Hietzener Weitung Bezugspreis 50 pfg. monatlich vierreljährl. IM) Mark, vorauSzakilbar, frei ins HauS. Abget,olt in unserer Expedition 1,20Mk, durch die Post oder direkt durch Kreuzband vierteljährlich IM) Mk. — Erscheint an drei Wochentagen. — Redaktion: Südanlage 21. — Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte erfolgt nicht. Verlag der „Gießener Zeitung", Gießen. Expedition: Züdaniage 21. Anzeigenpreis 20 pfg. die 44 mm breite Petitzeile, für AuSwärtS 30 Pfg. Die 90 mm breite Reklame-Zeile 72 Pfennig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberfchreitung deSZahlungS- zieleS (30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohneBerbindlichkeit. Druck der Gietzencr Verlagödruckcrei, Albin Mein. Rr. 44. Telephon Nr. 362. Samstag, den 26. Mai 1917. Telephon Skr. 362. 29 Jahrg Engländern und Franzosen große Verluste beigebracht und zurückgeworfen. Die Tätigkeit der deutschen U-Boote im Steigen. Amtliche deutfcbe Cagesbericbte. wtb. Großes Hauptquartier, 23. Mai. 1917. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Westlicher Kriegsschauplatz: Bei Hulluch und Bullecourt wurden mehrere englische Vorstöße, die durch starkes Feuer vorbereitet waren, abgewiesen. Heeresgruppe deutscher Kronprinz. An der Aisne- und Champagne-Front hielt sich vormittags die Kampstättgkeit der Artillerie in mäßigen Grenzen. — Nachmittags setzte nach plötzlicher Feuersteigerung von der Hochfläche von Paissy bis zum Walde von La Bille aux Bois starke französische Angriffe ein, die bis zum Abend mit großer Hartnäckigkeit wiederholt wurden. — In zähem Nahkampf und durch kräftige Gegenvorstöße hielten bayrische, hannoversche, nieder- schlesische und posenrr Regimenter, ihre Stellungen gegen mehrmaligen Ansturm und warfen den Feind zurück; erbitterte Handgranatenkämpfe in einzelnen Grabenstücken dauerten nachts an. — Dem weichenden Feinde fügte unser Feuer erhebliche Verluste zu. — Die Franzosen haben durch das Scheitern ihres Angriffs eine blutige Schlappe erlitten. Heeresgruppe Herzog Albrecht. An der Lothringer Front und im Sundgau wurden feindliche Erkundungsabteilungen vertrieben. Oestlicher Kriegsschauplatz. Bei kräftigem Wirkungsfeuer beantworteten wir das in mehreren Abschnittennuflebende Feuer, der russischen Artillerie. An der Mazedonische Front war bet Sturm und Regen die Gefechtstättgkeit gering. Der Erste Generalquartiermeistec: Ludendorff. * Berlin, 23. Mai, abends. Im Westen und Osten keine größeren Kampfhandlungen. » Berlin, 23. Mai. Neue U Bootsersolge im Atlantischen Ozean: 22 500 Br-Reg. T. Unter den versenkten Schiffen befanden sich u. a. 3 große bewaffnete Dampfer und eine U Bootfalle in Gestalt eines etwa 3000 Tonn.n großen Dampfers, deren Kommandant gefangen genommen wurde.. Der Chef des Admiralstabes der Marine. * wtb. Großes Hauptquartier, 24. Mai 1917. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Bei Wytschaete und auf beiden Scarpe-Ufern war die Feuertätigftit bis in die Nacht hinein lebhaft; auch südlich der Straße Cambrai—Bapaume und bei St. Quentin nahm sie Zeitweilig zu. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Am Chemin des Domes erreichte der Artilleriekampf bei Brahe und Craonnclle nachmittags große Stärke. Vor Einbruch der Dunkelheit griffen die Franzosen westlich des Gehöftes Froidmont und etwa gleichzeitig auch bei der Mühle von Vanclero an. An beiden Stellen wurden sie verlustreich abgeschlagen. Am Winterberg unterband unser Vernichtungsfeuer die Durchführung eines sich vorbereitenden Angriffs. — In der Champagne war die Kampstätiakeit der Artillerie zwischen Nauroy und dem Suippcs Tal in den Abendstunden gesteigert. Heeresgruppe Herzog Albrecht Im Walde von Apremont brachen Sturmtrupps eines rheinischen Regiments in die französische Stellungen und kehrten mit 28 Gefangenen und 3 Minenwerfern zurück. Gestern wurden 10 feindliche Flugzeuge und ein Fesselballon zum Absturz gebracht. Leutnant Schäfer schoß seinen 28. und 29. Gegner ab; Leutnant Voß erreichte durch Abschuß eines Feindes die gleiche Zahl von Luftstegen. — Am 21. und 22. haben die Engländer und Franzosen. 5 Flugzeuge im Luftkampf und durch Abwehrfeuer verloren. Oestlicher Kriegsschauplatz: An mehreren Stellen der Front lebte die Gefechts- tätigkeit auf. Oestlich von Tuckum (nahe der Ostseeküste) wurden russische Erkunder vertrieben. Mazedonische Front: Keine wesentlichen Ereignisse. Der Erste Generalquartiermeistec: Ludendorff. Berlin, 24. Mai, abends. Erhöhte Artillerietätigkeit ist nur aus der westlichen Champagne gemeldet . » Berlin, 24. Mai. Neue U-BootSerfolge im At> lantischen Ozean und nördlichen Eismeer: 19000 Br.- Reg.-Tonnen. Unter den versenkten Schiffen befand sich eine Anzahl bewaffneter russischer Dampfer von England nach Rußland. Von einem wurde das Geschütz erbeutet. Ferner wurden mit einem Dampfer 5700 Tonnen Kohlen für die italienische Regierung versenkt. Der Chef des Admiralstabes der Marine. . • wtb Großes Hauptquartier, 25. Mai 1917. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Im Wytschaete-Abschnitt und nordöstlich Armentieres stießen nach starker Feuerwirkung englische Eckundungsabteilungen vor. Sie wurden im Nahkampf zurückgeworfen. — An der Artois-Front nahm abends das Feuer zu, vornehmlich nordwestlich Lens und bei Bullecourt. Bei Loos drangen englische Kräfte in unseren vordersten Graben, aus dem sie durch Gegenstoß vertrieben wurden. An einer räumlich begrenzten Stelle wird noch gekämpft. — Nordwestlich von Bullecourt sind Vorstöße mehrerer englischer Kompagnien vor unserer Stellung gescheitert. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Nördlich von Craonelle und westlich der Straße Corboeny Pontavert brachen abends nach lebhaftem Feuer einsetzende Teilangriffe der Franzosen verlustreich zusammen — In der westlichen Champagne war die Kampftätigkeit der Artillerie gesteigert. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Keine wesentlichen Ereignisse. * Der gestrige Tag kostete die Gegner 10 Flugzeuge, die im Luftkampf und durch Abwehrgeschütze zum Absturz gebracht wurden. Auf dem Oestlicheu Kriegsschauplatz und an der Mazedonischen Front ist die Lage unverändert. Der Erste Generalquartiermeistec: Ludendorsf. * Berlin, 25 Mai. Eines unserer Marineluftschiffs- geschwader, unter Führung des Korvettenkapitäns Straffer, hat in der Nacht vom 23. zum 24. Mai die befestigten Plätze Südenglands: London, Sherneß, Harvich und Nor- wich mit Erfolg angegriffen. Alle Luftschiffe sind trotz der vervollkommneten feindlichen Abwehrmaßnahmen ohne Verluste und ohne Beschädigungen zurückgekehrt. Der Chef des Admicalstabs der Marine. m Berlin, 25. Mai, abends. An der Artoisfront, längs der Aisne und in der westlichen Champagne Feuer- kampf wechselnder Stärke. Im Osten nichts Wesentliches. » Berlin, 25. Mai. Neue U-Bootersolge im Atlantischen Ozean, im englischen Kanal und in der Nordsee: 19200 Bcuttocegistertonnen. Der Chef des Aomiralstabes der Marine. Die Goldankaufsstelle ist am 26. und 29. Mai geschlossen. Gelöbnis. In Treue fest! Im Glauben stark! Trotz Krieg und Not: Deutsch bis ins Mark! Wir bleiben Stahl, Wenn alles bricht: Dem Kaiser Heil! Wir wanken nicht! Hermann Böning fl«* Reffen. Bestimmte Züge des Nahverkehrs sind fortdau ernd namentlich Sonntags so stark überfüllt, daß vielfach Reisende in größerer Zahl nicht haben befördert werden können. Der starke Andrang zu diesen Züg^n ist nach Unseren Beobachtungen mit auf die zahlreichen Reisen zurückzuführen, die von den Anverwandten der zum Heeresdienst Eingezogenen zum Besuche in den Garnisonplätzen unternommen werden. Wiederholt ist in Bekanntmachungen hervocgehoben worden, daß z. Zi. alle verfügbaren Betriebsmittel in erster Linie zur Befriedigung des Rüstungs- und Gütcrverk"hrS dienen müssen und alle nicht unbedingt nötigen Reisen unterbleiben sollten. Vaterländische Pflicht ist es, daß auch die erwähnten Besuchsceisen auf das unumgänglich nötige Maß beschränkt werden. * Der Hessische Kandesverein für Krieger- Heimstätten» der nach unmittelbar bevorstehendem Abschluß seiner GründungSverhandlungen nunmehr in seine sachliche Tätigkeit eingetreten ist, begegnet überall lebhaftestem Interesse. Besonders erfreulich ist cS, wie diese rege Anteilnahme bereits in zahlreichen Fällen Anlaß gegeben hat, daß dem Verein zur Förderung seiner Zwecke erhebliche Spenden zu Teil geworden sind. Namentlich in den Kreisen unserer Industrie und unseres Handels kann sich der Verein tätiger und hilfreicher Unterstützung erfreuen. AuS Mainz wird z. B. mitgeteilt, daß dort von der Firma Dyckerhoff L Söhne Portlandcementfabcik zu Amöneburg, die namhafte Schenkung von 10000 Mk. und ebenso von der Firma Louis Busch zu Mainz (Rheinallee) eine Stiftung von gleicher Höhe gespendet worden ist. Zusammen mit zahlreichen Gaben geringeren Betrags werden diele dankenswerten Zuwendungen dem Verein bei seiner Arbeit eine wertvolle Hilfe sein. Die Kahlenversorgnng Die Abgeordneten Adelung und Dr Schmitt richten folgende Anfrage an Großherzogltche Regierung: Wie beabsichtigt die Groß herzogliche Regierung die Kohlenversorgung im laufen- den Jahre für das ganze Land zu regeln? Welche Schritte hat die Großherzogliche Regierung getan, oder gedenkt sie zu tun, um eine Wiederkehr der Kohlennot im Winter 1917/18 zu verhindern? Ist insbesondere die Errichtung von Kohlenausgleichstellen beabsichtigt und gegebenenfalls in welcher Weise: örtlich oder zentral für das ganze Großheczogtum? Sollen den ein- zelnen Kohlenausgleichstellen die Kohlenverleilung für alle Arten des Bedarfs (gewerbl. Bedarf, Kleinverbrauch und Hausbrandbedacf) zugewiesen werden, oder ist eine Teilung beabsichtigt? Beabsichtigt die Großherzogliche Regierung nicht, in Zukunst bet allen Besprechungen und Beratungen, die im Großherzoglichen Ministerium des Innern oder auf Veranlassung des Ministeriums mit Behörden und Berufsvertcetungen oder Interessenten gepflogen werden, Vertreter der Städte hinzuzuziehen, die doch im abgelaufenen Jahre in allererster Linie die nötigen praktischen Erfahrungen in der Bekämpfung der Kohlennot zu sammeln in der Lage waren? Da« einer Verbindungsbahn zwischen dem östlichen und westlichen Sayern quer dnrch den hessischen Odenwald. Hierzu richteten die Abgeordneten Köhler und Dr. Stephan folgende Anfrage an die Zweite Kammer: Der dringlichen Anfrage des Ab. geordneten Wiegand vom 13. Mai 1917 schließen wir uns an und machen dieselbe hiermit zu unserer eigenen. Der hessische Staat und insbesondere auch die durch uns vertretene Stadt Worms haben das größte Jnteress daran, daß, wenn eine neue und kürzere Bahnverbine England und der Ll-Bootkrieg. (Aus englischen Briefen - AuS den Reden der englischen Staatsmänner und Politiker, aus den Stoßseufzern der Handelsherren und Reeder, aus den Berichten, Anfragen und Anklagen der Zeitungen klingt täglich stärker und stärker die bange Sorge vor der Zukunft des Jnselreiches und die ohnmächtige Wut über dir durch keinerlei Maß nahmen auch nur einzuschränkende Wirksamkeit der deutschen U-Boote heraus. Sie können uns nur in der festen Zuversicht bestärken, daß da: Kampfmittel de:- U-BooteS England am Lebensnerv trifft und bereits jetzt, nach 3vS Monaten U-Dootkrieg. tödlich getroffen hat. Noch unmittelbarer und krasser enthüllen sich !e tatsächlichen Verhältnisse im (.'eben und in der ebensmittelpersorgung Englands in den vielen Brie .en, vie uns teils an der Front, teils beim ll-Bovt- krieg in die Hände fallen. In ihnen offenbart sich die schwere Not, unter der das Inselvolk. das Deutschland auSbungern wollte, jetzt selbst leidet, und die oon Tag zu Lag unaufhaltsam wächst. Wae auf Parlament-- und grtthstückSreden. was selbst in der Presse mit nachahmenswerter Selbstbeherrschung über das wie Feuer auf den Nägeln brennende Versorgung Problem trotz allem nicht gesagt wird und nicht gesagt werden darf, tu diesen zahllosen Briefen findet es seinen echtesten und wahrsten Ausdruck. In einem Schreiben aus GrimSby vom 12. März heißt eS: „Gestern und heute sind nur 0 Schiffe im Hafen gewesen; Gott weiß, wo sie alle geblieben sind. Heute gab eS keine Kartoffeln auf dem Markte, alle Lebensmittel find knapp." In einem Briefe aus derselben Stadt vom 18. März heißt es: ,,Jhr erhaltet draußen nicht genug zu essen; es sieht sehr danach aus, als ob es uns bald ebenso ergehen wird. Alle Artikel steigen im Preise: wir haben große Mühe, Kartoffeln zu er- halten. Kate hatte überhaupt keine in der letzten Woche. George schrieb, zuweilen hätten sie nur je sechs Manu ein Brot Hier wird das Brot jetzt pfundweise verkauft, und zwar ist der amtlich festgesetzte Preis drei Pence das Pfund Tu kannst dir denken, daß eine Knappheit da ist, und wenige Lage können einen großen Umschwung Hervorrufen. Sieh, was in Rußland ln einer Woche voll bracht wurde!" In einem Brief vom 4. April heißt es u. ci.: „Gestern war ich an den Hafenanlagen. Hunderte von jungen und alten grauen waren beim Ausladen der Schisse tätig. Ls gab nur wenig Männer, dieselben sind sehr knapp. Nur kleine Fisck- ladungen waren angekommen, und Karfreitag steht vor der Tür. Ein „Rekord" an Knappheit in Fischen wird geschaffen." - Seit fünf Wochen haben wir keine Kartoffeln mehr gehabt. Niemals sah ich solche Zeiten, wie wir sie jetzt durchmachen. Zwei Laib Brak kosten einen Schilling. und wenn ich unfern Jini nicht hätte, wüßte Ich nicht, was wir tun sollten." „L ist mit seinem Truppenteil ln Frankreich gewesen und hat alle Finger verloren," heißt es in einem anderen Schreiben, „es ist ein Jammer, und man gibt ihm auch nicht einen «enny Entschädigung." In einem anderen Brief aus Wimborne, DorfetS, vom 6. April heißt es: „Die Neuigkeiten lauten sehr gut, nur werden weitere 800 001) Mann bis Juli gebraucht. Man nimmt die Munitionsarbeiter aus den Betrieben. Wenn dieser Krieg noch viel länger dauert, dann weiß ich nicht, war wir tun werden, denn unsere Nerven sind jetzt schwach " Ein Bricfschreibcr aus Klington berichtet am 11. März: „Meine Mutter war den ganzen Vormittag fort, bekam aber nur etwas Koks. Infolgedessen vor suchte ich eS, Kohlen zu erhalten. Ich mußte eine Stunde lang ln strömendem Regen stehen und dann doch mit leeren Händen nach Hause gehen. Wenn der Krieg nicht bald beendet ist. werden wir wohl gezwungeu sein, in eine verberge zu ziehen " In einem Brief aus Tunoerkane vom 13. März heißt es: „Mit den Lebensmitteln wird eS jetzt furchtbar. Am KrtcgSmehl kann man verzweifeln." Andere 3NUft«fU zen und Hafer, welche durch Hitze und Dürre ruiniert wurden. Tie Anbaufläche für Winterweizen in Kanada wird, wie „Birmingham Daily Post" vom 9. Mai meldet, auf 899 000 Acres geschätzt, d i. 18 Prozent »ocaiger als im Borgahre. / # . • Auch Frankreich. Das guhrunternehmersyndikat in Parts stößt einen Notschrei aus. ES fehlt an tzaftr für die Pferde. Ta- Syndikat hat 3000 Pferde, der Pferdebestand ln Paris beläuft sich aus 30 000, die zum Hungertode verurteilt sind, da aller Haler beschlagnahmt ist. Er ist so knapp, daß er mit 82 Franken für 100 Kilo- gramm bezahlt wird. Tie da draaßea lache«. Japan hat von seiner Kriegsschuld, die zu ve- ginn des Krieges 142 Millionen Pfund Sterling nahezu drei Milliarden Mark betrug, bisher 330 Millionen Mark getilgt und außerdem ft Milliarde an Rußland verliehen. Norwegens Reeder find zuftteden. Die A. G Klosters Redert verteilt bet ihrer Auflösung 9000 Kronen auf jede Aktie von nominell 50Ö Kronen, also 1800 Prozent! Allgemeine Kriegsnachrichten. Tie englischen Halbwilde». Die Nachkommen der nach Australien deportierten englischen Verbrecher, sodann die Abenteurer, die sich in Kanada zusammengefunden haben, scheinen ihren wahren Charakter mehr und mehr zu zeigen. Es wird gemeldet, daß besonder- australische und kanadische Truppen erbarmungslos deutsche Gefangene nie- vermachen. Von Setten der englischen Oberleitung wird hiergegen nicht nur nicht eingeschritten, sondern durch hiergegen nicht nur nicht eingeschritten, sondern dies Unmenschlichkeit durch entsprechende Propaganda noch gefördert. Besonders wird die maßlose Rachsucht der Offiziere hervorgehoben, die die Behandlung der Ge- sangenen vollkommen der Willkür ihrer Mannschaft überlassen. Bezeichnend für die Ansicht der EngÄw Den Engländern entgegen! «mrch dt» Mtcinwüste. Bon Paul Schweder, Kaiser!. O-man Kriegsberichterstatter. Pr uns verbot sich dagegen die Benutzung dieser Leerstraße wegen der" Ge fuhr, von der englischen Flotte oelästigt zu werden, und das Meer selbst war diesmal den Türken ebenso wie uns verschlossen Es blieb also nur die Möalichkvit, mitten durch die Wüste einen Weg zu suchen. Von Hebrou bis zum Kanal sind etwa 300 Kilometer reines Wüstengebiet zu durchqueren. Völliges Wüstengebiet, das heißt ein Land von der Größe Preußens, ohne Baum, ohue Strauch, ohne sichtbare Wege, ohne Städte und Dörfer, nahezu ohne Wasser, ohne irgendwelche Nahrungomittelquellen. Und e- mußte durchquert werden, abwechselnd in glühender Sonnenhitze oder empfindlicher Nachtkühle, bet häufig und wolkendruchartig strömendem Regen während der winterlichen Expeditionen und in dörrenoer Hitze wah rend der regenlosen Periode Dazu wilde Sandstürme. HeuscbreckenüberfäUe. Mangel an allen und jeden Materialien, vor altem auch karthographischen Hilft Mitteln. AUe Voraussetzungen ln dieser Beziehung wurden durch die harten Tatsachen über den Haufen geworfen. Es war vor allem so ganz anders, als wir e- in unserer Schulweisheit uns haben träumen lassen. Selbst die hart am Rande der Wüste ausgewachsenen und ständig tn unmittelbarer Berührung mit ihren Be wohnern, den Beduinen, lebenden Eingeborenen waren nicht recht unterrichtet Es blieb daher gar nichts andere- übrig, als zunächst mit einer AinaM gut ausgewählter Leute, darunter einiger Lande-kandiger. eine kleine Expedition zu unternehmen, die nahezu durch die ganze Sinaihaidlnfel ging. Was hierbei von einigen besonders kühnen und abenteuerlustigen Deutschen und besonders auch einem Oesterretchcr ge. leistet worden ist. könnte die Phantasie eines Karl May für einiae Bände neuer schöner Heldengeschichten begeistern, und er hätte eS dabei nicht einmal nötig gps »iHeuer Erfindung zu gestaltet». Tenn wir wissen. daß die Engländer durch einige dieser Heldentaten arge Verluste erlitten haben, und daß dies nur möglich war. indem jene Männer ihr Leben wiederholt aufs Spiel setzten. Die Fahrten und Abenteuer unseres Mücke und anderer in allen Ehren, aber diese Kund schaiter haben auch nicht zu wenig für unsere gute Sache getan, unb eS ist ewig schade, daß >vir vor Beendigung diese- Weltkrieges nichts oon ihnen er- ählen dürfen, die für das Vaterla»id im Schatten ämpfen und sterben mußten. Was die Ueberledenden aber helmbrachten, hat dann der ersten großen Expedition wertvolle Finger- zeige gegeben Ma» darf nicht vergessen, daß auch diese kleine Vorexpedtiion schon in Feindesland zll arbeitet» gezwungen war. daß die Bewohiter. die Beduinen. England untertan und daher uur schwer für uns zu gewinnen waren, ja sogar manchmal Verrat übten, und daß der Aufruf zum .heiligen Kriege" unter diesen Anhängern Mohammed- fast kein Gehör fand da sic meist rcIlr.ÖJ indifferent sind, wie ja denn überhaupt die Idee, den „Tschlhad" als Mittel zum Zweck zu benutzen, sich in diesem Weltkricae nicht recht bewährt oder doch wenigsten- nicht al- sehr erfolgreich erwiesen hat. Solange er nur im Bereich der Möglichkeit lag und als Schreckgespenst diente, war er unseren Gegnern gefährlich. Heute wissen sie. daß die Sinaibedutnen nicht wesentlich von der Bewegung mitgerissen worden sind. ES mußten daher diese Elemente durch andere Mittel gewonnen werden, diese Nomaden, die in unserer romantischen Vorstelluna. noch genährt durch un- richtige Reiseschitderungen oder gar durch Märchen, erzählungen von der Art Karl May'scher Schriften allesamt Glauben-Helden und brave, tapfere Seelen sein sollten. Wir haben demgegenüber leider zum Teil sehr traurige Erfahrungen mit ihnen gemacht, wa- aber nicht hindert, es auszusprechen, daß auch gute und sehr brauchbare Elemente unter ihnen angetroffen wur- den. die unseren Aufklärungsabteilungen wertvolle Dienste leisteten Aber das englische Goldpfund hatte eine zu große Zauberkraft für diese armen Wüsten söhne, und dazu kam noch, daß sie als Soldaten Überhaupt nicht zu gebrauchen warsn, und al« Kundschafter auch nur mit Vorsicht, da sie für Zahle, überhaupt kein Maß und über Zeit, Raum und Tinge sehr seltsame Ansichten haben. Glänzend dagegen sind die Sinnesorgane der Br duinen entwickelt, vornehmlich ihre Augen, und bei den Märschen durch die Wüste leisteten sie uns damit vortreffliche Dienste. — In ihrer absoluten Abae schlossenbett von der Außenwelt haben sich die Beduinen ihre eigene Religion, ihre eigene Moral uni. überhaupt viele eigene und noch mehr eigenartige Ansichten von Welt und Leben gebildet, die. man oft nach monate-, oft erst nach jahrelangem Verkehr mit ihnen verstehen lernt. Unsere Forschung-rettenden find vielfach ganz offensichtlich sehr oberflächlich in ihrer. Studien auf diesem Gebiete gewesen. Es genügt kA- nesfalls, die Wüste ein paarmal zu durchqueren, wo möglich gar im Rahmen einer Eook-Retse. um hinter den Geist und die Auffassung der braunen Wüstensöhne zu kommen, und mancher unserer deutschen Feld- grauen hier unten weiß mehr von ihnen, al« dicke Bücher der Gelehrsamkeit zu erzählen wissen. ES 'st damit wie mit dem Orient überhaupt. Alte Landeskenner, die ein ganzes Leben tn der Türket zugebracht haben, gestehen offen ein, daß die Seele des Orientalen sich dem Giaur Überhaupt niemals ganz entschleiert. Aber schnell begeisterte deutsch« Pro fessorcn. die in ihrem Leben ein einziges Mal mit der Bagdadbahn bis etwa an den Taurus gekommen sind, vielschreibende und noch mehr redende Blaustrümpfe, die in den französisch ftisierten Heimen der oberen ünfhundert StambulS oder im Pera Palace-Hotel die ehelmntfse der Muhammedanerseele, ihre wirtschaftlichen und politischen Absichten bet Tee und Kuchen zu ergründen suchen, die sogenannten AuSlandsftrr- respondemen gewisser Berliner Blätter, die mit Po temkinschen Expeditionen das Land zwischen BoSporuS und Suez einmal durchrast haben, ne wissen alles uitfc erzählen denen daheim Wunderdinge, während der hart ringende und kämpfende Feldgraue hier unten auch den letzten Dingen nachgeht und mit Schrecken sieht, was für falsche Vorstellungen emporwuchern, die trüber oder später zu unserem Schaden au-schlaßen 0 bon Kriegsgefangenen völlig der *?** Tangers preisgegeben ist, ist das Verhalten eines Engländers, der am 8. Mai an derArraS- j^orrt gefangen wurde. Er bat darum, daß seine Brieftasche frtnem Bruder und sein Geld dem Roten Kreuz SK« möchten. Nur sein Taschentuch woute er behalten, um sich damit die Augen bei der bevorstehenden Erschießung verbinden zu können. «LaS fur Greuelgeschich-ten mögen dem armen von der Gefangenenbehandluna. der Deutschen ^L^orden sein. Auch bet der Vernehmung der tm Avril in der Arrasscklacht gefangenen Engländer fisl ein kennzeichnendes Licht auf die englische Auffassung von Gefangenenbehandluna. Die Gefangenen leäten bei der Durchsuchung bereitwilligst Uhr und Geld « v Sie betrachten es als selbstverständlich, daß ihnen .Privateigentum abgenommen wird, da ja auch sie jeder- den Gefangenen alle Wertgegenstände abnehmen. Die chinesischen Kulis in England. , lrl 23; April fand in der mittelenglischen Jndu- Nrs» .L Wrnhen vorher eine Anzahl Belgier die 'Arbeit nie- sie zur Strafe an di- Front geschickt 'hrer wurden etwa 100 Chinesen ei,r- aestellt. Die Engländer aber wollten mit den Chine- Zusammenarbeiten, und so waren fortgesetzt Schlägereien an der Tagesordnung. Am 23. April entstanden, nachdem die Chinesen, die Arbeitsstätte ver- Men hatten, kurz hintereinander lOExplosionen. Dann b"en in Mitleidenschaft gezogen wurden. Bei den Lösch arbeiten, die I Tage dauerten, kamen 5 Fenerwelirleute ums lieben. Da man den Chinesen schuld gab, die Expwsion aus Wut nder ihre schlechte Behandlung durch «^^"bländer verursacht zu haben, wurde sofort nach Ausbruch des Feuers aus die Chinesen Jagd gemacht Polizei hatte die größte Äühe. sie vor den Mißhandlungen des Volkes zu schützen. Uncle Sam abgesperrt? Ter Londoner „Daily Telegraph" meldet: Seit vem 1. April ist kein amerikanisches Munitionsschiff mebr in englischen Häfen eingelaufen. England übernahm einen großen Teil der MunitionserZeuguna für Italien wegen des großen dort herrschenden Mangels an Kohlen. Lloyd George macht in Optimismus. Im englischen Unterhause hat am Freitag Lloyd George, der Premierminister, behauptet, England habe große Fortschritte in der U-Boot-Be- kämpfung gemacht; das zeige sich in der „beträchtlichen Verringerung der Verluste". * Un r n tn ber französischen Kammer jagte der Admiral Lacaze, osfenbar in Verbindung mit England: „Unsere Feinde haben behauptet, daß sie England und Frankreich zwingen würden, sich auf Gnade und Ungnade zu ergeben. Ich habe erklärt und wiederhole ipfrb!" Dte Unterseebootgesahr uns nicht zwingen Abwarten! D-cr Riß im russischen Heere kommt durch eine Meldung aus Petersburg deutlich Ter Offizierkongreß hat mit 265 gegen 246 Stimmen eine Entschließung angenommen, in der alle russischen Offiziere aufgefordert werden, den revolutionären Soldaten und Arbeitern die Bruderhand zu reichen, um einmütig die durch die Revolution errungene Freiheit zu befestigen. Gleichzeitig ersucht der Kongreß, die provisorische Regierung zu unterstützen. Fast die Hälfte des Offizierkongresses will also von der provisorischen Regierung nichts wissen. Friedensstimmung herrscht unter den Offizieren indessen auch nicht; denn nach derselben Depesche stimmte der Kongreß mit Begeisterung einem Tagesbefehl Kerenskis zu, der die Offensive des Heeres fordert. Rußlands Soldatenrechtc. Ter neue russische Kriegsminister Kerenskt hat einen Tagesbefehl erlassen, der die Inkraftsetzung der Soldatenrechte verkündet. Ter Tagesbefehl umfaßt 18 f aragraphen, deren wichtigste betreffen: Freiheit der oldaten, sich an jeder beliebigen Vereintau ng zu beteiligen, Gewissensfreiheit und Freiheit der politischen Ansichten; Ermächtigung, außerhalb des reiche Kleidung zu tragen. Paragraph 12 schafft den pflichtmäßigen militärischen Gruß ab und macht ihn zum freiwilligen. Paragraph 14 setzt fest, daß keine Militärperson ohne Urteil einer -Strafe unterworfen werden kann; jedoch haben während kriegerischer Unternehmungen die Führer das Recht, aNe Strafmaßnahmen — gegebenenfalls mit Anwendung von Waffengewalt — gegen Untergebene zu ergreifen, die ihre Befehle nicht aussühren. Englische Teuerung. Zufolge einem Londoner Telegramm wurde im Unterhaus mitgeteilt, daß die Preissteigerung der Lebensmittel 98 Prozent betrage; Zucker sei um 172 Prozent gestiegen. Schuld sei neben dem Mangel auch der Wucher. Das Lügenthema der chemischen Leichenverwertung im neutralen Licht. Die schwedische Zeitung „Vidi" in Göteborg vom 16. Mai schreibt unter dem Titel „Kannibalen" zu einem Artikel der „Daily Mail", in dem das Lügenthema der chemischen Leichenverwertung durch die Deutschen behandelt wird, wörtlich: „Ten Höhepunkt der Roheit in dieser totalen Bankerotterklärung der englischen Vernunft bezeichnet ein Artikel in der „Daily Mail", in dem gefragt wird, ob der Wunsch Kaiser Wilhelms, den Leichnam des Fliegerprinzen Heinrich Karl nach Deutschland zurück^ubekommen, darauf beruht, daß er aus ihm alle die in ihm enthaltenen Essenzen für den exklusiven Gebrauch seiner Schweine in Potsdam extrahieren lassen will"." Dem Urteil des schwedischen Blattes ist nichts hinLuzufügen. |[f rv O * 9 " Im Englischen Unterhause brachte Abg. Tr Lynch einen Antrag auf Abschaffung der Monarchie ein. „weil dynastische Einflüsse eine der Kriegs- zrrsachen sind". h-, » Island gibt Pässe nur an solche k,ei,„streben, ven Aussen, die als Bierverbanvssreunde bekannt sind. „ * 5". n ! u l russische Kriegsminister Kerenski fiat angeordnet, daß jedem Soldaten die Möglichkeit qe- twle n !! n ’ erten f011, 4 Monaten Offizier zu „„J.®?* Serfafjren gegen Me Satin wegen Landesverrats ,oll ,n „lebensgefährlicher" Form wieder aus- genommen werden. * Weitere 70 000 Tonne». L'nXSi? ^ Tätigkeit unserer U-Boote sind auf nördlichen Seekrtegsschauplätzen weitere 70 000 Bruttoregistertonnen vernichtet worden. Unter den versenkten Dampfern befand sich der bewaffnete englische Tran'portdanrpfer „Farley". Unter den Ladungen der Fahrzeuge befanden sich Kohlen, hauptsächlich Lebensmittel und Farbholz. nur Mai hat eines unserer Unterseeboote im Ozean den 6360 Tonnen großen englischen Hilfskreuzer „H i l a r y" versenkt. " I 0 . ^ russische Seeflugstation Lebara wurde am ^ ^4. Mai frühmorgens ausgiebig mit Bomben belegt, ^ stark feuernden feindlichen Abwehrbatterien wurden durch Bombenabwurf zum Schweigen gebracht. Ter Chef des Admiralstabes der Marine. Entlastungs-Offensive in Mazedonien? . )f; d ' bulgarischer Heeresbericht vom Mazedonisch- Front: An der unteren Struma und im Abschnitt zwischen dem Butkovo- und Tahinos- ,ee heftiges Artilleriefeuer, das gegen Abend im nörd- ltchen Teile der Ebene von Serres große Gewalt an- Hi? ^ .gen 9 Uhr abends versuchten starke feindliche Erknndnngsabteilungen südlich von Erneköj vorzugehen, wurden aber von unseren Vorposten vertrie- den. Auf der übrigen Front das gewöhnliche Ar- ullerieseuer. das nur nördlich von Bitolia und im Eernabogen zeitweise größere Stärke annahm. Feindliche Erkundungsabteilungen versuchten nördlich von Bitolia und in der Gegend von Moglena vorzudringen. wurden aber durch unser Feuer vertrieben. Bei Serres schoß unsere Artillerie ein feindliches Flua- ! zeug ab, das hinter den feindlichen Linien niederfiel. Rumänische Front: Bei Jsaccea und Tulcea vereinzeltes Geschützfeuer, östlich von Mamndia Gewehr- seuer. Politische Rundschau. :: Kei» «nbinden bei strengem Arrest. Wie mitgeteilt ivird, hat der Kaiser beim Vortrage bestimmt, daß die Vollstreckung des strengen Arreste- durch Anbinden in Fortran kommt. :: Der neue päpstliche Nuntius. Der neue päpstliche Nuntius, Monsignore Tr. Paeelli, ist in München emgetroffen. Er stattete dem Staatsminister Tr. Grafen v. Hertling einen Besuch ab und wird am Dienstag vom König von Bayern in Antrittsaudienz Zwecks llebergabe eines Handschreibens empfangen werden. * * ♦ Portugal Tie englandfreuudliche Negierung siegte. * Die Hungerkrawalle sind erfolgreich ntedergworfen, oie Negierung hat mit ihren englischen Maschinengewehren üU Armen „gesättigt". Nach der Erörterung der Krawalle nahm dte Kammer gehorsam mit 66 gegen 18 Stimmen eine Tagesordnung an, die der Regierung dar „Vertrauen" ausspricht. Die Ruhe ist in Lissabon wiederhergestellt. Da- Volk hungert und schweigt. b :*\ b t ,e Wtere Ernte der Ressel zur Verarbeitung als Faserpflanze beeinträchtigt werden würde, Zugleich verkündet sie: „Es gibt eine große Anzahl wildwachsender Pflanzen, die in gleicher Weise als Gemüse verwertet werden können, wie z. B: Schafgarbe, Walderdbeeren. Brombeertriebe usw. Die Brennesselfasern orauchen wir dringend für unsere Kriegswirtschaft." LaS stimmt alles, wird aber wenig Eindruck machen, wenn das Vieh nach Futter schreit. — Wichtiger wäre I ÜwJ? on cm n,enn bie Nesselernte gründlicher organisiert würde. Wenn z. B. die Schüler die Sache in die Hand nähmen, könnte da viel geschehen. Mancher Land- öer die Abernte dieses Unkrauts um Geld zu wppisch findet, würde gerne bereit sein, sich dieser Ha"?»? aöe oh"? Entschädigungen zu entledigen, wenn sie ihm ^von Schulkindern weggeholt würde. deutschen Tee. Unsere Vorräte an nt>l ^ e 2 l Bohnenkaffee und Tee sind so gut wie . Ein warmes, bekömmliches, dazu schmackhaftev Getränk gehört aber zu den notwendigsten menschlichen ^ Bedürfnissen. Da bietet sich nun m den gegenwartrgen FrühÜngSwochen eine Fülle von Pflanzen un» dar. deren zarte Frühlingöblätter im getrockneten Zustand als einwandfreier Ersatz für den auslandrslxel. Tee verwandt werden können. Gesan- E Werden müßten in den nächsten Wochen: dte jungen Blatter der Brombeere, Erdbeere und Lrimbeere (Schlehenstrauch )und deS Weißdorns Ullcht die ^Blüten), der Heioel- und Preißelbeere, des Weidenrövchens, der wtlden Rose (Heckenrose), des Wal- nußbaumeS, der schwarzen Johan^sbeere, der Kirsche der Ulme und der Eberesche. Jedermann ist in der Lage, auf einem einzigen Frühlingsspaziergang den für den Jahresbedarf einer Familie erforderlichen deut- chen Tee zusammenzubringen und so dte Ausgabe für den in Handel gebrachten deutschen Tee, "für den ^ vorigen Winter Preise von weit üöer 2 Mk. Aus aller Welt. ** Ein schweres Explosionsunglück hat sich in B o - lovec (Böhmen) ereignet. Es brach in den dortigen Munrtionswerkstätten ein Brand aus, der zur Erplo- sion mehrerer Objekte dieser Anlage führte. Eine bedeutende Anzahl der in den Werkstätten beschäftigten Personen wurde getötet oder verletzt. Tie Zahl der geborgenen Leichen beträgt 13; es ist jedoch zu fürchten, daß noch etwa 50 Tote unter den Trümmern der zerstörten Arbeitsräume liegen. A Vrgt» die Fencrsgefahr, dte sich bei der Trocken- seit dieses Monats als besonders gefährlich erwiesen hat ind stellenweise scharfe Bestimmungen getroffen worden. Vor allem geht dar Rauchen an. So hat das Generalkommando Altona, dessen Bezirk in den letzten Tagen überall eon den vielen und zum Teil verhängnisvollen Moorbränden heimgesucht wurde, u. a. angeordnet: „Das Rauchen in oorsten, Wäldern, Heiden und Mooren einschließlich aller hindurchführenden öffentlichen und nichtöffentlichen Wege, owie außerhalb der Wald-, Heide- und Moorgrenzen in .inem Abstand von dreißig Metern wird für die Zeit bis 31. Oktober verboten". — Daneben trifft dieselbe Stelle dann scharfe Maßregeln gegen dte „Wandervögel". Diesen schreibt sie vor: „Verboten ist weiter für dieselbe Zelt das Anlegen eines Feuerherdes, wie cs namentlich Touristen, Wandervögel u. a. zu tun pflegen, in Forsten, Wäldern, Heiden und Mooren, einschließlich aller hindurchführenden , öffentlichen und nichtöffentlichen Wege, sowie außerhalb der Wald-, Heide- und Moorgrenzen in einem Abstande von ; hundert Metern. — Verboten ist schließlich die Aufnahme oon Wandervögeln und Touristen zum Zwecke des Ueber- nachtenS in Scheunen, Diemen, Ställen, Bodenräumen oder ähnlichen Gelassen, die rur Lagerung von Warenvorräten oder von landwirtschaftlichen Erzeugnissen bestimmt sind." A Brennesseln. Biehsutter oder Gespinsthafer?! Da wohnen wieder einmal zwei Seelen in der Brust des braven Deutschen. Von vielen Seiten ist erneut darauf hingewiesen worden, daß die Nessel ein vorzügliches Gemüse ist und in jungem Zustande auch als Biehsutter dienen kann. Das stimmt, und da die Nesselbesttzer ganz sicher dieses böse Zeug gerne los sein möchten, das Brüllen und Grunzen des Viehes nach Futter manchem sehr unerträglich, wie ein bißchen Mahnung an sonst nie versäumte Pflicht, so gewinnt die Viehhalterseele im Landwirt vielfach die Oberhand Aber die Gespinsthaferproduzentenseele meldet sich bei dieser Berfütterung schnell zum Worte. Sie macht darauf aufmerksam, daß, da der Pflanzenwuchs infolge der ungünstigen Witterung im allgemeinen in Deutschland sehr zurückgeblieben ist, eine derartige Ernte oer jungen Nesieltrtebe nicht empfehlenswert ist, weil da- veretts im_ 0 _. .. Y'+*iy w.i »utn «wc | für das Pfund gefordert wurden, zu sparen. Beim dürfen nur Blätter (.licht ganze Triebe) ^pflückt werden. Holzige Teile unter dem Tee beeinträchtigen den Geschmack sehr. Die einzelnen Arten müssen zunächst getrennt gehalten werden, doch kann man ruhig Brombeer-, Erdbeer- und Himbeerblütter Schwarzdorn-, Weißdorn- und Heckenrosenblätter, Hei-' delbeer- und Prcißelbeerblätier zusammenbringen. Las gesamte Material muß daheini in einem lustigen, trok- kenen Ramn, der nicht direkt den ganzen Tag von der bestrahlt wird, auf sauberer Unterlage in dünner Schicht ausgebreitet werden. Unbedingt notwendig ist ein hau,iges Umwenden des Materials. Wer Über eine Darre verfügt, kann das Material auch künstlich trocknen. Jedoch muh die Anwendung von zu ftacrer vermieden werden (höchstens 50 Gra d). ' Scherz und Ernst. tf Tic Miickcnpla^c ist in diesem Jahre gegen früher aus einen ganz anderen Boden gesteNt. An der Ostsee z B war in den letzten Jahren die Mückenplage derart, daß es unmöglich war, sich in der Nähe stehender Gewässer, die stch bekanntlich ganz besonders für die Fortsetzung der Stechmücke eignen, an der Küste aufzuhalten. Infolge des strengen Winters find nun viele Stechmücken erfroren, lodaß die Befreiung von der Stechmückenplage als eine Wohltat empfunden wird. So hat der strenge Winter auch anderswo die Menschheit von diesen unerträglichen Plagegeistern befreit. Leider aber nicht überall. Der strenge Winter mit seinem starken Schnee brachte in der Zeit der Schnecschmelze für die Flußniederungen Hochwasser, das in. folge feiner Stärke an allen Ecken und Enden Tümpel entstehen ließ. Tiefe haben sich als schlimmste Brutstätten für die lästigen Mücken erwiesen und einzelnen Gegenden eine allerschlimmste Mückenplage gebracht. — Mittel da- gegen gibts leider nicht. Geduld ist da die einzige Abwehr- möglichkeit. i ! f f j£j tk. Für Blnmenpächtcr hat ein Leser folgende Rat- schläge auf Lager: Gepulverte Kohle, wenn sie oben auf die Erde der Töpfe gedeckt wird, dient dazu, die rote Farbe der Blume schöner und lebhafter zu machen, na- mcntlich bet bei Rosen, Petunien usw. _ Die Anwendung dieses HülfSmittels schadet nicht» und kostet auch nichts. Da wird vielleicht mancher die Anwendung versuchen. Es würde sich dabei um die Auslaugung der Kohle handeln. tt Tic Bauern und die „Dorf-Intelligenz". Die ruf- slsche Revolution zeitigt seltsame Erscheinungen. Einem Artikel ln den „Rußkija Wjedomosti" von A. Petrischtschew, einem gründlichen Kenner der Agrarfrage, entnehmen wir folgende Feststellungen: Das Tambowsche VerpflegnngS- komitee ist ernstlich beunruhigt über die traurige Tatsache deS Mißtrauens der Landbevölkerung gegen die „Dorf- l intelligenz": die Lehrer, Agronomen, Postbeamten. Die Bauern erblicken in ihnen Anhänger des alten Regimes, [ da sie ja noch von der alten Negierung ernannt seien. An einigen Plätzen zeigt sich auch eine feindliche Haltung den Kooperativen gegenüber, die auch eine Einrichtung des alten Rußlands feien. Tie Gemeindeversammlungen haben sogar in einigen Fällen die Verwaltungen der Kooperative, abgesetzt. — Die neue Regierung setzte im Gegensatz dazu auf die Unterstützung der Lehrer, ganz besonders aber auch, der Kooperative, große Hoffnungen. tk Rü-cnpflanzchen als Spinat. Als Ergänzung für unsere Ernährung eignen sich vorzüglich die verzogenen Rübenpflänzchen, welche hauptsächlich als Spinat benutzt Werden können. In allernächster Zeit wird mit dem Ver- ziehen der Rüben begonnen werden, und es mutz auf jeden Fall verhindert werden, daß die überzähligen Pflänzchen Wie in früherer Zeit achtlos fortgeworfen werden. Durch das Sammeln derselben dürste eine ungeheure Menge Spinat-Ersatz gewonnen werden, welcher gerade jetzt zur Zeit des Frühgemüses wegen seiner Billigkeit äußerst er. Wünscht ist. Die Abnehmer werden gern bereit sein, für Verpackung, Anfuhr zur Bahn oder sonstige Unkosten eine kleine Vergütung zu gewähren. Jedenfalls ist äußerste Eile nötig, da die Pflänzchen sofort nach dem Verziehen der menschlichen Nahrung zugeführt werden müssen. Humoristisches. ™ ,7 ev Mlkverungsgruttd. Richter: Sie sind also geständig, aus dem Keller des Wirtes fünf Flaschen Wein entwendet zu haben? Können sie einen MilderungS- gru.ld cugeben? — Ang^ iagter: Ja. sxit- Justiz, de SSten raor so sur, bat he ntt to supen weer. Aus der Inftruktionsstundc. Unteroffizier: WaS ist Rapport, Meyer? — Meyer: Rapport ist, wenn ich Jv.-mifcfi, was ich gesehen Hab', und aec.tos Vurar.: schreit: So ein saudummes Rindvieh hät? ec sein Lebtag noch nicht gesehen. / düng -wischen dem östlichen Bayern, beziehungsweise dem Maingebiet des östlichen Bayerns und der bayen- schen Rheinpfalz geschaffen werden solldle ZU erbauende Bahn einem seit langen I ihren bestehenden Projekt entsprechend von Würzbucg aus über Miltenberg buch den hessischen Odenwald nach WormS und von da nach Kaiserslautern geführt und nicht eine Linienführung gewählt wird, durch die der Verkehr auS dem hesn'chen Odenwald noch mehr wie seither nach dem Großherzog- tum Baden, beziehungsweise nach Mannheim geleitet wird. Wasserglas jnr Cterkonservteurig Unter Fach- leuten ist ein Streit entstanden über die beste Konservierung von Eiern. In einer Erwiderung schreibt die Wasserglasfabrik von Baerle öc Co. in Worms u. a: Durch oaS Einlegen der Eier in Wasserglaslösung werden die Poren der Eierschalen luftdicht verschloffen. ES ist daher vollständig ausgeschlossen, daß die Eier in diesem Zustand irgendwelchen Geruch oder Geschmack annehmen können, wie bei der Anwendung von «alt* Wir übernehmen alle Garantie daür, daß beim Irin* legen von Eiern in Wasserglaslösung die eingelegten Eier bis zu einem Jahr und länger nicht verderben und sich auch niemand gesundheitlichen Gefahren bei der Verwendung von mit Wasserglas konservierten Eiern auS- setzt. ______ Verantwortlich Albtn Klein in Gießen. _ Pfingftverkehr. Pfingstrosen und Ausflüge müssen in diesem Jahre unterbleiben, weil die Lokomotiven und Wagen für Zwecke des Heeres, der Kriegswirtschaft und Volksernährung gebraucht werden. Sonderzügc für den Ansflngvcrkehr werden Nicht gefahren. Mit Zurückbleiben beim Reifeantritt oder unterwegs ist daher zu rechnen. Die Eisenbahn benutze nur, wer notgedrungen reisen muß. Frankfurt (Main), 15. Mai 1917. Kgl. flfenbaft ndircKlion Trankfurta.m Pfingsten. An den beiden Pfingstfeicrtagen, sowie am Tage vor- und nachher werden zur Benutzung von Schnell- (D-) Zügen Fahrkarten des öffentlichen Verkehrs nur für solche Reifen ans- gcgeben, bei denen die im Schnellzug zurückznlegende Strecke 68 km übersteigt. Auch die Ausgabe von Fahrkarten für Eil- und Perfonenzügc kann nur in beschränktem Umfange erfolgen. Der Fahrkartenverkauf für die einzelnen Eil- und Personcnzügc wird eingestellt, sobald nach der Zahl der verabfolgten Fahrkarten eine Ueber- lastung der Züge oder eine Gefährdung der pünktlichen Zugabfertigung zu befürchten ist. Ter Reisende muß daher mit Zurückbleiben beim Reiscantritt oder unterwegs rechnen. Das Vaterland verlangt, daß nicht unbedingt notwendige Reifen unterbleibe». Frankfurt (Main), de» 20. Mai 1917. Kgl. 0 |enbabndlrcktion Trankfurt a. M Bekanntmachung. Po« 15. Mai d. Js. ab werden die jeyt zwischen Äowel und Halle über Warschau Skalmierschütz verkehrenden Militär-Urlauber- Lchncllzüge 4024 und 4025 bis und von Frankfurt Auskunft: Magistrat, HerSfeld. Bertrauct der Natur! Nrnsonst und portofrei erhält jedermann das Dmtstein des Herrn Piarrer Io,'. Schmidt über die Verwendung von 27arurinittcln bei Betnässen Lunyenleiden Durchsall Mundgeruch Mayen beschwerben Darmträgheit Rheumatismus Wassersucht Ischias Fettleibigkeit Dcrdauunys- Furunkel beschwerben Asthma Magenkrampsen Harnverhaltung Hämorrhoiden guckerkrankheit Verdorbenem Blut Bleichsucht Magenleiden Mitesser Blutarmut Uebclriechendem G Reroenleiten Atem Gliederzittern Verstopfung Nierenleiden , Wasserbeschwerden Gicht Stärkung nach Brustkrämpfe Krankheit. Iuckerharnruhr Das Büchlein ist ein brauchbarer Ratgeber in der Familie. Schreiben Sie an die Areuzberg«2lvotbeke in Wendelstein bei Rbg. Nr. 147 A. Geschäftsbücher In fei r billigst und preiswert Albln Klein. 6 leiien Tippendorj U Schwerin i. Mecklb. Ncrvcnsiävkender,appctiianvegett der Kurort. See, Wald und gute Wege. Jür gute Verpflegung mit Zimmer h bis lü 2)! pro Tag und Person, nach Vage des,^»mmers und Zeit 1 M. für Vicht die Woche. Lstfeebad Sellin auf Rügen, Billa Seeadler, ruhige Vage, empfiehlt zur Saison behagt. eingerichtete Zimmer mit guter Verpflegung. Frau ^.ocr Fnsjbällc auch einzelne Blasen, ferner TenniSbäüe neu oder gebraucht, kauft zu hohen Preisen und erbittet Angebote ttaöpar Berg, Nürnberg ID. Wo ist Villa, Herrschastshaus, Landhaus, ferner Anwesen s. Geflügelzucht od. fand- Wirtschaft!. Obiekl zu verkaufen. Besitzer schi-eiben an Hermann 5traufe, postlagernd (Kiesten -Einmalige Aufforderung. Holländ. Bohucn- Kunst Pflanzen 5lakao. 5laffec. Honig. Butter. Wer sich zu wieder billigerem Preise baldmöglichst versorgen will, sende seine Adresse auf schmalen Streifen geschrieben und 15 Pfg. - möglichst in :* Pfg Marken - für Offene an Ed. LüdcrS, Nahrnngvm. Versand, Hamburg I, Markthof. QlÜL^rat verkrfL SdiuHtm nad Hatten h-kJ mp fl mH '•tr- _ iruiim » - ein «rrticllbater I Hatten h-fclmpB irrolcm Effc>l|be C, T 1 i •difntnu.Klnt C r«ta ■sßeradehülter System Haas tehrfad* preis- rkrflnt Aiutoh/- hf, fctck l-k»»»lrterl« DrotehOre >«j*l Mohttüben. Mürz bi- Juli 25 cm l Gramm Juni bi» Oktober 2 KÜogr. ® Zpeiserüben — Mairüben S Närz u. Ende Juli b reitwürfig l Gramm Mai. vtoormbrr I Mlogr Schwarzwurzeln. März 30 cm 2 Gramm November f'.Kitogr S Wurzelpetersilie. April 25 cm t Gramm November 2 Mtvgr. ** X> ----- ca Spinat. März und August 25 cm 8 Gramm Mal.Nov.b.Frahj. 2". Ailogr. £. Mangold. April 30 cm l Gramm Mai bi« Dezember 5 Aitogr. S - -—- O Buschbohnen. Mai bis Juki 45 cm 12 Gramm Juli bi» Sept l «ttogr. Ä Erbsen. • • März bi» Rai 45 cm 15 Gramm Mai und Juni KUogr. C ____ 3 Gurten... Mai lM m 0, Gramm August .. stilogr. £ Nürbi». Mai 2,9b m l Gramm September ) «ilogr. Apnt 25 cm l' .Gramm September t' .stitogr. o s Ul s flaßn relto aepnantn «eih adftond «U BHU ln be>«utzen> «an» w,rv geerntet? Unattähre Po« Qm a --- Frichlohtradi.. \b April 25 cm 20 cm Juni l'.Ailogr O . - — S Epäilohtrabi. Mai d»1 Juni 35 cm 30 cm Juli bi« Herbst 3 Rilogt. f9 . rühlohl. 15. Avril 40 cm 35 cm Juli di« August 2 ÄUogr. L Spärwirsing und Notkohl Irin» 50 cm 45 cm Zept. bi« Herbst 3 «Hlogt > Weißkohl..... Juni 55 co, 50 an Sept di« Herbst 3 Rilogt 8» - . .. — Btumentoht. Juni 1 m 80 cm Sepk dt« Herbst 1 Aitogr Grünkohl.. Juü 35 cm 30 cm gerbst u Winter i'-. Mlogr. gobl rüden. Jum 40 cm 35 an Oktober. Nov. 1 Mt0Wk. Salat. April und spater 25—30 cn 20—25 cn Mai. Jumu. späte 12 Aöple Sellerie. Mal 40 cm 35 an Otto der 2'^. Mlogr. Lauch. . . rTnde «ai 30 an 20 an Oktober l'^ANogr. Sude Mat 1 m 50 cm | August. e«pt 1 3 N'.ogr .