a.ioOs „luiDipuuijun' wn »3oq ■qavai -Ulfs iji uojmJi-io« 1113 .V3QO „OltHllJ, 3, »vis 113 13*1 iJ U3 'K£> Ojtj.ml ,'/(£) 7 -1 V) >V II3Q .1.31» "(mm U3>37 .i ? ,ai : 4 U» V.llli 17134 3613 % liv „JiliCG »37»vcs" 3X113" SU1> 'lßl3,«3Üllt> ihl 1113 X3QO XUKlÜ'UnlV ItMpymjJH 131I13 1 lioqimj 3 Wt<2~) 113Q .13111» ipl 3-1<1v>I1136 tpnv lio U ^J Möm iiaßupQitm » 3 i»is> oasiitn 111 »J 3 qitt>i-£ 111 31Q 'flt> .13*Q1M) 7 X>»-sS 31,CT 1t3Ct/fj3lt71 7617137 3 0 ülll OIOJ»Os .13 p 111 (pl-lf Ut-IO^; UIOP 13aei13tc „Trambahn von allen Thoren der Stadt" , uxjxvai ipcnt jxap (pi znjnni uv uotpj iQJi wvi vp *nms “Uv n.to _ uoa a3wn,iufjo.%id iiojjv xaqj uojcuj / ipQ 3ji3ßg xä-Quvjjviinv~ui / xvoiii Qttn 'Cpi F/s — OP l — - 135 - zu dieser Sitzung Besucher befördere. Ei» I andermal hietz es: „Wegen Steile der Tram j Bahn mutz der Weg per Futz oder Schub-, karren gemacht werden." Man scheint am i Fastirachtsdienstag sogar einen Karnevalszug veranstaltet zu haben. Theatervorstellungen wurden in Wenzels Garten, später im Cafe Leib veranstaltet, es war ein sogenanntes Vaudeville-Theater, der Direktor hietz Leopold Puschel. Zumeist führte man harmlose Lustspiele auf, „Das Versprechen hinter dem Herde" und wie diese Stücke Hetzen. Auch die Sachen von Rode- rich Benedix bevorzugte man. Heute sind dle deutschen Bülmenwerke nicht mehr so harmlos. r _ Eifrig lvurde die Musil gepflegt. Ter „Gietzener Konzertverein" besteht wohl schou seit 'Anfang des 19. Jalwhuuderts. Daneben waren Konzerte in den Nestaurationen Lahn- stein und Taunus und im Cafe Leib. Getanzt wurde an vielen Orten, so im Promenadenhaus. Am Silvesterabend 1876 war „Bäckerball" im Leibschen Saale.^ Ein Bürger klub veranstaltete ebenfalls Tanzbelustigungen. Auch die Magie übte Anziehungskraft aus. Jim November 187b veranstaltete der „Professor" F. I. Basch zwei grotze Vorstellungen, mrd zwar als vielseitiger Mann, „in der Magie, Physik, Optik, Musik und in geisterhaften Erscheinungen". Ter Anzeige in der Zeitung war ein Bild beigegeben, bei dejsen Anblick wohl manchem eine Gänsehaut überlief. Da stand-der Herr „Professor", angetan mit Frack und weißer We,te, ein Schwert in der Hand tragend. Hinter ihm stand ein Teufel, der die Flöte blies, Und ein Gespenst, das warnend, wie die „Ahnfrau" in Grillparzers gleichnamigem Schauspiel, die Hand erhob. Im Klrcbsaal trat der Bauchredner und Mimiker „Profe,- sor" Tuschnee auf. Am zweiten Ostertage 1876 war auf Otzwalds Garten Prinzesnn Olga, die kleinste Dame der lebenden Menschheit, zu sehen. Sie war 20 Jahre alt und nur 29 Zoll grotz. Gleichzeitig Mit ihr trat auf die junge „Dänin", Fräulein Dagmar, die 22 Jabre alt war und sich der an;ehn- lichen Körperlänge von 2 Meter erfreute. Im Zeitungsinserate hietz es am Schlüsse: „Zahlreichem Besuche sehen hochachtungsvoll und vertrauensvoll entgegen Dagmar und Prinzessin Olga". Es war nicht schön von Dagmar, das; sie ihren Namen hier an die erste Stelle setzte, einer Prinzessin lätzt man doch den Vortritt. Die Luftschiffahrt wurde damals noch nicht als eine sehr ernste Sache, sondern^als freie Kunst betrieben. Sonntag, den 10. September 1876, nachmittags 3 Uhr, stieg in Wenzels Garten der „berühmte Aeronaut" Henri Boudet „ohne Nachen, ohne Korb, einfach am Trapez turnend", aus. Die Menschen lebten damals harmlos und stillvergnügt, es bestanden noch nicht die großen politischen und sozialen Gegensätze, die vor dem Weltkrieg unser Volk zerklüfteten. Die Welt war, wie Uran an den damals dar gebotenen Schaustellungen merkt, noch naiver als heute, es fühlte sich! auch noch nicht jeder zum Mitregieren berufen. Das; Gießen Mitte der 70 er Jahre noch keine Großstadt war, sondern eine Stadt, in der einer den anderen kannte, geht aus den humoristisch gehaltenen Gratulationen hervor, mit denen Freunde im Anzeigenteil der Zeitung einander bedachten. So konnte Man damals lesen: „Unserem lieben Freunde Georg E. zu seinem heutigen 19. Wiegenfeste dle herzlichsten Glückwünsche und ein dreifach donnerndes Hoch, datz das ganze Billardzimmer beim Vater Nassauer wackelt." Ein andermal hietz es: „Unserem lieben Freund und Braumeister K. K. jenseits der Wieseck dle herzlichsten Glückwünsche zum heutigen Na- Menfeste. Tie diesseitigen Ledigen." Datz man damals im Unterschied von heute noch von Nahrhafter Fülle umgeben war, geht aus der Ankündigung eines in einer Wirtschaft abgehaltenen „Gänse-Kegelns" hervor. —- Auch die Feste und Vergnügungen der Zeit vor 40 Jahren beweisen uns, datz die Zeit nun eine andere geworden ist. Ob sw besser geworden ist, wollen wir nicht untersuchen. (Schluß folgt.) AU5 der Jugendzeit einer deutschen Männer. (Fortsetzung.) Nun wußte ich, das; ich des Morgens gern schlief und nur schwer früh aufstehen konnte, weil ich von selbst nie vor 6 Uhr erwachte. Ta drängte sich mir der Gedanke auf, zwei Fliegen mit einem Schlage zu treffen. Wenn ich Italien, Seume gleich, zu Futz durchwandern wollte, so hatte ich, wie mir wohl bekannt war, auf keine Be- auemlichkeit zu rechnen. Ich würde manche Nacht auf hartem Lager zubringcm müssen. Es war gut, wenn ich mich in Zeiten daran gewöhnte, und das fing ich folgendermaßen an. Ich breitete über die staubigen Dielen des Bodens mein Bettlaken und streckte mich angekleidet darauf nieder. Es war SomMer. In der ersten Nacht schlief ich so gut als gar nicht: ich drückte mich zu sehr und mutzte mich zu oft umwenden: aber mit Tagesan- bruch stand ich auf und studierte meine Grammatik, die am Tage im Kopfe, sobald es möglich war, repitiert wurde. Die zweite Nacht war nicht besser, als die erste: ich fand, datz ich zu niedrig mit dem Kopfe lag, und er war mir am Tage schwer. Daher legte ich in der dritten Nacht wein dünnes Kopfkissen unter, und da ich zwei Nächte fast gar nicht geschlafen hatte, schlief ich nun in der dritten ziemlich gut, obgleich die Glieder nachher schmerzten. Vor 6 Uhr mußte auch das Schuhwerk der Familie gereinigt werden; dies verrichtete ich ebenfalls auf dem >E -L UV>W 'U,.VAU, »»««fmvwjg \^"\^ U •v.'wxo \v\ AUA\ u vA^v, U\> .w^PS*. -"'^ q nu\ar" vmwm uoßun'icu&aß opKplpfyümuiq MWIAM-M msm&etm L - \et - 136 - Boden, wobei sehr fleißig dekliniert und konjugiert wurde. Allmählig gewöhnte ich mich aber immer mehr an das Schlafen auf der Diele, und endlich erwachte ich erst nach 5 Uhr. Da ich gewahr wurde, daß man sich bald an das Hartschlafen gewöhnt, und ich mir überlegte, daß es im Winter doch nicht durchzuführen sei und im Sommer nicht viel helfe, so legte ich mich wieder ins Bette, stand aber doch täglich um 5 Uhr auf und lernte Italienisch. Des Sonntags schrieb ich nach wie vor die Briese an meine Schwester über deutsche Geschichte; denn die erwähnten 52 Bogen waren, wie man leicht denken kann, eine mehrjährige Arbeit, da ich ja nur des Sonntags nachmittags und nur in Eile schreiben konnte. Außerdem wanderte ich Sonntags wie früher umher, auch jetzt gewöhnlich in menschenleere Gegenden, wie die Jungsern- heide, die Rollberge, oder von Pankow nach Heine rsdors, von da nach Weißensee, wobei mitunter einige Donquichotterien vorkamen. Eines Tages ging ich gegen Abend von Pankow nach Berlin zurück. (Forts, folgt) Meine Mitteilungen. In das Leben unserer Deutsch-Oftafrika- ner im englischen Gefangenenlager Kilin- dini bei Mombasa läßt ein Brief des Herrnhuter Missionspräses Th. Meyer vom 22. Februar, in Herrn hat am 25. Juni einge- troffen, einen ergreifenden Blick tun. Er schreibt seinen 6 Kindern u.a.: „Seit 2 1/2 Jahren weiß ich so gut tvie nichts von Euch. Rur 2 Karten haben Grüße gebracht. Von Mutter ist bis heute, 18 Monate nach unserer Trennung im Gefangenenlager Blan- tyre, noch kein Brief gekommen. Was mich * betrifft, so könnt Ihr Euch vorstellen, was es heißt, aus einer Arbeit, die einem durch 25 Jahre ans Herz gewachsen war, nun schon 9 Monate herausgerissen zu sein; Ihr könnt es nicht ahnen, welche seelischen Kämpfe und auch körperlichen Beschwerden ein als Kriegsgefangener Behandelter durchmacht, und was das Weggerissenwerden von Mama für sie und mich bedeutet. Alles andere ist so ziemlich unbedeutend dagegen. Einem Gefangenen kann es, so betrachtet, niemals gut gehen. Hier in Kilindini genießen wir eine freundliche Behandlung durch unsre englischen Vorgesetzten. Wir dürfen täglich unter Wache baden und alle zwei Tage eine Stunde spazieren gehen; wir können auch Obst von einem Inder kaufen. Zu Arbeiten außer- lalb des Lagers sind wir nie genötigt worden. Das Essen kochen wir uns selbst von den Rationen, die uns in derselben Menge wie den englischen Soldaten zu geteilt werden. Ich bin natürlich ein ganz anderes Essen, wenn auch einfach, gewöhnt. Das Essen nehmien wir gemeinsam in einer Wellblechbaracke ein. Natürlich hat da jeder der Reihe nach Dienst zu tun: Bänke und Tische zu scheuern, das Essen heranzutragen, Kartoffeln zu schälen und dergleichen. Man kehrt auch sein Zelt und den Platz davor selbst, wäscht selbst sein Geschirr auf, wäscht selbst seine eigene Wäsche, flickt seine eigenen Sachen, stopft Strümpfe. Damit geht täglich eine ganze Zeit hin. Jü der übrigen Zeit beschäftigt man sich mit anderem. Man liest oder nimmt eine schriftliche Arbeit vor; viele spielen Schach, viele Karten, etliche junge Leute drechseln oder tischlern usw. Etwa um 6 Uhr stehe ich auft mache mein Bett, putze meine Stiefel, kehre das Zelt. Um 7 Uhr heißt es in 2 Gliedern antreten; man wird gezählt. Etwa Uhr ist Frühstück, etwa 1 Uhr Mittagessen, etwa 6 Uhr Abendessen. UM 9 Uhr müssen die Lichter aus und man selbst im Bett sein. Nachmittags, gegen Abend, ist Baden oder Spazierengehen. Körperlich bin ich nicht so wohl, wie ich es sonst war. Ich hoffe aber, daß es wieder einmal anders wird. Die Zukunft steht ja in Gottes Hand. Auf Ihn wollen wir vertrauen, Ihr dort, ich hier." * * * Ich werde vom 27. August bis 19. September verreist sein; meine Amtsgeschäfte übernimmt in dieser Zeit Herr Pfarrassiftent Lic. Reuning, Wetzsteinstraße 38 p. Briefe und sonstige Postsendungen, auch solche, die sich auf den „Sonntagsgruß" beziehen, werden Mir nachgesandt werden, doch bitte ich, Angelegenheiten, die nicht dringlich sind, bis zu meiner Rückkehr zurückzustellen. Bechtolsheim er. kirchliche Anzeigen. S 0 n n t a g , de n 2 6. A u g u st. 12. n a ch T r i n i 1 a 1 i s. K 0 l 1 e k t e für d i e I nn er e M i s s i 0 n. Gottes dien st. In der Ztadtkirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Markusgemeindc. Pfarrer- Schwabe. — Vormittags 9Vs Uhr: Pfarr- asftstent Lic. Reuning. — Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Schwabe. — Nachmittags 2 Uhr: Kinderkirche für die Matthäus gemeinde. Pfarrassiftent Lic. Reuning. — Mittwoch, den 29. August, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Pfarrassiftent Lic. Reuning. 3n der Iohannerkirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Johannesgemeinde. Pfarrer Ausfeld. — Vormittags 9*2 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Beichte und heiliges Abendmahl für Lukas- und Johannesgemeinde. Anmeldungen werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. — Vormittags 11 1 1 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer. — Abends 8 Uhr: Bibelbesprechung im Johannessaal. Berantwortlich : Pfarrer Bechtolsheimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerel R. Laege. Giehen V »«M