Nr. 10. Gießen, Sonntag Invokavit den 12. März 1916. 5. Jahrgang. Verdun. Psalm 22. 5. Unsere Väter hofften auf dich! und da sie hofften, halfest du ihnen aus. Zu dir schrien sie und wurden errettet: sie hofften auf dich und wurden nicht zu schänden. vor der lothringischen Grenzfeite Verdun, einem ungemein starken Vollwerke, donnern in diesen Tagen die deutschen Haubitzen. In riesige Entfernungen hinaus wird ihr 5chall getragen. Im linksrheinischen Lande hat man tagelang das dumpfe vollen und Grollen, wie Gewitterton aus der Ferne, gehört. Die Erde schien dort zu zittern und zu beben, wenn der Ton aus Südwesten kam. Uber auch aus den Bergeshöhen Oberhessens, im Hochlande des Vogelsberges, hat man den Schlachtendonner vernommen, und wer ihn gehört hat, wird ihn nie vergessen. Der müßte ein sehr leichtsinniger und verhärteter Mensch sein, dem dieser Ton nicht das Gemüt bewegte. Dort, westwärts von Metz, stürmen unsere Löhne und Brüder heldenmütig gegen die französischen panzerfesten an, dort haben sie bereits jetzt Schritt für Schritt dem Feinde viele (Quadratkilometer des seither von ihm besetzten Lodens entrissen, dort wird aller Wahrscheinlichkeit nach Verdun in kurzer Zeit in deutsche Hände fallen, damit werden unsere Truppen einen veil in die französische Stellung getrieben und sich den Weg nach Paris gebahnt haben. Glaube aber niemand, daß das ein leichtes Werk sei. Der Feind, der uns dort gegenübersteht, ist tapfer und zähe, er weiß, war für ihn auf dem Spiele steht, er wehrt sich mit aller Kraft. Ohne Opfer auf unserer Seite wird dieser Viesenkampf nicht ausgetragen. Schon ist von den Schlachtfeldern die Kunde gekommen, daß Familien unserer Stadt und unseres engeren Vaterlandes schmerzliche Verluste erlitten haben,- Jünglinge, die von Unfang an im Felde gestanden, alle Strapazen mutig ertragen, in unzähligen Gefechten standgehalten und Uuszeichnungen für ihre Tapferkeit erhallen haben, sind dort gefallen, unendliches Leid erregend, viele Hoffnungen mit sich hinunternehmend in das Grab. Wir müssen die Blüte des Landes hingeben, damit die Größe und würde unserer Nation gewahrt bleibt, damit unsere heiligsten vechte nicht zertreten werden. Cs versteht sich von selbst, daß wir in der Heimat diesem großen vingen und Sterben nicht gleichgültig Zusehen können. Die Passionszeit hat ihren Unfang genommen. Ist sie in jedem Jahre eine ernste Zeit, jo ganz besonders in diesem Zahre. Des Heilandes Vot tritt in Tagen vor uns hin, da unser Volk um die Entscheidung in diesem Weltkriege kämpft, wer jetzt öffentlich lustige Stimmung zur Schau trägt, an seichten Vergnügungen teilnimmt, sich einem unedlen Genußleben ergibt, der ist kein vaterlandsfreund, der ist kein rechter Deutscher, gany gewiß auch kein bewährter Thrist. Immer und immer wieder hören wir, daß unsere Krieger, wenn sie zu kurzem Urlaub in die Heimat. kommen, mit großem Befremden wahrnehmen, wie die Vergnügungsstätten überfüllt sind, wie die' Kleidertracht den Trnst des Krieges vermissen läßt und so viel gespreizte Eitelkeit zur Schau getragen wird. Soll sich ihr berechtigter Zorn auf die zu Hause Zurückgebliebenen herabsenken, wenn sie nach dem Friedensschlüsse in die Heimat zurückgekehrt sind? vor allem müssen wir unsere Hoffnung auf Gott setzen. So haben es unsere Väter im Dreißigjährigen Kriege und in den Befreiungskriegen gemacht, sie schrien zu Gott und wurden errettet, sie hofften auf ihn und wurden nicht zu schänden. Gott hilft uns nicht, weil wir Deutsche sind,- kein Volk hat ein Unrecht darauf, von ihm in erster Linie bevorzugt zu werden, die Ungehörigen aller Kationen sind seine Kinder. Gott hilft uns nur, wenn wir ihn fürchten, auf ihn hoffen, in seinen Wegen wandeln und uns seiner Führung unterwerfen. Darum treten wir in diesen schicksalsschweren Tagen vor ihn und sprechen: Herr, bleibe uns gnädig in deiner Barmherzigkeit! Dann dürfen wir auch hoffen, daß er uns antwortet: Fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht,' denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich erhalte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit. _ Englische Pressehetze in Indien. Die deutsche Mission in Indien, deren pflege mehr als 165 000 eingeborene Thristen anvertraut waren, ist zerstört. Die letzte deutsche Missionarsfamilie, ein Ehepaar, das in Kpelang, hoch oben in ferner Einsamkeit des himalapa seinen Dienst versah, hat man trotz des nahenden Winters und der gefahrvollen Reife aus seinem Blockhause abgeführt zum Transport nach Europa. Man sollte meinen, es sei nun 38 - genug des Unfriedens in Indien. Uber man macht im Uriege mit England allentchalben die gleiche Erfahrung: Brutalität gegen Wehrlose und niederträchtige Verleumdung des Gegners. So erlebt man nun auch in Indien die schmachvolle Hetze der Presse gegen alles, was deutsch ist. £. 3- Frohnmeyer schildert im Märzheft des ^Evangelischen Missions-Magazins" die Vorgänge auf Grund umfassender Unterlagen in anschaulicher Meise. Mir lesen dort im Rahmen ausführlicher Betrachtungen: ,,Ls ist Zpstem in der Zache, und man bemüht sich insbesondere, Deutschland als ein Land ohne Religion und Zittlichkeit darzustellen. Das macht Eindruck auf den religiösen Indier. Der gebildete Engländer und der gebildete Hindu glauben das nicht,' aber der einfältige Mann vom Volk kann nicht wohl anders, als diese Ideen in sich aufnehmen. Es werden natürlich dabei auch unvorsichtige Ueußerungen in der deutschen Presse aus- gebeutet. Zum Beispiel wird im ,,Christian Patriot" mitgeteilt, daß nach einem leitenden deutschen Blatt in Deutschland nirgends Religion gepredigt werden solle, bis die Ration durch diesen gegenwärtigen schrecklichen Krieg, in dem die Rudimente des Ehristentums ignoriert werden, sich durchgerungen habe. Diese Erklärung eines ,,religiösen Moratoriums" zeige den sittlichen Zustand Deutschlands und die wahre Gesinnung des deutschen Volkes. Der ,,Ehristian Patriot" zitiert deshalb mit Zustimmung das Mort eines John Douglas, der die kleinen unschuldigen Rinder, die jetzt in Deutschland geboren werden, bedauert, denn sie werden hundert Jahre brauchen, bis sie sich daran gewöhnen, die Mahrheit zu reden. Ls werden Greuelgeschichten in Indien kolportiert, die man selbst in Frankreich dem Publikum gegenwärtig nicht zumuten würde. Die neuesten ereignen sich nun in Polen! Um tollsten sind die Betrachtungen der ,,Zimla Times". Dort schreibt einer, der während des Krieges in Deutschland und in Frankreich gewesen sein will, daß in Frankreich, dem das Ehristentum nie aus dem Herzen gerissen werden könne, eine große religiöse Bewegung statt- sinde. In Deutschland sei es zu keiner Einkehr gekommen. Man gehe nicht in die Kirche, um im Gebet Leitung und Ztärke zu holen. Betrunken und Gott lästernd ziehen die deutschen Zoldaten aus den Bierhallen hinaus ins Feld, prahlend von Mord und Plünderung. Er sei von Bierhalle zu Bierhalle, von Kaserne zu Kaserne (!) gegangen und habe es o gefunden. Der Gott Deutschlands sei die Personifikation des Volksgeistes, und Deutschland sei das einzige Land der Erde, in dem Unsittlichkeit die nationale Religion sei. Im Grund sei es immer heidnisch geblieben,' auch seine Reformation habe in bloßer Negation bestanden, und es wäre besser gewesen, es hätte den Buddhismus oder Mohamme- banismus angenommen, dann hätte es wenigstens Religion. Statt dessen habe man es zuerst mit dem kategorischen Imperativ probiert, darauf mit Goethes Idealismus, dann mildem Uebermenschen von Nietzsche und schließlich mit der Pickelhaube des Kaisers Wilhelm. Zo sei es denn nun auch um Uuswürfling auf den Ztraßen der Welt geworden. Urthur Pristlp, Mitglied des Parlaments, sei der Unsicht, aß noch lange Jahre nach dem Krieg der moderne Hunne 'm der Welt umherkriechen werde, so, wie der Pariahund in Indien: ohne Heimat, ohne Freund, gemieden von jedermann." Das ist einiges von der Kost, die dem indischen lesenden Publikum gegenwärtig vorgesetzt wird. Bedauerlich ist, daß )lche Dinge selbst in christlichen Blättern erscheinen, daß Hunderte von Engländern und Zchotten klar und deutlich das widerlegen oder dagegen austreten könnten, es aber nicht swagen, den Mund aufzutun oder die Feder zu ergreifen. „)ch mutz es verlassen". wir bauen hier so feste Und sind doch nichts als Gäste! Schickt das herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu sein! ,,Ich muß es verlassen?" Niemand kann einen Zweifel darüber haben, was es in diesem Wort zu verlassen gilt. Es klingt so schlicht, so einfach und doch was liegt alles darinnen eingeschlossen! Dieses Wort: relinquenda, verdeutschte ich muß es verlassen, ist die Ueberschrift eines Hauses, welches der Besitzer sich selbst in einer schönen Gegend gebaut hatte, wobei er mit besonderer Liebe und Zorgfalt für alles gesorgt haben mag, was sein und der Zeinen Leben behaglich und schön gestalten konnte. Und doch mochte er wohl weiter sehen über dieses geliebte irdische heim hinaus,' denn er wußte, daß er nur ein Gast auf Erden war. vielleicht auch trug er die Himmelssehnsucht im Herzen, und um diese nicht zu verlieren, schrieb er das Wort über den Eingang seines Hauses: ich muß es verlassen. Ich weiß sonst nichts von diesem Manne als nur dies Eine, daß er an die Vergänglichkeit alles irdischen Zeins stets erinnert sein wollte, und in diesem Zinne fühleich mich eins mit ihm. Er war sich bewußt, daß er das mit so viel Liebe gegründete Erdenheim nach verhältnismäßig kurzer Zeit werde verlassen müssen und daß dann ein anderer es bewohnen würde. Diese Gewißheit wird ihm nicht leicht gewesen sein, denn wer hängt nicht mit großer Liebe an dem eigenen selbstgeschasfenen heim, wo jedes Ztück, jedes Eckchen uns vertraut ist mit all den vielen Erinnerungen, die damit verbunden sind? Ein jeder von uns weiß es und erfährt es täglich selbst wieder und wieder, wie sehr wir mit . den Räumen und Dingen verwachsen sind, die uns umgeben, mit Dingen, die schon von unsern Eltern und Geschwistern benützt wurden, von geliebten Menschen, die längst zur ewigen Ruhe eingingen. Dennoch ist nichts gewisser, als daß wir das alles verlassen rnüssen. Die Gewißheit davon würde uns ein unerträglicher Gedanke sein, wenn wir nicht durch die mannigfachen herrlichen Verheißungen wüßten, daß ein Vaterhaus unser wartet, mit dem verglichen alles Irdische verblassen muß. Denn es ist uns zugesagt, daß es dort kein Leid und keine Tränen, keine Zünde und Unfechtung mehr geben kann. Uber Leid und Tränen sind, wie wir alle wissen, untrennbar mit unserem irdischen heim verbunden,' wer könnte wohl sagen, daß er in seinem Leben diese Lasten nie gefühlt, daß er nie sich gesehnt habe, ausruhen zu können von allem Erdenweh, die Erdenschwere abzulegen, um frei von allem Irdischen an Gottes Thron mit allen seligen Engeln ein halleluja anzu- stimmen? Lasset uns so leben, daß, wenn wir unser Erdenheim verlassen, wir wissen können, daß die himmlische Heimat uns- ihre Pforten öffnen wird! Baronin R. Gebühren der Gietzener Uirchendiener im N- Jahrhundert. von den italienischen Kutschern weiß man, daß sie gern mehr von ihren Fahrgästen fordern^, als der Tarif zuläßt, den Kriegsleuten hat Johannes der Täufer gesagt: Lasset - 39 euch genügen an eurem Solde, und den Zöllnern: fordert nicht mehr, denn gesetzt ist. Die Kirchendiener in Gießen scheinen jich im 17. Jahrhundert nach diesem biblischen Worte nicht gerichtet zu haben. Km 4. Juli 1632, also mitten im Dreißigjährigen Krieg, hat der Kat der Stadt folgendes verhandelt: „Opffermanns gebürnuß. Damit der Glöckner oder Opffer- mann wisse, was er hier künftig bei seinem Dienst vor accitentalia Haben solle, auch gemeine Bürgerschaft sich serners nicht verklagen dürffe, als des gemelten Gpffermannes Ueber gethaner Ordnung, ein mehrerer, als ihm gebührt, fodern und also die Bürger seines gefallens beschweren thun; so soll ihm gegeben und bezahlt werden 1. wegen Anmeldung Kinder zu taufen vier halb Kopfstück, 2. wegen Verstorbenen zu läuten, wenn die Person alt ist, vier Kopfstück und wenn die- selbige unter l2 jahr ist, V 2 Kopfstück. 3. Und soll nichts desto- weniger denjenigen Knaben, die läuten helfen gleich anderen, so mit zum begräbnis gehen und singen, die gebühr gegeben werden. 4. von der proclamation derer Lheleuth, so fich einsegnen lassen wöllen, vier Kopfstück, wie auch bei dem Kirchgang vier fuxxen und was das Herkommen mit sich bringt." Die „accitentalia", von denen dieses Katsprotokoll redet, sind die Kmtshandlungen, bei denen der Kirchendiener mitwirkte und für die er bezahlt wurde, hoffentlich hat er sich nach diesem Beschlüsse des Kates in Zukunft gerichtet und die Bürger nicht mehr überfordert. Die Zeiten, die auf das Jahr 1632 folgten, waren auch so schwer, daß nicht viel Geld in Gießen war. Interessant ist aus diesem Protokoll zu hören, daß damals Knaben mit zum Begräbnisse gingen, um dabei Thoräle zu singen. _ B. Ehrlich währt am längsten. Erzählung. (Fortsetzung.) Die Mutter aß kaum. Ihre Kugen hingen sorgend, fast etwas erstaunt, an dem Jungen. Sie hörte kaum, was er erzählte. Ganz unvermittelt fragte sie dann auf einmal: „was sagte denn dein Prinzipal dazu?" „wozu denn, Mutter?" Karl hatte ihr eben erzählt, daß er heute zum erstenmal Eintragungen in das Versandbuch hätte machen dürfen, worauf er sehr stolz war. Das Gleiche erwartete er auch von seiner Mutter. „Nun, wegen dem Gelde," sagte diese. „Kch so?" Karl lächelte etwas überlegen, „weißt du, Mütter, bei uns wird um hundert Mark kein besonderes Kufheben gemacht." „So. Ja, aber der Beamte was sagte denn dieser?" „Der bedankte sich. Natürlich!" „Natürlich!" nickte die Mutter. „Freute er sich denn nicht sehr?" „Ich denke doch, Mutter. Er sagte das natürlich nicht." „Natürlich nicht," pflichtete seine Mutter in gleichem Tonfall bei. Lin bitteres Lächeln lief um ihren Mund, und in ihren Nugen brannte ein seltsames Feuer. „hundert Mark, was war diesen reichen Leuten hundert Mark? Lin Nichts sie redeten gar nicht darüber." Des Nachmittags ging sie denn nach Nrbeit aus. Sie hoffte in einem feinen Schokoladengeschäft die Stelle für Besorgungsgänge zu erhalten. Kls sie aber hinkam, sagte inan ihr, man habe bereits ein junges Mädchen, das noch flinke Beine habe, angenommen. Dann ging sie in ein Haus, in welchem eine ältere Person für tagsüber zum Kusfahren eines Kindes gejucht wurde. Sie mußte aber in ihrer wohl reinen und ordentlichen, doch ärmlichen Kleidung nicht den gewünschten Eindruck gemacht haben, denn man beschied sie: Die gnädige Frau suche eine bessere Frau zu den Kindern. vollständig niedergeschlagen machte sie sich aus den Nachhauseweg. Es war Samstag und morgen Sonntag, und sie hatte nicht mehr einen Pfennig Geld, um nur die nötigste Nahrung kaufen zu können, wenn nun Karl nach Hause kam und mit seiner Hellen Stimme rief: Mütterchen, was Hab' ich einen Hunger! was sollte sie ihm dann geben? ihm sagen? Sie hatte auch nichts mehr so sehr sie überlegte, das sie hätte zu Geld machen können. Die paar Wertsachen, die sie gehabt, waren alle schon draufgegangen in ihrer ersten Kot und dann die Möbel die hatte sie der Umzug gekostet, als sie damals von Berlin, wo sie mit ihrem Manne gelebt hatte, hinwegzog, hierher in die billigere, kleinere Stadt, was sie noch besaß, war kaum das Notwendigste. Im Gehen überlegte sie hin und her, was sie machen, was sie beginnen sollte. Und immer kam sie wieder zu dem Schlüsse, daß sie zu dem Pfarrer gehen und um Unterstützung bitten müsse. Doch immer ging sie weiter ihrem kleinen Heime zu und konnte sich nicht entschließen, dieses letzte zu tun. Bis sie endlich die Dunkelheit brach schon herein an diesem kurzen wintertage getrieben von Ungst und Sorge, umwandte und die Straßenlänge zurücklief. hinter der Paulskirche lag die Wohnung des Pfarrers, den sie aufsuchen wollte. Erst ging sie sehr rasch, doch je näher sie ihrem Ziele kam, desto mehr verlangsamten sich ihre Schritte, zuletzt würden ihr die Füße, als schleppe sie Blei daran. Cs war doch ein schwerer Gang. Sie war noch niemals bitten gegangen. Scheu schaute sichre Frau um, ihr war, als sähen es ihr alle Leute an, auf welch einem Gange sie sei. Kls sie dann oben auf der Steintreppe vor der Türe stand und auf den elektrischen Klingelknopf drückte, der neben dem blitzenden Messingschilde angebracht war, durchlief ein so heftiges Zittern ihren Körper, daß sie erst eine weile vergehen lassen mußte, um sich einigermaßen zu fassen. Unhörbar öffnete sich dann die Türe, und sie befand sich gleich darauf in einem schlicht eingerichteten Vorzimmer. Ein junges Mädchen kam und fragte nach dem Begehr der Fremden. „Gb sie Herrn Pfarrer sprechen könne," brachte die Frau mühsam heraus. (Fortsetzung folgt.) Worte zum Nachdenken in der ttriegrzelt. wer nicht vor Gott will knien, Muß sich vor Götzen schmiegen; Der eine hebet aus, die andern lassen liegen. Ergreife Gott mit Macht; Laß dich von ihm verwandeln, So wirst du mehr undlmehr Nach seinem willen handeln. Ein dankbares Herz darbt ohne Murren, wandelt Unglück in Segen und macht fest in der Trübsal. Beten ohne Unterlaß, das ist die Gesundheit der Seele, ihre Stärke, ihre Größe, ihr Kuhm. Nicht beten ist das sichere Zeichen einer tödlichen Krankheit. Das liebe Gebet ist eine starke Mauer und wall der Kirche, auch die beste Waffe der Gläubigen und Gottseligen. Dr. M. Luthe r. - 40 - J> Oie Kraft des erhörlichen Betens besteht darin, daß die Seele sich bewußt ist: Jetzt, indem ich mit dem Herrn rede, greife ich in seine Schatzkammer und nehme! Sam. Zeller. Ls gibt keine Menschenliebe ohne Gottesliebe, keine Lhristenliebe ohne Gottesliebe, keine Barmherzigkeitserweisung ohne Barmherzigkeitserfahrung. Wer im Himmel ernten will, muß erst auf Lrden säen. Unser gegenwärtiges Leben ist der Keim, aus dem unser zukünftiges herauswachsen soll. Lin Lhrist soll heilig wandeln nach allen Seiten: im häuslichen Leben, in seinem Beruf, im Verkehr mit den Menschen, im verborgenen. Uleine Mitteilungen. Der rege Besuch unserer Gottesdienste während der Kriegszeit hat zur Folge gehabt, daß sich viele seither unbekannte Lhoralmelodien in der Gemeinde eingebürgert haben. Zn einer Gemeinde, die von regem kirchlichem Interesse erfüllt ist, sollten eigentlich alle Lhoralmelodien gesungen werden. Darum werden wir auch damit fortfahren, die Gemeinde mit Lhoralmelodien bekannt zu machen. Die Lhorschule übt diese Lhoräle vorher ein, nach ihrer und der Grgcl Leitung bürgert sich die neue Melodie ja leicht ein. * * * Bezüglich unserer Konfirmationsfeiern machen wir folgende Termine bekannt. Die Markusgemeinde hat Konfirmation am Sonntag Judika, dem 9. Rpril, die Prüfung ist am vorhergehenden Sonntag um 2 Uhr, die Beichte Samstag, den 8. Rpril, um 2 Uhr. Die Lukasgemeinde hat Konfirmation am 2. Gstertage, dem 24. Rpril, die Prüfung ist am Gründonnerstag, dem 20. Rpril, vormittags um halb l0 Uhr, die Beichte am 1. Gstertag, nachmittags 6 Uhr. Zn der Matthäus- und Johannesgemeinde ist die Konfirmationsfeier am Sonntag (puasimodogeniti, dem 30. Rpril, die Prüfung am Sonntag vorher um 2 Uhr, die Beichte Samstag, den 29. Rpril, um 2 Uhr. kirchliche Anzeigen. Sonntag, den 12. März, Znvocavit. Gottesdienst. Zn der Stadtkirche. vormittags Uhr: Pfarrer Schwabe. vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Schwabe. Nachmittags 2 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. Rbends 6 Uhr: Professor v. S ch i a n. Rbends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Matthäusgemeinde. Dienstag, den 14. März, nachmittags 4 Uhr, im Matthäussaal : Frauenmissionsverein. In der Johaniiestirche. vormittags 9 V 2 Uhr: Pfarrer Rusfeld. vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde. Pfarrer Rusfeld. Rbends 6 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Rbends V28 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Lukas- und Johannesgemeinde. Mittwoch, den 15. März, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Pfarrer Bechtolsheimer. T Ankündigungen empfehlenswerter Firmen I Carl Loos Kirchenplah 13 :: Telephon 797 Manufaktur- unb Weißwaren Herren- u. 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