die wohlbesetzten Tische, die hell erleuch!tetcn Räume können sie nicht missen. Ein Leben fern vom Kreise ihrer Bekannten und Verwandten, fern von der Stadt, die so viele Annehmlichkeiten bietet, ist ihnen unerträglich!. Andere können nicht leben, ohne sich im Mittelpunkte der sie umgebenden Welt zu fühlen. Etwas bewundert müssen sie bocfii sein, der Glanz ihrer Familie darf nicht verblassen, Widerspruch können sie nicht vertragen, mit solchen, die ihnen unsympathisch sind, wollen sie nichts zu tun haben. Eine Berufsarbeit, die Mühseligkeiten und Enttäuschung bringt, scheuen sie. Rasch werden die Zelte wieder abgebrochen, wenn nicht alles nach! dem Schnürchen geht. Andere kennen nichts als ZusaMmenscharven von Besitz. Wie. man die Mitmenschen ausbeutet, das verstehen sie. Mögen andere im Kriege Opfer bringen, die Fähigkeit zur Ansopfe- rnng für ideale Zwecke entdecken sie so wenig in sich, wie Erasmus von Rotterdam in sich den Glaubenshelden entdeckte. In unbeschränkter Ichsucht, fern von Gott, gehen alle diese Menschen ihren Weg, nicht anders, als ob es immer so sein müßte. Ernst denkende sagen dann wohl von ihnen: Alles glückt ihnen, was sie wollen, geschieht, das Programm wird lückenlos ausgeführt. Und die Frommen sprechen von ihnen mit den Worten des 73. Psalmes: Sie sind in keiner Gefahr des Todes, sondern steh, n fest wie ein Palast. Sie sind nicht im Unglück wie andere Leute und werden nicht' wie andere Menschen geplagt. Darum muß ihr Trotzen ein köstlich! Ding sein, und ihr Frevel muß wohlgetan heißen. Sie >achten alles für nichts und reden übel davon und reden und lästern hoch her. Jahrelang mag es so im Gleichmaß glücklicher Tage einhergehen, da stellt sich Gott diesen Zufriedenen und- Stolzen in den Weg und ruft ihnen ein vernehmliches Halt! Wer da? zu. Er fragt sie wie einst der Engel in der Wüste Hagar, das arme, vertriebene Weib, dessen Kind bem Verschmachten nahe war, fragte: Wo kommst du her und wo willst du hin? Gott stellt seine Fragen ganz unerwartet, so, wie der Postenruf ganz unerwartet kommt. IM selbstzufriedenen Wandel geht der Mensch dahin, da stirbt gewissermaßen vor seinen Augen ein naher Bekannter, plötzlich,, aus dem vollen Leben heraus wird er ab gerufen: es gilt von ifjm: Heute rot, morgen tot. Oder altererbter Wohlstand stürzt mit einem Male im Angesicht des Glücklichen zusammen, in 'alle vier Winde sieht er den Besitz zerstieben. Oder er sieht mit Schmerzen, wie -eine Familie, der seither nichts fehlte, von schwerem Leide heim- gesucht wird. Sind solche Erlebnisse dem gemächlich seines Weges Ziehenden schon ein ernstes Halt! so noch mehr die Schickungen, die ihn selber treffen. Auf einmal geht es mit seiner Gesundheit nicht mehr, das Alter naht herzu, es tut sich in mancherlei Beschwerden kund- Nun kann der Mensch den Ruf Gottes, der in all diesen Fügungen zu ihm dringt, nicht mehr überhören, den Ruf Halt! Werda? Er wird inne, daß es nicht mehr so weiter geht wie seither, er sieht ein, daß er verirret war, er ist froh, wenn sich ihm auf die Frage: wo willst du hin? der rechte Weg ossenbart. Der rechte Weg geht an der Hand Gottes dahin, in Ernst und Buße. Jesus muß der Geleitsmann sein. Nach Wahrheit, Reinheit, Frieden muß das Herz trachten, sonst mündet der Weg in geist- lichen Tod, in Nacht und Oede ein. Gott allein ist die Quelle des Lebens, und nur in seinem Lichte sehen wir das Licht. H. B. Gietzen in der Dichtung. (Schluß.) Sehr „poetisch" ist ein Gedicht, überschrieben „Die Schur". Der Verfasser macht hierzu die Randbemerkung: „So heißt die chauffierte Straße nebst dem fast in jeder Jahreszeit >angenehmen Fußwege, w-elcher zwischen einer Doppelreihe von Bäumen rings um die alte Stadt läuft und von dem sogenannten Glacis der Vestung herrührt." Einige Verse aus diesem Gedichte verdienen es, der Vergessenheit entrissen zu werden: „Unter deiner Bäume Schlotten Wall ichl gern, o kühle Schur! Deine Gärten, deine Matten Sind die segensreichste Flur. Lieblich! rauscht des Baches Welle, Ter im Kreise dich umfließt, Und Gedanken lernst und Helle, In des Wallers Busen gießt. Frauen wallen auf und nieder Laben sich in deinem Kühl', Hören deiner Säng!er Lieder Ferne von dem Stadtgewühl. Und die Musensöhne treiben Hier ihr Jugendwesen froh; Tenn wie lange wird's so bleiben, Und die goldne Zeit entfloh!" Unfreiwillig komisch ist der erste Vers eines Gedichtes, in dem Alois den Philosophenwald besingt. Er reimt da folgendes zusammen: „Stiller Wald der Philosophen Kühler, trauter Schattengang, Lieblingsaufenthalt der Zofen, Dir auch weiht sich mein Gesang. Und ihr zürnt wohl nich.t, ihr Bäume, Tiefe Denker nur gewöhnt, Daß ein Sänger bunter Träume, Hier einmal ein Liedchlen stöhnt!" Alois der Taunide hat eine rege Phantasie, wenn er von den Zofen spricht, die zu seiner Zeit in Gießen lebten, das „Anzei- gunes Blatt" spricht nur von Dienstmädchen, die Mitunter gesucht wurden. Sicher haben sich! die Bäume des Philosophenwaldes vor Entsetzen geschüttelt, als der Dichter dort sein Liedchen „stöhnte". Voll von zarter Empfindung ist ein Gedicht, überschrieben „Lahnfahrt". Also läßt der Sänger sich vernehmen: „Ich saß ihr gegenüber Iw leicht bewegten Kahn, Wir flogen rasch vorüber Auf glatter Wellenbahn." Tie, die ihm damals gegenüber saß, so behaupteter, habe Adelma geheißen: es muß ein schönes Bild gewesen sein, wie Alois der Ta'mid' und Adelma im leichtbewegten Kahn vorüberflogen. Aber Alois scheint ein pedantischer und langweiliger Jüngling gewesen zu sein; denn so berichtet er: „Viel mußt' ich ihr zu sagen Von Burgen, alt und grau, Tie hoch herunter ragen Wohl über Strom und Au." Man sollte meinen, daß Adelma für den Gleiberg, Vetzberg und Staufenberg wenig Interesse gehabt habe, aber Alois der Taunide versichert uns: „Ich trug die alte Kunde Begeistrungsvoll ihr vor; Sie hing an meinem Munde Mit aufmerksamem Ohr." Aber der Sänger ist schüchtern, über den alten Burgen scheint es nicht zur Aussprache über den Gegenstand, der ihm am Herzen lag, gekommen zu sein; denn er berichtet: „Ich konnte ihr nicht sagen Das Wort: Ich liebe dich! J>ch konnte sie nicht fragen: Adelma, liebst du mich?" Einige Tage später, als er gerade im Burggarten (heute der Botanische Garten) die Blümlein befragt, begegnet ihm Adelma wieder, aber auch hier findet er nicht das rechte Wort; denn er ruft pathetisch aus: „Ha! sie kommt, was soll ich sagen? Mich erdrücket fast die Scham! Doch ich will, ich will sie fragen: Wie ihr unsre Fahrt bekam?" Zaghafter Jüngling! - - Noch viel minderwertiger ist eine Gieße- 1; ner Karnevalsreimerei, die im Jahre 1852 ohne Nennung d^s Namens des Verfassers erschien und den Titel trägt „Ausführliche Beschreibung der Stadt Krähwinkel im Lande der Narren, welches zwar gar nicht weit von hier liegt, aber doch ohne diese Beschreibung auf keiner Landkarte zu finden ist." Das Ganze ist so gedacht, daß der Verfasser einen Bilderkasten mit vierzehn ver- , schiedenen Bildern zeigt und dazu seine Bemerkungen Mlacht. Wir teilen folgendes dar- ans mit: „Sechstes Bild. Auf diesem leeren, weißen Schild Erblicket ihr ein Luftgebild, Ihr Leute, seht das Bild euch! an: Es ist die künftige Ei enbahn. Siebentes Bild. Ties Bild hier auizuwei en hat Die größte Zier von unserer Stadt: Das schönste Slraßenpfla'"'er seht. Auf dem man stie c'arm sich! geht. Achtes Bild. ' Und dieses Bild hier gleich! dabei Zeigt, wie die dalige Stadtkirch sei: Sie gleicht nicht ewem Gotteshaus; Wie ein Theater sieht sie aus." Tie Bemerkungen über das damalige Straße"p'la^er und die Stadtkfrche sind nicht ganz unrichtig. 1 -- Aus den mitgeteilten Proben werden unsere Leser gesehen haben, daß es keine großen Dichter waren, die um die Mitte des vorigen Jahrhunderts unsere Stadt besungen haben. Wir müssen also auf den kommenden großen Lokaldichter in Geduld noch ararten. Eine deutsche Stadt in der Wassersnot. Am 16. und 17. Januar ist das ganze mitteldeutsche Gebiet von großen Ueber- schwemmungen heimgesucht worden. Auch unsere Lahn stieg über ihre User, und die Bewohner der Schützenstraße waren von dem Verkehre abgeschnitten. Doch ist uns größeres Unheil ferngeblieben. Man hat schon oft bemängelt, daß man einst die Main-Weser- Bahn auf dem hohen Damm an der Westseite der Stadt vorbeigeführt hat. Kein Geringerer als Justus von Liebig soll die Anregung zu dieser Führung der Eisenbahnlinie gegeben haben. Man hat mit vollem Rechte gesagt, daß das Gießener Stadtbild sich weit schöner gestaltet hätte, wenn man die Bahn an der Ostseite der Stadt vorbei- geführt hätte. Aller Wahrscheinlichkeit nach «wäre dann die moderne Entwicklung nach. Westen in der Richtung nach Heuchelheim gegangen. Gießen würde heute auf beiden Ufern der Lahn liegen, die beiden Stadtteile, der alte und der neue, wären jetzt durch! eine Reihe von Brücken miteinander verbunden, was zweifellos ein schönes- Bild geworden wäre. Vielleicht war es doch gut, daß es -anders, gekommen ist; denn sonst wäre unsere Stadt in jedem Jahre bei der Schneeschmelze von Ueberschwemmungen betroffen worden Wie schrecklich das Wasser, das über den Rand der Flußufer hinaussteigt, werden kann, zeigt uns eine anschauliche Schilderung, die uns aus Kreuznach! zugegangen ist. Sie beweist wieder aufs neue, daß Wassersnot viel.gefährlicher ist als Feuersnot. Gegen das Feuer kann man sich wehren, gegen das unheimlich gurgelnde Wasser nicht. Der Äreuznacher Chronist hat seinen Bericht für icden Tag der Uebcrschwemmung ausgezeichnet. Ta seine Schilderungen auch- für die interessant sind, die die Stadt an der Nahe nicht aus eigener Anschauung kennen, so seien sie in unserem Gemeindeblattc wiedergegeben. ^ 16. Januar 1918: . zufolge des heftigen Regenwetters, das wir, seit ewigen Tagen im ganzen Nahe- gebret haben, und der bei der milden Temperatur außerordentlich schnellen Schneeschmelze iw Gebirge ist die Nahe seit gestern abend rapid angeschwollen. Schäumend tosen ihre lehniig-gelbcn Wogen zu Tal, an vielen MEkN dre Ufer überschwemmend. In der ™ Kreuznach stehen zahlreiche Keller der an der Nahe liegenden Häuser unter Wasser, ch^oer Karlsstraße können mehrere Häuser mchlt benutzt werden, da die Zugänge überschwemmt smd. Das reißende Wasser führt große Mengen Stroh, Holz und ganze Ställe mit Hühnern und Kaninchen mit sich. 17. Januar 1918: Eine furchtbare Wasserflut suchte gestern Kreuznach heim. Reiche Schneefälle im Gebirge der. oberen Nahe, plötzlich einsetzeudes Tauwetter und he tige Regengüsse ließen in öcr Nacht zum Mittwoch die Nahe aus ihrem ojinzen Lauf .rapid anschwellen. Gestern morgen, schoß das Hochwasser brausend unter den Brucken dahin. Von Stunde zu Stunde stieg die reißende Flut. Morgens 9 Uhr waren alle Keller .an Nahe und Mühlenteich überschwemmt, eine Stunde später standen schon die Uferstraßen unter Wasser, das bis gegen 2 Uhr mittags stieg. Tie Häl te der ganzen Stadt stand unter Wasser, in den Hauptverkehrsstraßen stand das Wasser bis zu 1.50 Meter hoch. Aller Verkehr war unterbrochen. In reißendem Strom schossen die Wasser dahin, alles, was nicht festgekettet war, mit sich fortreißend. Auf den hoher gelegenen Straßen und Brücken sam- melten sich, große Menschenmengen an, denen bald reder Schritt vorwärts und auch der Rückweg von den Wassermassen abgeschnitten wurde. Ter Bismarckplatz glich, einem großen See. Von der Hardt bis zur Salinenstraße, vom Eiermarkt bis jurn städtischen Lyzeum, Es eine Wasserflut, die mit dämonischer Gewalt ihr Zerstörungswerk vollbrachte und zahlreiche Beutestücke auf den zu Tal stürzenden Wellen davontrug. Da schwammen Baume und Sträucher, Kartoffeln, Gemüse Flasch.en, Fässer, Balken, Bretter, Hundehütten, Viehställe und tote Tiere vorbei, Haus- und Küchengeräte aller Art, Eimer, Stühle, Tische, Sofa, Handwagen, Schlitten, Leitern, ganze Bretterwände und sogar Menschenleichen wollen einige Bewohiier gesehen haben. Mit unheimlicher Geschwindigkeit wälzte sich, das grausige Sch.auspiel an den Augen vorüber, hochauf spritzte die Gischt der Wellen. Machtlos standen die Menschen der Riesenkraft, des entfesselten Elementes gegen- lüber. Tie Bewohner der überflutete» Straßen waren Gefangene in ihren rings von der Flut eingeschlossenen Häusern. (Fortsetzung folgt.) Leiden. Alle Leiden dieser Zeit Schlagen zu der Herrlich keit Eine seh'ge Brücke. Ist!es nicht eine Zeit des Leidens ohne- gleichm, die der .größte Teil der ganzen Menschheit auf dem Erdenrund nun zu tragen hat, ja schon seit Jahren trägt ? I Blicken wir um uns und schauen wir in uns, — , stets kommt die Sorge zum Vorschein, sei es um die Schwierigkeiten des täglichen Lebens, sei es viel mehr noch um die Not, das Elend und die Trauer ungezählter Scharen unter allen Völkern. Wir können uns nicht ausschließen aus dem Kreis der Trauernden, die ihr Liebstes Hingaben für 20 heiligen Zweck, noch von denen, die stündlich um das Leben derer bangen, dre noch dem Wüten mächtiger Fei/de gegennberstehn, noch von allen, die durch diese lange Zeck der Prot und Leiden seelische müde und körperlich matt geworden sind. Wir fühlen mit ihnen allen, wir wissen, daß wir ihre Sorgen und Leiden mittragen müssen, da das Leid dieser Zeit uns lehrte, daß wir eine einzige große Familie sind. .. ,, , , „n-, J>ch glaube so sehr an die Macht de» Mitgefühls. Es kann den Schmerzgebeugten wohl nicht ihre Lasten abne/men, es vermag aber in vielen Fällen die Schmerzen zu lindern, sie tragen zu helfen. Nicht durch j ammern und Klagen, aber durch stilles Srchver- senken in unseres Gottes Barmherzigkeit, rn- . dem wir ihm alle die an sein Vaterherz legen, die auf der weiten Welt der Fürbitte bedürfen. Es ist. dies wie ein unsichtbares Band, das sich, um alle Pilger die,es Erdenlebens legt, sie untereinander. verbindet, auch wenn sie sich nie von Angesicht zu Angesicht sehen. Vielleicht dereinst am Hiiümels- thron werden Verklärte sich finden, die, obwohl erdenweit getrennt, dennoch dadurch verbunden waren, daß eins dem andern aus der Ferne das Geleite gab zur Heimat des Lichts und des Friedens. Welch herrliches Ziel erwartet uns dann! Was ist das höchste Glück auf Erden ? Vertrauter Umgang mit dem Herrn! Es ist nicht nur ein Selig wer d en — Ein Selig sein im tiefsten Kern. Baronin R. Uleine Mitteilungen. Tie Uhr der Johanneskirche verweigert seit einiger Zeit den Gehorsam, alle Versuche, sie zum Aufgeben ihres Eigensinns zu bewegen, waren seither vergebens. Dem Herrn, der sich in einem „Eingesandt des „Gießener Anzeigers" über die Kirchenuhr schwert h>at, inüssen wir leider die ihm augenscheinlich ganz fremde Tatsache berichten, daß wir seit 42 Monaten Krieg haben und daß in jedem Berufszweige die tüchtigen Arbeiter fehlen: auch. die Turmuhrmacher stehen im Felde. Jeder, der im tätigen Leben steht, weiß, wie schwer es jetzt ist, irgendeine Reparatur ausführen zu lassen. Diese Erfahrung hat wohl auch der unwillige Herr „Einsender" gemacht: denn seine eigene Uhr scheint nicht zu gehen, sonst brauchte er sich nicht bei seinen Berufsgängen lauf die Kirchenuhr zu verlassen. Unsere Uhr wurde in Bockeuem in der Provinz Hannover her- gestelltder Erbauer ist telegraphisch hierher bestellt worden und wird hoffentlich in diesen Tagen zur Ausbesserung des Werkes hier eintresfen. Eine Garantie für sem baldiges Eintreffen können wir jedoch nicht übernehmen. Tiirch. die Zeitungen ging vor kurzem die Notiz, ^daß nun auch die Kaiserglocke rm Kölner Tome dazu bestimmt sei, zum Zwecke der Munitionsherstellung eingeschmolzen zu werden. Diese Glocke ist im ganzen deutschen Westen berühmt. Ihren Namen hat sw daher, daß sie ein Geschenk Kaiser Wilhelms I. ist. Ans Geschützmaterial, das 1871. erobert worden ist, ist sie im Jahre 1877 hergestellt worden, und zwar in der bekannten Gießerei von Andreas Hamm in Frankenthal; auf eurem Schiffe wurde sie rheinabwärts uacp Köln befördert. Eine sinnige, eindrucksvolle Inschrift steht auf der Glocke: sie lautet: „Tie Kaiserglocke heiß ich, Des Kaisers Siege preis' ich. Auf hoher Warte steh' ich., Dem Deutschen Reich erfleh' ich, Daß Fried' und Ehr' Ihm Gott bescher'." Der Dichter Ernst Scherenberg hat diese Klockenschrift in einem schönen Gedichte umschrieben. Daß die berühmte Glocke nun ihren Standort verlassen und der Vernichtung anheimfallen soll, wird jeden Vaterlandsfreund schmerzlich berühren, aber wie sie 40 Jahre lang die Siege des ersten deutschen Kaisers gepriesen hat, so wird sie, so Gott will, nun helfen, die Siege des dritten deutschen Kaisers zu erkämpfen. Kirchliche Anzeigen. Sonntag den 3. Februar. S e x a g e s i m ae. Kollekte für das hessische Krüppelheim. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 9Vs Uhr: Pfarrassistent Lic. Reuning. — Vormittags 11 Uhr: Kindcrkirche für die Matthttnsge- mcinde. Pfarrer Mahr. — Abends >6 Uhr: Pfarrer Schwabe. — Dienstag den o. Februar, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jügend der Markus- gemeinde. — Freitag den 8. Februar, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten leiblichen Fügend der Matthäusgemeinde. In der Iohanneskirche. Vormittags 9V, Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. — Vormittags 11 Uhr: Kindcrkirche für die Lukasgememde. Psarrer Bechtolsheimer. — Abends 6 Uhr: Pfarrer Ausfeld. Beichte ü. Heiliges Abendmahl für die Lukas- und Johannesgemeinde gemeinsam. Anmeldungen werden vorher bei dem Psarrer jeder Gemeinde erbetem — Abends V 2 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Lukasgemeinde. — Abends V28 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jügend der Johannesgemeinde. — Freitag den 8. Februar, abends V26 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jügend der Johannes gemeinde. n«.->n.w°rtlich - P f a Dr-r B°cht°lsh°'mcr. Druck imdV-rwH BrühNchen Universitäts-Buch- »nd Steindrucks« R. Lauge, Gietzen.