Erscheint wöchentlich einmal. Einzelne Exemplare bestelle man bei der Post vierteljährlich. Utriafl äcr Buchhandl ung Igermi:;wii Sietzen. Nr. 7. Redakteur: Stadtmissionar Herrmann-Gießen. Mitarbeit«: Pfarrer Sperber-Cassel und die Prediger der Pilgermissio«. Druck von I. G. Oncken Nachfolger, G. m. b. H., Cassel. Sonntag, den 17. Februar 1918. 11. Fahrg. Du lassest die Menschen Kerben. (Ps. 90. 3. Es ist eine ernste Sache, wenn der Tod in einer Familie einkelirt. Da gehen bange Tage und Wochen voraus, in denen man zwischen Furcht und Hoffnung schwebt. M Dienstpflichtig kurz - doch schonend auch dabei Ihm melden, dab — sein Sohn gesalle» sei. Bald jagt ein Auto mit dem Adjuiani Gleichwie im Sturme hinterrücks der Front, O. ist erreicht! — Tie Jäger reiten aus, „Wo Divisionsstab ?" — „Rechts im letzten Haus. Das Aura halt — ein junger Hauptmann naht. T gl lieber K. wie geht es, Kamerad?" 'Ol mir sehr gut — nur kl,ine Disterenz, Dari ich wohl sprechen Seine Exzellenz?" „Jst's was Persönliches?" — „Jawohl! sein Lohn „Gefallen?" - „Jas" - „Ick merkt' es schon am Ton. Doch misten Sie, dab unser Kommandeur Granatsplitter im Bein — verwundet schwer? Liegt drin im Haus, -in Held, doch still und bleicb Doch warten Sie. ich will Sie melden gleich gol Exzellenz läßt bitten ' — mich hinein! Die Tür' fallt wieder zn — sie sind allein. Da liegt der Recke wie ein Eisenhart. Kein Ton verrät'S, daß er verwandet ward. -tellt nur die Frage: „Nun?" in heitrer Rnb'. Dem Adjutant schnürt's fast die Kehle, zu, Doch muß es raus! Er zwingt's im festen Ton: „Von Eurer Exzellenz der junge Lohn" — Der Sprecher wird vor Weh bald blaß, bald rol. ..Ja. Exzellenz! er starb - den öeiöentob!" Stumm, regungslos der alte Recke liegt. 6iu Blick empor zum Himnictszelt nur stiegt. Raich deckt die Hand et über'S Auge sest. Daß er die Träne» driit nicht sehen läßt. Dahin sein Vaterstolz, sein schönstes Glückt - Kurz fällt, die Hand auf's Deckbett dann zurück. Wie Schatten zrtckt's am Lebenshorizont: ..'Wo ist's gescheh'n?" — ..Bei M, weit vor der Front. Als seine Kompagnie er führt' zum Sieg." ..Ja. das sind so Verluste jetzt im Krieg. War gleich er tot?" — ..Schuß mitten in das Hext Ein kurzes Nicken nur. kein Wort von Schmerz. Nur tiefe, tiefe Stille im Gemach, Drin eine Fliege suntmt mit leisem Flngetschlna Nach einer Weile mit beherztem Ruck: „Ich danket" — Tann ein langer, warmer Händedruck, Ein feuchter Abschiedsblick — teilt Klageton, So gab ein Heldenvater her den täpfern Sohn. Gab so der Vater ans dem Himmelsthron Nicht auch der Welt hin Seinen einz'gen Sohn? Riß Ihn vom Herzen Sich — und Sein Gebot ©stillt der Sohn im bitter» Kreuzestod; Er starb dort für der ganzen Menschheit Schuld. Warb ihr zurück des Vaters Liebeshuld. Die sich mit jedem, der da glaubt und reuig weint. In der Versöhnung warmem Händedruck vereint. & Das soll ein Wort sein. Am 27. März 1813 war's. ba- rückte das Dorcksche Korps zu dem Befreiungskriege aus. Zu- vvr fand noch auf vier freien Plätzen in B rlin ein Feldgottesdieust statt. Für das Leibregiment und das zweite Leibhusarenregiment wurde diese Feier im Lustgarten abgehalten; damals war's noch ein sandiger Exerzierplatz, vou einer doppelten Reihe Pappeln eingefafzt. Als hier der Gottesdienst zu Ende war. ergriff Dorck das Wort zu einer kurzen Ansprache an die Truppen und schloß: „Von diesem AngenbUck an gehört keinem von uns das Leben. Ich schwöte euch: ein unglückliches Balerland sieht mich nicht wieder." Kaum hatte Dorrt geendet, da rief in tiefer Bewegung ein Manii aus dem Gliede: „Das soll ein Wort fein!" Und der Ruf wurde zur Tat; die Geschichte der Befreiungskriege hat es gezeigt; jene Heldenscharen, ja das ganze Volk hat willig Gut und. Blut für die Rettung des Vaterlandes geopfert. „Das soll ein Wort fein." Was ist es doch um das Halten des gegebenen Wortes! Vertrauen wird dadurch geweckt, es wächst der Blut zur Tat und die Kraft zum Leiden, das Herz wird getrost und sicher — man kann sich darauf verlassen: das Wort wird gehalten! Aber glaubst du. Gott lasse Sich von Menschen übertreffen im Worthalten? „Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber Meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund Meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der HErr, dein Erbarmer." „Also hat Gott die Welt geliebt, daß Er Seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an Ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben." „Ich vertilge deine Missetaten wie eine'Wolke und deine Sünden wie den Nebel. Kehre dich zu Mir, denn Ich erlöse dich" „Kommt her zu Mir alle, die ihr müh. selig und beladen seid. Ich will euch er- quicken " „Sv wir unsere Sünden bekennen, so ist Er treu und gerecht, daß Er uns die Sünde vergibt u u d reinigt u Ps von aller Untugend." Sag mir doch, wird dir nicht wunderbar zumute bei diesen Worten, bei diesen festen, unwandelbaren, unverbrüchlichen Worten Gottes! Daraufhin kannst du leben und sterben, arbeiten und kämpfen, leiden und siegen. Die Worte deines Gottes sind ein Fels, darauf du sicher treten kannst. Du fragst: Gelten sie denn auch für mich? Ich antworte: das kommt auf dich an. Willst du dich von deinen Sündeil trenileu und Gotte» Willen über dich anerkennen? Du sagst: Ja. Siehst du. ivie wir Gott bei Seinem Worte nehmen, so nimmt Er mich bei uikinem Worte. Wort um Wort, anders nicht. Aber das kannst du glauben, wen» du es recht und aufrichtig meinst und Ihm dein ganzes Vertrauen schenkst, dann wirst du bei >,chm nie ent- täuscht werden, und Seine Zusagen werden sich an dir erfüllen, du wirst bekennen müssen: Gott ist getreu Er kann Sich nicht verleugnen! Sv gib Ihm dein Wort und mache den Bund! Gereuen ivird es dich nicht. Hoskanimerrat Eismann Der große Kohepriester. „Er mußte in allen Dingen Seinen Brüdern gleich werden, daß Er barmherzig würde und ein treuer Hoherpviesler vor Gott, zu versöhnen die Sünden des Bolkes." Estr. 2, 17. Hier haben wir ein wunderbares göttliches „Muß" vor uns. Im Leben des Heilandes gab es manches göttliche „Mutz. Er mußte als Kindlein geboren werden und ui die Niedrigkeit des Fleisches kommen; Er mußte Seinen Brüdern gleich werden Christus mutz' leiden und zu Seiner Herrlichkeit eingehen; des Menschen Sohn muß erhöht werden. Ls war ein heiliges, göttliches „Muß", das den Sohn Gottes nötigte, den Weg der Leiden zu gehen, und Er ordnete Sich diesem „Muß" willig und gehorsam unt»c. Er wollte und konnte an 'diesem Wege des Leidens nicht vorbeikommen, und es gab keinen anderen Weg zu unserer Rettung, als daß Er „mußte". Abgesehen von dem großen Hauptzweck Seines Leidens werden in dieser Schriftstclle auch noch etliche Gründe angegeben, die ebenfalls notwendig waren zur Erreichung des großen Hauptzweckes. „Auf daß Er barmherzig würde." Ja, es ist viel Erbarmen nötig, um die Sünder zu retten und zu vollenden. Als Gott ivar Er barmherzig, als Mensch sollte Er es werden. Er sollte an Seinem Fleische den Schmerz fühlen, in Seinem Gemüt den Druck des Kummers empfinden sowie mit allem, was ans auf Erden nahetritt, aus Erfahrung bekannt werden. Er hat die irdischen Verhältnisse und die Alach! der Versuchungen kennen gelernt lind ninnnt Sich unserer mit großer Barmherzigkeit an. Wie hat Er Sich Seiner irrenden, strauchelnde» Jünger mit großer Liebe angenommen, unb wie offenbart Er auch uns gegenüber Seine Barmherzigkeit täglich mit namenloser Langmut und Geduld! „Und ein treuer Hoherpriester vor Gott." Jesus hat die Ehre Gottes wahrgenommen auf Erden. Den Vater zu verherrlichen, war Sein höchstes Begehren, doch ebenso lag es Ihm an, unsere Interessen ivahrzunehmen. Ja, der Eingang in das Allcrhciligsie, wo Er jetzt als Hoherpriester weilt, hat viel gekostet. Das Schwert mußte in Sein Herz gehen, ehe Er den Zugang fand und einen Eingang erlangte. Ja, Er ist ein treuer Hoherpriester geworden, der, nachdem Er gelitten hat, die Sünder vertritt vor dem ewigen Thron Gottes. Ist Er dir schon Hoherpriester geworden, mein Freund? Kennst du Ihn aus Seiner hohen- priesterlichen Tätigkeit? Wenn du der Barmherzigkeit bedarfst, dann eile zu Ihm hin. Sein Herz schlägt dir warm entgegen. Du bedarfst der Reinigung von deinen Sünden, und siehe, Er hat sie geschaffen. Du bedarfst der iBe- wahrung in der Versuchung, und siehe, Er steht dir zur Seite als ein treuer Vertreter, der deine Sache wahrnimmt und deinen Widersacher überwinden will. „Bote d. F." & Sprüche der Lebensweisheit. ' Wie klein ist der, welcher andere erniedrigen muß, um sich selbst zu erhöhen! Das Bewußtsein der eigenen Kleinheit ist das sicherste Zeichen der Größe, und zu wissen, daß man nichts weiß, ist höchste Weisheit. Feierstunden sind nicht Stunden, da wir nichts tun. sondern für die nichts geplant ist. Indem sie uns vom Zeitlichen abzichen, bringen sie uns in Zusammenhang mit den ewigen Werten des Lebens. ZL Die meisten Herausgeber ähnlicher Blätter haben das Format bis auf die Hälfte verkleinert oder laßen nur alle vierzehn Tage eine Nummer erscheinen. Wir sind in der günstigen Lage, in diesem Vierteljahr vom (1. Januar bis 31. März) neun Nummern. (nicht zehn) herausgeben zu können. Bei zehn Stück und mehr ist der Preis vierteljährlich 18 Pfg. Wir bitten die lieben Leser, in den schwierigen Zeiten mit uns durchzuhalten und mit uns auf die Hilfe des HErrn zu warten. Versaininlungs-Anzergen. Bezirk Gießen. Stadtmission Giehen, Löbersiraße 14. Jeden Sonntag 1'/« Uhr Somiiagsschule; 4 Uhr Jmigsrau'Nverein; »j, Uhr Versammlung: i l h Uhr Christlicher Verein junger Männer; ftem Mittwoch 8'/- Uhr Bibclstunde; jeden Freitag 8'h Uhr Gebetsstunde. Bezirk Bellnhausen. Jeden Sonntag 2 Uhr Versammlung /o Uhr Versammlung: jeden Freit»»' abend 9 Uhr Gebetsstunde Holz heim Jeden erste» Svuntag lm Mvnat nachmitta«! «>/, Uhr Monatsberlammlung. Burthardtsselden. Jeden ersten Mittwoch I« MonU «in« 2 Uhr Monatsvcrsammlung. Ettingshausen Jeden ersten Donnerstag im Monat «beute 8 Uhr Monativersammlung. Villingen Jeden dritten Donnerst«, in Monat abend» 2 Ute MonatSversammlnng. Langsdors. Jede» dritten Fteite, ite Monat abend» » Ute MonatSversammlnng. Bezirk Sellnrod. Sellnrod Jeden Coniuanabend 8'/» Uhr Versammln«- «** jeden Mittwoch und Freftaq Krugsgebetsstunde mit Bibelbetrachtun-.