ietzeirer Zeitung Bezugspreis 50 pfg. monatlich ''.i^rteljährlich 1,50Mk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Ab ge holt in unserer Expedition oder in den Zweig- atsgabestellen vierteljährlich 1,20 Mk. — Erscheint Mittwochs und Samstags. — Redaktionsschluh früh 8 Uhr. — Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verla- der „Gieftener Zeit««-", Gießen. Lx»editio«: Südanlage 21. Knzeigenpreis 20 pfg. die 44 mm breite Petitzeile, für AuSwärt» 30 Pfg. Die 90 mm breite Reklame.Zeile 73 Pfennig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Grvhe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberfchreitung de» Zahlung», ziele- (30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohneBerbindlichkeit. Druck der Gießeuer Verlagsdruckerei, Aldin Mei«. %. 84. Telephon Nr, 362. Donnerstag, den 4. Oktober 1917. Telephon Nr. 363. 30. Jahrg. Ein Deutschland hoch in Ehren, frei und groß! An verschiedene« Teilfronten deutsche Erfolge. wtb. Großes Hauptquartier, 2. Okt. 1917. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Nuppcecht. In der Mitte der flandrischen Front war der Ar- tlleriekampf stark, zwischen Langemarck und Hollebeke "ehrfach zu heftigen Tcommelfeuecwellen gesteigert. — Borgens entrissen unsere Sturmtruppen den Engländern >n Polygon-Walde, nördlich der Straße Mcnin—Ipern, * etwa 500 Meter Tiefe Kampfgelände, das gegen mehrmaligen starken Gegenangriff behauptet wurde, lußer erheblichen Verlusten büßte der Feind Gefangene n. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz Nordöstlich von Soiffons nahm die Kampftätigkeit (t Artillerien zu. — Vor Veldun war der Feuerkampf n Anschluß an ein erfolgreiches Unternehmen auf dem 'stufer der Maas lebhaft. Bei Bezonvaux brachen wrgens Jnfanteriestoßgruppen mit Pionieren bis in lk hinteren Linien der französischen Stellung, zerstörten ort die Grabenanlagen und kehrten mit mehr als 100 refangenen in die eigene Stellung befehlsgemäß zurück. Auf dem Oestlichen Kriegsschauplatz ud an der Mazedonischen Front !tcb bei geringer Gefechtstätigkeit die Lage unverändert Der Erste Genecalquartiecmeistec: Luvend ocff. * In Flandern und vor Verdun mehrfach starke Mc-kampf. Kleine Jnfanterirkämpfe verliefen für un erfolgreich. — In letzter Nacht wurden London, Sheer ich, NamSgate, Dover erneut von unseren Flieaeri '^griffen. Osten nichts Besonderes. » 2i ooo rönnen. Berlin, 2. Okt. Neue U BootSerfolge im Sperr «ebiet um England i 2100« Bcuitoccgistertonnen 1 lüfte des Feindes mehrten sich mit jedem vergeblichen Ansturm. — Der Feuerkampf griff von dem Gefechts- feld auch auf die benachbarten Fronttetle über und blieb während des ganzen Tages und nachts über stark. Die Bombenangriffe unserer Flieger in der Nacht vom 1. zum 2. 10. auf London, Margate, Sheerneß, Dover hatten beobachtet gute Wirkung. Auch auf die englischen Häfen und Hauptverkehrspunkte in Nordfrank- reich wurden mit erkanntem Erfolge zahlreiche Bomben abgeworfen. Leutnant Gontermann schoß den 39., Oberleutnant Berthold den 28. Gegner im Luftkampf ab. » Auf dem Oestlicher Kriegsschauplatz und an der Mazedonischen Front keine größeren Gefechtshandlungen. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. Berlin, 3. Okt., abends. Im Westen bei wechselnder Feuertätigkeit keine größeren Kampfhandlungen. — Im Osten nichts von Bedeutung. Lein. Wertpapiere — Kriegsanleihe. Wie oft muß noch gesagt werden, daß bares Geld totes Kapital ist! Nur der Geizhals hat daran eine sinnlose Freude. Es läßt doch auch keiner aus Mutwillen seinen Acker jahrelang brach liegen, oder es fällt doch keinem Hausbesitzer ein seine Wohnungen absichtlich dauernd leerstehen zu lassen. Ein solches Tun würde mit Recht als Berücktheit bezeichnet. Geld, das nicht zum täglichen Leben oder zu Anschaffungen gebraucht wird, muß arbeiten, muß Zinsen bringen. Das ist ein Vorteil für den Besitzer und ein Nutzen für die Allgemeinheit. Und wenn man Geld ausletht, kann man doch nicht im Zweifel sein, daß ein guter und einwandfreier Schuldner, wie das Deutsche Reich, hinter dem das ganze Volk mit seiner gesamten Habe als Bürge steht, besser ist, als ein weniger guter. Und jeder andere Schuldner ist, mag er auch auf noch so festen Füßen stehen, weniger gut, als das Reich. Deshalb ist und bleib die beste Kapitalanlage die Deutsche Kriegsanleihe. Bargeld kann gestohlen werden, kann verbrennen od. sonstwie in Verlustgeraten und dann hat es der unglückliche Eigentümer in den meisten Fällen wohl für immer gesehen. Passiert dasselbe mit Kriegsanleihen, kann sich der Dieb aufhängen, denn dann ist ec der Dumme. Die Nummern der Wertpapiere werden sofort angemeldet und einige Stunden später weiß jede Bank, was gestohlen wurde. Sind die Papiere sonstwie vernichtet worden, bekommt der Verlierer Ersatz. Schon aus diesem Grunde sollte sich jeder, auch wenn er kein patriotisches Empfinden hat, klarwerden, daß es nichts Unklugeres gibt, als sich auf sein Geld zu setzen, statt Kriegsanleihen zu zeichnen. R. W. Gestohlene Wertpapiere. Daß in Ihrem Hause, während Sie auf einer Geschäftsreise waren, eingebrochen und Wertpapiere entwendet wurden, ist bedauerlich. Lassen Sie sich darüber aber keine grauen Haare wachsen, denn selbst, wenn Sie die Nummern der entwendeten Stücke nicht ausgeschrieben haben, wird sie Ihr Bankier, von dem Sie die Anleihe bezogen haben, kennen und die Stücke sperren lassen. Der Dieb hat also keinen Vorteil von seinem Raub. Sie sehen aber, wie gutes war, daß sie kein bares Geld zu Hause behielten, sondern es in der letzten Kriegsanleihe anlegten. Da Sie wieder eine Barzahlung in den nächsten Tagen erwarten, werden Sie gut tun, in gleichem Sinne auch für die neue Kriegsanleihe zu handeln. Verantwortlich Albin Klein in Gießen. Die deutschen Frauen und die 7. Kriegsanleihe. Tie 7 Kriegsanleihe ftehr vor der Tür! Sie wird von dem deutschen Botte gefordert zur sieg, reichen Beendigung des von unseren Feinden un» aufgezwungenen Krieges , . ^ . 2ie ist aber zugleich auch etn a.ankopfer. tt* wir Taheimgebliebenen unseren tapsern Melden da draußen an der Front bringen, um ihnen das u - zeug zu liefern, das sie zum Kamps gegen unsere Feinde venvngen. ^ , Ter Ruf. zeichnet die . KricgSanl cr-..yr diesmal ganz besonders auch an uns Frauen denn > find es ja. die jetzt in der Heimat das Heft in —. Hand haben und daher eine unermeßlich große V:r antwortung auf sich geladen haben Und es ist zu enoarten, das un,.. ' T * a J lc ' auch diesmal nicht Verlagen werden. Und sie dom gewöhnt, noch viel größere Opfer für da' -Sohl de. Vaterlandes zu bringen das Blut unserer Mmmer und Söhne, das den Boden in F.-indeSln,,' ^"rchtrantt har. schreit zum Himmel! Wre tonmcu wir uns dah r jetzt noch weiter besinnen, wo cs uch doch nur um schnödes Gold handelt, das wir dem Baterlande opfern sollen und das uns nichts helfen, nichts nützen rann, wenn das Vaterland verloren geht? Teshalb dünkt mich, kann uns Krauen die Ent. scheidung nicht schwer fallen, denn nach allem, was wir in dieser furchtbaren «rtegSzett an wunderbarer irr. reltung erlebt habe», müllrn wir t mm« »meder n das Loblied etnsttmmen: ..O. wäre icder dul» ein Lank und jeder Odem ein Gesang!" Gotte» Turchhilfe steht wie ein Wunder vor unseren Augen, wir haben die Feinde nicht im Land. Hau» und Sok liegt unver- sehrt, wir kämpsen arge» eine Welt von Feinden und sind dennoch unbesiegbar geblieben. England wollte den Aushungerungskrieg über Teulschloud verhüten, aber unsere U-Boote drehten den Spich um! Wohl hat unser «olk zeitweise große Entbehrungen tragen müssen, aber e» ist nicht verhungert. und in diesem Jahre läßt un-, eine gesegnete Ernte, gottlob, mit Vertrauen dem kommenden Winter entgegensetzen Wenn im allgemeinen über die Teuerung Klage geführt wird, so entspricht eS nur den natürlichen Kol. gen einer dreijährigen Kriegszeit, aber Beschränkungen haben sich deshalb nur wenige auferlcgt Und doch wäre es an der Zeit, dem heiligen Ernst des Krieges auch nach dieser Richtung hin Rechnung zu tragen Jeder Pfennig, den wir nicht unbedingt sür unser tägliches Brot brauchen, ja unser letzter Spargroschen sollte für die Kriegsanleihe verwendet werden: denn wer jetzt ttzeld für den Krieg gibt, gibt Geld für den Frieden, und wer von Friedenssehnsucht erfüllt ist muß Kriegsanleihe zeichnen, um einem künftigen glücklichen Deutschland entgegenzugehen! Nur wenn wir so handeln, können wir deutschen Krauen mit zur Beendigung diese- BölkerkrteaeS bei- tragen, können helfen Tränen zu trocknen, die sonst in Bitterkeit fließen würden, weil da- Schicksal der deutschen Nation in den Herzen derer ruht, die daheim geblieben sind und die hinter der Krönt für die Front möchte hier an einen Ausspruch Friedrichs des Großen erinnern, der sagte : ..Jeder, der Ehr und Viele vor da- Vaterland hat. muß alles daran setzen seine Geduld in der Not. seine Stärke im Opfern und seinen Glauben an da- Vollbringen zu beweisen Km Willen zum Stegen müssen wir alle eins werden. "fo klingt e» auch aus HindenburgS Munde zu uns herüber, und wir Frauen müssen diese Worte aulneh men und Sorge tragen, daß sie in der siebenten Kriegsanleihe zur Tat werden: dann wird die Gr schichte, wenn sie einst über diesen Weltkrieg bench tet. auch neue Lorbeeren iu den Ruhme-kranz der deutschen grauen zu flechten haben. Teshalb durchha.ten dis zum endgültigen Eiege das sei auch für un» Frauen die Losung, mit der wir uns unter das Banner der siebenten KrtegSanlei.ie scharen wollen! Wohlauf, ihr deutschen Frauen, auch in diesem CturmgebranS haltet aus. haltet aus . Gräfin von Schwer in.Löwltz Huldigungen als Qual für Hindenburg. tf. Daß das Heldentum seine Schattenseiten hat. beweist am schlagkräftigsten eine Kundgebung de- sach» fischen Innenministerium»: ^ ..Mit Verstimmung muß festgestellt iverden. daß die ziveckiose Schreiberei nach kein östlichen Hauptquartier schon fast zu einer Art Sport ausgeivachsen ist. Gewiß rvtrd niemand ivas dagegen einwenden- daß in Auvnahmefülien oder bei besonders feierlichen Gelegenheiten dem großen geldmarschall schriftlich ge- huldigt wird. Wenn aber ein Stammtisch ihn aut einer Postkarte davon unterrichtet. daß er soeben auf sein Wohl eine Runde geleert habe, oder ihm ein Kegelklub mttteilt. daß laut VereinSbeschluß sein Bild käuflich erworben werden soll, so ist das erne Rücksichtslosigkeit Denn der Mann, der ,ür un» die ernste Wacht hält, darf ebensowenig wie seine mit 'Arbeit ohnehin überhäufte Umgebung mit solchen Richtig- ketten belästigt werden. Weichen Umfang der ilnfug erreicht hat. geht aus den Aeußerungen de» Adjutanten des MarfchaU» hervor, die kurz und bündig lauten: ES ist fürchterlich!" Ein tnnger Adjutant des Marfchaiis hat sich ein- mal der Mühe unterziehen wollen, ote Zahl der Sendungen sestzusteUen. die täglich für den Feidherrn einiausen. Er zählte, dis ihm der Schweiß von der Stirne rann; aber bet der Zahl 1637 hörre er auf. Seidstverstündlich hat der Oderdefehlstzaver eine» Heeren, da» nach Millionen zählt, ttivas Wichtigeres zu tun. als sich durch dielen Wust von Post hindurch, zuarbetten Die Reujahrgrüße. die Hindenburg aus aller Welt oekommt. müssen regelmätzta in Wafchkörden entleert werden. Die mnderdrrefe zahlen nach Legionen! Meist merkt man i:>uen an daß sie von eitlen Rlüttern und hysterischen Gouvernanten diktiert wurden. Und dann diese Gedichte! Diese ungereimten Rer. miereten! gast jeder Poet, jeder dichtende Backfisch hatte den genialen Einfall. Hindenburg" und . haut dte Russen von hinten durch" geschmackvollerw«tse zu ,sn. — Und kaum ha-te der juejjuiac junge 2idju- England und dtußlan . Tie Engländer riagcrr un: den lebten Bereitet sich in Italien da- fwter&olitifdw EüaoL vor. so ist e» in Rußland, wre der deurscke Reichskanzler im '7aup!au'5^chusse des Reichstages errährtte in vollem Gange. Tie Ministerveradschwdungen hau l fen sich je".k ist auch der letzte bür^erl'cke Minister zugleich ein Hauptstütze der Entente tr «ß^aad. Herr Terestschenko au» dem Amte gefchied n Ta» Mini- sterium ist nunmehr gänzlich sonalisti-ch Auch der Bottjet der .Arbeiter- und Soloatenrcu" eine Art sozialistischen Parteitags wird immer radikaler Im neuen Präsidium de» Bowjek — da» alte hatte vor einer Woche sein Mandat niedergelegr — sitzen neben sechs Bolfchewiki. also radikalsten Sozialisten, nur drei andere Sozialisten Tie Bolschewik! sind es auch Haupt- sächlich die vom Sowjet in dcn am vorigen Donnerstag zusammengetretenen. von 1200 Delegierten au- den verschrednsten Teilen Rußlands beschickten demokra- tischen Kongreß entsandt worden sind Kerenski der lange im Hauptquartier geweilt hat. weil er sich angeblich dort sicherer fühlte als in der Hauptstrdt ist zur Eröffnung des Kongresse» nach Pe'erSvurq ge ko:, men und har die einleitende Rede gehalten, die ebenso von grauer Melancholie durchirankl war wie die de- Krieg-minister- WerfchowSki. Ter zur Macht de: Tiktators gelangte Kerenski klagte, daß die Anarchie unwiverstchlich auivüchse, und WerschowStt machte das Bekenntnis. Laß Heer und Flotte nicht vom Geiste de» Sieges beseelt seien Beide Redner erblickten die einzige Möglichkeit aus die Versammlung einen ernüchternden Eindruck zu machen, darin, die sie Deutschland als den ..schwarzen Man: hinstcilten. der Rußland vernichten wolle. Auch damit werden sie kaum viel erreichen, denn ein englische» Blatt weiß zu berichten, die ruf- fische Aideitcrschast stände unter dem Eindrücke, daß der deutsche Kaiser da» revolutionäre Rußland schone T»e Engländer jchüttclu ihn ab. Leu» armen Kerenski, der es mit dcn ihr Haupt immer kühner erhebenden extremen Revolutionären aui der einen ocn selbstherrlichen Kosaken aus der andern und dcn d:e Autonomie anstrebrnden Ukrainern jmfc ginne" — ma.’ denke an die Kämpfe der letzten Tage über die Wiedereröffnung de» finnischen ^cutttag» — aus der dritten Seite grade schlver genug hat sallei: and) noc, die eigenen Verbündeten in den Rücken Tie „Mcrnin Post" wirst ihm vor. da« seine Maß- «ahnten Rußland der Pöbelherrschaft in die Arme triebcü ui'' e» aui den Pfad der Seibstverilichtun? führten Aehnlio haben bekanntlich auch die ..Times" und dt» fronzS'ijch ..Bicrotre" über Kerenski und dir gegeltwärttgei . «stände in Rußland geurteilt. Tiefen merkwürdig Freuud.n gibt die von Maxim Gorki begründen ..Noivaja Lhisn" eine scharfe 'Antwort . Tac Blatt luiifi den englischen und französischen ..Demo- kraten" vor. sie hätten e» bedauert. daß daS reast ttonLre Unternehmen des Generals Kornuoff geschei lert set. Diese» Bedauern ist allerdings sehr begreiflich denn KorniiossS Vorgehen war zugleich ein Unter nehmen der Entente, wofern die aufsehenerregende Mil teilung des ..Nowaja Shisn" zutrifft. daß unter Kor ntlofs» aus Petersburg voraehender .Heerschar eng l t sch e Panzerau toinobtle mit englischer Be satzung sich befunden hätten. Trifft diese Behauptung zu. so wird damit wieder einmal die Wahrheitsliebe der Entente-Diplomaten beleuchtet. Tie Vertreter de: Entente in Petersburg hatten sich, wohlweislich nach dein Scheitern des Korniloffschcn Putsche», feier lief) dagegen verwahrt, mit Kornnoss sympathisiert zu haben. Englische Truppen können aber doch sicher lich nicht ohne Genehmigung de» englischen Botschaf ters an der Korntlosfschcn Aktion teilgenommen haben " Ter italienische Sergeant Stoppani führte einen Rekordflug mit einem neuen italienischen Flugzeug typ aus. Er legte die Strecke von Turin bis Rom (ca. 500 Kilometer) in 2 Stunden 50 Min. zurück. Herrlich ist es. als Soldat . . . in Tomsk in Garnison zu liegen. In diesem sibirischen Orte herrscht, wie ..Ruhkoje Slowo" berichtet, völ- lige Auslösung. Bon 23 000 in den Verzeichnissen tank sich durch die papierne Mauer der Morgenvost durchgcarbeitet. als schon die Feldpost neue Säcke mit neuem Unsinn entleerte. Und wenn weiter verlautet, daß die beklagenswerten Herren im Großen Hauptquartier jeden neuen Tag sich durch einen Papwrberg von Briefen und Karten hindurchringen müssen, der bl» an dte Zimmerdecke reicht, so wird man doch wohl erwarten dürfen, daß dem Treiben ein Ende gemacht wird. Jeder möge bedenken, wieviel unnütze Arbeitskraft hier verschwendet wird (nicht nur dte de» Schreibers, auch die des Postbricfsortierers. des Feldpostbeamten ufw.). die besser vaterländischen Zivecken dienpoar gemacht würde Wer dem geldmarschall seine Dankbarkeit erweisen will, der tue eS so. daß er die militärischen Erfolge an den Grenzen durch Zuversicht. Einigkeit und L-par- jamkett im inneren Lande unterstütze. Darüber wird sich jedenfalls Hindenburg mehr freuen als über den täglichen Eisenbahnwagen (!!) Ansichtspostkarten. Scherz und Ernst. ts. Warum die Zeitung eingestellt «vird. Wenn in gegenwärtigen Zeiten eine Zeitung ihr Erscheinen einsteill so gibt es dafür entschieden allerlei Gründe Den seltsamsten hat ,edoch ..Haparanva Rypherer" in Haparanda ausfindig gemacht. Sie wollte am l. Oktober zu erscheinen aushären. Grund: Wohnungsnot ll Erstens mußte die Zeitung, nun schon zum dritten Male in der Miete gesteigert, umziehen — Aber !>a» Schlimmste ift. daß der Schriftleiter keine Wohnung mehr bat und sich »veigert. im Asyl für Obdachlose zu woyuen. tf Tie üdersührte Schrvluvterm. Ein Landmann au» der Gegend von Görlitz wurde von einer Frau angesprochen, die ihm tvahrsagen wollte. Er nötigte sie. sich zu setzen und zu warten, weil er etwa» besorgen wolle Bald darauf kehrte er wieder, einen I kräftigen Knüppel in der Hand, und verabreichte der Wahrsagerin- eine gehörige Tracht Prügel. Auf die Entrüstung der Frau, wa» sie denn verbrochen habe, erwiderte er seelenruhig. ..Ich denk, du konnst «i die Zukunft sahn; wenn du gewußt honst, »atz geführten Coldaken ver Garnison beNnden siö rttoa 3Ö0u in den Kasernen. 7000 auf Urlauv. waycerd man von 13 000 nicht weiß, wo sie sich befinden. Eine AuSdUdung findet nlchl stau Niemand will Lache stehen Am ist. ttugust standen tri den Geldttstea Offiziere Waa.e — Ter Evef der GLvatsvn ya: jetzt einen Betetzi erlassen, durch welche) aUc. die sich eigena'Lchtig entfernt baden, als Teerieure erklärt werden wenn sie nicht innerhalb 2i stunden zurückkehren Tie r«r»ttal.i»ztallstiitde« FriedenOfreumve werten energisch. Rach Meldungen au» der finnischen Städt Ha paranda führen die «lauer der Bolschewik: tue sehr herausfordernde Sprache gegen die vorläufig, Regie rung Kerenskis, die anscheinend der Herausforderung mit äußerer Ruhe begegnet. Ein ruii»»cher rorpcvodost^zerstsrcr »erferlt. Rach einer schwedischen Zeitungsnachricht meldet der russische Generalstab die Versenkung des russischen TorpedodootSzerstörer» ..Lohotnic' am 26 . Sev- lember in der Nähe der Lüdspitze von Lesel. Alle Offiziere seien umgekommen und nur ll Mann der Besayuna gerettet. Ter russische Torpedoboolszcrstörer ..Ochotnic" ist im Jahre 1005 erbaut worden und hatte eine Wasserverdrängung von 615 Tonnen. Tie FriedenSbesatzltng war 101 Mann stark. Rußlaad - ein zweite» GriechcntaadV Französische Blätter teilen e» als bereits abge» machte Sache mit. daß England. Frankreich. Japan und die Vereinigten Staaten sich gemeinsam in C russische Staatsverwaltung zu teilen beschlossen hätten, derart, daß England schrittweise^ d'.e Leitung der russischen Finanzen. Frankreich die Führung der militärischen Operationen und die Entscheid düng in allen militärischen Fragen, und die Ve» einigten Staaten und Japan die Reorganisation de» Eisenbahnwesens in die Hand nehmen würden Die Zustände in Italien. Wachsende Angst vor de» Soziatistc«. Der italienische Soziaiistenjührer Lazzari hatte an alle sozialistischen 6)emeindevertreler in ganz Italien eine Aufforderung gerichtet, im Sinne eines sofortigen Friedensschlusses zu loirken Ta ca. 800 Gemeinden von den Soznaisten beherrscht werden, schlug das der Regierung natürlich sehr aus die Nerven, und die Folge war ein scharfe» Borgehen gegen die Sozialisten und Lazzari. Ter darin zum Ausdruck kommende Mu: der italtenischen Regierung har sich aber bald als gefährlich herausgestellt. Man zuckt bereits zurück: Lugano. I. Oktober Tic LraarsanwaUschckfr hat angeblich beschlossen, ein Verfahren gegen Lazz„t wegen seines Rundschreibens an die sozialistischen Gemeindeverwaltungen nicht zu eröffnen, was den lebhaften Unwillen der Kriegspresse erregt. «a» will dcn sozialistischen Löwcu nicht reifen. ES liegt ja Eirund genug zur höchsten Vorsiche vor. In dcn großen nordwestitatienischen Induskrlv» städten Mailand uno Turin haben neue Straßenkämpfe stattaesunden. die recht blutig verlausen find. Dich oderttalienischen Gewerkschaften, denen d.e Regierung die Schuld an den nun schon chronisch gewordenen Unruhen deimißt. sind aus Grund de» Kriegdgesetzes aufgelöst worden. Diese oderttalienischen Gewerkschaften können aber doch unmöglich ihren Einfluß aus Reggio in Calabrten und auf Messina - also auf das südlichfLe Italien — erstrecken. Wenn auch über diese, viele Hunderte von Kilometern von den oberitalienischen Unruheherden entfernten Orte der Kriegszustand verhängt iverden mußte so beweist die», daß es sich um eine das ganze Land ..durchseuchende"M.ßstimmnng handelt. Das italienische Volk kommt immer mehr dahinter, daß es von bezahlten Agenten de» Auslandes in diesen Tod und Entbehrungen mit sich bringenden Krieg hin- eingehetzt worden sind: der Aufklärung dieser Tatsache dient dte Forderung der italienischen Soziuiisre.l. gegen jene zabireichcn Zeitungen vorzugeben, die von französischem und englischem Gelbe leben« de bei mir Prügel kriegst, wärste doch ntch ärsch» reigekumm!" Indem wir dieses t^eschichtchen wiedergeben. wollen wir nicht gerade diese» Rezept zu» Wiederholung empfehlen tf Tie vergessene» rLifs»ichwci»k ES war au Bord eine» kleinen Kreuzer» während der Seeschlacht vor dem Skagerrak Unablässig brüllten die Geschü! e und sandten Tod und Verderben hinüber nach der wattigen englischen Uebermacht. In treuer deutichcr Pflichterfüllung harrte jeder einzelne Mann aus feilten! Posten aus. die Heizer an den ttzefchüyen. die Signal« gäste auf der Brücke, die Heizer vor den Koffeln. da» Mafchtnenperfonal an ihrem Stande, die Leutck in den MunirionSkammern. indes der Kreuzer. '« eine dichte Wolke von Puloerdampf gelullt un::* unermüdlichem Feuern Vernichtung in dre Rethen ra: Feinde sandte. TaS gewöhnliche MikkagSsignal und Banken- war heute ausgefallen Wer dachte t« der Hitze de» Gefechte» an Essen, da endlrch die legenheit gekommen war. mit unserem Houptse nd» Avrechnung zu halten. Und doch gab e» an Bord Lebewesen, die den Hunger spürten Tie 3d»W»- schweine. au» begreiflichen Gründen die Ltedttnge "et Mannschaft, hatten durch da» un^ufbörlrche Donner« der (Geschütze anscheinend ihre sonstige Ruhe ein gebüßt und au» ihren wimmernden Tönen ging d^r» vor. daß sie eS in dem Höllenspektakel keS Gefecht» mir der 'Angst bekommen hatten. Da ftel es einem unserer Blaujacken ein. daß die Schweine noch kem Futter bekommen hatten, und mit den Worten: ..Mensch, die Schweine haben ja heute noch nicht» zu fressen gehabt, hole du mal solange für mich Granaten mir!* wandte er sich an smnen Freund und eilte schleunigst von dannen, um die SchrftLschivcine mitten in der Hitze de» (Gefechtes mit Futter zu versorgen. * . Humoristische». Ter ertappte Missetckter. .^»ah! Hast du jetz gor koa Schamg'sühl net und tuast a Wassa in Moa»- kvüg älBr ^ Widerwärtige Henchele'en. * 2 tc --»as,:»Verhaftung von Deutschen in Amertta. Wie dem „Journal de Geueve" aus Newyork gemeldet wird, verhaftete die Polizei abermals über hundert L e u L s ch e in Newyork, Newjersey und ^vng-Jsland wegeii angeblicher Ueberschreitung der verbotenen Zolle. Weitere Verhaftungen Deutscher wegen eines angeblichen Zioniplotlö zur Zerstörung der Maschinen in den Rüstungöbetrieben stehen bevor. Sogar Neutrale werben intcruiert. Ter „Nieuwe Courant" berichtet: „Von einem Holländer aus Newyork haben wir einen Brief erhalten, in dem mit Entrüstung von der Behandlung erzählt wird, die Holländer, welche in Java geboren sind, aus ihrer Durchreise in Newyork erfahren haben. Laut diesem Brief muß seit dem 1. Mai eine Bestim- nlung gelten, nach der in Indien geborene Holländer nicht in Newyork an Land gehen dürfen, sondern nach Ellis-Jsland gebracht werden. Bon Reisenden der „Nieuw 'Amsterdam", die am Freitag. den 13. Juli, in Newyork eintrafen, wurden vierzig nach Ellis-Jsland geschickt. Dem Verwandten eines dieser Passagiere gelang es, nach Ellis-Jsland zu kommen. Cr schildert uns den Zustand, in den« er seinen Neffen dort antraf, in den schrecklichsten Farben. Cr fand ihn in einem Gefängnis schlimmster Art. In einem Saal waren an 500 Männer, Frauen und Kinder zusammengepfercht. Gelegenheit zum Sitzen war nicht vorhanden. Ter Fußboden war unbeschreiblich schmutzig Tie holländischen Reisenden waren hier mit den Äusg. lvßenen aus allen Winkeln Ost- Europas. mit Negern und lästigen Ausländern gefangen gesetzt E: herrschte ein unerträglicher Gestank. Am Sonntag war der holländische Konsul ans Newyork dort gewesen. Seine Bemühungen zur Befreiung der Holländer waren erfolgreich, denn nach dreitägigem Aufenthalt in dieser 5)blle wurden sie entlassen Tie Art und Weise, mit der dte Holländer von deil amerikanischen Behörden behandelt wurden, läßt sich t.icht beschreiben. Sie wurden ui eurem Schlafsaal gehalten, der von Ungeziefer wimmelte. Sie wurden abends um Uhr nach den Schlafplätzen gejagt, die dreifach übereinander an geordnet waren. Um >.»5- Uhr morgens kam ein Reger mit einem Stock, um Die wie Tiere behandelten Menschen wieder aus ihren Betten zu treiben. Tas Essen das die Reisenden erhielten, war widerwärtig Tie Kabinette waren durch Unsauberkeit unbrauchbar geworden." Tiefe Zivilisation Wilsonscher Färbung soll jetzt die Welt beglücken! ANgemeine Kriegsnachrichten. England als Betrüger. Viktor Verzei. der bis zur Besetzung Bukarests Generaldirektor der rumänischen Post und früher Oberst in der rumänischen Armee war veröffentlicht in der Zeitung „Lumina Enthüllungen über die in jrüherrn Iah- reit von England an Rumänien gelieferte Artilleriemuni- tion Durch eine Kommission wurde festgesteNr. daß SH Prozent der gelieferten Schrapnells unbrauchbar waren. Die Geschosse krepierten entweder schon im Geschützrohre oder sofort nach Verlassen desselben, wodurch bei dem Uebuuasschießen viele Soldaten getötet wurden. Die Särrapnells waren von oen Armstrongwerken in England turgeslelll. Ein großer Teil war. statt, wie vereinbart. a'.,s Stahl aus Gußeisen bergestellt. Als alle Beweisakten des gioßen Schn'indels dem Kriegsministenum Vorlagen. gäbe eine Bejchn erde, auf die hin England auch nichts von stch hören ließ Ausgetarilchte Berwundete. Aus R.'lwegenS \>, «i ,ftaM Kristiania ist ein Trans- rer' vor lb Offizieren uno 91 Mann in die Heimat entlasten : i 1 ictauMufi bisher in Norwegen internierter deutscher Kriegsgefangener nach Deutschland abgereist. Die deutsche Kolonie mit dem Gesandten an der Spitze sowie Vertreter des normegschen Roten Kreuzes und des Sanitätslvesens waren zum Empfang am Bahnhof er- schienen, lvo die deutschen Mannschaften von Damen des norwegischen Roten Kreuzes aufs gastlichste bewirtet wur- den der Prästvent des norwegischen Roten Kreuzes be- rorttr in herzlicher Ansprache den Gedanken des beide betreu n de te Völker verbindenden humanitären Werkes und trug Grüße an das deutsche Rote Kreuz auf Kaiserlicher Gesandter Kontreadmiral von Hintze antwortete. 25 000 Tonnen. Auf dem nördlichen Kriegsschauplatz wurden durch die Tätigkeit unserer U-Boote wiederum 25 000 Br-Reg.- To. versenkt. Unter den vernichteten Schiffen befanden sich ein mittelgroßer Tankdampfer, sowie ver englische Segler „Agrtola". der Kohlen für Frankreich an Bord haue Einer der oersenkien Dampfer hatte Eisen. Pap-.er und Baunrwolle für Frankreich, ein großer vernichteter Segler von über 1300 Tonnen, anscheinend Terpentinöl geladen. Viktor Emauuel bei Ritita. Ter König von Italien besuchte während seines dreitägigen Aufenthalts in Frankreich auch dte Familie seines Schwiegervaters, des in Frankreich sest- gehaltenen inontenegrinischen Königs, wo er intim dinierte. Argentinien: Revolutionäre Streiks. £ In der großen südamerikanischen Republik Argentinien, dem großen Weizenlande, hat die Kriegshetze der Entente gegen Deutschland dieselben Zustände gezeitigt wie neulich in Spanien. Ter Verband der anarchistischen Syndikate hat den revolutionären Generalstreik in Argentinien erklärt. T:e Verbände der sozialistischen Arbeiter haben es abgelehnt, an der Bewegung teilzunehmen. Die Unruhen haben in der letzten Zeit kein Ende genommen. Zunächst handelte eS sich um deutschfeindliche Ausschreitungen; danach folgten diese Streik-Unternehmungen, bei denen man nicht weiß, gegen men sie sich richten. Frankreich: Reform der Zensur. * Auch die Presse-Zensur soll nach deutschem Muster umgestellt werden: Es werden zwischen der Pariser Presse und der französischen Regierung Aenderun- gen getroffen. Offenbar soll die Borzensur aufgehoben werden, und statt dessen wird das KriegS- presseamt den Blättern Mitteilen, welche Einzelheiten veröffentlicht werden dürfen. England gibt amtlich zu: Zwei Gruppen von Flugzeugen und andere, die einzeln kreuzren. überflogen zwischen 6.40 und 8 Uhr abends die Küste von Kent und Essex und näherten sich London. Zehn drangen durch die äußeren Verteidigungswerke. Nur 4 oder 5 erreichten London. Bombenabwürfe werden aus Kent, Esser und London gemeldet. Menschenverluste und Sachschäden sind noch nicht gemeldet. Ein weiterer Bericht besagt: Bei dem gestrigen Luftangriff wurden elf Personen getötet, 62 verwundet. Der Sachschaden ist unbedeutend. Reue Kämpfe in Mesopotamien. Tie Türken berichten: Bei Tagesanbruch des 28. Septeniber beschoß der Feind mehrere Stunden lang mit verschiedenen Kalibern die Stellungen, die unsere vordersten Vortruppen bereits geräumt hatten. Anschließend daran versuchte der Gegner mit sechs Bataillonen. einem Kavallerie-Regiment und 12 Geschützen vorzngehen. Tas Gefecht dauert noch an. Während dieser Kämpfe wurden vier seindliche Flieger durch unser Feuer von der Erde aus zum Landen hinter den eigenen Linien gezwungen. Ter größere Teil des englischen Heeresberichtes vonl 26. September betreffend die Aegyptische Front und Palästina ist reine Erfindung. Tie Gefangenen, ooh denen dieser falsche Bericht spricht, sind in Wirklichkeit Zivilpersonen und Kinder, die in einem Zuge reisten, der durch einen verbrecherischen Anschlag der von den Engländern bestochenen Empörer zum Entgleisen gebracht war. Flieger-Vergeltung Während feindliche Bombengeschwader wiederum, wie so oft in letzter Zeit, zahlreiche Opfer aus der belgischen Bevölkerung forderten, und in Gent starken Häuserschaden verursachten, belegten unsere Fluggeschwader feindliche militärische Anlagen mit erkannt guten, Erfolge. Auch die französische Bevölkerung erlitt wiederum durch feindlichen Bombenabwurf Verluste. In Ortschaften südlich Cambrai und Fresnvy—Le Grand wurden eine große Anzahl Einwohner getötet und verwundet. Unruhen über Unruhe«. Aus einer des sozialistischen „Avanti" gehl hervor, daß die Militärbehörde das Tuctner VolkS- haus besetzt hat, und daß in Turin noch immer der G e n e r a l st r e i k besteht. Ter „Messaggero" meldet: In verschiedenen süditalienischen Städten ist es zu ernsten Unruhen ge- konunen. Tie Menge plünderte an einigen Orten Lebe n S m i t t e l l äd e n. Zur Unterdrückung der Ausschreitungen, welche sich zu wiederholen drohen, wurden Truppen anfgebotcn und über eine Reihe oon Orten der verschärfte Belagerungszustand verhängt sowie Kriegsgerichte eingesetzt. Die zeitgemäße Maschine. „Speise geht vom Fresser aus." Sie machen nicht das Leben süß, Tie lärmenden Maschinen. Loch eine gibt es, die begrüß' Ich stets mit frohen Mienen. Zwar fehlt ihr alle äuß're Pracht, Tas Zierliche und Feine: Steht hölzern, steif und ungeschlacht. Wie 'n Grobknecht vor der Scheune. Und meldet sie sich dann zum Wort, Klingt's wahrlich nicht melodisch: Sie summt und brummt in einem fort, Als war' sie melancholisch. Und wie gefräßig ist ihr Mund i Die Garben mit den Aehren Verschwinden all' im großen Schlund, Ter Berge kann verzehren. Trotz alledem ist sie beliebt, Wird stets begrüßt mit Freude; Tenn was der Vielftaß von sich gibt, Ist goldenes Getreide! Auf, wandere oon Haus zu Haus, Laß jeder dick) bediene. Und brumme laut tagein, tagaus, Lu liebe Dreschmaschine! Wir preisen dich und Hindenburg: Zum Vater paßt die Mutter. Ter eine drischt die Feinde durch, Die andre drischt uns Futter. politische Rundschau» — Tie Kaiserin traf in Allenstein ein, besuchte den Gottesdienst und das Hauptlazarett und reiste dann weite" nach Königsberg. — Der bayerische Ministerpräsident Freiherr v. H e r t l i n g , der Vorsitzende des Bundesratsausschusses für auswärtige Angelegenheiten, ist in Berlin ein- getrosfen. — Ter Reichskanzler Dr. Michaelis hat sich zur Feier des Geburtstages des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg ins Große Hauptquartier begeben. Am Mittwoch, den 3. Oktober, wird er wieder in Berlin anwesend sein. :: Auch vatz Herrenhaus. Wie das „B. T." meldet, dürfte es nunmehr seststehen, daß die Vorlage über die Neuordnung des Preußischen Wahlrechts bestimmt Ende dieses Monats dem Landtage zugehen wird, und zwar gleichzeitig mit der Vorlage über die Neugestaltung des Herrenhauses. Beide Vorlagen sind jetzt so weit fertiggestellt, daß sie vermutlich schon in der nächsten Woche dem Staatsministerium unterbreitet werden können. :: Tie elsaß-lothringische Frage wird dem Reichstage in der diesjährigen Herbsttagung nicht vorgelegt werden. Von der Besprechung des Reichskanzlers mit den elsaß-lothringischen Abgeordneten und anderen in dieser Frage maßgebenden Stellen wird c» abhängen, ob die elsaß-lothringische Frage überhaupt auch nur im Ausschuß zur Sprache kommen wird. Die RcichSregle- rung erachtet aus bestimmten Gründen eine Erörterung dieses Gegenstandes nicht für angezeigt. Aus aller Welt. * Tos Hazardspikl steht augenblicklich in Berlin in hovei Blüte. Eine Entdeckung aus enispl echender Verhaftung jolgi aus der anderen. Um sich vor ver Entdeckung zu iiu'rn wirtschaften Die Burscben als »fliegende filube*. Am Sonntag hob die Polizei einen solchen Klub auS. W'n »and sie da: Heereslieleranten. Geschäftsleute. deson- veiS auch NatnungsmittelhLndter. Buchmacher und Zuhälter sauren sich zusammen und ließen sich die Nahrungsmittel Wein. Kognak und Schnäpse, was alles der Ilnter- nehni ' Heppe ohne Erlaubnis, aber zu den höchsten Preisen ieildieli . gut schmecken Dabei wurde flott gespielt. Tie Polizei sand gegen 100 Personen versammelt. * Vom Kriegsgewiun In B:eslau ist das Hotel „Zu den vier Iitneszertt-n* iüi zwei Millionen Mark oon dem Wurftiabrilanten Hildebrand erworben worden. * Tie Wel! roill betrogen sein 16 000 Mk. erschwin- veil an die lk jährige Arbe.tenn Erna Meynert. die in Berlin wo es am „R. N " slen ist. eine bescheidene Dach- kamuier mit ihrem unehelichen Kinde teilte. DaS Mädchen brachte es fertig. Leute in den Glauben zu versetzen, sie sei die Braut eines Fürsten. Sie behauptete, und sand damit Glauben, der Vater ihres Kindes sei ein Fürst von Hohenjels. ein im Felde stehender Offizier. In der Absicht. sie später zu heiraten, wolle er sic wegen ihrer prächtigen Stimme bei der Oper anbringen, um ihr ein besseres Airsehen zu geben. Allerdings sollte der Bräutigam bei der Verheiratung den Fürstentitel ablegen; dafür erhielt er aber eine Abfindung von monatlich 100 000 Mk. Der junge Fürst, der sich durch die beabsichtigte Heirat mit seiner Familie überworfen hatte, hatte bald diese, bald jene Zahlung zu leisten, und jedesmal kam Erna mit großen Aktenbogen, auj denen unter Aktenzeichen unv Stempeln zu lesen war. was gezahlt werden mußte. Die glückstrahlende Tante eilte treppauf, treppab zu Bekannten. die aus Grund der Aktenbogen das gejorverte Geld, bald 50 bald 70. auch 100 und 1000 Alk., gaben. Eine Ge- müsesrau verkaufte sogar ihr Geschäft und gab den ganzen Erlös her. eine andere Frau schoß nach und nach 6000 Mark zll. Im ganzen waren es schon 16 000 Mk. geworden, als jeyt das Mißtrauen einer Geldgeberin vcnr Roman ein Ende machte. Erna wurde verhaftet. Sie hielt zunächst noch an dem Fürsten fest; dann aber schrumpfte er zu ernem einfachen Offizier und endlich zu einem — Unteroffizier zusammen. Aber auch dieser war nur erfunden; Vater des Kindes ist ein einfacher Landsturmmann, der von dem ganzen Schwindel nichts weiß. Erna hat die Aktenbogen selber geschrieben und mit Buchstaben aus einem Krnderspielzeug und ausländischen Bneimarken „gestempelt". Wo sie das Geld gelassen hat. ist noch ein Rätsel Die Tante und die meisten Geldgcberlnnen glauben auch heute noch an die glänzende Zukunft. ** Reicher Aalfarrg wird von der unteren EmS und aus anderen Fangbezirten gemeldet. Bei dem jetzigen abnormen Handelspreise (10 Mark das Pfund) kommt der Aal leider nur in Betracht für die wohlhabenden Kreise und für jene, die ungewöhnlich hohen Verdieirst aus der Kriegswirtschaft erzielen. ** Ein Verbot ves rabakrauchcus hat der schlesische Oberpräsident erlassen. Es gilt für alle Jugendlichen dis zum 16. Lebensjahre. Uebertretungen werden mit Geldstrafen bis zu 60 Mark geahndet. ** Ter älteste Fronttcutnaut des deutschen Feldheeres ist jetzt bei den englischen Angriffen in Flandern gefallen: es ist der jrüher in Bad Oeynhausen als Rentner lebende Herr Nikolaus Huchzerrneyer, der bald, nachdem sein Sohn gefallen war. als Kriegsfreiwilliger in-v Heer trat, sämtliche untere Grade durchlief und schließlich zum Ossizier befördert wurde. Als solcher tat ec Dienst in der vordersten Linie. Jetzt ist er. über 60 Jahre alt, gefallen. ** Bo« ver Weinlese. Aus der Vocderpfalz wird berichtet: Seit Menschengedenken wurden noch nie so hohe Preise für Neuen gefordert und bezahlt wie in diesem Herbst. Tie Halb-Neuen, die man in früheren Jahren für 15 und noch kurz vor dem Krieg für: 20 Pfg. trinken konnte, kosten heute rund das Zehnfache! — Weniger Angenehmes wird aus Lothringen gemeldet: Die Weinlese hat die schlimmsten Befürchtungen übertrofsen. In Gemeinden wie Langenheim, Mühlen, Sigach. Lessingen. Torningen u. a. m. haben die Winzer zum größten Teil auf die Ernte überhaupt verzichtet, da sich die Arbeit und Kosten nicht gelohnt hätten. ** Kein Abschnciven Der Zöpfe. Von der Deutschen Frauenhaar-Sammlung in Magdeburg wird geschrieben: Frauenhaar hat sich als wichtiger Kriegsrohstoff- Ersatz zur Herstellung von Treibriemen, Filzplatten und Dichtungsringen, besonders für marinetechnische Zwecke, erwiesen. Urn aber den vielen falschen Gerüchten, daß das Abschneiden der Zöpfe gewünscht werde, entgegenzutreten, sei ausdrücklich festgestellt, daß abgeschnittenes Haar nicht gewünscht wird. Gründliche und gewissenhafte Sammlung des ausgekämmten Haares und der alten Haararbeiten wird vöUig ausreichende Mengen für den Kriegsbedarf ergeben. ** Tie Mäuscsängcr v§»r Mücheln. Tas Rittergut Eptingen ließ auf zwei Feldplänen von 100 Morgen Größe eine wirksame Bekämpfung der Mäuseplage durch Schulkinder aus Mücheln vornehmen. Dabei wurden 35 218 Mäuse getötet. Tie Kinder erhielten als! Lohn 1 Pfg. für das Stück. ** Industriespionage. Wie die Handelskammer in Altenburg bekannt gibt, ist es einer Person gelungen, zur Nachtzeit in der Uniform eines Marine-Ober- ingenieurs, geschmückt mit dem Eisernen Kreuz 1. und 2. Klasse, ohne jeden Ausweis in mehrere Fabriken zu gelangen und dort KontroUen des Betriebes vorzunehmen. Der Polizei ist es hinterher gelungen, die Person zu ermitteln. Sie entpuppte sich als ein bereits achtmal vorbestrafter Schlossergeselle. * In Wittcnheim (Kreis Mülhausen) hat die Ehefrau des Bureauvorstehers Didier in Geistesstörung ihrem Mann durch Beilhiebe den Schädel zertrümmert. * In die Strohpresse geraten ist in Hainrode bei Nordhausen beim Tampfdrusch die Arbeiterin Friederike Maser. Sie wurde dermaßen zusammengepreßt, daß der Tod sofort eintrat. Oie dessiscde Caides-RypoibekenbaBk 0twlhrt gegen korrealore Bestellung oder Verpfändung erster Hypotheken auf beteihungsfahigen Grundbesitz Ddf- ima. di« ur Ztichaaag vor KrlegsuUlhc brfll»,t pad, bis -um hüchstbetrag von Mk. 20000 zu bereits bekannt gegebenen besonders günstigen Bedingungen. Die Dar- lehen sind von der Bank aus unkündbar, vom Schuld- ner aus jederzeit kündbar Der Darlehnszmsfuß ist niedriger als der Kriegsanleihe-Zinsfutz. Bei späterer Herabsetzung des Kriegsanleihe.Jinsfuges durch das Reich kann mit dem dann rückzahlbaren Rennbetrag der Kriegsanleihe das Darlehen völlig getilgt rverden. Nähere Auskunft erteilt die Dank. Feder kann Kriegsanleihe zeichnen auch wenn er nicht Uber die nötigen Geldmittel verfügt sobald, er eine Hriegs-Anleiheversicherrikig bei der vetllscben £ebtn$cer|icberungs-Bank jHmitn-«f[fll[chafi In Berlin eingeht. Neuzeitliche Bedingungen. Niedrige Prämie«. Kostenlose Berechnungen und Auskunft durch die Direktion in Berlin NW 40, und Gnddlrektor « Finke in Kassel. Wcindergstrahe *11. Fatztalgersatz om KriegSauSschuh für Cflf und Fette aus Grund von Rundfragen bei Brauereien und prakt. angelt, versuchen günstig begulachtet, liefen als .Fahdichte G.- einichl. «isik, Itt kg Inhalt, für dtk 14. gegen Nachnahme Julius Franke, München, Blittenbiirgstrahe 4a, H. Enche Grostabnchmer für Waschriegel I» toufrei. ganz löslich, und Waschpasta herporrageudc C.ualität Phil. 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In Ma drid ist das euansielifche Waisen Haus baufällig, ein Neubau und Umbau nicht ;u umgehen. Labt uns den Willen Gottes tun. in- dem wir mit Wohltun uerstopfen die Unwiflenheik der törichten Menschen. Theodor Fliedner. Pastor. Eisenach. iPostscheckkonto 156OL Leipzig.) Grünbcrg Wegen Todesfalles ist das An- wesen dcS friihercn Gemeinde- rcchncrs Föckel. Grünbcrg, Lohndorfcr 2tr. '<2, und zwar. Wohnhaus bestehend auS 15 Zimmern mit hübschem Garten, in gesunder freier Page gelegen, zum Preise von 23 OOO Mark zu verkaufen. Kausliebhabcr wollen sich an Unterzeichneten wenden. Mil Helm Güter, Büdingen in Hessen, G„mnasluinstr. l7. Ganz hervorragend ist mein filmend begutachtetes u. vielfach erprobtes weiches Salmiak-Sclimier-WascliiEittel SchÄumt tadellos Macht die Wäsche bliiteawelss. Ifl "* r ™ U * T } unschädlich. — Versand ohne Karte H Pfund U Paket inkl Verpackung Mk. 7 50 per Nachnahm- oder [ gsgen vorherige Kinsrndung des Betraget m ls Zentner-Flasern Prelsernätslgung Il h E. 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