— Gememoeblatt iitrm f rtvitifmt ifnt s ?t‘VUjf WA m* ! Pi WWMWN }ui uu ti/uuyiuju/i y\\\ luuiyuiiuuuv F\: v .. ' wmmm vDimrn Nr. 20. Gießen, Pfingsten, 23. Mai 1915. 4. Jahrgang. Pfingsten in -er Uriegrzeit. ktpostelgejchichte 2, I und 4. Und als der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren jie alle einmütig beieinander. Und es geschah schnell ein Brausen vom ksimniel, als eines gewaltigen Windes und erfüllte das ganze kfaus, da sie saßen, und wurden alle voll des heiligen Geistes und fingen an, zu predigen mit anderen Zungen, nach dem der Geist ihnen gab auszusprechen, Die pfingstglocken läuten wieder, und im Lenzesschmuck prangen die Gärten und Fluren unserer lieben Heimat, Was auf den Fluren grünt, was in unseren Gärten wächst, schauen wir dieses Fahr mit besonderer Liebe an. Wissen wir doch, was dieser Legen für uns bedeutet. Und dankbaren Herzens gedenken wir derer, die uns die Heimat mit ihrem Zauber und mit ihrem Legen schützen vor feindlichem Ginfall. Ihnen senden wir besonders herzliche Grüße hinaus nach Ost und West und übers blaue Meer, Wie sind uns doch die Augen aufgegangen dafür, wie schön ein deutsches Pfingsten ist, wie herrlich die deutsche Flur im Maienschmuck. Uber Pfingsten ist ja nicht nur ein Uaturfest. Die Uatur mit all ihrer Lchönheit ist ja nur der Laum des göttlichen Gewandes. Pfingsten ist das Fest des Geistes. Und können wir das Fest in diesem Fahre nicht feiern mit lautem Fubel, so dürfen wir es doch begehen mit vertiefter Innerlichkeit. Was die Fllnger des Herrn am ersten pfingst- tage erlebten — haben wir es nicht erleben dürfen in großer Zeit! Oie große Einmütigkeit, den Zusammenschluß der Parteien und Stände und Bekenntnisse? Uun muß im Frieden standhalten, was der Krieg geschaffen: Einmütigkeit auch in unseren Gemeinden, Einmütigkeit in allem, was den Auf- bau und Ausbau des Gemeindelebens angeht, geschlossene einmütige Arbeit für Gott und sein Ueich, treues Zusammenhalten in Freud und Leid, brüderliches Füreinandereinstehen in Not und Krankheit. Und Pfingsten ist das Fest der Begeisterung, wo Gottes Geist weht, da werden die Herzen brennend, da geht es wie Sturmesbrausen durch die Seelen, da macht sich ein Zug nach oben bemerkbar. Wieviel Enges und Kleines, Niedriges und Alltägliches ist im Sturm des Weltkrieges verweht! Ewige Güter haben wir wieder schätzen lernen: Vaterland und Heimat, Wahrheit und Treue, Hingabe und Gpfermut. Nur dann verstehen wir den Ernst der großen Gottesstunde recht, wenn wir in unseren Gemeinden den Sinn für deutsche Treue und deutsche Wahrheit pflegen, für selbstlose Hingabe, für alles wahrhaft Edle, Gute und Große. Oie Begeisterung unseres Heeres gewinnt den Sieg über die Massen der Feinde, pfingstgeist schasst Begeisterung, und nur ein begeistertes Volk ist jugendfrisch und jugendstark und unbezwinglich. Wenn so in dieser Begeisterung für alles hohe und Erhabene unser Volk sich wieder abwendet von den Götzen des Tages, von Mammondienst und Sinnentaumel, von Standeshochmut und Parteiverblendung, dann werden wir auch wieder mit neuen Zungen reden lernen. Oer knechtischen Nachahmung und Anbetung des Ausländischen haben wir hoffentlich für immer den Bücken gekehrt. Nun gilt es, sich bewußt und kraftvoll auf deutsche Eigenart zu besinnen. Und deutsche Art ist im tiefsten Herzen fromm. Alles Spötteln und Witzeln über das heilige das ist ein fremder Tropfen in unserem Blute. Deutscher Glaube ist ohne Spott. Unser Volk als Ganzes hat ein Pfingsten erlebt: vom Sturm der Not durchrüttelt, im Feuer geläutert, ist es seines Gottes wieder gewiß geworden. Oie alte Kirche schrieb unter die blutige Mäytyrerzeit das herrliche Wort: Vas Blut der Märtyrer ist die Saat der Kirche. Ist es zu kühn, wenn wir wagen unter die Verlustliste des großen Krieges das Wort zu schreiben: Vas Blut unserer Kämpfer, die Gebete des deutschen Volkes sind die Saat einer neuen deutschen, christlichen Volksgemeinde. Tausende haben es erfahren, daß man Gott erlebt im Ungewitter der Schlachten, Tausende wissen, daß nur er tröstet auch im tiefsten Leid, Tausende haben in ihm ein seliges Ende gefunden. Das kann, das darf unseren Gemeinden nicht verloren gehen. Mit neuen Zungen lernen wir wieder die großen Taten Gottes verkündigen, als Gottes Missionsvolk für die Völker der Erde. Einige Notizen zur Geschichte -er 5ta-t im 1<). )ahrhun-ert. Am 25. August 1865 feierte man in Gießen die sechs- hundertjährige Zugehörigkeit der Stadt zu Hessen. Auf Anordnung des Stadtvorstandes wurde für dieses Fest von dem „Lokalverein für die Geschichte der Stadt Gießen und der Umgegend" eine „Uebersicht der interessanteren Tatsachen aus der Geschichte von Gießen" veröffentlicht, der wir nachfolgende Notizen entnehmen: 78 1805- 1810. Die Festungswerke werden geschleift und in Fjofreiten und Gärten verwandelt,' statt der krummen Tore in den Wällen werden die Straßen vor den Toren gestreckt und diese mit wachthäusern versehen,' der Schorgraben wird angelegt und die Schor mit Alleen bepflanzt. 1806. Die Stadtbeleuchtung mit Laternen wird eingeführt. Die Bürger erhalten von jetzt an kein Losholz mehr aus dem Stadtwald. 1808, 21 . Mai. Man beginnt mit dem Abbruch der alten Stadtkirche. 1813, I.Uovember. Nach der Schlacht bei Leipzig und der Flucht der Franzosen kommen die ersten Nosaken nach Gießen,' ihnen folgen die Durchzüge der Alliierten. 1817. Tine große Teuerung folgt dem Nrieg. (Es ist ein Irrtum in dieser Aufstellung, daß die Teuerung eine Folge des Nrieges gewesen sei, sie war eine Folge der Mißernte des vorausgegangenen Jahres. D. Heb.) Das Malter Weizen galt 30 Gulden, Norn 20 Gulden. 1818, 13. Juli. Die neue steinerne Drücke über die Wieseck zwischen dem Selterstor und dem Seltersberg wird erbaut. 1818 -1819. Die neue Kaserne auf dem Seltersberg (jetzt alte Klinik) wird unter Beihilfe der Stadt erbaut. 1821. Streitigkeiten zwischen dem Militär und den Studenten veranlassen, daß die seit langen Jahren in Gießen gelegene Garnison nach Worms verlegt wird. 1821, 29. Juli. Die neu erbaute Stadtkirche wird eingeweiht. 1822. Der alte Stadtmagistrat wird aufgehoben, die Gemeinde-Grdnung eingeführt. Die Militärfreiheit der Lür- ger hört auf. 1822, 21 . August. Der Blitz schlug in die Scheune des Wagners Steinberger bei der Synagoge, und es brannten mehrere Gebäude ab. (Siehe Sonntagsgruß, 1915, Nr. 9, „Bilder aus Alt-Gießen".) 1824. Die Burgkirche wird abgebrochen. 1837. Die Straße nach Grünberg wird vollendet und deshalb die eiserne wieseckbrücke erbaut. 1837. Die letzte Stadtpforte, das Neustädter Tor, wird abgebrochen. 1845 — 1847. Die Stadt wird größtenteils neu gepflastert. 1846 1848. Die neue Lahnbrücke wird aus einem auf eingerammte pfähle gelegten Nost aus großen Basaltquadern erbaut, die alte Brücke abgebrochen und die Straße nach dem Hinterland vollendet. 1849 und 1850. Die Main Weser-Bahn wird erbaut, der provisorische Bahnhof befindet sich am Neustädter Tor. 1853 und 1854. Erbauung des neuen Bahnhofes auf dem Seltersberg. 1853. Die Glocken der Stadtkirche werden umgegossen und aus Neujahr 1854 zum erstenmal geläutet. 1855. Das Nealfchulgebäude (die jetzige Bürgermeisterei) am Neuenweger Tore wird von der Stadt errichtet. 1856. Die Gasanstalt wird erbaut, und am 1 . Januar 1857 wird die Stadt zum erstenmal mit Gas beleuchtet. 1862. Die Bahn Gießen — Köln wird eröffnet. 1863 — 1865. Die Anlage zwischen dem Selters- und Neuenwegertor (Süd-Anlage) wird ausgeführt. 1864. Das neue Fürst!. Thurn- und Taxische Postgebäude (das jetzige Kaiserliche Postamt) wird erbaut. Uriegsbilder aus der Mainzer Geschichte alter und neuer Zeit. (Fortsetzung.) Sehr große Schwierigkeiten machte auch die Beseitigung der Leichen. An manchen Tagen waren 300 Menschen gestorben. Ungemein schwierig war es, für die Arbeit der Beerdigung die nötigen Leute zu finden, wer sich dazu hergab, hatte das Totenkleid an. Bauern aus der Umgebung mit Leiterwagen wurden aufgeboten. Als sie in die Stadt kamen, wurden die Leichen aus den Fenstern auf die wagen geworfen. Ich weiß von einem, der dem grausigen Geschäft sich nicht gewachsen fühlte und lies, so rasch ihn die Beine tragen konnten. Pferd und wagen sah er niemals wieder. Die Friedhöfe reichten nicht mehr. Ts wurden Massengräber errichtet, die 300 — 400 Leichen aufnahmen. In 4 V 2 Monaten wurden in Mainz 21 000 Soldaten und 2400 aus der Bürgerschaft beerdigt. Unter denen, die von der Seuche hingerafft wurden, war auch der verdienstvolle Präfekt Jeanbon St. Andrs. Erst gegen Frühjahr erlosch die Seuche. Da die Garnison durch Kranke und Gestorbene so sehr gelichtet war, mußten die Bürger sich an den Wachdiensten beteiligen. Der Winter war ein ungewöhnlich kalter und so trat auch Mangel an Brennmaterial ein. Man half sich damit, daß man das E 70 I 3 von Häusern zu Brennmaterial verarbeitete. Zu all dem Elend kam auch noch der Belagerungszustand, in dem sich Mainz befand, und außerdem die Geldnot der Besatzung. Einmal mußte die Stadt 30 000 und bald darauf 250 000 Fr. Kontribution an die Kommandantur bezahlen. Glücklicherweise begnügten sich die Feinde Frankreichs damit, die Stadt durch Truppenteile von ferne zu beobachten, und so kam es nur zu unbedeutenden Scharmützeln. Kur das arme Kostheim, das 1792 und 1794 vollständig verwüstet war, wurde aus militärischen Gründen, damit es nicht dem Feinde als Deckung diene, auf Befehl des französischen Kommandanten in Brand gesteckt. Indessen war in Frankreich die Entscheidung gefallen. Napoleon, der zwei Jahrzehnte für unbesiegbar gegolten, mußte die Kaiserkrone niederlegen, und damit war auch die Franzosenherrschast in Mainz am Ende. Am 4 . Mai 1814 übergab der französische Kommandant die Stadt und Festung dem Bevollmächtigten der Verbündeten und zog mit seinen 12 000 Mann, die noch übrig waren, und die vorher ihrem neuen König Ludwig XVIII. gehuldigt hatten, ab. Sie mußten noch mit ansehen, wie die erbitterten Bürger die französischen Adler und die sonstigen Zeichen der Fremdherrschaft Herabrissen. Die Fremdlinge hatten ja auch gerade in der letzten Zeit das Möglichste getan, sich unbeliebt zu machen. von allen Seiten, erzählt Börckel in keiner Geschichte von Mainz, strömten jetzt die Landbewohner aus der Umgegend herbei, um Lebensmittel in die ausgehungerte Stadt zu bringen, und die noch frischen Spuren der erlittenen Drangsale anzuschauen. Und da war kaum ein Haus, aus dem nicht der Tod ein oder mehrere (Opfer geholt, kaum eine Familie, die nicht Angehörige in den Massengräbern vor der Stadt zu beklagen hatte. Es war Friede geworden. Und die Stadt Mainz konnte ihn brauchen nach all dem Furchtbaren, was sie durchgemacht in 22 Kriegsjahren. Uoch waren die Uuinen, die die Beschießung von 1793 hinterlassen, nicht alle wieder ausgebaut,' Handel und Gewerbe hatten Uot gelitten, furchtbare 79 Kriegsschulden waren geblieben. Und nicht viel besser sah es in der Umgebung aus. War auch bei dem Frieden, den die Staatsmänner in Wien auskochten, Deutschland, das die größten Opfer gebracht, als Stiefkind behandelt worden, es war doch Friede. Land und Volk konnten sich erheben, und es war wohl Gottes Zulassung, daß es auf dem Weg langsamer Entwickelung einer besseren Zukunft entgegenreife. (Fortsetzung folgt.) Lin pfälzischer Musikant. Erzählung von Heinrich Bechtolsheimer. (Fortsetzung statt Schluß.) Das Leben eines wandernden Musikanten habe ich noch viele Fahre hindurch geführt und viele fremde Gegenden dabei gesehen. Einigemal bin ich mit meiner Kapelle, die zumeist in drei Teile geteilt war, in England gewesen, auch Schweden und Norwegen habe ich zweimal bereist, und im Fahre 1895 war ich sogar in Nordamerika. Uber immer wieder kehrte ich nach Holland zurück,' denn dort war ich bekannt, dort hatte ich Freunde und Gönner luid machte, zumal da die Reife nicht kostspielig war, stets gute Geschäfte. viel Interessantes habe ich auf meinen Neisen gesehen, aber so einschneidende Erlebnisse wie auf meinen ersten Neisen als Musikant und dann als selbständiger Musikmeister habe ich nicht mehr gehabt. Es war immer ein ruhiges Urbeiten, das freilich sehr große Unstrengung und Entsagung forderte. Der Gewinn, den ich erzielte, war durchweg gut. Freilich war meine Einnahme nicht immer so glänzend wie im Fahre 1887 auf meiner hollandreise, namentlich die Fahrten durch Norwegen lohnten sich kaum. Uber ich habe mir doch ein vermögen durch meine Tätigkeit erworben. Ulles, was ich erübrigte, habe ich, nachdem meine hausschuld abgetragen war, zum Unkauf von Grund und Boden verwendet. Im Fahre 1910, als ich fünfzig Fahre alt geworden, hesaß ich 45 Morgen Feld und hatte zwei Pferde im Stalle. Da habe ich mich entschlossen, das Neisen aufzugeben und mich ganz dem Uckerbau zu widmen. Georg Dackermann übernahm meine Kapelle, die selbstverständlich in jedem Fahre alte Mitglieder verlor und neue annahm. Sebastian Wolf, den ich früher immer als meinen Nachfolger ausersehen hatte, war zwei Fahre vorher gestorben. Eine merkwürdige Fügung Gottes hat über meinem Leben gewaltet. Die erste Urbeit, die ich nach meiner Entlassung aus der Schule verrichtete, war Feldbau,' mit dem Pflug hatte ich begonnen, als ich nach meiner Kindheit in das Urbeitsleben eintrat. Dann kam ich zur Musik und habe 25 Fahre lang die Trompete in der Hand gehabt. Nun, da ich ein Mann geworden bin, der über die höhe des Lebens hinaus ist, bin ich wieder zum Pfluge zurückgekehrt. ,,Pflug und Trompete", so Hann ich über meine Lebensgeschichte schreiben. Ich bin froh, daß ich nun ein seßhafter Mann geworden bin und nicht mehr bei Wind und Wetter im fernen, fremden Lande umherzuziehen brauche. Wenn man älter wird, so empfindet man mehr verlangen nach Kühe und Stetigkeit. Schmerzlich habe ich in früheren Fahren immer den Umgang mit den Meinen entbehrt. Es war stets ein schweres Kbschiednehmen, wenn ich im Frühjahre Weggehen mußte, Namentlich in der Zeit, da die Kinder noch klein waren, -ou dem Sohne Wilhelm sind nämlich im Laufe der Zeit noch drei Kinder hinzugekommen. Im Kugust 1889 wurde unser zweiter Sohn geboren, den ich nach meinem früh verstorbenen, auf dem Schlachtfeld in Frankreich ruhenden Bruder Georg genannt habe. Kurz vor Weihnachten 1891 erblickte unsere Tochter Unna die Welt, und endlich im Oktober 1894 kam unser jüngster Sohn Fritz an, der seinen Kamen von meinem, in meinem Hause lebenden Bruder erhallen hat. von meinen vier Kindern ist nur Knna zu einer Zeit geboren, da ich zu Hause weilte. Oft sind die Kinder krank gewesen, wenn ich im Kuslande war, und in der Zeit, da sie noch klein waren, ging es ihnen wie dem ältesten unter ihnen bei meiner Kückkehr aus Holland: sie kannten ihren Vater nicht und wichen schreiend von ihm zurück. Der Tüchtigkeit und Treue meiner Frau habe ich es zu verdanken, daß meine Kinder, trotzdem ihnen die väterliche Erziehung den größten Teil des Fahres fehlte, doch brave Menschen geworden sind. Musikant wollte keiner von meinen Söhnen werden, sie haben auch allesamt keine Begabung für die Musik. Dann hatten sie auch an mir gesehen, wie mühsam der Beruf des wandernden Musikanten ist. Ich selbst war ganz damit zufrieden, daß sie nicht in meine Fußtapfen eingetreten sind. Wilhelm ist Landwirt, wie ich es nun bin, er ist noch im elterlichen Hause und steht mir bei der Feldarbeit zur Seite. So Gott will, soll er einmal mein Haus und mein Knwesen übernehmen. Seine Hilfe kann ich gut brauchen,' denn ich habe außer den eigenen Keckern noch eine Keihe von Pachtäckern zu bestellen, wie ich selbst, so hat auch mein ältester Sohn in Mainz seiner Militärpflicht genügt, aber bei dem Kegimente 117. Georg ist Geometer geworden, hat in Darmstadt bei der Feldartillerie gedient und ist jetzt in Oberhessen bei der Feldbereinigung tätig. Die Tochter Knna ist noch bei uns im Hause, aber lange wird das nicht mehr dauern, sie ist mit einem jungen Bauer aus unserem Orte verlobt und wird bald Hochzeit halten. Fritz, unser Füngster, hat sich auf der Kealschule zu Klzep das Zeugnis zum einjährig-freiwilligen Militärdienst erworben und ist nun Lehrling auf einer Frankfurter Bank. Ich muß für ihn jetzt noch viel Geld aufwenden, aber ich tue das gern,' denn ich denke dabei an meine eigene Fugend. Wie gern hätte ich nach der Konfirmation etwas Tüchtiges gelernt, aber die Mittel der Eltern erlaubten das nicht, und den Vater habe ich früh verloren. Was ich nicht erreichen konnte, das sollen wenigstens meine Kinder erreichen. (Schluß folgt.) Meine Mitteilungen. In der nächsten Kummer unseres Gemeindeblattes geht die Erzählung „Ein pfälzischer Musikant" zu Ende, wir werden jedoch damit sortfahren, unseren Lesern Volkserzählungen zu bieten. So werden im Laufe des Sommers Erzählungen zum Kbdruck kommen, die die bewährten Volksschriftsteller Pfarrer Karl Hesselbacher in Karlsruhe und Dekan Eugen Maper in Kaiserslautern zu Verfassern haben. * * Der für die Matthäusgemeinde neu ernannte Pfarrer Mahr wird im Laufe des Funi sein neues Kmt antreten. Bis dahin versieht Pfarrassistent hoffmann die Geschäfte der Matthäusgemeinde. * * * Km 10. Funi, morgens zwischen 5 und 6 Khr, werden wiederum in der Stadtkirche die Fahreszinsen der Todten- wartstiftung verteilt werden. Empfangsberechtigt sind nur diejenigen, die sich rechtzeitig bei dem Krmenamle angemeldet haben. * * * 80 Wiederholt kommt es vor, daß unsere Gemeindeglieder bei Krankheitsfällen in ihrer Familie den Besuch des Pfarrers wünschen, mit der Mitteilung aber zögern, bis der Kranke sehr schwach geworden ist. Gft wird der Besuch des Pfarrers zu einer Zeit gewünscht, zu der er durch andere Amtshandlungen schon in Anspruch genommen ist. Ls ist deshalb gut, wenn Krankenbesuche möglichst frühzeitig bestellt werden. Worte zum Nachdenken in der Nriegrzeit. Keine Zünde ist so groß, als daß sie nicht vergeben werden könnte,- aber keine Zünde ist auch so klein, als daß sie nicht vergeben werden müßte. kirchliche Anzeigen. I. pfingstfeiertag, den 2 3. Mai. Kollekte für die hessische Lutherstiftung. Gottesdienst. In der Stadtkirche. vormittags 8 Uhr: pfarrassistent Hoffmann. vormittags 9V- Uhr: Pfarrer Zchwabe. Beichte und heiliges Ubendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde. Unmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. vormittags 1 l G Uhr: Kinderkirche für dis Matthäus- und Markusgemeinde gemeinsam. Pfarrer Zchwabe. In der Johanneskirchc. vormittags 8 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. vormittags 9Vs Uhr: Pfarrer Busfeld, vormittags l l Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde. Pfarrer Uusfeld. II. pfingstfeiertag, den 2 4. Mai. In der Stadtkirche. vormittags 8 Uhr: Siehe Johanneskirche, vormittags 9*4 Uhr: Prof. D. E ck. In der Johanneskirche. vormittags 8 Uhr: Pfarrer Bus seid, vormittags 9V? Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Beichte und heiliges Ubendmahl für Lukas- und Johannesgemeinde. Unmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. vormittags 1114 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer. * * * In der Stadtkirche. Mittwoch, den 26. Mai, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Pfarrer Zchwabe. L Ankündigi mgen empfel hlenswerte r Firmen } Carl Loos Kirchenplatz 13 :: Telephon 797 M Manufaktur- S und Weißwaren Herren- u. 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