Lonntagsgrusz Gemeinüeblatt sürüie evangelische Kirchengemeinüe Gieszew Nr. 43. Bietzen, Sonntag 19. nach Trinitatis, den 29. Oktober 1916. 5. Jahrgang. Die Turmglocke. Prediger Salomos 3, 1-8. Lin jegliches hat seine Zeit, und alles vornehmen unter dem Himmel hat seine Stunde. Geboren werden und sterben, pflanzen und ausrotten, was gepflanzt ist, würgen und heilen, brechen und bauen, weinen und lachen, Klagen und tanzen, Steine zerstreuen und Steine sammeln, Herzen und ferne sein von Herzen, suchen und verlieren, behalten und wegwerfen, zerreißen und zunähen, schweigen und reden, lieben und hassen, Streit und Friede hat seine Zeit. Tin Menschenalter ist verflossen, seitdem ich den Ton der Glocken in der südwestdeutschen Stadt zum erstenmal vernommen habe. Ich war als Kleiner Knabe mit meinem Vater nach der Stadt gegangen, um zur Schule angemeldet zu werden. Tin Frühlingstag war es, aber noch nicht die Zeit, da die Rpfelbäume weiß und rot aussehen und der blühende Flieder über die Zäune nickt, sondern die Zeit, da die ersten grünen Spitzen an Raum und Strauch sich zeigen, da der Himmel hell ist und neue Lebenshoffnung die Menschen- Iherzen erfüllt, wir gingen am Nachmittag im großen Menschenstrome über die alte Steinbrücke und sahen hernieder auf den rauschenden Fluß, da ging es wie ein gewaltiges Zittern >über uns hinweg. Das Zittern verstärkte sich, ein dumpfer Ton schwang sich durch die Luft, hellere Töne mischten sich ldarein, und nun ging vom benachbarten Kirchturme das Glockenläuten voll, harmonisch, weihevoll über die auf den Straßen wandernden Menschen hinweg. Ts ging hinweg über die Häuser, drang in die Kammern der Krmen und in die stillen Zimmer der Kranken, ging hinaus über die Lbene, den Fluß, die Uecker, das Rebgelände und hielt eine Viertelstunde lang an. Dann losten sich zuerst die Hellen Glockentone aus dem vollen Thore, schließlich klang nur noch die große Glocke, die den Reigen eröffnet hatte. Einmal, zweimal schlug der Klöppel noch gegen das Metall, wieder ging das Zittern über die Häuserreihen, und aller Ton war entflohen. Seit diesem Frühlingstage habe ich diesen Glockenton oft gehört. Cr gab die Stunde an, die zur Schule, zur Pflicht rief. Wie rannten wir Knaben durch die engen Gassen, wenn wir uns zu Hause verspätet hatten und am Hellen Morgen die sieben Glockenschläge vom Kirchturm kamen, die uns eigentlich im Schulzimmer hätten finden sollen. Die Glocken läuteten in festlicher, heiliger Stunde, als wir am HItare eingesegnet wurden, sie rief mich zu manchem Sonntagsgottesdienste. Nun sind es schon viele Jahre, daß ich den Klang dieser Turmglocken nur noch in großen Zeitabständen höre. Uber er klingt wie einst, wenn die Uhr schlägt, hört man zuerst die Hellen Töne, die die Viertelstunden angeben, es sind immer zwei rasch aufeinander folgende Schläge, dann kommt ider tiefe Ton, der die volle Stunde bezeichnet. Cs klingt der Ton der Glocken genau noch so wie zu der Zeit, da die Kirche erbaut worden ist, es war das die Mitte des achtzehnten Jahrhunderts. Tr klingt genau noch so wie in der Nacht, da Rlücher bei Taub über den Rhein ging und dann mehrere Tage in der Stadt rastete und auch das Glockenläuten vernahm. Lr klingt genau noch so, wie an jenem Septembertage, da er den Sieg von Sedan einläutete. Über die Menschen, die im Zeitraum von 150 Jahren diesen Ton gehört haben, sind gekommen und gegangen, dahingeschwunden wie jetzt im kalten herbste die Blätter dahinschwinden, die welk und todesmatt nach der Frostnacht von den Räumen sinken. Und wenn ich jetzt den alten wohlbekannten Ton vernehme, so ruft er mir das alte, tiefe, weishcitsvolle Wort zu: „Tin jegliches hat seine Zeit, und alles vornehmen unter dem Himmel hat seine Stunde. Geboren werden und sterben, pflanzen und ausrotten, was gepflanzt ist, würgen und heilen, 'brechen und bauen, weinen und lachen, klagen und tanzen, Steine zerstreuen und Steine sammeln, Herzen und ferne sein von Herzen, suchen und verlieren, behalten und wegwerfen, zerreißen und zunähen, schweigen und reden, lieben und hassen, Streit und Friede hat seine Zeit." wir Menschen leben hienieden nicht ewig,' was wir tun und treiben, hat seine bestimmte Zeit und dann nimmt es ein Ende, wir werden geboren und sterben, wir gründen, große Unternehmungen, wir bauen feste Häuser, aber über all dem, das wir pflanzen und gründen, steht das Wort geschrieben: „ausrotten. was gepflanzt ist." Rald jauchzt unsere Seele himmelhoch, bald ist sie zum Tode betrübt, wir weinen und lachen, klagen und tanzen, aber eims Tages Hort unser Herz auf zu schlagen und wir werden ganz still, wir Herzen und sind ferne von Herzen, wir suchen andere Menschen und verlieren sie wieder, wir lieben und hassen, alles hat seine bestinimte Zeit, wir schweigen und reden, schließlich hat das Reden ein Ende, und das große Schweigen ist allein zurückgeblieben. Der Friede, dessen wir uns früher erfreuten, hat — 170 seine Zeit gehabt, aber auch der Krieg, der uns jetzt auferlegt ist, wird seine Zeit haben. Rlles Erdenleben und Erdentun ist jener großen, gewaltigen, geheimnisvollen Macht unterworfen, die wir „die Zeit" nennen. Matthias Elaudius sagt: „Der Mensch lebt und bestehet nur eine kleine Zeit, und alle Welt vergehet mit ihrer Herrlichkeit, es ist nur einer ewig und an allen Enden, und wir in seinen Händen." Ich kann mir kein tieferes Wort des Glaubens denken als dieses Dichterwort. Einer ist, so sagt es uns, der ist erhaben über die Zeit, das ist der ewige Gott. Wir sind in seinen Händen, unsere äeele überdauert diese Zeitlichkeit und wird einst völlig mit dem Gott verbunden sein, von dem und durch den und zu dem alle Dinge sind. Lasset uns ihn suchen und nimmermehr verlieren ! h. B. Du bist selbst nicht mehr Herr deiner Sinnen - kannst dem Schicksal, das dich verfolgt, nicht mehr entrinnen. Geöffnet ist des Ewigen Hand in gerechtem Zorn, zu schleudern auf d i ch den Weltenbrand. Einsam auf deines Eilandes Mauern, ein morsches Wrack, sollst du deine letzten Tage vertrauern. Deutschland, du Held, zu heilen die Toren mit blutigem Ernst bist du vom Schicksal leider erkoren. Abrechnung. Watest bis über die Knöchel im Blute, rauchend vor Zorn, zahlloser Leinde mit flammendem Mute. wie schrecklich, daß der Größenwahn ü den Seelen der Völker so schwere Wirrnisse richtet an! Sprüht auch dein Geist wie glühendes Erz, Lunken der Kraft, Gib auf dich acht und hüte dein Herz. Frankreich, du hast es schmerzhaft erfahren, lechzend nach Bache, nun schon seit fünfundvierzig Jahren. Will's in deinem Geist noch nicht tagen, wie sinnlos der Wahn, der dich in Buhmesfesseln geschlagen? hältst du's noch aus und wirst du nicht wild von dem Blut deiner Söhne, das rastlos um die Schläfe dir quillt? Siehst du nicht sich wandeln zur Leichenbahre vor den Völkern der Erde den glanzumwobnen Thron der gloire? England, in deine gierige Krallen, die blutbefleckten, ist schon manches arme Volk gefallen. Es war doch in alten Tagen der Brite zur Ehr' seines Namens ein Mensch von echter, guter Sitte. Es freuten sich selbst in dem Gedanken schwächre Geschlechter, an seinem Geist sich emporzuranken. Uber du konntest selbst nicht Nauen fremden Herzen und auf ihre Treue bauen. Mußtest an dich die Weltherrschaft reißen,- der Erde Bann wolltest du kitten mit Blut und Eisen. Und hast nur selber dich geknechtet im Mammonsdienst und dein besseres Wesen entrechtet. Nun hat sich schrecklich dein Geist umdichtet von den Bebelschwaden des Unheils, das du angerichtet. höre die eine Stimme vor allem: halte an dich- laß dich nie vom Wahne befallen. Bald ist dir wohl auch der Tag beschieden, wo du gewinnst, um dann ruhmreich zu wandeln im Frieden. Doch laß nie die Schwäche dich wandeln an, freudebetört zu verfallen in Größenwahn. Die Bache an deinen Feinden es sei, daß sie dich sehn müssen von ihren Fehlern frei. Daß du wandelst auf den Wegen Gottes, dankbar und treu, freudig gedenkend seines Gebotes. Giere nie nach dem Prunkgeschmeide hohler Kultur; * gehe einher im Werkelkleide. Bleibe ehrlich stets und fromm und wahr, einfach und klar, wie es die Brt der Väter war. Uebe vor allem Gerechtigkeit, hilfsbereit, gegen alle Völker weit und breit. Was dir auch bringe die Zeit der Bot, nütze es recht,- halte dich ganz an deinen Gott. hebe zu ihm empor die Hände, einig im Geist, daß er endlich den Sieg dir spende Und dich führe kraftvoll und klar nach des Krieges Sturm in noch manches gesegnete Friedensjahr. K.G 171 AU5 der Zugendzeit einer deutschen Männer. (Fortsetzung.) Vas Heer setzte sich in Bewegung,' am 10. Juli 1792 ging der König zur Rrmee ab. Mein Vater hatte versprochen, oft zu schreiben, und sobald es möglich sei, Geld zu schicken, vie beiden ältesten Brüder meiner Mutter hatten sich unterdessen in Berlin unter der Firma: „Gebrüder willmanns" als Goldarbeiter etabliert und waren jetzt ihr einziger Trost, wie sie denn überhaupt an den Ihrigen mit voller Zeele hing. Gar bald jedoch war das wenige Geld, welches mein Vater zurückgelassen hatte, ausgegeben. Oer Kriegsumstände halber wollten die Kaufleute keine Geldbeutel vorrätig kaufen, und das bitterste Elend brach über uns herein, wie oft sind wir, zumal meine Mutter, hungrig zu Lette gegangen,' wie oft hat sie allein gehungert, nur um uns Kinder satt zu machen! Unter solchen Umständen den Lebensmut aufrecht zu erhalten, ist schwer. Endlich kam ein Brief von meinem Vater mit einigen Goldstücken. Zie reichten eben hin, um dem drückendsten Mangel abzuhelfen, und Kleider für den Winter anzuschaffen, natürlich alles so wohlfeil als möglich. Lines Rbends, als die Not wieder sehr groß und nichts zu essen da war, hatte meine Mutter die große Freude, daß die Frau des „Knapphans", von welchem man in der Kaserne Lebensmittel usw. kaufen konnte, Namens Gutmann, gerührt von unserem bitteren Elend, meiner Mutter eine Metze Kartoffeln und ein Viertelpfund Lutter schenkte. (Es war ohne Litte meiner Mutter geschehen, und sie war überglücklich. Ihre Lrüder ließ sie in der Negel von ihrer Not nichts wissen, dazu war sie zu zartfühlend. Lis Michaelis durften wir die bisherige Wohnung behalten, dann aber mußten wir eine Treppe höher nach dem Hofe hinaus ziehen,' und zu Ostern hatten wir die Kaserne überhaupt zu verlassen. Mein Vater schrieb noch einigemal, schickte auch etwas Geld und einmal als Leilage eine französische Proklamation nebst einer Rationalkokarde, welche mein Gheim sogleich ins Feuer warf, da es bei schwerer Strafe verboten war, dergleichen hierher zu senden. Im Winter aber blieben die Lriefe aus, und dieser Winter wurde dadurch schrecklich, wir Kinder begriffen freilich wenig davon und waren nur darüber traurig, daß die Mutter so viel weinte. Eines Rbends kam meine Mutter völlig trostlos und in Tränen aufgelöst nach Hause, so daß ich anfing, mit zu weinen, ohne den Grund zu wissen. Sie hatte eben einige Geldbeutel glücklich verkauft und dafür drittehalb Taler eingenommen. Ls war dämmerig, schmutzig und schlechtes Wetter. Sie ging die Lehrenstraße entlang, als sich ein gut gekleideter Mann ihr nahte und nach der Zeit fragte. Er schleuderte neben ihr her und sprach von den Gefahren, welchen Frauenzimmer im Dunkeln auf den Straßen so leicht ausgesetzt sind. Rls sie auf den Gpernplatz kamen, bückte er sich, hob ein kleines, viereckiges zusammengeschlagenes Papier von sehr weißer Farbe auf und sagte: ,,Zieh da, das wird der Eigentümer auch nicht gern verloren haben. Zehen Sie einmal, recht sauber eingewickelt, ein Friedrichsdor. Das ist kein übler Fund,' aber da wir ihn beide gemacht, so müssen wir balb Part teilen, wenn ich nur hier herum einen Wechsler üßte, allein hier wohnt Keiner, und bei dem schlechten Wetter geht man nicht gern weit." Meine Mutter war über die Zache förmlich erschrocken und erwiderte: „wenn Zie mit dritthalb Talern zufrieden sein wollen, so kann ich damit dienen." „Nun es mag sein, war die Rntwort, obgleich ich dabei verliere." Meine Mutter gab das Geld und empfing den sogenannten Friedrichsdor, worauf der Mann sich empfahl. Die Eile, mit der es geschah, war ihr auffällig, und der Gedanke: du bist am Ende betrogen, fiel mit Zentnerlast auf ihre Zeele. Zie eilte nach einem Laden und erfuhr hier, daß das Goldstück nichts als ein wertloser Jeton sei, worauf sie zu ihren Brüdern ging, die dasselbe bestätigten. Zie konnte vor weinen die ganze Nacht nicht schlafen und vermochte sich lange nicht darüber zu trösten. Diese Rrt der Betrügerei, mit welcher noch täglich arglose Zeelen bedrückt werden, führt in der Diebessprache einen eigenen Namen, ebenso wie diejenign, welche sie üben, und sie wird schon seit Jahrhunderten vielfach angewandt. Meine Mutter hatte freilich nie davon gehört. Rn einem recht trüben wintertage war es vier Uhr nachmittags und nicht mehr hell genug zum Rrbeiten. Meine Mutter stand auf, trat ans Fenster, und blickte trostlos in den grauen Fimmel,' denn wir hatten wieder nichts zum Rbendessen. Die Dächer lagen voll Schnee, auf welchen Krähen umher hüpften und ihr eintöniges Krak Krak erschallen ,ließen. Mit tief bekümmerter Zeele richtete sie die verzweiflungsvolle Frage an den Fimmel: Mein Gott, was soll daraus werden? Da fällt ihr plötzlich der Vers von Wieland ein: „Der Gott, der Raben nährt, wird Menschen nicht verstoßen,' wer groß im Kleinen ist, ist größer noch im Großen." Und eine ganz wunderbare Hoffnung und Zuversicht auf Gottes Hilfe zieht in ihr Herz ein und stärkt sie mit neuem Mute, wir legten uns wirklich nicht hungrig zu Lette,' denn eine Nachbarin brachte, ich weiß nicht mehr ob Lrot oder etwas anderes - genug etwas zu essen, und wir waren wieder um einen Tag weiter. Zolche unerwartete Hilfen gehörten ' nicht zu den Seltenheiten und kamen meist von armen Leuten, in deren Herzen die Zaite des Mitleids leichter antönt, als in denen der wohlhabenden. Rm 24. Januar 1793 wurde der König von Frankreich Ludwig XVI. guillotiniert. Ich erinnere mich noch deutlich, welch einen schreckhaften Eindruck die Rachricht davon, die Hins mein Gnkel mitteilte, auf mich machte,' denn das hatte ich nicht für möglich gehalten, daß man einen König hinrichten könne. Ich wußte mir die Zache nicht zu enträtseln,' meinem besten Glauben nach hatte der König Gewalt über Rlle, niemand durfte ihn anfechten, er war unverletzlich, und für ihn mußte der Untertan Gut und Llut opfern. Damit stand nun jene Uachricht in so schneidendem Widerspruch, daß ich in völlige Verwirrung geriet. Die Zache war mir nicht deutlich zu machen,' aber daß die Franzosen, mit denen wir Krieg führten, sehr schlimme Leute seien, wurde mir zur Gewißheit. Uebrigens gab es in Berlin viele, die damals mit den französischen Republikanern sympathisierten. Ls ist ein Unglück, daß viele so geneigt sind, die Hinneigung zu republikanischen Formen als einen Beweis von innewohnendem Hochsinn, Edelmut, Zreiheitsliebe und Zelbjtschätzung zu nehmen, während man dem, der zu monarchischen Einrichtungen hinneigt, Knechtssinn, leidenden Gehorsam, Mangel an Grundsätzen zuzuschreiben pflegt, ohne zu bedenken, daß diese Eigenschaften sich eben so wohl mit der einen, wie mit der .andern Ztaatsform vertragen und in beiden gleich häufig getroffen werden. Jenes Vorurteil veranlaßt besonders die Jugend so gern, sich mit republikanischen Gesinnungen zu brüsten, wozu freilich auch das ungemessene Lob, mit welchem man die Republiken des Rltertums geschildert hat, nicht wenig beiträgt. Eigensinn und Eigenwille, Dünkel, Zucht sich hervorzudrängen, Umgehung des Gesetzes und stete Lust 172 zu Veränderungen sind entschieden in republikanischen Staaten häufiger zu finden, als in monarchischen, und das Gute, welches man sich von den ersteren verspricht, findet man meistens nicht, weil es auf Illusionen beruht. Es seht den Menschen voraus, wie er sein sollte, und nicht, wie er ist. Zu Ostern 1793 mußten wir die Kaserne verlassen. Meine Mutter hatte eine geringe Wohnung in der kleinen Hamburger Straße an der Ecke der Linienstraße gemietet, die wir natürlich nun bezahlen mußten, von meinem Vater fehlten alle Nachrichten. Unser Leben würbe immer ärmlicher. Ich lief im Sommer barfuß und hatte nur leinene Hosen, ein Hemd und eine Weste. Gar bald war meine Mutter so weit, daß sie keine andern Kleidungsstücke besaß, als die, welche sie auf dem Leibe trug. Mochte sie diese auch noch so reinlich halten und noch so oft flicken, so konnte sie sich zuletzt doch mit ihnen nicht mehr Sonntags in der Kirche sehen lassen, und so mußte sie endlich auch den letzten Genuß, den letzten Trost, den sie bis dahin gehabt hatte, entbehren. Sie fühlte sich dadurch sehr unglücklich^. Rls einzige Erholung ging sie nun zuweilen auf den Sophien-Kirchhof, setzte sich auf ein Grab, das jüngste Kind im Rrme haltend, und wir älteren spielten um sie herum und fingen Schmetterlinge. Fortsetzung folgt.) Kleine Mitteilungen. Rn Stelle des Kirchendieners Ehristoph Wagenbach, der demnächst von seinem Dienste zurücktritt, wurde der Lagerhalter Heinrich Ludwig zum Kirchendiener an der Stadtkirche gewählt. Der ,,Oberhessische Verein für Innere Mission" hält Mittwoch, den 8. November, nachmittags 372 Uhr, im Gemeindehause in der Kirchstraße seine Jahresversammlung. Der Direktor des Predigerseminars in Friedberg, Professor I). Schoell, wird einen Vortrag halten über das Thema: ,,was fordert die gegenwärtige Lage von der Inneren Mission?" Rbends 8 Uhr findet in der Stadtkirche ein Gottesdienst statt, in dem der vereinsgeistliche für Innere Mission, Pfarrer Memmert aus Darmstadt, die predigt hält. Der Rrtikel von Dr. Kappesser „wie die Provinz Uhein- hessen zum Großherzogtum Hessen gekommen ist" wird in der nächsten Nummer zu Ende geführt werden. kirchliche Anzeigen. Sonntag, den 29. Oktober, 19. nach Trinitatis. Gottesdienst. )n der Stadtkirche. vormittags 9Vs Uhr: Pfarrer Schwabe, vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. Rbends 6 Uhr: Pfarrer Mahr. Rbends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Markusgemeinde, siehe wartburgverein. Montag, den 30. Oktober, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Matthäusgemeinde. Dienstag, den 31. Oktober, nachm. 4 Uhr im Matthäussaal: Frauenmijsionsverein. Rm nächsten Sonntag findet im Rbendgottesdienst Beichte und heil. Rbendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde statt. Rnmeldungen werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. In der Johanneskirche. vormittags 9 l !> Uhr: Pfarrer Rusfeld. vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde. Pfarrer Rusfeld. Rbends 6 Uhr: Pfarrer B e ch t o l s h e i m e r. Rbends 7 V 2 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Lukasgemeinde im Lukassaal, desgleichen der konfirmierten männlichen Jugend der Johannesgemeinde im Johannessaal. Mittwoch, den 1. Aovember, abends 8 Uhr: Kriegsbetjtunde. Pfarrer Rusfeld. Freitag, den 3. November, abends 5Vs Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Johannesgemeinde im Johannessaal. Rm kommenden Sonntag, den 5. November, findet im Rbendgottesdienst Beichte und heil. Rbendmahl für die Lukas- und Johannesgemeinde statt. Rnmeldungen werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. - Rm Neformationsfest, den 5. November, wird in beiden Kirchen eine Kollekte für evangelische Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung erhoben, von diesem Tage an beginnen die Rbendgottesdienste um 5 Uhr. Carl Loos Nirchenplatz 13 :: Telephon 7S7 Manufaktur- und Weißwaren Herren- u. Knabenkleider jllWkslien ßlusikinftmmente lkrnfl Lhallier, Vielen öludotph's Nacht, ssleuenwkg 9 Lklrphon 571 Edgar Borrmann,Giessen Neustadt 11 Eisenwaren, Haus-u. Küchengeräte Teleph. 165 empfiehlt billigst Osten. Herde, Ersatz für kupferne Waschkessel, Haus- und Küchengeräte,SolingerStahl waren,landwirtschafl. Maschinenu.Geräte, Vogelkäfige u.Züchterutensilien, Fischereigeräte etc.etc. Waffen u. Munition. Glühlichtstrümpfe, elektrische Birnen, Fahnenhalter, Karbidlampen. Ihera Hi. IJ- Modes Gießen, Plockstraße 5 empfehlen sich in allen in ihr Fach schlagenden Arbeiten. Auch andere Systeme stets auf Lager. Preislage Mk. 60. — bis Mk. 180. — Nur bestbewährte Qualitäten Zr. Linier, Ludwigstr. 1b Reparaturwerkstatt f. 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