(Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 pfg. monatlich vierteljährlich 1,20Mk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Ab ge holt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg. — Erscheint Mittwochs und Samstags. — Redaktionsschluh stütz 8 Uhr. — Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Kerlag der „Gicßeuer Zeitung", Gießen. Expedition: Züdanlage 21. (Gießcuer Tageblatt) Anzeigenpreis 20 pfg. die 44 mm breite Petitzeile, für AuSwärtS 30 Pfg. Die 90 mm breite Reklame-Zeile 73 Pfennig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberfchreitung deS ZahlungS- zieleS (30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorfchrtsten ohne Verbindlichkeit. Druck der Gießcncr BerlagSdruckerei, Albin Mein. Nr. 37. Telephon Nr. 362. Samstag, den 21. April 1917. Telephon Nr. 363. 29 Jahrg. Die Riesenschlacht von -er Oise bis in die Champagne die größte Schlacht -er Weltgeschichte. Der französische Durchbrnchsversuch gescheitert. Amtliche deutfcbe Cagcsberidm. wtb Großes Hauptquartier, 15. April. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. .Bei Dirmude und südlich von Upern zeitweilig rege FlKrtätigkeit. — Auf dem Schlachtselde von Arras kam ks infolge Verschiebung unserer Kampflinie nördlich der Ccarpe nur zu kleinen, für den Feind verlustreichen Gefechten. — Von der Scarpe Nicdcrung bis zur Bahn Anos-Cambrai wurde gestern vormittag heftig gekämp,.. In dichten Massen griffen englische Divisionen mehrmals an. Stets wurden sie unter blutigsten Verluden zurückgeworfen. Außer seinen großen Opfern vüßt 5 der Engländer durch Nachstoß unserer Truppen noch 300 Gefangene und 20 Maschinengewehre ein. Heeresgruppe deutscher Kronprinz. Von Soiffons bis Reims und in der westlichen Champagne tobt die Artillerieschlacht weiter. — Französisches schweres Flachfeuer zerstörte in Laon mehrere Gebäude. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Herzog Albcecht von Würtemberg. In wenigen Abschnitten lebhaftes Geschützfeuer. Eigene Unternehmungen an der Nordostfront von Verdun und bei Bau de Sapt in den Vogesen brachten Gefangene und Beute. Im Artois, an der Aisne, in der Champagne und » südlich der Vogefcn sehr rege Fliegertättgkeit. — Engländer, Franzosen und Amerikaner verloren im Luftkampf 17, durch Abschuß von der Erde 4 Flugzeuge, außerdem 2 Fesselballons. — Rittmeister Freiherr von Richthofen UM seinen 44., Leutnant Schäfer, seinen 18. und 19. GeMer ab. — Aus drei Fluggesch wadern, die gestern Fretburg angriffen, wurden 3 englische Flieger zum Ab» stutz gebracht. Oestlicher Kriegsschauplatz: lDie Lage ist unverändert. Mazedonische Front. Mutzer Zerstörungsfeuer im Cecnabogen keine wesentlichen Ereignisse. Der Erste Generalquartiecmeister: Ludendorff. O 0 wtb Berlin, 15. April, abends. An der Scarpe gexiyge, nordöstlich der Straße Bapaume-Cambcai lebhafte Gcfcchtstätigkeit. — Der zeitweilig zu äußerster /AheftMeit gesteigerte Artilleriekampf längs der Aisne M/ und im Westteil der Champagne dauert an. Km Osten nichts Wesentliches. >fl| Großes Hauptquartier, 16. April. W Westlicher Kriegsschauplatz. 'Mk * Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. V Muf bcm Nordufer der Scarpe hielt unser Vernich- M ungsfemr cnglitfe Angriffswellen ni-.d-r so daß der W LwM nicht zur Durchführung kam. - Auch nordöstlich i bon ÜToiffcnoS brachte unser Feuer einen starken Augriff der Engländer zum Scheitern. Nördlich der Straße Acias- Sambrut warf ein Vorstoß unserer Truppen den Feind auf Lagnicourt und Boursies zuruck. Zu den blutigen Verlusten der dort kämpfenden Australier kommt die Einbuße von 475 Gefangenen und fünfzehn Maschinen- z-lvehcen, die eingcbracht, sowie von 22 Geschützen, zenommcn und durch Sprengung unbrauchbar gemacht wurden. — Bei St. Quentin nahm das Arttllertefeuer lvftder zu. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Zwischen Oise und Aisne sind gestern durch starkes H F,uer vorbereitete Angriffe der Franzosen b^t Vav^atllon W uinb Chlvrcs gescheitert. — Von Soiffons bis Reims " md im Westteil der Champagne hat der Feuerkampf bit stärkstem Einsatz der Arttllcr.le und Minenwerser aiigehalten. - Nach Scheitern feindlicher Erkundungs- dorstöße am 1b. April ist heute morgen in breitem Ab. schnitt die Jnfanterieschlacht entbrannt. Heeresgruppe Herzog Albrecht. In dex lothringischen Ebene und burgundischen Pforte blieben Unternehmung französischer Sturmtrupps gegen unsere Stellung ohne jeden Erfolg. Ein einheitlicher Angriff feindlicher Flieger gegen unsere Fesselballons längs der Aisne war ergebnislos. Die Gegmx haben zwischen Soiffons und Verdun gestern 11 Flugzeuge verloren, deren Mehrzahl Maschinen neuester Bauaxt (Spads) sind. Oestlicher Kriegsschauplatz. Im allgemeinen geringe Gefechtstätigkett. Nur an der Bahn Kowel — Luck verfeuerte die russische Artillerie etwa 10 000 Schuß gegen unsere Stellungen. Bor- dringende Strcifabteilungen wurden abgewiesen. Mazedonische Front Keine besonderen Ereignisse. Der Erste Generalquartie meister: Ludendorff. » Berit,., 16. April, abends. Bei ArraS geringe Gefcchtstättgkeit. An der Aisne hat der große französische Durchbruchsstoß mit weit gestecktem Ziel nach zehntägigem Massenfeuer begonnen. Auf der 40 Kilometer breiten Angriffsfcont ist der erbitterte Kampf um unsere vor- berste St llung tm Gange. Im Osten nichts Wesentliches. Der Erste Generalquartiermetster: Ludendorff. * wtb Hauptquartier, 17. April. Heeresgruppe Kronprinz An der Aisne ist eine der größten Schlachten des gewaltigen Krieges und damit der Weltgeschichte tm Gange. — Seit dem 6. April hielt ununterbrochen die Feuervorbereitung mit Artillerie und Minenwerfern an, durch die die Franzose« in noch nie erreichter Dauer, Masse und Heftigkeit unsere Stellungen sturmreif, unsere Batterien kampfunfähig, unsere Truppen mürbe zu machen suchten. — Am 16. April früh morgens setzte von Sou- pir an der Aisne bis Betheny nördlich von Reims, der auf einer Front von 40 Klm. mit ungeheurer Wucht von starken Jnfanteiiekcäften geführte und durch Nachschub von Reserven genährte, tiefgegliedecte französische Durchbruchsversuch ein. Am Nachmittag warf der Franzose neue Massen in den Kampf und führte starke Neben- angriffe gegen unsere Front zwischen Oise und Conde sur Aisne. Bei dem heutigen Feuerkampf, der die Siel- lungen einebnet und breite Drichterseider schafft, ist eine starre Verteidigung nicht mehr möglich. Der Kampf gehl nicht mehr um eine Linie, sondern um eine ganze, tiefgestaffelte Befestigungszone. So wogt das Ringen um die vordersten Stellungen hin und her mit dem Ziele, selbst wenn dabei Kciegsgerät verloren geht, lebendige Kräfte zu sparen, den Feind durch schwere blutige Verluste entscheidend zu schwächen. — Diese Aufgaben sind, dank der vortrefflichen Führung und der glänzenden Tapferkeit der Truppen erfüllt. — Am gest. rigen Tage ist der große französische Durchbruchsversuch, dessen Ziel sehr weit gesteckt war, gescheitert, sind die blutigen Verluste des Feindes sehr schwer, über 2100 Gefangene in unserer Hand geblieben! — Wo de: Gegner an wenigen Stellen in unsere Linie cingedrunqen ist, wird noch gekämpft; neue feindliche Angriffe und zu erwarten. — Heute morgen ist der Kampf in o: Champagne zwischen Prunay und Auberive entbrannt. Das Schlachtfeld dehnt sich damit von der Oise bis in die Champagne au?! — Die Truppe sieht den kommen- den schweren Kämpfen voll Vertrauen entgegen. — Von den übrigen Kriegsschauplätzen im Westen, Osten und Balkan ist nichts zu melden. Der Erste Generalquartiecmeister: Ludendorff. wtb Berlin, 17. April, abend?. Nach dem verlustreichen Scheitern ihres Ducchbcuchstoßes haben die Franzosen an dex Aisne den großen Angriff nicht erneuert. - In der Champagne wird den Tag über beiderseits von Auberive erbittert gekämpft. — An den übrigen Fron- ten nichts Wesentliches. * . wtb Große Hauptquartier, 18. April. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Auf dem Kampffelde von Arras hat in einzelnen Abschnitten die Artillerietätigkeit wieder lebhafter eingesetzt. Im Vorfeld unserer Linien beiderseits der Somme spielen sich täglich Gefechte unserer Posten mit Vortruppen des Gegners ab: das Feuer nahm auf St. Guentin, dessen Kathedrale mehrere Treffer erhielt, zeitweilig zu. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Auf dem Schlachtselde an der Aisne ruhte gestern vormittag der Kampf; der Franzose führte seinen Durch- bruchsstoß nach dem Mißerfolg an den Vortagen unter Wirkung der erlittenen Verluste mit den abgekämpften Divisionen nicht fort. - Erst in den Abendstunden setzten Teilangriffe des Gegners ein. Auf dem Beaulner-Rücken, auf den Höhen von Craonne und nordwestlich des Wal- des La Dille aux Bois brachen seine Sturmwellen im Feuer zusammen oder wurden im Nahkampf zurückgeworfen. - Auch bei Le Godat und Eoucy am Aisne- Marnekanal sind feindliche Angriffe abgewiesen worden. - Die am frühen Morgen einsetzenden Angriffe der Franzosen in der Champagne brachen nach stärkster, seit Tagen bereits gesteigerter Feuerwirkung in etwa 20 Km. Breite vor; der auch dort vom Feinde erstrebte Durchbruch wurde in unseren Riegelstellungen ausgefangen. Im Gegenangriff wurden den dort kämpfenden französischen farbigen Divisionen bereits erreichte Waldstücke zwischen Moronvillers und Auberive wieder entrissen und ihnen an 500 Gefangene und eine Anzahl Maschinengewehre abgenommen. Bei den Kämpfen am 16. April sind von den vielfach vom Gegner verwendeten Panzerkrastwagen 26 durch unser Feuer zerstört worden. Am gleichen Tage wurden in Lustkämpfen und durch Abwehrkanonen 18 feindl. Flugzeuge abgeschossen. An mehreren Stellen griffen Flieger durch Bombenabwurf und Maschinengewehrfeuer in den Infanteriekampf ein. Die Gefangenenzahl hat sich auf über 3000 erhöht. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Auf dem linken Mofelufer und südwestlich von Mülhausen vorübergehend rege Feuertätigkeit. — Nördlich von Münster in den Vogesen holten Stoßtrupps 10 Gefangene aus den französischen Gräben. Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert, Mazedonische Front. Westlich von Monastir warf kraftvoller Angriff unserer Truppen die Franzosen aus den Stellungen auf dem Er- vena Stena, die etwa in 1 Km. Breite bei den Märzkämpfen in Feindeshand geblieben waren. Gegenstöße wurden abgewiesen, über 200 Gefangene mit mehreren Maschinengewehren und Minenwerfern eingehalten. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. ' • wtb Berlin, 18. April, abends. Bei Arras nichts Neues. - An der Aisne-Front brachte ein Nachtangriff dem Feinde einigen Geländegewinn bei Braye. Beiderseits von Graonne ist nach Scheitern eines französischen Morgenangriffes ein zweiter im Gange. Auch in der Champagne haben mittags neue Kämpfe begonnen. » Ereignisse zur See. Wien Eines unserer Seeflugzeuge wurde bei einer gelungenen Ausklärungsunternehmung in der Nordadria von mehreren feindlichen Flugzeugen angegriffen und mußte wegen Beschädigung im Luftkampf niedergehen. Drei italienische Flugzeuge, die sich des Unsrigen bemächtigen wollten, sielen in die Hand unserer Torpedoemheüen, welche den eigenen Flieger wohlbehalten bargen und vier italienische Flieger, drei Offiziere und einen Unteroffizier, gefangen nahmen. / — Wir in der Lust voran. Tie Ueberlegenheit unserer Lusfttreitkriifte. Englische und französische Zeitungen bemühen sich dauernd, nachzuweisen, daß der Kampf um die Borherrschaft in der Luft noch nie endgültig entschieden war. Bald schiene sich der 3ieg dem einen Te:l mehr zuzuneigen, bald dem anderen. Tiefer Auffassung fehlt nicht eine gewisse Berechtigung Fußend auf d .i Artillerie au» der Lust, die irr-besondere den Fessel- ! ballonen obliegt In diesem Kriege liegt die Sache bereit» so, daß nur der Aussicht har. den Gegner infanrerifnsch und artilleristisch niederzukämpfen, der den Himmel rein- gefegk bat von den feindlichen Beobachtern. Darauf kommt es an. und in diesem Punkte sind unsere !;:i neu Lirnschtffer heute in der Welt voran th »rru: nt Erfahrungen, die die eigenen Flieger n zeugen an der Yront machten, und v Neuerungen de» Gegners ausnutzend. ko tigentagS der Flugzeug-Techniker in monaren beit einen neuen Flugzeugtyp, der a.! Front befindlichen an Schnelligkeit, Wendigkeit übertreffen soll. Bis großen Mengen an der Front erschien, ist auf der Gegenseite der Flugzeug-Techniker siy. - iu:c der eine Maschine, die die eben an die Front getom mene feindliche an Leistungsfähigkeit ubectreffcn soll Ter Fokker hatte sich seit dem Herbst 1 01 als das kampfkräftigste Frontflugzeug erwiesen In angestrengter Tätigkeit gelang eS bcn Franzosen, in ihrem kleinen Nteuport-Doppeldeäer ein Flugzeug zu schas fen, daS bci seinem Erscheinen im Sommer NN 6 dem Fokker zweifellos überlegen war. Nt f • Tätigkeit der feindlichen Flieger, wohl aber d^e nugrechnische Leistung dcö Nieuport übertraf an Steigfähigkeit, Wendigkeit und Schnelligkeit unser Kampfflugzeug. Diese gesteigerte Leistung dcS Flugzeugbaues ist natürlich neben dem Können des Führers und seiner Schteh- sertigkelt von ausschlaggebender Bedeutung im Luftkampfe. Schwer ins Gewicht fällt daneben auch die zahlenmäßige Ueberlegenheit der feindlichen Flieger. Die Summe der englischen, französischen und auch amerikanischen Fliegervcrbände an der Westfront ergab eine erdrückende zahlenmäßige Uebermacht auf seiten des Gegners. Während der langen Sommerkämpfe 1916 gelang eS uns. diese feindliche Ueberlegenheit allmählich wieder wettzumachen. An frischem Angriffsgeist hat eS unseren Fliegern nie gefehlt. Sie nahmen jeden Luft- kampf an, wo er sich bot. In schweren Kämpfen gelang eS, die Luft über unseren Linien vom Gegner rein zu fegen. Die zahlenmäßige Ueberlegenheit des Gegners fand dadurch allmählich ein Gegengewicht. Auch ihre flugtechnischen Leistungen wurden durch die Halber st ädter Kampf-Einsitzer, einen verbesserten Fokker, und, gegen Ende deS Herbstes 1916, durch die ersten AlbatroS-Kampf-Etn sitze r aufgewogen. r ftvU-g zur See. Eriolqr der U-Boote. ;orge um die zukünftige Erhaltung ie Furcht vor den Wirkungen des ine große Nolle in England. Frankreich ic Bald wendete sich da» Bild vollkommen Mit dem Ende deö Jahres 1916 war die Güte der Flugzeuge auf beiden Zeiten gleich. Jetzt entschied der Geist der Mannschaft. Die neuen Jagdflugzeuge, die wir Anfang 1917 an die Front brachten, sind den feindlichen Kampf-Einsitzern an Leistungsfähigkeit zweifellos überlegen. Sie führen eine hervorragende Bewaffnung und Munitioit. Sille Aus sagen gefangener feindlicher Flieger stimmen darin Überein, daß es unmöglich ist. gegen unsere neuen Kamps-Einsitzer aufzukommen. Die zahlreichen Luftkämvfe der letzten Zeit, die mit ihren noch nie dagewesenen Abschußziffern felitb- ltcher Flugzeuge und Ballone die Ueberlegenheit der deutschen Flieger dartun, lassen die Frage aufkommen. »eoeutun, welche Bedeutung diesen Luftstegen zuzucrkennen ist. Tie Aufgabe der Jagdflieger ist, wie eS schon in seinem Namen ausgedrückt ist. die feindlichen Flugzeuge zu jagen und zu verntchteu. Unsere Jagd- und Kampfgeschwader sollen uns die Ueberlegenheit in der Luft erkämpfen, indem sie leben Gegner, der unsere Linien überfliegt, vernichten, die feindlichen Flugzeuge von unseren Stellungen sern- haltcn und selbst zum 'Angriff auf das feindliche Go- btet Vorgehen. Je mehr Flugzeuge deS Gegners sie dabei abschteßen, um so mehr erleichtern sie unseren BeobachtungSfltegern ihre Aufgabe. Je schwerer die Berluste der Feinde im Luftkampf und durch Abschuß von der Erde auS sind, um so sicherer gewährleistet ist auch die dauernde Beobachtung der gegnerischen Ernahr»:u.t-frage wird für England immer schwieriger. Nur einige Beispiele: Die ..TimeS" schlägt vor. neben den fleischlosen Tagen auch eine starke Herabmindcrung des Brotvcrbraucheö. und zwar um mindestens .760 < >ramm für die Woche und die Person einzuführen. Bci den Truppen ist Befehl gegeben worden, von den vom Fleische abgclösten Knochen alle Ueischreste abzulSfen und für Pasteten zu verwenden, weil nichts vergeudet werden dürfe. Ter Direktor des englischen Ackerbau Ministeriums hat erklärt, die LebenSmittelvor. a:e sein: niemals so gering gewesen wie jetzt, und sie um: 0011 infolge deS U-BootkriegeS fortgesetzt noch geringe! In Frankreich besteht großer Mangel an Milch und Zucker. Ferner sind die Preise für Wein sprung Haft in die Höhe gegangen, waS in einem Lande, wo auch die ärmere Bevölkerung an den Weingenuß ge wöhnt ist, sehr störend bemerkt wird. Am empfindlichsten aber ich der Kohlenmangel. Im Jahre 1916 blieb nach den ..Tebats" die Kohlenerzeugung mit 26 Millionen Tonnen um 16 Millionen Tonnen gegen daS Borfrhr zurück. Noch schlimmer ist Italien mit den Kohlen daran, weil eS ja damit ganz auf die Einfuhr angewiesen ist. In den beiden ersten Monaten deS Jahres 1917 hat nun die Kohlenetnfuhr in Italien einen gewaltigen Rückgang zu verzeichnen gehabt. Auch der Nahrungsmangel prägt sich dort noch schärfer auS als in Frankreich. In Rom soll vom ersten Mai ab die Bevölkerung Mengen an Brot und Zucker erhalteu, die weit geringer sind, als in Deutschland. Der in Italien als Nahrungsmittel beliebte Reis darf im Restaurant überhaupt nicht mehr abgegeben werden, es sei denn, daß der Gast den rohen Rei» selbst mitbringt! Amerika in schwebender Pein. Erwachende Vernunft in Argentinien. Die „Züricher Zeitung" meldet: In Argentinien macht sich eine Gegenbewegung gegen Wilsons Einladung geltend. Der znrttckgctretene Außenminister Tecu fordert den Zusammenschluß der südamerikanlschen Republiken für Herstellung des Friedens. Das Haupt blatt „Prensa" erklärt eö für unsinnig, den Frieden durch eine Kriegsausdehnung erreichen zu wollen. Argentinien müsse neutral bleiben zwecks Herbeiführung deS Friedens. Aoofovelt kommt. Das Pariser „Petit Journal" meldet aus Newyork. Roosevelt werde angesichts des Verbotes, eine reguläre Division an der französischen Front zu befehligen, eine Brigade Newyorker Miliz in Frankreich anführen. Dieser Oberschwätzer und 'Abenteurer Roosevelt soll aber nach anderen Meldungen bereits von Wilson abgewimmelt worden sein. Lcbenömttlellarten für Amerika Nach einer dem „Pariser Journal" aus Washington zugegangenen Meldung hat der amerikanische Ackerbau- minister dem Kongreß einen Antrag vorgelegt, wonach die Kontrolle über die Lebensmittel von der Regierung übernommen werden soll, sodaß die Mitglieder des Landesverteldigungsrates tatsächlich Ledensmilteldikta- toren würden tic Regierung habe für d« Gesetze-Vor-« tage den Drrnglichkeusaurrag gestellt. Nach derselbe»^ Ouelle ist es wahrscheinlich, daß ein Verbot des Alkohol- genusses erlassen wird. Jadinuer aw zrausuruftirter. Serunvr Penrose hat im Senat der Bereinigte, Staaten einen Gescyedanrrag eingedracht. in dem di Einreihung von 10 I n d i a n c r Kavallerie-Regime! :ern. welrA 30 000 Mann umfassen, vorgeschlagen wu Senn dem Anträge zugestimml werden sollte, so s, das Korps den Namen ..Indianische Kavallerie 'Ameft kas" erhalten Ter Antrag sagt, daß alle so angt wordenen Indianer amerikanische Bürger werden. ÄUgemeiNL zrrregsnacyrichren. Tie Ncberreichung der spanischen Note. Die neue spanische Note ist in Berlin angekvmmeL? Zie bewegt sich in derselben Richtung wie die letzte Losirive Etnzelfordcrungen werden nicht aufaoftäW >agegen energisch verlangt daß spanische Schifte unl Menschenleben von den deutschen U-Booten gescho« werden sollen Die Note ist noch von Romananaz.I dessen große Rücksichtnahme aus die Entente zu er s kennen ist. abgefaßt. NomanoncS ist inzwischen gestürzt worden, weil er vom Könige ziemlich unverblümt die Aufgabe der Neu« rralirä: verlang: hatte. Diese feine letzte Note dürfte daher kaum die Meinung deS jetzigen neuen rechtliberal demokratischen Ministeriums Garcia Prieto ausdrücke« Frcihcitsringcrr der russischen Fremdvöller. Der sinnlaudische Landtag erörterte die Gesetzen^ würfe betreffend das Recht russischer Bürger, tu Finnland ein Gewerve aus..uüoeu, sonne betreffend der Kow' munalrechre für in Finnland wohnende russische Bür ger. Die Gesetzentwürfe wurden dem WirtschaftSau». schliß zur Prüfung überwiesen. Der Ukrainische Nationalkongreß hat sich für eine russische sördecanve Rupublik sowie für die Autonomie der Ukraine ausgesprochen. Unter dem Einflüsse der russischen Revolution hat der Emir von Buchara eine Kundgebung oerüf. fentlicht, in der er dem Lande innere Reformen verspricht. — Der Herrscher des westlichen Nachbar, lande» von Buchara, von Chiwa. hat bekanntlich seine Unabhängigkeit proklamiert. Bevorstehender Rücktritt Earson» Der Erste Lord der Admiralität und Führer der Ulsterleute, Sir Edward Earson. beabsichtigt, nach einer Meldung deS „TempS" vom 19. April, demnächtz zurückzutreten. Sir Edward EarsonS Tätigkeit als Erster Lort der Admiralität ist bisher wenig erfolgreich gewesen Trotz aller Versicherungen ist eS auch diesem mundfer tigen Quertreiber bisher nicht gelungen, ein Mittel' gegen die Unterseebootgesahr zu finden Der Grund! seines Rücktritts dürfte aber weniger mit diesen Fraget Zusammenhängen. Der „TempS" meint vielmehr, das. er aus Wunsch der Ulster leute (der englandfreunfr» lichen Gruppe in Irland) erfolgen dürfte. die auf seine» Führung beim Kampf gegen die Einführung deS Home» Rule in Irland rechnen. Brasilien» Arbeiter wollen leinen Krieg. Das Pariser „Le Journal" erhält aus Montevideo» der Hauptstadt der zwischen 'Argentinien und Brasilien« gelegelten Republik Uruguay ein Kabeltelegramm, wo-is nach der Aufstand im Sttdosten Brasiliens in beua-k ruhigender Weise um sich greife. Die Arbeiterver llände benachrichtigen die Regierung, daß die Ar beiter im Kriegsfälle sich nicht schlagen würden Die Regierung täte besser daran, der arbeitslosen Bevöl kerung Beschäftigung zu verschaffen als Feindseligkeiten zu eröffnen. Zahlreiche Flüchtlinge treffen aus de: Ettdostprovittzen des Landes ein. wo heiße Kämpft zwischen den Aufständischen und den Loyalisten im Gange find. Hunger in Süditalien. Nach dem sozialistischen ..Avanti" ist die Bevöl kerung der immer wieder von Erdbcbenplagen heb Scherz mO> Ernst. ts. Alte» und Neue» von der Kleiderlaus. Dr. Friedrich Knauer bringt in der Keplerbund-Zeitschrift »Unsere Well" einen lehrreichen Beitrag über die Kleiderlaus, dem wir den folgenden Absatz entnehmen: Man behauptet, daß die Kleiderlaus einen gut entwickelten Geruchssinn besitze und hat daraufhin eine ganze Reihe riechender Stoffe zur Bekämpfung der Kleiderlaus in Vorschlag gebracht. HascS diesbezügliche Versuche haben aber ergeben, daß die Riechwette deS TiercS keine besondere sei, daß sie auf Gntfernungen von 50 biS 20 Zentimeter in ihrem Verhalten sich unsicher zeigt und erst bei zwei oder weniger Zentimeter Entfernung zu wittern begann. Darau» ergibt sich für die Praxi», daß die meisten der zur Vertreibung der Kleiderläuse angeweudeten Chemikalien von der LauS gar nicht wahrgenommen werden können, also wirkungslos bletben. Am wirksamsten schien daS echte persische Insektenpulver, das aber meist verfälscht in den Handel kommt. Rach v. Prcvazck sollen Eukalyptu»-. Rel- ken-, Fenchel und AniSöl. noch bester 15 Teile Berga- mottöl, 25 Teile KalmuStinklur und 60 Teile Weingeist wirken. Am wirksamsten bleibt unter allen Umständen die Vernichtung der Tiere am Körper und aus den Kleidern. Wäschestücken und EinrichiungSgege,Isländer». DaS geschieht durch Einreibung des Körper» mit Sabadillessig oder grauer Salbe, darauf »Baden ini warmen Brause- bad mu grüner eSise. Schweflige Säure tötet innerhalb scchö Stunden sicherlich alle Läuse und Eier in den Kleidern. — Andere Verfahren beruhen aus Aushungerung der Tiere und im Gebrauch trockener und feuchter Hitze. Die Kleiderlaus benötigt zu ihrer Ernährung menschliches Blut. Das Blut von Kaninchen. Meerschweinchen, Pfer- den und anderen Tieren saugt sie gar nicht ober nur ungern. Tie durchbohrt mit ihren Mundwcrkzeugen die elastische Haut und schlitzt die Dapillaren auf. Auf diesen Stich entsteht dann eine Quaddel, indem ein von der LauS abgesondertes Eneym die Blutgerinnung verhindert. Wnn daher Kliderläuf den Körpr i« grötzeree Zahl b»- 1» fr*« »»» 9*n*i uj>i> Knoten und Pusteln auf, und so kann es zu ersechreckender Verheerung der Ha»Uobersläche kommen. Erreicht solche Verlausung einen hohen Grad, dann fressen sich die Schmarotzer an verschiedenen Hautstellen in ganzen Scharen ein. es entstehen die schweren Fälle der „Lausesuchl* oder Phthiriasis, wie sie besonders in früheren Zeiten in höchsten Kreisen ihre Qpser suchte. Schon die Schriftsteller deS AllertumS wissen viel über diese Krankheit, die da und dort zu den Landplagen gehörte, zu berichten. »Aron". heißt es. .schlug mit seinem Stabe in den Staub, und es wurden aus diesem Läuse an dem Menschen und dem Vieh. Aller Staub Aegyptens verwandelte sich in sie." Der Inhalt der Papyrusschristen ergibt, daß man sich schon im vorchristlichen Altertums durch Einsalbun- gen vor diesen Parasiten zu schützen suchte. ES wird berichtet. daß die ränkesüchtige Phcretima an Läusesucht zugrunde g»ng. Einer Rede deö DcmoStheneS können wir entnehmen, daß eine der Genossinnen der berühmten AS- pasta den Beinamen die .Lauserin* hatte, weil sie sich ungeniert vor der Tür ihres HauseS der Jagd auf ihre Schmarotzer hingab. E»n französischer Arzt weiß zu berichten, daß in Frankreich der Hof de» Sonnenkönig» in Schmutz geradezu unterging. Man puderte sich wohl reichlich, machte von Schminken aller Art ausgiebig Gebrauch, unter den mächtigen Perücken gediehen aber die Schmarotzer auf» beste. il. Turchhalte«. Ter tvettertaunige April hat die kalten Wintermonate abgelöst. Die Zeit der eisigen Kälte ist vorüber, und wenn wir unter der kalten Temperatur auch mancherlei Entbehrungen auf un» genommen haben, so manchen Tag ohne Heizmaterial waren. Kohlen und Koks unter allerlei Erichwerntssen und nur sack- oder eimerweise beziehen konnten, wenn wir teilweise auf die gewöhne Beleuchtung verzichten, die Schulen, Theater und Kinos vorübergehend schließen mußten — eS ist gegangen. Wir haben durchgehalten — trotz der Kohlennot. Diese Ist jetzt in der Hauptsache vorüber. Wer schon droht eine neue und ernster« Zchwicrigkelt: Ta» Brot wird knnpp. Auch diese Rot werden wir überwinden. Die "»eschichke der RaK»un^s»irrHlch««le kehrt un», daß ganz« Völker z»it- »*s« kl JGh,K 1 ,»,i 9h|«pnt«i uii*c «ins» »tPÄHb« Hungersnot gelitten und dieselbe überstanden haben. ganz anderer Weise als wir jetzt noch. Gott sei Taok. versorgt sind, haben diese Völker damals sich ernähret müssen. König berichtet in seiner bekannten „Chemie de menschlichen Nahrungs- und l^enußmittel" über ein Hu» gersnvtbrol aus dem TulSkcr liionvernement. da» cuJ t«o Gänsefuß und 25% eines wemischeS aus Roggentleß und Knbterich bestand, von einem Landbrote aus Roggew Maismehl und aufgeweichtem Buchholzmchl, ftrner vor schwedischen Bro:sorten: ..Roggenblntbrot", ..Rtndenbrvl lMehl mit Klefernrlndey ..Strohbrot" (Hafer- und Gerste» ähren und etwas Mehl», „Soueranipferbrot" l Sauerampfer- Pflanze mit Waldkräurecn), , Knochenmehlbrot" ...Hunger» norbrot" (Stroh und Rinde). Bettels und Llig — Münster berichten über: Brot aus Mais und Roggen mit Eichclmehl und Eichrlschalen, Br»: des „Ro:en Kreuze»" in Samara, aus Roggen mit erw»r Wetzen und Unkrautiamen, und Maurizio — Zürich fand n den Zähren 1894-1198 Brot aus 30—40 «B und Kleie und 70—60 ’• Holzstückchen und Unkraut, Bro^ aus Wurzeln einer Schilftorte. Brot auS 90 Kor«' radenschalen, 30—-3 > sonstigen Unkräutern und ÄprM ja. sogar Brot auS Mehl und Ton (big 64 e&). soweit ist e» bet unS noch lange nicht, soweit wir» eS auch nie kommen. Unsere RahrungSmittelkontrolle sor wir einen vorzüglichen und in Bezug auf den .'rähnvettl relchen Ersatz in der zugewiesenen höheren F!eischmen«> die durch dan RetchSzu^chuß verbilligt wird. Die Ernährung wird dadurch in ihrer BeschaffcnheV be,.er^ wir führen dem Körper wirksamere Nährstoffe Pt als jetzt. Der Körper wird besser ernährt werden, tr»W dem er der Menge nach wenig Nahrung erhalten wird. ni 5Ail elnIaui Lhne Schaden an unserer hnlt«n wir durch, auch wann das iundhelr zu Brot knapp nehmen wird. "d di- :cr ur ettva ein Dri AltsitU Hit -den ö cl1 ^iter^lN IfflH***"' '' iittb tWl.T S Pariser •t srÄ a 5f„, u»S -.W !-»- Sin grov?- ' yor am »«PSL. «n «W *0« f. 3 Jic PtSlll C "mÄ- Z-n SE ma» 1 - ,1 (vM l! colaus i> . iranzöjilche» ^ k m Wjnii; ■ j 5 j se der Pomp int Hont dllexcmr 3 in HllriS durch . re-oigt ist. ^ Mr den .^eifert der schwed ci v mühen, dav ä usachen. Im übrige, an eiujandttn enflli .-Hfi dabi.i. Denn au ; Wü Minister W iden. geht nur drv or. daß selbst iunerh 'egierung unlösb ah die durch die .-rasütze die milttär iben. hat selbst derb ikvkv in der erwähn Be „Männchen" Tie Türken an Palästina: Sinai front. \it seinen rechten ff nö axßclrei am Llu vx. \i ülßaül neue SteUui meldet, daß bei ' -ugene eingebracht inge Zahl erklärt s >us beiden Zeiten g iche Gewehre und utet Bon den st -er Gegner ins Aeu, Äus den übrige Rsft. f'ami and •Cie • cuei itler . Ifiic '“'"fHtfcv, L-Stz? Ir KadaO lo i 0 “u 1 < MUC su e s-lne itflw neuen itcia StietVÄ 16 ® 1 ■pneto aurdM ?** «WKW««. 4Ä£ hfff WtzLtz ■ ><»««; n 0 «S f)(tf sich für Pir ue Kundgebung verö' innere SSeformT a ' hat bekanntlich sch tritt Lar-jons. ralität und Führer d !v n. beabsichtigt, m >m 19. April, demnüt Weit als Erster Lo nig nfvlareich gebe; es auch diesem mund^e t gelungen, ein M zu finden. Der $ eniger mit diesen Fr rs" meint vielmehr, ^te (kx englandftm sen dürste, die aus |i i Einführung des Ho. Krieg. Montevidi ad Brasil! !iterve iß die d! äirden |UV VW dseligkeil i aus d allsten i I iie Bevc rot und Unkraut, attS 3 °n> «W M-rsiWden h°d°n^ S SÄ« außmtttti u c Sotwernemeiü, » n Landbrot 1 - „ BuchhK"^' ^&enen br°>" fäffimtttaM 3£S.“>» r »«»*!,JE.»* ? ^suchten italienischen Südprovinz („Absatz" des ita enischen „Stiefels") Apulien, welche fast ausschließ, ch von Brot lebt, in großer Erregung wegen der ngenügenden Versorgung. Seit dem 1 . <*a- i »tat hat die 20 000 Einwohner zählende Stadt Andria ur etwa ein Drittel ihres Bedarfs erhalten. Nüssen als Kanonenfutter. Tie französisch-russischen Beziehungen sind mehr -ls seltsam. Marianne will jetzt ihr eigenes Blut .paren, indem sie den Bären bluten läßt. So erklärt die Zeitung „Alsace" in Belfort mit über Grausamkeit: Frankreich habe Rußland 17 Milli- 'den geliehen, deshalb müßten die Russen unter allen mstünden wciterkämpfen. Also eine Blutschuld im b uchstäblichsten Sinne. Und da ein Teil der russischen ozialisten und Soldaten den Frieden anstredt, so -rdert das Pariser „Journal", daß die regelrecht mit '-rr Macht ausgestatteten Führer der provisorischen egierung handelten, um der friedensfreundlichen Strömung entgegenzutreten. Mit anderen Worten: die Friedensfreunde sollen gewaltsam beseitigt werden Ein großes italienisches Blatt — in Italien zittert man am meisten vor einer etwaigen Gewehr-bei-Fuß- ' sllung Rußlands in Erinnerung daran, daß im Juni : 916 nur die russische Offensive Italien rettete — versucht es mit der Sentimentalität: die Russen sollten och daran denken, daß die Westmächte sie „von dem - a r i s m u S befreit" hätten. ArauEreichä Bündnis mit dem Zarismus in Rußland ist zwei volle Jahrzehnte vor dem riegsbeginn abgeschlossen worden, aber nie hat in dieser Zeit das demokratische französische Volk gegen die Grausamkeiten deS Zarismus Front gemacht! Im Gegenteil, es hat die Zaren Alexander Hi. und Nicolaus [ 1 . bei ihren Besuchen in der französischen auptstadt in einer so byzantinischen Weise umjubelt, daß i ie französischen Witzblätter sich über diese merkwür- ' lge Bekundung republikanischer Gesinnung lustig machten. Eine der pomphaftesten Brücken über die Seine «reißt „Pont Alexandre lll.". so daß also der Zcrris- ums in Paris durch Stein und Eisen gewissermaßen verewigt ist. Mit den Franzosen, Italienern und Engländern wetteifert der schwedische Sozialdemokrat Branting in :em Bemühen, das Kriegsfeuer in Rußland wieder an- zufachen. Im übrigen steht der Erfolg der nach Petersburg entsandten englischen und französischen Sozialisten noch dahin, denn aus den Reden, mit denen die russischen Älinister Miljukow und Kerenski sie begrüßt vaben, geht nur das eine mit aller Gewißheit hervor, daß selbst innerhalb des Schoßes der provisorischen Regierung unlösbare Widersprüche bestehen. Daß die durch die Revolution hervorgerusenen Gegensätze die inilitärtsche Kraft Rußlands erschüttert i-aben, hat selbst derkriegsbegeisterte dlußenmitüster Mii- jilkow in der erwähnten Ansprache zugeben müssen. Die „Männchen" nutzen auch bei Gaza nichts. Die Türken berichten über die Kämpfe südlich von Palästina: Sinai front. Der bei Gaza geschlagene Feind 5at seinen rechten Flügel noch weiter zurückgenommen und aröeitel am Ausbau seiner Verteidigungsstellungen. Zum Schutz seines rechten Flügels hat er eine Anzahl neue Melkungen angelegt. Nachträglich wird gemeldet, daß bei Gaza hundert unverwundete Gerangene eingebracht wurden. Die verhältnismäßig geringe Zahl erklärt sich durch die Erbitterung, mit der auf beiden Seiten gekämpft wurde. Es wurden zahlreiche Gewehre und einige automatische Gewehre erbeutet. Bon den schweren Panzerwagen (Tanks), die der Gegner ins Feuer brachte, wurden drei zerstört. Aus den übrigen Fronten keine besonderen Ereignisse. Er bettelt sein Bott an. Der rumänische König Ferdinand richtete eine Proklamation an die rumänische Bevölkerung, in der dem i.anbe eine Verfassungsreform versprochen wird. Die Proklamation verspricht die Einbringung einer neuen Wahlrechtsvorlage, ferner die Gleichberechtigung iller Konfessionen und Klassen im Gesetz, die Besserung der U n t e r r i ch t s Verhältnisse und die Einführung von sozialen Schutzgesetzen. Schützengräben auch iu Palästina. Englischer .Heeresbericht aus Aegypten vom 21. April: Die Truppen in Palästina befestigten das gewou uene Gelände. Sie sind jetzt in Fühlung mit der der Diarkthalle von ländern. -oder neben 22 gefallenett Eng- cf .tRÖ ($$ ei l ' l. (ft i Muchio o h aus «« :bi •“SPS? irr ern^' , Nahrunki K »«*' . j Kleine Kriegsnachrichlen. " Ter türkische Großwesir Talaal Pascha ist nach Berlin ! abgereist, von wo er sich ins deutsche Hauptquartier begibt. " Eine Meldung des „Matin" auS Calais besagt, daß etwa 100 Granaten auf die Stadt abgefeuerr, einige Bürger getötet und ettva ein Dutzend Personen verletzt worden seien. " Tie Verbände der englischen Woll- und Baum- wollsabrikanten haben sich grundsätzlich für Einführung des metrischen Garnmaßes erklärt— Also schon ein Stück Kultursortschritt! - Die Vereinigten Staaten suchen alle nur greifbare Baumwolle aufzukaufen, um solche den europäischen Verarbeitern zu entziehen. Die neue Niesenschlachr bei Arras. Nachdem nun auch die Franzosen mit ihren be >en Offensiven kein Glück gehabt haoen. setzen jetzt die Engländer, wie der GeneralstadSbericht vom Montag mitteilt, wieder ein. Sie haben bei Arras eine neue Offensive eröffnet Das war bereits aus der Meldung der anhaltenden Steigerung des Feuers zwischen Loos und der Bahn Arras-Eambrai zu schließen. Die Strecke von der Bahnlinie bis Givenchy-en Gohelle ist der Schauplatz der früheren gescheiterten englischen Durchbruchsversuche und hat eine Frontbreite von etwa 23 Kilometern. Der Rest der Linie, auf derber Artilleriekampf tobt, ragt bis LooS. das heißt, bis auf 3 Kilometer nordwestlich LenS in den bekannten Bogen hinein, aus dem unsere Führung die Stellungen bis dicht an den genannten Ort heran zurückver- legte. Im ganzen hatte die Front des Artillerickcrmpses eine Ausdehnung von etwa 3 2 Kilometern. Auch die am 23. April begonnenen Jnfanteriekämpfe finden auf breiter Front statt. Eins ist aber sicher, daß in jedem Falle aus dieselbe bis zum Tode getreue und unüberwindliche deutsche Tapferkeit stoßen wird wie bisher. Wie Frankreich verblutet. Bei der Einberufung der schwächlichen Jünglinge der Jahresklasse 1818 haben sich in Paris in den Straßen herzzerreißende Szenen abgespielt. Weinend blickten die Frauen diesen halben Kindern nach, Jammer und Schmerz erfüllte die Menge auf den Bahnhöfen, die ihrer tragischen Abfahrt nach den Kasernen der Bretagne beiwohnte. Nur kurze, eilige Ausbildungstage trennen sie von dem Schlachtfeld. Bon allen Pariser Blättern fand sich nur die „Bictoire" des kampfwütigen Herve, um den Abzug dieser armen Jungen mit dem brutalen Wort 311 feiern: „Das einzige, das einem beim Anblick dieser zur großen und herrlichen Prüfung ausziehenden Jugend leid tat, war, sie so wenig zahlreich zu sehen!" Und Herve fordert eine furchtbare Abrechnung mit dein deutschen Volke. Aber das ..Journal du Peuple" erwidert ihm mit vielsagender Doppeldeutigkeit: „Er mag ruhig sein, sein Wunsch wird erfüllt werden: die Stunde der Abrechnung wird schlagen!" Großväter die gewohnte Menge. Gewiß dürfen wir nicht übersehen, daß die gesteigerten Ansprüche, die das nervenaufreibende neuzeitliche Leben an den Menschen stellt, eine vermehrte Nahrungsaufnahme vielleicht rechtfertigen. Aber nach ärztlichem Ausspruch ist die Steigerung vor dem Kriege über das notwendige, zum Teil geradezu über das gesunde Maß hinausgegangen. Und so mancher, der 20, 30 Pfund an Gewicht verlor, atmet heute erleichtert aus und nimmt sich vor. bei der heutigen Bescheidenheit zu bleiben. Politische Rundschau. :: Der „unabhängige Ausschuß für einen deutschen Frieden" wendet sich gegen eine Aeußerung eines sozialdemokratischen Führers, der von „unsinnigen Forderungen" der „Anexionisten gesprochen hatte. Er betont demgegenüber: „Der „Unabhängige Ausschuß" verlangt Sicherung unserer Grenzen nach Oft und West. Das die nur erreicht werden kann durch Ausdehnung unseres politischen Wirkungsbereiches nach beiden Richtungen, s«ht icder, der sehen will. SoN Ostpreußen auch in Zukunft der Festungskette Warfchau-Kowno gegenüberliegen? SoU Belgien als Einfallspforte offen bleiben in unmittelbarer Nachbarschaft unserer wichtigsten Industriegebiete, ohne deren sicheren Besitz wir überhaupt nicht Krieg führen können? Sollen wir erweiterter ländlicher Siedlung, deren wir schlechterdings nicht erraten können, für alle Zeiten entsagen? Ein Friede ohne Machtgewinn und KriegSentschädiguilgen ist gleich zu deuten mit der „Verelendung und Unterdrückurrg", die der Führer der Sozialvemokratie nach eigener Erklärung vom detltschen Volke sernhalten will." :: Im Reichstag, dessen Wiederzusammentritt auf Dienstag festgesetzt worden war, fragt der Aba. Dr. Heckscher unter Hinweis auf die Mitteilungen über die Verbuche, mit Hilfe französischer Gefangener in teuflischer Art Seuchen tn Deutschland zu verbreiten und unsere unentbehrlichen Nahrungsmittel zu Zerstören, ob der Reichskanzler Auskunft über das weitere Ergebnis der amtlichen Untersuchung, inSbe^ joiTdere auch darüber erteilen könne, ob die Untersuchung ein Miwerschülden der französischen Regierung an diesem entmenschten Treiben erwiesen hm. Wir Schlemmer Deutsche Lebenshaltung einst und jetzt. Es ist keine Frage, daß es unseren Vätern und Großvätern bei weitem leichter gefallen wäre, sich mtt der Rationierung der Lebensmittel, zu der wir durch den englischen Wirtschaftskrieg gezwungen sind, ab- Zufinden, als ihren verwöhnten Kindern und Kiw desktndern. Wir machen uns selten klar, wie stark die Ansprüche des deutschen Volkes, und Zwar aller Schichten. gerade in den letzten zwanzig Jahren vor dem Kriege gewachsen sind. Der Krieg kam über uns in einer Zeit, da bas Nationalvermögen rasch stieg und damit auch die Lebenshaltung von Jahr zu Jahr eine erhebliche Besserung erfuhr. Einige Zahlen der Statistik veranschaulichen diese Entwicklung am besten. Es betrug der durchschnittliche Verbrauch der Bevölkernng (^az a^deckenden feindlichen Hauptstellung. Tie Stel- I des Deutschen Reiches im Durchschnitt der Jahre 1893 lang erstreckt sich von der Meeresküste bei Scheik Hanat j his 1914 an Weizen 90,9, Roggen 14" 7 Gerichtssaal. Mord um 10 Mark Im Dezember wurde der 16 Jahre alte Fabrikarbeiter Gottlied Wahl von OetiS heim, O.-4l. Maulbronn, in der Nähe des OrteS durch einen Schuß in den Kopf ermordet und seiner Barschaft beraubt aufgefunden. Der Mörder wurde in der Person des gleichaltrigen Fabrikarbeiters Albert Müller von Oetiöheim verhaftet. Er war der beste Freund des Ermordeten und führte den Mord mtt kalter Ueber- legung aus, um die Barschaft des Ermordeten rauben. Es handelte sich nur um 10 Mark. Den Gipfel der Frechheit erklomm der Mörder, als er bei der Beerdigung im Aufträge der Kameraden einen Kranz cun Grabe seines Opfers mit einer kleinen Ansprache nieder legte, einen Kranz, zu dem er selbst aus dem Raube eine Mtark gespendet hatte. Bor Gericht stellte der Mörder die Tat als eine Augenblickseingebung hin. Das Urteil lautete aus 12 Jahre Gefängnis. ± Zum Tode verurteilt. Der ^lrbeiter Wladislaw Kamecz ist vom Schwurgericht in Stendal zum Tode verurteilt worden. Er gestand den Mord an dem Dienstmädchen 5^edwig Möhler, den er in der Nähe der Wolfsburg verübte, ein. Wegen eines weiteren Per- Tochter des Polizei- Mörder ickchen Unttäutern, rCH-ij 55 knapp- &* öert“; Fle urch mi Munttrr bis östlich der Stadt, von dort in süd- i stlicher Richtung nach Abu Hameira. — Am 19. April wurden etwa 200 türkische Gefangene gemacht. Das englische Groß?Luftschiss, dessen Vernichtung kürzlich amtlich gemeldet wurde, ist nicht in der Nähe von Nieuport, sondern 20 ^e- r,teilen nördlich Zeebrügge zugrunde gegangen. Die Flugzeuge, die von uns daran beteiligt waren, wurden •ion Flugzeugmeister Meyer und Flugzeugmeister Kest- er gefichrt. Das englische Luftschiff, das die Bezerch- nung 17" trug, hatte eine Gondel mtt 8 Mann Besatzung, 2 Motoren und 2 Maschinengewehren. Es 'wurde in erbittertem Nahkampfe von nicht mehr als 20 Metern abgeschossen. Die Deutschen sollen Sklaven werden .. AMSSrUÄW s «Ü31 ulK «fcwn» »«*"' d.- - -fr prtten^^en klonst K°h'-"sts-''^LownwIw«n. Ma- I e.fc.slialtuun «roe^tcr jifjtnen und Schiffe liefern.^ Deutschlands muß vortym^ l ^EMinden. Tie dem Städter heut- zustehende t, Gerste 80,1 Kartoffeln 000,1 Kilogramm: dagegen im Jahre 1913-14 an Wetzen 93,5. Roggen 156,1, (Gerste 103. Kartoffeln 700.2 Kilogramm. Noch auffallender sind die Zahlen, die die Stei- aeruna des Fleischverbrauches in Deutschland während des letzten Jahrhunderts erweisen. Es wurde pro Kopf und Jahr an Fleisch verzehrt: 1816: 17,3. 1840: 21,6, 1S73: 29.5, 1892: 32,5, 1900: 46,2, 1912: o2,3 Kilogramm. In noch nicht hundert Jahren erne Verdreifachung des FlcischEonsnmS! In den zwanzig Jahren von 1892 bis 1912 eine Steigerung von 32,5 auf 52,3 Kilogramm! Wenn wir in den letzten Jahren vor dem Kriege häufig mit einer ._- v . Fleischnot" zu kämpfen hatten, über die wir heute^an- | der 16 jährige Hans Steck aus Neumühleir-Trelrichsdors Aus aller ibeU. Ltuvuieil-Kataftrophcn in -er Schweiz. Im Kanton. Uri rmd im. Renßtal herrscht zurzeit große Lawinengefahr. Im Erstscldtal wurde am Freitag ein Stall mtt zehn Stück Großvieh Zermalmt. Eine Hilsskolonne mußte unverrichteter Dinge umkehren und bemerkte, wie eine weitere Lawine ein Haus und einen Stall zerstörte. Ob die Bewohner am Leben geblieben sind, konnte noch nicht fest- gestellt werden. Am Sonnabend überschüttete eine Lawine südlich des Bahnhofes Erstseid die Brücke der Gotthardbahn, sodatz der Betrieb eingleisig bewältigt werden mutz. Gegenüber der Kirche von Gassen wurde ein Stall mit vier Kühen verschüttet. Am Sonntag morgen ging eine Lawine beim Bahnhof vor Gurtnellen in außerordentlicher Ausdehnung nieder. Auf dem Gurtnellerberg begrub eine andere Lawine ein Haus und tötete eine Frau, ein Kind und zwei Männer. Tie Bewohner anderer verschütteter Häuser konnten gerettet werden. Ferner wurden sechs Ställe zertrümmert. Wegen der fortgesetzten Gefahr ist die ganze Gegend abgesperrr, die Häuser auf dem Gurtneller- berg werden geräumt. Die Feuerwehren sind zur Hilfeleistung aufgeboien worden. ** Mord uu- Tosschlag in langer Ncihe. In Kiel- Gaarden wurde der 18 jährige Bäckergeselle Alfred Pagel verhaftet und überführt, den Ztgacrenhändler Metzer ^ermordet zu haben. Der Mörder war zur Zeit der ^at Lehrling bei einem Bäckermeister im Norden der Stadt. Während des Verbrechens stand ein anderer Bäckerlehrling, Martraustädt hat der 14 jährige Knabe aesicktS unserer Kriegskost doch etwas lächeln müssen, > schmiere . — In Martr. so ist diese ..Not" zum Teil auch auf die vermehrten | Fischer bei einem Zant seinem löjährrgen Bruder im handeln^"-"^ etwas Yänn in diesem Swdium der j ^deutschen Bolkes jetzt auf der gleichen Höhe halte« Dinge doch nur jemand schreiben, der seiner ^rn \ und er ist noch etwas höher als der Fleftch- Nicht mehr mächtig ist. I verbrauch z. B. des italienischen Volkes im Fr eden. , . ^ , \ DoZ sollten wir nicht vergessen, wenn wir klagen. Zn dem Seegesscht \m Kanal. j ~ t J ^ch^alhans Küchenmeister ijt. Was uns Die Londoner Sonntags-Zeitungen melden, oatz , v und was wir mrr in der .^riegSzeit uns 23 deutsche Seeleute, darunter einige Oftiz^e, in dem | ® . J falten zu können glauben, war sur unsera Gefecht im ^anal getötet worden seien; sie lägen in gesauen s Jähzorn ein Messer tn den Leib gestoßen und so schwer verletzt, daß er bald daraus starb. - In Lübeck wurde der in Schröders Gang in der Altesähre wohnende Händler Dührkop in seiner Wohnung ermordet aufgefunden. Es fehlen alle Barmittel und auch die Uhr. Dührkop bewohnte die Gangbude zusammen mir einem gewissen Koos. Dieser ist des Mordes verdächtig. - Der Lokomotivführer SP. in Leste wurde als gefährlicher Ticb entlarvt. Darcmfhin und seine beiden Kinder und dann sich Ter Ausschuß der Landesversicherungsanstalt Berlin hat, 150 000 Mark zirr Nnterbringtrug von Kind»rn auf dem Lande bewilligt. Es sollen in erster Reihe Kinder von Rentenempfängern berücksichtigt werden. * Am Sonntag trafen 21 Marinesoldateti des Kriegsschiffs „Möve" unter Führung eines Packofftrie«« in Hu ein, vom Publikum stürmisch begrüß. der Champagne entwickelten sich gestem mittag nordöstlich von Aubenve neue Kämpfe, die auch in der Nacht andauerten und heute morgen unter weiterem Kräfteeinsah wieder an Heftigkeit zugenommen haben. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Keine wichtigen Ereignisse. Auf dem Oestlichen Kriegsschauplatz, ist nach einigen ziemlich ruhig verlaufenen Tagen die russische Feuertätigkeit besonders zwischen Pripjet und Dnjestr wieder lebhafter geworden. Mazedonische Front. Nichts Neues. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. wtb Berlin, 19. April, abends. Südöstlich von Ar- ras lebhaftes Feuer. - Beiderseits von Craonne starker Artilleriekampf. Längs des Aisne-Mame-Kanals französische Angriffe, deren stärkster auf den Brimont bereits gescheitert ist. - In der Champagne blich unser Gegenstotz Geländegewinn des Feindes nordwestlich von Auberive aus. wtb Grotzes Hauptquartier, 20. April. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht. Auf dem Kampffelde von Arras nimmt täglich die Feuertätigkeit zu, bei St. Quentin schwankt ihre Stärke. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Die am 16. März begonnene Einnahme der von langer Hand ausgebauten Jone der Siegfried-Stellungen hat gestern nordöstlich von Soissons ihren Abschlutz gefunden durch Aufgabe des Aisneufers zwischen Lande und Soupir. Der Feind folgt zögernd. - Die Doppelschlacht an der Aisne nnd in der Champagne nimmt ihren Fortgang. Längs des Lhemin des Dan,es dauert der starke Artilleriekampf an. Bei Braye, Temy und m,ter großem Maffen- einsah beiderseits von Craonne ,nähten sich frisch heran- geführte französische Regimenter vergeblich und verlustreich ab. den Höhenkamm zu gewinnen. - Den schon am 16. April ohne Ergebnis versuchten Angriff zur Umfassung des Brimont-Blocks von Nordwesten und Norden emeuerte der Franzose gestern nachmittag. Bor unseren'Stellungen an, Aisne-Mamekanal brachen die fünfmal anlaufenden Sturmwellen neu eingesetzter französischer Divisionen blutig Mammen; auch die Russen wurden wieder vergeblich ins Feuer geschickt. Unsere dort fechtenden Divisionen sind Herren der Lage. - In der Champagne ist den ganzen M“'™ . ‘ ~ ,.N« Ing über im Waldgebiet zwischen der Stratze Thulzy-Nasroy und dem von uns freiwillig geräumten Auberive gekämpft worden. In einen, vortrefflichen Gegenangriff drängten wir den vorgestern vorwärts gekommenen Feind und seine zur Ausbeutung des Gewinnes ins Gefecht geworfenen frischen Kräfte zurück und erreichten die beabsichtigten Stellungen. Der zweite französische Durchbruchsversuch in der Champagne ist dadurch vereitelt. - Bisher hat die französische Führung mekr als 30 Divisionnen auf beiden Schlachtfeldern einäeseht. Sie wurden nach Beendigung der Sommekämpfe für den Durchbruchsangriff und die erhofften Derfolgungsmärsche sorgfältig ausgebildet. — Die Hoffnungen Frankreichs haben sich nicht erfuUt! Heeresgruppe Herzog Albrecht. Keine Ereigniffe von Bedeutung. Qestlicher Kriegsschauplatz. Das russische Artilleriefeuer hat sich auch gestem in mehreren Abschnitten auf bedeutender Höhe gehalten In- fantcnetätigkeit ist nicht gemeldet. Mazedonische Front. Auf der Ewena Stena sind französische Angriffe zum Rückgewinn der am 17. April verlorenen Stellungen von deutschen und bulgarischen Truppen abgewiesen worden Auf einer Kilppe hat der Feind wieder Futz gefaßt. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. Berlin. 20. April, abends. Bei Arras nichts neues. - An der Aisne-Front vielfach starker Artilleriekampf am Brimont ist ein neuer russischer Angriff verlustreich gescheitert. - Nachmittags haben sich zwischen Prosnes und Suippes-Tal von neuem Kämpfe entwickelt. Im Osten nichts Wesentliches. wtb Großes Hauptquartier, 19. April. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. An der ffandrischen und Artoisfront war bei Regen und Sturm die Gefechtstätigkeit nur in wenigen Abschnitten lebhaft. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Aufgefundene Befehle zeigen, wie weit die Angriffsziele den am 16. April in den Kampf geworfenen französischen Divisionen gesteckt waren. An keiner Stelle sah oie französische Fühmng ihre Hoffnung erfüllt, an keiner Stelle haben die Tmppen auch nur annähernd ihre taktischen, geschweige denn ihre strategischen Ziele erreicht. - In der Nacht vom 17. zum 18. April gelang den Fran- zosen ein örtlicher Angriff bei Drage; im Laufe des Tages an mehreren Stellen der Höhenfront des Lhemin des Domes, mit besonderer Erbittemng bei Craonne geführte wieder- )olte Angriff des Feindes schlugen unter blutigen Qpfem ehl. - Bei La Dille aur Bois, deffen Waldstellungen ür uns ungeeignet geworden waren, richteten wir uns n einer Hinteren Defestigungslinie ein. - Am Brimont chickte der Gegner die in Frankreich fechtenden Russen zu vergeblichem verlustreichen Ansturm ins Feuer. — In Der Sieg der 6. Kriegsanleihe. wtb Berlin. 18. April. Das Ergebnis der sechsten Kriegsanleihe beträgt nach den bis jetzt vorliegenden Meldungen ohne die zum Umtausch cmgemeldeten älteren Kriegsanleihen 12 770 000 000 Mark. Kleinere Teilarrzeigen stehen noch aus. Ueberdies sind die Zeichnungen der Feldtruppen. für welche die Zeichnungsfrsst erst tm Mai abläuft in der Summe nur zum Xeil enthalten. Schon jetzt steht außer Zweifel, daß durch die Gesamtzeichnungen auf alle sechs Kriegsanleihen die Summe von 60 Milliarden überschritten wird. - Was niemand für möglich gehalten hätte, ist eingetroffen: Das Ergebnis der bisher erfolgreichsten dritten Kriegsanleihe ist um 70 Millionen geschlagen. Diese gewaltige Kraftäußerung erbringt den kla- ren Bewies dafür, wie ungebrochen Deutschland auch auf wirtschaftlichem Gebiet nach fast drei Kriegsjahren dasteht. Sie legt zugleich ein glänzendes Zeugnis ab für die unerschütterliche Entschlossenheit des deutschen Volkes, den Krieg siegreich durchzuführen, und für seine sichere Zuversicht auf einen vollen Erfolg. Wenn unsere 6. Krieganleihe wieder 10 bis 11 Milliarden ergeben hätte, wie die 5. und die 4. Anleihe, so wäre das schon ein großer Erfolg gewesen. Der Ertrag von fast 13 Milliarden, die Uebertrumpfung der glänzenden dritten Anleihe um l U Milliarden - das ist ein wunderherrlicher Triumph. - Wer triumphiert? Zunächst die Geldkraft des deutschen Volkes. Noch glorreicher ist aber der Triumph der Willenskraft des deutschen Volkes. Wir sind reich an Geld, noch reicher an Mut und Entschlossenheit. - Seit der letzten Anleihe im vorigen Herbst hatten wir folgende Ereignisse zu verdauen: 1) die trotzige Ablehnung unseres Friedensangebots, 2) die Verkündigung des ungehemmten Tauchbootkrieges, 3) die Kriegsarklär- ung von Nordamerika nebst den diplomatisch Bruch mit China und Brasilien, 4) die russische Revolution, 5) die Eröffnung der Kämpfe an der Westfront. Man könnte noch als 6. Ereignis hinzufügen: die Einschränkung unserer Brotration, die uns den Emst der Ernährungfrage für die nächsten Monate schärfer fühlen läßt. — Line Erleichterung unserer Lage konnten wir von der mffischen Umwälzung erhoffen, doch blieb bei der fortdauemden Gähvung in Rußland die Sache noch unsicher. Tine gewisse Erschwer- ung brachte uns die kriegerische Wendung in der neuen Welt, die dem gehnverbande unserer Feinde eine Groß macht als elftes Glied einfügte. Diese neue Gefahr hätte Leute mit schwachen Nerven erschüttem können, hat aber das deutsche Volk zuversichtlich getroffen. Der gom, der uns bei der frechen Antwortnote der Feinde vom Jahresanfang aufstieß, war kein Strohfeuer, sondem wirkte nachhaltig als frische Triebkraft für unsem Kampfwillen. Die Eröffnung des ungehemmten Tauchbootkrieges wurde mit Freuden begrüßt, obschon man sich über die Schwierig, keiten und Gefahren durchaus klar war. Die Berichte vom Hauptkampfplatz im Westen wurden mit Verständnis und Starkmut ausgenommen, sowohl die Nachricht von der Iurückbiegung in die Hindenburglinie als die Botschaften vom verzweifelten Ansturm der Engländer und Franzosen. Die Gegner glauben unseren Worten nicht, wenn wir ihnen sagen, daß im deutschen Volk Mut und Kraft nicht im mindesten erschüttert sind, sondem vielmehr wachsen an Stärke und Stolz. Jetzt haben sie dagegen einen tatsächlichen Beweis, an dem sich nicht rütteln und nicht deuteln läßt. Ein Anleiheergebnis, das alle vorhergegangenen über- trifft, legt für die Volksstimmung in Deutschland ein überwältigendes Zeugnis ab. Das deutsche Volk hat in diesem entscheidenden Ab schnitt des Krieges nicht allein seine eigenen früheren Leistungen übertroffen, sondem auch die Geldleistungen der beiden .reichsten" Feindesländer so weit übecholt, daß weder England noch Frankreich irgendwelche Aussichten haben, den Dorspmng wieder einzuholen. Frankreich hat bisher nur 20 Milliarden in festen Krieganleihen aufbringen können. England mit größter Kraftanstrengung etwa 37 Milliarden. Deutschland hat aber insgesamt 60 Militär- den von 5 prozentigen Kriegsanleihen ausgenommen. Eine kolossale Summe, die vor dem Kriege kein Mensch uns zugetraut hätte. Wir selbst auch nicht, da wir erst nach und nach gemerkt haben, daß wir so reich und so leistungs- fähig sind. Der glänzende Triumph, den wir im Spiel der w jiU bemen Kugeln" errungen haben, hat nicht allein für die gegenwärtige kriegerische Kraftprobe seine große Bedeutung, sondem auch für die künftige Entwicklung im Wettbewerb der Völker nach Wiederherstellung des Friedensverkehrs. Die Feinde haben uns längst gedroht mit dem wirtschaftlichen „Krieg nach dem Kriege". Mögen sie dieserhalb noch so viele Konferenzen abhalten, nachher entscheidet doch die wirtschaftliche Kraft, die in den einzelnen Dölkem steckt, und auf diese Kraftprobe können wir es mhig an. kommen lassen. Unsere Volkswirtschaft ist so gesund und blutreich, unsere nationale Arbeitskraft ist so jugendfrisch, das Verständnis der Bevölkemng für die wirtschaftlichen Aufgaben ist so allgemein, so gründlich und so tatkräftig, daß uns kein Wettbewerber übertreffen kann, auch der Engländer nicht, der trotz aller alten „Herrlichkeit" im Hintertreffen geblieben ist. - Wenn die Engländer und ihre Genossen auf die finanzielle Unterstützung Amerika's bauen, so ist das nur ein Beweis ihres Mangels an Selbst- vertrauen und eigener Kraft. Amerika wird ihnen nur die Zahlungen für seine Waren stunden, und was von den Waren überkommt, muß Gnade und Glück gegenüber unseren Tauchbooten haben. - Wir helfen uns selbst und brauchen keine Krücken von draußen zu haben. Wir kön- nen durchhalten und wir wollen durchhalten.- dafür zeugt aufs neue sowohl der gewaltige Anleiheerfolg hinter der Front als auch das Scheitem der englisch-französischen Der- zweiflungsoffensive im Westen. - Die früheren Kriegsan- leihen hatten folgendes Ergebnis: 1. Anleihe, Sept. 14 2. Anleihe, März 15 3. Anleihe, Dez. 15 4. Anleihe, April 16 5. Anleihe. Qkt. 16 4 491,8 Mill. Mk. 9106,5 Mill. Mk. Mill. Mk. Mill Mill 12160 10712 10652 Mk. Mk. Verantwortlich: Albin .Mein in Gießen. Ohne Seifenkarte. ,,Fania“ Waschmittel für Toilette und Bad. Her^ stellt nach dem Verfahren von Prof Dr. Darmstädter und Dr. Perl. „Fanla“ enthält keinen Ton, kein Kaolin, kein Soda, kein Aetzmittel, schäumt, wäscht und reinigt gut. „Fanla" ist das idealste Reinigungsmittel für Hans, Küche, Bad, Büros, Hotels, Krankenhäuser, Lazarette usw. 12 Stück Ink!. Verpackung M. 4 — 36 .. .. 10— nur gegen Nachnahme ab Fabrik Berlin Wiederverkäufer von 500 Stück ab Engros Preise. 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An uns aber ist es, die Lösung der geldwirtschaftlichen Aufgaben in der nächsten Zukunft und für die Uebergangszeit erleichtern und sicherstellen zu helfen durch einsichtsvolle gebefreudige Darbringung unsertr ßoldfacbcn und der kdelsleingesedmeider. «»gefeuert durch de» beispiellosen Opfers»,» unserer Truppen, die in heldenhaften, Ringen unsere Grenzen schützen. vir tzingatir von Soldsachrn und lumrlrnschmnck ist nicht nur von wirtschnfftichrr, sir ist auch von tirfgrljrnürr politischer Lrdrutnnlt, als Zrugnia sirghaftrn Oplrrwillrns! So fri ra denn! Trrmmi wir uns vom rntdrlirlichrn Schmuck, bis rinr brffrrr Zrit ihn wirdrr ju riarr Frruör macht, tzohr vaterländische Zwecke fordern daa. ,.Seift una siegen", vaa gilt im Mittschaftakrirg auch für dir vristrnrr von 6old, Platin und luwelen. Goldanknufftellen, die für Goldsachen den Goldwert, für Edelsteine den vollen Berkaufswert, für Platin 8 Mk. für das Gramm vergüten, bestehen in den Städten Bensheim, Bingen, Tarmstadt, Friedberg. Gießen. Groß-Umstadt. Mainz, Worms. Hilfsstellen: Alofeld, Altenstädt, Alzey, Babenhansen, Bad-Nanheim, Büdingen, Butzbach, Dieburg Echzell Gedern, Gensingen, Groß Bieberau, Groß Zimmern. Heppenheim, Höchst, Lanbach, Lauterbach, Michelstadt' Nidda, Rieder-Ingelheim. Ober-Ingelheim, Osftnbach a. M., Oppenheim, Orlenberg. Reinheim Schotten' Schwabenheim, Ulrichstein. CaHdesfielle lör vaterländische Zwecke Der Vorsitzender, Der Geschäftsführer: Dr. Becker, Fmanzmm.ster. Bafllau, Geh. Finanzrat. Mrpkeib Se;>. . 'f' K uns-«-, „ierfeli« 6* ntv WM deiitl w,b ©rofees WestlicherJ Heeresgruppe f Gefangene und Leu Mähliche Steigerung X- Bahn Arras-Tambra Heeresgruppe Truppen aller deutfcl qewalligen Schlachtfelde < Luc den Kampf Mnn Io)e getreuem Ausharre .i) stündlich Heldentaten! rnjcln nennen. - CÖejtci lrupps die ehemalige Iuo -in!« gesäubert i weite chiugen unsere Truppen \ Srimoni wurden in der ganzen Aisnefron artet Artilleriekampf e di bei Drape, von der 1 xnke östlich von Graonn ^5chkx-Niedemng. Am j irindllche Sturm im Feue kmpf, zusammen. 3n d I.Tiffc vor unseren Stellt I h den Argonnen brachen lche Linie und kehrten i Heere« Oestlich von Dunsch. Auch dar * unserer Hand, rage schränkte di im Luftkamp «ilugzeuge abgefd k Oeftl snö an der # bei meist gcrit Der Crste Cf i: