1 (Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 pfg. monatlich vierteljährlich 1,20 371?., vorauszahlLar, frei ins HauS. Ab geholt in unserer Expeditton oder in den Zweig. auSgabestellen vierteljährlich 90 Pfg. — Erscheint Mittwochs und Samstags. — RedakttonSschluh früh 8 Uhr. — Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht aarantierl. Verlag der „Gießerrer Zeitung", Gießen. Expedition: Südanlage 21. (Gießcuer Tageblatt) Anzeigenpreis 20 pfg. die 44 mm breite Petitzeile, für AuSwärtS 80 Pfg. Die 90 m m breite R c k l a m e - Z e i l e 72 Pfennig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberfchreitung des Zahlung». zieleS (30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorfchrtften ohne Verbindlichkeit. Druck der Gießcner Vcrlagödruckerci, Albin Klein. Nr. 34. Telephon Nr. 362. Donnerstag, den 12. April 1917 Telephon Nr. 362. 29 Jahrg. Die große Schlacht bei Arras für die Engländer und Franzosen ohne Erfolg. Jlmflicbe deutfcbe cagesbericdle. wtb. Großes Hauptquartier, 10. April 1917. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Nach mehrtägiger Wirkung starker Artillerie- und Ninenwerfermassen griffen die Engländer gestern Abend nach heftigster Feuersteigerung in 20 Klm. Breite unsere Linien an. In hartem Kampf glückte es ihnen, in unsere «Stellungen an den von Arras ausstrahlenden Straßen ein- ' Mdringen- ein Durchbruch ist ihnen nicht gelungen. In fl Zähem Ausharren gegenüber Ueberlegenheit hatten zwei M/unserer Divisionen erhebliche Verluste. - Südöstlich von /MApern drangen Sturmtrupps bis über die dritte englische Ijtßmte vor, sprengten Unterstände und kehrten mit etwa w 50 Gefangenen, 7 Maschinengewehren unä Minenwerfern ipuriick. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Lin französischer Angriff bei Laffaux, nordöstlich von Zoissons,. brachttt unserem Feuer zusammen. - Längs der Aisne und bei. Reims war von mittag ab die Kampf- «tätigkeit der Artillerie sehr lebhaft. - -In der westlichen Thampagne beiderseits von Prosnes brachten Erkundungsvorstöße- uns -36 Franzosen -als Gefangene ein. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Keine wesentlichen Ereignisse. Oestlicher Kriegsschauplatz r Bei mäßigem Feuer und geringer Dorfeldtäligkeit ist ® -^ die Lage unverändert. Makedonische Front. Nichts Neues. Der Erste Generalquartiermeister: L u d e n d o r f f. wtb» Berlin, 10. April, abends. Auf dem Südufer der Scarpe sind nach starkem Feuer neu einsetzende englische Angriffe gescheitert. - An der Aisne-Front hiät lebhafter Artilleriekampf an. - Im Osten und in Mazedonien keine größeren Gefechtshandlungen. wtb. Großes Hauptquartier 11. April 1917. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Räumlich begrenzte Kampfhandlungen nördlich der Scarpe bei Givenchy-Gohelle, Farbus und Fampoux führen keine Aenderung der Lage herbei. - gu beiden Seien der Straße Arras - Eambrai setzten gestern nachmittag nach heftigem! Feuer die Engländer starke Kräfte jin breiter Front zu neuen Angriffen ein; sie sind verlust- Ireich abgewiesen worden. - Seit heute früh find dort >und zwischen Bullecourt und Queant weitere Kämpfe entbrannt. Zwischen der Straße Bapaume-Eambrai und Jber Oise spielten sich nur kleine Gefechte vor unseren Lim- len ab. — St. Ouentin wurde wie an den Vortagen mit Granaten und Schrapnells beschossen, ebenso La Fere. jL Heeresgrnppe Deutscher Kronprinz. 2 Don Dailly bis Reims nimmt die Artillerieschlacht Ntäglich an Heftigkeit zu. Gin ftanzösischer Handstreich geigen unsere Truppen südöstlich von Berry-au-Bac wurde ^durch raschen Gegenstoß vereitelt. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Keine wesentlichen Ereignisse. Oestlicher Kriegsschauplatz, eeresgruppe Prinz Leopod von Bayern. , An Aa, Düna, Stochod, Zlota Lipa und Dujestr vielfach rege Artillerietätigkeit der Russen. An der Heeresgruppe Erzherzog Joseph Und bei der I ■' Heeresgruppe Generalfeldmarschall von Mackensen nichts wesentliches. Mazedonischer Kriegsschauplatz. Nichts neues. ; Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. ——«ülluWIII! WliitliUlllwo—. Mettel verbürgte Tatsachen i 4 «> , jv . v. ^ ^ *>v s /* - . . Da» Deutsche Tieich hat sich verpflichtet, den hohen Zins, sah seiner Kriegsanleihen vor dem Zähre 1924 nicht herab, -»sehen. Gelbst nach dieser Zeit muß dem Inhaber »uvor Zuriiikzahlung ,um vollen Nennwert angeboten werden. Wann hat je bas Reich sein verpfändetes Dort gebrochen? Weder Zwangsmaßregeln irgendwelcher Art, noch Be. fchlagnahmungen von Sparkassen, und Bankguthaben sind beabsichtigt oder auch nur in Aussicht genommen. Oie Drohung mit dem Zwang können wir getrost den Eng« Andern überlassen. Oas deutsche Volk, das seinem Vaterland bisher schon 47 Milliarden fteiwillig dar. gebracht hat, hat wahrllch weder Zwang zu befürchten noch Zwang verdient. Eine Sonderfleuer auf die Kriegsanleihe wird niemals erhoben werden. Es ist eine hirnverbrannte Torheit, zu glauben, das Reich würde denen, die ihm in schwerer Rot geholfen haben, dafür sogar noch eine Strafe auferlegen. Diel berechtigter wäre es, nach dem Krieg jenen eine nachdrückliche Steuer aufzubürden, die sich von der Be« Heiligung an den Kriegsanleihen zurückgehalten haben, obwohl ihnen ihr Einkommen und ihr Vermögen die Zeichnung gestattet hätte. Oie Oarlehnskassen werden nach dem Krieg noch eine Reihe von Jahren - mindestens vier oder fünf - bestehen bleiben und für die Beleihung von Wertpapieren zur Ver- , sügung stehen. Sie werden durch maßvolle Zinssätze auch im Frieden die allmähliche Abtragung der für Kriegs- j anleihezelchnungen aufgenommenen Darlehen erleichtern. Man kann also jederzeit das iv Kn'egsanleihe angelegte Kapital in Bargeld umsetzen. Ein Kursniedergang, der mit dem inneren Wert der Kriegs, anleihen nicht übereinsttmmt, wird niemals eintreten. Es sind wirksame Vorkehrungen getroffen und grünöliu.e Maßnahmen vorbereitet, auch bei einem etwaigen plötzlichen Andrang sehr großer Mengen von Verkaufs, anträgen in den ersten Friedensjahren einen Kurssturz zu verhindern und unmöglich zu machen. ♦ Du hast also keinen Grund ängstlich zu sein und Dein Geld brachliegen zu lassen. Dein deutsches Vaterland ist der sicherste Schuldner der Welt. Zeichne Kriegsanleihe! » OcTterrefcb-ungarifcbe Cagesbcricbte wtb. Wien, 10. April 1917. Oestlicher Kriegsschauplatz, und Italienischer Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Südlich des Ochrida-Sees holten unsere Stoßtrupps ini ge Franzosen aus den feindlichen Gräben. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von H ö s e r, Feldmarschalleutnant. Krieaswirifcbafilicbes. Keine weitere kjerabseirung der Medikation Bon unverantwortlichen Elementen wird in letzter Zeit das Gerücht verbreitet, daß eine weitere Herabsetzung der Mehlration für die nächste Zeit geplant sei. Dieses Gerücht ist aus der Luft gegriffen. Die vorhandenen Bestände bieten die völlige Gewähr, daß die zur Zeit den Kommunalverbänden überwiesene Mehlmenge weitergegeben werden kann. Das Publikum würde sich ein großes Verdienst erwerben, wenn es die Derbreiter derartiger beunruhigender Gerüchte zur Anzeige bringen würde. • Höchstpreise für Sewilse und 0bst. Die Reichsstelle für Gemüse und Obst wird, wie sie uns miiteilt, an ihrer Entschließung festhalten, Höchstpreise grundsätzlich erst dann festzusetzen, wenn sich die Ernte einigermaßen übersehen läßt. Die von ihr für Frühgemüse veröffentlichten Preise sind keine Höchstpreise, sondern nur Richtpreise, die unter der Annahme einer normalen Emte festgesetzt worden sind. Infolge einer noch immer anhaltenden ungewöhnlichen Kälteperiode werden die Bestellungsarbeiten unter sehr erschwerten Umständen stattfinden, so daß auch mit einem normalen Verlauf der Ernte schon jetzt nicht mehr gerechnet werden kann. Die Reichsstelle betrachtet daher die von ihr veröffentlichten Richtpreise für Frühgemüse unter allen Umständen als Mindestpreise und rechnet mlt der Notwendigkeit, daß sie die Höchstpreise, deren Festsetzung erfolgen soll, sobald dies irgend möglich ist, nicht unerheblich höher wird bemessen müssen. Die Reichsstelle wünscht, daß dies tunlichst bald allgemein bekannt wird, damit die Anbaufreudigkeit in den Erzeugerkreisen unter den jetzigen widrigen Bestellungsverhältnissen nicht leidet. - Aehnlich liegen die Verhältnisse in bezug auf die zu erwartende Obsternte. Verantwortlich: Albin Klein in Gießen. Die seit dem 30. März lf. Js. bestehende Beschränkung in der Annahme von Eil- und Frachtstückgut wird von Freitag, den 13. April an wieder ausgehoben. llgl. €irenbabndirektioti Frankfurt m Wir stellen SattlerundZufcbneider auch Kriegsbeschädigte u. Zivildienstpflichtige aus Militärgeschirre ein. Trkdricb Hirfchncr, « «. d. b. Militärlederwarenfabrik, Remscheid. L . \ Der knurrende Magen der Welt. Tee Hunger fördert die Friedensstlmmuug Ter ErnährungSkommissar Michaelis hat unzweifelhaft recht mit seinem Hinweise, daß der Frtedenö- schluß die ErnährungSschwierigkeiten nicht beseitigen kann. Aber ebenso sicher fühlt das Volk aller Münder, daß in der Weltmißernte der Friedenogcdankr einen gewaltigen Bundesgeilv fen erhalten har Ta- g lk besonders gegenüber Engla rd, das zu dt lug-. . -r einem Getreideausfuhrverbor in den Oereinigt . tsn und in Argentinien noch die (Gefahren bc: U?oo:c zu tragen hat Ten größten Eindruck hat gemacht, daß selbst der größte Getreldeproduzent der Welt. Uncle Lam, Brotkarten in Aussicht genommen hat Tie leichtfertige Agrar und Getreide Ausfuhrpolitik des von den stimmen oer Getreide Produzenten der Weststaaten abhängigen jht Wilson har die Bereinigten Staaten in eine döse Patsche gebracht Nach den Angaben des amerikanischen Ackerbau- bureauv in Washington ist nämlich die Ernte au Winter weizen nu-r in 11 4»0 Mtllranen Busheis in Aussicht zu nehmen. Verglichen mit dem tatsächlichen Ergebnis des Jahres 1H16, das sich auf J ^- Millionen belief, ist der Abstand nicht sehr groß, die Lache nimmt sich indes sofort ganz anders aus, wenn man auf die Jahre 11114 und Ittlö zurückgeht und dort auf die allerdings ungewöhnlich großen Ernteresultate von 6öä und 084 Millionen BushelS trifft- Nun tonnte einge- wendet werden, daß die Union auch in der zweiten Hälfte des Jahres löl6 und im ersten Viertel des Jahres 1917, trotz der kleinen vorjährigen Ernte, erhebliche Mengen Weizen über den Ozean geschafft hat. aber für die Annahme, daß nun auch nach der Ernte de« Jahres 1017 ein großes Exportquantum zur Verfügung stehen werde, ist damit nicht» gewonnen, denn die Ausfuhr des Jahres 1910 stützte sich zum Teil auf die aus der Ernte des Jahres 191.) übrig gebliebenen Vorräte Tiefe Hilfe fehlt im lausenden Jahre, und wenn auch die Zahl von 430 Millionen BushelS nicht allzu sehr unter dem Turchschuitt im letzten Jahrzehnt liegt, so darf doch der im Laufe der Zeit wesentlich gesteigerte I n l a n d S verbrauch nicht unberücksichtigt bleiben, der schon im vergangenen Jahre infolge der umfangreichen Exporte nach Europa nur schwer zu decken war To darf Wilson sich einigermaßen darauf verlassen, daß die Ernährungsfrage ihm tm kommenden Winter die allerschwersten Torgen machen wird. Sein großtuerisches Gerede, Amerika werbe für die Verproviantierung der Verbündeten Sorge tragen, dürfte bald verstummen. Der britische Vetter versteht sich zwar auf daS Herausfeilschen von Vorteilen, aber ..mehr als können kann keiner". Von Rußland bekommen England, Frankreich und Italien natürlich auch nichts. Indien und Australien i 'ollen zirka f> Millionen Tonnen abgeben können, wie >ie Engländer behaupten, aber . . der Weg ist weit und der Minen und Torpedos viel! Ta bliebe, da Südafrikas Produktion bet einem solchen Riesenbedars nur wenig mitspricht, nur noch Südamerikas Getreidekam- mer Aber Argentinien hat ein Ausfuhrverbot. Aus Argentinien haben unsere Feinde, auch wenn es sich den Vereinigten Staaten und damit den Geg nern Deutschlands anschließt, nichts oder wenig zu erwarten, denn daü am Ende des Jahres 1916 ge erntete Wetzenquantum war so gering, daß Argentinien sich zum Erlaß eines Ausfuhrverbotes für Weizen verstehen mußte Zudem ist die Maiserzeugung so niedrig ausgefallen, daß. wenn überhaupt, so nur etn kleiner Teil davon für den Export übrig bleiben wird. ftriegm, sucht Me Lorsehuiig Me übermütige Menschheit wieder heim mir allen großen Uebeln. mit: Krieg, Hunger und Massensterben. ES ist klar, daß diese Aussichten, die für uns ui Deutschland noch immer die günstigsten sind, auf die Entwicklung des FriedenSge danke ns. besonders bei den stiernackigen Engländern, einen stark fördernden Einfluß auc-uben müssen Woher WUfons Gefolgschaft >r Lic anieriiaaifcheu Mlcinriaami brauche» Geld. Wenn trotz des großen Mißtrauens der lateinischen ! Volker Mitreramertras gegen oie Bereinigten Staaten einige de. latem« »wen Freistaaten Amerfta zum min. s besten „moralisch" unterstützen. so beweist dies. daß Wilson und seine Negierung die Zwischenzeit zu einem kräftigen Lr.a zweifellos unterstutzr durch England un0 vielleicht auch Frankreich veuutzt haben. Tte Freistaaten Mittel- und Südamerikas sind immer sehr geldveourftig. und der Lage der Tinge nach kommen zurzeit für sie als Geldgeber nur die Vereinigten Staaten in Betracht Diese folgen, wenn sie ihre Fi- nanzmacht erpresserisch benutzen, beiläufig nur einem vor einigen Jahren von Frankreich gegebenen Beispiel das einer großen südamerikanischen chepuvlik Me Jice* ditentziehung ankündigre. wenn sic deutsche Offiziere als Instrukteure anzustellen wagen ,o»l:e Abgesehen von den Finanzen, hänge., diese Staaten aber auch wirtschaftlich ganz von den Veremigreu Starr len und England ad, denn nur diese vetoen kommen gegemoärlig für Einfuhr und Ausfuhr wesentlich in Frage. Tie Vereinigten Staaten haben beispielsweise tm Jahre 1910 für 00 Millionen Dollar Waren nach Argentinien etngeführl. England etwa ebensoviel. Tte Abnahme argentinischer Probukte durch Nordamerika ist ln den letzten Jahren ebenfalls dauernd gestiegen, im Jahre 1910 gegen das vorgegangene Jabr um 13 Millionen Dollar. Was hier von Argentinien ge- sagt ist. gilt mehr oder weniger auch für die anderen Länder zentral- und Südamerikas. So dürfte sich die iö.u.'lle Veränderung in oer Haltung dieser Länder er- klären. Bei Euba liegt die Sache noch einfacher. Da wird von Washington aus einfach kommandiert. Widerstand gibt es nicht. Das Druckmittel gegen Selbständig- cegungen ist die Unterstützung irgendeines HuerUlafüh rers, die für Geld stets zu haben find. Tte amerikanische „Demokratie" hat sich immer mit dem .chig stick , dem „dicken Knüppel", vernehmbar gemacht, wenn oie Phrasen nichts halfen. So hat denn die ganze Welt die besten Aussichten aus eine bitterböse Ernährungsklemme Ganz wie I816»f7, vor 100 Jahren, nach den napoleontschen Frankreich und Rußland. Als die russische Negierung sich unter dem starken Einflüsse der Arbeiterpartei dazu verstehen mußte, die eroderungSlustigen Schwatzereien des Kaveltenjüh rers und Minister des 'Auswärtigen Miljukow abzuschütteln und sich offen zur FrtedenSdereirfchaft ohne Eroberungen^ zu bekennen, da befiel Frankreich eine zornige Entrüstung. 17 Milliarden hatte mau an Rußland verborgt, und die schienen jetzt in höchster Gefahr, wenn nicht rettungslos verloren. Kein Wunder, daß die Presse tobt: Im „Petit Mertdional" vom 8. 4. schreibt Alexandre Berard in einem Artikel zur Verherrlichung der russischen Revolution: „Die fleißige und sparsame französische Temokra- tio hat ihre Milliarden ohne zu knausern der russischen A u t o k r a t i e a u S g e l t e f e r t: sie hat alles hingegeden, und wenn man dereinst die 0>eschichte unserer Zeit schreibt, wird sich zeigen, daß sie von der anderen Seile wenig, recht wenig erhalten hat. Wir waren der reiche Verwandte, der unermüdliche Geldgeber, aber in Petersburg behandelt man Frankreich als arme Verwandte. Uno was ersann man für Atärchen — Märchen, die uns jetzt unglaublich Vorkommen — über das „unbesiegbare Rußland" und die „Dampfwalze"! Noch im Juli 1914 hieß es. ..die russischen Heere werden in sechs Wochen in Berlin sein. Wird aber Frankreich, dies rtunnMTHttf* uni sittlich fmift Sank feC Wochen fionb- ®u rin *->*» «scheint all Eku! naä) 6«r Marne, b« ffia. Strbun und nach I*t Eroberung Polens. CttaufnS und der baltischen Piuv^r.jen, aber sonst unter tn einem ullgerneinenWehklagrn von SöJatt dis Marseille, von «anry bis zu den Pyremten. ttnn aur jornlfl« Sone Über die grenzenlos« Dummheit der französischen Re- vanchepolirik. aus kErig« 3'uch« gegen den vom französischen Militarismus mit seiner Teutscherch^t ver schuldeten ittuln Frankreichs gibt der kleine Rentner nichts mehr, der sich derrit» von der Arbeit zurück- gezogen und irgendwo an der weine. Marne oder Ga.- ronne sorgenlos und zufrieden beim Angeln und Gartenbau lebt und fetzt keine Zinsen bekommt. Er kennt die Hilflosigkeit seine» Vaterlandes. und jammert nur. Sein Vaterland ist eS ja. da» diesen Krieg am schwersten fühlen muß. Del l!lngr"s ^ ll T , m ,mn Der Arbeiter, und 5*t*atau*i fix den Friede». Xcr Rar der Arbeiter und Soldaten hat der Ke gierung unter dem Ausdruck stärksten Mißtrauens seine weitere Mitarbeit ^zugesagt. Eine wichtige Stelle des bezüglichen Beschlusses lautet: „Ter Kongreß ist überzeugt von keil einer dauernden politischen Kontrolle und von der Notwendigkeit des Einflusses auf die provisorische Negierung, um Mese -um tatkräftigen Kampf gegen die antireoolutionären Kräfte anzurreiben. Ferner von der Notwendigkeit einer Einflußnahme, um sie zu der pflichten, das gesamte Leben Rußlands zu demokratt fleren und einen gemeinsamen Friede» »orzuder^ke». ohne Anorrcourn und zdr teg Oe»tschädig»ngr». aber au/ der Grundlage einer freien nationalen Entwicklung aller Völker." der N orwendtg. f, ^rnrif«djg A fi nW lieben wÄL* unb 5if & g aus i< r^.uIZz^ r rtff E.°7'Ä>l>eh' ■ wi Schlei nr« °>l- '"fgfcbe. 'ei" jrsr®fF aogown. oa Die Stadtkinder aufs Land! In vielen Städten werden dir votberritungen genossen, um in diesem Sommer die Sinder in mögllchsl gioßer Zadl ausv Land zu bringen. Gerade für dag ßer- anwachjende Geschlecht ist es jo vesonders wichng. daß es von den ErnährungSscdwlerigkenen der großen Städir möglichst unberührt bleibt. Draußen in der Lanbluft sol- len sich die Sinder frischere Wangen und neue Kräfte holen. Bielleicht werden sie aber, ohne es zu wollen und zu wissen, noch eine andere wichtige Ausgade erfüllen. Bauer und Städter kennen sich zu wenig. Der Bauer liest wohl tn seiner Zeitung zuweilen, daß ^.die in der Stadl" bald an Sarws/eln, bald an Gemüse, bald an Butter Mangel haben. Aber er kann sich nicht leibhaftig vorstellen, was das deißi. Die Kinder aus der Stadt wer- den eS ihn lehren, ünd wenn der Bauer die Nor wirtlich mit eigenen Augen steht, daun hilft er viel lieber, als wenn er nur durch Hörensagen von ihr ersähn. ^Die in der Sradi", — das ist für chil eine,fxembe, uube- kannte Menschenmasse, out der ihn kein persönliches Gefühl verbindet. Er wird Me Früchte seines Bodens und seiner Arbeit viel freudiger und unverdrossener nach der Stadl schicken, wenn er dabei an ganz bestimmte Men- scheu deuten kann, deren Sorgen ihm aus ihren eigenen Erzählungen wohl vertraur sind. Der Städtet aber wird von sein Kinder« hären oder sich vieUeichl auch durch eigenen Augenschein überzeugen, wie mühsam heute angesichts der Verminderung von Veitskräften, Zugvieh und Düngemitteln die Landdestel, lung ist. Zugleich wird er die Erfahrung machen, daß das Herz des Bauern sich oft seht rasch regt, wenn ein lebendiger Mensch und nicht bloß ein gedruckter Ausruf iui A mtsblatt oder am Rathaus mir Bitten und Forderungen an ihn heraatritt. Das Schimpfen über .den Bauern" im allgemeinen ist ebenso unsinnig wie bss Schimpfen über „ben Städter". Gute und schlechte Menschen sind in Stadt und Land gleichmäßig verteilt. Mögen Me lftnder, Me aus Me Dörfer kommeri. in dem oft so unberechtigten Dneit zwischen StaM und Land versöhnend wirken! MW stehen iss«?: die tfngfonbtr tr ^ Körnung rmd »nu‘r Mtportt im sperrge! Mt Folgen ihrer Ha W «aGcht "ber s billiger «m. Mi - Angriff rechljerngen , -rn-gau nicht. ©* i:Ma Mii andern dur auf wehrlose füt ..ligrr Leirrnstücl au ‘ Juni vorigen Ja! valdaw Bieder ist einer der Gur na nt der Reseri einem jeindlichen Fl Mrzl. nachdem er »Huge ahgeschojsen (; harrmurh Baldrunu i Zahn einer Kroßkau Stärlere Fri< tzeteryhurg dtthk In drc tzrudentzsta pichen Versammlungen ^ ukünden Meinung^ jaus die Frage eine- rinrdtii» zu beziehen K en etngelroffeneu kreisten, russischen 4 sie nach vierzehn Za ■•»OniÄHon nach 3 tod .sNedenshosfui *l< m fiüllänbift 3S hlt ' l ? t während qa Ülsmcni L ^ zmm! Da Me ^k«nu.sichtrn auch ^“"a'n OtnrisKr Tie amerikanische Legion an der Westfront. In Amerikü ist kürzlich ein Büchlein erschienen, das mehr als manches andere aus der fremden Kriegs- litcratur unser Interesse verdient Es betitelt sich „Ein Legionssotdnt" (A soldter of the legion") und hat -um Verfasser den Sergeanten Morlac, den Sohn eines Franzosen, der den Krieg von 1870 mitgemacht h hat er nach fast einem Jahre Kriegs leben die große Parade vor dem Präsi. denken nnd dem General Joffre mitgemacht. bei der dem Regiment eine Fahne verliehen wurde Zwei Mo natc später zogen die letzten Reste der Truppe durch die Straßen von Paris, wo im Hotel der Invalide« diese Fahne, nunmehr geschmückt mit dem Kreuz der Ehrenlegion, zwischen der Standarte der „Kürassiere von Reichshosen" und der Fahne der Oöaridaldianer aufgehängt wurde Das Regiment selbst batte zu eri. stieren aufgehört es war tu den Ehampaanemmpfen anfgerieben worden: einen Ersatz gab es nicht ..Tie Legion hat sich stets gerühmt, niemals den Rücken zu zeigen, und sie hat dies Gelübde erfüllt Wir wollen den Legionären nicht bestreiten, daß sie tüchtige Draufgänger waren hatten sie doch großen teils nichts auf der Welt zu verlieren' Hören wir. wie dies zweite gremden-Reoimenr. das in der französischen wie tn der amerikanischen Presse, solange es existierte, als „American Legion" gepriesen wurde zusammengesetzt war Ich übersetze hier wörtlich: „Es ist eine (beschichte von Abentnirern. von Ver brechern. von Justizflüchtigen. Manche von ihnen sind Trinker, manche Diode, viele mit dem Kainszeichs« Behaftete finden hier ihre Genossen Es find Men ^ 'fc es lind do ch bin ich stolz auf sie stolz, einer von ihnen gewesen zu sein: sehr stolz, eine Anzahl von ihnen kommandiert zu haben. Die Sache ist ganz natürlich Den meisten Menschen würde es in meiner Lage ähnlich gegangen sein Man muß eben das Böse mit dem Guten aufwiegen Man muß anrechnen: ihre Kameradschaft, ihren Korpsgeist. ihren leidenschaftlichen Eifer. Frankreich zu dienen, dem einzigen Lande, das ihnen eine Zuflucht gewährt hatte, dem Lande, das ihnen Vertrauen de wiesen, sie bemuttert und sie auf gleichem Fuß mit seinen eigenen Söhnen gestellt hatte! Da» bedeutet etwas für "Menschen, die das Leben von AuSgestoße neu geführt haben, und die Legionäre haben ihre Ergebenheit die ganze Zeit über bewiesen." Hier folgt eine Aufschneiderei, wie sic wohl nur ein französischer Amerikaner fertig bringen kann. ..Bei Ar ras haben sie eine Gradenltnie von mehr al- 400 Kilometern (!'!) für Frankreich zurückgewonnen" - more than four hundred Kilo metrc^ buchstäblich? In meinem eigenen Zuge waren Menschen aller Rassen und Rationalitäten Russen und Türken, ei i Ana mit. etn Hindu: auch ein Franzose und ein Den: scher Gott weiß woher! Weiter gab es da Bulgaren, Serben, Griechen. Neger, einen Italiener und einen Fidschi-Jnsttlaner. der direkt von der Universitär Cp ford kam ein schweigsamer Mann, von dem man sich zuflüsterte. er sei früher Erzbischof gewesen: endlich drei Aaraber und eine Handvoll abenteuerlustige Amerikaner Kurz. ..ein internationales Ragout", wie einer der Araber sich ausdrückte Der Italiener Eonti — der Erzähler gibt immer die Namen an war ein berufsmäßiger Zweiraddieb, der hier untergeschlüpft war. als die Sache für ihn brenzlich wurde Der Franzose Doumerque. der Typus eines guten Soldaten, war vor kurzem mit der Kaffe durchgegangen und hatte hier feinen Schutz gefunden Eine auffällige Erscheinung war der dunkelsardige russische ..Fürst" Voronoff. dessen Vorfahren freilich seinen Kameraden nicbt näher bekannt waren. Pala war ein richtiger Pariser Aapcuhe " Und so geht es weiter? Verhältnismäßig am besten schneiden noch die Amerika- ner ad, obwohl auch die» dem Anschein nach großen. emeine $ . * r| Mni bricht i,erll| w btafl der Ausw, ^Ige di? ■T? " und Me W) zT «be.cn S Jhto„ Q ..^ e Seiftörung P ^.deutsche scherz und Entß. teile Leute waren, die nichts zu gelvinnen und nichts zu verlieren hatten: vom stellenlosen Ehauffeuc bis zum entlassenen deutsch^amerikanischen Untversttätspro- fessor -- Lhlinger hieß der feine Herr. Die Amerikaner werden offenbar den Bericht Mor- lacs mit demselben Wonnekitzel lesen wie die Franzosen - sie beweisen damit wieder, wie viel näher sie diesen mit ihrem Geschmack und Empftnden stehen als uns. die wir uns mit Ekel von derartigem Gefin- del abwenden. Mit solchem Pack müssen wir uns her- Umschlägen, gegen solch hergelaufenes Volk müssen w-.r Mrlich jst >7?' Heimat und Vaterland verteidigen, zum Kampfe mit ; hat vL Strolchen und Zuchchauskondidaten das edle Blut uu- , nicht dem .j lerer Söhne einsetzen! „Liller KrtegSztg." | jBNlftm ^ )DQ ^ en BHB 8ollen, und zieht nun mit seinem Schnabel den zusammen» gedrehten Faden teil» durch die eingebohrten Löcher, teil» durch die inwendig angebrachten Blätter, sodaß ein lüten-KLv förmiger Behälter entsteht Diese Arbeit wähn mitunter ■Ä" ■* Wrr. fclotjb. 0 -’S*!. >«i. Po; • ° u o9l 'erikcv mdjr«, SoAen tonn aber ,i, b fr »au auch f.fi und hol,bar e .... «KTtufl, um dl» tk<»r und da» brültnd» rs»u>ch«n au tragen. l ül JOfblti' J_ M >b» Siation idoilel üh« di. »n. KH Pll h«den l»chl andere, and alle I AbZ * >Ä> iS ' der ÄS S§f§? "EL am 1 W* fcn ^. i&Ä, ■ -SrL'r ftÄÄ% ÄÄ Öft Ijtoui „ 7 w da- WtÄfv, “ U 2 S entiowiuag Är S ^«.l«N>M JC ln ULMchS „„^ ism Wie wichtig, Mg (g ^ grosen Reue Flieger-Verbrechen. Erneute Beschießung der ganz ofteucn Stadt Freiburg. Der Eingriff wurde 6 Uhr nachmittags von zwei »eiteren Geschwadern wir zusammen 23 Flugzeugen üederholl. Dem ruchlosen Ueöerfall fielen leider mehrte Menschenleben zum Opfer. 7 Frauen. 3 Männer, n Soldat wurden gerötet, 17 Frauen, 8 Männer und Kinder verletzt. Die feindlichen Flieger wählten sich ls Angriffsziel neben dem neuen Stadtthearer vor llem die Instituts und Kliniken der Universität Die natomie wurde beträchtlich beschädigt. ES geschah aus schmutzigster Rachsucht Durch unsere wirksamen Gegenmatzregeln kam der wgriff nicht voll zur Durchführung. Im Verlauf der Nt unseren zur Abwehr aufgestiegenen Fliegern sich nsiptnnenden Luftkämpse wurden z,v e t feindliche klugzeuge bei Schlettstadt und Markirch adae- chossen, ein drittes im Luftkampf, vereint mil Be^ lhuß von der Erde aus, zum Absturz gebracht Be. ftchnenderweise sind sämtliche drei Flugzeuge en hpen mit englischer Besatzung. Der Führer des M in der Lanbluü ,H« und neue Wie rgen ein englischer Oberstleutnant, ist dabei in unsere nd gefallen. Nach seinen Angaben und dem Inhalte Ines abgeworsenen Flugblattes war der Angriff eine becgeltungsmahregel für die Torpedierung der „Glvu lcher Castle". Tie Berechtigung für eine solche Be aitttdang wird auf das Entschiedenste bestritten, Um die Negierung hat England zeitig genug zu gestehen gegeben, daß sie den Verkehr mit so- ft ri a nuten „Lazarettschiffen", innerhalb einer genau be^ichuelen Zone nicht länger dulden könne Senn die Engländer trotzdem unter Mißachtung um lerer Warnung und unter Mißbrauch des Roten Kreuzes xransporte im Sperrgebiet unternehmen, sv müssen sie die Folgen ihrer Handlungsweise tragen. Aus Rachsucht aber offene Stäoce anzuareifeu, ist in billiger Ruhm. Militärisch wichtige Objekte, die 'N Angriff rechtfertigen könnten, gibt es in Freiburg ' Breisgau nicht. So reiht sich dieser tteberfall rdig den andern durch nichts begründeten Ueber llen auf wehrlose süddeutsche Ortschaften an, ein trauriges Seitenstück zu dem Karlsruher Kiudermord 22. Juni vorigen Jahres. * ~ * w ^ M twUen und zu Zikade erfüllen, vmlg. Drr Alter llest dah »die in der Stadt" uiüje, daid au Ämter ch nicht ieidhajtig vorder ans der Stadt wer- er Auer die Not wirb mn hilf! er viel Ueder, agen von ihr erfähn. Stärkere Friedenehoffnungen. chte seines Adens und unverdrosMi nach der r g n öcc grieöeit§fvage scheinen sich die r ganz veMunte Men- «glichen Bersmumlungen und Stratzenkundgeb chm aus^hren eigenen | we tretenden Meinungsverschiedenheiten etge Baldamus gesattcu. Wieder ist einer der besten unserer Flieger gefallen.' Leutnant der Reserve Baldamus ist im Lustkampf mit einem feindlichen Flugzeug zusammeugestvßen und «ldgestürzt, nachdem er bisher achtzehn feindliche Klugzeuge ahgeschossen hatte. Hartmuth Baldamus wurde am 10. August 1891 als Sohn eines Grohkauftuanns geboren. An Petersburg dreht sich alles um den Frieden. bei den ebungen zu- Meinrrngsverfchiedenheiten eigentlich nur auf die Frage eines allgemeinen oder eines Son- rievens zu beziehen. Die aus der Schweiz und Weden eingetroffenen, nach eintägigem Aufenthalt dettergereisten, russischen Revolutionäre äußerten sich. )ern hören oder icin üderzetlgev. öemng von tt-- die Landbeslel- nachen, w6 das Denn ein leten- Jt« Sufnif im und ForderM ]ki M Ah- mitz vle d« h läüechte Wen« ^ SeUt Kttzernteaubstchten auch England z lAchMien, in »Ölungen geneigter machen dürfen. kr Aadt unb tz sie nach vierzehn Tagen an der Spitze einer Frie- »»depatation nach Stockholm zurückkehren würden. ' Frievenshossuuugen in Holland Wie das holländische „Allgemeen Handelsblad" ßstlhrt, sei während ganzer Kriegsdauer niemals ein ßiinstigerer Moment für Friedensverhandlungen auf finec alle Kriegführenden befriedigenden Grundlage rkvesen, zumal da die enormen Schisssverluste und zu Friedensuirter- llgemeine Kriegsnachrichten. Brasilien bricht die Beziehungen ab. Der Berliner brasilianische Gesandte hat dem KA^UnwetP^ ?laatSsekrelär deS Auswärtigen Amtes eine Note über- - Kerr. xicht. der zufolge die Beziehungen zu Deutschland »nb,u den BerichtMoc- ^brachen und die Pässe für die Gesandtschaft und [ lesen wie die ' ch Konsulate erbeten werden. — Als Begründung hier- sieder, wie vie ^ ^ Zerstörung des brasilianischen Dampfers und Entpstn^ Parana" durch deutsche Seestreitkräfte angegeben. L JWnS J«? Natürlich ist diese „Begründung" eitel Humbug. d mMN » «r CIt hjiv ja Wirklichkeit hat diese südameritanische Raubritter- ifenes ^ mit Republik nicht dem eigenen Triebe, sorrdern dem nord- igen, Älnl ^ «amerikanischen Zwange gefolgt, als sie uns den Krieg tten das cklärte. „Aller Brasilien ist es gerade, dem wir für dieses schmäh- ^ iche Jndenrückenfallen eine entsprechende Antwort geben tüvXijL önneu. Ganz gegen unsere Interessen bezogen wir seit M Kren von Brasilien 150—190 Millionen Mark Boy- m der Rift Waffee, also eine in gesundheitlicher Hinsicht nicht vettretea,' ^Mcher, erade Übermäßig empfehlenswerte G< Da Grubena^ Ugtett wir nach dem Kriege auch nur ein Jahr auf ^rücken- und fjjfjjrfc üsen „Genuß", dann ist diese Aasgeier-Republik Pleite. :st ^ kleines L Auf jeden Fall soll und muh man es in Brasilien gewarnt worden war. bedurfte es einer besonderen Warnung nicht. Chile bleibt neutral. J^ ei ' chilenische Gesandte teilte im Wiener AuS- namens seiner Regierung mit, daß die ^EpublU Chile gegen die Monarchie und daS Deutsche ^Elchl auch weiterhin Neutralität beobachten werde. hätte Chile, der große Staat an der West' mpe Südamerikas, eigentlich sehr viel mehr Beranlast _ fein -. Denn Chile lieferte bisher einträgliche Geschäft ura. JCÖ i cux ^nutr ney- £f n SA eva \*J n Deutschland ist die Herstellung eines künstlichen billigen Ersatzes dafür im großen aus- gebaut und durchgeführt worden. Eine allerwüsteste Teutschenheye wird zurzeit von den Engländern und Franzosen in Spanien betrieben, um es in deii Krieg gegen oie Mittelmächte hinetnzuziehen. Die englische Presse-Agtta- roren ,etzen dem Lande verführerisch auseinander, welche günstige Gelegenheit Spanien unbenutzt lasse, um sein politisches Ansehen zu erhöhen und seine frühere Be- oEUtung als politische Macht wieder zu gewinnen, wenn es sich jetzt nicht an die Spitze der europäischen neurrn len -Staaten stellte, um gegen die deutsche Vergewaltt- gung Front zu machen. Tie itatienischen Resormsozialiften bekennen sich weiter zum Kriege. Ihr Kongreß hat A.'unsch zum AuSvruck gebracht, daß das demokra- lischt und svzialtstischc Rußland sich immer eltger an dre westlichen Demokratien anschließe. um gründlich den Kampf gegen den aggressiven germanischen Militarismus fortzusctzen, dessen Niederlage notwendig sei. um das Völkerrecht zu schassen, das eine freie Entwicklung aller Völker gewährleistet und den Frieden sichert. Ein antcrikanisches Schiss in der Türkei interniert. Das amerikanische StattonSschiff „Scorpion" ist in Konstantinopel interniert lvorden. Dem Schiff war eilte Frist von 24 Stunden zum Verlassen des Hafens gegeben worden. Der „Scorpion" konnte jedoch die Abreise nicht bewerkstelligeu, deshalb wurde gemäß den Bestinimungen der Haager Konvention vorgegangen. 1 . • Kleine Kriegsnachrichken. " Unlängst haben die dänischen Reedereien Vester- haved und Diana aus ihrem KriegSgewtnn eine Dividende von 5Ö Prozent verteilt. Die „stille Wirksamkeit" der englischen Flotte. Die Untätigkeit der englischen Flotte verursacht ln England nach einem Bericht des „Stavanger Aften- blad" große Ungeduld. „Zum Trost hat man das Schlagwort von ihrer „Stillen Wirksamkeit" gefunden Aber allen, die sehen, wie die Handelsflotte sich vermindert. scheint diese Wirksamkeit allzu still zu sein. Offenbar ist die britische Seelnacht nicht starr genug für ihre Ausgabe. Die paar nral, wo sie der deutschen Flotte zu Leibe ging, hat sich die deutsche Flotte in ihre Häfen retten können, ohne abgeschnitten werden zu können. Und diese Häfen vermögen die Briten nicht zu sprengen. England muß einen langsamen und langwierigen Landkrieg wählen, weil es nicht wagt, seine Flotte in einen Kampf zu schicken, der entscheidend für den Krieg sein könnte." -wKriech«"' Den: Würde Brasilien zur Beschlagnahme der deut- ein *A[e* ■ A bis ml ‘ -iube«,^5'böhrl' - j, r e Brasilien liegenden Schiffe haben einen Ton- töt^teen Schiffe übergehen oder die deutschen Kaufleute jEU Be- lud Kolonisten, die den besten »Litern, äs« totet aSIi? 1 lnSmachen, an Hab und Gut s ^ . . lit drei bis "‘ ji'eit:: 5 dafür früher oder später verantwortlich machen rften * .- * gmeha'lt von LllS ÜÜl' Tonnen, davon gehören 15 isch von hfl (tba^|ec Hamburg-Südamerika-Linie und 6 dem Norddeut- fmr fc ergebe" ""uebr^gens ist diese feindselige Haltung Brasiliens 1 Behaus"^..rnlilB" (w so schmutziger, alS wir bei Beginn des Kriege- der * i M ^' ö 0 en Brasilianerü die im Hamburger Freihafen lte- Hamburger . . uren Kasfeemengen abgenommen und glätttt ungehe telch bar bezahlt Hadem m u. ( Die Bersenkung des Dampfers „Parana ist am en^ «nt b. M. nördlich von Parfleur im englischen Kanal, .o im Sperrgebiet, erfolgt. Da er vor denen Be- ören durch die allgemeine Ankündigung des uuern- )väntten lPBootkrieges rechtzeiLiß und nach- Kein „Generalstreik" in Berlin. Tie Arbeiter wollen keine Dummheiten. Zum Protest gegen die Herabsetzung der Brotration und die Einschränkung der Schwerarbeiterzulage wollten übelwollende Kreise am Montag, dem ersten Tage der verkürzten Brotkarten, die Berliner Arbeiterschaft in einen Streik treiben, lieber die Köpfe der Gewerkschaften hinweg. Insbesondere schienen sie für eine solche Demonstration bei Munitionsarbeitern Interesse vermutet zu haben, also den zurzeit höchstgelohnten Arbeiterschichten. Die Berichte über den Verlaus des Montag lauten recht harmlos. In der Stadt selbst merkte man so gut wie nichts davon: DemonstrationS^uge von Arbeitern und Arbeiterinnen fanden heute in nicht sehr erheblichem Umfang angeblich als „Protest gegen die Verkürzung der Brotrattonen" statt. In einer Reihe von Fabriken feierte ein Teil der Arbeiter zu diesem Zwecke, während in den übrigen voll gearbeitet wurde. Im Humboldt- Hain hatten sich heute vormittag mehrere tausend Personen angesammelt, die über die Linienstraße. König- stcaße wahrscheinlich die Linden zu erreichen suchten. Sie wurden ohne jegliche Mühe abgedrängt und kehrten dann in das Stadtäußere zurück, wo sie sich verstreuten. Für den Nachmittag waren noch etliche Versammlungen anberauM. Ein Zusammenhang zwischen den einzelnen Zügen bestand nicht, unv die ganze Veranstaltung verlies recht harmlos. Das Stra- ßenbtld zeigte in der inneren Stadt gar keine Veränderung, und die Teilnehmer verhielten sich fast durch- gehendö ruhig. Sämtliche Verkehrsmittel arbeiteten wie gewöhnlich. Für Dienstag ist die Wiederaufnahme der Arbeu geplant. Volkswirtschaftliches. ^ Ter Flachsbau wird neuerdings den Landwirten wieder nachdrücklich ans Herz gelegt. Durch diesen Anbau werden erstens die sehr notwendigen Flachsfasern geliefert, andererseits durch den Leinsamen das werwolle und sehr teuere Leinöl gewonnen. Dazu die abfallenden Kuchen und das Eiweiß für unsere Milchkühe. Auch kann Leinöl als Streckung von Schweineschmalz und dergleichen verwendet werden. Das Schweineschmalz, vorher flüssig gemacht, gibt mit Leinöl halb und halb gemischt, ein durchaus schmackhaftes Leinölschmalz. Auf den 80 Morgen Flachs konnten ca. 240 Ztr. Leinsamen gewonnen und daraus ca. 2O0O Liter Leinöl geschlagen werden. ES kann also jeder selbst aus- rechnen, wieviel Upeck und Tchwein-schmatz durch da» gewonnene Leinöl gespart und wieviel Milch und Butter durch die Leinkuchen erzeugt und den bedürfttgen Lands* leuten zugeführt werden kann. Aus aller Weil. ** Vo« der Sce-Fischcrei. Die Heringsfischerei vorder Elbe nähert sich ihrem Ende. Die Schwärme ziehen sich in tieferes Wasser zurück. Tie Herinasfänge waren in den letzten Wochen recht ergiebig, und ihr Schwinden wird sich in vielen Haushaltungen stark bemerkbar machen. Ergiebiger gestaltet sich fortan die Stint- ftscherei Die Scholle fehlt noch, da die Plattfische sich bei der gegenwärtigen Wetterlage noch tief auf dem Grunde hauen. Durch die umfangreichen Beurlaubungen von dem seemüiuiischen Berus angehörenden Soldaten ist die Flotte der See und Kleinfischer ? letzt fast vollständig unter Segel gebracht. baten ist die Flotte der See und Kleinfischer der Elbe letzt fast vollständig unter Segel gebracht. — AuH Kiel wird berichtet, daß ganz bedeutende Fänge von Heringen, die größten seit Monaten, in der Nacht zu Sonnabend in der Strander Bucht gemacht worden sind. Am Sonnabend war es in Kiel kaum nrüglich, die mit Heringen einlaufenden Dampfer und Fangboote am Dahnhofskai unterzubringen. — Fünf Mari das Günseküken. AuS der ElsteL'- und Lubpenaue wird belichtet: Die Nachfrage nach jungen Gänsen in den hiesigen Ortschaften ist auch in diesem Jahre wieder äußerst rege. Kein Wunder, daß die Preise fabelhaft emporschnellen und gegenwärtig eine Höhe erreicht haben, die in normaler Zeit die junge flügge Ware zur Pfingstzeit kostete. Wurde im vorigen Jahre das Stück noch mit 2.20 und 3 Mark bezahll, so kostete es bis heute 5 Mark und noch mehr. DaS kaufende Publikum trägt an dieser sprungweisen Preissteigerung durch seine Anbietungen viel schuld. Amtlich wird aufgefvrdert, alle Fälle, in denen metzr als 4 Mark pro Küken verlangt und bezahlt werden, der Preisprüfungöstelle anzuzeigen. Scherz und Ernst. tf. Die bierfenchte Münchener Luft. Es gibt visle Leute, die sich jetzt in Atünchen und anderwärts den Genuß des Münchener Bieres versagen müssen; denn die Münchener haben jetzt selber nicht genug Bier unb können an Fremde daher gar Nicht liefern. Woher kommt eigentlich gerade das Münchener Bier zu seinem, man kann getrost sagen, Weltruf? Es ist wtrk^ lich etwas Wahres daran, wenn behauptet wird, daß die Münchener Lust historisch bierfeucht sei; denn fast vier Jahrhunderte vor der Gründung der Stadt München (1158), schon zur Zeit Karls des Großen, als man nur einen Markt Föhring (der Ort liegt heute etwas nördlich der bayerischen Hauptstadt an der Isar, kannte, da war der Geistliche schon verpflichtet, als Gtlte an den Bischof alljährlich 1 Frischling, 1 Gans, 2 Hühner, also Kleinigkeiten nach den damaligen L> griffen, dazu aber eine Fuhre Bier zu liefern, was der Bischof sicher nie ausbedungen hätte, wenn die Gegend nicht ganz ausgezeichnetes Hier gebraut hätte. Hundert Jahre aber nach der Gründung der Swdt, da war schon das Münchener Brauwesen hoch entwickelt. Ee gab sogar ein bewegliches bayerisches Brauamt -(officium hraxHtionis in den damaligen Urkunden genannt), daß nach einem Bericht aus dem Jahre 1270 schon ganz ansehnliche Erträgnisse aufzuwetsen hatte. An Braumalz gaben die Brauer 32VL Scheffel Münchener Maß, offenbar für den Hofbräu des Herzogs bestimmt. Daneben entrichteten sie aber noch 50 Pfund an den Herzog, 6 Pfund dem Vitztum und 2 Pfund dem Stadtrichter, alles in allem ein Zeichen für die frühzeitige Blüte und Leistungsfähigkeit der Münchener Brauereien. Immerhin kam es schon damals in Mitzwachs- jahren vor, daß das Bterbrauen überhaupt verboten ward, so 1245, 1293, 1323 und auch späterhin noch öfter, da man den Verbrauch an Getreide für Brau- ^wecke für ein Unding ansah, solange Mangel an Brot im Lande sei. Die Fabel vom „flüssigen Brot", die ja für Münchener Verhältnisse etwas Wahres an sich hat, kam erst in späteren Jahrhunderten aus. ts. Wenn England die Hand im Spiele hat . . . Am 23. März 1801 wurde Zar Paul 1. ermordet. Er war der Begründer des Neutralitätsbundes von 1800 gegen England und als solcher in London ein Stein des Anstoßes. Wie Sorel (L'Europe et la reve- lution francaise, Parts 1895—1904, VI. Band Sette 121) angedeutet hat, wurden die ersten Fäden der Verschwörung gegen den Zaren Paul in der englischen Gesandschaft zu Petersburg geknüpft. Lord Withworthd, der damalige englische Gesandte in Petersburg. stand mit den Gegnern in engsten Beziehungen. Tatsächlich zog die englische Politik aus der Ermordung Pauls 1. großen Nutzen, denn der Neutralitätsbund zerfiel und Rußland mutzte wesentliche Zugeständnisse machen. An dieses Ereignis erinnerte der Umsturz in Petersburg. Ein Vorspiel dazu war die Ermordung Rasputins. Er galt als jriedensfreundlich und hätte erklärt, Rußland würde bei weiterer Teilnahme am Kriege gefährdet werden. Rasputin wurde von englischen Spähren überwacht, die alle Vorbereitungen zum Morde kannten, den englischen Botschafter unterrichteten und der Ermordung selost beiwohnten. Zaren ermordet man nicht mehr, dazu war man in London und Petersburg zu sehr aufgeklärt. Den englischen Anstiftern ge.iügre die Absetzung des Zaren durch eine Palastrevolution. tf. „Parfüms" im Altertum. Tie Anwendung wohlriechender Stoffe spielte schon im Altertum eine große Rolle. Die Römer zumal, in der Kaiserzett, zogen allcs heran, was ihre durch Mißbrauch des Luxus Überreizten Sinne anzuregen vermochte. Tie Bäder, die Zimmer, die Betten wurden mit Parfüms besprengt. Tie Theater wur. den für die Vorstellungen ganz mit Wohlgerüchen erfüllt, in erster Linie mir Safran, oder mit Ztmmr. Ta- letztere schetm einer der am meisten beliebten Riechstoffe gewese« zu sein. Römer parfümierten sogar den Wein. Selbst da» Oe! in den Lampen wurde parfümiert. Tatz man die Scheiterhaufen, aus denen die Toren verbrannt wurden, mir Wohlgerüchen übergoß und mit duftenden Kräur« überhäufre, ist bekannt. Schließlich wurden die Wohlgerüche auch nach Ständen und sonstigen Rücksichten ttassisizierk. ! So gab e» gewisse Parfümerien, die nur verheirateten ^ Frauen und solche, die nur jungen Mädch«r zuka»«. Man konnte also buchstäblich „rteihes", mir wem man t$ V *** tzettg. _ . _ . 1 I Die Verlegung meiner in mein neu- und umgebautes, der Neuzeit entsprechendes Betriebsgebäude ist nunmehr erfolgt wodurch ich den Wünschen meiner gesch Geschäftsfreunde noch schneller und besser Nachkommen kann Fernsprecher Nr. 362 Fernsprecher Nr. 362