onntaysgru Gemeindeblatt für die evangelische Dirchcngemeinde Gießen Vtr I Gießen, Sonntag l. nach Ephamas, den H. Januar 1918 7-Iahrg. Uronenwacht. Offenbarung Johannes 3, 11. Halte, was du hast, daß niemand deine Krone nehme. Tie Länge des Krieges bringt unserm Volke große Versuchungen, die größte, das; Mir leichten Kaufes wieder hergeben, was wir errungen haben, waZ uns geworden ist. Um nur selbst sich mit Nahrung und Kleidung reichlich zu decken, verzichten vele auf das Anstands- und Ehrgefühl und ve gessen des darbenden Bruders. Wenn der Sturm der Heimsuchung über sie kommt, lassen sie fahren, was ihnen einst teuer war, ihre Vaterlandsliebe, ihr (Rottvertrauen, ihr Gebet, und zwei elu und verzagen. Tie herrlichen Tugenden, die in den ersten Kriegswochen an unserem Volke zum Vorschein kamen, Opfersiun, Freudigkeit, Einmütigkeit, Siegesgewißheit, Gottesfurcht nnd darum Furchtlosigkeit vor der Menge der Feinde, sind vil'ach erblaßt, mitunter gar erloschen. Es wäre ein Jammer, wenn uns verloren ginge, was Abertausende unserer Helden draußen unter zahllosen Entbehrungen, mit der Tahingabe ih-es Blutes, in furchtbaren Kämp'en uns erstritten ha r en: dmt'che Freiheit, deutsche Ehre, deutsches Land. Aber noch viel größer wäre der Jammer, wenn die Gedanken und Wege Gottes, die er durch diesen Krieg mit uns vorhat und eingeschlagen hat, sollten durchkreuzt und aufgehalten werden durch un'ern Unverstand, unsere Ungeduld, unfern Unglauben: daß wir des höchsten Siegespreitts verlustig gehen, ein Volk Gottes zu werden unter den Völkern der Erde. Sollten wir das Erbe unserer Vrtw nicht festhasten und darum ringen bis aufs Blut? Aus der Märtvrerzeit der ersten Christenheit stammt jene Warnung. Kreuz nnd Krone sind den frommen Kämpfern auch unserer Tage geworden, die Treue gehalten bis an dm Tod. Alle Glieder un'c'ws B-lkes können Kronenträger sein, mit der himmlischen Krone der Gotteskinder, der Weltüberwinder, ider Todesbezwinger, mit der strahlenden Krone der Gottesliebe. Laßt uns Kronenwäckster werden über die Krone unseres Kaiserhauses, unseres Volks'ebms, das deutsche, christliche Hans: die Dornenkrone unteres Herrn und He lande" Jesus Christus hat uns einen unvergänglichen Kranz erworben. „Um einm ewigen Kranz Ties arme Leben ganz!" Die Stiefel. Daß auch Stiefel ihre Geschichte haben, wird dem, der den Krieg mit einigermaßen wachem Geist miterlebt, nicht zweiseu-ajt sein. Also ist es berechtigt, auch einmal einem solchm gering ügigenGegenstand sein Augen- merk zuzumenden. Doch wenn ich eine Unterhaltungsgeschichte im gewöhnlichen Sinne schreiben wollte, würde ich versuchen, ihren Kern ans die Einzahl znrückzuführm, da es mich bedünken will, daß von einem Stiesel Jiiteressanteres zu erzählen ist, als von zweim, selbst wenn sie wie in dem vor- liegmden Falle in durchaus rechtmäßige:: Weise zueinander gehören. Tie Stic el, von denen ich kurz reden will, sind vor noch nicht vierzehn Tagm in einem Paket aus dem Felde angekommen, das die Aufschrift trug: „Nachlaßsachm." Sie hatten die Reise hierher gemacht in dem Zustand, wie ihn die Berührung mit der flan- drischm Erde herziistellen beliebt, und brauchten sich in diesem Zustand vor ihren Reisegenossen, einem mit Blut durchtränkten Waffenrock, nicht zu genieren. Sie sollten die letzte Kunde von einem jungen Krieger bringen, dessen sterbliche Hülle sie bis zu dem Schlag, der seinem Erdendasein ein Ende setzte, bekleidet und begleitet hatten. Als sie diese Aufgabe vollbracht hatten, mußten sie es sich geallen lassen, wieder in einen leidlich stieselwürdigen Aufzug versetzt zu werden. Doch erfüllte es sie mit einiger Genugtuung, seststellen zu können, daß die Verschönerungsversuche, die mit ihnen angestellt wurden. nur zum Teil ge'a'gen, indem es nicht möglich war, die Svuren des Krieges, die sie trotz einer verhältnismäßig Hirzen Lebenszeit an sich trugen, völlig zu verwischen. Ta die Stiefel somit keinen Anspruch mehr erheben konnten, in einem Staatsgemach ausgestellt zu werden, ließen sie es sich gern gefallen, in dem Schlafgemach der Eltern ihres verwichmen Herrn Aufstellung zu finden. Man merkt es ihnen an, daß ihnen das jetzige beschauliche Leben ganz und gar nicht gekällt. Aber sie seien die Notwendigkeit, sich in das Unabänderliche zu fügen, ein. Einein anderen Herrn wollen sie keine Tienste mehr leisten, und man hat ihnen ge- iaah daß ihr Anblick den Eltern einen wehmütigen Trost bereitet. i"dem d'ese sich einbilden. wenn sie die Stiefel sehen, sehen sie auch dm zu ihnen gehörigm Herrn vor sich. 2 So glauben sie ihn wenigstens bis zu einem gewissen Teil bei sich zu haben, obwohl sie ihm die Ruhe, die er in der f landrischen Erde jetzt genießt, nicht verkümmern wollen. Trotzdem so völliges Einvernehmen zwischen den Stiefeln und den Eitern herrscht, das >auf die nicht zu erschütternde Macht der Tatsachen gegründet ist, wird der Geist der letzteren doch ab und zu von einem aufrührerischen Gedenken gestreift, der sich etwa in die Worte kleidet: „Was wollen die Stiefel hier? Tie gehören doch ins Feld!" Tiefer Gedanke muß sich aber sofort durch den Bescheid zurechtweisen lassen: Wenn sie nur draußen einen Herrn finden könnten! So müssen sich beide Teile, die Eltern und die Stiefel, damit bescheiden, wenigstens für me Lebenszeit der t erstereu aufeinander angewiesen zu fein. Tiefes Bündnis macht den Gedanken der Trennung von dem Haupt- gegenstand leicht und schwer. Es zaubert vergangene holde Zeiten vor ihr geistiges Auge und weckt wehmutsvolles Gedenken. Aber es erschwert ihnen auch die Aufgabe, sich von dem, was sie verloren haben, soviel als es nun einmal nötig ist, innerlich frei zu machen. Sie meinen, der da in fremder Erde liegt, müsse es in das Grab hinein fühlen, daß sie dieses Stück nicht leisten können. Daran find aber nur die Stiefel schuld. Weber das Verhalten bei Trauungen. Wer.sich über das rechte Verhalten bei Trauungen das rechte Urteil bilden will, der muß sich vor allen Dingen vergegenwärtigen, daß die kirchliche Trauung für das Paar, das getraut wird, e.was ungemein W.cht.ges, Bedeutungsvolles und Heiliges ist. Tie Stunde, da ein Paar vor dem Altäre steht, ist für das ganze spätere Leben entscheidend, und wenn man in der späteren Zeit auck noch io viel vergessen mag, den Tag rerges'en zwei Ehegatten nie, da sie beim Klang der Orgel in das Gotteshaus eingezogen sind und einander Liebe und Treue versprochen haben. Diesen Gesichtspunkt müssen die Verlobten selbst im Auge behalten und stets voranstellen. Vor dem Kriege kam es hin und wieder vor, daß der Bräutigam offensichtlich kund tat, daß ihm an der ganzen Handlung^ gar nichts gelegen sei, daß er sie nur mitmache, weil es einmal so Sitte sei. Und die Braut sah die Hochzeit als einen Tag an, an dem sie Triumphe feierte. Wenn nur recht viele Zuschauer in der Kirche waren, so war es schon gut. Ein tief veranlagter Mensch denkt anders. Er ist an stimm Hochzeitstage erfüllt von tiefem Glücksgefübl, aber auch in sich gekehrt und deniitig. Er weiß, genau, daß man im Leben keineswegs immer Rosentage hat und daß der, der anr Hochzeitstage eitel ist, hinterher die größte Enttäuschung erlebt und tief gedemütigt wird. Ein Bräutigam, der an diesem Tage seine Gottlosigkeit onenbart, eine Braut, die nur Tri.mphe >eiern w.l, wer tö.mte F eude an solchen Menschen Haren? Conrad Ferdinand Meyer hat einer Braut am Hochzests- tage zugerusen: Geh und lieb und leide! Ter große Dichter hat gewußt, warum er so gesagt hat: denn er kannte das Leben. Wie widerwärtig ist der Anblick, wenn eine Braut ihre Augen neugierig über die Zuschauer in der Kirche einhergehen läßt. In einer Großstadt sah ich einmal einen Bräutigam, der beim Einzug in die Kirche nach allen Richtungen hin die Anwesenden durch Verbeugungen begrüßte. Ein andermal hörte ich von einer Braut, die noch am Altäre stehlend ihren Freundinnen lächelnd zuwinkte. Ter Krieg hat hier eine Aenderung herbei- geführt. Unsere jungen Paare kennen jetzt den Ernst des Lebens und verschmähen bei der Trauung überflüssigen Prunk und auffälliges Gebarm. Es ist bei unseren Trauungen Sitte, daß zuerst die Hochzeitsgäste die Kirche betreten und auf dm vorderen Bänken Platz nehmen. Selbstverständlich' gebührt hier den Eltern die erste Reihe. Daß sich lautes Sprechen im Gotteshause nicht ziemt, weiß jeder Mensch von guter Erziehung. Zuletzt erscheint das Brautpaar, das unter Voran- tritt des Geistlichen zum Altar sch eitet. In der Regel folgen die beiden Trauzeugen, die allerdings für die kirchliche Trauung weniger Bedmtung haben als für die standesamtliche Eheschließung. Tie Hochzeitsgescllscha't bleibt sitzen und erhebt sich nur, wenn das Schtußgebet, das Vaterunser und der Segm gesprochen werden. Oft kommt es vor, daß zur Trauung kleine Kinder mitgenommen werden, die nicht wi'sen. daß zu einer gottesdienstl'chen Handlung Stille er'orderlich ist. Bei ei er Haustaube mag es weniger störend sein, wenn das ältere Brüderchen oder Schwesterchen etwas lebhaft wird, bei Trauungen bedmtet es eine unangenehme Störung, wenn klei'w Kinder sprechen oder weinen oder ungeduldig auf der Bank bin und her rutschen und die Hochzeitsgesellschaft in Bewegung bringen. Niemand wird doch um kleiner Kinder willen, die von der ganzen Feier nichts verstehen und sich dabei nur langweilen, dem Brautpaare die Stimmung am Hochzeitstage stören w-sten. .Wenn Kinder an einer Hochzeit tecknehmen sollen, so nebme mau sie mit zur häuslichen Feier, hier können sie durch ihr ve-gnügtes Wesen sehir zur Erhöhung der Stimmung beitragen. Ob Kinder vorauschreitend dem Brautpaar in der Kirche Blumen auf den Weg stteuen sollen, das blu' e dem Takte des Brautpaares oder der Angehörigen überlassen. In der Regel fühlen sich namentlich kleinere Kinder, wenn sie in dieser Weise öffentlich austrcten sollen, totunglücklich und wissm kaum, was sie tun sollen. Leitend emütigt n Tage aut, die F eude - Ferdi- »chzei.s- > leide! rum er Leben, nn eine die Zu- ßt. In Bräuti- hc nach n durch al hörte tare ste- awinkte. herbei- reu jetzt ilen bei nd anf- itte, daß betreten nehmen, l Eltern sprechen ß jeder letzt er- Voran- iiet. In igen, die weniger ldesamt- scllscha't enn das r Segen Trauung die nicht n Land« er Haus- aenn das m etwas i es eine e Kinder z auf der »ochzeits- Niemand , die van und sich >aare die i welken, stnebuien äuslichen ngnügtes timmung end dem auf den Takte des en über- amentlich er Weise icklich und Leitend - 3 kann hier der Gedanke sein, daß niemand sein Leben lang aus Blumen wandelt. Zweifellos aber bietet es einen häßlichen Anblick dar, wenn die Blumen beim Hinausgehen von den Füßen der Hochzeitsgäste zertre.en werden. Bei Regenwetter ist das besonders schnmm, besonders wenn unmi telbar darauf eine weitere Trauung stattsintet und nun das Brautpaar über die zert etenen Blumen gehen soll. Am wenigsten freut sich' darüber der Kirchendiener, der den Boden wieder zu fegen hat. Sehr lästig ist es, wenn der Kutscher nicht pünktlich ist und das Brautpaar oder einzelne Hvchzeitsgäste mit großer Verspätung in die Kirche bringt. Ta o.t, namentlich an Samstagen, mehrere Trauungen nacheinander mit halbstündigem Abstaude statt,inden und da die Geistlichen wegen Beerdigungen oder wegen anderer Amtshandlungen ihre Zeit genau einteilcn müssen, so trc.fe man mit dem Kutscher genaue Verabredung und schärfe ihm in jedem Falle Pünltlichke.t ein. In früheren Jahren hat der Kirchenvorstand aus triftigen Gründen befchl .s en, daß Sologesang bei Trauungen nicht zuge'assen wird. Tiefe Bestimmung g lt heute noch. Manchmal kommt es vor, daß einzelne der Zuschauer weder der Würde des Ortes noch der Würde der Handlung Rechnung tra- gen. Sie kommen zu spät, anstatt sich nun einen Platz in den hinteren Bankreihm auszusuchen, gehen sie rücksichtslos und gar nicht einmal leise nach vorn. Sehr unerfreulich ist, wenn das eintretende Brautpaar von allen Seiten neugierig angeschaut wird, wobei sich vielleicht gar noch über manches Gesicht ein Lächeln zieht. Es ist selbstverständliche Anstaudspslicht, daß auch die Zuschauer in völliger Ruhe der Trauhandlung folgen und beim Gebete aufsteben. Wer wählend der Trauung aufstehst und weggeht, verletzt in grober Weise die Sitte, die bei gut erzogenen Menschen zu finden ist. Und selbstverständlich ist es, daß man ruhig sitzen bleibt, wenn das Paar die Kirche wieder verläßt. Ihm gebührt doch an diesem Tage die 'erste Stelle. Oft sieben Zuschauer, wenn der Segen kaum gesprochen ist, auf, um die Kirche möglichst rasch zu verlasen oder den Paare beim Verfassen der Kirche Glück zu wünschen. Tie Kirche ist ganz und gar nicht der Ort, um Glückwünsche anzubringen. Zuerst laise man das Paar, dann die übrigen Hochze'ts- gäste hi'musgehen, dann erst können die Zuschauer das Gotteshaus re lasten. Wegen unliebsamer VorkoMmniste in früheren Jahren hat der Kirchenvorstand die Anordnung getroffen, daß nur mit Einlaßkarten versehene Zuschauer bei Trauungen zugegen sein sollen. Tiefe Karten werden von dem Brautpaare ausgegeben, sie sind m beliebiger Anzahl bei dem Kirchendiener zu bekommen. Land und Leute im vogelsberg nach einer Schlloerung aus dem Jahre 18*3. In Nr. öO des vorigen Jahrgangs des „Sonntagsgrußes" hav-.i wir unter dem Titel „Gieren und seine Nachbar>rädte im Jahre 1814" eine Schilderung aogedruckt, üie >ich in dem Buche des istönigsbagec Professors Rhe,a „Nachrichten u..d Be.,.estnngen - aus den Feldzügen des Jahres 18 l3 und 1814 aus dem Tageouche eines Feldgeistlichen in dein preußüchen Heere" >indet. Rhesa hat mehrere Wochen im. Vogelsbe.g im Quartier gelegen und merüber Au.zeichauu- gen ge.uachr, die wir im lochenden zunächst wiedergeven, um am Schluss einige Bemerkungen über diese Auszeichnungen auzuchgen. Ter Feldprediger schreist: Am 8. November vorigen Jahres (1813) trafen wir in Lauoach ein, welches dem Grasen von Solms gegärt. Wir waren schon am Rheine gewe/en, mußten aber wegen Futtermangels und vor dem großen Gedränge bei Frank, urt einige Tage zurück- geheu. Tas Städtchen Laubach liegt am Fuße des Vogelsberges in einer wilden und rauhen Gegend, die als eine Fortsetzung des Thürfnger Wa.dgrwirges anzu.el-en ist. Tic Fulda iliefet durch bie.e Bergivilduis.e: westlich entspringen die Wetter, Nid.a, Lahn und andere kleine Ströme auf diesen Anhöhen, müssen aber durch tiefe Schluchten sich krümmen und würden, bis sie ihre Tröpstein Wafscr dem großgebielenden Vater Rhein zutragen. Wer sollte glauben, daß in bteteit abgesonderten Waldeinöden die freundlichen Musen wohnen? Ich fand zu Laubach eine schöne Bibliothek von beinahe 30 009 Bänden auf dem Schlosse des Grafen, der ein ausgezeichneter Kenner der Literatur ist. Alle Prachtbände der deutschen, englischen, französischen und ilrlienischen Klasfi.er finden sich hier in schönem E.nbande zusammen. Auch alle möglichen Zeitschristen. Tas Städtchen Schotten, wo ich Gottesdienst und Abendmahls'eier hielt, Hegt so versteckt und unzugänglich in Gebirge, daß die Leute sich verwunderten, wie hier einmal Kricgsvölrer zu ihnen genommen sind. Sonst waren sie von Kriegsstürmen verschont geblieben ; denn. die Wogen, die Europa erschütterten, schlugen an ihre Felsen an, ohne sie zu erreichen. Sie lebten in glücklicher Verborgenheit von Tuchreberei und Spinnen. Fleiß und Genügsamkeit sind ihre Tugenden. Schade, daß wir diese Gegend so bald verkästen mußten. Schon am 16. November erhielten wir Be ebl. nach Als'eld au'zubrechen, welches nordwestlich v-m Vogetsberge ge'e- gen ist. Tas romantisch auf einer Anhöhe drängende Schloß Altenburg ward dem Generalstab. als Aufenthalt zuteil. Es gehört der elemaligen Gechndtin am preußischen Ho'e, der Frau v. Riedefel, die sich auch als Schriftstellerin bekannt gem>acht hat und eine 4 eifrige Freundin Preußens ift. Eür reißender ©trom stürzt sich, unter den «chloß- senstern brausend, in das Felsental tinab und schlängelt sich in vielen Krümmungen erst durch das unten liegende ^vrs, dann um die Stadt Alsfeld und verliert sim dem Auge hinter vielen Dörfern und Hügeln wie ein slatternder Silberstreif.^ Jn der uml.e- genden wild-schaAerlichen Gegend ich wobt ca: zwölf verschiedenen Orten Predigt und Kommunin mit den Trnpfem Am ersten Advent auch hier in der Schlaßkavelle. Unser längere. Au enthalt hrersel.st führte mich zur genaueren Bekannt! chat mit dein Hesseulande. Ein schöner Menschenstamm d:e alten Kalten, schlank, groß und stämmig, blondgelockt, blau von Augen und fast ttotzig von Blickt Tie Männer tragen em Ober* bem'b aus weißer Leinwand über die anderen Kleider, auch meiste Stiefeletten mit einem roten Reif am Knie. Sie fahren mit Ochsen, seltener mit P erden und reden zu ihnen eme ganz andere Sprache als unsere Fuhrleute, um die Fahrt zu beschleunigen oder emzii- balten. Es ist eine Art von Gesang, mit welchem sie längs den Straßen ziehen. Ihre Wagen haben mir zwei Räder, bte sehr weit auseinanderstehen und hoch sind Außerdem sind auch Handkarren gebräuchlich mit einem Vorderrade, vor welche sie Hunde spannen. Es ist ein sonderbarer Anblick, den Hund hier im Zugseil traben zu sehen, wahrend der Führer, sich mit ihn unterredend, den Karren nachschiebt. Ter Esel gBwrt and) zur Hausgenossenschaft. Sein Gechäst ist, die Säcke nach der Mühle zu tragen, er geht aber desto schneller, je mehr ihn awgebürdet wird, wahrscheinlich, um die Last eher loszuwerden. (Schluß folgt.) auch ein allgemeiner Mangel an Gerechtigkeitssinn, ein Uebermaß an Mammonssinn und aii Kulturseligkeit, kurz die Sunde zu- arunde liegt. Demgegenüber unerschrocken sur Gerechtigkeit, Liebe und übermaterielle Guter, kurz für die Gottesherrschaft einzutretcn, ist die elementarste Pflicht un,eres Dievens. Wir dienen damit zugleich unserem Vater- laiide, das nur unter der Gottesherrschaft gedeihen kann. Dankbar begrüßen wrr es, wenn jetzt in Upsala und anderswo m neutralen, wie in feindlichen Ländern dieselben christlich-sittlichen Forderungen laut werden. Wir vertrauen, daß dieser „neue', rn Wirklichkeit uralte Geist des Reiches Gattes sich durch alle noch so starken Hindernlste Bahn brechen und den Völkern als hehrstes, wenn auch langsam rei'endes Kriegsziel eine Zukunft in Gerechtigkeit und Glück bringen wird. Meine Mitteilunaen. Unsere Kriegsketstunden, die seit'er Mittwoche abendch statt anden. werden vorlau.rg ; austallen. Es geschieht dies, um genügend Kohlen für die Heizung der Kirchen an den Sonntagen zur Verfügung zu haben. Wir hoffen, 'in diesem Jahre ohne Zusammenle- ! gung der Gottesdienste auskonimen zu können. Unsere Kirchen werden stets genügend geheizt sein, so daß niemand aus Furcht vor Erkältung dem Gottesdienste fern zu bleiben braucht. _ kirchliche Anzeigen. Sonntag den 6. Januar. Landes-Missionsfest. Kollekte für die Mission. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 9V2 Ustr: Pfarrer Mahr. — Vormittags 1l Uhr: Kru- derkirche für die Matthäusgeineinde. Pfarrer- Mahr. — Abends 5 Uhr: Pfarrer Schwabe. — Abends 8 Ubr: Vereinigung der kon ir- mierten männlichen Jugend der Matthäus- geniemde. — Dienstag den 8. Januar, abds. 8 Uhr: Vereinigung der konsirm-erten weiblichen Jugend der Markusgeme'nde — F - eitag den 11. Januar, abends 8 Ubr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Matthäusgemeinde. Zn der Zobannerkirche. Vormittags 9*4 Ubr: Pfarrassistent Sic. Reuning — Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer. — Abds. 5 Uhr: Pfarrer Ausfeld. — Abends V"8 Ubr: Vereinigung der konfirmierten weib- limen Jugend der Lukas gemeinte. — Abds. V?8 Ubr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Johannesgemeinde. — Freitag den 11. Januar, abends ty-6 Ubr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Reich Gottes und Krieg. Eine Reibe evangelischer Pfarrer, an deren Spitze Pfarrer Uhdcn in Hannover steht, veröffentlicht eine Erklärung, der ieder, dem das Christentum noch Herzenssache ist, zustimmen wird. Diese Erklärung besagt: Wir geben dcm bedrohten Baterlande, was ibm gehört: Liebe von ganzem Herzen und unerschütterliche Treue, bis ein ehrenvoller, unsere Zukunft sichernder Friede errungen ist. Aber über dem Vaterlande steht, alle Länder umspannend, das Reich Gottes, dessen Evangelium heißt: Gerechtigkeit, Friede und Liebe. Es hieße dem Evangelium schlecht dienen, wenn wir der durch diesen Völkerkrieg aufgeregten Leidenschaften nicht Herr blieben und einem Chauvinismus verfielen. der uns, die Boten des Friedens, zu „Kriegstbeologen" stein vette. Wohl ist ein vaterländifcher Zorn berechsigt, aber er ver- «.'lumum.is w. wi>n«mwi» dunkelt nicht unser Urteil, daß diesem Kriege! Fugend der Johaniiesaemein^e _ Dn'autwortUck: Piarrer Bechtolsheimer. Druck und Deriag der drühl'schen llaloerlllilrs-Wuch. »*> Strindruckerei 95. Lang«, Ki-Hsn.