0 N ?| oder neu. c * Leders. , . SU öet!J :ßWn ** suchen “‘flieh, 'äut ar ? en Plätzen mit um W behufs Unterste; .^merkte Kiich ^ uns kostenlos. H, ^ von Selbsteigentüinev an den Verlag der *• M » Verkauft, Zentrale nkfurt a, flf, enaahaua, Theimer otwein . mögliche Qualität f n jedem Quantum ?■ Saalw ächte 1 igntsbesitzer '•lügeleim a. ß s Hiekcner Peilung Bezugspreis 60 pfg. monatlich vierteljährlich 1,80Mk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Ab geholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,50 Mk. — Erscheint Mittwochs und Samstags. — Redaktionsschlug früh 8 Uhr. — Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert, «erlag der „Gieße«er Zeitung", Gießen. Expeöitio»: Züdanlage 21. Anzeigenpreis 20 pfg. die 44 mm breite Petitzeile, für Auswärts 30 Pfg. Die 90 mm breite Reklame-Zeile 72 Pfennig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberfchreitung de-Zahlungk- zieles (30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei' Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Druck der Gietzener BcrlagSdruckerei, Albin Klein. Nr. 1«S. Telephon Nr. 3S2.g Mittwoch, den 19. Dezember 1917. r°l°ph°n m.362. 30. Jahrg Eintritt in die Friedensverhandlungen mit Rußland. Die englische Offensive in Flandern resultatlos abgeschlossen. ver Wassenstillstanarvemag mit Russland unterzeichnet. 23on den bevollmächtigten Vertretern der russischen obersten Heeresleitung einerseits und den obersten Heeres» Heeresgruppe Herzog Albrecht Im Thannec Tal wehrte unsere Grabenbesatzung den Vorstoß einer französischen Erkundungsabteilung leitungen von Deutschland, Oesterceich-Ungarn. Bulgarien und der Türkei andererseits, ist am 15. Dezember 1917 in Brest'Litowsk der Maffenstillstandsvertrag unterzeichnet worden. Der Waffenstillstand beginnt am 17. Dezember mittags und gilt bis zum 14. Januar 1918. Falls er nicht mit siebentätiger Frist gekündigt wird, dauert er automatisch weiter. Ec erstreckt sich auf alle Land-, Luft- und Seestreitkräfte der gemeinsamen Front. Nach Artikel neun des Vertrages beginnen nunmehr im Anschluß an die Unterzeichnung des Waffenstillstandes die Verhandlungen über den Frieden. * Berlin, 17. Dez. Die Regierungen Deutschlands, Oesterreich-Ungarns, Bulgariens und der Türkei werden bereits in den nächsten Tagen in Fciedensverhandlungen mit Rußland eintreten. Die Abreise der deutschen Bevollmächtigten erfolgt demnächst. Unverbindliche Vorbesprechungen über die Fciedensbcdingungen Zwischen den schon in Brest-Litowsk anwesenden Vertretern der beteiligten Regierungen sind bereits im Gange. Hmilicbe deutsche Cagesbericbte. fünf Dampfer, ein Zerftörer versenkt. Berlin, 14. Dez. Gleichzeitig mit dem Angriff gegen den Handelsverkehr an der englischen Ostküste haben am 12. Dezember leichte Streitkcäfte unter Füh rung des Kopitänleutnants Kolbe (Hans) den Geleit- Zugverkehr Bergen—Shetlands erneut angegriffen. — Ein Gele tzug, bestehend aus 6 Dampfern von insgesamt 8000 Bruttoregistertonnen, darunter 1 bewaffneter englischer Dampfer, sowie der englische Zerstörer „Palt cidge" n. 4 armierte Bewachungsfahrzeuge wurden im Kampf vernichtet; der englische Zerstörer „Pellew" entkam beschädigt. Unsere Streitk.afte sind ohne Verlust mit einer größeren Zahl Gefangener, darunter 4 Offizieren, zurückgekehrt. Der Chef des Admiralstabcs der Marine. * i 5 0oo Tonnen. Berlin, 14. Dez. Im Aermelkana! wurden durch die Tätigkeit unserer U-Boote wiederum 15 000 B.- R. T. vernichtet. Unter den versenkten Schiffen befanden sich 3 mittelgroße beladene Dampfer, von denen einer bewaffnet war, sowie 1 Dampfer von etwa 6000 Tonnen. Einer der vernichteten Dampfer wurde aus einem gesicherten Geleitzug herausgcschossen. Der Chef des Admiralstabes der Marine. * wtb. GroßesHauptquartier, 15. Dez. 1917. Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Seit mehr als 4 Wock - hat der Engländer seine Angriffe in Flandern eingesi t. Seine gewaltige, auf den Besitz der flandrischen Küste und die Vernichtung unsrer U-Bootbasis hinzielende Offensive kann somit vorläufig als abgeschlossen gelten. Fast das ganze eng- i tische Heer, verstärkt durch Franzosen, hat über 1 Vier- i teljahr lang mit unserer in Flandern stehenden Armee um die Entscheidung gerungen. Deutsche Führung und deutsche Truppen haben auch hier den Sieg davonge- j tragen, während wir an anderen Stellen durch gewal. tige Schläge den Feind niederwacfen. Die Mißerfolge dcs englischen Heeres in Flandern werden verschärft , durch die schwere Niederlage, die es bei Cambrai erlitt. — Nördlich von Gheluvelt wurden bei erfolgreicher Unternehmung gegen die englische Linie am Schloßpark von Poezelhoek 2 Offiziere, 45 Mann gefangen. Ein nächtlicher englischer Gegenangriff zur Wiedergewinnung dcs verlorenen Geländes scheiterte. — Von der Scarpe bis zur Oise war die feindliche Artillerietätigkeit rege. Starke Feuerüberfälle lagen am Abend, während der Nacht und am frühen Morgen auf unseren Stellungen. Die Absicht eines englischen Angriffes östlich von Bullecourt wurde erkannt, seine Ausführung durch unser Vernichtungsfeuer verhindert. ab Italienische Front: Aus den Kämpfen der letzten Tage zwischen Brenta und Piave blieben 40 Offiziere und mehr als 3000 Mann, einige Geschütze und Maschinengewehre in unserer Hand. Mehrfache Gegenangriffe, die der Feind gegen die von uns genommenen Stellungen führte, wurden abgewiesen. Der Erste Generalquarttermeister: Ludendorff. * Berlin, 15. Dez., abends. Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues. » Berlin, 15. Dez. Eines unserer Unterseeboote hat letzthin im Atlantischen Ozean und in der irischen See 4 Dampfer und einen Segler mit über 18000 Bruttocegistertonnen versenkt. Unter den Dampfern befand sich 1 mindestens 6000 Tonnen großer Dampfer, der allem Anscheine nach Sprengstoff geladen hatte. Ein anderer großer Dampfer wurde aus einem stack gesicherten Geleitzug herausgeschossen. Dabei hatte das U-Boot unter heftigster feindlicher Gegenwirkung zu arbeiten. Dank der Geschicklichk it des Kommandanten blieben jedoch die zahlreichen Wasserbombenangriffe feindlicher Zerstörer völlig wirkungslos. Der vernichtete Segler war der englische Raaschoner „Robert Morris" mit Kohlen von Cardiff nach Lissabon. Der Chef dcs Admiralstabes der Marine. • wtb. Großes Hauptquartier, 16. Dez. 1917. Westlicher Kriegsschauplatz: Im Schloßpark von Poezelhoek haben wir unsere Linie nach Abwehr eines feindlichen Teilangriffes vorgeschoben und Gefangene gemacht. — Lebhafte Artil- lerietättgkeit von der Scarpe bis zur Oise; bei Monchy und südwestlich von Cambrai nahm sie erhebliche'Stärke / an. Englisch«/ Vorstöße bei Monchy und Bullecourt scheiterten. — In Erkundungsgefechten an vielen Stellen der französischen Front wurden Gefangene eingebracht. Oeftlicher Kriegsschauplatz: In Bofft-Litowsk ist am 15. 12. von Seiner Hoheit dem Generalfeldmarschall Prinzen Leopold von Bayern und Vertretern der verbündeten Mächte ein Waffenstill- standsvertcag mit Rußland für die Dauer von 28 Tagen, gültig vom 17. 12. 12 Uhr mittags ab, unterzeichnet worden. Mazedonische Front: R/ge Tätigkeit der Engländer zwischen Vardar- und Doiransee. Italienische Front: In Erweiterung ihrer Erfolge haben österreichisch-, ungarische Truppen italienische Stellungen südlich von Col Caprille erstürmt und mehrere Hundert Mann, darunter 19 Offiziere, gefangen. Der Erste Genecalquartiermeister: Ludendorff. * Berlin, 16. Dez., abends. Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues. m wtb Großes Hauptquartier, 17. Dez. 1917. Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Auf dem Südufer der Scarpe und in einzelnen Abschnitten südwestlich von Cambrai lebhafte Feuertätigkeit. — Starkes Artillerie- und Minenfeuer lag aus der Südfront von St. Quentin. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Nördlich von St. Mihiel und im Sundgau war die französische Artillerie tätiger als an den Vortagen. m Leutnant Müller errang seinen 33. Luftsieg. Oeftlicher Kriegsschauplatz: Nichts Neues. Mazedonische Front: Zwischen Wardar und Doiransee stieß eine englische Kompagnie nach kräftiger Feuerwirkung vor. Im Gefecht mit bulgarischen Posten wurde sie abgewiesen. Italienische Front: Zwischen Brenta und Piave dauerten in einzelnen Abschnitten heftige Artilleriekämpfe an. In erfolgreichen Unternehmungen brachten österreichisch ungarische Tcup- Pen südlich von Col Capcilo mehrere hundert Gefangene ein. Italienische Vorstöße gegen unsere Linien südlich Monte Fontana Secca scheiterten. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. Berlin, 17. Dez., abends. Von den Kriegsschau- Plätzen nichts Neues. 9 . 21000 tonnen oerlenkt. Berlin 17. Dez. Neue U-Bootsecfolge !m Sperrgebiet um England: 21000 Bcuttoregistertonnen. Davon wurden 6 Dampfer und ein englisches Fischerfahr-- zeug mit rund 11000 Bct. im Aermelkanal trotz stärkster feindlicher Gegenwirkung vernichtet. Unter den versenkten Schiffen befanden sich 2 tief beladene Dampfer und der englische Dampfer „Eagle". Der Chef des Admiralstabes der Marine. * 22,000 Tonnen! Berlin, 17. Dez. Eines unserer Unterseeboote, Kommandant Kapitänlcutnant Rose, vernichtete am 5. Dezember im Aermelkanal den amerikanischen Zerstörer „Jakob Jones" und nahm dabet 2 Matrosen gefangen. Das Boot griff dann den Handelsverkehr mit gutem Erfolge bei stärkster feindlicher Gegenwirkung an und versenkte insgesamt 8 Dampfer mit über 22,000 Brut- tocegistertonnen. Der Chef des Admiralstabes der Marine. • wtb. Großes Hauptquartier, 18. Dez. 1917. Westlicher Kriegsschauplatz. Bei Sturm und Schneetreiben blieb die Artillerie- tättgkeit mäßig. In Flandern und westlich von Cambrai trat am Abend geringe Feuersteigerung ein. — Elkundungsabteilungen brachten an der englischen Front, nordwestlich von Ptnon, auf dem Ostufer der Maas und südöstlich von Thann eine Anzahl Engländer und Franzosen ein. Oeftlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Mazedonische Front. Im Cernabogen und zwischen Wardar und Doiran- See lebte das Feuer zeitweilig auf. Italienische Front. Zwischen Brenta und Piave vielfach lebhafte Ac- tillerietätigkeit. Oestlich vom Monte Solarolo wurden Teile der feindlichen Stellung genommen. Der Erste Genecalquartiermeister: Ludendorff. 9 Berlin, 18. Dez., abends. In erfolgreichen Kämpfen im Gebirge östlich von der Brenta machten österreichisch-ungarische Truppen mehr als 1000 Gefangene. — Italienische Angriffe am Monte Solarolo scheiterten. — Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Stadt und Eand — (ine front. Der Landbewohner kennt den Städter mehr oder weniger nur von der Sommerfrische her oder von Besuchen in der Stadt. Dies ist die sehr einfache Erklärung dafür, daß der Landmann oft ein gänzlich falsches Bild von den „Stadtfräcken" hat. Wenn der Städter in seinen kargen Urlaubswochen zur Erholung aufs Land zieht, in Feiertauskleidung, das vielleicht recht mühselig für diesen Zweck zusammengesparte Geld locker in der Hand und mit dem festen Entschluß bewaffnet, sich einmal nach Herzenslust auszufaulenzen, so ist es nur natürlich, daß der Bauer in ihm ein recht unnützes Luxuswesen erblicken muß. Um so mehr, als gerade die Sommermonate auf dem Lande die inten- fivste Arbeit bringen. Ebenso ungünstig ist das Bild, das der in *t Wirrnis des GroßstadtlebenS kritischer Beo bachtun ;-ifä^ige Landmonn von seinen flüchtigen Besuchen empfängt, Ec sieht die Unmenge der Ver gnüg^ungSlokale. die vielen Kinos, alle mit gutgekleideten Menschen angefüllt, und berücksichtigt nicht, daß, ver. glichen mit der Gesamtzahl der Bewohner, die vielen Menschen in derartigen Lokalitäten nur ei» ganz geringer Bruchteil find. Gr läßt auch außer Acht, daß eine ganze Anzahl von diesen nicht zu ihrer Unterhaltung dasitzen, >ßer sondern daß sich ein großer Teil deS großstädtischen ge- schäftlichen Lebens in den Restaurants und Kaffeehäusern abspielt. ES kommt hinzu, daß der Landmonn bei >h< vergißt, welch ungeheure Arbeitslast, die unter den schwierigsten Umständen getragen wird, sich hinter der glänzenden Außenseite des Stadtlebens unerträglich dehnt, denkt der Städter wiederum nicht an die schwere Arbeit und die Mühen des Bauern. Der Gegensatz, der von je zwischen Stadt und Land bestand, der aber jeder sachlichen Unterlage entbehrt, ist durch den Krieg zwar so gut wie beseitigt; im Schlachten» donnec sind alle Deutsche ein einig Volk geworden; den. noch blieben einige Mißverständnisse. Die Ernährung-« schwiecigketten, unter denen der Städter in besonderm Maße jetzt zu leiden hat, haben ihm die Fata Morgana des Landlebens noch glänzender und verlockender er- scheinen lassen, ohne daß ec dabei berücksichtigt, mit welch großen Schwierigkeiten die landwirtschaftliche Produktion heute zu rechnen hat. Aber auch der Bauer läßt in seinen Bedrängnissen die Lage des Städters außer Acht und urteilt ungerecht. Und doch sollte ge. rade der Krieg geeignet sein, die Brücke zwischen Stadt und Land fest zu machen und beiden ArbeitSkompleren, die doch Glieder eines Volkes, eines Organismus sind, klar machen, wie eng die Fäden geknüpft sind, die sie beide verbinden, in wie hohem Maße jeder vom andern abhängt und keiner ohne den andern leben könnte. In einem so dicht bevölkerten Land wie dem unfern kann die Landwirtschaft nicht mehr ohne die den Ertrag des BodenS vervielfachenden Hilfsmittel auskommen, die die städtische Industrie liefert. Das ganze deutsche Volk müßte verhungern oder wäre in einem Maße auf Zufuhr von außen angewiesen, das die Landlvtrtschaft gegenüber dem Handel zu völliger Bedeutungslosigkeit herabsinkcn ließe, wenn jene chemischen Produkte, die die städtische Industrie erschafft, in Fortfall kämen. An hundert Beispielen — man denke nur an die technischen Maschinen — ließe sich der enge Zusammenhang und das Auseinandergewiesensetn von Stadt und Land beweisen. Unser Land wird von einer an Zahl überlegenen Feindesmacht berannt und das Schicksal, das uns die crfolgre che oder erfolglose Abwehr bereitet, ist das Ä ~ .. Schicksal aller! Das Schicksal Ostpreußens, das von den Russen verwüstet wurde, aber auch das Schicksal Nordfrankreichs, das ohne unnötige und belvußte Ber- nichtungstatcn, allein durch die Tatsache des modernen Kampfes, aus Jahrzehnte hinaus zerstört ist, zeigt, was wir zu erwarten haven. Roch schwerer aber als die direkten Folgen einer Niederlage wären die indirekten Um den Tribut aufzubringcn, den uns unsere Feinde hc auferlcgen würden, müßten wir vielleicht ein halbes Jahrhundert lang jeden Ueberfchuß. den tvic uns in mühevoller Arbeit erübrigen, in die Börsen unserer Feinde abliesern; das heißt nicht mehr und nicht weni- ger, als daß wir zu Sklaven der Engländer und Franzosen würden. Deshalb kann die Mahnung nicht cruft genug aus. gesprochen werden, alle grundlosen und verständnislosen gegenseitigen Vorwürfe für immer ruhen zu lassen und durch die Geschlossenheit im Innern unsere Fronten, unüberwindbar zu machen. Tlaumacbcrel eine Uerfiindlauna am üaierlande. »Die Klageweiber und Unglücksraben", so schreibt ein Vaterland-freund, .die mit hängendem Kopse die tollsten Gerüchte und furchtsamsten Geschichten weiter- flüstern, können eine schwere nationale Gefahr werden, denn sie zerstören etwas von der Kraft, mit der allein wir den vieg gewinnen können" Sic erschüttern die Zuversicht der Bevölkerung und den Glauben an den guten Ausgang unsrer Sache und verdienen dafür die schärfste Zurückweisung. In der Oefsentlichkeit wagen sich diese Flau« und Miesmacher weniger hervor, aber in engern Kreisen, am Kosieeti'che und auf der Bicrbank lassen sie ihre Unkenrufe um o geschäftiger ertönen GS ist das beschämende Wort gefallen, daß cs in diesem Kriege keinen Sieger und keinen Besiegten geben dürfe! Ev gibt Le •, die den für einen Narren erklärt haben, btt angi der zahlenmäßigen 1 nheit unsrer Feinde einen ^egcetchen AuSgang des Krieges für mög- lich halt! Traurig ist cS. wenn man am Hellen Tage da > Licht nicht sehen kann. Ist eS denn nicht mit Händen zu greisen, daß sich das Kriegsglück von Tag zu Tag immer mehr auf unsre Seite neigt und uns einen Trumps nach dem andern in die Händejspiell? Unsre Feinde, von schweren innern Kämpfen bedroht, werden auch unter seinem Besuch von vornherein die bei solchen Reisen übliche Feststimmung mitbringt und begreiflicherweise alles unter diesem Gesichtswinkel betrachtet Ebenso aber umgekehrt' der Städter ist gewöhnt, im Land das Dorado der Eier, der Milch, der Butter, des Specks usw. zu erblicken. Schon im Frieden geht die Sehnsucht des in den engen Mauern und den dump- fen Zimmern der Städte erstickenden Stadtbewohners hinaus aufs Land. ES ist ihm fast unerfindlich, daß sich jemand auf dem Lande ihm gegenüber im Nachteil dünken und ihn beneiden könnte. Während der Bauer sich täglich uneiniger; ihre StaatSmcnner zittern vor der Stunde des Gerichts und klamme sich nur noch an die Vereinigten Staaten als lcyten RettungSancker. Will man erfahren, wie schwach diese: Rettungsanker ist, io lese man nach, was unser Genrralfeldmarichall v. Hindenburg neulich in einem Göpräch mit dem Berichterstatter eines Wiener Blattes geftgi hat: .Tie Reklame, mit der Amerika feine Kriegsleistungen an» kündigt, ist imposant und de- Landes i ürdig. das einen Barnum feinen großen ZirkuSdice^or und Re- klamehelden) hervorgebcacht hat. Nun w»llen wir erst einmal obworten, ob die Leistungen selbst ebmso imposant sein werden. Eine weitere Frage ist. wo tri dem Herr schenden Tonnagemanqel Amerika den Schiffsraum her. nehmen will, der erforderlich ist, um Hun^crttauiende von Soldaten über das Meer zu transporteren. Und selbst wenn die Lösung dieser Frage möglich sein sollte, entsteht sofort eine neue, noch diel schwerer zu lösende Frage: die der fortdauernden Ernährung der amerika« nischen Armee in Europa. Tie Länder der Entente, die kaum genügend Lebensmittel für ihre eignen Heere und Völker haben, können da nicht helfen, und ein Etappen» weg über den Atlantischen Ozean zur Verproviantierung einer amerikanischen Armee von Amerika aus erscheint undenkbar, ganz abgesehen davon, daß unsre U Boote W. da auch noch ein Wort mitzureden haben werden. Kurzum, das große amerikanische Hilfsheer steht noch in ncbel» haster Ferne. Kommt cS ober wirklich, so wird es an der Lage auf dem europäischen Kriegsschauplätze auch nichts ändern." Soweit Hindenburg, unser Narionalheld. Seine Worte sind sicher wie Gold. Selbst die einzige Waffe, vor der wir uns in diesem Kriege strecke» mußten, nämlich die Macht der Lüge und Verleumdung, ist ohne unser Zutun stumpf geworden! Unsre Feinde müssen selbst die Archive ösinen, die für ihre schamlose Eroberungssucht und Naubgiec den Beweis liefern. Italien befindet sich dank der un- heilvollrn Politik seiner Staatsmänner in einer Lage, aus der es ohne Schädigung seiner Interessen keinen Ausweg mehr gibt; Frankreichs innere Verhältnisse sind trostlos. Rußland scheidet als kriegführender Gegner aus. England, überzeugt von der Unmöglichkeit, uns auSzuhungern, und hoffnungslos unfähig, unsre Flanden» front zu durchbrechen, sieht durch die wuchtigen Schläge des U Boot Krieges allmählich seine Handelsflotte ver» schwinden und seine ganze Wirtschaft unaufhaltsam der Zersetzung onheimsallcn. Die Verminderung deS für England in Betracht konimrndcn FrochtraunrcS ist schon so groß, daß er in durchaus absehbarer Zeit auch für die notwendigsten Bsdürfniffe Englands nicht mehr genügen wird. Wir haben also allen Grund, auf ein gutes Ende zu vertrauen und keinen, am glücklichen Fortgang unsrer Sache zu verzweifeln. Tretet also den Flau- und Miesmachern entgegen, wo ihr könnt! Ihr tut damit ein vaterländisches Werk. Frieden da sind, machen heutzutage Kanonenrohre und Granaten. Dies ist aber wichtiger, als Lokomotiven ausbessern, und unsere Eisenbahr, betriebsfähig zu ec halten, ist wiederum wichtiger. a!s in Urlaub fuhren. Daher kommt eS, daß man unsere Urlauber in ihrem einzigen Vergnügen beschneiden muß. Was die Eisenbahnen im Feldzuge bedeuten, ist bekannt. Wir und nicht in der glücklichen Loge, soviel Truppen stehen zu haben, daß wir keine Verschiebungen nötig hätten. Wir kämpfen an allen Ecken von Europa wo .waS los" ist. fahren die Züge hin. beladen mit Kampftruppen u Granaten. Ta müssen die persönlichen Bedürfnisse zurücktceten. Es ist hart, wenn man die prachtvollen Menschen, die im Trichterjeld mit un> glaublicher Geduld und Festigkeit ausgehalten haben, nun zur Belohnung nur halb io oft in Urlaub schick, n darf wie vorher. Aber jene Geduld und Festigkeit wird uns auch darüber hinweghelsea. Wir haben uns gkwöbnt. mit zwei Kritteln Fleisch* und Brotration auszukommcn, nun müssen wir lernen, uns mrt der Hälfte Familien.' gluck zu begnügen. Muß halt die brave Post an Freude io gut es gehr, ersetzen, was die böte Eisenbahn unseren feldgrauen kurzen mutzte. Mi Stadt und Land. Urlaubseinfchränkunq. Der allgemeine Reiseverkehr ist infolge der starken Inanspruchnahme unserer Eisenbahnen für den Transport von Kriegsgut und Lebenmitteln stark eingeschränkt worden Auch das Militär, das jetzt den größeren Teil des RciscpublikumS ausntacht, mutz unter den veränderten Verhältnissen Entsagung üben. Nach einen Befehl unserer Heeresleitung wird die Urlaubsmöglichkeit beim Feldherr etwa um die Hälfte vermindert werden. Mußte man denn, wird mancher unwillig fragen, gerade den armen Fcldsoldaten wieder treffen? Leider, denn das Heer stellt nicht nur die meisten Reisenden, sondern macht auch die iveitesten Reisen! Wem von unS wäre cS im Frieden eingefallen, von München nach Riga oder von Königsberg nach Lille zu reisen? Uno heute haben wir auf diele,.' Strecken täglich Hunderttausende von feldgrauen Weltteifcndcn sitzen, die in FriedenSzeitcn kaum ein paar Kilometer im Jahr mit der Eisenbahn gefahren sind. Aber diese feldgrauen Reisen kosten Geld u.id, das wesentlichste Material. Die Eisenbahn rechnet mit großen Kräften und schweren Massen. Da, wo zwei Schienen ancinandcrftoßen, gibt es beim Fahren in je» dem einzelnen Wagen einen harten Stoß. Räder und Schienen nutzen s r^ch a b und wollen gewechselt, schab' haste Wag» n und Lokomotiven ausgebessert fein. Aber wer soll das besorgen? Die Leute, die dafür im ' Die Seltener»,«g der Lrriegsteueruugsrulage. ! Laadtaasabg Ulrich hat dazu folgende Anfrage an die hrmsche Regierung grrichtet: Hat die Regierung Kenntnis davon, daß die Steuerbehörden unseres Landes in stark emp undencr Weise die KriegsttuerungSzulagen steuerlich ausnützen. derart, daß über deren Maßnahmen aUieiiiae Mißstimmung im Lande um sich greift? Und will die Regierung den Finanzämtern Anweisungen zugehen lassen, wodurch diese Maßnahmen aufgehoben werden? Zur Sal,Knappheit bat der LandtagSabg. j Damm- Friedberg eine dringliche Anfrage an die hessische Regierung dahin gerichtet, wonach ec darauf hin- weißt, daß in einzelnen Teilen dcS GroßherzogtumS eine große Salzknappheit herrscht, die zu einer Salznot zu werden droht und daß die Grobherzogliche Saline in Bad-Nauheim preußische Orte mit Salz beliefert, währenddem sie hessischen Orten die Weitcrbelieserung verweigert? Diesem äußerst bedenklichem Zustand müßte lo bald als möglich abgeholfen werden Suchenlaub nnd Zichorienbtätter als 9*abak- rrfali. Der Bundesrat hat genehmigt, daß den Tabak« fabelten die Verwendung von Buchrnlaub und Zichorien« blättern als Ersatzstoffe bei Herstellungen von Zigarren gestattet werden darf. — Derartiges wird man wohl nirgenS gutheEen. Entweder man hat Zigarren aus Tabak oder man hat keine. Solchen Schund aber sollte man dem Volke doch nicht bieten. Landwirtschaftliche Genolseufchaftsbeweg ung. Im Oktober 1917 sind im ganzen 81 Genoss fenjchaften neu gegründet worden, worunter sich 33 landwirtschaftliche Genossenschaften befanden. Von den 81 Neugründungen sind: 8 ttceditgenossenschajten, 1 Konsumgenossenschaft. 4 Bezugs» und Absatzgcnoffenschasten, 1 Molkereigenossenschaft. 1 Milchverwertungsgcnoflen- schast, 66 sonstige Genossenschaften. Die l a n d w i c t« schaftliche Gcnossenschaftsbewegung im Ottober 1917 zeigt die gleiche Zunahme wie in den vorhergehenden KciegSmonaten. ES wurden neu gegründet 33, auf« gelöst 5. so daß ein ZuwuchS von 28 Genossenschaften verbleibt. Im gleichen Monat des Vorjahres wurden neu gegründet 47, aufgelöst 10; die Zunahme betrug 37. Von den neu gegründeten 33 Genossenschaften sind: 8 Spar- und Darlehenskassen, 1 Bezugs- und Absatzgenossenschaften, l Molkereigenossenschaft, 1 Milch- veclvertungSgenoffcnschaft, 19 sonstige Genossenschaften. Nach den Aufzeichnungen dcü ReittLvcrbands der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften waren am 1. November 1917 vorhanden: 94 Zentralqenosscnfchaf- ien. 17954 Spar- und Darlehenskassen, 2986 Bczugö- und Absatzgcnoffenschasten, 3383 Molkereigenossenschaften, '08 MilchverwcrtungSgenossenschaften, 4612 sonstige Genossenschaften, zusammen 29237 landwirtschaftliche Genossenschaften. Landwirtschaftliche Genossenschaftsbank in varmstadt Es ivird mttgeteilt, daß die Bank wiederum in der Lage sei. eine Ausschüttcrung an ihre Gläubiger vorzunehmen. ES sollen noch in diesem Jahre 424000 Mk. zur.AuSzahlung kommen, womit die Gläubiger 25 Proz. ihrer Guthaben empfangen haben werden. Die Schuhnot. Die Schuhnot tritt erst jetzt, nach Eintritt der kalten Witterung, in ihrer ganzen Schärfe in Erscheinung. Wer bei Schulbeginn die Fußbekleidung der Kinder einer Prüfung unterzieht, kann feststellen, daß üic wenigsten den Witterungsunbilden stand zuhalten vermögen; klaffende Lücken sieht man fast überall. Bei der ohnehin geschwächten Widerstandskraft der meisten Kinder sind schwere gesundheitliche Schäden unausbleiblich. An Neuanschaffungen ist bei den unerhört hohen Preisen kaum zu denken; aber auch mit den Reparaturen hapert es, da die meisten Schuhmach' c derartige Flickereien ablchnen. Die Folge ist, daß Schuhe, die bei rechtzeitiger Ausbesserung noch lange getragen werden könnten,mangels gecigneier Instandsetzung vorzeitig verbraucht werden und dann überhaupt nicht mehr tragfähig gemacht werden können. Llrifchabgabe bei Hausschlachtungen ES ist wiederholt vocgckommen, daß die Abgabe von Fleisch bei Hausschlachtungen eine völlig unzulängliche gewesen ist. indem die abzugebende Menge in einer großen Zahl von Einzclftücken. zumeist Knochen oder durchaus minderwertigen Stücken erfüllt worden ist. Solche Lieferungen werden beanstandet. Es ivird verlangt, daß das Fleisch mindestens von mittlerer Güte ist; bei Weigerung tritt Bestrafung ein. Hohe Lerkelprcise Bei starker Nachfrage und geringem Angebot find die Preise für Ferkel in der letzten Zeit rapid gestiegen. Tiere im Alter von 4 Wochen kosten jetzt ab Züchter 90-120 Mk. gegen' 40-45 Mk. im Voriahre, 20—25 Mk im letzten FriedenSjahr. Ursache der Preissteigerung ist die Freigabe der Ferkel zu Schlacht» zwecken. Besitzer von kriegsindustriellen Großbetrieben lassen die Ferkel auikaufen und ohne Fleischkarlen an ihre Arbcitec verteilen. Hohlen für Lutter. Im Lause des Herbstes ist cs in Villen ^rtcn Hessens vorgekommen, daß seitens der Landwirte durch Vermittlund der landiv. Konsumvernne Kohlenlieferungen gegen Butter und sonstige landw. Er* ^gniuc stattgefundcn haben, liegen dieses Tauschgeschäft ift jetzt von höherer Behörde Untersuchung einqe- iertet worden, um sestzuftellen. wohin die Butter usw. gekommen ist. Vergangene Woche stellte ein Beamter vcs Rcichsci,enb:hnamtcs auf den Stationen und den etohlenausgleichstcllcn die Namen der Kohlenempkängcc und die gelieferte Menge fest. Es scheint dadurch eine ä 'itpufi 1 ÖsT- • I I flfL- . fc* sE TU u-'Lufui'fl c ‘ b'- rS-Bfr" i> *«£ 5 » tongen » tief » SelE o e ftuSr Schul- Eigenen * jn«f m ,Sem i|| iW li-dt den ® al r V.irr.cr t ) ant m.ritäi »öm« scritai -SSL-»!« »“Sponiftcn. !°wi n Wf!" 1 ' 'je (Tleir ** Jfett, Mb-U ier ' 0 Wort, mu a. Di-V°rlr> * Aufgabe ^ "ur mlikalischer Seit- °° ' fl und zu f) ot | n ' ^r Oberklaffe, w i* Hiu entsprechend h°h- IjL fleife beanspruche L Schüler der Mitte l«r ihre Aufgabm °us mifd ,nitche Sicherheit und L Malt des Stucke üctungen feststellen. der Gediegenheit und ^ die Schüler genossen sicher Begabung der vir, dag alle Ausgaben. ZlMmern, auswendig gelo rnf welches Frl. Körner im. Die mitwirkende Jabluys sang mit Fein! guter Behandlung der Sti Schumanns Lotosblume reizende Kmder/t'eöer des Ümilt, sierr Bläh, spielt kräftigem Ion und gründe nnen der Anstalt vortreffl Mozart, Beethoven und bildete die musikal 'e:er von Beinecke, die e! florträge mit großem Bei bei welcher außerdem Sol Anstalt gebildete Chor m limcn wurden mit Vorzug Ausdruck wiedergegeben. ßad 8 Vinter hc danlhcitl lkhmten ht Bad, dem bctz : lknzrrte deranfta ttlapfn ®ntcr i ktztor Kre? tuen öa bi twttü «u. Im. »ö drhi Kürt f't n ^üh Im de »«&«« °r de^Ä-i, WIM "e .ühlc. Die Folge war ein Strafbefehl über 30 Ml. jecgegen wur^e Berufung eingelegt. Das Gericht sprach n Angeklagten frei, da die Beschlagnahme von Stoppel- -treide nicht gerechtfertigt war. Lebensmittel gegen Sohlen In Essen wurden coße, von Beamten des Kohlcnsyndikcus ist Verbindung lit Kohlenschiebungen vorgcnommene LebenSmittel- hiebungen aufgeweckt. Es wurden ganze Eisenbahnzüge lit Lebensmitteln verschoben und gehandelt, unter an- erem 10000 Ztc. Zucker. 35 Waggons Weißkohl, 500 )oppelzentner Weizenmehl usw. I *1* Tabak. ^Sabaf rb on Ötflorctn ö D . n,(II > iroh, „Darren aus unö aber sohjx W 81 ® en # ec 33 lanb. f °n den 81 «en, 1 Kon, bMenschasten, ^lwgsgenossen- e landwicb l.Ottober 1917 vorhergehenden Mdet 33, auf, Mossenschasten lllhces wurden inahme betrug Genossenschaften Bezugs-- und Uchcist, 1 Milch- lenossenjchasten. >ands der deuten waren am :algenossenschas- 2986 Bezuzs- jenossenschasteii, 1612 sonstige idtvichchaftliche ^astslnmk in Bank wiederum ihre Gläubiger hce 424000 Mk. lubigec 25 Pcoz. en. t erst jetzt, nach ganzen Schärfe - Fußbekleidung kann seststellen, en standzuhalten ist überall. Bei rast der meisten den unausbleib- unerhört hohen )en R'paratum artige Flickereien , hei rechtzeitiger Lunten, mangels -braucht werden aen $ ® , von MtO großen Zahl tzaus minder- fSL rr : Iss» M st-- MbW ist 1 jp « onftM fi settenv VW'*?* Uw» * Minna Körners Schule fnr Höheres Klavier- viel. Am vergangenen Sonntag fand der Vortragsabend ,er Schule für höheres Klavierspiel von Fräulein Minna Urner in dem eigenen Konzertsaale statt. Tine große Zahl von Zuhörern hatte sich eingefunden und lauschte nit Aufmerksamkeit den Darbietungen der jüngeren, werter vorgeschrittenen und vorgeschrittensten Kunstjünger. Fräulein Körner hatte das Programm mit großem Geschick und pädagogischem Verständnis entworfen; es enthielt heworragende Werke unserer berühmtesten und bedeutendsten Komponisten, sowohl nach pädagogischer, wie künstlerischer Seite hin, wie Element!, Czerny, Kullak, Rernecke, Burgmüller, Field, Weber, Schumann, Chopin, Mozart, Beethoven u. a. Die Vortragenden beherrschten die ihnen gestellte Aufgabe nicht nur nach technischer, sondern auch nach musikalischer Seite vortrefflich. Es war ein Genuß ku sehen und zu hören, mit welcher Lust nicht nur die Schüler der Oberklasse, welche Kompositionen vortrugen, die eine entsprechend hohe Technik und vor allen Dmgen geistige Reife beanspruchen, vorzüglich spielten, sondern auch die Schüler der Mittelklassen und die jüngsten Schüler lösten ihre Aufgaben auf das beste. Schöne Tonbildung, rhythmische Sicherheit und Verständnis für den mufma- lichen Inhalt des Stückes konnten wir bei sämtlichen Darbietungen feststellen. Alle Vorträge zeugten wieder von der Gediegenheit und Gründlichkeit des Unterrichts, den die Schüler genossen hatten und von großer päda» gogischer Begabung der Lehrerin. Ueberrascht waren wir, daß alle Aufgaben, mit Ausnahme der Ensemble- Nummern, auswendig gelöst wurden; das ist ein Resultat, auf welches Frl. Körner mit besonderem Stolz bücken kann. Die mitwirkende Gesangsolistin Frau Professor * Versluys sang mit Feinheit und Anmut im Vortrag, , guter Behandlung der Stimme und herzlichem Empfinden Schumanns Lotosblume und Frühlingsnacht und zwei reizende Kinderlieder des Komponisten Th. Kapp. Der : Violinist, Herr Blaß, spielte mit guter Technik, männlich kräftigem Ton und gesundem Musikempfinden, von Schülerinnen der Anstalt vortrefflich begleitet, Kompositionen von Mozart, Beethoven und Weber. Den Schluß des Konzertes bildete die musikalisch-deklamatorische Wechnachts- i feier von Reinecke, die ebenso wie die vorhergegangenen j Vorträge mit großem Beifall ausgenommen wurde, und S bei welcher außerdem Solostimmen der aus Schülern der ' Anstalt gebildete Chor mitwirkte. Chöre und Deklama- tionen wurden mit vorzüglicher Sicherheit und lebendigem Ausdruck wiedergegeben. » Kad-Uarcheim, 12. Dez Auch in diesem Kriegs lvinter herrscht in dcm durch seine Heilerfolge b:i Herzkrankheiten, Rheumatismus, Nervenleiden usw- weltberühmten Kurorte Bad-Nauheim ein lebhafter Verkehr. Die Bäder und das Inhalatorium sind im Betrieb. In dem behaglich ausgestatteten Kurhaus finden täglich Konzerte und wöchentlich zweimal Theater oder sonstige Veranstaltungen statt. Die herrlichen Park- und Wald anlagen mit ihren gutgepflegten Wegen bieten auch :m Winter reichliche Gelegenheit zu Spaziergängen. Alren. Auf Einladung des Bürgermeisters Dr eutoc hielt der Großh. Landeswohnungsinspektor G r e tz s ch e l aus Darmstadt im hiesigen Stadthaussaale einen sehr lehrreichen Vortrag, zu dem die Mitglieder der Stadtverordneten-Versammlung und die Vertreter von Handel und Gewerbe erschienen waren. Auf den Vortrag hin wurde die Gründung einer gemeinnützig e n B a u g e n o s s e n s ch a f t einstimmig beschlossen, die auch zugleich die Beschaffung billiger Möbel zu übernehmen habe. Das Bestreben geht dahin, unseren Kriegern bet ihrer hoffentlich baldigen Rückkehr eine wohnliche Heimstätte zu bereiten, in der sie nach den überstandenen übermenschlichen Strapazen Ruhe und Echolung finden sollen. * Davrnstadt. Auf dcm Hauptbahnhof gerieten beute nacht die Etsenbahnschaffnecinnen Kla.a Linke und Marie Müller unter einen Rangierzug, wobei ieder Schaffnerin beide Beine abgefahren wurden. * Uieder-JrrgeUseim. Für einen 14pfündigen Hecht, den ein Angler im Rhein gefangen hatte, bezahlte ein Mainzer Herr den Kriegspreis von 7 5 Mark. * Ruppertshain i. T. Aus dem Gehöft des Ortsbewohner Georg Fischer stahlen Diebe nächtlicher weise ein schweres Rind, schlachteten iS der Scheune ab u. schleppten das Fleisch in Korben und Kisten foU. * Bingenheim (Kr. Büdingen). Von hier wird berichtet, daß Ortsbewohner in Ermanglung von Kohlen hce Ob st bäume ab sch lagen und als Brennstoff verwenden. * Kirstein (Vogelsberg) Die - ock recht rüstigen Eheleute Glasermeister Ferdinand Schien und Ehefrau Maria geb. Rau begehen am 20. Dezember d. I das Fest ihrer diamantenen Hochzeit. * Wenings (Kreis Büdingen). Der 14jäheigcn Tochter des Landwirtes Georg Müller wurde von dem Sägeband einer Holzsckneide-Säge, der sie nahekam, die rechte Hand vollständ.g abgeschnrttcn. * Frankfurt a. M. Der als unermüdlicher Wanderer in nahezu allen Orten des Odenwuldcs, Vogels' bergcs, Taunus und des speffarrs bekannte Herr August Knyrim ist im Alter von 79 Jahren i gestorben. Das Ergebnis seiner jahrzehnte langen Wanderungen legte der Verstorbene in einer großen Anzahl „Wanderführern" nieder, die ihrer peinlichen Genauigkeit wegen sich ungezählte Freunde erwarben. Bis vor kurzem noch wandrrte der jugendsrische Greis fast regelmäßig durch die nahen Gebirge. * Marburg. Wie die Kriegswirtschastsstelle mitteilt. können im laufenden Monat auf den Kopf der Bevölkerung zwei Pfund Zucker abgegeben worden. — Daß die Möbel e ; n reckt begehrter Artikel geworden sind, zeigte eine kürzlich hier abgehaltene öffentliche Ve stcigcrung In der Stadt herrschte ein Verkehr seitens der ' ländlichen Bevölkerung aus dem hieben und den umliegenden Kreisen, wie man ihn sonjl nur bei einem gutbesuchten Jahrmarkt gewohnt ist. Hunderte konnten in dem Saale, in dem die Versteigerung stattfand, keinen Einlaß finden und mußten unverrichteter Sache von dannen ziehen. Die Käufer trieben sich dabei so, daß einzelne alte Möbelstücke teurer wurden, wie man sie in jedem Möbelgeschäjr neu erwerben kann. Alte Schränke wurden mit 50—70 Mark bezahlt und ein Vertikow kam sogar auf 130 Mark. Cilerarifctoes. Deutsche Musik auf geschichtlicher und nationaler Grundlage, dargestellt von Prosessor Dr. H. Freiherr von der Pfordtc, 346^Seitcn mit Buchschmuck unb lo Faseln Gebunden M. 0- - Verlag von Quelle L Meyer in Leipzig. 191,. — ^te deutsche Musik mutz uns als nationales Edelgui ins Herz geschrieben sein; dann allein werden wir auch musikalisch unser^ Deutschtum bewähren. In solchem Sinne und zu diesem Ziel fft dies Werk geschrieben. Es soll nicht ein neues Lehrbuch zu den vielen bereits vorhandenen Musikgeschichten sein, sondern es will die Entwicklung unsrer Musik als Spiegel unseres Deutschtums Zeigen. Alle musikalisch besonders interessant erscheinenden Ericheinnngen werden hervorgehobcn vor allenr aber die Grundlagen angezeigt, die das ganze Gebäude tragen, unsere Volksmusik und Kunstmusit, wie sie dem deutschen Geist entsprungen. Verfasser verfolgt den Fortschritt der deutschen Musik von Jahrhundert zu Jahrhundert und entwickelt, wie immer bewutzter das Deutschtum m chr hervortritt, immer siegreicher die beherrschenden freindeu Einflüsse nbgewehrt, immer entschiedener Selbständigkeit gewonnen wird. Unsere grotzen und kleinen Meister werden als Musiker und Deutsche geschildert, sowie die Aufnahme ihrer Werke st'iterw der Zeitgenossen wie durch die Nachwelt aus deutschem Empsm- der heraus erklärt. So ist dies Werk nicht nur eine segelnde Geschichte der deutschen Musik und eine Einführung m ihr m- merstes Wesen, sondern gleich ein Mitkämpfer gegen unsere Erbsünde, die Ausländerei, und der Vorkämpfer fuv deutschen Geist und deutsche Art. Es ist ein Genutz dieses schöne Werk zu lesen, das in all eil Teilen den kundigen Führer verrät. Die gute Ausstattung verdient besonders hervorgchoben zu werden, — te Pontaits sind mit grotzer Sachkenntnis ausgewählt und dre reizenden Initialen verraten einen tüchtigen Künstler. Das Buch sollte in keinem musikliebenden Hause fehlen. * '^om Schenken. Ilm das Schenken zum Weihnachtv- fest steht cs dieses Jahr recht traurig. Es gehört eben nicht zuletzt zum Durchhalten und zu unserer vaterländischen Pflicht, auf alles unnötige Schenken zu verzichten. - Aber wir wollen uns damit in dieser schweren Zeit nicht ganz um die schönste Freude bringen lassen, — anderen eine Freude zu machen. Besonders unseren Soldaten im Feld wollen wir ein Zeichen unserer Dankbarkeit senden. Da. ist ein kleines Buch immer die liebste Gabe, und für wenig Geld ist soviel Schönes zu haben. Nur 50 Pfennig braucht man z. B. dran zu wenden, um den Kalender für Heimat und? Heer 1818 zu erstehen. Da finden wir Unterhaltendes und Belehrendes, Lustiges und Ernstes. Was um? am Kriege interessiert und bewegt, uns Sorgen uud> Bedenken macht; Schilderungen, die uns mit Stolz erfüllen — Erlauschtes das uns herzlich lachen lätzt. Das alles geht mit dem Kalender als WcihnachtSgrutz an unsere Lieben; ein bitzchcn Frestde und eine Erinnerung an die 4. Kriegsweihnacht. Dieser sehr empfehlenswerte Kalender ist bei Falk 111 Söhne, Mainz, erschienen und in den Buchhandlungen erhältlich oder durch die Expedition dieses Blattes zu beziehen. Vaterländischer Hilfsdienst. Aufforderung des .Kriegsamts zur freiwilligen Mel. düng gemäß 8 7, Absatz 2 des Gesetzes über den vat rländischen Hilfsdienst. Keller für die klappe; In dem gewaltigen, von unserem Heere besemen feindlichen Gebiet Werben zur Verwendung bei Militärbehörden noch zahlreiche Hilfskräfte benötigt. Das Interesse des Vaierlandes verlangt, daß taugliche und entbehrliche Kräfte der Heimat sich zu diesem Etappendienst zur Verfügung stellen. Zahlreiche kriegsoerwendungSfühlge Miliiärpersonen müssen im be- setzten Gebiet noch für den Dienst an der Front frei- gemacht werden. Die Lebensbedingunqen im besetzten Gebiet sind durchaus günstig.. Gute Entlohnung und reichliche Verpflegung werden gewährt. Und was bedeutet die Notwendigkeit. sich in fremde Verhältnisse einzugewöhnen, gegenüber dem Maß von Opfern und Entbehrungen, das unsere Krieger seit Jahren freudig ertragen! Männliche Hilskkräfte jeden Alters, auch Jugend- liche, können, wenn sie geeignet befunden werden, Be- schäftigung im besetzten Gebiet im Westen finden und zwar für: Gerichtsdienst, Post- und Teiegrasen- dienst. als Kutscher, Bäcker, Schlächter, Handwerker jeder Art oder als HUfsschretbec, sowie im Sicherheitsdienst Bahnschutz, Gefangenen und Gefäuguisbewachung). Personen mit französischen und flämischen Sprach- kenntnissen werden besonders berücksichtigt Wehcpflichtige können nicht angenommen werden mit Ausnahme der 50 Prozent oder mehr erwerbsbe- schcänkten Kriegsbeschädigten. Ais Entgelt wird gewährt: Freie Verpflegung oder Geldentschädigung für Selbstverpflegung, freie Unterkunft, sreie Eisenbahnfahet zum Bestimmungsort und zurück, freie Benutzung der Feldpost, freie ärztliche und Lazarettbehandlung, sowie angemessener Dienstlohn. Bis zur endgi!l>gen Ueberwelsung au eine bestimmte Bedarfsstelle wird ein „vorläufiger Dienstvectrag" geschlossen. Tie endgiltige Höhe des Lohnes oder Gehal- tcs kann erst im Anstcllungsvertrag selbst festgesetzt werden. Sie ricbtet sich nach Art und Dauer der Arbeit sowie der Leistungsfähigkeit der Betreffenden. Eme auskömmliche Bezahlung wird zugestchert. Falls Bedurf. tigkeit vorliegt, werden außerdem Zulagen für die in der Heimat zu versorgenden Familienangehörigen ge- währt. Die Versorgung derjenigen, die eine Kciegsdienst- beschädigung erleiden, ist besonders geregelt. Meldungen nimmt entgegen das Bezirkskommando Gießen. Dabei sind vorzulcgen: Etwaige Militärpapiere, Beschästigungsausweis oder Arbeitspapiere, erforderlichenfalls Abkehcschein. Es ist anzugeben, wann der Bewerber die Beschäftigung antreten kann. Eine vorläufige ärztliche Untersuchung erfolgt kostenlos bei dem Beztrkskommando. Jeder Bewerber hat sich den erforderlichen Schutzimpfungen zu unterziehen. kriegramisiellr fraiiKftm a. M. Verantwortlich: Albin Klein in Gießen. Die ßoldattkaufftelle ist bi; aut weiter« geötfnet: virnstag nachmittags m 2-4 il&r Samstag vormittags von 10-12' , Uhr Der 6br«natisfcbus$ der 6oldanKauf$fkllts Dr. U fing er. Auch in diesem Jahre möchte ich bitten, rntfere blinde« Soldaten nicht zu vergessen.- Geldsendungen erbitte ich an mich, Liebesgaben an dao Kriegsblindenheim, Arnsburgerstratzc Nr 1 in Frankfurt a. M. FraN von Schenk Wiesbaden, Biebricherstratze Nr. 6. 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