Hietzener Peitnng vezugspreis 50 pfg. monatlich vierreljährl. IM) Mark, vorauszahlbar, frei ins Haus. Ab geholt in unserer Expedition 1,20 Mk., durch die Post oder direkt durch Kreuzband vierteljährlich IM) Mk. — Erscheint an drei Wochentagen. — Redaktion: Südanlage 31. — Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte erfolgt nicht. Berlag der „Gießeuer Zeitung", Gießen. Expedition: Züdanlage 21. Anzeigenpreis 20 pfg. die 44 mm breite Petitzeile, für AuSwärtS 80 Pfg. Die 90 mm breite Reklame-Zeile 73 Pfennig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechne!. Rabatt kommt bei Ueberfchreitung deS Zahlung-- zieleS (30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfaü. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Druck der Giestencr VerlagSdruckerei, Albiu Mein. Nr. 43. Telephon Nr. 362. Mittwoch, den 30. Mai 1917. Telephon Nr. 363. 29 Jahrg. Mit russisch-rumänischen Angriffen wird gerechnet. Im Westen mehrere Gräben genommen; sranz Angriffe abgewiesen. Große Verluste der Franzosen. Engländer und Franzosen zurückgeworsen. Die Tätigkeit der deutschen U-Vooie im Steigen. Ueber 13000 Italiener gefangen. 28. Mai, abends. Keine wesentlichen Amtliche deutfcbe Cagesbericbte. wtb Großes Hauptquartier, 26. Mat 1917. W est licher Kriegs sch auplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Die Kämpfe bei Loos endeten mit völligem Zurück- werfen deö Gegners aus unseren Gräben; Gefangene mit Maschinengewehre wurden einbehalten. — Das Ar- tilleriefeuer war wie in den Vortagen auf beiden Scarpe- ufern lebhaft. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Am Chemin des-Dames wurde südlich von Porgny mit geringen eigenen Verlust ein Angriff durchgeführt, der unsere Stellungen erheblich verbesserte. In kraftvollem Anlauf übercannten die aus Schlesiern, Mecklenburgern, Schlekwig-Holsteinern und Hanseaten stehenden Sturmtruppen den Gegner, machten 14 Offiziere, 530 Mann zu Gefangenen und erbeuteten 15 Maschinengewehre und viel Gerät. In den gewonnenen Linien wurde ein fcan- « er Gegenangriff glatt abgewiesen. — Im Westteil -ampagne brachen nach heftiger Artilleriewickung, die sich nachmittags zum Trommelfeuer steigerte, starke Angriffe gegen unsere Stellungen südlich und südöstlich von Nauroh in 4 Km. Breite vor. Im Nahkampf wurden die Franzosen geworfen, durch Gegenstoß die Einbruchstellen gesäubert. Nach dem Mißlingen des ersten An- sturmS setzte der Feind 2 weitere Angriffe ein, die gleichfalls scheiterten. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Nichts Neues. Dtutfcbe fliegcr über England. Nach erfolgreicher Streife bewarf eines unserer Luft- geschwader an der Südküste Englands Dover und Folke- ftone mit Bomben. — Auch über dem Festlande zeitigten Fernflüge gute Ergebnisse. In zahlreichen Luftkämpfen büßte der Feind gestern 20 Flugzeuge, ein weiteres durch Abwehrfeuer ein. Leutnant Allmenröder schoß seinen 19. und 20. Gegner ab. Oeftlicher Kriegsschauplatz: Zwischen Düna und Beresina sowie an der Bahn Zloczow—Tarnopol bis ins Karpathenvocland und im Grenzgebirge der Moldau war bei guter Sicht die Feuertätigkeit lebhafter als sonst. Mazedonische Front: Keine wesentlichen Ereignisse. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. * Bexlin, 26. Mai. 1. Durch die Tätigkeit unserer U-Boote sind auf den nördlichen Serkriegsschauplätzen weitere 70000 Bruttoregistertonnen versenkt worden. — Unter den versenkten Dampfern befand sich der bewaffnete englische Transportdampfen „Farüh". Unter den Ladungen der bereits versenkten Fahrzeuge befanden sich Kohlen, hauptsächlich Nahrungsmittel und Farbholz. 2. Am 25. Mai hat eines unl"-°r Unterseeboote im Atlantischen Ozean den 6300 To.nen großen eng« lischen Hilfskreuzer „Htlary" versenkt. 3. Die russische Seeflugzeugstation Lebara wurde am 24. Mai frühmorgens ausgiebig mit Bomben belegt. Die stark feuernden feindlichen Abwehrbatterien wurden durch Bombenabwurf zum Schweigen gebracht. Der Chef des Admicalstabes der Marine. O Berlin, 26. Mai, abends. Im Westen und Osten die Kampstätigkeit in den üblichen Grenzen. O % wtb. Großes Hauptquatier, 27. Mai 1917. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Krouprinz Rupprecht. Im Mytschaete-Bogen und auf beiden Ufern der Scarpe nahm die Feuertätigkeit wieder größeren Umfang an. Mehrfach wurden englische Erkundungsvorstöße abgewiesen. Südwestlich von Acheville und nö blich von Monchy wurden Bereitstellungen feindlicher Sturmtruppen unter Wickungsfeuer genommen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Vergeblich versuchten abends die Franzosen in vier- maligem Angriff uns die an den Stetnbrüchen südlich Pargnh genommenen Stellungen wieder zu entreißen. Auch ein nach Einbruch der Dunkelheit vorbrechendec fünfter Ansturm scheiterte verlustreich. —Ein Nachts bei Vauxaillon nach starkem Feuerübersall etnsetzender Vor- stoß blieb für den Feind ohne jeden Erfolg. In der Champagne war westlich der Suippes der Arttlleriekampf leb- Haft. Heeresgruppe Herzog Albrcht. Nichts Wesentliches. » Am 26. Mai sind 15 feindliche Flieger abgeschoffen worden. Leutnant Voß blieb über den 30. Gegner Sieger im Luftkampf. Auf dem Oeftlichen Kriegsschauplatz und an der Mazedonischen Front bei wechselnder Feuertätigkeit in einzelnen Abschnitten keine größeren Kampfhandlungen. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. i * Berlin, 27. Mai, abends. Im Artois und in der Champagne kleinere Jnfanteriekämpfe mit für uns günstigem Ausgange. » wb. Großes Hauptquartier, 28. Mai 1917. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Zwischen Ipern und Armentieres, bei Hulluch und beiderseits der Scarpe entwickelten sich bet guter Sicht heftige Artilleriekämpfe. Um Mitternacht wurden mehrere englische Kompagnien westlich von Wytschaete durch Gegenstoß zurückgeworsen. — Zwischen Cherisy und Bul- lccourt spielten sich auf beiden Ufern des Sensee-Baches bis in die Nacht hinein heftige Kämpfe ab. Ost wiederholte Angriffe der Engländer sind dort an der Zähig- keit unserer Truppen blutig gescheitert. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. In der Champagne nahmen württembergische und thüringische Regimenter und Teile eines Stucmbatail- lons in frischem Draufgehen mehrere französische Grabenlinien am Poehl-Berg und Keil-Berg südlich von Moron- villicrs. Wirksame Vorbereitung und zusammengefaßte Artilleriewirkung bahnten der Infanterie den Weg zum Erfolge, der gegen mehrere starke Gegenangriffe behauptet wurde. Der Feind -erlitt schwere Verluste. Ueber 250 Franzosen wurden gefangen, einige Maschinengewehre erbeutet. — Südöstlich von Nauroh säuberten Stoßtrupps ein aus den Kämpfen am 25. Mai in unserer Stellung bisher verbliebenes Franzosennest. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Nichts Neues. Unsere Flieger schossen 12 feindliche Flugzeuge und 2 Fesselballone ab. Auf dem Oeftlichen Kriegsschauplatz und an der Mazedonischen Front ist die Lage unverändert. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorsf. Berlin, Ereignisse. fileger- und Uvoot Erfolge. Berlin, 28. Mai. Am 25. Mai wurden an der flandrischen Küste 2 feindliche Flugzeuge zum Absturz gebracht. Am Morgen des 26. Mai trafen 3 unserer flandrischen Seekampsflugzeuge vor der französischen Küste auf ein Geschwader von französischen Flugbooten und schossen alle 4 in wenigen Minuten ab. Von deren Besatzung konnten 4 Offiziere und 2 Unteroffiziere geborgen werden; die übrigen Insassen sind ertrunken. Obwohl unsere bei der Bergung beschäftigten Torpedoboote durch feindliche Seestreitkcäfte gestört wurden, konnte ein französisches Flugboot unbeschädigt eingebcacht werden. Die übrigen 3 sind vollständig zerstört. Keines unserer Torpedoboote ist beschädigt worden. — Eines unserer U-Boote hat am 25. Mat in den Hoofden das englische Wasser« flugzeug 9060 abgeschoffen nnd 2 Insassen c'9 Gefan- gene eingebracht. Der Chef AdmiralstabeS der Marine. * Berlin, 28. Mai. Neue U«BootSerfolge im eng« lischen Kanal und in der Nordsee: 27000 Bruttoregister, tonnen. — Unter den versenkten Schiffen befanden sich u- a. der bewaffnete englische Dampfer „Highland Cocrie" (7582 Br.-R.-To.) Der Chef des Admiralstabs der Marine. wbt. Großes Hauptquartier, 29. Mai. 1917. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Im Wytschaete Bogen war gestern der Feuerkampf gesteigert. Auch am Kanal von La Baffee und in ein« zelnen Abschnitten beiderseits der Scarpe bekämpften die Artillerien sich lebhaft. — Erkundungsvorstöße der Engländer sind an mehreren Stellen gescheitert. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Tagsüber durchweg nur geringe Gefechtstätigkeit. — Nachts versuchten die Franzosen am Gehöft Hurtc. bise und bei der Mühle von Vauclerc Handstreiche, die dank der Wachsamkeit unserer Grabenbesatzung mißlangen. — Ein am Osth inge des Pöhl-BergeS in der Champagne vorbrechender französischer Angriff gegen unsere neuen Gräben wurde abgewiesen. Heeresgruppe Herzog Albrecht. kleine wesentlichen Ereignisse. Oeftlicher Kriegsschauplatz: In mehreren Abschnitten der Front hat in den letzten Tagen die Gefechtstätigkeit zugenommen. Mck russisch- rumänischen Angriffen wird gerechnet. Mazedonische Front: Im Cerna-Bogen lebte die Feuextätigkeit auf. Am westlichen Wardarufer schlugen bulgarische Vorposten mehrere englische Kompagnien zurück. Der Erste Genecalquartieimeistec: Ludendorff. Berlin, 29. Mai, abends. Bisher liegt Meldung über größere Kampfhandlungen vor. keine Dar Italienische Ergebnis dtr is. Wnrsscdiacht. Die Zahl der seit dem 23. Mai auf der Karsthoch, fläche eingebrachten italienischen Gefangenen ist auf 250 Offiziere und über 7000 Mann gestiegen. Insgesamt wurden seit Beginn der zehnten Jsonzoschlacht über 13000 unverwund.te Italiener an Gefangenen einge. bracht. Je / »>gland und der U-Bootkrleg. N"." Äfi? >' „Ta- Brot ist hart geworden wie ein Türklopfer. (Aus englischen Briefen ) Au- den Reden der englischen Staatsmänner und Politiker, auS den Stoßseufzern der Handelsherren und Reeder, aus den Berichten, Anfragen und An klagen der Zeitungen klingt täglich starker und stärker die bange Sorge vor der Zukunft des Inselreiches und die ohnmächtige Wut über die durch keinerlei Maß nahmen auch nur einzuschränkende Wirksamkeit der deutschen U-Boote heraus. Sie können uns mir in der festen Zuversicht bestärken, daß das Kampfmittel des U-Bootes England am Lebensnerv trifft und bec.'.s ^etzt, nach 3'/z Monaten U-Bootkrieg. tödlich getroffen Noch unmittelbarer und krasser enthüllen sich \t tatsächlichen Verhältnisse Im Leben und in der ebensmtttelversorgung Englands in den vielen Br'.e ^en, die uns teils an der Front, teils oetm U-Boor krieg ln die Hände fallen. In ihnen offenbart sich die schwere Not, unter der das Inselvolk, das Deutschland auSbungern wollte, jetzt selbst leidet, und die von Tag zu Lag unaufhaltsam wächst. Was auf Parlaments und FrühstllckSreden. was selbst in der Presse mit nachahmenswerter Selbstbeherrschung über das wie Feuer auf den Nägeln brennende Versorgung Problem trotz allem nicht gesagt wird und nicht gesagt werden darf, ln diesen zahllosen Briefen findet es seinen echtesten und wahrsten Ausdruck. In einem Schreiben aus Grtm-by vom 12. März heißt es: „Gestern und heule sind nur K Schiffe im Hafen gewesen; Gott weiß, wo sie alle geblieben sind. Heute gab es keine Kartoffeln auf dem Markte, alle Lebensmittel sind knapp.- In einem Briefe aus derselben Stadt vom 18. März heißt es: „Ihr erhaltet draußen nicht genug zu essen; es steht sehr danach au-, als ob e- uns bald ebenso ergehen wird. Alle Artikel steigen im Preise: wir haben große Mühe, Kartoffeln zu er * alten. Kate hatte überhaupt keine in der letzten Soche. George schrieb, zuweilen hätten sie nur je sechs Mann ein Brot. Hier wird daS Brot jetzt pfundweise verkauft, und zwar ist der amtlich festgesetzte Preis drei Pence das Pfund Lu kannst dir denken, daß eine Knappheit da ist, und wenige tage können einen großen Umschwung her. vorrufen. Sieh, was in Rußland in einer Woche vollbracht wurde!" In einem Brief vom 4. April heißt c* u. a.: „Gestern war ich an den Hafenanlagen. Hunderte von jungen und alten Frauen waren beim Ausladen der Schiffe tätig. Es gab nur wenig Männer, dieselben sind sehr knapp. Nur kleine Fischladungen waren anaekommen, und Karfreitag steht vor der Tür. Lin „Rekord" an Knappheit in Fischen Kartoffeln kann man für Geld und gute Worte nicht bekommen.- — Wandeworth-London (27. März): ..Hier geht es jeden Tag schlechter. Keine Kartoffeln, kein uckerk- — Hurknell, NottS. (30. März): „Tie Lage Irr ähuclt immer mehr einer Hungersnot." Klingron (im April): „Wir verhungern beinahe ' wird d aeschassen." Seit fünf W. Wochen haben wir keine Kartoffeln mehr gehabt. Niemals sah ich solche Zeiten, wie wir sie jetzt durchmachen. Zwei Laib Brot kosten einen Schilling, und wenn ich unfern Jim nicht hätte, wüßte ich nicht, was wir tun sollten." „L. ist mit seinem Truppenteil in Frankreich gewesen und hat alle Finger verloren," heißt es in einem anderen Schreiben, „es ist ein Jammer, und man gibt ihm auch nicht einen Penny Entschädigung." In einem anderen Brief aus «Simborne, TorfetS, vom 6. April heißt cS: „Die Neuigkeiten lauten sehr gut, nur werden weitere 800 000 Mann bis Juli gebraucht. Man nimmt die Munitionsarbeiter aus den Betrieben. Wenn dieser Krieg noch viel länger dauert, dann weiß ich nicht, was wir tun werden, denn unsere Nerven sind jeht schwach " Sin Brlefschrelber aus Klington berichtet am 11. März: „Meine Mutter war den ganzen Vormittag kort, bekam aber nur etwas Koks. Infolgedessen der suchte ich es, Kohlen zu erhalten. Ich mußte eine Stunde lang in strömendem Regen stehen und dann doch mit leeren Händen nach Hause gehen. Wenn der Krieg nicht bald beendet ist, werden wir wohl gezwungen sein, in eine Herberge zn ziehen " In einem Brief aus Tunderkane vom 13. März heißt es: „Mit den Lebensmitteln wird es jetzt furchtbar. Am KrtegSmehl kann man verzweifeln." Andere Tiefe kleine Auswahl von Briefftellen gibt ein anschauliches Bild davon, wie England heute im Zei> d r i'n des hochentwickelten uneingeschränkten U-Boot- kriegeS lebt Und die schlimmste Periode steht erst un- mirrelbar bevor England merkt letzt den Krieg. Tie Folgen der versäumten Borratswirtschaft und der jahr- , zehntelaugen Vernachlässigung der Landwirtschaft kön- , neu durch Einschränkungen. Rationierung und plötz- . lichen Mehranbau von Ackerfrüchten jetzt nicht mehr ' wengemacht werden in einem Lande, das au fast vier Fünfteln auf die Einfuhr von Nahrung-Mitteln ange j wiesen ist, wahrend wir und unsere Verbündeten im wesentlichen aus eigenen Füßen stehen. * * * Berlin, 25. Mat. Nelle U-Booeserfolge m At „tischen Ozean, im englischen Kanal »»nd in ?e? Nordsee: 19200 Bruttoregister ton neu Unter den versenkten Schissen befanden slch u a : ein Dampfer mit Kohlenladung von Eilgland. ein Seg ler mit Eisenladung und ein Segler mit Kakaobutter nach Frankreich Ter Ehef des Admiralstabes der Marine. Sie „hämmern" vergebens. Tie deutsche Front ist nicht zu „zermürben". Da die große Toppelossensive unserer Feinde ihre weitgesteckten Ziele — Durchbruch und Aufrollen un- serer Front — nicht erreicht hat. lautet jetzt dle englisch-französische Presseparole: Abnützung. Unter ungeheurem Einsatz von Menschen und Munition werden daher von beiden Gegnern immer neue 'Angriffe gegen unsere Stellungen unternommen, die jedoch des zeitlichen und räumlichen Zusammenhangs untereinander entbehren ltnd daher von vornherein dazu verurteilt sind, den Angreifer mehr zu zermürben. als den Verteidiger, aber an der Gesamtlage nichts zu ändern. Unsere Zermürbung soll angeblich schon Ende 1011 begonnen haben. Aber wenn wir daraufhin einmal unsere Feinde betrachten, so finden wir voll einem ZermürblingSzustand mehr bei ihnen, als bei uns. Man gedenke nur der Vernichtung der Serben. Montenegriner, Rumänen, der Zersetzung des russischen Heeres und des ganzen russischen Staates, die als Folgen unserer Siege angesehen werden müssen. Schon hat der Zermürbungskrieg die Franzoseil dahin geführt; daß sie ihre Front dauernd verkürzeil »Md den Schutz ihres Landes mehr und mehr den Engländern überlassen müssen. Auch diese werden noch einmal ähnliche Erfahrungen niit dem Abnutzungskriege machen. Tie Gedenktagsschlacht am Isonzo hat grauenhafte Formen angenommen. An dem Tage, da Italien vor zwei Jahren den Krieg begann, suchte inan einen Sieg zur Aufmunterung der Massen zu erzwingen. Tie Demonstrationen waren eingeleitet, zeigten aber keinen Schneid und keine Erfolge, die Massen blieben zu Hause. Darauf ließen sich die Drahtzieher in Rom von Cadorna einen „Sieg" te- egraphieren Es handelte sich um die Räumung der Famiano-Stellung durch die Oesterreicher Das zog. 'dein zwar war dieser „Sieg", nur ein örtlicher Erfolg. erzielt in Ueberrumpelung mit furchtbaren Opfern, der den römischen Drahtziehern genügte er vollauf; üe machten sich schnell für die Kundgebungen einen Sieg fertig und sandten ihn aus die Straßen. Ganz Rom. ganz Mailand waren schnell von einer großen Menge belebt die sich, nach ss langer Enttäuschu^ auch so herzlich freute. Run mußten die Drahtzie ader diese Ankündigungen auch wahr machen. Dazu durfte es fabelhafter Anstrengungen, und um der willen entbrannte dann unmittelbar vor Pfingsten t Schlacht am Isonzo noch einmal, zu fabelhafter Stär •iWit welchem Verlauf, das sagt uns der GeneralstadSbe. richt. Die Steuerschraube in England. Trotz satzelhafttr Steuer« „schlechte -i«M»-lage-. Auf allerlei Klagen im englischen Unterhause antwortete der englische Schatz- und Schuldendewahrer Bonar Law. man müsse sich, wenn England sich in einer schlechten Finanzlage befinde, damit trvsten. daß die Finanzlage Deutschland - noch viel schlimmer sei. Wenn der Krieg noch lange fortdauere, wa- teichk der Fall sein könne, so würde Enaland nur durch Zwangsmaßnahmen imstande sein, da- für die Fortsetzung de- Krieges notwendige Geld aufzu- treiben. Er würde nicht zögern, notwendigen Falles zum Zwang überzugehen. Vas die Klage der Reeder betreffe, so könne er sich damit rechtfertigen, daß er selbst Anteile an 14 Schiffen besitze und letzte- Jahr davon eine durchschnittliche Tividcudt von 47 Groz nach Abzug der KrtegSgewinnsteuer erhalten habe. Die Reeder seien ganz gerecht behandelt worden Tatze, wird alle- knapp. Japanische Erbsen wurden, nach .Hüll Daily Mail' vom 1. Mai. in der Londoner Produktenbörse mir 82 Pfund Sterling für die Tonne notiert. Vor einem Jahre kosteten sie 18 Pfund Sterling ..Imperialist-, London, vom 28. April schreibt: Während fast in allen Staaten Australien- eine gute Ernte eingebracht wurde, ist die Ernte von Reuse tt 1 and ein vollständiger Fehlschlag mit Bezug auf Wei- zen und Hafer, welche durch Hitze und Dürre ruiniert wurden. Tie Anbaufläche sür Winterwenen in Kanada wird, wie „Birmingham Daily Post" vom 9. Dtai meldet, aus 899000 Acre- geschätzt, d t. 18 Peozeit »ocniger als im Vorjahre. Aach Frankreich. Das guhrunternehmersyndikat tn Pari- stößt einen Rotschrei au-. ES fehlt an Hafer für die Pferde. Das Syndikat hat 3000 Pferde, der Pferdedestand ln Paris beläuft sich aus 30 000. die zum Hunaertode verurteilt sind, da aller Hafer beschlagnahmt ist. Er ist so knapp, daß er mit 32 Franken für 100 Kilo- gramm bezahlt wird. Tie da draußen lache«. Japan hat von seiner Kriegsschuld, die zu Be- ginn des Krieges 142 Millionen Pfund Sterling nahezu drei Milliarden Mark betrug, bisher 930 Millionen Mark getilgt und außerdem Y« Milliarde an Rußland verliehen. Norwegens Reeder sind zufrieden. Die A. G Klosters Rederi vertellt bei ihrer Auflösung 9000 Kro. nen auf jede Aktie von nominell 50Ö Kronen, also 180 0 Prozent! Allgemeine Kriegsnachrichten. Tie englischen Halbwilde«. Die Nachkommen der nach Australien deportierten englischen Verbrecher, sodann die Abenteurer, die sich ln Kanada zusammengefunden haben, scheinen Ihren wahren Charakter mehr und mehr zu zeigen. ES wird gemeldet, daß besonders austrattsche und kano. bische Truppen erbarmungslos deutsche Gefangene nie- vermachen. Don Seiten der englischen Oberleitung wird hiergegen nicht nur nicht eingeschritten, sondern durch hiergegen nicht nur nicht eingeschritten, sondern dies Unmenschlichkeit durch entsprechende Propaganda noch gefördert. Besonders wird die maßlose Rachsucht der Offiziere hervorgehoben, die die Behandlung der Ge fangenen vollkommen der Willkür ihrer Mannschaft überlassen. Bezeichnend für die Ansicht der EngÄn- Den Engländern entgegen! Eerrch die Etcinwitstt. Bon Paul Schweder, Katserl. OSman. Kriegsberichterstatter. Für uns verbot sich dagegen die Benutzung dieser Heerstraße wegen der Gefahr, von der englischen Flotte belästigt zu werden, und das Meer selbst war diesmal den Türken ebenso wie uns verschlossen Es blieb also nur die Möglichkeit. mitten durch die Wüste einen Weg zu suchen. Bon Hebron bis zum Kanal sind etwa 300 Kilometer reit,es Wüstengebiet zu durchqueren. Völliges Wüstengebiet, das heißt ein Land von der Größe Preußens, ohne Baum, ohne Strauch, ohne sicht bare Wege, ohne Städte und Dörfer, nahezu ohne Wasser, ohne irgendwelche Nahrungsmittelauellen. Und es mußte durchquert werden, abwechselnd in glühender Sonnenhitze oder empfindlicher Nachtkühle, bet häufig und wolkenbruchartig strömendem Regen während der winterlichen Expeditionen und in dörrender Hitze wäh. rend der regenlosen Periode Dazu wilde Sandstürme, Heusckreckenuberfälle. Mangel an allen und jeden Ma- tertalten. vor allem auch karthvgraphischen Hilfe Mitteln. Alle Voraussetzungen in dieser Beziehung wurden durch die harten Tatsachen über den Haufen geworfen. ES war vor allem so ganz anders, als wir es in un serer Schulweisheit uns haben träumen lassen. Selbst die hart am Rande der Wüste ausgewachsenen und ständig in unmittelbarer Berührung mit ihren Be wohnern. den Beduinen, lebenden Eingeborenen waren nicht recht unterrichtet Es dlied daher gar nichts anderes übrig, als zunächst mit einer Anzahl gut ansgewählter Leute, darunter einiger Landeskundiger, eine kleine Expedition zu unternehmen, die nahezu durch die ganze Sinaihaldinsel ging Was hierbei Von einigen besonders kühnen und abenteuerlustigen Deutschen und besonders auch einem Oefterreicher geleistet worden ist. könnte die Phantasie eine- Kari -May für einige Bände neuer schöner Heldengeschichten begeistern, und er hätte es dabei nicht einmal nötig. ftUs eigener Erfindung zu gestalten. Denn wir wissen. daß die Engländer durch einige dieser Heldentaten arge Verluste erlitten haben, und daß dies nur möglich war. indem jene Männer ihr Leben wiederholt aufs Spiel setzten. Tie Fahrten und Abenteuer unseres Mücke und anderer in allen Ehren, aber diese Kund- schafter haben auch nicht zu wenig für unsere gute Sache getan, und e- ist ewig schade, daß wir vor Beendigung diese- Weltkrieges nicht- von ihnen er- zählen dürfen, die für da- Vaterland im Schatten kämpfen und sterben mußten. Was die Uederlebenden ader heimbrachten. hat dann der ersten großen Expedition wertvolle Finger, zeige gegeben. Ma» darf nicht vergessen, daß auch diese Kerne Borexpedliion schon in Feindesland zu arbeiten gezwungen war. daß die Bewohner, die Beduinen. England untertan und daher nur schwer sür un- zu gewinnen waren, ja sogar manchmal Verrat übten, und daß der Aufruf zum .Heiligen Krleae" uurer diesen Anhängern Mohammed- fast kein Gehör fand da sie meist religiös indifferent Und. wie ja denn überhaupt die Idee, den „Dschihad" al- Mittel zum Zweck zu benutzen, fick in diesem Wcltkrieac nickt recht bewährt oder doch wenigsten- nicht als sehr er- folgreich erwiesen hat. Solange er nur im Bereich der Möglichkeit lag und als Schreckgespenst diente, war er unseren Gegnern gefährlich. Heute wissen sie. daß die Stnaideduinen nicht wesentlich von der Bewegung mitgerissen worden sind. Es mußten daher diese Elemente durch andere Mittel gewonnen werden, diese Nomaden, die in unserer romantischen Vorstellung, noch genährt durch un- richtige Reiseschilberungen oder gar durch Märchen, crzählungen von der Art Karl May'scher Schriften alle- samt GlaubenShelden und brave, tapfere Seelen sein tollten Wir haben demgegenüber leider zum Teil sehr traurige Erfahrungen mit ihnen gemacht, was aber nicht hindert, es auszusprechen, däß auch gute und sehr brauchbare Elemente unter ihnen angetroffen wurden. die unseren Aufklärungsabteilungen wertvolle Dienste leisteten Aber das englische Golbpfund hatte eine zu große Zauberkraft für diese armen Küsten söhne, und dazu kam noch, daß sie als Soldaten überhaupt nicht zu gebrauchen waren, und als Kundschafter auch nur mit Vorsicht, da sie für Zahle, überhaupt kein Maß und über Zeit. Raum und D4nge sehr seltsame Ansichten haben. Glänzend dagegen sind die Sinnesorgane der Br duinen entwickelt, vornehmlich ihre Augen, und bei den Märschen durch die Wüste leisteten sie un- damit vortreffliche Dienste. — In ihrer absoluten «boe- schlossenbeit von der Außenwelt haben sich die Beduinen ihre eigene Religion, ihre eigene Moral un*. überhaupt viele eigene und noch mehr eigenartige Ansichten von Welt und Leben gebildet, die. man eät nach monate-, oft erst nach jahrelangem Verkehr mit ihnen verstehen lernt. Unsere ForschunaSreisenden Nnt vielfach ganz offensichtlich sehr oberflächlich tn ihren Studien auf diesem Gebiete gewesen Es genügt kei- ne-falls. die Wüste ein paarmal zu durchqueren, wo möglich gar im Rahmen einer Eook-Reife. um hinter den Geist und die Auffassung der braunen Wüstensöhne zu kommen, und mancher unserer deutschen Feld- grauen hier unten weiß mehr von ihnen, als dicke Bücher der Gelehrsamkeit zu erzählen wissen. ES 'st damit wie mit dem Orient überhaupt. Alte Landeskenner, die ein ganzes Leben in der Türkei zugebracht haben, gestehen offen ein, daß die Seele de- Orientalen sich dem Giaur Überhaupt niemals ganz entschleiert. Aber schnell begeisterte deutsche Pro- fessoren. die in ihrem Leben ein einzige- Mal mit der Bagdadbahn bis etwa an den Taurus gekommen sind, vielschreibende und noch mehr redende Blaustrümpfe, die in den französisch frisierten Heimen der oberen Fünfhundert StambulS oder tm Pera Palace-Horel die Geheimnisse der Muhammedanerseele, ihre wlrtschasd« lichen und politischen Absichten bei Tee und Kucken zu ergründen suchen, die sogenannten AuSlandSkor- respondenten gewisser Berliner Blätter, die mit Po temkinschen Expeditionen daS Land zwischen Bosporus und Suez einmal durchrast haben, sie wissen alles und erzählen denen daheim Wunderdinge, wahrend der hart ringende und kämpfende Feldgraue hier unten auch den letzten Dingen nachgehk und mit Schrecken sieht, was für falsche Vorstellungen emporwuchern, die früher oder später zu unserem Schaden auSschlagen atiffgt. das Leben von Kriegsgefangenen völlig der r des Bezwingers preisgegeoen ist, ist das Ber- eines Engländers, der am 8. Mai an derArraS- gefangen wurde. Er bat darum, daß seine Bries- / seinem Bruder und sein Geld dem Roten Kreuz xwiesen werden möchten. Nur sein Taschentuch llte er behalten, um sich damit die Augen bei der cvo^tehenden Erschießung verbinden zu können. Was für Greuelge schichten mögen dem armen Teufel von der Gesangenenoehandlung der Deutschen erzählt worden sein. Auch bei der Vernehmung der flacht gefangenen Engländer kennzeichnendes Licht auf die englische Aus- im t assung von Gefanaenenbehandluna. Die Gefangenen egten bet der Durchsuchung bereitwilligst Uhr und Geld av. Sie betrachten es als selbstverständlich, daß ihnen betrachten eS'als" selbstverständlich, daß Privateigentum abgenommen wird, da ja auch sie jederzeit den Gefangenen alle Wertgegenstände abneh men. Die chinesischen Kulis in England. tz Am 23. April fand in der mittelenglischen Jndu- ^ striestadt Birmingham eine große Explosion in einer Munitionsfabrik statt. In dieser Fabrik hatten einige Wochen vorder eine Anzahl Belgier die Arbeit nie- Wochen vorher eine Anzahl Belg dergelegt, woraus sie zur Strafe an die Front geschickt wurden. Statt ihrer wurden etwa 100 Chinesen eingestellt. Die Engländer aber wollten mit den Chine- . 4 . sen nicht Zusammenarbeiten, und so waren fortgesetzt Schlägereien an der Tagesordnung. Am 23. April enttianden, nachdem die Chinesen, die Arbeitsstätte verlassen hatten, kurz hintereinander 10 Explosionen. Dann brach ein gewaltiges Feuer aus, bei dem 7 Frauen und IIMänner verunglückten und die angrenzenden Schuppen in Mitleidenschaft gezogen wurden. Bei den Lösch- . die 3 Tage dauerten, kamen 5 Feuerwehrleute Da man den Chinesen schuld gab, die •l". arbeiten umS Leben. Explosion aus Wut Liier ihre schlechte Behandlung durch die Engländer verursacht zu haben, wurde sofort nach AuSbruch des FeuerS aus die Chinesen Jagd gemacht, und die Polizei hatte die größte Mühe, sie vor den Mißhandlungen deS Volkes zu schützen. Uncle Sam abgesperrt? Ter Londoner „Daily Telegraph" meldet: Seit dem 1. April ist kein amerikanisches Munttionsschiff mehr in englischen Häsen eingelaufen. England übernahm einen großen Teil der MunttionserzelMng für Italien wegen des großen dort herrschenden Mangels an Kohlen. Lloyd George macht in Optimismus. Im englischen Unterhause hat am Freitag Lloyd George, der Premierminister, behauptet, England habe große Fortschritte in der U - B o o t - Bekämpfung gemacht; das zeige sich in der „beträchtlichen Verringerung der Verluste". Und in der französischen Kammer sagte der Admiral Lacaze, offenbar in Verbindung mit England: „Unsere Feinde haben behauptet, daß sie England und Frankreich zwingen würden, sich auf Gnade und Ungnade zu ergeben. Ich habe erklärt und wiederhole es, daß die Unterseebootgefahr uns nicht zwingen wird!" * Abwarten! Ter Riß im russischen Heere kommt durch eine Meldung aus Petersburg deutlich ans Licht. Ter Offizierkongreß hat mit 265 gegen v 246 Stimmen eine Entschließung angenommen, in der . alle russischen Offiziere aufgesordert werden, den revolutionären Soldaten und Arbeitern die Bruderhand zu reichen, um einmütig die durch die Revolution ^errungene Freiheit zu befestigen. Gleichzeitig ersucht ^der Kongreß, die provisorische Regierung zu unterstützen. Fast die Hälfte des Offizierkongresses will also von der provisorischen Regierung nichts wissen. Friedensstimmung herrscht unter den Offizieren indessen auch nicht: denn nach derselben Depesche stimmte der Kongreß mit Begeisterung einem Tagesbefehl Kerenskis zu, der die Offensive des Heeres fordert. Rußlands Soldatenrechte. Der neue russische Kriegsminister Kerenski hat einen Tagesbefehl erlassen, der die Inkraftsetzung der Soldatenrechte verkündet. Der Tagesbefehl umfaßt 18 Paragraphen, deren wichtigste betreffen: Freiheit der Soldaten, sich an jeder beliebigen Verein i^ung zu beteiligen, Gewissensfreiheit und Freiheit der- politischen Ansichten; Ermächtigung, außerhalb des Dienstes bürgerliche Kleidung zu tragen. Paragraph 12 schafft den pflichtmäßigen militärischen Gruß ab und macht ihn zum freiwilligen. Paragraph 14 ^ setzt fest, daß keine Militärperson ohne Urteil einer Strafe unterworfen werden kann; jedoch haben während kriegerischer Unternehmungen die Führer das Recht, alle Strafmaßnahmen — gegebenenfalls mit Anwendung von Waffengewalt — gegen Untergebene zu ergreifen, die ihre Befehle nicht aussühren. Englische Teuerung. Zufolge einem Londoner Telegramm wurde im Unterhaus mitgeteilt, daß die Preissteigerung der Lebensmittel 98 Prozent betrage; Zucker sei um 172 Prozent gestiegen. Schuld sei neben dem Mangel auch der Wucher. •if T«as Lügenthema der chemischen Leichenverwertung im neutralen Licht. Tie schwedische Zeitung „Vidi" in Göteborg vom 16. Mai schreibt unter dem Titel „Kannibalen" zu einem Artikel der „Daily Mail", in dem das Lügen- thema der chemischen Leichenverwertung durch die Deutschen behandelt wird, wörtlich: „Ten Höhepunkt der Roheit in dieser totalen Bankerotterklärung der englischen Verdünnst bezeichnet ein Artikel in der „Daily Mail", in dem gefragt wird, ob der Wunsch Kaiser Wilhelms, den Leichnam des Fliegerprinzen Heinrich Karl nach Deutschland zurückzubekommen, daraus beruht, daß er aus ihm alle die in ihm enthaltenen Essenzen für den eMusiven Gebrauch seiner Schweine in Potsdam extrahieren lassen will"." Dem Urteil des schwedischen Blattes ist nichts hlnLuzufügen. -- LlID? M * # ' * ! » " Im Englischen Unterhause brachte Abg. Tr Lynch einen Amcag auf Abschaffung der Monarchie ein, „weil dynastische Einflüsse eine der Kriegs Ursachen sind"' u England gibt Pässe nur an solche heimstreben den Russen, die als VterverbandSfreunde bekannt sind. : Ter neue russische Kriegsminister Kerenski hat angeordnet, daß jedem Soldaten die Möglichkeit geschaffen werden soll, in 4 Monaten Offizier zu werden!! : Das Verfahren gegen die Zarin wegen Landesverrats soll in „lebensgefährlicher" Form wieder ausgenommen werden. * Weitere 70 000 Tonnen. 1. Durch die Tätigkeit unserer U-Boote sind auf den nördlichen Seekriegsschauplätzen wettere 70 000 Bruttoregistertonnen vernichtet worden. Unter den versenkten Dampfern befand sich der bewaffnete englische Transportdampfer „Farley". Unter den Ladungen der übrigen versenkten Fahrzeuge befanden sich Kohlen, hauptsächlich Lebensmittel und Farbholz. 2. Am 26. Mat hat eines unserer Unterseeboote im Atlantischen Ozean den 6300 Tonnen großen englischen Hilfskreuzer „Hilary" versenkt. 3. Tie russische Seeflugstation Lebara wurde am 24. Mai frühmorgens ausgiebig mit Bomben belegt, die stark feuernden feindlichen Abwehrbatterien wurden durch Bombenabwurf zum Schweigen gebracht. Ter Chef des Admiralstabes der Marine. Entlastungs-Offensive in Mazedonien? Sofia. 26. Mai. Bulgarischer Heeresbericht vom 26. Mai. Mazedonische Front: An der unteren Struma und im Abschnitt zwischen dem Butkovo- und Tahinos- see heftiges Artlllerieseuer, das gegen Abend im nördlichen Teile der Ebene von Serres große Gewalt an- nahin. Gegen 9 Uhr abends versuchten starke feindliche Erkunoungsabteilungen südlich von Erneköj vorzugehen. wurden aber von unseren Vorposten vertrieben Auf der übrigen Front das gewöhnliche Artilleriefeuer. daS nur nördlich von Bitolia und im Cernabogen zeitweise größere Stärke annahm. Feindliche Erkuudungsabteilungen versuchten nördlich von Bitolia und in der Gegend von Moglena vorzudringen. wurden aber durch unser Feuer vertrieben. Bei Serres schoß unsere Artillerie ein feindliches Flugzeug ab, das hinter den feindlichen Linien niederfiel. Rumänische Front: Bei Jsaccea und Tulcea vereinzeltes Geschützfeuer, östlich von Mamudia Gewehrseiter. Politische Rundschau. :: Kein «nbluden bei strengem Arrest. Wie mitgeteilt ivird, hat der Kaiser beim Bortrage bestimmt, daß die Vollstreckung des strengen Arrestes durch Anbinden in Fort- >all kommt. :: Ter neue päpstliche Nuntius. Der neue päpstliche Nuntius. Monsignore Tr. Pacelli, ist in München eingetroffen. Er stattete dem Staatsminister Tr. Grafen v. Hertling einen Besuch ab und wird am Dienstag vom König von Bayern in Antrittsaudienz zwecks llebergabe eines Handschreibens empfangen werden. * * * Portugal Tie euglandfreundlichr Regierung siegte. ; Die Hungerkrawalle sind erfolgreich niederg.'worfen, t»ie Regierung hat mit ihren englischen Maschineng Wehren sie Armen „gesättigt". Nach der Erörterung der Krawalle nahm die Kammer gehorsam mit 66 gegen 18 Stimmen eine Tagesordnung an, die der Regierung da- „Vertrauen" auSspricht. Die Ruhe ist in Lissabon wiederher- aestellt. Das Volk hungert und schweigt. Ans aller Welt. ** Ein schweres Explosionsunglück hat sich in Bo- lovec (Böhmen) ereignet. Es brach in den dortigen Munitionswerkstätten ein Brand aus, der zur Explosion mehrerer Objekte dieser Anlage führte. Eine bedeutende Anzahl der in den Werkstätten beschäftigten Personen wurde getötet oder verletzt. Tie Zahl der geborgenen Leichen beträgt 13; es ist jedoch zu fürchten. daß noch etwa 50 Tote unter den Trümmern der zerstörten Arbeitsräume liegen. A Segen die Fencrtzgefahr, die sich bei der Trockenheit dieses Monare als besonders gefährlich erwiesen hat. ind stellenweise scharfe Bestimmungen getroffen worden. Vor allem geht dar Rauchen an. So hat da- Generallom- mando Altona, dessen Bezirk in den letzten Tagen überall ron den vielen und zum Teil verhängnisvollen Moorbränden heimgesucht wurde, u. a. angeordnet: „Dar Rauchen in Forsten, Wäldern. Heiden und Mooren einschließlich aller hindurchführenden öffentlichen und nichtöffentlichen Wege, owie außerhalb der Wald-, Heide- und Moorgrenzen in .'inem Abstand von dreißig Metern wird für die Zeit bis 31. Oktober verboten". — Daneben trifft dieselbe Stelle dann scharfe Maßregeln gegen dte „Wandervögel". Diesen schreibt sie vor: „Verboten ist weiter für dieselbe Zeit das Anlegen eines Feuerherdes, wie es namentlich Touristen, Wandervögel u. a. zu tun pflegen, in Forsten, Wäldern, Helden und Mooren, einschließlich aller hiiidurchführendm öffentlichen und nichtöffentlichen Wege, sowie außerhalb der Wald-, Heide- und Moorgrenzen in einem Abstande von hundert Metern. — Verboten ist schließlich die Aufnahme von Wandervögeln und Touristen zum Zwecke des lieber nächtens in Scheunen, Diemen, Ställen, Bodenräumen oder ähnlichen Gelassen, die zur Lagerung von Warenvorräten oder von landwirtschaftlichen Erzeugnissen bestimmt sind." A Breuuesselu. Biehsutter oder Gefpinsthafer?! Da wohnen wieder einmal zwei Seelen in der Brust des braven Deutschen. Von vielen Seiten ist erneut darauf hingewiesen worden^ daß die Nessel ein vor- 5 - ; : ». m ne los sein möchten, das Brüllen und Grunzen "des Viehes nach Futter manchem sehr unerträglich, wie ein bißchen Mahnung an sonst nie versäumte Pflicht, so gewinnt die Biehyalterseele im Landwirt vielfach die Oberhand. Aber die Gespinsthaferproduzentenseele meldet sich bei dieser Berfütterung schnell zum Worte. Sie macht zügliches Gemüse ist und rn jungem Zustande auch als Viehfutter dienen kann. DaS stimmt, und da die Nesselbesitzer ganz sicher dieses böse Zeug gerne los als Faserpflanze beeinträchtigt werden würde. Zugleich verkündet sie: „Es gibt eine große Anzahl wildwachsender Pflanzen, die in gleicher Weise als Gemüse verwertet werden können, wie z. B: Schafgarbe, Walderdbeeren. Brombeertriebe usw. Die Brennesselfasern brauchen wir dringend für unsere Kriegswirtschaft." Das stimmt alles, wird aber wenig Eindruck machen, wenn das Vieh nach Futter schreit? — Wichtiger wäre es schon, wenn die Nesselernte gründlicher organisiert würde. Wenn z. B. die Schüler die Sache in die Hand nähmen, könnte da viel geschehen. Mancher Landwirt, der die Abernte dieses Unkrauts um Geld zu läppisch findet, würde gerne bereit sein, sich dieser Landplage ohne Entschädigungen zu entledigen, wenn ie ihm von Schulkindern weggeholt würde. A Sammelt deutschen Tee. Unsere Vorräte an ausländischem Bohnenkaffee und Tee sind so gut wie völlig ausgebraucht. Ein warmes, bekömmliches, dazu schmackhaftes Getränk gehört aber zu den notwendigsten menschlichen Bedürfnissen. Da bietet sich, nun in den gegenwärtigen Frühlingswochen eine Fülle von Pflanzen uns dar, deren zarte Frühlingsblätter im getrockneten Zustand als einwandfreier Ersatz für den ausländischer Tee verwandt werden können. Gesammelt werden müßten in den nächsten Wochen: die innen Blätter der Brombeere, Erdbeere und Himbeere, es Schwarzdorns (Schlehenstrauch )und deS Weißdorns (nicht dte Blüten), der Heioel- und Pretßelbeere, des Weidenröschens, der wilden Rose (Heckenrose), des Wal- nußbaumeS, der schwarzen Johannisbeere, der Kirsche, der Ulme und der Eberesche. Jedermann ist in der Lage, auf einem einzigen Frühlingsspaziergang den für den Jahresbedarf einer Familie erforderlichen deutschen Tee zusammenzubringen und so die Ausgabe für den in Handel gebrachten deutschen Tee, für den bereits im vorigen Winter Preise von weit über 2 Mk. für das Pfund gefordert wurden, zu sparen. Beim Sammeln dürfen nur Blätter (nicht ganze Triebe) gepflückt werden. Holzige Teile unter dem Tee beeinträchtigen den Geschmack sehr. Die einzelnen Arten müssen zunächst getrennt gehalten werden, doch kann man ruhig Brombeer-, Erdbeer- und Himbeerblätter, Schwarzdorn-, Weißdorn- und Heckenrosenblätter, Het- delbeer- und Preißelbeerblätter zusammenbringen. DaS gesamte Material muß daheim in einem luftigen, trok- kenen Raum, der nicht direkt den ganzen Tag von der Sonne bestrahlt wird, aus sauberer Unterlage in dünner Schicht ausgebreitet werden. Unbedingt notwendig ist ein häufiges Umwenden des Materials. Wer über eine Darre verfügt, kann das Material auch künstlich trocknen. Jedoch muß die Anwendung von zu starker Hitze vermieden werden (höchstens 50 Grad). Scherz und Ernst. tl Tie Mückcupla^e ist ln diesem Jahre gegen früher aus einen ganz anderen Boden gestellt. An der Ostsee z. B. war in den letzten Jahren die Mückenplage derart, daß eS unmöglich war, sich in der Nähe stehender Gewässer, die sich bekanntlich ganz besonders für dte Fortsetzung der Stechmücke eignen, an der Küste aufzuhalten. Infolge des strengen Winters sind nun viele Stechmücken erfroren, sodaß die Befreiung von der Stechmückenplage als eine Wohltat empfunden wird. So hat der strenge Winter auch anderswo die Menschheit von diesen unerträglichen Plagegeistern befreit. Leider aber nicht überall. Der strenge Winter mit seinem starken Schnee brachte in der Zeit der Schueeschmelze für die Flußniederungen Hochwasser, das infolge seiner Stärke an allen Ecken und Enden Tümpel entstehen ließ. Diese haben sich als schlimmste Brutstätten für die lästigen Mücken erwiesen und einzelnen Gegenden eine allerschlimmste Mückenplage gebracht. — Mittel dagegen gibts leider nicht. Geduld ist da die einzige Abwehrmöglichkeit. 1 I ! s is) K| tf. Für Blnmenpächtcr hat ein Leser folgende Ratschläge auf Lager: Gepulverte Kohle, wenn sie oben aus die Erde der Töpfe gedeckt wird, dient dazu, die rote Farbe der Blume schöner und lebhafter zu machen, namentlich bei bei Rosen, Petunien usw. Die Anwendung dieses Hülfsmittels schadet nicht» und kostet auch nichts. Da wird vielleicht mancher die Anwendung versuchen. Es würde sich dabei um die Auslaugung der Kohle handeln. tf Tie Bauern und die „Torf-Intelligenz". Die russische Revolution zeitigt seltsame Erscheinungen. Einem Artikel in den „Rußkija Wjedomosti" von A. Petrischtschew, einem gründlichen Kenner der Agrarfrage, entnehmen wir folgende Feststellungen: Das Tambowsche Verpflegungskomitee ist ernstlich beunruhigt über die traurige Tatsache des Mißtrauens der Landbevölkerung gegen?ie „Dorfintelligenz": die Lehrer, Agronomen, Postbeamten. Die Bauern erblicken in ihnen Anhänger des alten Regimes, da sie ja noch von der alten Negierung ernannt seien. An einigen Plätzen zeigt sich auch eine feindliche Haltung den Kooperativen gegenüber, die auch eine Einrichtun^des alten Rußlands seien. Die Gemeindeversammlungen haben sogar in einigen Fällen die Verwaltungen der Kooperative, abgesetzt. — Die neue Regierung setzte im Gegensatz dazu auf die Unterstützung der Lehrer, ganz besonders aber auch der Kooperative, große Hoffnungen. tf Rübenpslänzchen als Spinat. Als Ergänzung unsere Ernährung eignen sich vorzüglich die verzo Rübenpslänzchen, welche hauptsächlich als Spinat b Werden können. In allernächster Zeit wird mit dem ziehen der Rüben begonnen werden, und es muß guj. Fall verhindert werden, daß die überzähligen Pflä. _____ wie in früherer Zeit achtlos fortgeworfen werden. Durch das Sammeln derselben dürfte eine ungeheure Menge Spinat-Ersatz gewonnen werden, welcher gerade jetzt, zur Zeit des Frühgemüses wegen seiner Billigkeit äußerj/t erwünscht ist. Die Abnehmer werden gern bereit sein! für Verpackung, Anfuhr zur Bahn oder sonstige Unkosten eine kleine Vergütung zu gewähren. Jedenfalls ist äußerste Eile nötig, da die Pflänzchen sofort nach dem Verziehen der menschlichen Nahrung zugeführt werden müssen. Humoristisches. Ter Milverungsgrund. Richter: Sie sind asio geständig, aus dem Keller des Wirtes fünf Flaschen Wein entwendet zu haben? Können sie einen MilderungS- aru.id engeben? — Ang? ragler: Ja. Justiz, de I Wien war so sur, dat he nit to supen weer. Aus der Jnstruktionsstuirde. Unteroffizier: WaS ist Rapport, Meyer? — Meyer: Rapport ist, wenn s-oenfol,', was ich gesehen Hab', und )ec Herr -ul schreit: So ein saudummes Rindvieh hätt' ej tag noch nicht gesehen. '***■ /CiiiiSiniitiii»/ H\n Stadl und Land. Pstrrgkerr. Die trauten Pfinzsttoge ffnd vorüber- aus dem Zauber des Festtags tritt der Mansch wieder in daS Wirken deS Alltags,- aus hehrster Poesie ruft ihn die Prosa deS Lebens. Noch klingt in den Lüften der Glocken Jubel und der Lrgel festliche Hymnen hal. len noch in der Seele wieder. Goldsonniger Maien zauber umhüllt die Welt. Saftgrün spcießt's im Garten und Feld. Die Saaten stehen in üppiger Pracht und die schwellenden Jruchtböden verheißen eine reiche Ernte. Wer htnauSzog, um die Schönheiten der Natur zu ge« nießen, wer den Blick über die wogenden Fluren schwel- fen ließ und sich erquickte an der alten, lt^bgewocdenen Sldnung, dessen Innerstes wurde freudig oewegt von all dem Herrlichen, das uns umgibt. Die Zufriedenheit zog ins Herz, der Stolz auf das, was unsere Braven im heißen Kampfgewühl uns gerettet Und darum wol len wir nicht kleinlich nörgeln, sondern uns dessen freuen, wa- uns in dieser schweren Zeit noch beschiedcn ist — Die Eisenbahn wurde nach nah und fern am Pfingft. feste stark in Anspruch genommen und die Mahnung, im vaterländischen Interesse die Reisen auf das notwendigste Maß zu beschränken, ist vtelzu wenig befolgt worden. Egoistischer Eigenwille und Mangel an Opfer- mut machten manchen taub gegen die Forderungen der Stunde. i» * ErnteauSsichten. Die Allgemeinheit beschäf. tigt sich in diesem Jahre mthr als sonst mit dem Stand der Saaten und den voraussichtlichen Ernte- auSfichten. Wo so vieles von der nächsten Ernte für das deutsche Volk abhängt, erscheint das Interesse natürlich und cS ist erfreulich, daß die Bevölkerung sich der Wichtigkeit ihrer einheimischen Landwirtschaft im mer mehr bewußt wird. Dies kann nur dazu beitca- gen, allseitig die Erkenntnis wachzucufen. daß die Für- derung der landwirtschaftlichen Produktion das Gebot der Stunde ist. So gut gemeint und indtrektlvielleicht nutzbringend ein vielseitiges Interesse der Bevölkerung an der Landwirtschaft ist, so scheint es, wie man uns von unterrichteter Sette schreibt, doch wenig angebracht, dasselbe auf Pcophezeihungen auf die diesjährigen ErnteauSsichten auszudehncn. Stichhaltige Anhalts- -unkte, wie die deu'schc Ernte ausfallen wird, lassen ich heute an Hand des Standes der Wintersaaten, der päten Bestellung und den Neusaaten nicht geben. Es f J* c * ne irrige Auffassung, daß eine späte Bestellung auch eine späte E0 Mk. Fm vorigen Fahrr ca. 1 ft000 Ltück versandt. 6 T»r$i«, €rl«rt 12« bsartenbau Bersaadgeschait. Lustige Blätter Durch w»»d«rr»oll« Bilder und packeodrii Lrx» das humoristische Leibblaii aller zeldgrane« uad Daheimgebliebe«-«! feläpokr- und Probt-Hbonncmtnt« »oaatlich „r Mark 1,30 hei alle, Bvchhavblot»gea und Pofianstaltev. Verlag der Suseigen Vlätter in Berlin LW. 6^. lvuri vbgr ‘ nach J PUU J Ättf \ licht, J flöRf # btn ' ftUDf I «e’ijc J fulr i %