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Jesus antwortete: Es hat weder dieser gesündigt, noch seine Eltern, daß er blind geboren, sondern daß die Werte Gottes offenbar würden an ihm. Die Jünger des .Heilandes sehen einen Blindgeborenen am Wege und 'empfinden tief den Gegensatz zwischen ihm unchall den fröhlichen Menschen, die schnellen Schrittes ihre Straße ziehen. Die uralte Menschheitssrage steht vor ihnen: Warum ist dieser Mensch blind? Diese Frage nach dem Warum des menschlichen Leides ist für uns _aUe heute brennend geworden. Der Herr Jesus gibt den Jüngern und auch uns eine Deutung der menschlichen Trübsal. Er verhüllt ihre Ursache und enthüllt ihre Absicht. Wie auch sonst im Leben fragen besonders heute so viele Kreuzträger: Warum muß ich so Schweres durchmachen? Womit habe ich dies harte Los verdient? Kennst du es, dies quälende, peinigende Warum? Uns allen hat es schon schwere Stunden noch schwerer gemacht, wenn wir vergeblich nach einer Lösung des Nütfels suchten. Biele haben rechte Christen sein wollen. Aber jetzt, in der Not, verlassen sie den Glauben, weil ihnen die christliche Antwort aus diese Frage: Gottes Wille kennt kein Warum, nicht genügen wUl. Der Mensch ist ihnen lein Spiel blinder Na- turkräste, eine Erklärung, die niemanden aus die Dauer befriedigen kann. Sucht man sich durch äußere Zerstreuung über die innere. Leere des Gemütes hinwegzusetzen, oder sügt man sich in dumpfer Betäubung in das Unvermeidliche, zum inneren Frieden, wie ihn der rechte Christ auch im Leiden hat, wird man aus diesem Wege niemals gelangen können. Auch die Jünger Jesu hat diese Frage beschäftigt, wie sie das menschliche Leiden beurteilen sollen, als sie den Blindgeborenen am Wege sahen. Sie fragen ten .Herrn: „Meister, wer hat gesiindiget, dieser oder- feine Elterm, daß er ist blind geboren?' Die Jünger waren ja Juden uich glaubten ^ darum, daß Leiden stets eine strafe für Sünde sei. Aber hier will ihnen diese Er-! klärung nicht genügen. Der Mensch war ja blind von Geburt an. Konnte er da so gesündigt haben, daß ihn solche Strafe ereilte? Da sie bei ihm keine solche Sünde fanden, suchten sie sie bei den Eltern. Doch diese Erklärung genügt ihnen nicht recht, darum bitten fiel den Herrn um Antwort aus ihre Frage. Und der Herr weist ihre Frage nach dem Warum des Leides zurück: „Es hat weder dieser gesülndigt noch seine Eltern." Die Anschauung der Juden, daß im Unglück stets Gottes strafende Hand sich zeige, will uns heute nicht befriedige,!. Gewiß, es gibt viele Fälle, wo die Menschen besser von Sünde und Schuld, als von Unglück und Leid reden würden. Aber besonders heute, wo gerade die Besten oft am schwersten getroffen werden, können wir nicht sagen, daß der einzelne sein Unglück verschuldet hätte. Möchten wir doch es einsehen, daß wir auf das Warum nie eine befriedigende Antwort finden, und daß der Herr diese Frage als unrecht zurückweist. Was soll nun an Stelle des Warum treten? Die Werke Gottes sollen nach dem Worte des Heilandes an dem Leidenden offenbar werden. Glicht immer erkennen wir deutlich diese Werke Gottes, er läßt uns nicht hineinschauen in die Geheimnisse seines Wal- tens. Aber wir wissen doch, es ist der Vater im Himmel, der uns auch das Schwere schickt. Glaube es nur, am Ende wirst du doch noch sprechen: „Der Herr hat alles.wohlgemacht." Wir sollen nicht die für uns unlösbare Frage zu beantworten suchen, warum es Leid gibt. Für uns ist es viel wichtiger, w o z u er es uns schickt. Der .Herr Jesus lehrt uns, nicht nach der Ursache, sondern nach dem Zwecke Gottes zu fragen. An Stelle des Warum soll das Wozu treten. Darum, wenn die Stunde der Not kommt, dann verzweifle nicht. Frage nicht: „Herr, warum führst du mich den schweren Weg? Kennst du meine Sorge und Not?" Nein, er ist dir auch heute treu und tat doch nur Gedanken des Friedens und nicht des Leides. Darum frage dich: „Wozu soll mir das Leid dienen? Was will nnr mein Gott damit sagen?" Der Achostel sagt: „Wir wissen, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen." Christ sein, heißt einen rauhen Lebensweg gehen. Solange es uns gut geht, ist der Glaube nicht schwer, erst in der Not kann er sich bewahren, ob er auch echt ist. Dazu, sckickt uns Gott das Leid und wendet sich - 154 - scheinbar von uns, daß wir ihn suchen sollen. Dann verliert «auch das schwerste Unglück seine erdrückende Wucht. Gewiß, leicht wird es nicht werden, auch im Schwersten Gottes Vaterhand zu erkennen. Doch laßt uns Gott um Kraft bitten, die Last^auch zu tragen. Dann kommt himmlischer Friede ins Herz, und wir können bekennen: Wenn ich auch gleich nichts fühle Von deiner Macht, Du führst mich doch zum Ziele, Auch durch die Nacht. R. KeformationsjubUöum und Union. Ein geschichtlicher Rückblick. Von Hermann S t e u b i n g, Pfarrer zu Bromskirchen, früher Lazarett- geistlicher zu Gießen. Das Reformationsjubiläum dieses Iah-, reö lenkt die Gedanken zurück auf alle die Entwicklungen geschichtlicher Art, die die von Luther zu neuem Leben erweckte protestantische Kirche seit den Tagen seines Auftretens bis heute durchgemacht hat. Es erscheint al-ö eine besondere Gnadengabe Gottes, daß er den unter Roms Macht seufzenden Völkern! des fünfzehnten und sechzehnten Jahr- Hunderts gleichzeitig zwei Männer sandte, ine > imstande waren, durch die Kraft ihres inneren Erlebens der Menschheit das Licht in , der Dunkelheit zu bringen: Luther, i>eu i 'Deutschen, und Zwingli, den Schweizer. , Beide, jeder in seiner Art, große Männer, in sich geschlossene, kraftvolle Persönlichkeiten, einer des anderen wert. Hätten sie sich« zu gemeinsamer Arbeit verbinden können, welche Aussichten für die Zukunstsentwicklung des Protestantismus hätten sich dann ergeben! Der dreißigjährige Krieg wäre unserem Vaterland «erspart geblieben, alle die mannigjachen inneren Streitigkeiten, die schließlich- auch nach außen hin sich geltend wachten und so eine Schwächung des Protestantismus herbeisühren mußten, wären nicht gekommen. Freilich, schon sriih haben einsichtsvolle Männer aut beiden Seiten daraus hingearbeitet, Lutheraner und Reformierte miteinander zu verbinden. Und zwar war es Martin Bueer, der Reformator Straßburgs, der vor -chlem diese Einigungsversuche in die .Hand» nalm. Ihm zur Seite stand der Landgraf Philipp von Hessen. Tie Gründe allerdings, die diesen dazu bewegten, einen Zusammen- schl"ß der deutschen und schweizerischen E a m gelischen herbeizuführen, waren mehr politi scher denn religiöser Art. Der Abschied des zweiten Reichstages zu Speyer vom Frühjahr 1529 schien den günstigen Ausgang des ersten Speperer Reichstages vom Jahre 1526 wieder zunichte machen zu wollen. Mächtiger denn zuvor stand Kaiser Karl V. da, sein Vorsatz, gegen die Evangelischen energisch vorzugehen, sollte nun mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln durchgeführt werden. Diesen, für die Zukunft der Eoau- gelischen so gefahrdrohenden Augenblick benutzte Philipp von Hessen, um die beiden Männer, die im Grunde dasselbe wollten und doch verschiedene Wege gingen, miteinander zu vereinigen: er lud sie für den Oktober 1529 ein zu einem Religionsgespräch nach Marburg. Beide nahmen die Einladung an und erschienen mit einem stattlichen Gefolge von bewächten Mitarbeitern: Luther mit Melanchthon, Justus Jonas, Mhconius, Osiander: Zwingli mit Oecolampad, Bucer, Hedio. Philipp hatte in Liebenswürdigkeit, herzlicher Bitte und diplomatischer List alles vorbereitet, und nach den Vorverhandlungen, schien es, «als ob «die Einigung gelingen sollte, bis Luther und Zwingli sich einander gegenübertraten. Da ließ Luthers „Dies ist mein Leib" die Einigung scheitern: sein Kreidestrich, den »er über den Tisch zog, besiegelte die Trennung. Seine Leche vom Abendmahl war so schroff, daß an diesem Punkt sich die Geister schieden. Luther hätte sich vielleicht noch zu einer Verständigung bereit finden lassen, aber Zwingli lehute ab. Die Folgezeit hat diese Unterschiede noch erweitert und vertieft. Schließlich blieb die Lehre vom Abendmahl nicht wehr das einzige trennende Moment, es kamen auch noch Unterschiede von geringerer Bedeutung hinzu, und es schien, als ob beide, Lutheraner und Reformierte, für alle Beiten getrennte Weg: gehen sollten. Trotzdem hat es an Versuchen, eine Union der beiden Parteien herbeizuführen, nicht gefehlt. Aber sie waren alle mehr theoretischer Natur, beschränkten sich meistens nur auf einzelne Pelionen und kleinere Landesteile und konnten daher zu einem praktischen Ergebnis nicht führen. In P r e u ß e n wurde die Regierung fast sämtlicher Herrscher seit den: Uebertritt des Kurfürsten Johann Sigismund zum reformierten Bekenntnis (1613) von dem Unionsgedanken beherrscht. Der Dreißigjährige Krieg mit seinen Folgeerscheinungen war allerdings derartigen Bestrebungen nicht günstig. Reformierte und Lutheraner setzten vielmehr die Anfeindungen und Bekämpfungen über einzelne strittige Punkte in Wort und Schrift fort und erreichten damit nur, daß der trennende Graben zwiscknnr beiden Parteien immer tiefer wurde. Im Zeitalter des Pietismus Und vor allen: in dem der Aufklärung mußte darum naturgemäß eine gewisse Erschlaffung eintreten. Besonders das letztere Zeitalter brachte ein fast vollkommenes Erlöschen des Interesses für reli- aiöse Streitfragen. Ja, in den Kreisen der Gebildeten fand sich geradezu Gleichgültigkeit, die an Stelle des alten Eifers getreten war. Da war es der Berliner Prediger Friedrich Ernst, Daniel Schleiermacher, der in seinen „Reden über die Religion, an die Gebildeten unter ihren Verächtern" mit machtvollen, hinreißenden Worten dem allem entgegentrat und das religiöse Leben und ipnwCppp uit .ho rnu ujjjoI '.ummuijiiT U0(]J U QUiJ 3 q U3lp.ll ?V J 13 Q Ul' 3KJ wüj 'ojvj.xaft uazoq (jnjjuomvit 'nSlp.iiis; .ue tteberzeugung ein Gebiet von spezi-j fischer Eigenart sei und daß sie ihren Sitz habe einzig und allein im un mittel baren, Geiühl. ^Nächtiger jedoch als all das wirkte! die schwere Zeit, die durch Napoleens Siege j über Deutschland hereingebrochen war: du Beugung unter das Joch der Fremdherrschaft, die Ausschaltung jedes eigenen Willens, sie führten das Bolt unter der Leitung kraitvoller Männer zu einem tieferen und besseren Verständnis der Religion. Schleiermacher, Ernst Moritz Arndt, Max von Schenkendors, Fichte u. a. traten nun aus und zeigten dem Volk die Quellen, aus denen es in der Not schöpfen konnte. Die religiöse Erweckung und sittliche Erneuerung, die sich zunächst in Preußen, dann ober auch bei den übrigen deutschen Stämmen einstellte, ist ja hinreichend bekannt. Diese Bewegung trug einen allgemeinen Eharakter; für Sonderfragen und kirchliche Uuterscheidungslehreu war in dem Vottsbewußtsein Werder Platz noch Verständnis, dagegen viel Sinn und Neigung für ein Zusammengehen aller religiös Ernstgesinuten. Das Zusammenwirken aller dieser Strömungen brachte dann ein eigenartiges Gebilde hervor: die heilige Allianz, die am 26. September 1815 dieMon archen von Preußen, Rußland und Oesterreich miteinander abschlossen. In ihr finden sich religiöse und politische, pietistische und romantische Motive zusammen. In brüderlicher Liebe schließen sich drei Nationen zusammen: der eigentliche Souverän der einen christlichen Nation ist „Gott, unser göttlicher Erlöser, Jesus Christus, das 'Wort des .Höchsten, das Wort des Lebens". Freilich, zu einem praktischen Ergebnis hat diese in edler Begeisterung geschlossene Verbindung nicht geführt: bereits der Wiener Kongreß zeigte ilwe offenbare Bedeutungslosigkeit in offeasichtlicher Weise. Seit den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts verlor die heilige Allianz immer mehr an Bedeutung und starb schließlich an ihrer eigenen Lebensunfähigkeit. (Schluß folgt.) Aus der Jugendzeit eines deutschen Mannes. (Fortsetzung.) Meine Mutter ertrug die Operation mit bewundernswürdiger, wahrhaft heldenmütiger Standhaftigkeit. Sie stöhnte sehr, aber' sie schrie nicht, die wütendsten Schmerzen ließen es zu keiner Olmmacht kommen. Endlich war sie verbunden uiid ins Bert gebracht. Einer der jugendlichen Assistenzärzte blieb drei Tage uiid Nächte bei ihr, solange die Gefahr noch groß war. — Mit der Zeit wurde die Wunde kleiner und die Kräfte nahmen zu: meine Mutter konnte endlich aufstehen, zuletzt auch ausgel)en, und nun mieteten wir ihr eine inzwiichen leer gewordene Dachstube in der Roßsttaße, in dem nämlichen Hause, in welchem mein Oheim und ich wohnten, und ich glaubte bereits mit Zuversicht d:r völligen Genesung unserer geliebten Mutter entgegenseheii zu dürfen. Am 14. Oktober entschied die unglückliche Schlacht von Jena das Schicksal des preußischen Staats. Die Nachricht davon, welche der Minister Schulenburg gedruckt an den Ecken anschlagen ließ mit der berüchtigten Phrase: „Ruhe ist die erste Bürgerpflicht", verbreitete eine ungeheure Bestürzung und erfüllte mich mit tiefer WelMut. Wer da konnte, entfloh über die Oder; die Behörden gingen größtenteils ab: man suchte noch eiiiiges von dem reichen Kriegsmaterial durch die Flucht zu retten, aber das meiste blieb zurück. Bang sah man der Ankunst der Franzosen entgegen. Am 24. Oktober zogeii die ersten Franzosen: Kavallerie, etiva 200 Mann, in Berlin ein, und stellten sich in der Spandauer Straße vor dem Rathause aus, um mit dem Magistrate zu verhandeln. Am folgenden Tage, als ich die Schloßwache bezog, rückte das ganze Davoustsche Korps schon vom Vormittage an durch die Stadt, über den Schloß- Platz am Schlosse vorüber durch die Königsstraße. Es machte einen grandiosen Effekt. Vor jedem Regimente der Tambour Major, stets ein großer Mann, mit seinem umflochtenen und mit einem dicken silberuen Knopfe versehenen Stabe, der dann und wann senk- recht in die Luft geschleudert und gewandt ausgefangen wurde; dahinter ein zahlreiches Trommlerkorps mit hellklingenden, laut- sckmllenden Trommeln, dann ein zahlreiches Musik-Korps, um die weißbeschurzfellten bärtigen Sappeure mit hohen Bärenmützen, die hellgeschliffenen Beile auf den Schultern, dann die Soldaten in weißen Gamaschen in tänzelnden, kurzgehaltenen Schritten takt- mäßig auftretend, viele noch von der Schlacht her mit verbundenen Köpfen, Armen oder Beinen, viele mit dem Kreuze der Elwen- legion geschmückt; so folgte Regiment auf Regiment, die goldenen Adler dazwischen, bis zur sogenannten Löfselgarde, die wegen ihrer Löffel am Hut, und des ihr vorausgehenden Rufes als der ärgsten Plünderer und Marodeure der Arnree mit Besorgnis betrachtet wurden. Am 27. Oktober- zog der Kaiser Napoleon durch das Brandenburger Tor in Berlin ein. Ich war nicht zugegen; denn ich konnte es nicht über das Herz bringen, den Triumph des gel'aßten Feindes meines edlen Vaterlandes mit anzusehen. Ich hatte unterdessen einen 0iang nach der Wilhelmsstraße zu macheu. An der Ecke der Koch- und Wil- helmsstraße stieß ich auf einen schlecht gekleideten ältlichen betruukenen Mann, der auf eiuen dort zusammengefalweneu Kot- 1 haufeii zugegangen und nicht darüber hiuauck uxiumvo *u\.wy>\mw.xyt s -'uvw u\\ * *'«luMp* ' 3 5JJ5 kuS§ 3Vipern aiivuoi'umul aäq» -*ut>«v.\ xx.XV xxuxx uvuvx H v uv .wo • m v-'uo^ W^oxs v«u '"£ci ^SZö!o?itwoa MNZWMWkS'NMMHUMWKH x\.x X vvx\u^\xo^ •oW aatmnnj — \q\ — - 156 - gekommen war, denn er lag, den rechten Arm «auf die Erde gestützt, mitten darin. Es waren Versuche gemacht, ihn aufzurichten, sie waren aber mißlungen; und er lallte un- zusammenhängende Reden vom Kaiser, schimpfte auch mitunter die umstehenden Leute. Als ich in seine Nähe kam, fingen die Glocken an zum Einzuge des Kaisers zu läuten. Jetzt geriet der Betrunkene in leidenschaftliche Bewegung. Er brüllte mit heiserer Stimme: „Ich muß den Kaiser sehen, helft mir, ich muß ihn sehen!" und suchte vergebens aufzustehen. Bei diesen krampfhaften Bewegungen arbeitete er, zu großem Gelächter aller Umstehenden, den Kothaufen so gründlich auseinander, daß er mindestens den doppelten Durchmesser erhielt. Was am Ende daraus geworden ist, weiß ich nicht, da ich weiter ging und über die Frage grübelte: wer wohl von den beiden, der Kaiser oder sein Verehrer, am heutigen Tage am trunkensten sein möchte, der Eine vom Eroberungsschwindel, der Andere vom Branntwein, so verschieden auch beide ihren Tag feierten? Der Kontrast konnte kaum größer drang zu den Pfarrhäusern stattfindet, und die anmeldenden Eltern oft lange warten müssen, so sind die Pfarrer unserer vier Kirchengemeinden auch schon in der Zeit von Montag den 1. Oktober bis Samstag den 6. Oktober vormittags zwischen 9 und 11 Uhr bereit, Anmeldungen entgegenzunehmen. Formulare zur Anmeldung sind vorher bei den Pfarrern und den Kirchendienern zu erhalten. ______ Bitte. Um eine Ahnung von Marias Art Bitt' ich Dich, .Herr, um einen Teil von Marthen! Daß beide mich auf meiner Lebensfahr' Begleiten, doch der Blumen warten. In meiner Seele Erdreich soll nur Eine: Maria Du! Du trockne auch die Tränen, die ich weine! Mein Herr! Gib mir in Martha Ruh, Doch in Maria gib mir Reine! Hanna K rüge r t 20. September 1916. sein. Mein Oheim erhielt als Einquartierung einen Offizier mit seinem Bedienten. Erste- rer war ein manierlicher Mann, der keine unbilligen Forderungen machte; letzterer, ein Elsässer, groß und stark, war sehr grob und viel begehrend. Meine Tante suchte ihr bißchen Französisch bei dem Offizier geltend zu machen; es ergab sich aber bald, daß ich doch noch besser mit ihm fertig wurde, als sie, und abermals stieg ich in ihrer Achtung. Nachher bin ich noch einmal für meinen, Oheim auf der Schloßwache gewesen, und > zwar mit den Franzosen zugleich. Ich weiß nicht, weslalb diese den Posten in der alten Post, nämlich unter dem Torwege an der langen Brücke, nicht besetzten. Des Nachts Mußten dort die Bürger Wache stehen. Zu dem' Ende zog ein Unteroffizier mit drei Mann und einem Tambour auf Wache. Erstere hatten am Tage nichts zu tun, als da zu sein, das Wenigste, was man von einem Menschen fordern kann. Der Tambour verrichtete Kalfaktordienstc bei den französischen Offizieren und zog deshalb nicht mit einer Trommel auf. (Fortsetzung folgt., Konfirmandenunterricht t-w N £q qe, Gief;en