"^1 II» fl lber d-rg, „„ ÄS?** r^sss ' «J Gründliche pJS? ber * •""ÄÄ'H •y-csJ Dir. E. SOJcfirvh -S£*55mÄ fett Sr-ön,,, £T***i.! TSR Ohne Seifen^- i> ^ Original-Karton iZ ' Dr. Bethmauns . lI»Wi,W,r„Wi schäumen und duften hervorragend für Haut^fli Nachn. inkl. Berp. 5.50 ; ! gHttaoii »ti esm a. ! in Wafgooladongen und klJ Posten zu den höchsten kn. 1 U. Salier S, i, li q Heidelberg J leplion 1194 erl dpi beseUi-f Ullll Reichs, as-Dep&i, Halle: eiz- i-g hläge gen NK Beschläge . Fernsp. Ü dem Bayrc: 5 Erinnert >s Deka® i H»rffi r t Er*“ 5 Mark en Ein* trag»* 1 ff&° -KL •«?S iichcn Wiederaufbaus den deutschen Geldwert tm Ausland auf seine alte Höhe bringen — zu unser aller Vorteil. Das Deutsche Reich bietet Gewähr für die Sicherheit Eurer unentziehbarcn Ansprüche mit allen Vermögenswerten, mit dem Einkommen und allen schaffenden Kräften der Gesamtheit seiner Bürger. Und machtvoll wie durch drei lange Jahre hindurch wird auch fernerhin zu Wasser und zu Land die Abwehr und Schwächung der Feinde sein. Hinzutceten muß aber als mckkämpfende Streitmacht das lückenlose Aufgebot aller freien Gelder. So ergeht in schicksalschwerer Zeit an die sämtlichen Volksgenossen mit großem, kleinem und kleinstem Geldb.sttz ln Stadt und Land der Ruf des schuldlos bedrohten Vaterlandes: Helft mit Eurem Gclde zu einem neuen stolzen, achtunggebietenden Zetchnungsecfolg, zu einem ehernen Kcaftbewets, der uns dem ehrenvollen Frieden näher- bcingt! Zeichnet die 7. Kriegsanleihe! Die Ernte ist der Zins der Zaat — Der Frieden ist der Zins der Kriegsanleihe. Diktatur „Historische Notwendigkeit". Aber die Gelegenheit verpaßt. Kornilosf sollte England- Einfluß und die Vier verbandSsache in Rußland retten. Aus ihn hatte John Bull gewettet, nachdem sich KerenKi als unfähig erwiesen hatte, Ruhe und Ordnung und damit die Widerstandsfähigkeit de- Heeres wiederherzustellcu Und nun hat es sich doch gezeigt, daß die Revolu- tionSgeifter, die man seinerzeit leichten Herzens nach Rußland rief, doch stacker sind, als ihre Pstegev^cr die Engländer, es sich oorgesteltt haden. itornit^rr stand haben können, weil ihr die wirtschaftlichen Unterlagen fehlen. Darum muß man sich auf weitere innerrnsf'sche /kämpfe und Reibereien gefaßt machen, die eine Wie- htung des russischen Bären zur alter: lrchleir einstweilen auSschliehen. * s:s< 5 r Aber man weiß nicht, was aus diesem He^en- ls-' kessel nicht noch alle- an Ueberraschungen auftrergen kann. ^ hat sich nicht durchzusetzen vermocht. Las russische Volk hat richtig erkannt, daß eine XütJtuc cen armen Ucrenffie Pläne. Zit Londoner ..Daily New-" melden, daß Kerenski die Kadetten (Freisinn um Mtljukow) augenblicklich oollstandtg auSge schaltet habe. Inzwischen sandte Muschik vom Reuen in die Traufe dringen würde. Und darum hat eS Korniloff kein Berkrauen geschenkt mit nach wie vor sich an iterenff& gehalten Die Englän. der haben dieses Tiktatur-Spiel verloren. Es ist eine fcltfame Komödie. Die englische Diktatur rat natürlich, als fel sie an der ganzen Entwicklung unschuldig Aber der englischen Presse hatte man die Zügel bereits zu sehr gelockert, und so konnte ein konservatives englische- Blatt die Diktatur nach der Revolution bereits für eine ..bistorische Notwendigkeit" erklären. Daß diese sehr wahrscheinlich wieder zum alten Zarenregt- nient, aus jeden Fall aber zu einem keineswegs demo. er drahtlose Telegramme an alle Ausschüsse des Arbeiter- und Loldatenrares an der Front. Boi kratilchen Zustande geführt haben lvürde. daran dach- ten öle biederen Engländer natürlich nicht. Es ist auch das wieder ein Beweis dafür, daß das ganze Gerede von dem demokratischen Eelbstbeftimmungsrecht der !on einzelnen Offizieren wurde der Versuch gemacht, diese Telegramme an den drahtlosen Stationen der Front bei der An kunfr ausznhairen und zu unterschlagen, was offenbar nicht in ausreichendem Maße gelungen ist. In diesen Telegrammen wurde die Lage Rußlands dargelegt und 7 ? zeigte sich, daß die Frontausschüsse der Arbeiter- und Soldarenräre ein wirksames Mittel wären, um an die Treue der Mannschaften und Offiziere zu appel- iieren. Die FrontauSschüsse suchten mm auch mit den Truppenteilen Fühlung zu erhalten, die Jtorniloff Gefolgschaft leisteten. Wenn nian dem am Gegenteil inter- essierten Korresvondenten der ..Daily News" glauben darf, sind diese Truppen bereits soweit, daß s!e Kor- niloff als Verräter bezeichnen. et**, sehe, tbeiilV 55 Ä> ' riE ichleHe S&S" s 0 nt für Völker nur ein unwahres Getue ist. bestimmt, die Völ- geaen Deutschland aufzuhctzen. Tie Situation hat nun eine für England unzweifel- hast unangenehme Verschiebung mit sich gebracht. Ter jetzige Ministerpräsident Kerenskt. den man jetzt wohl uls Inhaber regelrechter Dikta,ormacht ansehen muß. müßte natürlich ein Engel sein, wenn er angesichts dieser offenkundigen englischen Quertreibereien gegen seine .Herrschaft nicht bis an den Hals gegenüber allen chen Lieber' englischen LiebeSbemühungen. die natürlich sofort wie der etnsetzen werden, zugeknöpft wäre. Einen schwereren Stand als bisher hat England also ln Zukunft sicher bei den Russen. Leider aber scheint es. daß die Engländer an dem Kerenskt ein ungewöhnlich brauchbares Objekt ihrer Beeinflussung gefunden haben Der Mann lst offenbar überzeugt, daß Rußlands Heil bei der Entente liege, und handelt danach. Und das ist für uns die unangenehme Seite der Entwickelung. Korniloffs Steg wäre für uns gefährlich geworden, weil er möglicherweise die russische Dampfwalze wieder flott gemacht hätte. Kerenski erstrebt dasselbe, aber auf den» Umwege über die Wiedergeburt der Ruhe und Ordnung des Landes, und da» ist. wenn auch minder gefährlich, so doch recht unangenehm. Daß er mit diesen Bestrebungen während unangenehm, er nur diesen Bestrebungen wahrend des Krieges einen durchgreifenden Erfolg haben könnte, ist sehr unwahrscheinlich. Aber er macht damit den Engländern weitere Hoffnungen, und das bedeutet eine weitere Verschleppung der Entscheidung. Sobald England erkennt, daß es mit der russischen Unterstützung endgültig vorbei ist. wird es bis zum Kriegsende nur noch ein Schritt sein. Wenn der Brite aber noch die geringste Hoffnung hegen kann, daß ei.l anderer ihm die angebrannten Kastanien aus der Asche holen könnte, dann wird er weiter ausbalten und hoffen und den Krieg weiter- l, fol schleppen, solange noch ein Fünkchen Hoffnung möglich ist. Der Angelpunkt der Friedenshoffnungen liegt jedenfalls^ in Rußland, und darum find die dort kommenden Dinge so außerordentlich wichtig für unS. Tort wird die Weltgeschichte ver kommenden Jahrzehnte gemacht ltsl Einstweilen hat Kerenski sich auf eine rein sozialistische Regierung eingerichtet. Die bürgerlichen Gruppen haben sich an die Wand stellen müssen, nachdem sie durch das Techtelmechtel mit England und mit - mim - Korniloff gegen Kerenski sich mit den Sozialisten unheilbar überworsen haben. Eine solche sozialistische ReichSregternng wird auf die Tauer aber keinen Be- Unsere Wohnung. Bon vizeseldw. Luschnat in der .L KriegSztg.' Wir haben eine herrliche Wohnung. Mancher Bataillons oder Regimenisstad könnte uns darum beneiden. Ee ist ein langer und breiter Keller, fast ein Saal, in einem noch ziemlich unversehrten Hause. Mindestens drei Meter Beton liegt oben auf. Wände und Wölbung sind mit roter Leinwand ausgeschlagen. In der Mitte des Räumet sieht eine schwere, eichene Tafel, umgeben von dochlednigen Stühlen. Ich als Rangältester und Hans- vaier habe einen grünen Plüschsessel als döchsteigcntüm- liche Sitzgelegenheit. Jeder Schütze dal sein eigenes Bett mit Matratze. Kopfkissen, Laken und Steppdecke. Der Fußboden ist mit Linoleum auSgelegt. und auf dem Tisch prangt eine Wachstuchdecke. «der unser Prachtstück ist das Klavier. Es ist zwar etwas verstimmt, jedoch wenn man schnell spielt und ordentlich die Pedale braucht, so merkt man eS kaum. Rebenon, wo die Injanteriebedeckung zu meinem Maschinengewehr liegt, steht außerdem noch ein Harmonium Da» g»dt eine Mustk. wenn die beiden Maschinen von sach. kundigen Händen in Betrieb gesetzt werden! Ich kann leider nicht spielen. Ader ein paar Häuser — oder besser gesagt: Keller weiter liegt ein Unter- ossizier, der beinahe Lehrer geworden wäre, hätte sich der Krieg ihm nicht hindernd in den Weg gestellt Und der spielt natürlich Klavier. Dann ist noch so ein junger Dachs da. der Harmonium spielt. Diese beiden kommen gegen Abend zuweilen her und gelen ein Konzert Sie haben Mark in de,i „Kochen das muß man ihnen lasten. Wenn sie richtig loStegen dann dröhnt unser Heldenschlajsaal. daß die Stühle wackeln und die Schläfer, die im Traum bei den Heimat- lichen Fleischtöpfen weiten, entsetzt hochfahren Ihrc Auswahl ist reichhaltig: Soldatenlieder. Märsche. Stuoenlenlieder. Operettenschlager folgen nnanoer »n buntem Wechsel. Heriwch. wenn die Finger lahm sind jUl* rrommslsell, gsnug auSgOßanden haben. »ersam« „Arm in Arm mit dir . . / Die Engländer klammern sich noch immer an die Hoffnung auf Korniloff. Dieser soll sich nicht unterworfen haben, sondern hat. wie ebenfalls bereits vermutet wird, von Kerenski die Einführung eine» Triumvirats verlangt, dem er beitreten wird, ferner die Unterdrückung aller Ausschüsse des Arbeiter- und Sol- datenrateS an der Front. Achnlich berichtet ..Seeolo" aus London. In dortigen russischen Kreisen vermutet man, daß zwischen Kerenskt und Korniloff eine Einigung erzielt und daß Korniloff in die neue Regierung eintreten wird. Bon der russischen Grenze verlautet, daß Kor niloff- Aufentyalt unbekannt sei. daß er aber trotzdem seinen Einfluß auf die Gegner Kerenskis immer stärker ausübe. Eine große Rolle spiele dabei der Umstand, daß Kerenski in den letzten Tagen während des Korniloff-Bormarsches in Paris und London verleugnet worden sei, wo man ihn als „ver. bltchenen Stern" schimpflich abgetan habe. Auch mit den Gesandten des Bierbundes in Petersburg, die sich mit Buchanan an der Spitze in Kerenskis letzte Be- M« stimm»ngen hätten etnmischen sollen, lebe Kerenski auf Kriegsfuß. Seine Erklärung, für die Sicherheit der Gesandten sich nicht mehr verbürgen zu können, ivären auf den genannten Umstand zurückzuführen. Vorgeblich würden die anarchistischen Zustände als Grund angeführt. Bier Offiziere von der Mannschaft an Bord erschossen. Tie Mannschaft des Kriegsschiffes ..Petropawlowsk' . .AÄ ?« 1 zu Kerenski ins Hauptquartier reisen. Im allgemeinen wird der Aufenthalt der Regierung iveiter Peters bürg bleiben. Treibjagden ans Offiziere. In den füDpun: Stäoren räumen die Sol^ Voten unter den Ossi -.iacuIv.;! auj In Wys borg gab's eine regelrechte Treibjagd gegen Ossi« ziere. Ta einzelne Offiziere sich zur Wehr setzten und einen Sa!"a en i derschoisen stieg die Erbt teruua der letzteren aufs erste. Sie veranstalteten in den Straßen, in den Wohnungen. Hotels und Restaurant» eine förmliche Treibjagd auf Offiziere. Dabei wurde, noch vier Obersten ermorde.' Zwetu udzwanz i hohe Offiziere wurden am der Straße cnrioi det In Helsingfors wurden Donnerstag abend diF S ?uare4 durch Gewehrschüsse breckt. >o: » ebcns^ , mit Matrosen. Im Boot >. sich vier Ceeossj 1 Ei ' ziere, die von bewaffneten . . oldsten In Empfang -Mfifioft» 1 genommen und nachmittags mit einer Salve erschossen wurden. Unter der finnischen Bevölkcruitg herrscht große Nervosität. Ucrcnitl unterwirft szck ocu Englandera. Das ..Echo de Pari«- meldet, daß Kerenski in den letzten Tagen versichert, dis' er in Uebereinstim- mung inir den Alliierte» den Krieg fort.eyen werde. Kerenskt hat sich weiter verpflichtet, keine», Sondcrjrie- den zu schließen. Sein u.'ues Programm. „Tjela Naroda". da- Kerenskt nahestehende Blatt, erklärt, daß das Programm der neuen Regierunz energischer Kampf gegen den äußeren Feind. schpZ nungSlose Unterdrückung der ertremistlftben Besiredun- gen von link- und recht.. Bekämpfung der Wirtschafte I anarchie. Neugestaltung der.ginanzwirtschaft. Aufbau der Rechtsordttting und Vorbereitung der konstituierenden Versammlung sein werde. Gewaltsame Auslösung des Parlaments. Tie provisorische Regierung hat die bereit- vor einiger Zeit angeordnete Auflösung der Duma, de» russischen Reichstages, durch gewaltsame Mittel ver ftlgt. Tie meisten- rechtsstehenden Dumamitglieder ] flüchteten. Tie provisorische Regierung beschlagnahmte umfangreiches Material und Protokolle in der Wohnung des Präsidenten Rodztanko. Im Lande der „Freiheit" mutet diese Gewalt- I tätigfeit einigermaßen seltsam an. Unzufriedenheit an der Front. Dem Petersburger Börsenblatt „Rußkaja Wolja" j zufolge hat das andauernde Regenwettcr an der Front die Unzufriedenheit der Soldaten nur gestei- gert. Ganz besonders befürchtet man Vcrpsle- g un g - schwierigkeiten auf der südwestlichen Front, wo die Soldaten am meisten disziplinlos sind. Viele beschließen einfach, den Krieg zlt beendigen, indem sie sich von der Front entfernen. M ff J u-Loote D tfUl,dK t,er 8rn4««“! ^ Sm“ ,c ' cn ' j« allgemeine .anöanten >n SS»ä!f, <*»'"■ ‘‘VIS in HelsingsorS erschoß vier Offiziere, die sich geweigert nicken hatten, einem Befehl der örtlichen demokratischen Versammlung zu gehorchen und ein Treugelöbnis gegen- über der provisorischen Regierung zu unterzeichnen. Die Lage in Rußland. schildern russische Sozialisten, die in Schweden weilen, folgendermaßen: „Mit dem Siege KerenskiS ist die Möglichkeit des Wiederauftretens einer Gegenrevolution für mehrere Wochen verschoben. Einstweilen beherrschen wiederum die Arbeiter- und Soldatenräte die Lage. Sie haben sich für Kerenski ausgesprochen und die Frontsoldaten zu einem entschiedenen Auftreten gegen Kor- nilow bewogen." Kercnsti als KricgSmaun. Dem Petersburger Börsenblatt „Berschewija Wie domosti" zufolge wird Generalissimus K e r e n s k i ftän dig im Hauptquartier wohnen. Je nach den Umständen wird die provisorische Regierung bisweilen Seemanns Zuversicht. Tie Tanmfchrauben des tt-Bootkriegeö. Die Wirkung, die der U-Bootkrieg auf alle Zweige der englischen Volkswirtschaft ausübt. ist mit dem Druck einer Schraube zu vergleichen. Sicher und stetig, unaufhaltsam und planvoll treibt der ll-Bootkrieg England seinem Schicksal entgegen, lieber kurz oder lang muß die Katastrophe kommen. Tie englischen Meldungen über erfolgreiche Gegenmittel gegen unsere U-Boote werden nur zur Irre- 'ührung der öffentlichen Meinung in den Staaten der Entente verbreitet, da die feindlichen Völler den wahren Umfang der Gefahr nicht erfahren sollen und dürfen, wenn ihre KriegSstimmung nicht darunter leiden soll. Aus einer Fernunternehmung gelang es einem U Book kürzlich, einen englischen Dampfer, welcher als BootS-Falle diente, nlederzukämpfen und au versenken. Der Kommandant, ein englischer Seeoffizier. wurde gefangengenommen und mit nach Deutschland gebracht. Er äußerte sich über alle Fragen sehe freimütig und erklärte glatt heraus, daß e« lein Mit- täglich neu Ai -Im MntiHen c j (i wurde» surch unier U J -egi-r mit l Darunter den j^lda" C78Ö4 Tonne" m Stüdflutlabunfl, ei IKinM|>W» n « ? ' mb unter Wed! ic Joanok" wurde uen Mit großenj Kbg. Erzber gn seinem ober :.richeragsadgeordnete rage gesprochen. Er ! Tie griedensrcsol brechend gewirkt für reute über Europa u -mnde komme viellei .Icicijstag Dafür Danke funiV:; labt tiefe R - ■ im HauptausE seilen eciolflt. Tie dcu "«e vcs Papstes, die \ Enttäuschung bedeute. Suiliiiö in München i wen besouDeren Kurie ^ltergebeu werde. En r-D Berlin der Wortlc cssentlicht werden. Bis ^ dürfe auch nicht c ^der die Antwortnote ;-®ir gehen," jagte schritten dem Ofrfd)tcn, dauer Mlt Bestimmtheit e lu den, dem wir uns !^baut sein werde a "iolution mell sich alles um den großen Familientisch. Ter eine ißt. ve. schreibt, der dritte liest. Die beiden Musikanten lind ick. wir unterhalten uns. Dir Nerzenflamme überflackert die Gesichter, der Qualm der KriegS;igarre wallt in dickten Schwaden und kringelt um unsere Häupter, die wir aufrecht and m Ehren durch fu manches Kriegsjahr getrag enhaben ... In den Tasten und Bechern dampft der warme Regerschweiß alias Komniißkasfee. Wir sprechen von der Zeit vor dem Kriege, als die Tage noch so ruhevoll und friedlich dabinslosscn. ohne Maschinengewehre und Gasgranaten, als man Engländer und Franzosen nur vom Hörensagen kannte. Und wir schwärmen von dieser wunderbaren Zeit und gewinnen ihr immer neue Schönheit enab. Ja damals — und dort.- Wie ein fernes Traumbild steigt die Heimat vor uns aus. Ereignisse, Augenblicke, die wir lange ocrgrstcn hat len. kommen wieder: Damals und dort. — Draußen lagert die Nacht über der toten Stadt. Eine Katze schleicht über Schutthaufen an der zerbrochenen Mauer entlang, die allein von den Stuben noch übrig blieb wo sie idr Zuhause batte. In einem Ganen duftet Jasmin. In einem eingeschossenen Keller liegt .wm letz ten Angriff der noch ein Toter, den sie dis jetzt nicht wnden. Durch die schwere Luit heult eine Mine und schlägt unweit vor dem Hause ein. Der Keller dröhnt, die eKr^en flamme duckt sich und flackert. Dann ist wieder alles still. linserc Geschichten sind zu Ende erzählt. Nun sprechen wir nicht mehr. Eine Sehnsucht ist in uns ausgewachl. so stark und übermäßig, daß wir schweigen müsten B.toel d»c wir längst rm Schutt der Vergangenheit begraben wähnten, werden wieder lebend,«. Wahrend wir w.rttos Tabakrauch ins Leere bUise... ,leben sie au uns vorüber, die Scharren der Dinge, die nie wieder- kommen Und wir geben der verborgenen Schönyeit un jeres Lebens nach, jeder für sich. Damals und dort. Scher- und Ernst. tk Aecker, die nach fünfjährigem Anbau IFahre brach liegen! Daß es in Errropa noch weite Ländereien gibt, die inr Sinne der veralteten Dreifelderwirtschaft bebaut wurden, ist befannt; daß c- aber -lecker gibt, die l.'). buchstäblich fünfzehn Jahre brach liegen. d'.S sie wieder bebaut werden, sollte man kaum für nröglich halten. Und doch geschieht die? in den Steppen- gätern der Ukraine. Die Gesamtfläche wird gewöhnlich in 20 Schläge eingeteilt: alliährlich wird dann eine 1 > Jahre alte Steppe aufgerissen und mir Getreide bestellt: dagegen überläßt man einen ü Jahre alten Getreideboden gleichzeitig der Begrajutra Erst nach einigen Jahren freilich gedeiht auf dem Getreideboden richtiges FuttergraS; zwrschen dem vierten und achteir Jahre ist der Frrtterwert des Grases am höchsten: nachher erscheint da- harte Steppengras, auch . Kowil" genannt Erst wenn dieses Gras, das sich brirch lange iveiße Haare erkennbar macht, den Boden weithin deckt, erst dann, nach 15 Jahren, denkt der Ukrainer daran, den Boden wieder mit Getreide zu bestellen; freilich ist dann der Boden so hart, daß kein Unkraut gedeiht. Tatsache ist freilich, daß bei länger anhaltendem (Getreidebau das Unkraut so üppig enrporschitßl. daß der Erntende mehr Unkraut als Körner heimvringt. Natürlich ist eine solche Bebauungsweise eigeirtlich Unsinn: sie ist lediglich recht bequem: denn der ukrainische Russe düngt nicht. ES wird hohe Zeit, daß die Ukraine sich von Rußland loSreißt und nach mitteleuropäischem Muster düngen lernt! Erster Gedaukr. Bäuerin lals auf einer Wiese ein Flugzeug notlandet): ..Jess'. Marie. Sepp, dös san g'wiß wieder so Hamsterer!" Tie zerstrcutc Tippmamieil. „Nein. Fräuleirt, wo Cre immer Ihre Gedanken haben! Da schreiben Sie schon wieder: Bezugscbeinnehmend. . Zeitbild. „Bevor ich meinen Posten antrete, möckt' ich acl): Tage auf Urlaub gehen!" ..Habe-, Sre sonst noch Wünsche?" „Ja. und dann möchr' ich gleich wieder kündigend („Fliegende Blätter/') > 2 ?'j >Ä< ^ * t > 9 llr ^ Ä',> .i'P.ati: ! %.‘?SF: ?-L'ZsL c" einer * """"*■> «L-» >6lt «unj :ä;-, 4ttt - feinet, TL*»"Ke. '-»tibctjtie, °9t(lKlN, «wfeeven a ci ?! 8,ct “"l ."ffuns 1 be 1 ® b ' 11 ' öe * Parlaments WLZ DrSZ " a «et diese Gewalt- der Front. ^blatt ,.NWaja W -ii eg e n werter an er Soldaten nur htet man Ver er südwestlichen disziplinlos sind lja" der gestei- pfle- Front. Viele -löiymtujs imo. Jbieie ZU beendigen, indem sie tcl gegen unsere lr-Boote gäbe. Tie Minen seien zu ihrer Bekämpfung ungenügend und die zu lr-Boots- Berfolgern umgcbauten Dampfer nicht schnell genug. Tic Luche nach U-Booten sei geradezu hoffnungslos, da man nichts sehe, selbst aber iunnrr gesehen werde. Ebenso könnten die Geräuschempsängcr wenig helfen. Tie als U-Boots-Zerstörer von Amerika gelieferten 500 Motorboote feien wertlos und die Wasserbomben ungenügend. Tie bekannten Klagen über den Mannschastsman- gel und die schlechte Ausbildung des Besatzungspersonals dehnte der Kommandant auch auf die Geschützbedienung der Handelsdampfer aus, die nur eine ganz kurze Ausbildungszeit erhalte. Ten in England und einem Teil der englischen Presse so oft geforderten Eingriff der englischen Flotte auf Zeebrügge hält der Kommandant für ausgeschlossen, da es zu stark befestigt sei, ebensowenig glaubt er, daß die englische Flotte sich noch einmal zu einer Seeschlacht stellen wird. In den wirtschaftlichen Zuständen Englands merke man von Tag zu Tag mehr die Schäden, die die unbezwingbaren deutschen U-Boote durch die planmäßige Vergrößerung der Frachtraumnot anrichten. Weizen sei knapp, auch an anderen Lebensmitteln, besonders an Zucker, fehle es. Die für England so wichtige Grubenholz-Zufuhr sei so zurückgegangen, daß die französischen und schottischen Wälder gefällt werden müssen, um Ersatz zu schaffen. Ter allgemeine Eindruck aus den Worten des Kommandanten ist der, daß Deutschland in der U- Boots-Wasse ein Mittel besitzt, das die Siegeszuversicht der Engländer seit dem vorigen Jahr seh wesentlich herabgedrückt hat. Unsere Siegeszuversicht aber lüicD durch unsere U-Boot-Ersolge täglich weiter gestärkt, und unsere Hoffnung aus ein glückliches Ende täglich neu genährt. dk. * . * 23 000 Tonnen. Im Atlantischen Ozean, Biseaya und in der Nordsee wurden durch unsere U-Boote wiederum 4 Dampfer und 1 Segler mit 23 000 Brutto-Negister-Tonnen versenkt, darunter den bewaffneten englischen Dantpfer „Malda" (7884 Tonnen) und „Roanoke" (3755 Tonnen) mit Stückgutladung, eine U-Bvotssalle in Gestalt eines Treimastschoners, der mit zwei Geschützen bewaffnet war und unter schwedischer Flagge fuhr. Vom Dampfer „Roanote" wurde der Kapitän gefangen genommen Zuversicht. s tt.'Äootkriegcs. ootftieg auf alle Zweige ausübt, ift mit dein chen. Sicher und Mg. reibt der U-Bootkrieg egen. Weber !urz oder nmen. über erfolgreiche Gegeii- verden nur zur Jrre- einung in den Staaten feindlichen Völker den lcht erfahren sollen und mng nicht darunter lei- nung gelang es einein en Tainpser. welcher als iederzukämpfen und zu ein englifcher Seeosil- t und mit nach Teutsch- j über alle Fragen sehr cs leiu /tot* . Mi' b ! ■ ßf a Mit grotzen^Schritten zum Frieden. Abg. Erzberger sehr hoffnungsvoll. In seinem oberschwäbischen Wahlkreise hat der Reichstagsabgeordnete Erzberger über die politische Lage gesprochen. Er führte dabei u a. folgendes aus: Tie Frievensrcfolulion des Reichstages habe bahnbrechend gewirkt für die große Weltfriedensmelle, die heute über Europa und die ganze Welt ergeht. Tie Stunde komme vielleicht sehr bald, wo man dein Reichstag dafür danken werde, daß er den Mut gesunden habe, diese Resolution zu beschließen. Sein Vorgehen im Hauptausschryse sei unabhängig nach allen Seiten erfolgt. Tie deutsche Antwort auf die Friedensnote des Papstes, die für die Annexionisten eine große Enttäuschung bedeute, sei gestern an den päpstlichen Nnntins in München übergeben worden, der sie durch einen besonderen Kurier des Heiligen Vaters nach Rom weitergeben werde. Ende dieser Woche werde in Rom und Berlin der Wortlaut dieser Note gleichzeitig veröffentlicht werden. Bis dahin müsse man Geduld haben und dürfe auch nicht glauben, was in den Zeitungen über die Antwortnote stehe. „Wir gehen," sagte Erzberger weiter, „mit großen Schritten dem gerechten, dauerhaften Frieden entgegen." Mit Bestimmtheit erklärte Erzberger, daß der Weltfrieden. dem wir uns mit großen Schritten näherten, ausgebaut sein werde aus der Grundlage der Friedensresolution der Reichstagsmehrheit vom 19. Juli. Schwierigkeiten biete allerdings die belgische Frage, aber auch sie könne im Rahmen der Mehrheitsresolution gelöst werden. Zum Schluß führte Erzberger aus, daß die Konturen des nach seiner Meinung bald kommenden Friedens sich bereits abheben und zwar im Ausbau des polnischen Staatswesens und insbesondere auch in einem unabhängigen Königreich Litauen, das ebenfalls im Entstehen sei unter Anschluß an Deutschland. Tie belgische Frage. Unter der Ueberschrift: „Hat man verzichtet?" schreibt die „Deutsche Tageszeitung": „Die Gerüchte, die Reichsregierung habe auf Oberherrschaft und eine tatsächliche Kontrolle über Gebiet und Bevölkerung des ehemaligen Königreiches Belgien verzichtet, nehmen immer bestimmtere Formen an. Es heißt, daß in der vergangenen Woche von den maßgebenden Faktoren ein dahingehender Beschluß in Gegenwart des Deutschen Kaisers gefaßt worden sei." Die „Tageszeitung" verlangt von der Regierung eine unzweideutige Aufklärung über diese Gerüchte. Das „onglische Friedensangebot" von dem neulich soviel die Rede war, ist nach der „Deutschen Zeitung" eine Anftage Englands in Bezug auf Belgien, und sie soll von der deutschen Regierung mit der Erklärung, an diesem Lande nicht interessiert zu sein, beantwortet worden sein. / AllgerneAre Kriegsrrachrtchten. Artillerickampf auf der ganzen Westfront. Am 16. September war bei günstiger Witterung der Artilleriekanrpf auf der ganzen Westfront rege. Im Ipernbogen steigerte sich das Feuer mehrfach zum Trommelfeuer; ebenso war es an der Küste stark. Am 17. September, Montag, morgens setzte um 5 Uhr 30 Min. östlich APern nochmals Trommelfeuer ein. ue Abwehrwirkung der deutschen Artillerie verursachte große Zerstörungen in den englischen Gräben und Batteriestellungen. Mehrere gewaltige Explosionen wurden beobachte^ so in der Nähe der Kirche von Langemarck und nördlich Dpern. Bei Frezenberg explodierte ein Zant. Jnsanterieangriffe erfolgten nirgends. Dagegen wurden deutscherseits mehrfach erfolgreiche Patrouillenvorstöße gemacht, so südlich des Houthoulster Waldes, wo in erbitterten Kämpfen die deutschen Linien vorgeschoben wurden. Auch an mehreren anderen Stellen der Front brachten Patrouillen Gefangene zurück. Tie Flicgcrtätigkeit war vor allem am Abend des 16. September (Sonntag) außerordentlich rege. Ein englischer BaNon wurde im Luftkamps zerstört. Im Artois gingen starke englische Patrouillen am 16. um zehn Uhr abends und am 17. September um ein Uhr ftüh gegen die deutschen Stellungen südöstlich Gavrelle und dei Roeux vor. Sie wurden im Gegenstoß zurückgeworsen. Ebenso wurden in der Gegend von Sr. Quentin feindliche Patrouilleuvor- stötze aus die deutschen Gräben von Aanteur bis Vendhuille abgewiesen. Bei Jtaneourt brachten die Deutschen bei Säuberung eines feindlichen Sappenkopfes mehrere Gefangene ein. Tie Franzosen hatten mit ihren Patrouillenvorstößen keinen größeren Erfolg als die Engländer. An der Aisnesront wurden am Morgen des 16. frair- zösische Patrouillen südlich der Lamotte-germe abgewiesen, wobei Gefangene in deutscher Hand blieben. Vor Verdun lebte beiderseits der Maas die Fcncr- Lütiglcit wieder auf. Die deutschen Batterien erzielten bei Bekämpfung der ftanzösischen Artillerie große Erfolge. In und hinter den französischen Stellungen wurden zahlreiche Explosionen und Brände beobachtet. Deutsche Geschwader belegten ftanzösische Bahnhöfe und Truppenuitterkünfte mit beobachtetem guten^ Erfolg mit Bomben. Im Osten versuchten die Russen an der Rigafront mehrfach vergeblich, die deutschen Stellungen zurückzudrängen. An der übrigen Ostftont wie in Mazedonien kerne besonderen Ereignisse. I 1 / \ \ | Mihioö -1 fJjuySi} -' 7 ' (ic'x Kr- -io 1 fct/pfiy : j k' C/ y kJsj '! A ^ L ! ' d ' ' ' ■ ir?;f , - ifJ . ■■ '<$.. V \ ■- ( /f •, Friedenskratvalle in Australien. Tie Masse des australischen Volkes muß jetzt dafür büßen, daß die gewissenlose Regierung das Land in den Krieg hineingezogen hat. Schwere Teuerung sucht das Land heim. Darauf ist jetzt die Volkswut zum Ausbruch gekommen. In den beiden südostaustralischen Städten Sidney und Melbourne waren die Ausschreitungen besonders schwerer Natur. In Sidney fanden große Demonstrationen, die teilweise von den australischen Frauen ausgeführt wurden, statt. Eine gewaltige Volksmenge plünderte Läden und griff schließlich die aufgebotene starke Polizeigewalt mit Waffen an. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen. In Melbourne nahmen die Ausschreitungen ebenfalls beträchtlichen Umfang an. Es fand eine Riesenkundgebung gegen die weitere Kriegsbeteiligung Australiens statt. Tie Teilnehiner an der Demonstration verlangten die sofortige Rückführung der australischen Truppen, die gegenwärtig auf den asiatischen, aftikanischen und europäischen Kriegsschauplätzen verbluteten. Hindenburgs Gcburtstagsbitte. Aus manchem ersehe ich, daß man in freundlicher Gesinnung besonderen Anteil an meinem bevorstehenden 70 jährigen Geburtstag nehmen will. Ich bitte, von allen Festlichkeiten und Glückwünschen, die mir zugedacht werden, Abstand zu nehmen. Unser aller Zeit ist zu ernst für Feste, meine Zeit zu sehr durch Arbeit in Anspruch genommen, um persönliche Glückwünsche entgegenzunehmen oder zu beantworten. Wer an meinem Geburtstage für Verwundete und Hinterbliebene sorgt, tn seinem Herzen das Gelübde zum zuversichtlichen Durchhalten erneuert, und wer Kriegsanleihe zeichnet, macht mir die schönste Geburtstagsgabe. Großes Hauptquartier, den 9. September 1917. von Hindenburg, Generalfeldmarschall. Sozialiftcn-Kongresse über Kongresse. Aus Stockholm wird halbamtlich (parteiamtlich) mitgeteilt, daß die russischen Delegierten aussagen, eine zweite Konferenz der Entente-Sozialisten werde in Petersburg abgehatten werden. Tie eigentliche sozialistische Friedellskonferenz in Stockholm soU erst gegen Mitte Dezember einberusen werden. Von gut unterrichteter Seite verlautet, daß' während der Weihnachtstage die Konferenz nicht statt- sinden könne und daß deshalb das Zustandekommen der Konferenz möglicherweise erst für Januar zu erwarten ist. Bis zum 1. Dezember werden dann alle Parteien die Fragebogen des niederländisch-skandinavischen Komitees bearbeiten. Tie Verhundlungen des Komitees mit den russischen Delegierten des Sowjet dauern fort. Wie Tommy behandelt wird. Tie in England sehr populäre Wochenschrift „John Bull" bringt in ihrer Ausgabe vom 6. September einen aus Karachi (Indien) datierten Soldatenbries über die Fahrt des Truppentransportschiffes „Em- preß of Britain" von Südafrika nach Indien. Auf dieser verhältnismäßig kurzen Fahrt zwischen Turban nach Bombay starbenzehnSoldaten infolge der schlechten sanitären Bedingungen auf dem Schiffe und durch ärztliche Nachlässigkeit beim Impfen. Ter Brief lautet: „Wir schifften uns am 13. April auf der „Em- preß of Britain" ein und fuhren acht Tage später von Turban ab. Die Zustände auf dem Schiffe waren sehr schlecht. Wir zählten über 4000 Mann, dazii kamen noch die Offiziere und die Schiffsbesatzung, so daß es rund 5000 Mann waren. Während der acht ^-.age auf der Reede von Durban erklärte der Sanitätsoffizier das unter der Wasserlinie liegende tiefste >r-eck für unbewohnbar. Unser Oberst versuchte sein Möglichstes, um uns auf ein anderes Schiff hinüberbringen zu lassen. Aber die Hasenbehörden »veigerten sich. DaL ganze Schiff war in schmutzigem Zujtande und saß voll Ratten, Schwaben und anderem Ungeziefer. Die Sache wird anschaulich, wenn ich erzähle, daß wir bei unserer Abfahrt eine Hemdeninspektion hatten, und daß sich bei 220 ooii beu 250 Mann, die meine Kompagnie zählte, Läuse fanden. Bei den anderen Kompagnieii waren die Verhältnisse gerade so. Aber selbst dies schien auf die Sanitätsbehörden keinen Eindruck zu machen. Unser Eßgeschirr und unsere Becher saßen voll Rost. Ta das Schiss so stark mit Truppen belegt war, wurde der Wasservorrat knapp. Wir durften uns alle vier Tage einmal waschen. Das Wasser wurde dann für eine Stunde angedreht. Trinklvasser wurde in spärlichen Rationen an jeden einzelnen Mann ausgeteilt. Zum Baden war für die Truppen ein mit Seewasser gefülltes Segeltuch an Teck ausgespannt, worin auch die Hunde gebadet wurden." Diese Skandalaffäre ist in England so lange wie möglich totgeschwiegen worden. Einheit ans „Nieten nnd Stahl". Beim Stapellauf des Großen Kreuzers „Graf Spee" auf der Danziger Schichauwerst sagte Großadmiral Prinz Heinrich von Preußen in seiner Taufrede : . . Aus Nieten und Stahlplatten zusammenge- siigt. Wenn diese Nieten und diese Platteir nicht ange- ftessen sind, dann trotzt ein solcher Bau den Stürmern Sind aber faule Nieten und faule Platten darunter, so droht das Gebäude zu zertrümmern; eine Mahnung an rrns in der heutigen schweren Zeit. Nicht nur den Anwesenden, sondern dem ganzen deutschen Volke gelte sein Nus: Nietet zusammen, schweißt zusammen, aber zerpflückt nicht!" 2tmerikanischc Toppelzüngigkcit. Tie „Germania" schreibt zu dem anrerikanischeu Treiben gegen Schweden: „Es verdient, festgestellt zu werden, daß die amerikanische Regierung und amerikanische Botschafter in der Zeit, als die Vereinigten Staaten noch ihre Neutralität betonten, selbst deutsche amtliche chifftierte Telegramme ihnen unbekannten Inhalts befördert haben. Damals hielten die Vereinigten Staaten dies nicht für einen Neutralitätsbruch; die Schweden haben mithin gar keinen Grund, sich jetzt selbst solchen Bedenken hinzugeben." Politische Rundschau. :: Tie 16. Bcrtrctcrversammlnng des Khffhüttser- Bundes der deutschen Landes-Krregerverbände hat an den Kaiser, den Schutzherrn des Kyffhäuser-Bundes, folgendes Telegrainm geschickt: „In unwandelbarer Treue stehen auch im vierten Kriegsjahre die Landes-Kriegerverbände desKyff- Häuser-Bundes fest im Kampfe um des deutschen Volkes gutes Recht. Euer Kaiserlichen Majestät Führung unentwegt folgend, getreu dem Vorbilde der deutschen Fürsten, in stolzem Vertrauen auf unsere unvergleichliche Arniee und unsere stolze Flotte, wird der Kyjshäuser-Bund in zähem Durchhalten in der Heimat bis zum siegreichen Frieden nicht nachstehen seinen kämpfenden Kameraden an den Fronten zu Lande und aus den Meeren. Dies Gelöbnis deutscher Mannentreue legt der aus dem Kyffhäuser versammelte Vertreter-Tag des Kysshäuser-Bundes in Erneuerung des einst geschworenen Fahneneides an den Stufen des Kaiserlichen Thrones nieder." Aus Mer Welt. ** Ter Segen des Hamfterfanges. Den schädlichen kleinen Vierbeinern, den richtigen Hainstern, die auf unseren Fluren viel Schaden stiften, ist ein als Hamsterfänger bekannter Erfurter Arbeiter mit großem Erfolg aus den Fersen. Auf einer ausgedehnten Flur bei Ingersleben und Neudietendorf ist ihm allein das Recht des Hamsterfanges eingeräumt. Hier fing er im Laufe dieses Sommers mehrere tausend Hamster. Daß auch dieses „Handwerk" goldenen Boden hat, beweist folgende Rechnung: Für ein Hamsterfell werden 60 Pfennig bezahlt, und für das Fleisch eines Tieres geben Liebhaber 70 Pfennig: außerdem erbeutete der Hamsterfänger in den Vorratskammern der kleinen vierbeinigen Felddiebe nicht weniger als 30 Zentner ausgelesene Frucht. ** Warum die Bräuburschen keinen Dürft hatten. In einer Brauerei der Umgebung von Deggendorf fiel es dem Brauereibesitzer auf, daß seit Einführung des Dünnbiers die Bräuburschen ihr vertragsmäßiges Quantum von dem heutigen Bier nicht mehr holten. Bei einer Nachsuchung fand man, daß die munteren Braugesellen etwa 30 Fässer gutes, altes Bier auf die Seite geschafft hatten. ** Immer neue Pilzvergiftungen. Nach dem Genüsse von altgewordenen, aber sonst eßbaren Pilzen starben in Wetzlar in der Familie Blech die Ehe- ftau und deren Nichte. — In Flieden sind einer Pilzvergiftung zwei Kinder des Tagelöhners Joseph Müller erlegen. Ta der Fliedener Arzt im Felde steht, so konnte ärztliche Hilfe nicht ftüh genug herbeigeholt werden. — In Westerhüsen erkrankten nach dem Genuß von selbst gesuchten Pilzen eine Frau Schulze, deren Mann im Felde steht, ihre verheiratete Schwester mit Kind. Zuerst erlag das Kind den Leiden, dann Mutter und Tante. Kleine Neuigkeiten. * Sämtliche Königsberger Zeitungen erhöhen vom 1. Oktober ab den Bezugspreis. * Im Streit erstochen hat in Nürnberg der Zuhälter Johann Mehl seine Geliebte, die 32 jährige Proq stituierte Babette Lengenfelder. * Tödlich verunglückt ist die 15 jährige Tochter des Gutsbesitzers Nölle-Whing, als sie in Schwerte aus einem fahrenden Zug sprang. __ ^ Xur Stadt uid Cail Am 20. 9. 17. ist ein Verbot des Rauchens in Lageräumen für Spinn und Webstoffe in Kraft getreten. Der Wortlaut der Bekanntmachung ist in den Amtsblättern veröffentlicht worden. Stellt, Generalkommando 18. Armeekorps O * Wie «an Hindenburgs 70. Geburtstag feiern soll. In wenigen Tagen wird Deutschland Hindenburg- 70. Geburtstag feierlich begehen. Feierlich! Damit find eicht immer lauter Iubet. Festveranstaltungen und Umzüge emelnt Es gibt eine Frier, die viel größer und erhaben und die namentlich in dieser schweren Zeit allein angebracht ist. Hindenburg ifi ein ernster, ticsinnerlichec Ehacakter, der von jeher allrm Lauten und Aeußerltchen abhold gewesen ist. Er ist der Mann der Tat und der Schlichtheit, den man am bellen in schlichter Weise und durcy die Tat ehrt. In vielen Städten nun hat man, sicherlich au- löblichfi-r Absicht und ehr lichftec Begeisterung, den Entschuß gefaßt, seinen Geburtstag festlich zu begehen, das heißt, was viele fest, ltch nennen. Aber gerade in dielen Tagen und gerade bet dlesem Manne, der nur das eine Ziel unentwegt vor Augen hat: nicht eher das Schwert in die Scheide zu stecken, als bis der Endsieg errungen ist. gerade da sollte man von der üblichen Art des Fellefeierns absihcn und den Geburtstag des großen Marschallö auf schlichte Weise begehen. Diese Ansicht ist immer mehr und mehr durchgedrungen und mr eintr ngltchen Forderung ge. worden. Jetzt nun hat Hindenburg selbst das Wort ergriffen, und es ist ein echtes und rechtes Hindenburg. wort. Aus dem Großen Hauptquartier sendet cr folgende Mahnung an das deutsche Volk: AuS manchem ersehe ich, daß man in freundlicher Gesinnung besonderen Anteil an meinem bevorstehenden 70jährigen Geburtstage nehmen will. Ich bitte, von allen Festlichkeiten und Glückwünschen, die mir zugedacht werden, Abstand nehmen. Unsere Zeit ist zu ernst sür Feste, meine Zeit zu sehr durch Arbeit in Änsp uch genomnten, um persönliche Glückwünsche entgegenzu« nehmen oder zu beantworten. Wer an meinem GcburtS' tage für Verwundete sorgt, in seinem Herzen das Ge lüodc zum zuversichtlichen Durckhaiten erncucrt, und wer KilegSanlcihe zeichnet, macht mir die schönste Ge. burtstagsgabe. Allo feiern wir Hindenburg- Geburtstag so, wie ec selber wünscht! Feiern wir ihn still im Herzen und danken wir dem Himmel, daß cr uns einen solchen Manu gegeben hat, der uuS vor FetndcSnot errettet hat! Feiern wir ihn durch die Tot, indem wir an seinem Tage- Geld, opfec bringen, die den Verwundeten, den Hinterbliebenen und auch einst den Gefangenen, wenn sie hrtmkchren, zugute kommen, und dann auch noch, indem wir die Kriegsanleihe zeichnen, auf daß wir den Kampf gegen den Feind wettcr mit aller Kraft führen können und durchhalten bis ans Ende! Dann werden wir eine würdige Hindenburgfeter begehen. * Nochmalige ssrnteabschällnng '.stach Mit trtlung dev KriegSernährungSamtes !v icht das Ergib- nts der Ernteflächlnerhebung in 1917 so erh.blich von dem voejährig n ab. daß offtntsichtlich die E.Hebung im Jahre 1917 eine mangelhaste war und unrichtige Angaben von den Landwirten gemacht worden sind. ES ist deshalb eine Nachprüfung der Ernt. flüchener- Hebung von 1917 angeordnet worden, die bei dem Ernst der Loge die allelgrößte Bedeutung hat. Die Fläche angoben bilden mit den geschätzten DurchschntttSeiuägen die Grundlage für die Ergebnisse der Erntevorschätzung und damit die Unterlage sür die Frftsetzung der dem Selbstversorger zu delossendc Getreidemenge und dem Verbraucher zustehendc Brotmcngc Die Nachprüfung muß deshalb mit größter Sorgfalt erfolgen und muß die Tätigkeit der mit der Erhebung betrauten Personen von der Bevölkerung unterstützt werden, wenn nictt die Überaus bedenkliche Notwendigkeit etntreteu soll, daß eine Herabsetzung der Mehl und Brotration für Selbst, verersorg und Verbraucher erfolgen muß. Perbot des vor,eiligen Grntens von Herlrst- grmnfe und Puden. Das Großh. Hess. Mtmstertum des Innern gibt bekannt: Vor dem 1 Oktober 1917 burlen außer zur Verwendung in der eigenen SBiilfcbaft iititt geerntet werden Her bstweißkohl und Tauet weiß, ohl (Weißkraut). Herbstrolkohl und Dauerrotkodl (Not- kraute, Herdstwirsingkohl und Daucrwusingkohl. Runkel- rüden (Dickmutz), Kohlrüben. Möhren aller Att, m,t «ufinajjmc eu Kurottrn Als Karotte« gelten nicht btc feldmätzig ongrbauten roten Pferdemöhren. — Arts nahmen könne« auf Antrag von dem zuständigen Groß herzoglichen KrclSamt in bcsondcren Fällen gestattet Zuwiderhandlungen gegen das Verbot werden mit Gefängnis^ bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 1600 Mark bestraft. . N*r Kegen des Gdenwaldes Der Obstje tn den Odrnwaldtälern ist in dlesem Jahr so gcwal daß er fast nicht geborgen werden kann Obwohl t sich tausende von Zentnern verladen und versandt wert ist von einer Abnahme der Fülle eigentlich noch nt. zu spüren Bei den hohen Preisen verbuchen die O Züchter Einnahmen, wie sie noch niemals dagewe, ES sind Fülle L,könnt, daß Landwirte bisher 80000 Mark Obst verkauft habrn Das find Summ die beinahe den Wert des ganzen Grundstücks so Hofrcitc übersteigen. Auch die von den Kceisäinrern r den KreiSstraßen vorgenommcncn Lbstvcrk eigecungen brachten wahre Märchcnpceise. Wenn Frau »foma recht hat, soll es in den Odenwaldtälcrn vef'chutdete Land wirte ni.ht mehr (eben. ' Ulelltar. Tie städtischen körperschoflea g-oeh migten Die umfangreiche Füllung von Füuine» aus den städtischen Waldungen Tie dadurch gewonnenen Holz mengen werden nicht versteigert, sondern als Reserven aufgespeichect. um damit der tm Winter zu ccroarteode» Kohlenknoppheit begegnen zu tonnen. Verantwortlich Alb in Klein in Gietzen. Bekanntmachung. betr. Verbot des Rauchens in den L » CFt. Beste Empfehl. u. Verpflegung. Prolp. gr ^ tz) frankfurter Hotclsckrctär-tti,rse für Damen und Herren. Beginn der neuen Kurse: 17. September. Gründliche praktische Ausbildung in allen Suchern betf Hotel bür o j '-»dSdnOVaS Erinnerungen dienstes. Prospekte durch den Kursleiter Dir. E. McnerhanS, Äodesbergcr Hof, oivdesbcrg. für XunstSLMmIsr! 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